2 x 2 Silberauszeichnungen von Sky und Nin-TD

Diverses:Käptänismus

Aus Stupidedia, der sinnfreien Enzyklopädie!
(Weitergeleitet von Käptänismus)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Anchor-a.gif

Käptänismus ist eine Lebenseinstellung, eine Philosophie, die darauf abzielt, positiv besetzte Eigenschaften wie Liebe, Treue, Ehre, (Mit-)Gefühl, Großzügigkeit durch reines Vorleben mit der strikten Maßgabe der "Nichteinmischung" unter den Menschen zu verbreiten. Denen, die sich diese komplexe Philosophie verdeutlichen wollen, sei die nachfolgende wahre Geschichte empfohlen. Alle anderen sollten sich dann doch lieber mit ebenfalls guten Wettbewerbsbeiträgen des Stupid Contest befassen.

Jetzt[Bearbeiten]

Nur der Dampf seines Atems in der kalten Morgenluft war ein Hinweis, dass in der Ruhe der arktischen See mehr war als Eis, Wasser und das Schiff. Auf der riesigen Scholle sitzt der Käptn in einem Liegestuhl und lässt seine Augen, die so blau sind wie das kalte Wasser, über die Eiswüste und die See wandern, bis zu seinem Schiff, das ruhig und träge vor Anker liegt. Seine Gedanken gehen zurück, zurück zum gestrigen Abend und zu seinen beiden Leichtmatrosinnen, die noch im süßen, erschöpften Schlummer in ihren Kojen liegen. Aber auch weiter, viel weiter geht sein Denken zurück zu weit entfernten Orten. Dorthin, wo er gewirkt und der Welt die Philosophie des Käptänismus geschenkt hatte…

Der Käptn als Kind[Bearbeiten]

Die 3. Wachabteilung der Fregatte Elmsloh auf dem Weg zur hübschen Maria

Die Geschichte begann, als die Welt schlecht war und die Zeit wie Blei alles und jeden lähmte, in einem Zustand der Ausweglosigkeit hielt. Und in diese Welt hinein wurde ein Junge geboren, seine ersten Schreie muteten wie eine Kakophonie der Verzweiflung an, doch sie waren süße Musik in den Ohren seiner Mutter. Denn sie war Jungfrau...
So jedenfalls erzählte sie es den ersten drei Besuchern, den Herren König, Kaiser und Prinz. Und einer Jungfrau wollten die drei dann nun wirklich keine Versicherung andrehen. Glück gehabt, Maria!
Das Kind aber wuchs ohne Vater auf, und nach vier Jahren, als es sprechen konnte, da fragte es seine Mutter. Und die Mutter sprach, weil sie es nicht besser wusste: "Dein Vater ist auf See." Und die Chancen dafür standen auch nicht schlecht, denn viele Seemänner hatten die hübsche Maria in ihren Armen gehalten. Mit 5 Jahren gab sich der Junge einen Namen, er nannte sich Käptniglo, nach dem freundlichen Seebären auf den Fischstäbchenpackungen, die Mutter ihm nach dem Essen stets zum Spielen gab.

Jetzt[Bearbeiten]

Wind kommt auf... Leicht noch schlagen die Wellen an den Rumpf der Yacht und ihr Klatschen vermischt sich mit den Geräuschen aus der Kombüse. Die Leichtmatrosinnen sind aufgewacht und bereiten alles vor für das Käptns-Dinner.

Die Erleuchtung[Bearbeiten]

Die Lichtreflexe der Osram-True-Light-40 Watt und Tante Candys schmuddelige Fensterscheibe verhelfen dem jungen Käptniglo zum Heiligenschein

