Schönheit

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Schönheit ist ein abstrakter Begriff, der in der abendländischen Kultur eine außergewöhnliche Rezeption erfuhr. Auch wenn ihr Wesen bis heute nicht zufriedenstellend beschrieben wurde, zeigt sie sich durch die Wirkung des Gefallens, manifestiert sie sich durch die Faszination, die uns aus den Klauen des Weltwillens befreit. Ob es die Schönheit in ihrer reinsten Form (pulchritudo ipsa) überhaupt gibt, wird vor allem seit dem Ende des 19. Jahrhunderts immer wieder in Frage gestellt. So behauptet der große Philosoph Friedrich Nietzsche, dass das Schöne an sich nur ein Wort, aber kein Begriff sei[1]. Sollte er Recht behalten, wäre die Arbeit und Zeitinvestition großer Denker wie Platon oder Kant reine Verschwendung gewesen.

Über das Wesen der Schönheit[Bearbeiten]

Phryne sagte von sich selbst, sie sei schön wie Aphrodite, weshalb sie der Asebie angeklagt wurde, doch durch das Ablegen ihrer Kleidung konnte sie einen Freispruch erwirken.
Noch bevor es die Philosophie überhaupt gab, begannen die damals noch mythisch motivierten Reflexionen über die Schönheit. So ist es der bezaubernde Körper der Geweihten, der Engidu im Gilgameschepos die Ketten anlegt[2]. Homer rückt das Schöne durch die Figur der Helena in die Nähe des Todes[3] und zeigt durch Kalypso die Sinnlosigkeit der Perfektion[4]. Noch bevor Thales von Milet in den Brunnen fallen konnte, hatten die Dichter erkannt, dass weibliche Schönheit Männer zu schwachsinnigen Entscheidungen treibt.

Doch schon die Vorsokratiker gaben sich mit diesem naheliegenden und offensichtlichen Urteil nicht zufrieden. Für Heraklit war Schönheit der Anblick des Werdens aus göttlicher Perspektive[5]. Die Pythagoreer hatten einen pragmatischeren Zugang. Für sie war schön, was passende Proportionen hatte und deshalb als harmonisch bezeichnet werden konnte[6]. Es handelt sich hierbei um einen naheliegenden Gedanken, denn auch wenn die weibliche Brust im Allgemeinen von Männern geschätzt wird, muss ihre Größe dennoch in einem vernünftigen Verhältnis zum restlichen Körper stehen, denn eine Frau, die 145 Centimeter groß ist und deren BH-Größe 110 J beträgt, erfüllt nicht die ästhetischen Standards der Menge. Platon zeigte sich angetan von der Idee der Pythagoreer und war auch der Ansicht, dass Harmonie und Proportion wichtige Faktoren der Schönheit sind, wobei er auch nicht die Erkenntnis der alten Dichter außer Acht ließ und ergänzte, dass eine schöne Seele in einem schönen Körper wohnen müsse, aber ein schöner Körper auch eine hässliche Seele beherbergen kann[7].

Aber Platon wäre nicht Platon, wenn seine Erklärung ohne Ideen auskommen würde, daher ist das Schöne in seiner reinsten Form auch eine intelligible Idee, die in die Nähe des Wahren und des Guten gerückt wird. Aber so ganz wollte der griechische Philosoph nicht auf das Starren und Gaffen verzichten, daher muss man zuerst das Schöne im Körper erkennen, um später die Idee des Schönen mit dem Verstand erfassen zu können[8]. Auch wenn die platonische Ideenlehre schon von Aristoteles kritisiert wurde und daher keine gute Argumentationsbasis für Voyeurismus darstellt, blieben Proportion und Harmonie ein wichtiges Schönheitskriterium, bis Plotin entdeckte, dass auch Farben oder Licht schön sein können.

Diese Szenerie ist nur solange erhaben bis man merkt, dass der Rest der Reisegruppe weg ist und man alleine in der Wüste zurückgelassen wurde.
Er ging sogar weiter und erklärte, dass, falls Proportion das Schönheitskriterium sei, Schönes aus Hässlichem zusammengesetzt sein könnte. Denn letztendlich sei auch die Kaisersemmel, das ästhetische Ideal innerhalb der Gebäckklasse, nur ein Haufen Bröseln. Neben einer Vorliebe für Farben, stand Plotin auch auf lebende Personen, weshalb er pauschal erklärte, dass alle Leichen hässlich seien. Bis heute tobt unter Historikern daher der Streit, ob er wirklich von Nekrophilen und Zombies ermordet wurde. Kurze Zeit später hörte man im Imperium Romanum auf, Löwen mit Christen zu füttern, weshalb die Zahl jener rapide Anstieg.

