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Afrika

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Wegweiser.jpg Dieser Artikel behandelt den Kontinent Afrika. Für Artikel, die irgendwie auch was mit Afrika zu tun haben, siehe Afrika (Begriffsklärung).
Afrika, der dunkle Kontinent.
Allerdings vom Weltall her gesehen leuchtet er beige und grün und wirkt insgesamt erstaunlich hell! (Anm.: Das Satellitenbild muss vor der kolonialen Zeit aufgenommen worden sein, denn es fehlen eindeutig die Grenzlinien!)

Afrika ist ein geografischer Begriff für den massigen, multikulturellen, dicken Kontinent südlich von Europa. Afrika ist historisch gesehen eine Marionette Europas, ein Rohstofflager Europas und eine Schatztruhe Europas. Gold, Sklaven, AIDS, Ebola und sogar Diamanten holten sich die Europäer im Laufe der Geschichte in Afrika. Heutzutage besteht Afrika aus Gründen der Übersichtlichkeit aus 53 unterschiedlichen Staaten. Hier ein kurzer Überblick:

Afrika, der dunkle Kontinent.
Hier allerdings mal kunterbunt: Die 53 Staaten Afrikas haben zum Teil sehr gerade Grenzlinien! Alles in allem eine unübersichtliche Mischung.)
Die Natur Afrikas: Wild, schön und immer für Überraschungen gut. Es gibt sogar Tiere mit krummen Rüsseln!
Schon früher machte man gerne Urlaub in Afrika und schrieb Postkarten mit Lokalcolorit nach hause an die lieben Daheimgebliebenen!

Geschichte Afrikas

Der höchste Berg Afrikas Elefantjaro und das größte Tier Kilimant

Afrika als solches war den Europäern schon sehr sehr lange bekannt. Man mutmaßt sogar, dass die ersten Menschen dort gewohnt haben sollen. Genaueres ist liegt allerdings im Dunkeln. Das war schon seit jeher und ist immer noch der unzutreffende Spitzname des Erdteils: Der dunkle Kontinent. Weil über ein paar Jahrtausende hinweg Afrika mehr oder weniger in Vergessenheit geraten war, mussten die Europäer Afrika neu entdecken. Die Entdecker waren schwerpunktmäßig von Europas Königen geschickte Militärs und dementsprechend leisteten dann auch gründliche entdeckerische Pionierarbeit: Kaum war eine Kultur entdeckt, verschwand sie (häufig) entweder in genozidalem Entdeckungsrausch oder (sehr häufig) wurde ihr eine Käseglocke der westeuropäischen Leitkultur übergestülpt.

In der Mitte Afrikas befand sich früher ein großer Urwald, der Afrikanische Regenwald. In ihm wurden zwei wesentliche Dinge produziert, ohne die auf der Welt kein Leben möglich ist: Sauerstoff und Tropenholz. Da Europa allerdings selber Sauerstoffquellen besitzt und sich Sauerstoff ohnehin kaum gewinnbringend vermarkten lässt, interessierten sich die Kolonialherren hauptsächlich für das Tropenholz. Dieses brachten sie dann auch mehr und mehr in ihre Heimatländer, wo wichtige Dinge für den täglichen Gebrauch daraus gefertigt wurden: Spazierstöcke für alte Herren, Möbel im englischen Landhausstil und vor allem auch Cricketschläger. Und nebenbei hatte das Verschwinden des Regenwaldes noch einen starken Synergieeffekt: Es entstand in Afrika endlich mehr freie Fläche für Cricketfelder und Golfanlagen.

Klima in Afrika

Afrika ist ziemlich groß. Es erstreckt sich von Norden nach Süden. Es gibt Regen und Sonne, Hitze und Schnee. Der höchste Berg ist der Kilimanjaro (vgl. Tansania), dort gibt es sogar alle Klimazonen übersichtlich nebeneinander. Wenn man den Hang des Berges entlang wandert, ist es wie beim Besuch eines italienischen Eiscafés: Es gibt Bananen, Erdbeeren, Kakao, Kaffee, ungepflegte ausgetrocknete Pflanzen und sogar Eis und von Ferne sieht das Ding sogar aus wie ein Sahnekrönchen. Der Norden Afrikas ist durch sandiges, heißes, körniges Brutklima gekennzeichnet. Als wenn das nicht schon genug wäre, dehnt der klimatische Norden sich aufgrund der Erderwärmung auch noch stetig nach Süden aus. Das Wachstum von Pflanzen, Tieren und Menschen ist aus diesem Grund auf ein Minimum reduziert. Als Beispiel kann man hier die Pygmäen nennen.

Die Länder Afrikas

Nördliches Afrika:


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Nordafrika

Manche Perspektiven erstaunen den Betrachter immer wieder: Nordafrika liegt auf diesem Bild ganz unten...

Nordafrika ist der Norden Afrikas. Das ist auf Karten meistens der Teil ganz oben. Wenn man die Karte dann umdreht, ist es allerdings ganz unten. Das ist zwar verwirrend, ändert aber an der Lage Nordafrikas recht wenig. Man biegt hinter Jerusalem links ab und schon ist man fast da. Es ist nebenbei der Teil, der am dichtesten an Europa grenzt. Dies entpuppt sich für die Staaten Nordafrikas teilweise als echte Landplage: Obschon die fünf nordafrikanischen Staaten dem Durchschnittseuropäer durch ihre Nähe noch recht gut bekannt sind, ist die Erreichbarkeit für den Massentourismus und andere neumodische Formen kolonialer Ausbeutung ein echter Fluch.

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Marokko

Marokko liegt gegenüber von Spanien im nordwestlichen Nordafrika. Es ist bekannt durch seine vielen Olympiasieger, sein gutes Dope und den Film Casablanca. Marokko ist ein Land mit vielen Attraktionen und Besonderheiten. Hier die Wichtigsten:

  • Verwandtschaft: In Marokko ist jeder mit jedem anderen direkt verwandt, vor allem beim Abschluss eines Handels kommt gern der Satz: "Mein Vetter kann Ihnen ... besorgen.". Alle Verwandtschaft teilt sich aber in zwei Familien: Familie Arab und Familie Berber. Für Außenstehende schwer zu unterscheiden, stellt diese enge Nachbarschaft der beiden marokkanischen Familien ein spannungsgeladenes Gleichgewicht her.
  • Sand: Es ist erstaunlich, in welch kleine Ritzen er hinein gelangt.
  • Die marokkanische Gesetzgebung: Es gibt nur zwei Paragraphen:
§1 Der König hat immer recht
§2 Alle Ausnahmen zu §1 regelt §1.
  • Kiffen: Kiffen ist nach Kenntnis der Gesetze logischerweise legal. Einerseits ist das marokkanische Dope sortenrein und schweinegeil, andererseits ist es immer wieder verwunderlich, wie produktiv die marokkanische Volkswirtschaft nichtsdestotrotz ist.
  • Casablanca: Da wohnen Humphrey Bogart und Ingrind Bergmann
  • Fes: Traditionelle Kopfbedeckung, benannt nach dem gleichnamigen Wallfahrtsort
  • Die marokkanische Eisenbahn: Anachronistische Holzbänke verbinden sich in ihrer schlichten Optik harmonisch mit den kampfjetgleichen Kesselgeräuschen kaiserzeitlicher Kohlenrösser. Chuck Norris über die marokkanische Eisenbahn: "No way! Ich bin doch nicht lebensmüde!" Die Fahrpläne enthalten keine Stunden- und/oder Minutenangaben, sondern sind mit Wochentagenprognosen angenähert.

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Ägypten

Die Pyramiden, ein Weltwunder. Hier liegen Pharao Cheops, seine Frau, seine Schwiegermutter, sein Kegelbruder Chefrem und zwanzig seiner Lieblingskrokodile begraben

Das bekannteste Land Nordafrikas (und damit ganz Afrikas!) ist Ägypten. Selbst der ignoranteste Europäer kennt die Pyramiden - die mathematisch ausgeklügelten Pharaonengräber - und die lustigen Schriftzeichen an ihren Innenwänden. Die kann zwar niemand so recht lesen, aber wenn man schon mal weiß, dass die Dinger Hieroglyphen heißen, kann man in jedem sonntäglichen Stammtischgespräch mit beneidenswertem Fachwissen glänzen. Die Hälfte des Landes der lustigen tierköpfigen Gottheiten besteht aus wüstester Wüste. Unterbrochen wird der Wüstensand von einem lustigen Fluss mit ebenso witzigen Staudämmen: dem Nil. Bekannt wurde der Fluss durch die gleichnamige Zigarettenmarke. An den Ufern des Nils ließe sich verdammt gut leben, wenn es nicht so entsetzlich viele Krokodile gäbe. Die Lebenserwartung ist daher sehr niedrig, denn die Verwandten von Schnappi sind nicht ansatzweise so dumm und harmlos, wie ihr nerviger Klingeltonvetter aus Deutschland. Die Hauptstadt Ägyptens heißt Kairo und ist mit 15.707.992 Einwohnern die größte Stadt des Kontinents und damit die zwölftgrößte Stadt der Welt - wenn man das auch noch weiß, wird jeder Stammtischbruder rot glühend vor Zorn.

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Algerien

Algerien ist von den nordafrikanischen Ländern das afrikanischste. Es hat mit den Ländern Zentralafrikas eine wesentliche Gemeinsamkeit: Es kennt nämlich fast keiner. Algerien? Was weiß der Zentraleuropäer vom geheimnisvollen Flächenstaat? Ja, Nordafrika. Hauptstadt Algier. Sand. Bestimmt Wüste. Die Bewohner Algeriens heißen Algerier, die Bewohnerinnen Algeriens Algerierinnen und die Kinder der Algerier und Algerierinnen heißen Kinder von Algeriern und Algerierinnen. Man muss schon ein gehöriges Maß an Spezialbildung mitbringen, um weitere Informationen vom zweitgrößten Staat Afrikas zu haben. Hier Tipps, bei wem man sich besser informieren kann:

  1. Dem Geschichtsgebildeten kann man alle Infos über Kathargo entlocken. Schnell lernt man, dass Algerien die einzige Nation Afrikas war, die einen ernsthaften Versuch einer Eroberung Europas versucht und fast geschafft hat. Allerdings wird er erzählen, dass sie das mithilfe von Elefanten angegangen sind. Dies ist falsch, denn
  2. Der Geographiegebildete weiß, dass Karthago in Tunesien liegt und auch
  3. Der Biologiegebildete wird schnell erklären, dass es in Algerien gar keine Elefanten gibt. Stattdessen gibt es viele Echsen und Skorpione.
  4. Der Technikexperte wird wissen, dass in Algerien Touareg wohnen, besonders große und behäbige Exemplare, die sich durch besonders imposante Bereifung auszeichnen.
  5. Der Theologieprofessor wird wissen, dass es sich um ein muslimisches Land handelt, in dem erstaunlich wenig Attentate geplant und durchgeführt werden, allerdings wird
  6. Der Politikexperte warnen, dass in Algerien Wahlen verpöhnt sind und viel lieber Militärputschs zur Bestimmung einer zukünftigen Regierung herangezogen werden. Seine eigenen Politiker sind dem Algerier nebenbei gesagt durchaus als Attentatsziel angemessen.
  7. Der Alkoholiker wird bestätigen, dass es sich bei Algerien um eines der trockensten Länder der Erde handelt.
  8. Der Franzosé wird erklären, dass es sich um eine Provinz Frankreichs handelt, obwohl man traditionell in Algerien keine Froschschenkel isst.

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Tunesien

Tunesien, das Land der Ferienanlagen. Nirgendwo leuchtet der Beton so weiß wie an den tunesischen Küsten

Historisch gesehen ist ein Tunesien ein Teil Algeriens, was wiederum ein Teil Frankreichs ist. Die einzige Industrie Tunesiens ist der Pauschaltourismus. Malerische Ferienanlagen wurden entlang der pittoresken Strände harmonisch in die Küstenlandschaften betoniert. Tunis ist die bekannteste Stadt, sie dient vor allem als Ausflugsziel der westeuropäischen Touristen und steht somit auf derselben Stufe der Wichtigkeit wie die Oasen, die Kamelrennen oder die Fischkutter. Alle Erwerbstätigen sind direkt oder indirekt in der Tourismusbranche angestellt:

  1. 15% der Tunesier sind Hoteleigentümer
  2. 25% der Tunesier arbeiten in den Ferienanlagen als Zimmermädchen, Kellner oder Tellerwäscher
  3. 23% der Tunesier arbeiten als Bettler oder als fliegende Händler vor den Ferienanlagen
  4. 17% der Tunesier arbeiten als Animateure oder Animierdamen
  5. 20% der Tunesier arbeiten auf Flughäfen, in den Oasenrestaurants, kassieren den Eintritt für die Moscheen oder sind für "Busausflüge in die nähere Umgebung" verantwortlich

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Libyen

Libyen heißt eigentlich al-Dschamāhīriyya al-ʿarabiyya al-lībiyya asch-schaʿbiyya al-ischtirākiyya, was soviel heißt wie Land der Hyänen, Schakale, Wüstenspringmäuse und anderer skurriler arbabischer nordafrikanischer Tiere. Da dieser ellenlange Name allerdings zu kompliziert auszusprechen ist, sagt man schlicht und einfach meist nur Libyen oder Libya. Das Land lässt sich nach Aussage seines allmächtigen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi sehr einfach beschreiben. "Gaddafi ist Libyen und Libyen ist Gaddafi". So hat Libyen z.B. auch nur ein Fernsehprogramm, dessen Hauptakteur der Revolutionsführer ist. Filme über das Leben Gaddafis, die Segen der Revolution und sogar Staatsbesuche werden gezeigt; in regelmäßigen Abständen belustigt er sein Volk in stundenlangen LIVE-Übetragungen mit humorvollen Wahrheiten über den amerikanischen Imperialismus.
Neben einer revolutionären Staatsführung hat Libyen ansonsten keine sonderlichen Attraktionen zu bieten. Das Land besteht zu 102% aus nahezu menschenleerer Wüste und die restlichen 17% sind mit Erdölförderanlangen und petrochemischen Betrieben zubetoniert. 0,2% der Landesfläche nehmen die weitläufigen Paläste des Revolutionsführers und seiner Familie ein.
Etwa ein Drittel der Libyer sind in der Kamelindustrie beschäftigt, ein weiteres Drittel bohrt nach Öl und das dritte Drittel arbeitet in der Terrorismusindustrie.