Als der Junge 12 war, sah er, dass die Welt deshalb schlecht war, weil die Menschen schlecht dachten, handelten und fühlten. Das nahm er so hin. Denn er war nur ein kleiner Junge, noch nicht einmal im Stimmbruch. Eines Tages aber, der Schnee hatte die schmutzigen Straßen mit einer dünnen weißen Decke überzogen, war er mit seiner Mutter bei Tante Candy (eine Jungfrau wie Mutter) und sah durch die schmutzige Fensterscheibe auf die Stadt oder auf den Teil, den man von dort aus sehen konnte. Er fühlte einen tiefen Frieden in sich, denn keine Autos fuhren (weil nicht gestreut) und die sonst üblichen Geräusche drangen nur gedämpft an sein Ohr. Und als Tante Candy den Lichtschalter andrückte und die 40-wattige Osram-Glühlampe (so etwas Schönes gab es damals noch!) das kleine Zimmer spärlich erhellte, da sah er sein Antlitz in der Scheibe... Und wer wäre als 12 jähriger Junge nicht auch überwältigt gewesen, von so einem schicken Heiligenschein.

Der Käptn und seine Lehrer[Bearbeiten]

Der Dala Lama (rechts) und der Käptn

Dieses Erlebnis bewirkte Eines: Der Käptn erkannte, dass es eine Wahrheit hinter der Wahrheit gab und dass Dinge, die gestern wahr waren, morgen unwahr sein können. Wenn er auch seinen Heiligenschein in der angelaufenen Scheibe von Tante Candy gesehen hatte, war diese Wahrheit für alle anderen Lüge. Und so nahm sich der Käptn vor, ein guter Mensch zu sein und sich um das, was andere von ihm dachten, nicht zu scheren. Der Kant'sche Imperativ war damals noch nicht erfunden, aber dass sich der Größte aller Zeiten, Cassius Clay in Muhammad Ali umnannte, das beeindruckte den kleinen Käptniglo schon. Und von diesem Größten lernte der Käptn Stolz und von Mahatma Gandhi lernte er Mut und vom Dalai Lama lernte er, dass alle großen Männer der Geschichte komische Namen hatten. So wie er.
Und bald schon wurde er auf andere und andere auf ihn aufmerksam. Tante Candy zum Beispiel, die den Käptn in Physionomie unterrichtete (Er lernte z.B. die Stringtheorie). Der Käptn merkte bald, dass die Unterrichtsstunden von Tante Candy viel handfester, konkreter waren als die Lehren der weisen Männer. letztere waren oft abstrakt und erfüllten seinen Geist mit Freude. Die Lehren von Tante Candy erfreuten ihn aber auch und so sagte er sich, dass er beides in sich vereinen müsste. Gutes Denken und gutes Tun.

Jetzt[Bearbeiten]

Auch die Leichtmatrosinnen streifen ihre Müdigkeit ab. Bald schon werden sie das Käptns-Dinner vorbereiten.

Bedächtig erhebt sich der Käptn aus seinem Liegestuhl, gibt dem Polarbären, der seine Füße gewärmt hatte, einen kräftigen Tritt, denn der Bär hatte schon an seinen Himalajastiefeln, ein Geschenk vom Dalai Lama, herumgeknabbert. Seinen leichten Ärger darüber vertreibt der Käptn aber mit guten Gedanken. Er freut sich auf seine Leichtmatrosinnen, auf die gemütliche Koje und auf das leckere Dinner. Liebe geht durch den Magen, hatte Tante Candy immer gesagt. Als er sich der Yacht nähert, fällt sein Blick auch auf die straff gespannte Trosse, die von der Heckreling seiner Segelyacht ins eisblaue Wasser führt.

Gestern[Bearbeiten]

Der Käptn hatte schon 40 Stunden am Steuer gestanden und die Yacht hart am Wind gehalten, dann aber, je weiter es in Richtung Polarkreis ging, flaute die steife Brise ab und das schnelle Motorschiff mit "Ihm" an Bord, holte auf. Knapp 2 Seemeilen entfernt war es noch. Ein unbedarfter Beobachter hätte die Fahrt der weißen, schlanken Segelyacht für eine Flucht gehalten. Und wirklich schien es, dass der Käptn bald in der Falle zappeln würde. So schien es.


