Griechenland
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Dieser Artikel ist in Arbeit • Letzte Bearbeitung: 19.06.2013
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Griechenland - die Wiege der europäischen Kultur - jeder hat ja mal klein angefangen und sich mit allen Vieren trotzig den Kopf an den Tischbeinen der Großen gestoßen, unverständliches Zeug gemurmelt und war fern jeder Geschäftsfähigkeit. Bei Lichte betrachtet scheint es so, dass in Griechenland alles so geblieben ist - mit dem Resümee, dass einer ja den Anfang machen musste. Auch die heutige Ehrfurcht, die mit jeder Erwähnung des griechischen Altertums mitschwingt und Worte wie "Schaut auf die Griechen nur" finden mag, lässt sich ohne Probleme in ihr spöttisches Gegenteil verkehren, wenn man das Gesprochene nur ein wenig anders betont und den historischen Kern damit vielleicht besser trifft. Dieser Artikel soll aus alten und aktuellen Quellen verstehen helfen, dass natürlich alles ganz anders ist, als man denkt.
Inhaltsverzeichnis |
Bearbeiten Geologie
Bearbeiten Rätselraten um den Ursprung der Katastrophe
Beurteilt man die heutige Gestalt Griechenlands aus nüchterner objektiver Sicht, gelangt man schnell zur Erkenntnis, dass nur eine Katastrophe olympischen Ausmaßes zu ihr geführt haben kann: das sich halbmondartig windende Land um ein Nebenmeer des Mittelmeeres. Das Ägäische Meer wirkt wie eine Fläche, die durch gigantische Kräfte, dem Herausreißen von Landmasse aus dem Festland, geboren wurde, was durch den Eindruck der zum Teil stark zerklüfteten Küstenpassagen Makedoniens und der weit zersprengten Inselwelt der Kykladen verstärkt wird. Der Peloponnes wird von den Inselgriechen verächtlich zum Festland und von den Festland-Griechen als Insel disqualifiziert. Er scheint in der Bewegung eingefroren zu sein, von der Region Attika abgerissen zu werden oder glaubt man den Thesen Alfred Wegeners zur Kontinentalverschiebung, langsam Mittelgriechenland "Adieu" zu sagen, um in einigen hunderttausend Jahren die Bewohner als Art "Island Boat People" auf italienischem oder spanischen Territorium einer Einbürgerung zuzuführen, wenn sie nicht schon unglücklicherweise in Kroatien "hängenbleiben".
Bearbeiten Die klassische Theorie
Vor grauer Vorzeit soll ein sogenannter Supervulkan ausgebrochen sein, dem aber keine Zeit blieb, mit einem riesigen Kegel und einer Aufschichtung von Landmassen durch gewaltige Lavaströme zu seinen Füßen kurzbehosten und seltsam sprechenden Gamsbarthutträgern eine Heimat zu bieten. „Pech!“, denkt man sich, sind doch gerade die Regionen in der Nähe dieser pubertären Erdeiterpickel von großer Fruchtbarkeit geprägt, die aber durch eine theatralische Explosion im Falle Griechenlands buchstäblich ins Wasser gefallen war.
Die früh dort siedelnden auch eher leicht bekleideten Völker erkannten jedoch den großen Vorteil dieser Situation: man konnte sich dort ungehindert ausbreiten, weil niemand anderes dieses unfruchtbare Land und damit Ein-Euro-Jobs in der Landwirtschaft haben wollte. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass bis heute nicht alle der vielen Inseln besiedelt werden konnten. Immerhin hatte man anstatt dessen genug Zeit, sich auf die schönen und schweren Dinge des Lebens, wie Architektur, Schriftstellerei und Bildhauerei zu konzentrieren. Die Geburt der ersten funktionierenden Demokratie der Menschheitsgeschichte war mit den zahlreichen Inselvölkern, die alle mitbestimmen wollten, vorgezeichnet.
Bearbeiten Die Zalando- oder Zwei-Stiefel-Theorie
Hier wird von einer menschlichen Ursache ausgegangen, weil sie die heutige Gestalt anders bewertet. Zunächst glaubten Geologen, in der Gesamtheit der Inseln, der peloponnesischen Halbinsel und der großen Inseln, wie Kreta, Rhodos, Lesbos etc. die Bruchstücke einer bereits vorhanden Form zu erkennen, ohne Beweise vorlegen zu können. Da sich Geologen aber nur bei Exkursionen in Steinbrüche und wochenlangen Laboraufenthalten, der chemischen Analyse wegen, zu Hause fühlen, taten sie sich bei dieser Art Puzzlespiel sehr schwer. Erst in den letzten zwanzig Jahren begann ein interdisziplinärer Austausch zwischen griechischen Geologen und deutschen Archäologen der Uni in Karlsruhe, die sich auf die Erforschung der Linearbandkeramischen Kultur spezialisiert hatten, also gewohnt waren, den lieben langen Tag irgendwelche Teile nach Tausenden von Jahren wieder passend aneinanderzusetzen.
Nach einem (restlosen!) Abgleich aller "Bruchstücke" mit ihrer neuen/alten "Adresse" im Festland kam ein "italienischer Stiefel" heraus! Nur die Römer selbst hätten damals mit ihren Handelsbeziehungen nach China, wo das Schwarzpulver bereits zur Verfügung stand, die Möglichkeit und das Interesse gehabt, den im Vergleich viel prächtigeren griechischen Stiefel zu zerstören, um den eigenen zur Geltung zu bringen.
Bearbeiten Besiedlungspolitische Konsequenzen der heutigen Gestalt
Die sich letztlich ergebende Gestalt Griechenlands ist treffend als polymorph zu bezeichnen, da man für jeden Anspruch etwas hat: etliche tausende Kilometer von Strand, stehende Hitze auf den Inseln nahe Afrikas und sogar Nachtfröste im Landesinnern. Fluch und Segen zugleich, denn mit der wachsenden Bevölkerung Europas wurden so Volksgruppen angezogen, die aufgrund begrenzter finanzieller Mittel danach trachteten, mit minimalem logistischen Aufwand ohne mit Visazwang oder Zöllen belästigt zu werden, Gebirge erklettern, Sandstrände genießen und minderbemittelten Nachbarn – wie denen im nahen Afrika – die Zunge herausstrecken zu können und dabei nicht wirklich arbeiten zu müssen. Damals schon eine ideale Ferieninfrastruktur mit hohem Spaßfaktor!
Bearbeiten Klima
Das heutige, weitgehend trockene Klima Griechenlands ist durch wirtschaftliche Prozesse bedingt. In den Zeiten, als Pythagoras als Zweijähriger seinen ersten Satz formulierte, war es mittlerweile dank verhaltenen Ackerbaus und rigoroser Umweltpolitik stark bewaldet und die Witterung entsprach eher der der gemäßigten Zone. Es regnete viel und die Wurzeln der vielen Bäume hielten das Land in der Klaue eiserner Erwartungshaltung gegenüber der Bevölkerung, sich doch - wenigstens einmal im Jahr - mit dem kargen Boden auseinandersetzen zu müssen. Die Griechen, damals vorherrschend mit Denkern und Künstlern durchsetzt, sannen nach einer abschließenden Lösung. Sie entdeckten als erste den Synergieeffekt, der sich aus einer aggressiven Außenpolitik durch die Abholzung der Wälder für den Schiffsbau und der damit einhergehenden notwendigen Brachlegung inländischer landwirtschaftlicher Flächen durch die folgende Auswaschung und Erosion der Böden ergab. Dies nahm den Produktionsdruck von den schmalen Schultern und überstellte ihn an die nahen Völker des Nahen Ostens, auch der Ägypter und Germanen, von denen man sich nun vortrefflich parasitär zu ernähren wusste. Zudem war das Land mit einigen Tausend stehen gelassener Olivenbäume, die man zum Anrichten des berühmten griechischen Salates brauchte, nun innerhalb weniger Jahrzehnte bereit für zahlreiche Bauvorhaben. Durch die Erwärmung des Klimas durch fehlende grüne Feuchtigkeitsspeicher brauchte man sowieso nicht mehr so viel Feuerholz.
So konnte man die schnell sprichwörtlich gewordene griechische Sonne auf der Bank vor dem Steinhaus genießen, sich von Kriegszügen erholen und Gäste bzw. Gastarbeiter erwarten, die die Finanzierung der Immobilie sichern halfen. Bis heute hat sich daran kaum etwas geändert. Gerade auch, wenn man den Zustand heutiger griechischer Frachter betrachtet, die mit Kampfpreisen Ladungen befördern, denkt man, dass die Zeit irgendwie still steht.
Bearbeiten Geographie
Bearbeiten Die größten griechischen Städte
Bearbeiten Athen
Bearbeiten Geographie
Athen umfasst die Bezirke Athen-Ost, Athen-West, Athen-Süd und Athen-Nord sowie Athen-Zentrum und stellt eine der ältesten Siedlungen aller Zeiten dar. Lange wurde gerätselt, warum bereits vor langer Zeit Menschen diesen öden, sonnverbrannten Flecken bevorzugten, wo doch einerseits fruchtbare Ebenen im Nahen Osten und idyllische Inseln im Süden lockten. Die heute weitgehend von allen Historikern vertretene Begründung für diese abstrus scheinende Vorliebe liegt darin, dass das Athener Stadtgebiet nur wenige Galeerenstunden von zwei benachbarten Kontinenten liegt und daher fiskalisch, gesetzlich oder sonstwie in Bedrängnis Geratenen eine schnelle Möglichkeit zum Untertauchen bot. Dabei ging die ursprüngliche wassersportliche Bedeutung in der neuen Semantik auf.
Durch die festungsartige Begrenzung Athens durch die Berge an drei Seiten - ungeklärt ist, ob die Athener auch die Berge erbauten - fährt nur noch ein extrem laues Lüftchen aus südlicher Richtung durch die Stadt. Die nordafrikanische Gluthitze besorgt das magen-, aber nicht lungenfreundliche Jahresmittel von 35 Grad im Schatten. Durch die enge Besiedlung zeigt sich im allgegenwärtigen Smog ein prägnanter jahreszeitlicher Wiedererkennungseffekt. Wenn der Smog kühler ist, ist Winter in Athen.
Bearbeiten Stadtbild
Wie in zahlreichen anderen Metropolen ergibt sich auch hier das Bild einer über lange Zeit mehr oder weniger harmonisch gewachsenen, immer wieder zerstörten und wieder neu auf den Trümmern aufgebauten Stadt, die vor dem Pillenknick der 1960er Jahre noch schnell ein explosionsartiges Wachstum erfuhr. So wurden natürliche Küstenstriche, Meerbusen und Restwälder generalstabsmäßig überbaut, um auch zukünftigen Steuerzahlern zinsgünstige Eigenheime zu ermöglichen. Dabei verwundert es, dass oberhalb der Stadt in etwa 150 m Höhe ein größeres Plateau mit einigen maroden Gebäuderesten noch nicht als Baugrund für die moderne Stadtplanung genutzt wurde. Der Grund hierfür liegt aber nicht etwa in skurrilen Denkmalschutzvorschriften, EU-Richtlinien oder subversiven Hausbesetzern, sondern darin, dass es sich hier - korrespondierend zum Status der ältesten Stadt - um die älteste Baustelle Europas handelt.
Trotz einer erfolgreichen Vorschubfinanzierung hatte man sich mit dem Kostenplan etwas übernommen und sucht nun nach einem neuen Kapitalgeber, der bereit ist, in der zugegebenermaßen besten Athener Gegend in Freiluftobjekte zu investieren. Es locken Touristeneinnahmen in Millionenhöhe. Hier scheint jeder lange genug warten zu können, um letztlich Eintrittsgeld für den Besuch von "antiken" Bauruinen zu erheben. Auch an weniger exponierten Stellen versuchen sich private Bauherren als Kulturgut-Gastgeber, anstatt sich mit dem Ausfüllen der berüchtigten griechischen Bauanträge herumzuplagen. Deshalb weist Athen trotz Großstadtstatus auch den etwas dekadenten Charme einer Dorfidylle auf.