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Westafrika

Westliches Afrika:


Westafrikanische Auswanderer in Amerika: Noch tragen sie ihren traditionellen afrikanischen Halsschmuck - aber bereits wenige Jahrhunderte später waren sie voll assimiliert

Westafrika ist auf der Karte links. Nicht zu verwechseln mit Ostafrika. Das liegt nämlich rechts. Westafrika ist in viele verschiedene Staaten unterteilt. Die meisten dieser kleinen Staaten sind sehr reich, denn sie haben immer viel Geld, um sich Waffen für kleine Kriege gegen ihre Nachbarstaaten zu leisten. Ist gerade mal kein geeigneter Kriegsgegner in Sicht, tut es auch ein Bürgerkrieg, ein Militärputsch oder ein kleinerer bis mittlerer Genozid. Hauptsache, man hält die Wirtschaft und die imperialistischen Waffenschmieden bei Laune. Jede abgefeuerte Patrone ist schließlich Umsatz.

Die Geschichte Westafrikas ist von großen Ausreisewellen geprägt. Über viele Jahrhunderte fuhren die Auswandererschiffe nach Nord-, Mittel- und Südamerika, damit die mehrheitlich jungen, kräftigen und männlichen Auswanderer dort auf den Baumwoll-, Zuckerrohr- und Kakaoplantagen arbeiten konnten. Die Überfahrt auf den überwiegend portugiesischen und spanischen Segelschiffen war gratis, denn es gab keine Kabinen an Bord, sondern nur großzügigen Laderaum. Die Auswanderer vertrieben sich die Zeit mit folkloristischen Gesängen und Klageliedern.

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Mauretanien

Mauretanien ist dreimal so groß wie Deutschland, aber etwa 20mal unbekannter. Die Haupstadt ist Nouakchott, ein Kaff an der Küste des Atlantik. Vergleicht man es z.B. mit Berlin, ist die deutsche Hauptstadt viermal so groß, hat viermal so viele Einwohner, aber ist etwa 1.228mal so bekannt. Mauretaniens Bevölkerung besteht zu 40% aus Kindern unter 13 und zu 85% aus unter 18jährigen. Da diese Kinder alle sehr sehr wenig Taschengeld von ihren Eltern bekommen, bezeichnet man Mauretanien als eines der ärmsten Länder der Welt. Fast kein Einwohner hat ein Handy, einen Ipod, eine PSII oder sonstige wichtige Sachen, die Kinder in anderen Ländern besitzen. Stattdessen haben die Kinder traditionelle Produkte Mauretaniens: Spielzeugautos aus Konserven, Wischaustattung für Autowindschutzscheiben und Hunger.

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Gambia

Der Name Gambia kommt aus dem engischen. Er leitet sich vom engl. Verb "to gamble" ab, was soviel heißt wie "Glücksspiele spielen". In Gambia gibt es also sehr viele Pferderennbahnen, Casinos und Spielhöllen jedweder Art. Gambia ist die Heimat des Voodoo, eines gambiatischen Volkstanzes der in der Karibik eine große Karriere machte. Allerdings nehmen die Gambianer keine kleinen Puppen und stechen Stecknadeln hinein, um die Tänzer zum tanzen zu bringen, nein, sie haben kein Geld für Puppen. Also stecken sie die Stecknadeln gleich in die Haut des Menschen, der zum Tanzen gebracht werden soll. Diese Methode ist sehr erfolgreich. Das wichtigste Tier der gambiatischen Mythologie ist das Krokodil. In den Casinos haben die Spieler immer ein großes Krokodil dabei, das Glück beim Spiel bewirkt, wenn man es streichelt. Aus Gambia kommt auch der Begriff für diese Art Glücksspiel: "Einarmiger Bandit". Touristisch ist Gambia ansonsten wenig erschlossen, die Bekanntheit wächst jedoch in den letzten Jahren enorm, seit ein deutschsprachiges Humorwiki einen Artikel über ein gleichnamiges Land veröffentlichte.

Da in Gambia nahezu niemand lesen und schreiben kann, ist es eigentlich egal, was hier im Artikel geschrieben steht. Niemand wird dagegen aufbegehren.

Afrikaner reisen gern mit viel Gepäck. Hier kommt ein Senegalese vom Einkauf aus dem ALDI nach hause zurück.

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Senegal

Um Gambia herum liegt das Land Senegal. Dort wohnen ungelogen "Senegalesen". Klingt komisch, ist aber so. Lesen und schreiben sind auch dort nicht weit verbreitet. Die meisten Senegalesen sind Bauern. Auf ihren Höfen wachsen Erdnüsse, Hanf und Sand. Einmal im Jahr rückt der westlichste der afrikanischen Staaten ins Licht der Weltöffentlichkeit. Hunderte Verrückte fahren aus der französischen Hauptstadt Paris mit dem Auto, mit dem LKW oder sogar mit dem Motorrad nach Dakar, der Hauptstadt des Senegals. Warum, weiß keiner so genau, aber viele Verrückte sterben auf der langen Reise. Viele Gefahren lauern auf dem Weg: Marrokaner und Algerier, Spritmangel und Sand, Hitze, Löwen und vor allem ekelhafte Kamele.

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Liberia

Liberia ist eine Kolonie der USA.

Geschichte: Amerika war für die Neger Afroamerikaner und Afroamerikanerinnen nie ein richtiges Zuhause. Sie fühlten sich immer als Afrikaner und Afrikanerinnen, fern der Heimat. Der Ku Klux Klan, die Sklaverei. Null Bildungsniveau. Jobs höchstens in der Army, als 100m-Läufer bei Olympia oder als hengstschwänziger Pornodarsteller. Vorurteile! Keine Perspektiven! So beschlossen einige tausend Afroamerikaner und Afroamerikanerinnen wieder "back to the roots", zurück zu ihren Ursprüngen wieder in ihre Heimatländer auszuwandern und fuhren nach Afrika. Allerdings wollte sie dort auch niemand, denn sie waren längst schon keine echten Afrikaner und Afrikanerinnen mehr, sondern viel mehr Afroamerikanerafrikaner und Afroamerikanerafrikanerinnen (auch Kreolen genannt). So siedelten sie in Liberia und schotteten sich stark von den dort ansässigen echten Afrikanern ab. In guter US-amerikanischer Eigenart herrschten nun die Afroamerikanerafrikaner und Afroamerikanerafrikanerinnen über die Afrikaner und Afrikanerinnen. Sie hatten ein Mindestmaß an Bildung und sprachen die Weltsprache der Unterdrückung: Englisch. Finanziert wurde die Rückführung der Afroamerikanerafrikaner und Afroamerikanerafrikanerinnen allerdings von den Weißen Nordamerikas. Diese fanden die Vorstellung, dass Afroamerikanerafrikaner und Afroamerikanerafrikanerinnen Afrikaner und Afrikanerinnen unterdrücken witzig und erhofften sich hohe Profite. Seit 1822 verkaufen die weißen Nordamerikaner nun Waffen nach Liberia an ihre ehemaligen Mitbürger und Mitbürgerinnen. Aus diesem Grund nennt man Liberia auch die älteste Demokratie auf afrikanischem Boden.

Liberia heute: Liberia hat gerade eine kurze Bürgerkriegsphase von 185 Jahren hinter sich. Da sich die Nachkommen der Afroamerikanerafrikaner und Afroamerikanerafrikanerinnen auf dem dunklen Kontinent wieder etwas besser eingelebt haben, gibt es nicht mehr ganz so viele Probleme wie in der ersten Rückkehrergeneration. Auch die Afrikaner und Afrikanerinnen haben sich inzwischen damit abgefunden, dass man Amerikanern (welcher Art auch immer) besser keine Fremdsprachen beibringen sollte - und so haben alle englisch gelernt. Und nebenbei ist die kreolische Bevölkerungsschicht ein zuverlässiger Garant dafür, dass sich der Name Liberia nicht auf die Liste der Schurkenstaaten rutschen kann.

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Sierra Leone

Multikulti wie in Berlin Kreuzberg: Sierra Leone

Karl Schneider (engl.: Charles Taylor) saß von 1996 bis 2003 in Sierra Leone auf dem Sitz des Präsidenten. Und nun sitzt er als erster Afrikaner überhaupt in Den Haag auf einer Anklagebank und in einer Einzelzelle. Welches der beiden Ereignisse größer ist, muss die Geschichte entscheiden, denn schließlich ist er ein Testfall für eine ziemlich komplizierte Sache:

Sierra Leone ist ein multikulturelles Land. Hätte es die europäische Kolonialzeit nicht gegeben, wäre Sierra Leone gar kein einzelnes Land, sondern vielmehr etwa 10 bis 12 verschiedene kleine Länder. Sind es aber nicht. War ja auch nicht im Interesse der Europäer, denn fasst man die vielen verschiedenen Ethnien zusammen in einen Staat, entsteht ein spannungsgeladenes Ungleichgewicht, das man besser regieren kann. Eine solche Politik findet man heute höchstens nocht bei der Auswahl der Gäste auf der Bank bei "Wetten dass": Wenn Dieter Bohlen kommt, werden Verona und Naddel auch eingeladen, und schon muss der Gottschalk nicht so viel labern. Und genauso verhält es sich in den multikulturellen Staaten Afrikas zu der Zeit als die afrikanischen Grenzen erfunden wurden. Ein Planer in Europa beschließt, wo die Grenzen lang gehen sollen, malt mit dem Bleistift eine ziemlich gerade Linie durchs offene Land oder entlang eines Flusses. Und zwar ohne Rücksicht auf die Afrikaner. Sierra Leone ist, wenn man von ein paar mittelamerikanischen Operettenstaaten einmal absieht, die Weltmetropole der Militärputschs, der Stellvertreterkriege und der postkolonialen Kolonisation. Anstatt wie in früheren, kolonialen Zeiten Soldaten zu entsenden, um in den Kolonien Schwierigkeiten zu lösen oder auszulösen, liefern die Weltmächte Handfeuerwaffen, sogenannte Militärberater und vor allem US-Dollar.

Da aber zu verschiedenen Zeiten verschiedene Weltmächte verschieden starkes Interesse an Sierra Leone aufbrachten, kam das Land nie zur Ruhe und zu dauerhaftem Frieden. Komischerweise rückte das Land auch nie ins Interesse der Völker und Medien anderer Kontinente - was aber auch mit den Arbeitsplätzen in der Waffenindustrie zusammenhängt. Denn wenn die Arbeit oder die Einschaltquote in Gefahr ist, ignoriert und toleriert man schon mal sechs bis sieben kleinere Genozide.

Einer der Marionettenherrscher des Westens war eben dieser Karl Schneider. Als er in Sierra Leone 1996 an die Macht kam, hatte er an verantwortlicher Stelle gerade einen mittleren und sieben kleinere Bürgerkriege gewonnen. Dabei tötete er mit seinen Milizen an einigen Tagen so viele Leute, dass Rudolf Höß vor Neid ganz käsig im Gesicht geworden wäre. Schneider hatte Waffen, er hatte Freunde, er hatte Unterstützer im Westen und vor allem: Er hatte Geld. Das sind einfach optimale Startvoraussetzungen, um sich in Afrika einen Diktatorjob zu besorgen und ihn auch mittelfristig behalten zu können.

Kindersoldat, ein beliebter afrikanischer Beruf

Nur nahm in Sierra Leone die Geschichte eine sehr lustige Wendung: Wie jedem afrikanischen Diktator, schwindet die Macht nach einer gewissen Zeit im Amt. Das ist auch ganz gut so, denn nach dem Sturz kann man sich in Ruhe ins Privatleben zurückziehen, in Florida eine Villa mit großem Golf- und kleinem Flugplatz erwerben und hat dann auch endlich genug Zeit und Muße, das Geld in einem zivilisierteren Land auszugeben, was man während der Amtszeit von seinem Mordopfern und den anderen Bürgern ausgepresst hat. So stürzte auch Karl Schneider 2003 fristgemäß. Nur jetzt wird es komisch. Die neue Regierung, eine von der Sorte, die dem Volk verspricht, alles besser zu machen als die Vorgängerregierungen, bekam einen Brief von Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. So einen Brief müssen die schicken - schon allein um ihre Existenzberechtigung zu erhalten. Die sitzen dann in Den Haag im Coffee Shop und warten, ob eine Absage des Auslieferungsgesuchs schriftlich kommt - oder ob einfach gar nichts geschieht. "Warten auf Godot". Aber diesmal kommt nicht nur ein Antwortschreiben, nein, die neue Regierung lässt Exdiktator Schneider verhaften, setzt ihn in ein Flugzeug und liefert ihn nach Holland aus. Zum ersten und bislang einzigen Mal funktioniert das jahrelang gut laufende Geschäft diktatorischer Nachfolgesysteme nicht mehr. Die feigen Morde an mehr als 500.000 teils wenig bewaffneter Menschen führen zur Anklage.