Der Käptn und sein Widersacher I[Bearbeiten]

Immer dort, wo positive abstrakte menschliche Eigenschaften wie Großmut, Toleranz und Güte in hohem Maße zu finden sind, da schafft die Natur ein Gegengewicht (Als Konkretum könnt Ihr es Euch einfacher vorstellen: Dort, wo sich dicke Menschen tummeln, kommen in gleicher Zahl dünne hinzu, damit der Durchschnitt wieder stimmt. Jeder kennt ja das dicke Mädchen und seine dünne Freundin. Oder Rainer Calmund und seine hübsche Frau.). Und so ist es mit den Abstrakta auch. Zu den positiven gesellen sich negative, wie Neid, Hass, Missgunst. Und weil der Käptn so viele gute Eigenschaften in sich vereint, hat die Welt ein Gegengewicht geschaffen, das schlecht ist. Böse. Verdorben... Ihr alle wisst, wen ich meine! Den Schrat!

Das wahre Gesicht des Schrat.
Der Schrat: In der Maske des Biedermanns preist er seine angeblichen körperliche Vorzüge... Die Damen indes finden den Käptn besser.

Gestern[Bearbeiten]

Mit langsamer Fahrt rammt die weiße Segelyacht die Eisscholle... In seinem Fernglas erkennt der Schrat, wie ein Körper vom Aufprall über die Reeling geschleudert wird und leblos auf der Scholle liegen bleibt. Das Motorschiff macht weiter gute Fahrt, in 5 Minuten wird es die havarierte Segelyacht erreicht haben.

Der Käptn und sein Widersacher II[Bearbeiten]

Der Schrat wurde magisch angezogen von den Taten des Käptn. Während der Käptn ständig auszog. Zuerst Tante Candy, dann die überaus üppige Jungfrau Vickie, eine Freundin von Tante Candy. Später zog er verlassenen Frauen aus, um ihren Trennungsschmerz zu lindern (z.B. Lady Di, Verona Feldbusch, usw...). Das trieb den Schrat in den Wahnsinn, denn er fühlte sich als Nachfahre des ersten Verführers der Menschheit, doch der Käptniglo kam ihm beim Verführen stets zuvor.
So brachte der Schrat Schlechtes über die Welt, wo immer er nur konnte. War er in einer Kneipe, führte sei Weg stets zur Toilette. Dort schmierte er Herpesviren in die Papierhandtücher oder versteckte die Klopapierrollen. In Altenheimen stopfte er Moderlieschen in die Wasserleitungen und er verkaufte auf Flohmärkten Darmparasiten. Aber selbst diese Schlechtigkeiten wurden sogleich von der Güte und dem Großmut des Käptn wett gemacht, denn während der Schrat in den Feinschmeckerküchen auf zubereitete Speisen rotzte, half der Käptn unter Garantie z.B. einer jungen Mutter aus eine seelische Zwangslage. Und in dem Maße, wie das Gesicht der jungen Mutter in einem leuchtenden Lächeln erstrahlte, füllte sich die gute Waagschale der Welt mit den positiven Abstrakta und ließ die aufgehäuften Negativen des Schrat wie Fliegendreck erscheinen. So schwor sich der Schrat, den Käptn zu vernichten.

Jetzt[Bearbeiten]