395 nach Christus erhebt Theodosius I. das Christentum zur Staatsreligion, was gravierende Auswirkungen auf die klassische Philosophie hatte, die immer stärker unterdrückt wurde, da sie zeigte wie dämlich manche Aspekte des Christentums doch sind. Da man aber nicht ganz auf die Erkenntnisse von Aristoteles und Platon verzichten wollte, versuchte man Gott in die philosophischen Theorien hineinzuquetschen. So übernahm Kirchenvater Augustinus im Wesentlichen die Ideenlehre Platons, nur dass die Ideen jetzt die Gedanken Gottes waren, wodurch dem Schönen nun göttlicher Charakter zu Teil wurde[9]. Einige Denker nach ihm formulierten ähnliche Theorien, doch im Großen und Ganzen beschränkte man sich in der ausklingenden Antike und im Mittelalter darauf, brav das abzuschreiben, was christliche Philosophen vor Jahrhunderten geschrieben hatten, da man so wenigstens dem Scheiterhaufen entging.

Daher hielt sich das antike Bild der Schönheit bis in die Neuzeit. Erst Denker wie David Hume machten aus der Schönheit einen subjektiven Begriff, der vom Auge des Betrachters abhängig ist. Edmund Burke ging noch einen Schritt weiter und sprach davon, dass es einen natürlichen und einen erworbenen Geschmack gibt. Der natürliche Geschmack zeigt uns, ob etwas toll oder scheiße ist[10]. Der erworbene Geschmack hingegen hängt vom Individuum ab und kann zum Beispiel dafür sorgen, dass man Scheiße toll findet. Dies erklärt auch die Existenz von Justin-Bieber-Fans.

Des Weiteren teilt Burke ästhetische Empfindungen in zwei Kategorien ein, die von zwei existentialistischen Kräften, nämlich der Wille zu überleben und der Wille sich fortzupflanzen, geprägt werden. Nun ist es so, dass man im Falle einer großen Gefahr eher ängstlich oder panisch reagiert und nicht stehen bleibt, um über die Erhabenheit der bedrohlichen Situation zu stauen. Damit wir diese genießen können, müssen wir wissen, dass uns nichts passiert.

Als zweite Kategorie neben der Erhabenheit verbleibt das Schöne, das nun die ästhetische Komponente der leidenschaftlichen Sinneslust darstellt. Die Einteilung in Erhabenheit und Schönheit wird von Immanuel Kant übernommen, der das Schöne als interessenloses Wohlgefallen definiert und das dadurch erklärt, dass auch andere Dinge Lust verursachen können, die Bedingung der Interessenlosigkeit aber nicht mehr erfüllt sei[11].

Das ist durchaus verständlich, denn es mag zwar sein, dass zum Beispiel Batman Lust verspürt, wenn er Taschendiebe verprügelt, die ihm körperlich und technisch unterlegen sind, aber er verspürt diese Lust nur, weil die Gewalt ihm hilft eine Illusion der Allmacht zu kreieren, die ihn über den Tod seiner Eltern hinwegtrösten soll oder zusammengefasst formuliert: Batman bekämpft das Verbrechen in Gotham City nicht, weil er diese Beschäftigung als schön empfindet, sondern weil er eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat.

Berauscht durch den dionysischen Tanz der Salomé lässt Herodes Johannes den Täufer töten.
Kant entwickelte aber nicht nur einen neuen Ansatz zur Definition des Wesens der Schönheit, sondern wandte die von Burke eingeführten Kriterien an und zwar indem er sagte, Frauen sind schön und Männer sind erhaben. Da Männer aber erhaben sind, sollen sie sich mit Philosophie, Politik und Wirtschaft beschäftigen, für Frauen, die im Idealfall bezaubernd schön sein sollten, bleibt die Gestaltung der Einrichtung, Mode und das Erzählen von Witzen[12]. Kant blieb sein Leben lang unverheiratet und ertrug dies mit der Erhabenheit eines echten Mannes, indem er sich einredete, dass verheiratete Männer früher sterben würden[13].