Diese Entwicklung zeigt, dass in Europa die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft Sierra Leones und ganz Afrikas entscheiden wurde und wird. Es bleibt spannend zu sehen, was passieren wird, wenn das internationale Tribunal im Interesse eines stabilen Afrikas Herrn Schneider mangels Beweisen freisprechen wird.

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Elfenbeinküste

Die Elfenbeinküste, eine wilde Mischung

Die Elfenbeinküste ist ein Land voller Stoßzähne. Von der Küste bis ins Hinterland liegt alles voll mit dem Zeug und selbst Greenpeace und die freiwillige Feuerwehr haben noch keine nachhaltige Lösung für das Problem gefunden. Der offizielle Name des Landes ist "Côte d'Ivoire", was übersetzt soviel heißt wie "Kot des linken Stoßzahns". Seine Einwohner werden offiziell Ivorer genannt, die meisten Leute wissen das jedoch nicht und sagen entweder Elfen oder Elfenbeinis zu ihnen. Die Elfen sind ein Vielvölkergemisch und wie man aus der nebenstehenden Abbildung ersehen kann, wohnen dort Braune mit Blauen und Grünen und Pinkfarbenen dicht an dicht. Die Elfenbeinküste war mal eine französische Kolonie und dann herrschte 33 Jahre ein einziger Diktator, Félix Houphouët-Boigny. Felix war nicht so bewandert in Sachen Ausbeutung und deswegen brauchte er entsetzlich lange und verstarb schließlich in Ausübung seines Amtes. Seither hat sich auch in der Elfenbeinküste ein nun bereits viele Jahre andauernder Dauerbürgerkrieg etabliert. Einerseits hat sich noch kein neuer starker Diktator gefunden und andererseits scheinen Bürgerkriege auch eine wirksame Waffe im Kampf gegen die Überbevölkerung des Landes zu sein, einen anderen Grund kann es dafür nicht geben. Nichtsdestotrotz ist die Elfenbeinküste einerseits ein sehr reicher Staat, was weniger an Bürgerkrieg, Elfenbein und stabiler politischer Lage liegt, sondern am Export von Kakao und von Erdöl in die westlichen Industriestaaten und von Kindersoldaten in die Nachbarländer. Andererseits ist man aber auch so arm, dass man Uli Stielecke als Nationaltrainer verpflichten musste, einen besseren konnte man sich nicht leisten.

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Ghana

Ghana kann in vielerlei Hinsicht als das afrikanischste unter den afrikanischen Ländern bezeichnet werden. Unter dem Namen "Gold-Küste" wurde es bekannt, aber schon nach wenigen Jahrzehnten waren die vorhandenen Goldvorkommen von den Europäern derart ausgebeutet worden, dass es den Namen "Ohne-Gold-Küste" erhielt. Doch dieser Name klang vielen einfach zu albern und es gab eine Volksabstimmung, welchen Namen der schmale Streifen Land fortan haben sollte. 20% der Stimmen fielen darauf, den Namen Goldküste aus nostalgischen Gründen einfach zu behalten. 20% waren für eine Umbenennung in "Heimat" ("Homeland"), weitere 20% in "Arbeiterparadies". Dieser Vorschlag sollte die Arbeiter aller Welt vereinen, erschien jedoch vielen genauso untauglich wie andere gleichartige Versuche. 20% der Stimmen entfielen auf "Niemalsland" ("Neverland"), ein Tribut an die Überjüngung der Bevölkerung - ein sehr gesamtafrikanisches Phänomen. Weitere 20% Stimmen entfielen auf "Ashantiland". Die Ashanti sind eine der größten Bevölkerungsgruppen des Vielvölkerstaats, aber auch sie konnten nicht mehr Stimmen auf sich vereinen. Als sich durch diese Abstimmung eine Pattsituation ergab, einigten sich die Parteien darauf, die Anfangsbuchstaben aller fünf stimmgleichen Vorschläge zu einem Kunstwort zusammenzusetzen: Der Begriff Ghana war entstanden.

Ghanaer sind in vielerlei Hinsicht bis heute von ihren kolonialen Ausbeutern begeistert, fasziniert und geprägt. Am Anfang der Kolonialisierung sah das noch anders aus: Vor allem die Ashanti weigerten sich links zu fahren, auf Pferderennen zu wetten und mittags um zwei Uhr Tee zu trinken. Bittere Kriege erschütterten das Land und man leistete dem Vormarsch der englischen Truppen heftigen Widerstand. Doch abschließend wurde man, wie alle anderen Nationen südlich von Nordafrika auch unterworfen und spielte mit stetig wachsender Begeisterung Golf. "England, England über alles", "God save the Queen" und "Britannia rule the Waves" sind die drei Nationalhymnen des Landes und samstags zur Teatime geht der Ghanae gerne Cricket gucken. Die Kolonialzeit wird von den meisten schöngeredet ("Früher war alles besser"), alle Probleme werden auf die nachkolonialen Regierungen, die so häufig wechselten wie Prinzessin Diana ihre Liebhaber, abgeschoben.

Touristen reisen in Afrika mit den modernsten Verkehrsmitteln: Flugzeugen. Aufgrund der langen Strecken hat das Flugzeug das Kamel abgelöst, obwohl es genauso stinkt und genauso hässlich aussieht. Der unbestrittene Vorteil ist, dass die Stewardessen hübscher aussehen als die Kameltreiber.

Besonders afrikanisch ist ebenfalls die ausgeprägte Landflucht. Da auf dem Land weder Arbeit noch Satelliten-TV vorhanden ist, ziehen immer mehr Ghanaer in die Weltmetropole des Ghanaentums: London, wo etwa 22,5 Millionen Ghanaer wohnen, also etwa genauso viele wie im afrikanischen Siedlungsgebiet und elfmal so viele wie in Accra, der größten Stadt auf dem ghanaischen Territorium.

Eine weitere Parallele zum großen Vorbild England findet sich in der ghanaischen Eigenart zu glauben, man sei mit Abstand die beste Fußballnation der Welt - obwohl man schon seit Menschengedenken keinen großen internationalen Titel mehr gewonnen hat.

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Burkina Faso

Burkina Faso. Zu deutsch: Das Land der aufrecht gehenden Menschen. Früher hieß der Staat noch Obervolta, da aber die Stromkrise von 1984 fast keine Volt mehr übrig ließ und dem Präsidenten auffiel, dass die Menschen im Lande überwiegend aufrecht gehen (die Alkoholiker mal ausgenommen!), benannte man das kleine Binnenland kurzerhand in Richtung des zutreffenderen Namen um.

Wo Ghana alles in allem afrikanischstes afrikanisches Land bezeichnet werden kann, kann man guten Gewissens behaupten, dass es sich bei Burkina Faso um eines der unafrikanischsten Länder Afrikas handelt. Seit den 80er Jahren herrscht derselbe Diktator und regiert ein in friedlicher Koexistenz lebendes Vielvölkergemisch. Keines der Völker ist je auf den Gedanken gekommen, ein anderes völlig auszurotten. Die Wirtschaft Burkina Fasos ist sehr schwach, sehr arm ausgestattet und liegt drei Straßen neben dem internationalen Flughafen in der Hauptstadt. Diese trägt den unaussprechlichen Namen Ouagadougou, was sich allerdings bis zum durchschnittlichen Mitteleuropäer noch nicht herumgesprochen hat. Von Frankreich, dem kolonialen Ziehvater, hat man sich in höchstem Maße getrennt, was das "Nationale Gesetz zum Verbot des Verzehrs von Froschschenkeln" von 1989 deutlich zeigt. Im Norden ist Burkina Faso sehr trocken und niederschlagsarm, im Süden tropisch feucht, was zusammengenommen ein sehr mildes, erträgliches Klima ergibt. Auch das kann man nicht von vielen afrikanischen Nationen behaupten.

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Togo

Das berühmte Kunstwerk "Taxi" des Künstlers Dominique Zinkpè. Da das Kunstwerk den ganzen Weg selber fahren konnte, nahm es sogar an einer Ausstellung im Senegal teil!

Togo ist ein Land mit vier Buchstaben. Im Gegensatz zu den meisten anderen afrikanischen Ländern, die entweder nur eine französische oder nur eine englische Kolonialgeschichte vorweisen können, war Togo vor dem ersten Weltkrieg mal eine deutsche Kolonie. Erst nach 1918 wurde Togo eine französische Kolonie. Heute zeigt sich Togo als eine Mischung aus allen drei Kulturen, der deutschen, der französischen und man höre und staune, sogar afrikanische Elemente können angetroffen werden. In der Hauptstadt Lomé kann man also sowohl Eisbein mit Sauerkraut kaufen, als auch Froschschenkel, als auch kleine, mit Leder bespannte Rhythmustrommeln. Besonders afrikanisch ist in Togo inzwischen auch das politische System: Es gibt eine präsidentiale Herrschaft, ganz nach französischem Vorbild. Alle fünf Jahre gibt es eine freie, gleiche und demokratische Wahl des Präsidenten, an denen jeder Bürger und jede Bürgerin mit einem Stimmzettel teilnehmen darf. Sogar für die vielen Analphabeten sind kleine Fotos der vielen verschiedenen Kandidaten auf dem Stimmzettel vermerkt. Nur findet am Ende keine Stimmauszählung statt. Stattdessen gibt es eine öffentliche Stimmschätzung, die der Präsident Gnassingbé Eyadéma, ach nein, inzwischen ist es ja sein Sohn, Faure Gnassingbé, leitet. Dort wird sein Stimmanteil etwa mit 92% bis 98% geschätzt und so gewinnt er demokratisch jede Wahl. Protestschreiben zahlreicher westlicher Regierungen öffnet der Präsident nicht, sondern lässt die Briefe auf dem Marktplatz von Lomé einmal im Jahr öffentlich verbrennen.

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Benin

Will man Benin so kurz wie möglich zusammenfassen, kann man sagen, dass Benin die Weltzentrale des Aberglaubens ist. Verschiedene Formen des Aberglaubens ziehen sich durch die gesamte Geschichte des Landes und nahezu jeden Lebensbereich. Bereits in der Kolonialgeschichte glaubte man im Benin das Märchen, dass Frankreich ein cooles Land ist. Wirren Vorstellungen dieser Art zogen und ziehen sich durch die Geschichte des Landes: Als die ersten Beninesen etwas verspätet (1974) vom Marxismus hörten, erklärten sie die marxistische Ideologie kurzerhand zur Staatsform. Das hielt ganze 17 Jahre an, bis man merkte, welchem Aberglauben man schon wieder aufgesessen war. Der nächste Aberglaube, den man versuchte, war eine ehrliche Demokratie auf afrikanischem Boden zu errichten. Forscher rechnen damit, dass auch dieser Glaube bald abgelegt werden wird. 117% der Beninesen glauben übrigens bis heute an Voodoo, eine der offiziellen Staatsreligionen neben dem Christentum. Es ist ein Fernziel der kleinen Republik, langfristig herauszufinden, bei welcher der beiden Religionen es sich um den größeren Aberglauben handelt.

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Mali

Salz, das Hauptexportgut aus Mali. 37% der Bevölkerung arbeiten auf Salzkammergütern, wo in intensiver Landwirtschaft die kostbaren Salzpflanzen angebaut werden

Mali ist ein großes Land, dessen Fläche zu großen Teilen aus sehr sandigem Sand besteht. Mali ist eines der ärmsten Länder der Welt, es ist sogar so arm, dass es sich keine Diktatur leisten kann. Stattdessen versucht man sich in Demokratie, von der man irrtümlicherweise glaubt, dass durch sie eine Volkswirtschaft viel günstiger kommt. Als ehemalige französische Kolonie entschied man sich anlässlich der Unabhängigkeit, französisch als offizielle Landessprache zu behalten. Dabei übersah man, dass nur etwa zehn Prozent der Bevölkerung die Landessprache überhaupt sprechen können. Wenn man dann noch weiß, dass 81% der Malier (oder wie auch immer die Neger Afrikaner da heißen) Analphabeten sind, dann kann also statistisch gesehen nur jeder 50. Malier französisch schreiben. Unter der enormen Kostenbelastung durch Dolmetschergehälter für ausländische Fachübersetzer leidet das Staatsbudget noch zusätzlich. Es gibt in Mali nichtsdestotrotz ständige Verständigungsschwierigkeiten. Wenn ein demokratischer Politiker eine Rede hält, verstehen ihn die allermeisten seiner Untertanen im Normalfall nicht - aber das ist ja ein weltumspannendes Charakteristikum der Demokratien.

Hauptexportgüter Malis sind Sand und Salz. Beides wächst und gedeiht trotz der schwierigen klimatischen Gegebenheiten vorzüglich in den Treibhäusern des Landes. Eines der bestgehütesten Geheimnisse Malis ist, dass Bamako die Hauptstadt des Landes ist. Timbuktu ist jedoch viel bekannter, denn wenn jemand über unbekannte Gegenden referiert, hört man oft die Formulierung "von hier bis Timbuktu". Man kann Timbuktu also mit Recht als die vielleicht bekannteste unbekannte Stadt der Welt bezeichnen.

