Teamarbeit (Schule)

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Bei der Teamarbeit (auch Gruppenarbeit) in der Schule geht es darum, die eigene Arbeit geschickt auf andere abzuschieben.

Lehrer[Bearbeiten]

Die Lehrkraft ist diejenige, die den Stein ins Rollen bringt: Meistens hat sie mehrere Aufgaben, die sich idealerweise um das aktuelle Unterrichtsthema drehen, aber leider ist die Unterrichtszeit so knapp, sodass es nicht reichen würde, wenn der Lehrer alle Aufgaben zusammen mit den Schülern an der Tafel löst. Daher wird oft zur innovative Arbeitsorganisation der Gruppenarbeit gegriffen, die nicht nur die sogenannte Inter-Schüler-Kommunikation fördert, sondern auch Kreide und Tafelwischarbeit spart.

Die Gruppen werden normalerweise ebenfalls vom Lehrer eingeteilt, dazu werden nicht selten komplexe Abzählalgorithmen verwendet, damit nicht jedes Mal die gleichen Schüler in die gleiche Gruppe kommen. Auf diese Weise können außerdem Deutschlehrer beweisen, dass sie nicht nur Goethe, Fontäne und Kleister im Kopf haben, sondern auch fächerübergreifendes Wissen wie die Grundlagen der modernen Mathematik und Informatik beherrschen.

Einige avantgardistische Lehrer, die frisch ihren Abschluss an der Pädagogikschule mit Sonderauszeichnung und Belobigungs-Vanilleeis abgeschlossen haben, gehen sogar so weit, die Schüler selber die Gruppen bilden zu lassen. Der didaktische Hintergrund ist dabei, dass die Schüler auf diese Weise bereits die ersten Erfahrungen in der eigenständigen Arbeitsorganisation sammeln, die später beim Beruf in der Erwachsenenwelt relevant werden. Natürlich sind sich die Schüler dieser unterschwelligen Ausbildungsmethoden nicht bewusst und haben noch keine Ahnung, dass sie ohne diese Erfahrungen später bei ihrer Arbeit aufgeschmissen sind, da sie nie gelernt haben, wie man sich mit seiner Gruppe zusammen an einen Tisch sitzt.

Der Lehrer muss des Weiteren verantwortungsvoll den Fortschritt der einzelnen Gruppen überwachen und ggf. Fragen und Unklarheiten seitens der Schüler beantworten, während er seinen Morgenkaffee trinkt.

Schüler[Bearbeiten]

Die Schüler sind die ausführende Kraft der Teamarbeit, also die Exekutive. Sie müssen die vom Lehrer aufertragene Mission erfüllen, indem sie die gegebenen Aufgaben lösen. Die Aufgaben werden zunächst fair an alle Teammitglieder aufgeteilt.

Danach gilt es, seinen Anteil raffiniert an die anderen Leute im Team abzuschieben. Das Team hat dabei idealerweise den Klassenprimus als Mitglied, dieser eignet sich besonders gut als Aufgabenmülldeponie. Das Vorgehen ist dabei relativ simpel: Man täuscht das eigene Nichtwissen dezent vor und bittet den Klassenprimus um Hilfe. Dieser wird meistens daraufhin, seine Ehre als Klassenbester verteidigend, sofort die Aufgabe für euch lösen. Falls er aber die Abschiebestrategie durchschaut und sich dadurch weigert, die Aufgaben der anderen zu lösen, so muss man sich einfach noch dümmer stellen. Als Klassenbester kann er nicht riskieren, eine schlechte Note zu kassieren - am Ende wird er also widerwillig doch die ganze Arbeit selber machen.

Wenn das Team leider nicht den Klassenprimus erwischt hat, müssen die anderen Teammitglieder herhalten. Dabei wird nicht zwischen Freund oder Feind unterschieden: Hauptsache nicht selber die Aufgabe machen. Die oben erwähnte Taktik der vorspielten Ahnungslosigkeit funktioniert nur bedingt, da die Abschiebezielperson oftmals selber keine Ahnung hat. Dabei läuft man sogar Gefahr, dass der Spießbraten umgedreht wird: Die Abschiebezielperson stellt eine Gegenfrage zu seiner Aufgabe, bei der er angeblich ebenfalls nicht weiterkommt.

Solche Abschiebekontermanöver können natürlich mit einem weiteren Abschiebekontermanöver abgewehrt werden, es entsteht eine sogenannte Abschiebe-Ping-Pong-Pattsituation. Solche verzwickten Zwickmühlen enden entweder, wenn einer der Abschiebezielpersonen keine Fragen mehr auf Lager hat, oder wenn die Unterrichtszeit abgelaufen ist. Jedoch sollten die Aufgaben, möglichst noch bevor die Unterrichtsstunde vorbei ist, erfolgreich an andere abgeschoben und gelöst werden - sonst droht die Gefahr, dass man die Aufgaben alleine zu Hause fertig bearbeiten muss (das heißt niemand da, auf dem man die Arbeit abschieben kann).