Als Reaktion auf Kants Kritizismus betrat der Alkoholiker Georg Wilhelm Friedrich Hegel[14] die Bühne und entwickelte ein philosophisches Konstrukt, das von seinen Kritikern gerne als idiotischer Idealismus bezeichnet wird. Denn Hegel kramte Platons Ideenlehre aus der Mottenkiste, vereinigte sie mit dem Terminus der dialektischen Aufhebung und passte das Ganze an den Zeitgeist der Romantik an. Für seine Ästhetik heißt das, dass das Schöne als sinnliches Scheinen der Idee interpretiert wird.

Friedrich Theodor Vischer, der stark von Hegel beeinflusst wurde, erklärte die Schönheit zur Idee in Form begrenzter Erscheinung, die man sowohl sinnlich als geistig wahrnimmt. Im Falle der Erhabenheit hat man Angst, dass zu viel Idee aus der Form raustropfen könnte und fühlt sich daher als nichtig[15].

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer hatte ein positives Bild der Schönheit, was bei seinen pessimistischen Ansichten eine Besonderheit darstellt. Zwar war das Leben seiner Meinung nach generell scheiße, denn der Mensch war einem irrationalem Willen unterworfen, der sich als triebhafte Komponente des menschlichen Wesens deuten lässt[16]. Schön ist, was uns gestattet dem Willen zu entkommen. Bei menschlicher Schönheit ist das Ganze aber nicht so mehr einfach, denn der Wille zwingt Menschen dazu nach einem Ideal zu streben. Neben absoluten Rücksichten, gibt es auch relative, die individuelle Fehler ausbügeln sollten[17]. So war der Philosoph der Meinung, dass kleine Männer sich große Frauen suchen würden.

Schopenhauer dürfte diesen Aspekt des Willens nicht so gut unter Kontrolle gehabt haben, denn er verliebte sich mehrmals unglücklich und gab den Frauen dafür die Schuld, die er dafür mehrere Male in seinen Schriften diffamierte. Von Schopenhauer beeinflusst zeigte sich Friedrich Nietzsche, der in seinem ersten Werk mit dem Titel „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ das Schöne in ein apollinisches und in ein dionysisches Element gliedert[18] und erklärt, dass die Welt nur als ästhetisches Phänomen eine Rechtfertigung habe[19].

Ein paar Jahre fand er diese Aussagen aber dämlich und schrieb, dass die Wissenschaft doch viel besser sei als die Kunst[20] und nannte das Schöne sogar nur einen leeren Begriff, was er aber wenige Jahre vor seinem geistigen Zusammenbruch widerrief und die Schönheit wieder zu einem bedeutenden Teil seiner philosophischen Forschung erhob. Ab dem Ende des 19. Jahrhundert kam es zu einer starken Diversifizierung ästhetischer Theorien, die stellenweise auf alte Ansätze zurückgriffen oder auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen bauten.

Schönheit und Kunst[Bearbeiten]

Mittelalterliche Kunst:Langweilig und ästhetisch reizlos
Auch wenn immer wieder behauptet wird, Schönheit liege im Auge des Betrachters, lässt sich unter Beachtung der Erkenntnisse großer Denker rasch bestimmen, was schöne Kunst ist. So schrieb der irische Schriftsteller Oscar Wilde, dass Kunst ganz und gar unnötig sei[21]. Wenn man noch dazu Kants Definition des Schönen als interessenloses Wohlgefallen beachtet, lässt sich leicht erkennen, was schöne Kunst ist: nämlich etwas vollkommen Unnötiges, das den Menschen nicht interessiert, aber bei zufälliger Betrachtung trotzdem gefällt.

Auch wenn dadurch die Definition schöner Kunst gefunden ist, stellt sich immernoch die Frage in welcher die Beziehung die beiden Begriffe zueinander stehen. Immerhin spricht man von den schönen Künsten, auch wenn nicht jeder Vertreter es schafft, das Versprechen zu halten. Zumindest können sich die Urheber dieser ästhetischen Rohrkrepierer aber darauf berufen, dass Kunst lange Zeit mit Schönheit nur wenig am Hut hatte[22].