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Ostafrika

Östliches Afrika:


Ostafrika ist neben dem nordafrikanischen Teil der bekannteste Teil Afrikas. Es gibt zahlreiche Reiseziele, die dem internationalen Vergleich stand halten können: Die Natur bietet mehr Sehenswürdigkeiten als z.B. die der USA, die Strände sind so weiß wie die österreichischen Gletscher, das Wetter ist schöner als das in Castrop-Rauxel und die Puffs bieten Attraktionen, die man(n) sonst nur in Thailand finden kann. Öffentlicher Nahverkehr ist nahezu nicht vorhanden, die Straßen ähneln maximal Schotterpisten, jedoch durch den Aufenthalt in gut ausgebauten All-inclusive Ferienanlagen, die man ja auch während eines Urlaubs nicht verlassen muss, kann man sogar überflüssigen Kontakt mit den Afrikanern vermeiden.

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Äthiopien

Haile Selassie, der letzte Kaiser von Äthiopien.

Äthiopien ist ein altes Kaiserreich, das es schaffte, sich gegen den europäischen Kolonialismus zu erwehren. Die Kaiser des Landes kann man getrost als die einzigen Staatslenker Afrikas bezeichnen, die siegreich aus einem Krieg gegen koloniale Besatzer hervorgingen. Insofern nimmt das Land eine Sonderrolle in Ostafrika und im Endeffekt in ganz Afrika ein. Wäre der Gegner Frankreich oder England gewesen, hätte man das als außergewöhnlich und militärisch bedeutsam eingestuft, aber da man nur die italienischen Kulturbringer schlug, die die äthiopischen Kaffeeanbaugebiete zum Abbau von Cappuccino und Espresso erobern wollten, ist der Sieg militärisch etwa so wertvoll wie ein Jodeldiplom. Äthiopien steckt voller Religion und Kultur, ist allerdings auch der endgültige Beweis, dass diese beiden Errungenschaften nicht satt machen. Hunger und neuerdings auch AIDS sind zwei Sachverhalte, die es schaffen, den Vielvölkerstaat aus 80 verschiedenen Volksgruppen zu einen. Und da man ja aufgrund des historischen Sieges auf dem Schlachtfeld keine guten Connections nach Europa hat, bleiben in Äthiopien auch wesentliche Entwicklungshilfegelder aus. Der letzte allmächtige Kaiser der gebirgigen Region war der bekannte Haile Selassie, der es allerdings trotz seines hochtrabenden Titels auch nicht schaffte, seine Bevölkerung zu ernähren, denn es wird in Äthiopien eben fast nur Kaffee angebaut. Das reicht schwerpunktmäßig ja nur für den Export und fürs Frühstück, aber mittags und abends hat man halt nichts auf dem Tisch. Und so wurde auch das Kaiserreich ein Opfer der gesamtafrikanischen Regierungsform Militärdiktatur; es folgten Diktatoren, Präsidenten und Demokratieversuche, die jedoch allesamt ebenso bei dem Versuch, Kaffee in Brot zu verwandeln, scheiterten.

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Eritrea

Die UN-Soldaten, eine mutige Besatzungstruppe, der es vor gar nichts graust - noch nicht einmal vor Kamelen

Eritrea ist eine lange, bananenförmige Region am Roten Meer. Das Meer ist jedoch nicht rot sondern eher blau und sonderlich viele Banenen gibt es in Eritrea auch nicht zu kaufen. Bis heute kämpft Eritrea wie viele andere afrikanische Staaten auch gegen sein koloniales Erbe. Dort war man nämlich lange eine italienische Kolonie, jedoch nahmen die Italiener bei ihrem Abzug die Pizza- und Pastarezepte mit in ihre Heimat und so brachen sofort auch in Eritrea große Hungerskatastrophen aus. Nach dem Abzug der Mafiosi kamen auch schnell die nächsten Besatzungstruppen ins Land, die Äthiopier. Der Kaiser von Äthiopien meinte, es wäre eine Schande, ein so schönes Land wie Eritrea mit seiner malerischen Küstenlinie einem so verantwortungslosen Volk wie der Eriträern zu überlassen. Man brauchte insgesamt 30 Jahre und die Hilfe der UNO, um die Äthiopier wieder aus dem Land zu kriegen. Die UNO hat bei solchen Aktionen einen großen Vorteil: Sie besetzt ein Land zwar im Namen des christlich-westlichen Kulturraums, aber sie bringt immer sehr viel zu Essen mit. Die Präsenz der Blauhelme wirkt fördernd auf die heimische Wirtschaft, vor allem auf die Nachtbars und die Bordelle. So haben sich viele Eriträer inzwischen den neuen Aufpassern angepasst und bieten touristische Sehenswürdigkeiten verschiedenster Art an. Auch ansonsten ist der Tourismus die Branche der Zukunft, denn in Ermangelung von Rohstoffreserven gilt das alte eriträische Sprichwort: "Ein Puff braucht keine Bodenschätze, nur Bodenschätzchen". Und Fotomotive für Urlaubsfotos bieten die Etablissements allemal und neben jüngeren Kindern mit dicken Hungerbäuchen tauchen oft ältere Kinder mit dicken Brüsten auf den Urlaubsdias der westeuropäischen Besucher auf.

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Somalia

Somalia nimmt ebenfalls im afrikanischen Zusammenhang eine Sonderstellung ein: Das Land besteht aus einer ehemaligen britischen und einer ehemaligen italienischen Kolonie. So haben sich die Afrikaner in Somalia im Gegensatz zum Rest des Kontinents über die Willkür der Grenzziehungen hinweg gesetzt und einen Staat geschaffen, der zumindest ansatzweise eine Volksgruppe innerhalb einer Grenze vereint: Die Somali. Deswegen heißt der Staat auch so. Logisch. Von einem gefestigten Nationalstaat ist jedoch auch Somalia weit entfernt, denn das Hemd ist einem näher als die Hose und wer mag an politsche Mittel- und Langfristigkeit denken, während er gerade verhungert?!

Somalia ist aus westlicher Sicht gesehen heutzutage ein Schurkenstaat, da es a) islamisch ist, b) 95% der Frauen beschnitten werden c) Verbindungen zum internationalen Terrorismus unterhält und d) Teile des Landes einmal eine italienische Kolonie waren. Deswegen patroullieren vor der Küste auch Schiffe der deutschen Bundeswehr, die eventuelle Terroristen so lange aufhalten sollen, bis die US-Navy kommt. In Somalia selber gibt es keine Regierung im eigentlichen Sinn. Es herrscht seit Menschengedenken Bürgerkrieg und die meisten Somalier hören nach dem Aufstehen jeden Morgen um sieben Uhr Radio, um sich einen Überblick zu verschaffen, wer gerade an der Regierung ist. Der Bürgerkrieg ist derart in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert, dass auch die UNO und die USA es nicht geschafft haben, sich dauerhaft in Somalia ein Standbein zu verschaffen. Woher das Geld für die ganzen Waffen und Munition stammt, ist ein ungeklärtes Phänomen des internationalen Wirtschaftssystems.

Und weil Somalia so toll und so besonders ist, kommt nun ausnahmsweise eine lustige Einsicht aus einem anderen Humorwiki:
Somalia wird oft als „gescheiterter Staat“ bezeichnet. Auf dem Korruptionswahrnehmungsindex 2007 von Transparency International liegt es auf dem letzten Platz; gemäß Mo Ibrahim Foundation ist es das am schlechtesten regierte Land Afrikas. Bezüglich Pressefreiheit steht das Land laut Reporter ohne Grenzen auf 159. Stelle von 169 Staaten.

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Kenia

Ich hatte eine Farm in Afrika, am Fuße der Ngong Berge...

Kenia ist vom Standpunkt eines Europäers betrachtet das afrikatypischste Land Afrikas. An erster Stelle, wenn man den ostafrikanischen Flächenstaat betrachtet, steht eine Natur, die zur Wildsafari nur so einlädt. Nur leider gibt es kaum noch Tiere, die man auch wirklich abschießen kann, denn die meisten Wildtiere Kenias sind schon längst wilden Safaris von Europäern zum Opfer gefallen. Die restlichen Tiere haben sich in Reservate geflüchtet, in denen man sie nicht abknallen darf, es sei denn man bezahlt vorher 3 Euro und 75 cent an das staatliche Amt für den Naturschutz.

Der berühmteste Mensch Kenias war eine Dänin. Klingt komisch, ist aber so. Karen Blixen lebte in einem Haus in Kenia. Dieses Haus lag nicht in Afrka, sondern jenseits von Afrika. Das ist eine lange Geschichte und die soll in anderen Artikeln gewürdigt werden. Karen Blixen war von ihrer ganzen Natur her eine Kenianerin: Sie war Großwildjägerin und besaß im Hochland eine Kaffeeplantage, sie war chronisch pleite und lebte von Geldern aus Europa, sie ging ihrem Mann fremd und hatte eine Geschlechtskrankheit, sie unternahm Ausritte in die faszinierende Natur und motorisierte Ausflüge durch das gesamte Land, ja sogar Flugreisen gehörten zu ihrem Alltag. Blixen ist gleichzeitig Kenias und Dänemarks berühmteste Schriftstellerin. Von ihr stammt der legendäre Satz: Nirgendwo auf der Welt ist der Himmel so hoch wie in Kenia! - und sie muss es ja wissen, denn sie ist ja schon lange tot.

Das ist alles umso erstaunlicher, da in Kenia die Wiege der Menschheit vermutet wird. Bereits vor 20 Millionen Jahren wohnten in Kenia Kenianer, also lange vor der Besiedlung Europas durch die Wikinger oder die Einführung des Farbfernsehns. Nur irgendwann verpassten die Kenianer den Zug in die Moderne und auch sie wurden ein Opfer der kolonialen Rückreisewelle. Wahrscheinlich lag es daran, dass die ersten Ausreisenden vergessen hatten, ihre Rohstoffe mitzunehmen. Und so kam es, dass eine Dänin im Endeffekt das Bild Kenias nachhaltig prägen konnte. Sowohl Deutschland als auch das britische Empire hatten in Kenia ihre Kolonie und damit der erste Weltkrieg seinen Namen auch richtig verdienen konnte, fanden in Kenia sogar richtige Schlachten statt. Ein paar hundert Engländer befehligten tausende Kenianer auf der einen Seite und kämpften gegen ein paar hundert Deutsche, die wiederum ihrerseits ein paar tausend Kenianer befehligten.

Kenia ist Vorreiter im Kampf gegen die in Afrika weit verbreitete Korruption. Verschiedene Maßnahmen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass es in Kenia keine Möglichkeiten mehr gibt, einen Beamten zu bestechen, ohne vorher das Staatliche kenianische Amt zur Bekämpfung der Korruption bestochen zu haben. So endet wenigstens ein Teil der Bestechungsgelder im nationalen Finanzministerium und man kann sich dadurch mehr Waffen und mehr Munition für die kenianische Armee kaufen. Eine sehr afrikanische Lösung!

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Dschibuti

Dschibuti ist ein vulkanischer Pickel auf dem Arsch Afrikas. Es wurde erst 1977 unabhängig vom Kolonialland Frankreich, von daher hatte es auch noch nicht so viel Zeit wie vergleichbare Länder zu verarmen und in der Korruption zu versumpfen. An der Küste ist die Piraterie und der Drogenschmuggel ein beliebter Beruf bei den jungen Leuten, die ansonsten aufgrund des hohen Bevölkerungswachstums wenig andere Arbeit finden. Welcher junge Mann will schon Hebamme werden!?

Überhaupt ist die Seefahrt in Dschibuti eine gern genutze Möglichkeit vom schlechten Ausbau der heimischen Straßen abzulenken. Dschibuti wird von einem Präsidenten regiert, der gleichzeitig die Armee befehligt. Nur sind im Land amerikanische, französische und auch deutsche Soldaten, die gegen den Seeterrorismus ankämpfen sollen, und die lassen sich von so einem afrikanischen Präsidenten nun mal gar nichts befehlen. Umgekehrt bringen die stationierten Truppen wichtiges Geld ins Land, was Dschibuti wiederum nutzt, um sich im Westen auch die ein oder andere Waffe selber kaufen zu können. Den Westen wiederum spart das Unsummen von Entwicklungshilfegeldern.

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Tansania

Der berühmteste Baum Afrikas steht in Tansania. Von seinen Ästen werden die berühmten Cola-Nüsse geerntet, aus denen man z.B. die nach dem Kontinent benannte ebenso berühmte Africola herstellen kann.

Tansania ist eine Fortsetzung Kenias mit anderen Mitteln im Süden. Es liegt fast schon zu südlich, um als ostafrikanischer Staat bezeichnet zu werden, aber zu östlich um als zentralafrikanischer Staat zu gelten. Für eine Einordnung ins südliche Afrika liegt Tansania einfach zu nördlich. Definitv jedoch liegt es am indischen Ozean und südlich des Viktoria-Sees, des größten Binnengewässers des ansonsten so trockenen afrikanischen Kontinents. Achja, und der Kilimanjaro liegt auf dem Gebiet Tansanias, der ist der höchste Berg des ansonsten meist recht flachen Kontinents. Mit nur 39 Einwohnern pro km² ist Tansania ziemlich menschenleer. Und weil sehr viele Leute, nach manchen Schätzungen bis zu 25%!, in Tansania HIV positiv sind und/oder so wenig zu Essen haben, dass sie wohl auch bald verhungern werden, wird in Zukunft auch noch mehr Fläche frei. Aber weder die sterbenden Leute noch die frei werdende Fläche veranlasst die Weltöffentlichkeit, Tansania angemessen wahrzunehmen. Ein Schuldenerlass der Weltbank hat immerhin dazu geführt, dass werauchimmer das Land einmal vom letzten Bürger Tansanias erben wird, nicht gleich noch Milliarden Dollar Schulden miterbt.