Erwähnenswert ist der Gemüsegarten des Athener Rathauses, scheinbar etwas protzig mit "Nationalgarten" betitelt, aber durchaus mit Berechtigung. Er ist bis Thessaloniki der einzige Gemüsegarten des südlichen Griechenlands und wurde gegründet, um Athen auch bei Belagerungen vollkommen autark bleiben zu lassen. So wurde per behördlichem Erlass das Betreiben anderer Gärten verboten, um feindlichen Armeen im Umland keine Nahrungsgrundlage zu gewähren. Hier wurde 1893 der berühmte erhobene Zeigefinger des Aristoteles ausgegraben (wegen der leichten Vergänglichkeit des ursprünglichen Anschauungsgegenstandes durch eine Replik aus Pinienholz ersetzt), währenddessen die Bohnenernte für zwei Wochen zurückgestellt werden musste. An ihr machte er seine berühmten finalen Rettungsschlüsse im Rahmen seiner naturwissenschaftlichen Theoriefindung fest, ein Objekt zu erklären, bevor man dies wegen der Komplexität der Sache aufzugeben droht. Die gebildeten simplifizierenden Grundsätze wurden auf einer kleinen modernen Steintafel eingemeißelt, die sich an einer Gabelung zwischen der Auffahrt zum Garten und des sehenswerten Neubaus der Athener Nervenheilanstalt befindet:
- causa materialis - aus was besteht er?
- causa efficiens - wodurch entstand er?
- causa finalis - warum wurde er nach Osten zeigend beerdigt?
- causa formalis - wie kann man archäologische Maßnahmen besteuern?
Gleich im Stadtzentrum befindet sich das antike Sportzentrum, das bis auf einige erfolgreiche Abwerbemaßnahmen im letzten und Anfang dieses Jahrhunderts immer Ausrichtungsstätte der olympischen Spiele war. Die einzige weitere Ausnahme bildet die Auslagerung der Laufwettbewerbe ins römische Kolosseum, die aber später wegen Dopings durch Raubtiere für nichtig erklärt wurden.
Bearbeiten Organisation
In der städtebaulichen Organisation und in der kontinuierlichen Stärkung der anhängigen Infrastruktur stellt die Hauptstadt Griechenlands das Vorbild nicht nur für die meisten anderen Städte, sondern auch für den Staat selbst dar. Die Gründer des modernen griechischen Staates verfolgten unverkennbar das Ziel, einen Makrokosmos (gr. für über[-]all) aus einer Polis zu konstruieren und damit einfach die Dimensionen zu vergrößern. Diese Interpolation hatte den Vorteil, dass man stets auf die bereits bewährten Stadtväter als Logistikpartner zugreifen konnte und wertvolles human capital durch stark vereinfachte Planungsverfahren einsparte und bspw. für die Kunstszene abziehen konnte. Aber auch die Fehler wurden durch die einfache Sicht der Dinge vervielfacht, so die Kriminalität, die vorhandenen Beschäftigungsüberhänge im Handwerk (Tonindustrie) und der Landwirtschaft sowie das Bettendefizit im Gesundheitssektor. Nur fiskalisch hatte man seine Hausaufgaben gemacht, so dass der Haushalt der Stadt Athen bis auf ein paar Tausender die gleiche Schuldenhöhe wie der griechische Staat ausweist und so auf keiner Seite Motivationsdefizite zum adäquaten Umgang mit Fremdkapital bestehen.
Bearbeiten Thessalo-Nike
Sponsoring wurde in Griechenland noch nie auf den privatwirtschaftlichen Sektor beschränkt. So gibt es zahlreiche öffentliche Einrichtungen, die ganz unumwunden die Finanzkraft von solventen Unternehmen nutzen. Damit bilden sie einen deutlichen Kontrast zur Geheimbündelei in Deutschland oder Frankreich, wo sich Verflechtungen zwischen privaten Kapitalgebern und öffentlichen Behörden hinter verschlossenen Türen abspielen. Während andernorts also die Dreckschleuderei in der Öffentlichkeit in Vorwürfen der Bestechlichkeit ihren waffenfähigen Höhepunkt finden kann, ringt man hier mit solchem Gebaren niemandem auch nur ein müdes Lächeln ab. Hier geht man offen miteinander um und feilscht ohne Scham um Dienstleistungspreise oder Stiftungskriterien. Durch das Engagement eines bekannten Sportartikelherstellers erfuhr diese große griechische Stadt eine kleine Namensänderung. Sogar die notwendigen Änderungen in Parkverbotszetteln, in Formularen des Einwohnermeldeamtes, im Briefkopf von Bürgermeisteranschreiben und bei den Wettangaben für die Buchmacher übernahm der Konzern, der gern das thessalonische Facharbeiter-Potenzial zu günstigen Preisen nutzte. Allein der hohe Anteil der griechischen Erwerbstätigen an der Gesamteinwohnerzahl, der nur knapp von einigen Bezirken Ostdeutschlands verfehlt wird, lockte zahlreiche Investoren nach Thessalo-Nike, das zu den wirtschaftlich stärksten Städten in Südsüdost-Europa zählt.
Bearbeiten Sehenswürdigkeiten
Dies war nicht immer so. In ganz Griechenland hatte sich bereits ab dem 5. Jh. nach Chr. die sprichwörtliche Armut der Thessalonikesen verbreitet und sogar gutmenschliche Gemüter im Ausland gerührt. Als der Leuchtturm in Alexandrien abgeschrieben war und trotz seines Jahrhunderte währenden Alters immer noch eine gute Funktionalität zeigte, erinnerte man sich an die doch immer enge Zusammenarbeit zwischen dem südosteuropäischen und dem nordafrikanischen Staat. Die Stadt am Meer, die sich keinen eigenen Leuchtturm leisten konnte, sollte das Almosen empfangen. Gammelige Frachtboote stachen um 1450 in See, um nach Zahlung der Hafengebühren den Leuchtturm im Selbstabbau abzutragen und zur Heimatstadt zu bringen. Dort wurde er unter Zuhilfenahme alexandrinischer Techniker wieder zusammengesetzt und die Sicherheit im bis dahin kaum frequentierten Hafen drastisch erhöht. Im Nachhinein wurde er mit zahlreichen Schießscharten ausgestattet und im jährlichen Wechsel mit dem Gewinner des thessalonikistischen Schützenfestes besetzt, der im Turmzimmer umsonst wohnen durfte. Der liebgewonnene Brauch musste erst aufgegeben werden, als im Winter 1890/1891 das Dach undicht wurde. Bis dato wahrte der Turm mit der zusammenhängenden osmanischen Stadtmauer (Wiederverkauf in den 1920er Jahren) und den klaustrophobischen Aufgängen einen wehrhaften Charakter und konnte vor einigen Jahren dank einer Wüstenrot-Finanzierung komplett restauriert werden.
"Die Aristoteles-Universität von Thessaloniki liegt an der Aristotelestraße in Thessaloniki" heißt es in jedem Stadtführer, der etwas auf sich hält und die geforderte Mindestseitenzahl für Touristennavigations-Lektüre bringen will. Durch die jahrzehntelange Forcierung der Wirtschaftskräfte in Saloniki ließ man die einstigen Sehenswürdigkeiten auf ein ökonomisch rationales Niveau gesundschrumpfen, freilich mit dem Risiko behaftet, dass sie dem Unkundigen nicht sofort ins Auge fallen. Auch sorgte die industriell geprägte Stadt (Lebensmittel-, Tabak und Möbelindustrie - El Greco malte für den Bürgermeister das Bild eines Mannes, der am Tisch rauchte und aß) für ein spezielles Mikroklima, das Grünanlagen als Totgeburten in der Stadtplanung zu definieren drohte. So ist der Park mit eigenen Platanen, Eiben und Bürokraten eine außerordentlich seltene, aber wohltuende Abwechslung im tristen neomodernen Stadtbild. Vereinzelt wurden dort sogar größere Beutegreifer wie Hornissen oder räuberische Schwebfliegen gesichtet.
Bearbeiten Verkehrsanbindung
Das große Glück Salonikis sind seine tiefgläubigen Stadtväter, die keine Tangenten oder Parallelstraßen zuließen. So wird fast der gesamte Verkehr über Kreuzungen geregelt, um im Angesicht der Leiden Christi bei allzu aggressivem Verhalten gegenüber den anderen Verkehrsteilnehmern Reue zu fördern und die unvermeidlichen Stauprozessionen als Busse verstanden zu wissen. Alle Straßen führen aufgrund des mittlerweile stark frequentierten Seehafens als Handels- wie als Fluchtausgangspunkt nach Rom in Richtung Süden. Obgleich der kreuzungsfreie Innenring noch an den Atheismus der rechtsextremen Militärdiktatur der 1960er Jahre erinnert, wurde beim thessalonikesischen Straßenbau ein einheitliches Konzept verfolgt. Die vier Himmelsrichtungen, in die die Schnellstraßen zunächst führen, sollen die Urelemente der Erde symbolisieren: Wasser, Feuer, Luft und Erdöl. Als Ortsunkundiger stellt man sein Navigationsgerät manuell auf die Koordinaten 37° 59′ N, 23° 44′ O (Athen) ein und bekommt die Richtungsänderungen weitaus früher, weil langsamer angesagt. Auch modernsten Kurzreiseansprüchen soll die Stadt gerecht werden. So ist eine Metrolinie mit bis heute etwa 35 Stationen fertiggestellt worden. Die Einweihung erfolgt sobald die Förderung der mobilen Photovoltaikanlagen auf den Triebwagen bewilligt ist (vgl. auch hiermit).
Bearbeiten Patros®
Unter den Großstädten Griechenlands ist Patros wohl die Stadt, die sich erfolgreich gegen jedes Zugeständnis in puncto Uniformität im Stadtbild wie in der -organisation in der globalisierenden Tradition der letzten Jahrzehnte behaupten konnte. Zurückzuführen ist diese für griechische Verhältnisse etwas merkwürdige Standhaftigkeit auf den seit vielen Jahrhunderten gepflegten Karneval, der mit zig Tausend Beteiligten einen eigenen bedeutenden Wirtschaftszweig darstellt. Das zweite Standbein ist die Fruchtbarkeit der Ebene, wo sich die ersten Patresen ansiedelten. Es ist eines der fruchtbarsten Gebiete Griechenlands. Schon die alten Griechen wussten die Landschaft richtig einzuordnen. Wie Gräzist und Byzantinist U. Herms aus Villingen von einer vor kurzem unter der patresischen Stadtbibliothek gefundenen Grabplatte übersetzte: "Er [...] liegt [...] hier (?), geboren in Attika und gestorben in Patras, einer der furchtbarsten archäischen Städte, an seinem (?) Schreibtisch [...]".
Bearbeiten Landwirtschaft
Durch den enormen Output der Landwirtschaft bei den Produkten Wein, Ziegenkäse und Korinthen stellte sich im 19. Jahrhundert schnell heraus, dass die Produktion allein durch logistische Engpässe nicht mehr genug Käufer fand. Selbst die für kurze Zeit fahrende Straßenbahn konnte den Nachfragemangel nicht lösen. Die Versorgungssituation verschlechterte sich zusehends, bis schließlich verfügt wurde, die nicht verkaufte städtische Produktion unter den Bedürftigen zu verteilen. Der deutsche Griechenlandkenner Otto Friedrich Ludwig von Wittelsbach nannte nach einigen Hausbesuchen von Patenkindern die künftige Generation "die der Korinthenkacker". Ein geflügeltes Wort, das später eine andere Bedeutung bekommen sollte, die selbst unter Bürokraten nicht griechischer verstanden werden könnte.
Bearbeiten Iraklio
Matthäus Merian, Griechenlands alter Freund und Kupferstecher, hatte um 1640 schon halb Europa mit seinen Stichen gelangweilt. Ihm fehlte noch ein Bild Kretas, mit dem seine Haussammlung dank fehlender Abverkäufe komplettiert gewesen wäre. Doch er unterließ wohl aus einer Anwandlung von Barmherzigkeit eine Aufzeichnung. Er schrieb (ins Hochdeutsche translatiert): "Iraklio ist ein kleines schmutziges Nest, also ein Ort, mit dem sicher ein jeder Heimatgefühle verbinden könnte. Doch darum braucht man es nicht abzubilden!"