Platon sah im künstlerischen Wirken eine grandiose Möglichkeit für philosophische Propaganda. Der Rezipient sollte sich nicht an der Form eines Werkes erfreuen, sondern wieder und wieder mit der harten Realität konfrontiert werden, die sowieso keine Gelegenheit vorbeiziehen lässt, um den einfachen Bürger eines über den Schädel zu ziehen. Daher ist in Platons Idealstaat auch kein Platz für verträumte Versager wie Dichter, Maler oder Bildhauer[23].

Andere antike Denker sahen dieses Thema nicht so kritisch und erklärten die Nachahmung der Natur zum höchsten künstlerischen Ideal. Vor allem der nackte Menschenkörper war Ziel des Interesses wie die Geschichte des Künstlers Pygmalion darlegt, der, da selbst die nuttigen Propoetiden nicht mit ihm koitieren wollen, rein zufällig die Elfenbeinstatue einer nackten Frau erschafft, in die er sich verliebt[23]. Um nicht als Perversling abgestempelt zu werden, behauptet er, dass die Statue lebendig geworden wäre und präsentierte ein Kind, das er angeblich mit eben dieser Statue gezeugt, aber vermutlich einer armen Magd abgekauft hatte.

Der Klerus, der in der Spätantike an Einfluss gewann, zeigte sich wenig angetan von nackten Frauenstatuen oder von Vasen, auf denen Riesenpenisse abgebildet waren, denn nicht die Natur sondern Gott sollte das Vorbild sein, damit auch noch der größte Vollidiot, und davon gab es damals ziemlich viele, erkennt, wie toll die christliche Lehre ist. So verkam die Kunst zu einem christlichen Propagandawerkzeug. Ästhetische Ansprüche hatten für den Künstler kaum noch Bedeutung.

Er musste nur die wildesten Geschichten aus der Bibel möglichst farbenfroh auf die Leinwand malen, damit jeder, der den Glauben nicht begriff, sich wenigstens beeindruckt zeigte und fleißig die Kirche besuchte, um zu verhindern, dass er durch die gezahnte Vagina der Hure Babylon, die er eben von diversen Illustrationen kannte, zwangskastriert werden würde.
Moderne Kunst: Langweilig und ästhetisch reizlos

Das änderte sich erst durch die Renaissance, die fruchtbare Jahrhunderte einläutete, in denen Künstler nackte Frauen vor verschiedensten Kulissen malten. Es wurden orientalische Szenen auf Leinwand gebannt, das Landleben für die Nachwelt festgehalten und antike Mythen als große Gemälde inszeniert. Nur mehr oder minder unbekleidete Frauen blieben als Motiv über Jahrhunderte konstant. Die Kunst sollte nun nach Schönheit streben und die Natur übertrumpfen.

Kunst musste gefallen, mehr als bloß Handwerk sein. Dann wurde die Photographie entwickelt und es bedurfte keines Maler mehr, um ein Bild für Nachwelt festzuhalten. Um zu zeigen, dass man doch nicht unnötig ist, versuchte man nicht nur ein Motiv, sondern auch Stimmungen und Eindrücke zu vermitteln. Es entstanden der Impressionismus und später der Expressionismus. Die Schönheit blieb auf der Strecke. Die nackten Frauen hatten mittlerweile in der Photographie Platz gefunden, wo man versuchte sie nach dem Vorbild der großen Mythen und der großen Maler zu inszenieren, indem man ihnen Schwerter in die Hand drückte oder orientalisch aussehende Vasen am Bildrand positionierte.

Damals wie heute zeigt dieses dilettantische Verhalten, dass es bei Pornographie nicht um Schönheit oder die korrekte Darstellung historischer Tatsachen, sondern einzig und allein um die Befriedung des Sexualtriebs geht. Spätestens seit der Inbeschlagnahme der schönen Künste durch die totalitären Regime Europas interessierten sich nur noch mehr Diktatoren und Kunstbanausen für die Schönheit eines Kunstwerkes[24]. Der echte Intellektuelle kümmerte sich nur noch mehr um die Intention und konnte schon bei einem schwarzen Quadrat, wie es jeder Volksschüler zusammenbekommt, einen geistigen Orgasmus bekommen, vorausgesetzt die Hintergrundgeschichte war anspruchsvoll genug.