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Zentralafrika

Zentrales Afrika:



Zentralafrika ist die Region in der Mitte Afrikas. Sie liegt südlich von Nordafrika, westlich von Ostafrika, östlich von Westafrika und nördlich von Südafrika. Die Länder in der Mitte Afrikas unterscheiden sich jedoch außer durch ihre Lage kaum vom Rest. Früher befand sich im Zentrum Afrikas der größte Regenwald des Planeten. Aber er wurde Opfer eines Raubbaus der Kolonialherren, so dass er gerade mal noch ein bisschen größer ist als eine sauerländische Weihnachtsbaumplantage.

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Zentralafrikanische Republik

Das Hauptexportgut aus der Zentralafrikanischen Republik: Blutdiamanten. Liebevoll mit Hühnerblut veredelte Edelsteine.

An der Lage des Staates "Zentralafrikanische Republik" kann es nur wenige Zweifel geben. Er liegt ziemlich mittig.

In mancherlei anderer Weise ist die mittige Republik aber ein extrem seltsamer Staat. Es gibt dort z. B. schon seit langem die Schulpflicht. Nach wie vor können aber etwa zwei Drittel der Einwohner nicht lesen und nicht schreiben - logische Schlussfolgerung: Die zentralafrikanische Republik hat die wahrscheinlich schlechtesten Lehrer der Welt. Auch das wichtigste Exportgut gibt zu bedenken und zu schmunzeln: In zahlreichen Bergwerken werden Diamanten abgebaut. Diamanten sind die besten Freunde der Mädchen und einer der wertvollsten Rohstoffe, die ein Land nur besitzen kann. In liebevoller Kleinarbeit werden die Diamanten mit Hühnerblut rot angemalt wie Ostereier. Diese edle Ware nennt man dann Blutdiamanten. Weil das Zeug aber extrem eklig ist, haben vor allem europäische Staaten inzwischen ein Importverbot für die zusätzlich veredelten Edelsteine verhängt.

In Sachen Politik gab es auch sehr seltsames: Ein Diktator namens Jean-Bédel Bokassa rief sich in der mittigen Republik 1977 sogar einmal zum Kaiser aus. Er liebte seine Untertanen so sehr, dass er sogar regelmäßig einige von ihnen verzehrte. Mit Kartoffelsalat und Senf. Als er dann turnusmäßig zwei Jahre später wieder gestürzt wurde, geschah noch seltsameres: ihm wurde 1980 der Prozess gemacht und er wurde zum Tode verurteilt. Eine beispiellose Geschichte! Naja, bis zur Hinrichtung kam es selbstverständlich nicht und der Kaiser starb schließlich 1996 an einem Herzinfarkt wieder in Freiheit.

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CAME0001.GIF
Kamerun

Ein Haufen afrikanischer Fußballer: Kamerun gegen den DFB. Der mit der dunkelsten Hautfarbe spielt für Deutschland!

Kamerun war einmal eine deutsche Kolonie. Das ist wichtig, um zu verstehen warum man in Kamerun als einzigem afrikanischen Land erfolgreich Fußball spielen kann. Als man sich allerdings einmal mit Winfried Schäfer einen deutschen Trainer engagierte, entließ man ihn wenig später nach einer 0-3 Niederlage gegen das Mutterland. Eigentlich hätte man gewonnen, aber Deutschland setzt (vgl. Abbildung) ebenfalls eingedeutschte afrikanische Spieler ein - und so war man machtlos.

Landschaftlich ist Kamerun ein Übergang von sandlastigerem Terrain hin zu baumlastigerem Terrain. Im Süden des Landes findet sich einer der letzten verbliebenen Urwälder Afrikas. Eigentlich sollte auch der schon Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts abgeholzt und zu Möbeln verarbeitet worden sein, aber er bekam eine Gnadenfrist, als Mitte des Jahrzehnts IKEA Möbel aus Pressspan mit Kunststofffurnier in Mode kam.

Zu den bekannten kamerunischen Schriftstellern zählen lt. Wikipedia Francis Bebey, Mongo Beti, Calixthe Beyala, Bole Butake, Papé Mongo, Ferdinad Oyono und René Philombe. Aber schon an den vorstehenden roten Links kann man erkennen, dass selbst die bekanntesten Schreiberlinge niemand wirklich kennt. Das wiederum liegt auch in Kamerun an der hohen Rate der Analphabeten. Ein wirklich erfolgreiches kamerunisches Buch darf sich so nennen, wenn es mindestens sechs Kopien verkauft hat. Gegenbeweis: Shakespeare, James Joyce, Thomas Mann, Voltaire, Hermann Hesse - die großen Schriftsteller der Kolonialherren sind sogar bis Stupidedia bekannt, alle Links sind blau.

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SUDA0001.GIF
Sudan

Sudanesische Bauern bauen Steine an, aus denen Häuser gebaut werden können

Sudan war mal der größte Staat des afrikanischen Kontinents. Er fängt ziemlich nördlich an und ging vor allem im Süden weit nach Süden - zumindest so lange, bis sich der Süden abspaltete und sich - wahnsinnig kreativ - Südsudan nannte. Seitdem heißt der Sudan allerdings nicht Nordsudan, sondern immer noch Sudan. Sein Norden liegt schon fast in Nordafrika und sein Süden schon sicher im Zentrum. Sein Osten liegt sehr östlich, viel östlicher als sein Westen westlich liegt.

Ägypten hat nur einen Nil, aber was die wenigsten wissen, gibt es im Sudan sogar vier Nile! Neben dem normalen Nil gibt es dort einen weißen Nil und einen blauen Nil. Und am Kiosk noch die blaue Nil. Sudan hat nun das, was die meisten anderen Abschnitte vermissen lassen. Elefanten! Flusspferde! Gazellen! Das liegt einerseits daran, dass das Land einfach zu groß ist um alle Wildtiere zu erschießen. Denn wenn man im Norden anfängt, alle abzuknallen und dann bis zum Süden durchjagt, sind im Norden schon wieder neue da. Andererseits sind auch die Sudanesen mit Besserem beschäftigt, als den lieben langen Tag Elefanten zu jagen. Man verzettelt sich in verbitterte Bürgerkriege, deren Sinn selbst die aufmerksamsten Beobachter oft nicht verstehen. Als es in der Region "Dafur" vor ein paar Jahren zu so einem Konflikt kam, verstand niemand wieso. Wie es in Afrika üblich ist, will man zwar einerseits von seinen ehemaligen Kolonialherren selbständig sein, aber sobald etwas schief geht, weint man bitterlich und schreit um Hilfe. Als dann UNO, NATO und allerlei andere Helfer ankamen, wollte niemand etwas wissen und auch eine genaue Untersuchung der Ursachen des Bürgerkriegs blieb erfolglos. Alle Politiker und Stammesoberhäupter zeigten mit dem Finger auf die anderen. Afrika!

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CHAD0001.GIF
Tschad

Der französische Präsident wird von den Bewohnern des Tschad verarscht: Dieser Herr kommt nicht aus dem Tschad, sondern aus Guinea!

Der Tschad war aufgrund seiner Lage schon sehr früh Opfer der Europäer und musste sich vielen Beutezügen Europas erwehren. Führende Forschungsreisende bereisten schon im 15. Jahrhundert das Land und wurden nach Strich und Faden von den Einwohnern verarscht, denn diese tauschten wertlose kleine Goldamulette gegen wertvolle Glasperlen. Das verarschen von Kolonialherren geht bis ins die Gegenwart weiter. Es gelang den Einwohnern des Tschad bis 2003 geheim zu halten, dass sie auf Riesenerdölvorkommen sitzen. Erst als der Ölpreis mal wieder in unermessliche Höhen schnellte, bauten sie erste Förderanlagen und eine Pipeline. Selbst diese ließen sie Erdölkonzerne aus den USA bauen, um sie einem geheimen Plan zufolge 2011 dann zu verstaatlichen. Bereits in der Mitte des aktuellen Jahrhunderts wird der Tschad eines der letzten Länder der Welt mit Erdölvorkommen sein.

Der Tschad hat weltweit die höchste Rate an Malaria Erkrankten. Das hält ihm unnötige Touristen vom Hals und ist volkswirtschaftlich sehr sinnvoll, denn es dämpft die Bevölkerungsexplosion nachhaltig.

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NIGR0001.GIF
Niger

Niger ist der Teil von Nigeria, der kein IA hinten dran hat. Mit Negern oder gar Niggern hat der Name gar nichts zu tun, außer dass sie ihn in ihm haben, also die Afrikaner natürlich. Der Norden des Landes ist voller Touareg. Ihre Reifenabdrücke sind nahezu überall zu finden. Straßen im Niger sind abenteuerlich, deswegen haben die meisten Nigerer auch im Süden Geländewagen und fahren neben den Straßen her.

Mit dem Flugzeug wird in Niger traditionell nicht gereist. Das liegt an vier Hauptfaktoren: 1. die Start- und Landebahnen der Flugplätze sind in sehr schlechtem Zustand, 2. Kommunikation findet oft noch mittels Trommeln statt (was man beim Turbinengeräusch von modernen Flugzeugen aber nicht mehr hören könnte), 3. hat man in Niger gar keine Flugzeuge und 4. ist der Himmel wegen der ständig wiederkehrenden Heuschreckenschwärme meist ziemlich dunkel, man bräuchte also ganztägig eine Nachtflugerlaubnis. Die wahnsinnig großen Heuschreckenschwärme sind auch der Grund, warum es im Niger sehr viele Hungersnöte gibt. Sie fliegen überall herum und verhindern damit das Abwerfen von Hilfsmittellieferungen der westlichen Hilfsorganisationen, von denen afrikanische Staaten ja abhängig sind.

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NGRA0001.GIF
Nigeria

Eine viel befahrene afrikanische Autobahn. Gute Infrastruktur ist das A und O für einen modernen Staat.

Nigeria ist der abschließende Beweis, dass in Afrika nichts funktioniert.

Überall auf der Welt bringt der Fund von Erdöl Reichtum, Wohlstand und Luxus mit sich: Erst bei den Erdölgesellschaften, dann den Arbeitern, dem Staat durch erhöhten Wirtschaftsboom, dem Einzelhandel durch erhöhte Kaufkraft usw. Binnen kurzer Zeit badet die gesamte Bevölkerung im Reichtum und über mehrere Generationen kann in Infrastruktur, Bildung und andere Formen der Zukunftssicherung investiert werden. Nicht so in Nigeria. Das Öl ist zwar genau soviel wert wie überall sonst auf der Welt, aber eine von Gottes witzigsten Entscheidungen war ein solches Vermögen in die Hand von Afrikanern zu legen. Im einzigen zentralafrikanischen Staat mit erheblichen Vorkommen findet man neue Wege, das entstehende Kapital anzulegen: Man kauft sich Waffen, besticht Beamte und wechselt die Regierungen wie andere Leute ihr Unterhemd. Alle diese Sachverhalte sorgen dafür, dass das verdiente Geld schneller wieder weg ist, als es durch den Ölverkauf verdient werden kann. Eine ordentliche Revolution oder ein anständiger Militärputsch kosten etwa so viel wie der Bau eines Autobahnnetzes, der Bau eines landesweiten Gesundheitssystems mit ausreichend Krankenhäusern für alle oder auch die flächendeckende Einrichtung weiterführender Schulen und einiger Universitäten. Was haben die Nigerianer stattdessen? Sie haben eine ständig wechselnde Regierung. Das ist spannend und entertaining. Sie haben Probleme mit den USA, die Nigeria als Schurkenstaat führt. Das wiederum gibt eine malerische Aussicht an der Küste, von der aus man immer mindestens zwei amerikanische Flugzeugträger sehen kann. Dieses Panorama begeistert vor allem die Jüngsten, die die Aussicht besonders genießen können, wenn sie abends vom Schusstraining mit der Kalashnikov nach hause zurückkommen.

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UGAN0001.GIF
Uganda

Ein Luftbild eines Flüchtlingslagers. Das Flüchtlingslager ist eine beliebte afrikanische Siedlungsform, deren Beliebtheit seit dem Ende der Kolonialzeit stetig zunimmt.

Uganda ist ein relativ kleines Land. Es liegt nördlich des relativ großen Viktoria Sees in einem relativ großen Urwald. Es hat relativ viele Rohstoffe, deswegen war und ist es von relativ großem Interesse, das kleine Land zu besitzen/zu regieren. Es hat aber auch ein relativ großes Problem: Etwa 1.800.000 Menschen in Uganda haben sich bereits mit AIDS infiziert, jedoch löst diese alarmierende Zahl in Uganda etwas anderes aus als im Rest Afrikas: Nämlich Alarm. Man fand zwar genauso früh wie anderswo in Afrika heraus, dass die Infektion sich zu einer volksweit verbreiteten, flächendeckend um sich greifenden Seuche gewandelt hat, aber man unternahm etwas: Durch groß angelegte staatliche Aufklärungsmaßnahmen, eine Informationskampagne in den Schulen und wichtige Wahlkampfreden der Politiker versuchte man die Infektionsszahlen zu stoppen. Allerdings war das (wie es so oft in Afrika mit sinntragenden Maßnahmen ist) völlig kontraproduktiv. Man wies durch die Aufklärungsstunden die Bevölkerung auf die Möglichkeit hin fremd zu gehen. Eine zusätzliche Option, die viele vorher vernachlässigt hatten. Und so stieg durch die Aufklärungsmaßnahmen die Infektionsrate zusätzlich an. Ob diese Einsicht der Anlass für die vielen anderen afrikanischen Regierungen ist keine Aufklärung zu betreiben, ist noch unerforscht.