Bearbeiten Stadtbild
Wenn Griechenland wirklich die Wiege der europäischen Kultur sein soll und Kreta das Plumeau, dann ist Heraklion sicher das erste Häufchen des Babys, da hier die minoische Kultur viertausend Jahre vor Christus aus tonhaltigem Sand erste Figürchen formte, die ersten Worte schrieb und umliegende Inseln in Steinwurfnähe via Boot zu erreichen imstande war. Vor so viel Überlegenheit war jeder Versuch, diese Kultur zu erobern, zum Scheitern verurteilt, was auch die offene Bauweise der erhaltenen Anlagen aus dieser Zeit verraten.
Charakteristisch für ganz Kreta ist ein sogenannter "venezianischer Hafen", der sich in allen größeren Städten wie auch in Chania oder Rhethymnon findet. Der Name kann nur formal auf den Umstand zurückgeführt werden, dass ganz Kreta über Jahrhunderte unter der Herrschaft Venedigs stand. In dieser Zeit prägte sich dieser Begriff als Codewort, als Synonym für Dekadenz, die man aber nicht selbst zu verantworten hat. Die jeweiligen Herrscher geruhten in regelmäßigen Abständen einen gesondert abgeriegelten und mit Minileuchtturm geschützten Bereich des allgemeinen Hafens aufzusuchen, um sich in ihren Barkassen einen Überblick über das geschäftige Treiben der Zweigstelle zu verschaffen. Dabei wechselten Beispiele blinden Eifers bei offensichtlichem Müßiggang im Hafenbetrieb, der zornige Dekrete von Mutterland heraufbeschwor, aber auch wochenlange Sausen genusssüchtiger Herrscher, deren Zustand allein bereits das beharrliche Taumeln der Schiffe in dieser Traumkulisse erklären mochte, einander ab.
Niemand anders als der Sohn des Zeus, der unüberwindbare Herkules, war Iraklions Namenspatron. Angesichts der heutigen Größe und Ausstrahlung verwundert es aber den geneigten Wanderer, dass es sich bei Iraklio immer noch um die Hauptstadt der Insel Kreta handelt. So als hätte sich mit Blick auf die kriegerische Geschichte einfach niemand getraut, der trutzigen Stadt diesen Titel abzuerkennen. Schon zu Merans Zeiten erreichen die meisten Fähren und Flugzeuge Iraklio des Nachts. So wird man bei der Ankunft in Form eines bestimmten Sternbildes am Firmament an das propagierte klassische griechische Lebensgefühl erinnert. Es ist jahreszeitenabhängig das Sternbild des Schwans oder des Stiers, in deren Gestalt Zeus seiner Frau bevorzugt fremd ging. Spötter redeten in der Nachgötterzeit auch gern von der dummen Gans und dem Esel.
Bearbeiten Sehenswürdigkeit
Hier vollbrachte Herkules seine größten Taten. Und hier hatte er seine Ferienvilla, die im Palast von Knossos aufgegangen war. Aber Archäologen sprechen von der Charakteristik eines Eisbergs: 9/10 dieses Mehrzweckbaus liegen demnach noch im geschichtlichen Dunkel. Was das eine Zehntel betrifft, ist der Palast von Knossos einer der besterhaltenen komplett rekonstruierten Tempelanlagen der minoischen Kultur.
Bearbeiten Geschichte
Der Komplex wurde von Zeus ursprünglich konzipiert, um unliebsame Gegner seines Lieblingssohnes in den weitverzweigten Labyrinthen mürbe zu machen und ihm zu erleichtern, seinen jugendlichen Ruhm zu mehren. Leider starb Herakles früh und andere Familien bezogen den riesigen Bau. Überliefert ist eine weitere Geschichte aus der griechischen Mythologie, als der große Held Theseus als Nachmieter Herkulesses seine Geliebte Ariadne verließ, um Zigaretten zu holen und sich dabei furchtbar verirrte. Immer wieder rief er nach seiner Geliebten, doch die eitle Ariadne bemängelte den Satzbau und den unsauberen Imperativ. Außerdem fehlte ihr der rote Faden in seinen angstvollen Ausführungen, so dass sein Tun in der Rezeption äußerst mangelhaft bewertet wurde. Legendär sind ihre Korrekturen: "Nein, es heißt nicht <<ich fürchte mich vor dem Dunkel>>, sondern <<ich fürchte mich vor des Dunkels Gefahren>>!" Theseus sollte nur durch einen zufällig getroffenen Stier überleben, der ihm den Weg nach draußen zeigte.
Nachdem sich die Götter langsam aber sicher zur Ruhe gesetzt hatten, schlackerte Iraklio als Beiboot der Geschichte Griechenlands durch die Jahrhunderte. Die Nationalität der Stadt wechselte dabei so oft, dass per Zufall das Flaggenalphabet erfunden wurde, welches sich als Kommunikationsgrundlage im Schiffsverkehr durchsetzen sollte. Im Mittelalter waren Kreuzzüge oft die einzige Möglichkeit für insolvente Staaten, ohne schlechtes Gewissen zinsfreie Darlehen aufzunehmen. Aus exilbyzanthinischer Sicht galt es Anfang des 13. Jahrhunderts den unliebsamen neuen Herrscher Konstantinopels zu vertreiben. Die ursprüngliche Prinzengarde lobte für den Fall des Falles Alexios III. als Preis für die Herstellung der alten Machtverhältnisse die ganze Insel aus. Der Verlust dieser Immobilie sollte mit der Umleitung des Kreuzzuges über byzantinisches Gebiet gegenfinanziert werden. Das war Grund genug für den einmarschierenden Bonifatius, den Waffenbruder Venedig für Iraklio zu begeistern. Unter Vorlage falscher Bilder und geschönter Bilanzen tauschte er mit dem Geschlecht der Gondolieres Kreta gegen das marode Thessaloniki und sollte Recht behalten.
Bearbeiten Leandros
Aktien sind Teil an einem werthaltigen Objekt, ein Stück gewachsener wirtschaftlicher Größe oder auch Schwäche. Ob man aber nun etwas in eine prosperierende indische Tuchfabrik gesteckt hat, die dank der exklusiven Lizenz multinationaler Textilhandelsunternehmen sehr viel in Ausbildungsplätze junger Arbeitnehmer investieren kann, für das gleiche Geld zwei griechische Tuchfabriken kauft oder die "Charon AG" im Fährbetrieb über den Styx nun die neuen EU-Umweltschutzrichtlinien einhalten muss. Im schlimmsten Fall kann man immer noch steuerwirksame Rücklagen bilden. Egal wie mans macht - man kann nicht verlieren. Die erfolgreiche griechische, sehr heimatbewusste Sängerin Vicky Leandros suchte daher nicht lange nach einer Anlagemöglichkeit für ihr beträchtliches, in Deutschland erworbenes Vermögen. Mit einer unscheinbaren Aktie aus einem Spirituosen-Fonds namens "Oύζο Πειραιάς 2012" erwarb sie die griechische Stadt "Ouzo(R)Piräus" zu einem Preis von 25 Euro nach Abzug der Börsenumsatzsteuer.
Bearbeiten Stadtbild
Hegen auch Sie vielfältige Erwartungen an Ihren Urlaubsort? Möchten Sie Bildung mit Ruhe und Erholung, mit der Authentizität der Gastgeber verbinden? Brauchen Sie auch weltstädtisches Flair? Dann ist dies ist aber wahrhaftig kein gewöhnlicher Pauschalurlaub! Wir versprechen Ihnen: Sie brauchen dafür nicht mehrere Reisen zu buchen, sondern nur eine einzige! Besuchen Sie Leandros mit einem unserer Charterunternehmen zur See, zu Land oder mit dem Flugzeug und werden Sie Zeuge eines unvergesslichen Urlaubes an der Pforte des Ionischen Meeres mit seinen 1000 zauberhaften Eilanden. Lassen Sie sich von griechischer Gastfreundschaft, Geselligkeit bis in die frühen Morgenstunden und ortstypischen Spezialitäten wie bestem Wein aus nahen Hanglagen verwöhnen. Werden Sie Zaungast griechischer Lebensfreude! Ganz in der Nähe der griechischen Metropole als einer der Weltkulturhauptstädte finden Sie unkompliziert schnell provinzielle, unverfälschte Lebensart in griechischen Gasthaushalten des piräischen Umlandes. Vielleicht möchten Sie auch einfach das Mikroklima des saronischen Golfstroms kennenlernen, durch dessen Wellen Schiffer in ihren Booten in romantischen Mondnächten gegen den Kai antanzen?
Bearbeiten Die griechische Sprache
Nur der Unbedarfte vermutet, dass mit griechischen Lettern benannte kryptische Winkelbezeichnungen und bestimmte mathematische Konstanten der einzige Auswuchs der griechischen Schrift in die heutige moderne Zeit des EU-Bildungsbürgertums sei. Griechisch wird nicht nur von in der Heimat Gebliebenen, Gastarbeitern oder hiesigen Restaurantbesitzern (hier zur Erschwerung der Kommunikation bei Reklamationen) gesprochen. Sie lebt auch an deutschen Schulen und in den meisten modernen europäischen Sprachen fort und ist somit neben Wein und Oliven der erfolgreichste Exportartikel dieses eigenartigen Landes.
Bearbeiten Unregelmäßigkeit ist die Regel
Der griechische Wortschatz, der durch einwandernde Volks- und Sprachgruppen durch die Jahrtausende verändert und auch immer wieder kontaminiert und falsch dekontaminiert wurde, steht beispielhaft dafür, dass sich kaum allgemeingültige Regeln in der griechischen Sprache finden lassen. Immer wieder wird auf die Besonderheit des einzelnen Individuums und den Grad ihrer Glaubwürdigkeit abgestellt wird und nicht plump auf ihre Ableitbarkeit von Stammformen. So ist es bspw. schwierig, eine wirksame Beleidigung auszusprechen. Selbst wenn eine allgemein als "Hohlkopf" anerkannte Person als Hohlkopf bezeichnet wird, mag dies in anderen Sprachen vielleicht als Affront vom Angesprochenen empfunden werden. Der Grieche ist aber von alters her so selbstbewusst, dass er freigiebig jede Form von Kritik zulässt, weil er sie eh nicht ernst nimmt. Andersherum betrachtet wird der Masse - ganz der Demokrat! - die Freiheit der Meinungsäußerung zugestanden. Und die Antwort kann dann nur eine Diskussion sein, in der er den Standpunkt des Diskutanten und Moderators gleichzeitig einnimmt. Der "Hohlkopf" trifft als Fehdehandschuh also regelmäßig nicht die Wange, sondern wird auf den Tisch gelegt, ein oder mehrere Ouzo getrunken und stundenlang über die Dialektik menschlichen Seins philosophiert.
Bearbeiten Zeiten
Einzigartig für den indogermanischen Sprachstamm ist die Verwendung von fünf unterschiedlichen Zeiten, die sich auf die Vergangenheit beziehen.
- Vergangenheit: gerade passiert
- Vergangenheit: letzte Woche passiert
- Vergangenheit: letztes Jahr passiert
- Vergangenheit: n. Chr. passiert (Vergangenheit [unbestimmt])
- Vergangenheit: v. Chr. passiert (Vergangenheit [Perfekt])
Aus der Vergangenheit werden mit Hilfe des Konjunktivs auch die Future i. S. eines gebrochenen Plusquamperfekt II gebildet. So heißt es eben nicht: "Ich werde die Schulden bezahlen" sondern "Ich hätte die Schulden zu zahlen gehabt"
Nachfolgend eine Liste mit den Vergangenheitsformen aller bekannten griechischen Verben:
Bearbeiten Geschichte
Bearbeiten Der Vorgänger der Linealschrift B
Schon seit etwa 4000 Jahren sucht man im Rahmen intensiver Forschungen nach dem verbindenden kommunikativen Glied zwischen den Kulturen Südosteuropas und dem Nahen Osten vor der Zeit der Mykener. Funde belegen einen regen Handelsverkehr zwischen den beteiligten Völkern, aus denen sich jedoch erst 1000 Jahre später der indogermanische Sprachstamm (Kunstwort aus Inder, Indianer und Germane, um die Herkunftsbandbreite der Sprecher zu umfassen) entwickeln sollte. Doch mit welcher Sprache (und über was) unterhielten sich diese Stämme? Aufgrund rekonstruierter Tonwaren aus dieser Zeit behalf man sich mittels einfacher Konstrukte, um die sprachliche Infrastruktur erklären zu helfen, freilich ohne globalen wissenschaftlichen Konsens und mit zum Teil sehr heftigen polemisch Streitereien:
- Onomatopoetische Epileptik – Hier geht man davon aus, dass man in einer Art von selbst verständlicher Zeichensprache miteinander agierte (davon hat sich bspw. das Hochhalten eines kreisenden Zeigefingers zum Bestellen einer Runde erhalten)
- analphabetische Kursivletter – da die allermeisten Menschen in der Klassik Griechenlands ohnehin Analphabeten gewesen sind, brauchte es keine Schrift im eigentlichen Sinne. Die wenigen Zeichen, die zur Versinnbildlichung einfacher Dinge wie Zustände erforderlich waren, wurden nur nachgemalt und von den Übermittlern der Schriftstücke mündlich (irgendwie) erklärt (schriftliche Redundanz).