Der Käptn stapft über die Scholle und die Eiskristalle stieben von seinen Himalajastiefeln nach links und rechts weg, mit einem kleinen Sprung überbrückt er die drei Meter von der Scholle zu seiner Yacht und faltet im Sprung noch schnell den Sonnenschirm und den Liegestuhl zusammen. Zeit ist Geld, denkt er sich. Mit wenigen Schritten ist er am Heck, stellt seine Campingausrüstung ab und packt das ins Wasser führende Tau mit beiden Händen. Der Käptn legt sich ins Zeug und holt das Tau ein. Hol-Ein-Hol-Ein. Im glasklaren eiskalten Wasser sieht man etwas der Oberfläche zustreben. Ist es ein Anker, den der Käptniglo einholt? Ein Netz? Nein... ein Körper wird hochgezogen und durchbricht jetzt die Wasseroberfläche. Es ist der Schrat... an seinem rechten Bein ist die Trosse mit einem Seemannsknoten, wie ihn nur der Käptn zustande bringt, festgebunden. Elegeant hieft der Käptn den Schrat an Deck, greift ihn mit seiner kräftigen, von der Seefahrt gestählten Rechten, in den Nacken und schlägt ihm mit der Linken auf den Rücken. In einem hohen Bogen speit der Schrat einen Schwarm silbriger Fische auf das Deck. Scholle, Kabeljau, Dorsch, Saibling und andere zappeln und wimmeln über die Planken. Der Käptn schaut sich den ebenfalls zappelnden Schrat genau an und schlägt ihm noch einmal mächtig in den Nacken. Und wirklich!!! Ein prächtiger Marlin, der sich aus den südlichen Gewässern in die Arktis verirrt hatte, flutscht dem Schrat aus dem Hals. "Na also," brummt Käptniglo und wirf den Schrat im hohen Bogen zurück ins Eismeer.
Der Käptn betreibt in der Abgeschiedenheit der Arktis ein Ausbildungscamp für Leichtmatrosinnen.

Vom Geplatsche auf den Decksplanken angelockt, kommen die Leichtmatrosinnen herbeigeeilt und sortieren geschickt den Fang. Ein Teil wird zurück geworfen in die See, ein anderer wird eingefroren und für einen guten Zweck verkauft und der kleinsten aber leckersten Teil des Fangs wandert in die Kombüse der Segelyacht. "Noch ein zwei Tage," denkt sich der Käptn "dann geht es wieder Richtung Süden."
Was war passiert? Der Schrat hatte sich schon am Ziel gesehen. Nachdem er den Käptn monatelang gejagt hatte, dachte er noch gestern frohlocken zu können... Doch als er auf die Scholle sprang, auf welcher der reglose Körper des Käptn lag, versank der Schrat bis zur Hüfte im Eis.
Ja, der Käptn hatte die Pelzmütze seines alten Freundes Ivan Rebroff (wer erinnert sich nicht an sein gefühlvolles Wolgalied?) bei seinem vorgetäuschten Sturz auf die Scholle fallen lassen. In der Pelzmütze aber waren das emotionale Feuer und die künstlerische Glut des großartigen, schon lange verstorbenen Scheinkosaken konserviert und so wurde eine Fallgrube in das meterdicke Eis geschmolzen. Pech für den Schrat!

Morgen[Bearbeiten]

So wird es sein, dass der Käptn mit seiner weißen Segelyacht regelmäßig den Altlantik bis zur Arktis befährt, und dass währenddessen der Schrat, 20 Faden unter dem Kiel sein Schandmaul aufreißt und allerlei Wassergetier aufnimmt. So tief im Meer dringen seine Schlechtigkeiten selten an die Oberfläche, und falls doch, werden sie von der Güte und der Herzenswärme des stolzen Käptniglo neutralisiert. Bei jeder Fahrt nimmt der Käptn eine neue Crew auf und bildet die jungen Matrosinnen in allerlei nautischen und anderen Fertigkeit aus. Auf den Stundenplänen stehen so fremd anmutende Themen wie: Nautisches Dreieck, Doppelpeilung, der blanke Hans, Lümmellager, Sextanten usw.. So kann der Käptn Gutes tun und gleichzeitig den Schrat an den Ausgeburten seines verdorbenen Hirns hindern. Was will man mehr?

Anmerkung[Bearbeiten]

Diese wahre Geschichte soll dazu beitragen, die Welt zu verstehen. Helfen zu erkennen, warum Tautropfen prächtiger glänzen können als Diamanten, zu wissen, wo unter dem Regenbogen der Topf mit Gold zu finden ist und zu begreifen, warum Kieselsteine unter Wasser so farbenprächtig und an Land so matt sind. Vielleicht wisst Ihr jetzt auch, was Liebe, Güte, Stolz, Vertrauen und was Abstrakta sind. Wenn nicht, tut wenigstens so.

Ismus.jpg
Ismus.jpg