Die Hitparade des Massensterbens: AIDS (seit 1980) liegt nach wie vor bei den Todesursachen in Uganda nur auf dem dritten Platz - holt aber von Jahr zu Jahr mächtig auf. Die britische Kolonialmacht und ihre Zivilisierungsmaßnahmen (1860-1962) halten in dieser Statistik nach wie vor den zweiten Platz. Auf dem ersten Platz der historischen Todesursachen liegen zwei Diktatoren. Beide gehören selbst auf dem afrikanischen Kontinent zu den absoluten Spitzenreitern in Sachen diktieren. Welcher von beiden in Führung liegt, lässt sich nicht mehr ermitteln. Sowohl Idi Amin (1971-1979) als auch Milton Obote (1962-1971 und nochmal 1980-1986) dürften siebenstellige Opferzahlen zu verantworten haben. Damit landen sie nach Stalin, Hitler, Churchill und Wilhelm II. auch in den TOP20 im interkontinentalen Vergleich recht weit vorne.

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Ruanda

Hier sehen wir führende Tutsi-Politiker nach ihren letzten Verhandlungen mit den Hutu.
In Ruanda brauchte es keinen einzelnen Politiker um Millionen umzubringen. Ruanda ist in Afrika eines der wenigen Länder, wenn nicht das Einzige, in dem nur ein einziges Volk lebt, das auch nur eine Sprache spricht, nur eine Kultur kennt und dieselbe Musik spielt. In einzelnen anderen Ländern Afrikas sind es über 100 Völker, 100 Kulturen, 100 Musiken. Hier eins. So etwas lässt sich als Kolonialmacht aber ziemlich schwer regieren, denn der Führer des einzigen Volkes wird in jedem Fall ein mächtiger Gegenspieler. Aber es waren ausgerechnet die Belgier, die aufgrund von Absprachen irgendwelcher vergnügungssüchtiger blaublütiger champagnerkelchschwingender Fürsten in Europa, die für Ruanda die verantwortlichen Zivilisationsbringer waren. Und Belgier sind nicht nur dickbäuchige Biertrinker, sondern auch gewiefte Strategen: Sie erfanden eine Teilung des Volkes - aus eins macht zwei. Die kleinen Ruander mit den dicken Lippen nannten sie Tutsi und die großen Ruander mit den sehr dicken Lippen nannten sie Hutu. Den Hutu brachten sie lesen und schreiben bei, den Tutsi nicht. Die Hutu durften saubere Arbeiten verrichten, die Tutsi wühlten im fiesesten Dreck. So entstand das zum Regieren notwendige Gefälle praktisch über Nacht. Und gleichzeitig begannen Morde an den kleinen Tutsi. Denn gibt man einer Bevölkerungsgruppe Wissen und Waffen, fängt sie automatisch an die andere zu regieren und man hat nur noch das halbe Problem, ach was, man hat praktisch gar keins mehr. Man muss sich dann als Kolonialmacht nur noch um die Verwaltung und den Abtransport der Rohstoffe kümmern.

Sie sind schon kluge Schlitzohren, die Belgier! Aber auch ihre Kolonialzeit hatte einmal ein Ende, 1962 - nur die Teilung der Ruander, die blieb bestehen.

So lebte man viele Jahre, Hutus regierten Tutsis, Hutus mordeten Tutsis, ab und zu mordeten die Tutsis mal zurück, doch als 1994 die Armut sehr groß war und die Huturegierung dann im Radio erklären ließ, die Tutsi seinen an allem Schuld, sogar am Wetter, wurden innerhalb einer Woche fast alle Tutsi umgebracht. Die Munition ging den Hutu zwar am zweiten Tag schon aus, aber man machte munter mit Äxten und Macheten weiter. Eine Woche lang. Vergleicht man es mit Hitler kommt man auf erstaunliche Statistiken: Hitler war vom Januar 1933 bis Mai 1945 in Deutschland an der Macht. Also etwa 636 Wochen. Er ermordete sieben Millionen Menschen. Macht einen Wochenschnitt von 11.000 Leuten. Oder Crassus. Er ließ an einem Morgen an der Via Appia bei Rom 6.000 Sklaven kreuzigen. Macht einen Wochenschnitt von 84.000 feigen Morden. Die Hutu töteten in einer Woche eine Million Tutsi. Weltrekord! Und erst das Wort Weltrekord ließ die Industriestaaten aufhorchen, denn es klingt nach Sport und nicht nach Mord. Man hatte den Konflikt erfunden, danach ein Jahrhundert geschürt und dann wunderte man sich, als man Eingreiftruppen schickte, dass es keine Morde mehr gab. Nur noch eine Million Beerdigungen.

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Zaïre

Zwei Massenmörder des 20. Jahrhunderts an einem Tisch: Zaïres Diktator Mobuto (2.v.l.) und der amerikanische Kriegstreiber Richard Nixon (2.v.r.).

Zaïre heißt eigentlich gar nicht Zaïre, Zaïre heißt "Demokratische Republik Kongo". Doch der Name ist etwas irreführend. Gut, eine Republik ist Zaïre, und am Fluss Kongo liegt man auch. Nur die Demokratie ist alles in allem eine so jämmerliche Veranstaltung, dass sie den Namen nicht verdient.

Anfangs war der Kongo eine afrikanische Monarchie, bis die Portugiesen das Land "entdeckten" und "zivilisierten". Das rohstoffreiche Zaïre wurde allerdings keine Kolonie! Nein, der belgische König annektierte die Region persönlich. Ganz für sich. Völkerrechtlich gesehen hatte Zaïre also dieselbe Stellung wie der königliche Garten in Brüssel oder wie das Parkhaus für die königlich-belgischen Kutschen in Lüttich. Die Logik dahinter ist allerdings sehr überzeugend, denn so was zeigt deutlich den völkerrechtswidrigen Charakter von Monarchien im Allgemeinen. Da der König allerdings zu viele Kongolesen ermordete, wurde das Land später doch eine konventionelle Kolonie. In dieser Form der Abhängigkeit schert sich die Öffentlichkeit nicht so sehr um Verbrechen und Menschenrechte.

Nach der Unabhängigkeit des Landes gab es nach panafrikanischem Muster verschiedene Militärdiktaturen, verschiedene Diktatoren und verschieden misswirtschaftliche Ausbeutungen. Die Namen Lumumba, Mobuto und Kabila klingen nur lustig. In Zaïre rufen sie bis heute wenig Lachen hervor. Wenn man nachts um vier Uhr bei aufgeheiterter Laune in einer Kneipe in Kinshasa einen der Namen ausspricht, ist sofort alles mucksmäuschenstill und die Stimmung dahin.

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Kongo

Kongo ist das kleinere Land nördlich der demokratischen Republik Kongo. Und im Gegensatz zur DRK hat Kongo seinen Namen auch wirklich zur Gänze verdient. Es liegt am Fluss Kongo. Weil die Namen der Kongos sich so ähneln und das kleinere, nördlichere Kongo keinen Bock hat, mit dem großen Kongo verwechselt zu werden, nennt man Klein-Kongo auch Kongo-Brazaville und Groß-Kongo auch Kongo-Kinshasa. So ist eine Verwechslung vor Ort ausgeschlossen. Nur in Europa hilft das wenig, denn wer weiß denn schon von welchem Kongo Brazaville und von welchem Kongo Kinshasa die Hauptstadt ist!? Niemand.

Gabun: Ein Schweitzer baut sich und den Gabunern ein Krankenhaus. Deswegen darf er auch ungestraft einen kolonialen Tropenhelm tragen.

Ansonsten herrscht auch beim kleinen Kongo nüchterne afrikanische Normalität, entweder herrscht ein Bürgerkrieg, oder es herrscht eine vom Westen geförderte Zwischenphase der Demokratisierung oder es herrscht eben mal wieder ein ebenfalls vom Westen geförderter Despot. Bodenschätze viele, Arbeitslose viele, Tote viele, Krankenhäuser und Schulen wenige, intakte Straßen keine.

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Gabun

Gabun schafft es, sich durch seinen Namen von den umliegenden Kongorepubliken abzugrenzen. Auch gibt es in Gabun ein Krankenhaus, in dem tatsächlich Heilungschancen bestehen. Das wurde von einem Schweitzer aus dem Elsass gegründet. Das norwegische Nobelpreis-Komittée fand die Idee, in Afrika ein Krankenhaus einzurichten, in dem es sowohl ausgebildete Ärzte als auch ausreichend Medikamente gibt so überzeugend, dass der Schweitzer auch gleich einen Friedensnobelpreis dafür bekam.

Die Errichtung des Krankenhauses versetzte den Politikern Gabuns einen so großen Schock, dass sie über viele Jahre vergaßen, ihre Bevölkerung ordentlich auszubeuten, so dass bis heute um das Krankenhaus herum sich einer der reichsten und wirtschaftsstärksten Staaten ganz Afrika befindet. Für andere Staaten in Afrika werden noch Schweitzer gesucht!

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Südliches Afrika

Das südliche Afrika ist der fünfte und letzte Teil dieser Betrachtungen. Obwohl es am weitesten von Europa weg zu liegen scheint, ist es in mehrerlei Hinsicht vielleicht sogar der europäischste Teil Afrikas. Der Islam hat seinen Weg hierhin nie gefunden und der Süden liegt so abseits, dass hier die kolonialen Fehltritte nicht ganz so aufmerksam beäugt wurden. Klimatisch gesehen ist der Süden eine Kopie Europas. Keine Regenwälder, keine sintflutartigen Regenfälle, gemäßigtes Wetter eben. Da Briten und Franzosen, die Alphatiere unter den Kolonialmächten bereits früh erkannten, dass der afrikanische Süden vergleichsweise arm an Rohstoffen, Bodenschätzen und fruchtbarer Erde ist, konzentrierte man sich lieber auf Zentralafrika. Der Süden wurden kolonialen Noobs wie Holland, Belgien, Portugal und auch Deutschland zugeteilt. Es ist dabei ebenso erstaunlich wie unerklärlich, dass z.B. Österreich, die Schweiz oder auch Lettland nie Kolonien in Afrika besaßen. Eine Laune der Geschichte...

Eine Besonderheit des südlichen Afrika ist, dass es so weit im Süden liegt, dass es im Juli Winter ist und im Dezember Sommer. Weihnachten fällt auf einen der heißesten Tage des Jahres und die Sommerferien friert es. Den Afrikanern kommt das sehr normal vor, aber wen wundert's, wenn das Ungewöhnliche Programm wird!? Militärdiktaturen, Heuschreckenplagen und Weihnachtsbäume am Strand. Man wundert sich über nichts mehr.

Südliches Afrika:


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Südafrika

Cecil Rhodes, Ausbeuter, Kriegstreiber und der Vater der Rassentrennungspolitik Apartheid - hier beim Unterzeichnen von Todesurteilen

Südafrika ist die einzige Industrienation Afrikas. Die eine Hälfte der Industrie produziert Wein und Tee und die andere Hälfte produziert kleine Souvenirs für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Die südafrikanische Teeindustrie hat sogar einen Nationalpark gesponsort, den Krüger Nationalpark. Die Bauindustrie liegt seit Jahr und Tag brach und es werden ausschließlich neue Fußballstadien gebaut. Es ist also kein Wunder, dass ein Großteil der Bevölkerung trotz des hohen Lebensstandards immer noch in Wellblechhütten haust. Diese sind ein Überbleibsel der alten Zeit. Südafrika war zwar schon früh, nämlich seit 1910 unabhängig vom vormaligen Kolonialherren England, allerdings bestand das Land aus einer Teilung in zwei Klassen: Die Menschen einerseits und die Afrikaner andererseits. Alle Rechte und Freiheiten gehörten den weißen englisch- oder holländischstämmigen Europäern, alle Pflichten und die Wellblechhüttensiedlungen gehörten den Niggern Afrikanern. Leute, die dagegen Opposition machten, mussten nackt auf den Golfplätzen des Landes den Rasen mähen, in den Weinbergen rund um Kapstadt die Weintrauben polieren oder sie bekamen schlicht und einfach Hausarrest. So was kriegte auch Nelson Mandela, der Führer des ANC (Afrikanischer Nudisten Club), der sich allerdings, kaum entlassen, zum neuen Staatschef wählen ließ. Er zettelte eine erschreckend unblutige Revolution an und sorgte dafür, dass nun auch die afrikanischen Afrikaner auf weiße Toilettenbrillen sitzen konnten. Alles in allem ist Südafrika tatsächlich kein afrikanischer Staat mehr. Kann auch gar nicht sein. Gewaltverzicht, friedliche Koexistenz der Rassen, Industrieboom, Verschwinden des Analphabetismus. Nein, in Afrika liegt das nicht mehr.

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Simbabwe

Simbabwe sagt den wenigsten etwas und der Name der Hauptstadt Harare ist vielerorts ebenso unbekannt. Unter den Namen Rhodesien und Salisbury kennen zumindest die älteren Land und Stadt noch besser. Rhodesien kommt von Rhodes, Cecil Rhodes. Das war einer der schlimmsten Kolonialisten. Man kann ihn gar als einen der Erfinder der Unterdrückung Afrikas bezeichnen. Er war für das viktorianische England das, was Julius Streicher für die Nazis war. Dabei war Rhodes schon als Kind tuberkulosekrank und als 19jähriger hatte er einen Herzinfarkt, er schaffte nur den Absprung nicht und wurde wieder gesund. Gott gab in einem Interview mit der BBC 1946 zu, er müsse da wohl einen kleinen Fehler begangen haben.