- Zypro-hypothetische Kurzschrift – eine Schrift, die als ursprüngliche Bemalung eines auf Zypern gefundenen Kruges vermutet wird. Man geht davon aus, dass sie aufgrund der winzigen Ausmaße des Behälters nur aus Abkürzungen bestanden haben kann. Dies würde eine hohe Praktikabilität bedingen: denn vielfach wurden - nach zeitgenössischen Aufzeichnungen - Lebensmittel (Stichwort Melonenritzen) bekritzelt, hätte also mit einer Minimalschrift auch Hungersnöten vorgebeugt und überhaupt bürokratische Vorgänge beschleunigt, eben Zeit gespart, die schon immer das kostbarste menschliche Gut war.
Während Abrissarbeiten im heutigen Heraklion auf Kreta in der Nähe eines Bahnhofs (Gleis ¾) fand man Mitte der fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts unfreiwillig in Ziegel-Fragmenten Pamphlete vermutlich ökopolitischer Meinungsvertreter. Da die Steine sofort wiederverbaut werden mussten sollten, war die Zeit knapp, doch reichte, um eine Nachkommenschaft von der Linealschrift B ausschließen zu können. Die Zeichen waren noch älter und schienen aus der freien Hand heraus gezeichnet worden zu sein! Das erhaltene Zeichen enthielt ein wellenförmiges Symbol, das gleich neben einer versinnbildlichten Behausung gesetzt war, vermutlich eine frühe Prognose zur Folge der Globalen Erwärmung. Die Sprachforscher waren sensationell berührt, sich im Angesicht eines Artefakts einer bisher noch völlig unbekannten Schrift befunden zu haben. Man einigte sich, sie Schrift A vom Typ minoisch, metastasierend, diffus und okkult zu nennen, da sie unter den archäologischen Spateln anderer Wissenschaftler in Griechenland auf immer wieder neuen Gegenständen auftauchte. Viele Funde erregten den Unmut ansässiger Kaufleute in sonst gut fluktuierten Innenstädten, da die Umsatzverluste nur durch größere Investitionen in Antiquitäten-Sortimente wettgemacht werden mussten.
Sprachwissenschaftlich war nun eine genetische Untersuchung der Sprecher linguistischer Abkömmlinge besonders interessant. So machte man im gesamten europäischen Sprachraum DNS-Untersuchungen und setzte sie in Relation zueinander. Dabei wurden teils obskure, teils bereits bekannte Zusammenhänge entdeckt. Bekannt war die enge Verflechtung der römischen mit der griechischen Sprache. Neu war, dass sich vor Jahrtausenden in der altgriechischen Sprache eine Art enklavische Blase türkischer Sprachgastkultur befunden haben muss. Dieses nun wissenschaftlich bestätigte Bindeglied wurde tagelang von den befreundeten Staaten, vor allem auf der Insel Zypern, gefeiert.
Bearbeiten Berühmte Schriftsteller und Dichter
Das Ansehen in der literarischen Fachwelt ist von der Eigenheit geprägt, der Chronologie einen besonderen Stellenwert einzuräumen. Dieses etwas unkritische Verhalten verstellt manchmal den Blick auf die Qualität, um deren Klassifikation sonst gnadenlos gerungen wird. Deshalb zählen nahezu alle Frühwerke der griechischen Schreiberlinge zur Weltliteratur, weil diese meist zuerst Epos, Lyrik, Drama oder Poesie veröffentlicht hatten. Es war wie bei der Geschichte des Hasen mit dem Igel: Mit dem druckfrischen Werk in der Hand in Richtung Lektoriat kam man an den Schaufenstern der Bibliotheken vorbei und sah dort bereits griechische Ware ausliegen. So wurden bei jüngsten Ausgrabungen in der heutigen Türkei mehrere Dramen hethitischen Ursprungs auf Papyrus vorgefunden, die allerdings ca. 100 Jahre nach der "Odyssee" entstanden waren. Ein Kritiker bemerkte, dass im Vergleich zu Homers holprigem Original ein wesentlich flüssigerer Schreibstil voll intelligenten Wortwitzes gepflegt wurde. Dramatisch sei die Spannung mit Humor und psychologischem Feingespür gepaart und schließlich die Figur des gebrochenen, aber sympathischen Helden, mit einer spannenden Zunahme widriger Umstände zu einer überaschenden Konklusion geführt worden, die seinesgleichen suche. Das Werk kann weiter an der Originalstelle betrachtet werden.
Es stellt sich also die Frage, wie die Griechen abgesehen vom Übermaß an Zeit gegenüber dem Rest der Welt zuerst die Bestsellerlisten (Bild) führen konnten. Vermutet wird die Ausnutzung eines Monopols, das aus der makedonisch-griechischen Dynastie der Ptolemäer entstanden war. So konnten sich nur sehr reiche Leute Papyrus leisten, um ihre literarischen Ergüsse dauerhaft festzuhalten. Menschen aus dem Volk waren gezwungen, mit leicht verderblichen großblättrigen Pflanzen zu arbeiten, die gern auch anderweitig verwendet wurden. Manchmal schien die Not bzw. dichterische Mitteilungsbedürftigkeit sehr groß gewesen zu sein, so dass auch bei anderer Bestimmung die Rückseite herhalten musste, um z. B. noch einen Liebesbrief des Helden zu skizzieren. Überliefert sind die Worte eines griechischen Literaturkritikers, der zu einem jungen Dichter aus Pergamon gesagt hatte: "DAS ist scheiße!".
Bearbeiten Domestos (um 1000 v. Chr.)
Auch das enorme kreative Potenzial der ersten Toilettenhäuschen nutzten die antiken Griechen als erste. Da diese unter griechischer Lizenz in großer Zahl in Nahost - im Grunde nur etwa 100 km weiter südöstlich in der Türkei - gefertigt wurden, waren sie zum Zeitpunkt der Auslieferung oftmals schlimmer bekritzelt als ein Männerklo auf einem Abenteuerparkplatz an der A1. Doch unter allen sticht der Mann der ersten Stunde der Toilettensprüche hervor: Domestos. Die altphilologische Forschung ist hier jedoch erst am Anfang: vermutlich handelte es sich um einen aus Thrakien stammenden Sportspätstudent, Mittelschichtler, der 34jährig 998 v. Chr. eine "schöne Lydia" mit zwei Kindern aus erster Ehe heiratete. Eines seiner bekanntesten Werke - vermutlich seiner Sturm- und Drangzeit zuzurechnen, die von mangelnder Orientierung an gefestigte gesellschaftliche Strukturen gekennzeichnet war - ist heute noch im griechischen Nationalmuseum in Athen zu bewundern: "Athene hat schöne Beene".
Bearbeiten HomerTM Simpson
Mittlerweile vermutet man, dass aufgrund der unterschiedlichen Schreibstile, Satzlängen und der Vielfalt der verwendeten (Kraft-)Ausdrücke zur Verstärkung der Dramatik oder der Authentizität verschiedene Ghostwriter unter dem bewährten Pseudonym posteten (Posting altgr.: [etwas] einem unzuverlässigen Dritten anvertrauen, ursprünglich: Wind und Wetter übergeben/überlassen). Das klassische Bild des armen Wandersängers, das sich bis ins Mittelalter steter Beliebtheit erfreuen sollte, wurde als erstes bei der Diskussion um Homers Identität in der Literaturgeschichte geprägt. Um Reklamationsansprüche und Volksverhetzungsanklagen im Keim mit Mitleid zu ersticken, wurde die Vorstellung eines mittellosen Prähartzvieristen auch von vielen anderen Autoren bereits zu Lebzeiten gefördert, z.B. bei Walter von der Vögelweide oder Rumi - einem bedeutenden Sufisten. Mitunter erreichten sie und auch die späteren Verleger, wenngleich die Schreiberlinge anonym in luxuriösen Apartments gelebt hatten, gar eine Verklärung der Autorenschaft ins Romantische oder gar Mythologische. Damit wird klar, dass schon immer die Geschichte um die Geschichte einen hohen Stellenwert einnahm und als "hors d'oeuvre" die Verkaufszahlen in die Höhe trieb. Nicht auszudenken, wenn nachgewiesenermaßen ein griechischer Fußpfleger mit 40-Stunden-Woche, der regelmäßig die Steuern bezahlte, die Illias geschrieben hätte!
Bearbeiten Kurze Werkschau
- Ilias - Zickenkrieg unter Göttern, Halbgöttern und Helden: nur der stirbt unverdrossen, der vorher eine Versicherung abgeschlossen!
- Odyssee - Irrungen und Wirrungen eines Erlebnisurlaubes, mit Wildwasserfahrten im Mittelmeer, einem Gourmet-Lunch - Rind (Medium) an Salzwasserkruste vom Pinienholzgrill - auf einer sonnenverwöhnten Insel und einem unvergesslichen Konzerthappening einer Newcomer-Band. Nach einer Affäre mit einer lokalen Schönheit kehrt der reuige Tourist zu seiner Frau zurück: Zu Hause ist es immer noch am schönsten!
Bearbeiten Ayşe
Ayşe ist eine griechische Tragödiendichterin, deren Werk sich vor allem um die oft beschworene griechisch-türkische Freundschaft dreht.
Sie hat eines der bedeutendsten Gedichte in der zyprischen Literaturgeschichte hinterlassen:
Bearbeiten Alexis Sorbas
Sorbas einziger Roman "Nikos Kazantzakis" wird von einem guten Teil der Fachliteratur als autobiografischer Schelmenroman missverstanden. Hier wird unbewusst mit alten tradierten Wertevorstellungen gebrochen und so Heimat unfreiwillig nur noch als realitätsfernes Postkartenidyll kolportiert. Die Arbeit entstand in der us-amerikanischen Heimat des Geburts-Exil-Griechen, der nur aus Erzählungen der Eltern und Großeltern die Heimat seiner Familie kennenlernte. Daraus entstand die Idee, ein hypothetisches Auslands-Tagebuch eines Daheimgebliebenen zu erstellen, das jedoch in der drastischen Abfolge der Ereignisse derart gestelzt wirkt, um entweder als ein ironisches Pamphlet gegen die griechische Lebensart oder einfach als eine Ansammlung von aufgegebenen Versuchen, den Leser zu unterhalten, verstanden zu werden. In der endgültigen Fassung wurden die Tagesdaten entfernt, um einen besseren Lesefluss zu gewährleisten. Letztlich kann es sich beim Roman, wie ausführlich in mehreren Untersuchungen der literaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Aurichs dargestellt wurde, nur um einen Vertreter der postmodernen Deppenliteratur handeln.
Bearbeiten Ursprüngliche Fassung
Gegenstand der Untersuchung war die ursprüngliche Fassung, die die "Chicago Sun-Times" als einzelne Kapitel noch vor der Buchveröffentlichung in der deutschen Ausgabe von 1941-1945 abdruckte.
- 1916
- 1917
- Frühjahr 1916
- Das Bergwerk
- Meine ... (überarbeiten!)
- In der Taverne
- 23.12.
18191918 - ... noch hier !
- Gründe nie ein Bergwerk in Griechenland!