Auch in der Gegenwart missachtet die hochkulturelle Kunst den ästhetischen Reiz der Schönheit, den sie als trivial erachtet, weil er für jedermann ersichtlich ist, während der wahre Kenner sein Wissen und seine Überlegenheit nur bei Werken zeigen kann, die nur Gebildeten verständlich sind.

Schönheit des Menschen[Bearbeiten]

Attraktive Schauspielerinnen wie Gene Tierney (Bild) motivierten durch laszive Aufnahmen US-amerikanische Soldaten während des zweiten Weltkriegs. Im nachfolgenden Konflikt unterließ man diese Methode die Kampfeslust zu steigern, weshalb man vom "Kalten Krieg" spricht.
Sokrates fragt den Sophisten Hippias, was das Schöne sei, und erhält die Antwort, dass ein schönes Mädchen schön sei. Diese Tatsache scheint für Sokrates nicht neu zu sein, denn er zeigt sich davon nicht beeindruckt[25].

Für die Allgemeinheit, die im Regelfall auch weiß, dass schöne Mädchen schön sind, finden sich in dieser Aussage aber zwei essentielle Erkenntnisse: Ersten, dass Hippias anscheinend kein Freund der Knabenliebe war und zweitens, dass Schönheit primär mit Menschen assoziiert wird.

Da die Philosophie tragischerweise daran gescheitert ist zu definieren, was Schönheit ist, hat die Psychologie darauf verzichtet sich auf die gleiche Art zu blamieren und beschränkt sich darauf zu zeigen, welche Merkmale körperliche Schönheit hat und wie sie sich auf das zwischenmenschliche Leben auswirkt. Es ist zwar etwas feige sich vor der großen Herausforderung zu verstecken, dafür hat die Psychologie es geschafft brauchbare Ergebnisse zu gewinnen, die zeigen, dass Schönheit weder im Auge des Betrachters liegt, noch der Charakter das wirklich Wichtige ist.

Kein optischer Autounfall kann sich mehr damit trösten, dass ihn vielleicht das nächste Opfer attraktiv findet, denn die Forschungen zeigten eine erstaunliche Korrelation zwischen wahrgenommener Attraktivität und bestimmten Gesichtsmerkmalen[26]. Bei diesen Merkmalen handelt es sich aber nicht um eine bestimmte Haar- oder Augenfarbe, denn diese Dinge hängen wirklich von den individuellen Vorlieben ab, die meist durch sexuelle Erlebnisse in der Kindheit geprägt werden[27].

Es kann also durchaus sein, dass der potentielle Partner die Beziehung deshalb ablehnt, weil man nicht die gleiche Haarfarbe wie die Mutter hat. Derlei Präferenzen sind natürlich nicht das Ergebnis ästhetischer Erwägungen, sondern wurzeln in einem nicht bewältigten, ödipalen Konflikt. Während viele individuelle Vorlieben durch Haarfarbe, Kontaktlinsen oder eine semiprofessionelle Beinamputation befriedigt werden können, erfordert die Annäherung an das allgemeine Schönheitsideal schon einen professionell ausgebildeten Fleischhauer.

Frauen sollten im Idealfall ein schmales Kinn, hohe Wangenknochen und reine Haut aufweisen. Für Männer sind ein breites Kinn, mächtige Schultern und die Körpergröße ein Attraktivitätsmerkmal[28]. Hässliche Menschen behaupten gerne, dass diese Kriterien kulturellen Ursprung haben. Das wurde aber von Studien widerlegt.

Neben „Schönheit liegt im Auge des Betrachters“ ist „Auf die inneren Werte kommt es an“ die zweite große Weisheit , die der Volksmund kennt, um hässliche Personen zu trösten, damit sie einem nicht mit ihrem ewigen Gejammere auf die Nerven gehen. Die breite Masse hat sowieso nie an diese Glückskeksphilosophie geglaubt, nun wird sie von der Psychologie in ihrem Misstrauen bestätigt, denn man kann noch so nett sein, im Umgang mit fremden Personen wird man zuerst auf sein Aussehen reduziert.