Rhodes war im Kleinen das, was Europa für Afrika war. Als Geschäftsmann besaß er Diamantenminen und Goldminen und alles, was er verdiente, verließ umgehend Afrika in Richtung England. Er zettelte mehrere kleinere koloniale Kriege an und war auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Er bewirtschaftete die guten Gegenden selber und damit er die Afrikaner nicht selber umbringen musste, siedelte er sie in Malariagebiete um. Das war praktisch und sparte Munition. Er war geheimes Mitglied der geheimen Freimaurer, aber das darf keiner wissen, denn es ist ja geheim. Um zu verwischen wie viel Rhodes Afrika gestohlen hat, wurde aus seinem Erbe eine Stiftung gegründet. Das machen reiche Leute oft so, wenn sie im Alter das schlechte Gewissen plagt. Und Rhodes war stinkreich, zwischenzeitlich sogar der reichste Mann der Welt. Dementsprechend muss auch sein Gewissen ausgesehen haben.

Simbabwe wird seit 1980 erstaunlicherweise von ein- und demselben Diktator regiert. Inzwischen schon 28 Jahre lang; das ist derzeitiger Weltrekord für amtierende Diktatoren. Selbst Alex Ferguson bei Manchester United ist nicht so lange im Amt. Der 83jährige Greis hat die Winkerkrankheit und wirkt auch sonst nicht sehr fit. Auch er wird bald eine Stiftung einrichten müssen.

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Namibia

Lothar von Trotha - Mörder der Herreros.

Namibia ist noch sehr jung. Als autarken Staat, wie man ihn heute vorfindet, gibt es ihn erst seit 1990. Vorher war es Kolonie von Holländern, Engländern und von Deutschen. Lothar von Trotha erwarb sich sich in Namibia besondere Verdienste um die Kolonialisierung im Namen Deutschlands. Lt. Wikipedia urteilte Hermann von Wissmann, Forscher, Afrikadurchquerer und Offizier über von Trotha folgendermaßen: „Er war ein schlechter Staatsmann, wie er als Führer im Kriege nicht ausreichte und dazu ein unedler, selbstsüchtiger und kaltherziger Mensch. Das hörte auch der deutsche Kaiser und dachte sich leise "Oh Mann Wilhelm, das sind ja auf einen Schlag alle Qualitäten, die ein Staatsmann in Afrika braucht!!". Als von Trotha wenige Jahre später wiederkam, hatte er das komplette Volk der Herreros auf dem Gewissen. Dasselbige hatte er jedoch in Afrika endgültig verloren. Ziemlich abgefahren und lobenswert außergewöhnlich jedoch, dass seine Nachkommen im Herbst 2007 nach Namibia flogen und sich öffentlich für ihren längst verwesten und in der Hölle schmorenden Vorfahren entschuldigten. Wenn dem Beispiel auch nur ein Bruchteil aller Nachfahren kolonialer Übeltäter folgen würden, wären die Flüge von Paris, London, Lissabon, Brüssel und Berlin nach Afrika auf lange Zeit hin ausgebucht und den afrikanischen Regierungen würde durch die Terminflut viel Zeit genommen, in der Gegenwart ihre Völker neu zu unterdrücken. Ein Patentrezept.

Das ganze Völkermorden und die ellenlange Kolonialzeit wirken übrigens bis heute. Namibia ist einer der am dünnsten bevölkertsten Staaten der Erde. Das liegt halt daran, dass es sich wahrscheinlich um den am effektivsten entvölkerten Staat der Erde handelt. Deutsche Gründlichkeit wirkt nach. Namibia hat sogar so wenig Bevölkerung, dass sich noch kein Diktator gefunden hat, der die verliebenen wenigen Namibier flächendeckend hätte ausbeuten wollen.

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Botsuana

Um mit einem gängigen Vorurteil aufzuräumen: Botsuana hat nichts mit Booten zu tun! Botsuana hat ein bisschen weniger Einwohner als Hamburg, und viel weniger Schiffe. Und das ganze bei fast der doppelten Fläche wie Deutschland. Ein großer Teil der Fläche ist menschenleere Wüste, die Kalahari. Und der Name wiederum hat nichts mit einer japanischen Selbstmordtechnik zu tun. 1,6 Millionen Menschen wohnen in Botsuana, noch! Ein Viertel der Menschen sind HIV-positiv. Das bremst die Bevölkerungsexplosion nachhaltig und wird mittelfristig zum Aussterben der Botsuaner führen. Dafür ist Botsuana sehr demokratisch, es hat ein Mehrparteiensystem. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich kein Diktator als Kapitän auf ein sinkendes Schiff stellen möchte. Auf dem Korruptionsindex liegt Botsuana als bestes afrikanischen Land auf dem 32. Platz. Das liegt daran, dass die meisten Bürger so viel Geld für Medikamente brauchen, dass sie gar kein Geld haben jemanden zu bestechen.

Generell haben erstaunlich viele Leute in Botsuana Arbeit. Fast alle. Der Grund dafür liegt daran, dass die Kolonialherren etwas Wesentliches übersehen hatten. Kurz nachdem man Botsuana in die Unabhängigkeit entlassen hatte, fand man reichliche Diamantenvorkommen. Und so nutzen die Politiker Butsuanas den dadurch erzielten Handelsüberschuss zum Ausbau von Straßen (die sind in Botsuana aus Asphalt!), zum Bau von Schulen und zum Bau von Krankenhäusern und Hospizen für HIV Positive.

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Sambia

Auch Sambia stirbt. Schnell und effizient. Die HIV Infektionsrate ist unbekannt, sie liegt aber wohl über 40% der Gesamtbevölkerung und entspricht somit fast dem sexuell aktiven Anteil. 60% der Menschen sind hier Katholiken, die von ihrem geistigen Führer nach wie vor erzählt bekommen, dass Kondome ein Werk des Teufels sind. Von den elf Millionen Einwohnern gibt es inzwischen eine beachtliche Zahl von einer Million Waisen unter 18 Jahren. Die meisten von denen leben in katholischen Waisenhäusern und kriegen dort das notwendige Wissen, um totsicher die Anzahl der Waisen auch in den nächsten Generationen noch weiter zu steigern. So hat die katholische Kirche in einem selbsterhaltenden System auch ihren Einfluss in den nächsten Jahrzehnten gesichert. Synergieeffekt ist, dass die Spendenbereitschaft für die katholischen Wohltätigkeitskonten in der Ersten Welt immer schön geschürt wird. Man muss den armen kleinen Negerkindern doch helfen! Die haben doch keine Eltern mehr! Wer soll es denn sonst tun?

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Mosambik

Bei der Einreise nach Afrika: Impfung nicht vergessen. Dort gibt es Krankheiten, deren Namen niemand aussprechen kann!

Mosambik ist die Weltzentrale der Tropenkrankheiten. Fliegt man nach Mosambik, braucht man derzeit Impfungen gegen 17 verschiedene Krankheiten: Cholera, Malaria, Typhus, Fleckfieber, Pest, Gelbfieber, Tetanus, Diphtherie, Polio, Hepatitis A - Z, Tollwut und Schlafkrankheit, sowie ein paar Impfungen gegen Krankheiten die noch keinen Namen haben. Gegen AIDS gibt es ja noch keinen Impfstoff, aber sobald es einen gibt, wird der der Liste noch hinzugefügt werden müssen. Haupttodesursachen in Mosambik sind heutzutage (neben AIDS) die Neben- und Wechselwirkungen der Impfungen. Da aber die Wechselwirkungen im Gegensatz zu den Tropenkrankheiten selber nicht meldepflichtig sind, gibt es keine zuverlässigen Statistiken darüber. Man mutmaßt aber, dass mehr als 60% der mosambikanischen Sterbefälle auf Nebenwirkungen zurückzuführen sind.

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Malawi

Malawi ist einer der unbekanntesten Staaten Afrikas und wird dies vermutlich auch bleiben. Hier legt der Artikel eine kurze Pause ein. Dies ist eine wirklich Stelle dafür. Mit 55% AIDS-Infektionsrate der Bevölkerung liegt das Land zusammen mit Swasiland weltweit in Führung. Aber Afrika ist ja so weit weg, wie Malawi unbekannt ist. Was folgt ist wirklich nicht witzig gemeint. Deutsche AIDS-Stiftung – Spendenkonto 400 – BFS Köln – Bankleitzahl 370 205 00 (IBAN: DE31 3702 0500 0008 2696 00 - BIC/SWIFT: BFSWDE33). Spende auch DU, ja DU, ein paar Euro. Danke. So jetzt geht's auch gleich mit Angola weiter:

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Angola

Angola ist ein Staat, in dem seit 29 Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg tobt. Verschiedene Organisationen erheben den Anspruch, das Volk von Angola vertreten zu dürfen: SWAPO (Sozialistische Wissenschaftler Angolas), FNLA (Freie Neoliberalisten Angolas), MPLA (Marxistische Populisten Angolas), UNITA (Ungeheuer nihilistische Angolaner), AV (die angolanische Volksfront), VA (die Volksfront von Angola), die populäre Front (POP) und noch einige andere. Wer gerade gegen wen kämpft, ist schwer zu ermitteln, denn die Splittergruppen sind oft nur wenige Leute stark. Jedoch hat jede der Gruppen eigene Geldgeber in den Industrienationen und so ist auch kein Ende der Kampfhandlungen in Sicht. Die Kinder Angolas wurden schon im Alter von vier Jahren mit dem Umgang mit dem Buschmesser vertraut gemacht, im Alter von sieben Jahren kann der angolanische Junge den Waffenschein für eine Kalashnikov erwerben und mit zehn Jahren steht Schusstraining mit der Panzerfaust auf dem Stundenplan angolanischer Schulen. Handgranaten bekommen die Kinder, sobald sie einem Offizier bewiesen haben, dass sie 870g weiter als 21 Meter werfen können.

Die Inselstaaten Afrikas:


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Inselstaaten

Inselstaaten liegen auf Inseln! Sie haben eine Küstenlinie, die rundum die Grenze verläuft, gefolgt von einem Salzwassergraben, der sie von ihren Nachbarn trennt. Inselstaaten sind deswegen leicht zu verteidigen, allerdings auch für Angriffskriege denkbar ungeeignet. Das sollte man als Diktator eines Inselstaats bedenken! Man nutzt dort auch eine andere Präposition, also Vorsicht! Es heißt nicht in sondern auf. Auf Madagaskar, nicht in Madagaskar. So ein Fehler lässt mangelndes Bildungsniveau schnell ans Licht kommen.

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Madagaskar

Ein Lemur: Wie alle speziell madegassischen Tiere ist er hauptberuflich mit Nahrungssuche, Kopulation und Aussterben beschäftigt

Madagaskar ist die große Insel im Südosten Afrikas, die viertgrößte ihrer Art. Früher hing sie an Afrika dran, dann driftete sie in den indischen Ozean hinein und wenn sie keiner aufhält, wird sie irgendwann in Südostasien ankommen und ein Teil Indonesiens werden. Wenn sie angekommen ist, gehört sie natürlich in den Artikel Asien. Aber noch ist sie nicht angekommen und deswegen bleibt's erst mal hier.

Madagaskars Tierwelt ist sehr außergewöhnlich und auf ihre Art sehr mit der australischen vergleichbar. Viele besondere madegassische (so heißt das!) Tierarten entwickelten sich seit Madagaskar von Afrika getrennt liegt. Das Fachwort für solch besondere Fauna ist enklavische Entwicklung, das Wort kommt von Entsklaven, also der Freiwerdung eines abhängigen Teils von einem größeren Teil. Nur sterben auf (<---da ist sie, die Inselpräposition!) Madagaskar die Arten schneller aus, als die Wissenschaftler mit dem Aufschreiben nachkommen. Vor ein paar Jahrhunderten war ganz Madagaskar noch von dichtem Regenwald überwuchert. Der wurde nach und nach abgeholzt und so müssen heute Paläontologen die Arbeit der Zoologen übernehmen. So eine Liste der ausgestorbenen Tierarten ist etwas Feines und sie ist auch leichter zu transportieren als z. B. lebende Tiere, weil sie keinen Käfig braucht.

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Mauritius

Die blaue Mauritius, eine kleine Insel erobert die Welt.

Mauritius liegt im indischen Ozean, hunderte Kilometer entfernt von der nächsten Nachtkneipe. Niemand von außerhalb hätte jemals mitgekriegt, dass es dort nicht nur Sardinenschwärme und Walfang sondern auch eine Insel gibt - wenn nicht irgendein findiger Postbeamter auf die Idee gekommen wäre, Briefmarken zu drucken. Und das 1847, als in Europa niemand an Briefmarken drucken dachte, sondern alle nur am Vorabend der Revolution kräftig ausschlafen wollten. Gerüchten zufolge gibt es auf Mauritius auch noch andere Sachen als Briefmarken, schöne Natur und Zuckerrohrplantagen - aber Genaueres ist nicht bekannt, denn alle Informationen die auf dem Postwege Mauritius verlassen, werden gestohlen, um an die wertvollen Briefmarken heran zu kommen.