- Nikos Selbstmord und die folgenden Erlebnisse (unsere) (ursprünglich erstes Kapitel)
- 25.12..
- Mutter
- Frühjahr
- In der Taverne (2)
- Ende im Gelände
Bearbeiten Wirtschaft und Soziales
Bearbeiten Mediale Inszenierung
In den Medien hat sich mittlerweile das Bild eines hochverschuldeten, industriell rückständigen, ja verarmten, aber korrupten und ignoranten Griechenlands gefestigt, das jedoch keiner objektiven ökonomischen Überprüfung der beiden Standbeine dieses etablierten EU-Staates, der ja immer auch Unternehmen ist, standhält: Informell funktionierende Bürokratie mit Steuerhinterziehungs- und Rentenversicherungs-Incentives auf der Basis eines soliden privaten wie gewerblichen Subventionskonsums.
Bearbeiten Bürokratischer Rückhalt
Als Basis allen wirtschaftlichen Tuns analog zur ehemaligen Wirtschaftsmacht DDR dient eine von der Politik und ökonomischen Rahmenbedingungen autarke Bürokratie, die streng antihierarchisch nahezu alle Aufgaben gegenseitig zu delegieren in der Lage ist. So sind dem griechischen Staatsbürger behördliche Ressorts und die Aufteilung von Arbeitsbereichen fremd. Wenn man etwas mit dem Staat zu regeln hat, geht man zum "Amt" und bringt in einem Zimmer, vor dem halt niemand wartet, sein Anliegen vor. Das Parteibuch ist für den involvierten Mitarbeiter generell uninteressant, da wird sogar eher auf ein vorhandenes Sparbuch geachtet. Er wird als offizieller Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde Athen-Süd gerne den Bauantrag entgegennehmen, nachdem ein Ausbau eines UNESCO geschützten Tempels auf Kreta gewünscht wird. Die speziellen Ausführungen und Wünsche im Antrag des Bürgers erhält er in gebündelter Form in einem neutralen, nicht beschrifteten Umschlag, damit ein in diesem Kontext nur verwirrendes Ablagesystem vermieden und individuelle Behandlung garantiert werden kann. Nun in der Schuld des Bürgers stehend wird er das Anliegen für den Kollegen vorarbeiten, damit dieser es mit reduziertem Informationsumfang (nur der Rest bleibt im Kuvert) zeitnah umsetzen kann.
Ein Prinzip, auf das der griechische Staat zu Recht stolz sein darf. Es folgt den Gesetzmäßigkeiten der Arbeitsteilung in stringentester Form, hilft Missverständnisse vermeiden und sorgt dafür, dass durch Papierersparnis der Wald geschont wird. Diese informationelle Rationalität mit einem guten Schuss Verständnis für praktische Probleme, ohne unnötig Beweismaterial aufzuhäufen, zeichnet alle behördlichen Zweige aus. Mit dem beschriebenen Fluss von Zusatzwünschen, auf den Ort, die Dauer oder die Art der behördlichen Erledigung gerichtet, entsteht zwischen den einzelnen Instanzen gar ein eigener Markt als Ergebnis von Angebot und Nachfrage. Sukzessive Terminänderungen zugunsten des Bürgers sind so fast schon die Regel:
- "....also bis Ende März dauert das bestimmt...ja, natürlich NÄCHSTES Jahr!"
- "...hm, also wenn das so ist....sagen wir...in zwei Monaten haben Sie Post...!"
- "...oh, damit hatte ich ja gar nicht gerechnet...nächste Woche!"
Natürlich schafft die innerbehördliche Rationalisierung in dieser Form auch Freiräume. Wenn aber im eigenen Ressort einmal nicht so viel zu tun ist, springt man für den Kollegen auf der Baustelle ein, der bspw. für die Kontrolle von Schwarzarbeit zuständig ist. Im Ergebnis darf man vom nationalökonomisch idealisierten Zustand der bürokratischen Vollbeschäftigung sprechen.
Bearbeiten Steuerhinterziehung für den Staat
Steuerhinterziehung ist in Griechenland kein Kavaliersdelikt, es wird von allen Bevölkerungsschichten betrieben. Dies liegt zum einen daran, dass sich - ganz in der demokratischen Tradition - niemand den Genuss dieser Benefits vorenthalten will und an der Tatsache, dass man von gesetzgeberischer Seite keine offiziellen "Schlupflöcher" für Steuermüde vorgesehen hatte, da der Verwaltungsaufwand zur Unterscheidung zwischen legaler Ausnutzung einer Gesetzeslücke und illegaler Unterschlagung von Angaben als zu aufwändig angesehen wurde. Daher hat sich eine Steuerhinterziehungskultur herangebildet, die sich frei von legislativen Zwängen selbst verwaltet und sich nur dies nimmt, was sie selbst (zusätzlich) zum Leben braucht. Diese freiwillige Selbstkontrolle funktioniert ausgesprochen gut, so dass sogar noch weite Teile der personell ohnehin schon schmal bemessenen fiskalischen Behörden bereits in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts in den Frühruhestand verabschiedet werden konnten. Selbst wenn dies damals auch Leute betraf, die sich mit weniger als 20 Jahren Lebensalter noch in ihrer Ausbildung befanden, lohnt sich diese Maßnahme immer noch. Der Aufwand an zu zahlender Leibrente wird dem Steueraufkommen entgegen gerechnet, das trotz Steuerhinterziehung noch ins Staatssäckel floss und gleich zweimal zur Zahlung des Altersruhegeldes langt.
So erweist sich das Steuerhinterziehungsverhalten als Staatsdienst zur Rationalisierung der Personalkosten und Vereinfachung der Gesetzgebung.
Bearbeiten Zeitlose Rentenpolitik
Das griechische Wort für Ruhestand und Tod ist dasselbe. So ist die tiefe, kulturelle Verankerung und gegenseitige Verflechtung der Begriffe "Ruhe" und "Schlaf", "Tod" und "Sterben", wie auch "Hilfe" und "Nachhilfe" seit Menschengedenken auch ein Stück Sprache geworden, das sich etwa durch neuere Tendenzen, gar von der EU-Hoheit in Brüssel, nur schwer reformieren lässt. In der Konsequenz dieser Begrifflichkeiten ist es nur logisch, dass der treusorgende Staat seine Bürger auch nach ihrem Ableben umsorgt. Und das nicht nur wie in Deutschland durch regelmäßige Updates der Friedhofs-Ordnung oder die steuerliche Begünstigung von Sterbe-Versicherungen, sondern durch eine direkte, aktive Förderung der lieben Verstorbenen. So wird die Rente in aller weiterbezahlt, bis mindestens das statistische Durchschnittsalter beim Toten erreicht worden wäre, so dass eine Grundversorgung immer sichergestellt ist. Diese Praxis hat in der letzten Zeit den Eifer der Brüsseler Bürokraten erweckt, verbunden mit der Forderung, dass die an Tote gezahlten Renten nicht den Richtlinien entsprächen. Im Moment befindet sich dieses (künstliche) Problem noch in der Diskussion, da von griechischer Seite aus zurückgefragt wurde, an wen das ganze Geld denn nun ausbezahlt werden solle.
Bearbeiten Subventionspolitik
Viele Landwirte in der EU sehen sich am Anfang der Erntesaison der existentiellen Frage ausgesetzt: Mit welchen Preisen wird meine Überproduktion wohl subventioniert? Man mag kaum glauben, dass lt. Erhebungen der EU ca. 95 % der griechischen Landwirte in die Reis- und Maniokproduktion involviert ist. Aber so wie die unternehmerische Kreativität manchmal doch gewissen natürlichen Gegebenheiten gehorchen muss, sind auch der Produktivität durch Faktoren, wie Bodenbeschaffenheit, den Bestimmungen über die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln oder eben das Wetter manchmal Grenzen gesetzt. Letzteres stellt einen wichtigen Parameter für die Berechnung von Subventionen dar: je heißer das Klima, je größer ist die Gefahr, dass die "Ernte" verdorrt, je höher ist der Verdienstausfall. Mag man bei einem so kleinen Land verwundert über die Höhe der bezogenen Subventionen sein: es gibt ja auch hier die Dreifelderwirtschaft, heißt, die Ernte kann pro Feld gleich drei Mal pro Jahr ausfallen!
So nimmt Griechenland unter den Staaten der EU eine führende Rolle bei den Subventionseinnahmen ein. Man führt fast in jeder Sparte die Statistiken an, wenn es im Vergleich zwischen Soll- und Ist-Ernte geht. Ein Skandal im Juli 2011 ließ dabei tiefer in das komplizierte Benefiz-Getriebe der EU blicken. So hat jeder Staat eine Art Dispo-Kredit, der freilich nur im Rahmen der EU-Kommissionsgesetze ausgeschöpft werden darf. Erweist sich die Abhebung im Nachhinein als illegal, irrtümlich, irrelevant oder von jedem etwas ist das Konto sofort wieder auszugleichen. Die einzige innenpolitische Alternative, die der griechische Agrarminister Kostas Skandalidis (der heißt wirklich so!!11) hat, ist innenpolitisch auf Verfehlungen des Vorgängers hinzuweisen. Außenpolitisch bediente man sich des bewährten Prinzips, überregionale Transitwege mit Schilden aus bauernbesetzten Traktoren abzusperren.
Bearbeiten Tourismus
Griechenlands wichtigstes ökonomisches Standbein bleibt der Tourismus. Die Vertreter dieser Branche sahen es schon immer als Vaterschaftslandsdienst an, mit besonders pfiffigen Angeboten ("Bildungsreisen zu Abgasuntersuchungen in der Altstadt Athens) und günstigsten Preis-/Leistungsverhältnissen ("199 Euro Vollpension inkl. Busreise in die olympische Riviera nach Chalkidiki für drei Personen und drei Wochen inkl. Jahresgutschein beim Imbiss-Wahlgriechen zuhause und und und...") neue Kundenbereiche zu erschließen, um die heimische Wirtschaft anzukurbeln. Freilich trifft man auch auf günstig bereiteten Boden, denn hohe Arbeitslosigkeit und Niedriglohnbranchen beeinflussen sich gegenseitig positiv. Außerdem kann man so sicher wie nirgendwo anders in Europa sein, von wirklich adäquat ausgebildetem Personal im Urlaub bedient zu werden. Zwar rücken die Bediensteten nicht gerne damit heraus, aber nach ein paar Ouzo oder einem Warengutschein für fünf Euro für den Aldi wird klar, dass man soeben von einem promovierten Physiker bekellnert, von einer Kunsthistorikerin in spe massiert wurde oder von einer Handwerksmeisterin das Bett gemacht bekommen hat.
Aufgrund der geologischen Vielfalt kann Griechenland auch in puncto Aussicht, Wetter und Ambiente nahezu jeden Anspruch befriedigen. Sehr beliebt ist die sagenumwobene Inselwelt, wie die Ionischen Inseln, die – etwas fragil - nach jedem leichteren Beben in neue Splittergruppen verfallen und dann neu kartographiert werden müssen. Die Bewohner der Eilande im Ägäischen Meer leben in einer Postkartenidylle voll stolzer Beschaulichkeit und befinden sich gerade in der Diskussion über die Folgen der deutschen Besatzungszeit.
Kreta gilt als Vorzeigeinsel, da ihre Bewohner, die Kretins, die ausländerfreundlichsten Gastgeber schlechthin sind. Auffällig ist, dass das Angebot streng auf die Anforderungen der Touristen abgestimmt wurde. Sucht man also etwas Kultur, wird man in Heraklion fündig und gleich am Hafen mit der Penetranz von Flugblattwerfern auf die Tempelruine von Knossos hingewiesen, in der man sich für Stunden verirren kann. Sind einem eher Vergnügungen mit lauter Musik, schlechtem Tanz und billigem Alkohol wichtig, wird man auf Agios Nikolaios fündig. Falls man im Rahmen einer durchsoffenen Nacht hier das erste Mal anlandet, sieht man nur anhand der griechischen Schriftzeichen, dass man sich nicht auf Mallorca befindet. Man wird also keinem Kulturschock ausgesetzt. Der für alle Urlaubsorte dieser Welt propagierte Geheimtipp "Geh dort aus, wo die Einheimischen ausgehen - da ists billiger!!" findet in Griechenland keine Anwendung, da es überall gleich voll und teuer ist. Für die Leute, die wirklich Kultur und Authentizität, eben das wahre Griechenland suchen, gestaltet sich die Suche auch nicht einfacher, da sich die Griechen aus gutem Grund unauffällig unters Urlaubsvolk zu mischen verstehen. Einen Griechen erkennt man nur sicher, wenn er sich in den eigenen vier Wänden befindet, zur Kirche geht oder während des Kartenspiels Rosenkranz betet.