Sicherlich ist es von Vorteil, wenn man sich höflich und bemüht gibt, doch es kann schwierig sein diese Verhaltensweisen abzurufen, falls man auf Grund seines unzureichenden Aussehens angepöbelt wird. Es handelt sich bei der Präferenz von sozialer Interaktion mit attraktiven Individuen keineswegs um eine durch den Geschlechtstrieb motivierte Vorliebe, auch wenn die bekanntesten Beispiele, die meist auch sehr plakativ sind und oftmals von jungen, attraktiven Frauen erzählen, ein anderes Bild suggerieren[29].

Vielmehr ist es so, dass man dieses unvernünftige Verhalten nicht einmal auf niedere Triebe abschieben kann, denn der Koitus mag als Motivation für allerlei Blödsinn herhalten müssen, aber in diesem Fall hat die Bevorzugung attraktiver Personen ihre Ursachen darin, dass diese einfach als kompetenter betrachtet werden. Studien zu diesem Phänomen zeichnen ein für hässliche Menschen düsteres Bild: Wer schön ist, wird im Allgemein für kompetenter, freundlicher und sogar intelligenter gehalten, auch wenn sich später herausstellen sollte, dass die betreffende Person ein dummes Arschloch ist und keine der genannten Kategorien erfüllt. Da weite Teile des menschlichen Gehirns noch nicht mit dem Genderzeugs vertraut sind, fließt auch das Geschlecht in das Urteil ein, wobei Evolutionsbiologen und Feministinnen versuchen durch Schlammcatchen herauszufinden, ob dieses Phänomen kulturelle oder evolutionsbiologische Ursachen hat.

Nun wurden auch Studien durchgeführt, um zu erfahren, ob diese Vorurteile auch zutreffen. Da Kompetenz ein sehr schwammiger Begriff ist, immerhin ist Schönheit für eine Stripperin auch ein Kompetenzkriterium, und man in der Psychologie Intelligenz so definiert, wie es einem gerade passt, beschränkte man sich darauf zu testen, ob attraktive Personen wirklich freundlicher sind. Das Ergebnis ist, dass schöne Menschen von fremden Personen wirklich als freundlicher empfunden werden und das hängt damit zusammen, dass eben diese auf Grund ihres Aussehens freundlicher behandelt wurden oder eingängiger formuliert: Wer höflich fragt, bekommt auch eine höfliche Antwort.

Bei häufigerem Umgang sollte man jedoch merken, was schein ist und was echt, wobei hier die Authentizität des Charakter und nicht ein etwaiger Eingriff des plastischen Chirurgen gemeint ist. Das verhindert aber nicht, dass bestimmte Personen ihre sozialen und ethischen Präferenzen nach ihrem ästhetischen Urteil ausrichten und ihrem Umfeld damit auf die Nerven gehen.

Schönheit im Alltag[Bearbeiten]

James Bond suggeriert dem gewöhnlichen Mann schon seit über 50 Jahren, dass schöne Frauen, schöne Autos und schöne Anzüge zu einem glücklichen Leben gehören.
Während die Schönheit in der Philosophie immer mehr an Bedeutung verlor und in der Gegenwart nur noch mehr eine von vielen ästhetischen Empfindungen ist, ist sie im täglichen Leben so präsent wie noch nie. Es zählt nicht, ob der Kochtopf weiß, oder nur berechtigterweise glaubt. Es ist unbedeutend, ob der Staubsauger erkenntnissteigernd ist oder nicht.

Die Dinge müssen schön sein und wenn sie noch dazu funktionieren, ist man zufrieden. Das schlägt sich auch in der Fernsehwerbung nieder, die in einigen Bereichen schon seit ihrer Entstehung sexistisch war. Während man in 50er-Jahren aber noch von einer Hausfrau erzählt bekommt, wie man es geschafft hat, mit Hilfe des Produktes die durch ein in der Mikrowelle geplatztes Schwein verursachte Sauerei zu beseitigen, ist es heutzutage so, dass eine attraktive Darstellerin in knapper Kleidung in die Kamera lächelt und dabei so tut als würde sie den Herd reinigen, was keine große Rolle spielt, denn wichtig ist, dass der Kunde das attraktive Äußere mit dem Produkt assoziiert[30].