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Sansibar

Der erste Siedler auf der kleinen Insel vor der Küste Tansanias war der berühmte Saudische Cocktailmixer Mohammed Sansi. Der eröffnete eine Strandkneipe für vorbei reisende Seeräuber, die Sansi-Bar. Unter diesem Namen ging dann die ganze Insel in die Geschichtsbücher ein. Sansibar ist die Heimat einer der ältesten und hartnäckigsten politischen Legenden der Neuzeit. Früher war Sansibar ein Sultanat, direkt danach eine englische Kolonie. Dazwischen waren 38 Minuten Vakuum, die man zurecht als den kürzesten Krieg aller Zeiten bezeichnen kann. Am 27. August 1896 zwischen 9 Uhr morgens und 9:38 Uhr gab es Krieg. Der schnelle Friedensschluss war den Engländern sehr recht, denn pünktlich zur "Tea Time" waren die Waffen schon wieder geputzt. Wie allerdings die Legende entstand, Königin Viktoria habe die Insel bei ihrem Neffen Wilhelm II. gegen Helgoland (!) eingetauscht, ist rätselhaft, denn wer würde so dumm sein, eine malerisch schöne afrikanische Insel gegen einen möwenverseuchten Kreideblock einzutauschen?

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Äquatorialguinea

Ähnlich wie Madagaskar ist Äquatorialguinea ein Inselstaat, der einst eine lange Reise angetreten hat. Eigentlich war Äquatorialguinea ein Teil Südamerikas, löste sich dann aber vor ein paar hundert Jahren und schwamm quer durch den Atlantik. Inzwischen ist Äquatorialguinea angekommen und hat sich mit dem afrikanischen Kontinent verbunden. Als es allerdings sah, dass es dort auch nicht viel schöner ist, entschloss es sich zurückzuschwimmen. Dies entpuppte sich aufgrund der atlantischen Strömungen jedoch als undurchführbar. Und so ist es nun gestrandet, gestrandet in einer großen Bucht zwischen Kamerun und Gabun.

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St.Helena

Napoléon, erst regierte er die halbe Welt, und abschließend blieb ihm auf St. Helena die Zuschauerrolle.

St. Helena ist eine Insel mitten im Atlantik. Sie liegt so einsam und so verlassen mitten im Nirgendwo, dass alle ersten Besiedlungsversuche scheiterten. Abwechselnd waren es Holländer, Portugiesen und Briten, die vor Einsamkeit auf der Insel starben. Achja, und ein Franzose. Der berühmteste Einwohner St. Helenas war der Eroberer Europas, Napoléon. Als man ihn das erste Mal leid war, verbannte man ihn nach Elba. Elba ist schön und nur ein paar Kilometer vor der italienischen Küste. Das Klima ist mild und mediterran und man kann auf Elba allerlei sinnvolle Dinge machen. Zum Beispiel zum Festland zurückkommen. Napoléon kam wieder und eroberte munter weiter. Beim zweiten Versuch, ihn loszuwerden, waren die Siegernationen weniger zimperlich. Sie suchten einen Ort auf der Welt, der so entlegen war, dass ihn niemand kannte und kein Schiff ihn zufällig ansteuerte. St. Helena. Dort starb er dann auch schnell an Einsamkeit und vergifteten Käsebrötchen.

Die Insel ist winzig klein und bis heute wohnt dort nahezu niemand. Und freiwillig schon gar nicht. Wenn vom Atlantik her eine große Welle kommt, schwappt das Wasser einmal quer über die ganze Insel. Inzwischen hält jede zweite Woche ein Schiff auf St. Helena und bringt die Post und die Emails vorbei. Die wenigen Menschen, die derzeit dort dauerhaft leben, bauen seit vierzig Jahren an einem Flugplatz. Dieser soll etwa 2059 fertig werden und wenn sich eine Airline findet, die dorthin fliegen möchte, wird sich St. Helena sicherlich schnell zu einem interessanten Reiseziel für Emos und andere Kellerkinder entwickeln.

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La Réunion

Was Madagaskar für Afrika ist, ist La Réunion für Madagaskar: eine weit vorgelagerte Insel. Verwaltungstechnisch und politisch ist La Réunion ein Teil Frankreichs. Die europäische Union nennt so was treffenderweise eine "Region in äußerster Randlage der Europäischen Union". Immerhin führt es dazu, dass man heutzutage mitten im Indischen Ozean Urlaub machen und in den Geschäften mit Euro bezahlen kann. Es gab hier sogar die allerersten! Bei der Einführung des Euro 2002 konnte man hier theoretisch drei Stunden früher als im eigentlichen Europa mit Euros bezahlen. Nur hatten die Geschäfte zu, denn es war ja Feiertag, Neujahr. Der berühmteste Bürger auf La Réunion ist Michel Houellebecq. Der weltbekannte französische Dichter schreibt hauptsächlich über die beiden Hobbys der Einwohner der Insel: Sex und Selbstmord. In meisterhafter Weise kombiniert er die beiden inseltypischen Themen.

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Kap Verde

Kap Verde liegt im Atlantik. Gegenüber von Dakar im Senegal. Allerdings liegt's so weit weg, dass man keine Brücke bauen kann. Ansonsten hieße die Rallye Paris-Dakar wahrscheinlich schon Paris-Kap Verde. Kulturell hat man wenig mit Afrika am Hut. Kap Verde war lange portugiesisch, jedoch mussten die Portugiesen siedeln. Es gab keine unterbewaffneten Afrikaner, die man ausbeuten konnte. Man musste alles selber und alleine aufbauen. Dürren, Seuchen und andere Plagen, Abholzung und Überweidung ließen an diesem Konzept zweifeln. Zuerst diente das Eiland als Zwischenstop für die Reisen der Afrikaner in die neue Welt, wo sie als Arbeitskräfte benötigt wurden. Viele waren schon seekrank und blieben kurzerhand da und ließen sich schon auf den kapverdischen Sklavenmarkt verkaufen. So kamen dann doch noch Afrikaner nach Kap Verde. In der Neuzeit schlugen die Kapverder dann zurück. Von der Insel aus agierten Widerstandskämpfer und stürzten 1974 den portugiesischen Diktator Salazar. Allerdings gelang es den Kapverdern nicht, Portugal als Kolonie zu unterjochen. Man trennte sich und Kap Verde wurde widerwillig unabhängig. Heute lebt man in Kap Verde vom Drucken von Briefmarken und von Entwicklungshilfegeldern.

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Operettenstaaten

Sonstige Operettenstaaten:


Fußball ist der afrikanische Nationalsport, hier sehen wir einen kommunistischen Kindersoldaten und eine Soldatin der NATO-Besatzungstruppen in einer Kampfpause. Kurz danach gingen beide wieder in ihre Gräben zurück.

In Afrika gibt es ein paar Staaten, deren Halbwertzeit nicht besonders hoch liegt. Sie entstanden aus historischen Wirren (nicht dass die anderen Staaten anders entstanden) und sie harren ihrem Ende. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, Eroberung, Tod der Bevölkerung oder einfach nur, dass man vollständig in Vergessenheit gerät und sich weder Atlas noch Geschichtsbuch an den Staat erinnern.

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Westsahara

Westsahara ist ein menschenleerer Küstenstreifen am Atlantik. Umso erstaunlicher ist der Konflikt, den verschiedene Staaten um diesen Streifen immer wieder ausgefochten haben. Westsahara besteht, wie der Name schon andeutet, ausschließlich aus Sand. Ein paar hundert Einwohner reiten auf Kamelen durch die Gegend und geben sich Mühe, dass ihnen nicht langweilig wird. Ständige Sandstürme machen das Leben zusätzlich schwer. Bodenschätze und fruchtbare Erde gibt es dort nicht. Trotzdem ist das Land seit Menschengedenken von Marokko besetzt. Sogar die meisten Marokkaner haben schon längst vergessen warum.

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Guinea-Bissau

Von allen Staaten Afrikas hat Guinea-Bissau den lustigsten Namen. Wenig bekannt ist, dass es einfach den Teil von Guinea benennt, dessen Hauptstadt eine kleine Stadt namens Bissau ist. Trotzdem hat sich Name besser durchgesetzt als zum Beispiel die Namen Kongo-Kinshasa oder Kongo-Brazzaville. Guinea-Bissau ist klein, unbedeutend und wirtschaftlich leistungsschwach. Aber genau das ist seine große Chance. Es ist derart unbedeutend, dass sich niemand der Nachbarstaaten bislang den kleinen Küstenstreifen einverleiben wollte.

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Lesotho

Lesotho ist ein kleines Königreich, das macht aber nichts, denn es hat genauso viele Könige wie große Königreiche. Genau wie San Marino und der Vatikan ist es ein Staat, der mitten in nur einem anderen liegt. Doch im Gegensatz zu den San Marinesen und den Vatikanesen, die es sehr gern haben, in Italien zu liegen, mag der Lesothoer Südafrika überhaupt nicht. Die meisten Lesothoer sitzen auf ihrer Veranda im Schaukelstuhl und träumen davon, mit dem gesamten Land umzuziehen. Ein alter Lesothoer Witz ist: "Was haben Südafrikaner, was Lesothoer nicht haben". Wenn man dann antwortet: "Gute Nachbarn." sprudelt das Herz des Lesothoers über und man hat einen neuen Freund gewonnen!

Lesotho war früher eine Gegend, in der es vor Großtieren nur so wimmelte. Nach und nach wurden jedoch alle Arten ausgerottet und so gibt es heute in ganz Lesotho größere Wildtiere mehr - nur noch in der Hauptstadt Maseru im Zoo. Aktuell läuft ein vergleichbares Projekt mit den Menschen: Da jeder dritte Mensch in Lesotho bereits HIV positiv ist und dem Land nebenbei auch kein Geld für Medikamente zur Verfügung steht, wird Lesotho mehr und mehr entvölkert. Eine Analogie zur Ausrottung der Wildtiere im 19. Jahrhundert. Was mit Lesotho geschieht, wenn es in etwa 30 Jahren völlig menschenleer ist, kann man nur vermuten. Wahrscheinlich wird es von Südafrika annektiert werden und es werden Golf- und Cricketplätze gebaut, Devisen bringende Hotels und neue Weinanbaugebiete durch den überlegenen Nachbarstaat errichtet. Lesotho kann also trotzdem einer wirtschaftlich rosigen Zukunft entgegen sehen.

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Swasiland

Swasiland: Neben dem Vatikan die letzte absolute Monarchie der Erde. Das Parlamentsgebäude dient heute als Museum einer längst vergangenen Welt.

Swasiland ist eine Monarchie. Es gab mal in England einen König, der hieß Johann Ohneland. Den Spitznamen bekam er, weil er beim Erben nichts abbekommen hatte. Das ist aber eine andere Geschichte. König von Swasiland ist Mswati und er wird sich bald seinen Titel Mswati Ohnevolk verdienen. Swasiland hat die weltweit höchste HIV Quote, sie liegt etwa bei 65% der Bevölkerung. Mswati ist seit 1986 König und alle Infektionen liegen praktisch in seiner Amtszeit. Er regiert ähnlich Ludwig XIV. von Frankreich als absoluter Monarch, es gibt also weder Politiker noch Parteien oder sonstigen Schnickschnack. Das birgt für König Mswati Ohnevolk natürlich die Gefahr, dass die Geschichtsbücher seiner als dem wahrscheinlich schlechtesten König aller Zeiten gedenken werden. Denn Mswati Ohnevolk ist heute, 2008 erst 40 Jahre alt und allen vorliegenden Berichten zufolge selber noch HIV negativ. Sollte er es sein und bleiben, kann er es bis zu seinem 80. Geburtstag 2048 schaffen sein komplettes Volk zu überleben. Dazu gibt es in Swasiland einen lustigen Witz:

"Kommt Mswati Ohnevolk vom Golfplatz nach hause in den königlichen Palast. Alles leer. Keiner da. Aber komischerweise brennen noch alle Lichter. Er geht die Korridore lang, keiner da, alle Lichter an. Er geht raus auf die Straße: menschenleer. Alle Lichter an. Er geht weiter durch die Stadt und die Vororte. Alles wie ausgestorben. Alle Lichter an, alles hell erleuchtet. So geht das eine ganze Zeit, bis er an die Friedhofskapelle kommt. An der Tür hängt ein Zettel mit der Aufschrift: Der Letzte macht die Lichter aus."

                  Staaten in Afrika
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Geordnet nach HDI

ÄgyptenÄquatorialguineaÄthiopienBurkina FasoElfenbeinküsteGhanaKeniaDemokratische Republik KongoLibyenMadagaskarMalawiMaliMarokkoMauretanienMauritiusMosambikNamibiaNigerNigeriaSenegalSierra LeoneSimbabweSomaliaSüdafrikaSudanSüdsudanSwasilandTogoTunesienUgandaWestsaharaZentralafrikanische Republik

Länder, die so unwichtig sind, dass sie noch keinen Artikel haben: Schreib du ihn doch, 54.89.21.96!

AlgerienAngolaBeninBotswanaBurundiDschibutiEritreaGabunGambiaGuineaGuinea-BissauKamerunKap VerdeKomorenRepublik KongoLesothoLiberiaRuandaSambiaSão Tomé und PríncipeSeychellenTansaniaTschad


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Stupidedia-Goldpokal

für

Afrika

Diesem Artikel wurde die unfassbare Ehre zuteil, zunächst von einer Mehrheit der ehrenwerten Leser zum absoluten Hammer gewählt und anschließend von der Mehrheit der Diktatoren zum Goldpokalartikel erklärt zu werden.

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Somit gehört dieser Artikel zur absoluten Elite und ist daher Staatseigentum!

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