Bearbeiten Politisches System
Bearbeiten Geschichte
Nach neuesten sonderpädagogischen Konzepten wird die Geschichte Griechenlands mittels einer chronologisch geordneten Zeitleiste, über die lange Zeit Verwirrung bestand, mit Hilfe von archetypischen Sinnsprüchen der jeweiligen Epoche zum leichteren Lernen skizziert.
- Die Erde (gr. Gaja) wird geboren ...Bibelspruch...
- Der Himmel entsteht ...Bibelspruch...
- Benutzer Aristoteles loggt sich in der Alexandrinischen Bibliothek ein
etc. pp..
Bearbeiten Die griechisch-orthodoxe Kirche
Wie es die Bezeichnung schon vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine Hardcore-Variante des christlichen Glaubens. Seine Ursprünglichkeit in allen archaischen Riten, seiner Gottesfurcht im wahrsten Sinne des Wortes und die in alle gesellschaftliche Winkel ausstrahlende Macht hat seine Ursache vor allem in der sprichwörtlichen Lasterhaftigkeit des antiken Griechenlands: Knabenliebe, Prostitution - überhaupt das Schnackseln unter freiem Himmel war an der Tagesordnung und wurde von allen Bevölkerungsschichten variantenreich praktiziert. Man trug unter den Gewändern selten etwas "drunter" und der in Strömen fließende Wein wurde nur geopfert, wenn man selbst keinen Schluck mehr vertragen konnte. Auch die Übernahme des dekadenten Reiches durch die Römer änderte an dieser Lebensweise nichts. Im Gegenteil diente diese den neuen Herren als vorbildhaftes Modell für ein glückliches Leben in jeder Lebenslage. Vor allem in der Waagerechten.
Lange konnte sich selbst eine damalige Weltmacht dies nicht leisten, was letztlich zum Kollaps führte. Die durch Verfolgung gebeutelten frühen Christen, deren Glauben folgerichtig durch Märtyrer-Masochismus und Hinrichtungs-Symbolik geprägt war, trafen in Griechenland auf wohl bereiteten Boden. Sie glaubten, allein durch Askese und Busse-Fetischismus das insolvente Volk noch vor dem Höllenfeuer retten zu können und machten nur durch die propagierte Dreifaltigkeit Zugeständnisse an die griechisch-römische Vielgötterei als Gastgeschenk. Die Missionare installierten ein Glaubensbekenntnis, das sogar für damalige Verhältnisse als besonders streng galt. Stundenlange Messen mit den höchsten Weihrauch-Immissionen aller christlichen Glaubensrichtungen, Fastenvorschriften, die jede Diaspora alarmieren würde und drakonische Strafen auch bei grundsätzlich zu belächelnden Fehltritten halfen, das eingeredete schlechte Gewissen zu heilen. Durch die politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutungslosigkeit Griechenlands über die nächsten zweitausend Jahre änderte sich daran auch nichts mehr. So bleibt festzuhalten, dass der heutige Gläubige faktisch immer noch für die Lasterhaftigkeit seiner Vorfahren Busse tun muss.
Das gottgegebene Misstrauen in Bezug auf die potenzielle Liederlichkeit des gemeinen Griechen hielt auch in Bereichen des alltäglichen Lebens Einzug. Die Pflichtreligionszugehörigkeit wird in den Pass als Identifikationsmerkmal eingetragen und jedes Kind hat am griechisch-orthodoxen Religionsunterricht teilzunehmen. Dieses System hilft, Angehörige anderer Religionen als Dissidenten und Anarchisten sicher zu entlarven, wo doch weite Teile der Kleriker - auch wieder mit der Erkenntnis, dass wirklich jeder Mensch für die Sünde prädestiniert sei - in schwerst zugänglichen Klöstern auf Bergen, auf einsamen Inseln, zumindest aber hinter dicken Kirchenmauern weggesperrt werden. So halten griechisch-orthodoxe Priester als Mitglied der "geschlossenen" Abteilung fast nur zu den Gottesdiensten und während Familienfeiern Kontakt zu den Gläubigen und sind bestens darauf vorbereitet, vorgeschlagene Gottesdienst-Verkürzungen, pubertäre Freundschaften oder die Diskussion über klösterlichen Weinanbau polemisch abzuschmettern.
Bearbeiten Kultur
Bearbeiten Architektur
Die griechische Architektur der Antike (im folgenden Säulenbau genannt) beschränkt sich auf drei Baustile: Porös (Kategorie I), brüchig (Kategorie II) sowie lädiert (Kategorie III). Die Zerfallszeiten liegen in jeder der drei Kategorien bei Werten, von denen Atomkraftgegner nur träumen können. Die griechische Architektur der Moderne basiert auf dem Prinzip der Nachhaltigkeit. Heißt: Wenn irgendwo ein Tempel zerfällt, so wird andernorts ein neues Haus errichtet. Damit versucht der griechische Staat gegen das massive Haussterben im Land vorzugehen. Die Problematik ist nämlich folgende: Sämtliche griechische Tempel wurden vor dreitausend bis viertausend Jahren errichtet. Bei prinzipiell gleichlangen Verwitterungsprozessen ist nun der Zeitpunkt gekommen, an dem die Tempel alle - einer nach dem anderen - zerfallen. Griechische Wohnbehausungen werden knapper.
Räumlich betrachtet beschreibt die griechische Architektur nicht nur Bauten auf griechischem Staatsraum, sondern vermehrt auch Gebilde in anderen Ländern. Zum Beispiel gilt sowohl jedes griechische Restaurant als griechische Architektur, als auch jeder Stammgast eben dessen. Griechenland formte seinen Körper.
Ein jedes Gebäude muss jedoch erst einmal geplant und errichtet werden. Der hierfür zuständige griechische Fachbegriff ist der Epimelet, der Bauherr. Von ihm sind jedoch kaum schriftliche Zeugnisse über die Jahrhunderte erhalten geblieben, daher bleibt Raum für Spekulationen. Verständlich, schließlich interessiert das vollendete Gesamtwerk, nicht der Erbauer. Lediglich Gustave Eiffel schaffte es, im Verlauf der Geschichte als Architekt bekannt zu bleiben. Nur war er Franzose und nicht Grieche, weshalb es heute weder die Papaspapouthopalis, noch die Athener Peisistratiden gibt. Ein wenig konnten Archäologen und Griechenland-Experten (die vor den Schuldenberatern!) dennoch aus dem Dunkel der Geschichte herausfischen. So steht nahezu in jedem schlauen Griechenlandbuch, dass Bauherren oftmals Aufträge nur annahmen, weil es sich gut in ihrer Biografie machte, Gyros ganz herrlich mit Zaziki schmeckt und bei besonders großen Projekten der Staat aus Prestigegründen übernahm.
Bearbeiten Tempel
Tempel erzählen eine eigene Geschichte, gezeichnet von der Zeit. Grundlegend zum Erkennen dieser Geschichte: Die verschiedenen Kaugummischichten auf den Böden sind die Jahresringe eines Tempels. Bei entsprechender Freischabung entdeckt man spannende Geschichten oder lange schon vergessene Geheimgänge zu versteckten Kellergewölben.
Bearbeiten Entwicklung
In Ermangelung von Kenntnissen über die Gesetze der Statik und Baukonstruktion schlug man bis zur griechischen Klassik alle Tempelanlagen als kompletten Baukörper aus dem Steinbruch, was die mit der Infrastruktur Betrauten vor geradezu ägyptische Probleme stellte. Man war gezwungen, Baumeister aus dem nahen Nordafrika anzustellen, die ihr Know How teuer zu verkaufen wussten. Auch war es sehr aufwändig, die Bestuhlung des Tempels aus dem Stein zu schälen, da dazu eine umso dickere und wesentlich schwerere Bodenplatte berücksichtigt werden musste, hatte aber den Vorteil, dass anders als in späteren Kirchen kaum Einrichtungsgegenstände gestohlen wurden. Dass es dann doch im Laufe der Zeit geschehen war, zeigen die heute ungemütlichen, leer stehenden und unfertig wirkenden Tempelanlagen. Mit Iktinos wurde einer der bedeutendsten Baumeister der attischen Klassik geboren. Er hatte nach Forderungen der Priesterkaste nach einer volksnahen Kirche die geniale Idee, den geometrischen Körper "Tempel" in seine Einzelteile zu zerlegen, um sie besser in jede Gegend transportieren und dann auch wieder problemlos aufbauen zu können. Die Versuche gingen über in Scheiben geschnittene Säulen, kuchengeviertelte Dächer hin zu den heute bekannten Einzelbauteilen der idealtypischen Form "Boden+Säule+Dach", die allen nachfolgenden Bierpavillons Pate stehen sollte: "Zeig dem Volk ein offenes Haus - schnell sind sie drinnen und dann gucken sie raus!" soll Sokrates schon ausgerufen haben.
Bearbeiten Wechselnde Materialien
Nachdem festgestellt wurde, dass der ständige Transport trotzdem noch tonnenschwerer Einzelbauteile diese mehr und mehr ramponierte und immer noch viel zu zeitaufwändig war, beschloss man, mit der Wahl des Materials wenigstens zusätzliche Probleme zu lösen.
So gab es für Gegenden, die stark von Hungerkatastrophen betroffen waren, die Gebäck-Version mit Nussecken-Giebel und einer Dachversiegelung aus Schokoladen-Glasur. Städte mit hohem Obdachlosenanteil wurden mit besonders großen Tempelanlagen bedacht und in Feindesland versah man den Baukörper mit einem manipulierten Dach, das durch die plötzliche Anwendung der Hebelgesetze die Feinde unter sich begrub.
Bearbeiten Götterspeise
Die Form sollte sich bei allen Versionen nicht mehr verändern, da sie das im Windkanal getestete Enddesign darstellte, das nicht weiter optimiert werden konnte. Allein im südlichen Giebelbereich, der als einziges nicht durch das Copyright geschützt war, konnten sich die Architekten in allegorisierender Weise in bildgewaltiger Figurensprache verewigen. Hier erzählten sie ihre Geschichte, wie sie zur Architektur kamen, die Besonderheiten beim Bau des jeweiligen Tempels, den Preis (für interessierte Neukunden) und die allgemeinen Geschäftsbedingungen des Ingenieurbüros. Nachdem man den vorgeschriebenen Platz für die Vorbereitung der Priester, die Händlerstände und die Toiletten berücksichtigt hatte, blieb meist sogar noch genug Platz für den eigentlichen Götterdienst, den man bei gutem Wetter aber auch gern unter freiem Himmel abhielt. In letzterem Fall diente der Tempel dann als Klangkörper für die Gesänge des Chores.
Bearbeiten Theater
Die griechische Tragödie begann vor langer Zeit auf Kreta, da sich hier zivilisationsmüde Jugendliche überlegten, dass das Leben einen Sinn haben sollte und nur Herumlungern und Perser, Ägypter und andere Touristen zu erschrecken, sie auf Dauer ermattete. Sie erfanden das teatros, eine Art Plattform, die von vielen Seiten eingesehen werden konnte. Hier frönte die Jugend dem, was man Jahre später auf den Rücksitzen enger Automobile durchführte. Die Urform des Theaters war gefunden.
Später empfanden sowohl Schauspieler als auch das Publikum die Darstellung des Aktes als spürbar langweilig und auch Steigerungen durch Hinzufügung exotischer Tiere oder das Herabsenken des Eintrittsalters für Darsteller vermochte niemanden mehr zu fesseln.