Der Gestaltspsychologe nennt dieses Phänomen Gesetz der Nähe. Das führt dazu, dass Frauen in bestimmten Bereichen, zum Beispiel dem Begleitgewerbe, nur auf Grund ihres Aussehens ausgewählt werden. Böse Zungen behaupten aber, dass dies auch in einigen Teilen der Film- und Musikbranche der Fall sei. Philosophen wie Nietzsche[31] oder Adorno[32] haben schon früh erkannt, dass diese Fixierung fatalen Charakter haben kann, denn ab einem gewissen Maß an Schönheit ist es egal, was die Frau eigentlich macht, Hauptsache sie benimmt sich weiblich und zerstört damit nicht die Illusion einer möglichen Sexualpartnerin.

So ist es für eine attraktive Physikern wahrscheinlicher einen Beitrag im Playboy als einen Beitrag in den Annalen der Physik zu bekommen. Diese Omnipräsenz von Schönheit setzt aber auch die Durchschnittsfrau unter Druck, die sich nun Unmengen an Cremen, Pasten und Pillen kauft, um ihre Attraktivität zu steigern, damit sie mit den abgehobenen Vorstellungen Schritt halten kann[33].

Doch auch Männer kommen zunehmend unter Zugzwang und zwar durch die Pornographie, die wohl kaum als ästhetisch ansprechendes Medium angesehen werden kann, es aber trotzdem schafft einer bestimmten Gruppe von Männern einzureden, dass es normal sei, einen Penis zu haben, der mit einem Abwasserrohr verwechselt werden könnte[34]. Der Zwang einem bestimmten ästhetischen Ideal zu entsprechen führt dazu, dass plastische Chirurgen wie Fliegenpilze |aus dem Boden schießen und ohne medizinischen Grund in menschlichen Körpern herumstochern.

Das Fernsehen hat erkannt, dass viele Leute glauben eine neue Nase würde einen neuen Menschen aus ihnen machen, und befeuert den Mythos, indem Programme gezeigt werden, in denen Menschen während ihrer Tortur in den Hinterzimmern der plastischen Chirurgie von einem Kamerateam begleitet werden, das die Fleischbeschau aufzeichnet.
Es gibt zwar kein Heilmittel gegen Krebs, aber dafür ein Regal voller Substanzen gegen Falten.
Dabei kommt jedoch nur Mittelmaß heraus wie die Film- und Medientheoretikerin Bernadette Wegenstein demonstriert, indem sie wahllos Gesichtsteile von Teilnehmerinnen des Fernsehformats „The Swan“, eben eine Serie über Personen, die einen plastischen Chirurgen aufsuchen, austauscht und kein gravierender Unterschied zu sehen ist[35].

Neben dem narzisstischen Drang sein Äußeres perfektionieren zu wollen[36], gibt es auch die Tendenz Schönheit zu quantifizieren. Verschiedene Bewertungssysteme versuchen diesen Wunsch möglichst befriedigend zu erfüllen. Bei Miss-Wahlen, Umfragen und Diskussion werden Menschen nach ihrem Aussehen gereiht. Die Internetseite Chickipedia sieht sich als Datenbank für attraktive Frauen und ordnet die verzeichneten Damen, ähnlich wie Autos oder Schiffe, nach ihren Daten, zu denen Brustgröße, Haarfarbe und Herkunftsland zählen. Des Weiteren veröffentlich die Seite jedes Jahr ein Ranking der 100 attraktivsten Frauen. Die Listung erfolgt nach Anzahl der Seitenaufrufe.

Doch nicht nur Menschen, sondern auch Waren sind vom Zwang einer ästhetischen Erscheinung betroffen. Denn wenn man neben vielen anderen Produkten im Regal steht, die eigentlich das Gleiche können, muss man eine Qualität aufweisen, die einen auszeichnet. Ein niedrigerer Preis ist schlecht für das Geschäft und eine lange Lebensdauer merkt der Kunde erst, wenn er der einzige in seinem Bekanntenkreis ist, der dieses veraltete Gerät benutzt. Daher muss die Optik dem Käufer zeigen, dass das Produkt besser ist, obwohl es genauso viel kann wie die Konkurrenz. Platons Worte, dass Schönheit mit dem Guten verbunden sei, sind im gesellschaftlichen Leben präsenter denn je. Schönheit entwickelt sich zu einem neuen Lebensgefühl, das mit Reichtum, Wohlstand und Glück assoziiert wird. Es ist ein Trugschluss, denn schon im Film noir mussten die mit dem Leben zahlen, die sich auf die hübsche Femme fatale eingelassen haben[37].