Hier trat die nächste Gruppe Nichtstuer auf den Plan: die Schriftsteller, die den Schauspielern aufschrieben, was sie zu sagen haben. Sophokles, Aischylos, Euripides und Aristophanes klingen nicht nur wie gesüßte Weine, es waren auch die Namen der bekanntesten Dichter jener Zeit. Unter Zuhilfenahme griechischen Weines sorgten sie bereits vor 4000 Jahren dafür, dass bis heute auf Theaterbühnen gesprochen wird und Akt-Darstellungen ins Rotlicht-Milieu abgewandert sind. Um ihren Unmut über diese neu entstandene Theatersituation Ausdruck zu verleihen, entstanden zahlreiche Statuen dieser Autoren, die dazu dienten, stellvertretend von den Sterblichen angespuckt zu werden.
Für die Dichter begann eine schlimme Zeit. Geächtet, verschmäht und ohne Beschäftigung wären sie genötigt gewesen, richtige Arbeit anzunehmen. Glücklicherweise fiel ihnen ein, wie die Situation zu retten sei: sie erfanden das dionysische Theater, um die Sagen der Götter darzustellen. Hier durften sie aus dem Vollen schöpfen und Text sowie sexuelle Akte gekonnt verbinden. Allein der Göttervater Zeus lieferte allerlei Tabuthemen, da er weder vor inzestuösen, sodomitischen, sadistischen oder orgiastischen Geschlechtsakten Halt machte, noch sich um andere Moralvorstellungen kümmerte. Er zeugte die komplette erste Staffel des Olymps und seine Kinder lieferten wieder neuen Stoff für die Theaterschreiber. Jetzt trafen Sprache und Darstellung auf Publikumsgeschmack und keine 3800 Jahre später erfanden Ingenieure folgerichtig den ersten Fernsehapparat, der die Fortsetzung des Theaters auf technisch hohem Niveau war und das Theater der hellenistischen Antike ablöste.
Bearbeiten Bildhauerei
Vergleicht man die perfekten Körperformen aus Produkten der Malerei und Bildhauerei, die klassischen Züge oder konkreter: Betonbusen und Knackarsch weiß man ziemlich genau, wie fast alle Teile der Bevölkerung nicht aussehen. Es werden Wunschträume aus geistigem Geifer, aus vielfältigen Idealvorstellungen an die fähigsten Künstler der jeweiligen Zeit übergeben und dies nicht nur aus persönlichem Eigennutz, der vielleicht das glatte abwaschbare Material geschuldet ist. Viele Herrscher der Antike nutzten die Kunstindustrie auch, um durch besonders hochwertige Kult(ur)gegenstände diplomatische Effekte, insb. Bewunderung und Respekt zu erzielen.
Für Griechenland gibt es im Grunde nur eine künstlerisch bedeutsame Epoche: die Klassik, die Vorklassik und die Nachklassik.
Bearbeiten Malerei
Bearbeiten Sport
Bearbeiten Olympische Spiele
Bearbeiten Ringen
Das klassische Ringen entstand nicht wie von schwulen Gruppen vermutet als Möglichkeit, legitim homoerotische Zärtlichkeiten auszutauschen, sondern als besondere Kriegsvariante im antiken Griechenland. Die Kämpfer trugen in der Regel keine Waffen und schmierten ihren gesamten Körper zum Schutz vor Stechmücken, spontanem Zugriff und aus Narzissmus ein. Sie waren als erste biologische Waffe der Menschheitsgeschichte berüchtigt, konnten sie doch die Kampfmoral eines ganzen Heeres untergraben. Ausgefochtene Ringkämpfe hatten damals nur stark symbolischen Charakter und halfen als "Eisbrecher", die Temperatur erhitzte Gemüter abzuleiten und auf warmen Durchschnitt herabzukühlen. Dies gelang vor allem durch den Appell an den Mannesstolz: "Siehe, ich kämpfe OHNE Waffen!" Niemand konnte sich vor ihnen sicher fühlen. Die typischen Merkmale einer "Infektion" bzw. Infiltration sind eine um eine halbe Oktave höhere Stimmlage, weichere, weiblichere Bewegungen und eine Art spastischer Lähmung in Form immer gleicher Körperhaltungen, unter anderem
- Der "Togal"-Griff (zum Kopf)
- Die "Gießkännchen"-Haltung
- Die "Amphoren"-Stellung
- Das Syndrom der abgeknickten Handgelenke
Auch wurden Symptome wie eifriges Kopfzittern beim Echauffieren, ein theatralischer Augenaufschlag oder Schwatzsucht beobachtet.
Als - nicht misszuverstehen - Undercover-Agenten infiltrierten sie in der Regel Monate vor einer geplanten Schlacht die feindlichen Städte und begannen den Kontrahenten ihre Schlechtigkeit vorzuwerfen, an die künftigen Waisen zu erinnern und die vielen Schmerzen vorzuzeichnen, die sie den anderen zuzufügen beabsichtigten. Dabei beriefen sie sich auf die gemeinsamen Wurzeln als
- Europäer
- Eurasier
- Quasi-Asiaten
- Eigentlich-Afrikaner
- Menschen
und brachten der vormals durchorganisierten Gruppe die Wichtigkeit des Einzelnen mit einer alternativen Daseinsform näher: Abendliches Ausgehen, Achten auf die Garderobe, gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme sowie das eine oder andere Begrüssungsküsschen unter Männern, nachdem klargemacht wurde, dass die Heeresführung sie bisher für imperialistische Zwecke ausgenutzt hatte, ja, sie selbst doch auch nur Opfer seien. Während die Verstohlenheit der Küsse ab- und der ausgiebigere Austausch von Zärtlichkeiten in den reinen Männergesellschaften der von Kriegstrossen bestimmten Städte zunahm, zeigte die "Sex Bomb" immer fatalere Ergebnisse. Im Ergebnis war es schließlich unmöglich geworden, eine Gruppe von Diven, Zicken und Püppchen zu regieren, geschweige denn zu kontrollieren und der Kriegszug musste aufgegeben werden.
Bearbeiten Der Marathon
Der Marathon gilt als inoffizieller Bestandteil der klassischen Olympischen Spiele. Hintergrund ist, dass das in der Neuzeit proklamierte olympische Prinzip "Hauptsache, dabei gewesen!" keine Entsprechung in der Antike findet. Im Gegenteil, alles andere als ein Sieg galt als ruchlose Niederlage, die in der Biographie des Unglücklichen eine nicht wieder gutzumachende Schmach darstellte.
So befanden sich alle Sportler in einer gespannten Grundhaltung, ständig gewärtig, nach einem nicht erfolgreichen Abschneiden sofort fliehen zu können, bevor die Personalien festgestellt werden konnten. Aufgrund der Umstände war es nämlich Usus geworden, sich zu den Olympischen Spielen mit frei erfunden Künstlernamen anzumelden. Es ist überliefert, dass der Speerwerfer "Panathinaikos" aus Athen nach dem Übertreten der Wurflinie eine Strecvke von gut 40 Kilometern lief, bevor er endlich seine spottenden Verfolger abschütteln konnte. Dies hat jedoch nichts mit der körperlichen Fitness der Verfolger, sondern der genutzten Pferde zu tun, die als preiswerte Discount-Ware aus Polen schon relativ früh einen Motorschaden hatten.
Bearbeiten Die griechische Küche
Bearbeiten Das Geheimnis ihres Erfolgs
Zwar hat die griechische Küche bislang keine Attribute einer Gourmetküche europäischen Rangs erhalten, konnte aber doch mal still und heimlich, mal mit lärmendem Fresstempelgehabe alle internationale Teller erobern, wenn man zumindest an einem Tag in der Woche zu faul ist, selbst zu kochen. "Wir gehen zum Griechen" mag vielleicht bisweilen eine fast hinter vorgehaltener Hand gesprochene Aufforderung sein, zeugt aber von der orthodoxen Kompatibilität zwischen fast exotischen Gelüsten und einem ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis, die eine perfekte Geschmacksnote generiert: Gyros, Pommes, Majo, mit viel Zwiebeln heute zum halben Preis - und auch sonst immer! Das Erfolgsgeheimnis liegt aber viel tiefer und lässt sich nicht bereits mit einem Blick in eine labbrige Teigtasche entlarven. Erst zur Nachtzeit wird das Marketingkonzept klar, wenn der Türke, der Italiener oder der Chinese schon lange dicht hat.
Will man nun als bouzoukimusikbeschallter Imbissbuden-Konsument künstliche Springbrunnen und fettige Akropolis-Fotos gegen die "wahre" griechische Küche als Urlauber vor Ort eintauschen, wird man im Heimatland von Grillteller und Olivensalat erleben, dass es dort genauso schmeckt, wie in Essen-Kettwig in der umgebauten Trinkhalle. Der Ortswechsel war also gar nicht nötig, was einen einzigartigen Geschmack von Authentizität und Ehrlichkeit verleiht. Die 200 Euro für einen einwöchigen Pauschalurlaub inkl. Flug für zwei Personen hätte man sich also sparen können.
Bearbeiten Die Zutaten
Bearbeiten Die Olive
Die Olive wird bereits seit sechstausend Jahren im griechisch-syrischen Kulturraum kultiviert. Der Prozess ist wohl erst dann abgeschlossen, wenn es keine lästigen Kerne mehr gibt. Obgleich nach dem Geschmack einiger besonders teurer Sorten Gegenteiliges nicht auszuschließen ist, handelt es sich bei vielen heute dargebotenen Früchten aber um deutlich jüngere Produkte der griechischen Landwirtschaft. Der Erfolg dieser Frucht gründet aber nicht auf der Bekömmlichkeit seines Extraktes, sondern weil die Verbraucher denken, er sei bekömmlich und gesund. Im Wettbewerb mit anderen Anbaugütern bei allerdings arg begrenzter Bandbreite kommt der Olivenbaum dem griechischen Naturell am meisten entgegen, weil sich der hiesige Landwirt aufgrund akribischer Qualitätssicherungsvorschriften in den in Abhängigkeit vom Sonnenstand eingeteilten Planquadraten - hilfsweise mit Wolldecken bewerkstelligt - in seinem Hain meist in der liegenden Position befindet, um den Katalysatoreffekt der Sonne bei der Frucht weitgehend unverfälscht entfalten zu lassen. Die Oliven wachsen nämlich von allein und gedeihen dann am besten, wenn sie in Ruhe gelassen werden. So haben die Oliven ihren damaligen Kampf gegen die Früchte aus Wegelagerei in europäischen Nachbarstaaten oder Mittelmeer-Piraterie schon längst souverän gewonnen. Der unglaublich stabile Weltmarktpreis gepressten Olivenöls gibt der Landwirtschaft recht, erinnert manchmal aber noch etwas an die frühere Freibeuterei. In perfekter Symbiose mit dem Bauer und dem griechischen Klima mit nur wenig Wind im Landesinneren haben sich die meisten Pflanzen auf Selbstbestäubung umgestellt, da die Natur dies als pragmatischer erachtete, als mit ausgefeilter Werbung auf genauso "fleißige" Insekten abzuzielen oder mit nur wenig Hoffnung auf ein Lüftchen Genpools auf die Reise zu schicken.
Geerntet wird die Frucht durch hängemattenartige Vorrichtungen, die an jedem Baum installiert sind. Sie müssen richtig eingelegen sein, also eine "bauchige" Form besitzen, denn nur so können sie eine betriebswirtschaftlich optimierte Menge aufnehmen. Durch die hohe Strapazierfähigkeit des Gewebes können sie da noch Früchte aufnehmen, wo sie in Italien bereits längst gerissen wären: ein entscheidender Wettbewerbsvorteil! Griechische Olivenbauern sind europaweit für ihr geübtes Auge berühmt, im Zweifel doch noch ein Weilchen warten zu können, während anderswo bereits eifrig gekeltert, aber die letzte Reife verfehlt wird.
Bearbeiten Meeresfrüchte
Was einst dem griechischen Boden durch den Ausbruch des Supervulkans an fruchtbarer Landmasse versagt blieb, gereicht kulinarischen Meeres-Expeditionen trotz industrieller Ausbeutung zur Ausschöpfung beispielloser Qualität. Erst hier kann der Terminus der "Meeresfrucht" in seiner ihm ureigenen Bedeutungskraft besten Gewissens angewandt werden. Unterschiedliche Deklarationen, die andernorts wie an italienischen oder spanischen Küsten üblich sind, erübrigen sich hier: Nichts mit "Handelsklasse II", "IIa", "gekauft wie gesehen" oder das um sich Werfen mit mittleren Haltbarkeitsdaten, hier gibt es nur "Ia", gleichbedeutend mit "frisch aus dem Meer - woher denn sonst?", mit griechischem Selbstverständnis gewürzt.
Seesterne, Hummer oder Garnelen haaren so auf den Tellern mit gutem Grund verwöhntesten In- und Ausländern der Verspeisung. Die Zubereitung dieser köstlichen Gaben bleibt allerdings vielfach ein Geheimnis der einheimischen Köche. Nur mit viel Mühe konnte einem Ansässigen eines abgelegenen kretischen Bergdorfes ein Rezept für die berühmten Scampis abgerungen werden:
Bearbeiten Gyros
In Gebieten, in denen Askese religiös erzwungen wurde, bediente man sich schon vor zweitausend Jahren der Erkenntnis, dass das bisschen Essen wenigstens "hübsch" sein sollte. Das Auge erwies sich als ein guter Ratgeber für den Erfolg des Gerichtes. Die einzelnen Bestandteile metamorphisieren gewissermaßen Hand in Hand zum Endprodukt hin und das nicht nur, wenn man bei schlechter Kühlung lange genug darauf wartet. Gyros (gr.: schwindeliges Fleisch) war und ist nicht nur wegen seines hohen Nährwerts so beliebt, sondern auch, weil man die kleinen Fleischläppchen in nahezu jede gerade moderne Form pressen kann. Von niedlichen faustgroßen Wesen bis hin zu elefantengroßen Fleischdummies für den sklavenbetriebenen Kurbelgrill ist alles möglich, um dem Gast die Besonderheit des dargebotenen Fleischs vorzugaukeln. Niemand weiß, wer tatsächlich sein Leben lassen musste, aber genausowenig kann jemand sicher ausschließen, dass nicht doch eine exotische, seltene Spezies angeboten wird. Diese Uneingeschränktheit fasziniert. Schönheit mag dabei zwar eine Frage des Geschmacks sein, umso größer aber ist die Empfänglichkeit auch für bescheidene Versuche, je mehr Hunger man hat. Eine Formel, die auch heute noch gilt.
Diese bewährte Tarnkappentaktik der Gastronomen, durch das Pürieren, Zerhäckseln, Zusammensetzen, durch das Verstümmeln mittels diverser Koch- und Bratvorgänge realisiert, wertet die wahre Identität auch ekliger Ingredienzen für das Auge auf. Den Gastwirten mangelt es oft an allem, nur nicht an Phantasie und altbackenen Fladenbroten. So hat auch die als vollkommene Innovation gepriesene Mikroküche, die frisch Verdautes noch exquisit darzustellen weiß ("Fleischnudelwürze an Kartoffelpüree in einer Wodkalache aus dem Naturdarm") im Gyros einen kaum gewürdigten Vorgänger: alles, was nicht bei drei auf den (Oliven-)Bäumen war, wurde zerschnitten, verkleinert und überwürzt, um in optisch neutralisierter Form am Grill Karussell zu fahren, bis sich irgendwann einmal jemand für 3,50 € erbarmt: "Pita ohne alles bitte!"
Bearbeiten Camouflage
Gerade im Gyros offenbart sich die griechische Seele: auch ohne Anlass immer gut aussehen! Auch der Thunfischsalat hat in der Regel eine längere Geschichte hinter sich, bevor er auf dem Teller stehtliegt. Man nimmt die Überbleibsel eines Gerichts mit Meeresfrüchten, also hohle Panzer, leergesaugte Scheren, Zahnstocher, Serviettenreste, Beine von Hummer, Garnelen oder Krebsen. Diese werden fein gemahlen (Tipp: das machen meist die schwarzgekleideten Omas, die auf den Postkarten vor dem Haus sitzen!). Dies ergibt die aquaristische Geschmacksgrundlage für die Fleischstücke, die nicht mehr fürs Gyros verwendet werden konnten bzw. zu oft verwendet wurden. Sodann werden diese lukullisch als Thunfisch verkleidet, indem man das Panzermehl mit geheimnisvollen pikanten Soßen anreichert und "es" mit Zwiebelringen und den unvermeidlichen Oliven garniert. Früher war ein Auftragen des griechischen Salats ein untrügerisches Zeichen dafür, dass die Speisekammer wirklich vor der absoluten Erschöpfung stand und dass der über die Woche gebliebene Besuch nun wirklich nach Hause fahren sollte.
Bearbeiten Griechischer Wein
Jeder Weinkenner sieht die Qualität vor allem durch das Maß bestimmt, wie viele Sonnentage die Reben in ihrer Lebensdauer aufzunehmen vermochten. Die ungeschriebene Regel "Du stirbst nur einmal" scheint aber nicht immer Anwendung zu finden. Manchmal werden die Trauben nach ihrem biologischen Tod auf wundersame Art und Weise, durch labortechnische Kniffe und Beachtung chemikalischer Vorgänge, wiederbelebt und bei Auslese-Produkten mitunter sogar natürliche Prozesse, wie der Vorgang der Fäulnis, mit einbezogen.
Für Kenner lebt und "atmet" der für Griechenland typische schwere Wein in edlen Gefäßen ohnehin ein zweites Mal weiter und wird als Stück lebendiger Kultur vom genusssüchtigen Menschen unabhängig von evtl. vorhandenem Fachwissen und manchmal nur zu dem Zweck, das Gewissen zu betäuben, verinnerlicht und lebt in ihm erneut wankend weiter - oft unter den nüchternen Rahmenbedingungen, die seine finanziellen, beruflichen oder familiären Verhältnisse vorgeben, wobei sein Durst immer das letzte Wort behält: eine Art Rückmetarmorphose vom strahlenden Schein zum armen Schwein - in letzter Konsequenz. In Griechenland sind allerdings keine Probleme mit Alkoholismus bekannt.Der klassische Grieche kann nämlich auch ohne Spaß Alkohol haben, treibt sich mit abgetragenen Klamotten an Busparkplätzen herum, um schanghaiten Urlaubern überteuerte Wohnungen zu vermieten, um schließlich das noch nicht verdiente Geld gleich wieder am Tresen der Taverna gegenrechnen zu lassen. Im Zweifel wird diskutiert und so lange getrunken, bis man den Grund der Auseinandersetzung vergessen hat. Er kennt kein Übergewicht, keine Eheprobleme und keine Leberzirrhose; vielleicht auch nur, weil die Lebenserwartung gar nicht dazu ausreicht, um daran zu leiden geschweige denn sterben zu können.
Die Palette der edlen Weinsorten ist in diesem sonnenverwöhnten Land riesengroß. Man kennt das schon vom Griechen "um die Ecke", der allein auf der Abdeckplatte seines Kühlschranks offene Weine in großer Vielfalt von 1,50 € je Glas bis zu 2,50 € je Flasche feilbietet.
Schon vor 2500 Jahren war es in Griechenland neben dem Anbau von Oliven die lohnenswerteste Investition, sich irgendwo ein Grundstück zu kaufen, Wein anzubauen und einfach zu warten. Dabei wird in dem Zuschauer halbdokumentarischer Streifen das Bild griechischer Weinproduktion generiert, dass angelernte Knaben, einander die Hände haltend, im Dunst aufsteigenden Alkohols in düsteren Kellern die Reben mit ihren nackten Füßen zertreten, um Most herzustellen. Im Zuge einer von Romantik verklärten Vorstellungskraft geht man natürlich allzu gern davon aus, dass sich bis heute daran nichts geändert hat. Doch die Wirklichkeit sieht bei den griechischen Weinbauern im EU-Wettbewerb ganz anders aus: die Knaben kennen ihre Rechte mittlerweile sehr genau und pochen auf die von der Union vorgegebenen Mindestlöhne, Arbeitszeiten und ergonomische Vorgaben, wie auch die Einhaltung von Unfallverhütungsvorschriften. Oft ist dies alles nicht mehr durch eine nach wie vor leidenschaftlich betriebene Familienproduktion wirtschaftlich abzufedern. Daher wird hier oft um die nackte Existenz gekämpft und vielleicht nur das Prädikat "Südhang Akropolishügel", "Athener Mädchentraube" oder "Attische Spätlese" vermögen durch den Markencharakter im Export noch das nötige Scherflein Gewinn einzubringen. Die Hoffnung bleibt. So kann man die Knaben vielleicht auch noch in den nächsten Jahren in den Berg schicken, um sie danach mit bestem Gewissen richtig zu
entlohnen.
Bearbeiten Musik und Tanz
Ist die Stimmung in der Taverna auf dem Höhepunkt, greift man gern zu den Instrumenten, was im Ergebnis aber eher wie ein Ausdruck von Niedergeschlagenheit, ja, Depressivität klingt.
Dafür ist zum Teil die bipolare Veranlagung des klassischen Griechentums verantwortlich, im Moment der größten Freude auch denen zu gedenken, die im Moment nur griechischen Salat zu essen haben. Diese quasi altruistisch-gutmenschliche Haltung gründet auch in der islamischen Musik während der zahlreichen langen Phasen der Gastfreundschaft, die dem befreundeten Volk der Türken geleistet wurde. Deren durch Themen wie unglückliche Liebe, Sehnsucht, Nichtsex, Tod und Verzweiflung bestimmte Musik gilt immer noch als der stärkste Faktor bei der fortwährenden Suche nach der musikalischen Identität und legt sich wie ein schwarzes Tuch über das Volk der Trinkfesten und Feierfröhlichen. Ambivalent angelegt wird im Text eines typischen griechischen Liedes also von eroberten Jungfrauen, gutem Sex und literweise Rotwein fabuliert und es hört sich an, als sei gerade die Ehefrau plus Kinder mit dem besten Freund durchgebrannt, zusätzlich eine tödliche Krankheit diagnostiziert und die staatliche Rente erst ab 55 beschlossen worden. Durchgehend lustige Stücke sind da eher von entfremdeten Sängern im Ausland zu hören, die aber mittlerweile nun komplett von ihrer Vergangenheit leben (s. Demis Roussos), wenn sie nicht als ausgestopfter Botox-Adonis im Dschungel verschlissen werden (s. Costa Cordalis). Einzig Happysongsingerin Nana Mouskouri ("Guten Morgen, Sonnenschein", "Weiße Rosen aus Athen") strahlt mit einem überlegenem Lächeln wie ein ewiges Feuer über der Akropolis in die musikalische Welt hinaus. Allerdings ging es 1959 erst richtig mit der Karriere los, als sie Buddy Hollys Brille auf einer Auktion ersteigert hatte. Die Investition hat sich ausgezahlt.
Ist die Stimmung dann wirklich auf dem Höhepunkt, hat man sich ein Tischtuch um die Schultern (Demis Roussos) gelegt oder Papas Hornbrille auf die Nase gesetzt, werden die Bazookas bis auf die des Nüchternsten beiseitegelegt. In diesem Stadium erhält dieser seltsame Ritus pragmatische Züge: Man hat noch den Heimweg vor sich, ist aber zu betrunken, um ihn allein zu bewerkstelligen. Man möchte aber nicht durch einen "Seemannsgang" auffallen, wenn man Land unter den Füßen hat. Die Lösung der Verlegenheit: Es bildet sich eine mehr oder minder lange Reihe von "Leidensgenossen", die sich gegenseitig in den Arm oder an die Hand nehmen und lauscht der Schrittvorgabe durch den Bazooka-Spieler. Erst vor kurzem konnte die seit Jahrtausenden bestehende Erkenntnis, dass akustische Signale deutlich vor optischen erkannt werden, in der Schlaganfallnachsorge medizinisch bestätigt werden. Selbst lange Reihen stellen auch bei eng begrenzten Örtlichkeiten keine Probleme dar - weder technische, noch logistische (Nachschub) - da die geschlossene Kette um 360 Grad drehbar ist. Dieser Torkelreigen findet als seitlich geschrittene Polonaise letztlich jeden Ausgang. Das nennt man dann Tsatsiki.
↑ Griechische Ärzte werden übrigens nicht als Halbgötter angesehen!