Literatur[Bearbeiten]

  • Konrad P. Liessmann: Schönheit. UTB, Stuttgart 2009, ISBN 3825230481
  • Andreas Hergovich: Psychologie der Schönheit. Physische Attraktivität aus wissenschaftlicher Perspektive. facultas.wuv, 2002, ISBN 3851147057
  • Konrad Paul Liessmann: Vom Zauber des Schönen: Reiz, Begehren und Zerstörung. Paul Zsolnay Verlag, 2010, ISBN 3552054952
  • Christian Allesch :Einführung in die psychologische Ästhetik. UTB, Stuttgart 2006, ISBN 3825227731

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nietzsche, F (1999): Der Fall Wagner u.a.. S. 123
  2. Unbekannter Autor (2011): Gilgamesch Epos. S. 15
  3. Liessmann, K (Hrsg) (2010): Vom Zauber des Schönen . S. 67ff.
  4. Liessmann, K (Hrsg) (2010): Vom Zauber des Schönen . S. 44-49.
  5. Liessmann, K (Hrsg) (2010): Vom Zauber des Schönen . S. 49ff.
  6. Röd, W (1993): Der Weg der Philosophie Band 1. S. 46-41.
  7. Liessmann, K (2009): Schönheit. S. 19ff.
  8. Platon (1923): Gastmahl. S. 47ff.
  9. Liessmann, K (2009): Schönheit. S. 22ff.
  10. Liessmann, K (2009): Schönheit. S. 30ff.
  11. Kant, I (1957): Kritik der Urteilskraft. S. 116
  12. Kant, I (1957): Kritik der Urteilskraft. S. 298ff.
  13. Liessmann, K (2001): Die großen Philosophen und ihre Probleme. S. 69ff.
  14. Liessmann, K (2001): Die großen Philosophen und ihre Probleme. S. 83ff.
  15. Vischer, T (1921): Ästhetik Band 1: Die Metaphysik des Schönen. S. 191ff.
  16. Schopenhauer, A (2007): Die Welt als Wille und Vorstellung. S. 31ff.
  17. Schopenhauer, A (2009): Methaphysik der Geschlechtsliebe. S. 12ff.
  18. Nietzsche, F (1999): Die Geburt der Tragödie u.a.. S. 52ff.
  19. Lehmkuhl, M (2006): Das Apollinische und Dionysische in Friedrich Nietzsches Werk 'Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik' . S. 11
  20. Nietzsche, F (1999): Menschliches, Allzu Menschliches. S. 152
  21. Wild, O (1986): Das Bildnis des Dorian Gray. S. 6
  22. Liessmann, K (2009): Schönheit. S. 51
  23. 23,0 23,1 Platon (2010): Der Staat. S. 101ff.
  24. Liessmann, K (Hrsg) (2010): Vom Zauber des Schönen . S. 87ff.
  25. Wolf, U (Hrsg) (2004): Platon. Sämtliche Werke Bd. 1 S. 85.
  26. Allesch, H (2001): Einführung in die psychologische Ästhetik S. 150
  27. Freud, S (2010): Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie S. 53ff
  28. Hergovich, A (2001): Psychologie der Schönheit S. 201ff.
  29. Hergovich, A (2001): Psychologie der Schönheit S. 187ff.
  30. Liessmann, K (2009): Schönheit. S. 89
  31. Nietzsche, F (1999): Morgenröte. Gedanken über die moralischen Vorurteile. S. 56
  32. Adorno, T (2003): Minima Moralia. S. 194
  33. Hergovich, A (2001): Psychologie der Schönheit S. 65ff.
  34. Wutstrack, M (2012): Der Einfluss der modernen Pornographie auf das Sexual- und Selbstempfinden im 21. Jahrhundert S. 5.
  35. Liessmann, K (Hrsg) (2010): Vom Zauber des Schönen . S. 193
  36. Pfaller, R (Hrsg) (2008): Das schmutzige Heilige und die reine Vernunft. S. 137ff.
  37. Söll, Ä (Hrsg) (2008): Coolness. Zur Ästhetik einer kulturellen Strategie. S. 53ff.