Fallbeispiel[Bearbeiten]

9:30 Uhr - Die Ruhe vor dem Sturm[Bearbeiten]

Der Unterricht beginnt, Erdkundelehrer Günther Atlas kommt aber wie gewohnt 5 Minuten zu spät - der Kopierer hatte diesmal leider kein Papier mehr, weil ein Hund das ganze Papier aufgefressen hatte. Da sie jetzt später angefangen haben, bleibt leider, so sehr der Lehrer es auch möchte, nicht genug Zeit, um alle geplanten Aufgaben vollständig an der Tafel zu lösen. Zur Rettung des penibel bis zu den Sommerferien durchgeplanten Unterrichtszeitplans hilft nur noch eine Teamarbeit. Herr Atlas teilt die Schüler in Gruppen ein, indem er einmal von vorne nach hinten durchzählt. Um eine gute Durchmischung der Schüler zu erhalten, muss jeder Schüler seine Zahl mit 27 addieren und danach durch fünf teilen. Der Rest, der bei der Division übrig bleibt, ist die Gruppennummer.

9:38 Uhr - Aufbruch der Gefährten[Bearbeiten]

Oswald, Erasmus, Mechthild, Gundula und Hansman wurden in das gleiche Team eingeteilt. Leider ist keiner von ihnen der Klassenbeste, diesmal haben sie Pech gehabt. Sie schnappen sich trotzdem Papier, Stift und Smartphone und machen sich auf dem Weg zum gemeinsamen Tisch, der noch gar nicht festgelegt wurde, d.h. Oswald geht zum Tisch von Erasmus und Gundula, da die beiden bereits nebeneinander saßen. Erasmus und Gundula gehen aber stattdessen zu Hansman, weil sie bei ihm einen freien Tisch entdeckt hatten, da sein Nebensitzer heute krank ist. Während Hansman aber Oswald hinterherläuft (er hat bei der Einteilung nicht aufgepasst und weiß nur, dass Oswald in seinem Team ist), geht Mechthild erstmal aufs Klo.

9:46 Uhr - Die ordnende Stimme der Vernunft[Bearbeiten]

Herr Atlas hat mittlerweile sein Vesperbrot aufgegessen und hat außerdem blitzschnell begriffen, dass die Schüler ohne seine leitende Hand ins Chaos stürzen. Mit einem Megafon verkündet er also kurzerhand die Gruppentreffpunkte - "Team 1 Norden! Team 2 Süden! Team 3 Westen! Team 4 zu den Ossis! Team 5 irgendwo, wo noch Platz ist!"

9:48 Uhr - Die Zusammenkunft der Vier[Bearbeiten]

Oswald, Erasmus, Gundula und Hansman haben sich inzwischen durch Herr Atlas' Hilfe am südlichen Tisch eingefunden. Mechthild fehlt noch, da sie noch wichtige Geschäfte auf der Schultoilette abwickeln muss. Die vier Teammitglieder sind sich einig, der Fairness halber erst mit den Aufgaben zu beginnen, wenn alle Teammitglieder vollständig eingetroffen sind.

9:55 Uhr - Die Hoffnung im Norden[Bearbeiten]

Mechthild hat nun endlich die Essensausscheidungsphase hinter sich und macht sich auf dem Weg zu ihrem Team. Jedoch hat Mechthild natürlich nichts von der Tischeinteilung von Herr Atlas mitbekommen, und dieser ist gerade auch nicht anwesend, weil er seinen Lieblingsbleistift im Lehrerzimmer vergessen hatte und ihn holen gegangen ist. Mechthild muss sich also bei den anderen Teams durchfragen - allerdings ist sie durch die Klassenzimmertür im Norden gekommen, wohingegen ihr Team ganz im Süden lokalisiert ist.

10:08 Uhr - Mechthild, die Erlöserin[Bearbeiten]

Nachdem sich Mechthild bei allen anderen Teams durchgefragt und den neuesten Tratsch ausgetauscht hatte, konnte sie durch das Ausschlussverfahren geschickt folgern, dass das letzte Team im Süden ihr eigenes Team ist. Die Ankunft von Mechthild wurde mit einem besonders herzlichen Gähner von Oswald und einem extra liebevollen Facepalm von Hansman gefeiert.

10:14 Uhr - Rückkehr eines alten Bekannten[Bearbeiten]

Herr Atlas hat mittlerweile seinen Lieblingsbleistift unter dem Mäppchen für rote Stifte verschiedener Strichgrößen gefunden und ist ins Klassenzimmer zurückgekehrt, um den Fortschritt der Gruppen zu überprüfen, der allerdings noch bei 0% liegt - Herr Atlas hatte nämlich vergessen, die Aufgabenblätter auszuteilen. Die Schüler waren leider zu dumm, um zu erkennen, dass der Blätterstapel vorne am Pult für sie bestimmt waren. Es hätte ja theoretisch auch ein Stapel korrigierter Klausuren von der Parallelklasse sein können, die die Schüler natürlich nicht ansehen dürfen. Herr Atlas teilt also nachträglich die Aufgabenblätter auf, sodass nun endlich alle mit ihrer Arbeit beginnen können.

10:18 Uhr - Das Spiel beginnt[Bearbeiten]

Nachdem alle fünf Schüler der südlichen Gruppe so getan haben, als ob sie die Aufgabenstellungen gründlich gelesen hätten, werden die Aufgaben zunächst formal fair an alle aufgeteilt. Nun wird es ernst - die Schüler müssen jetzt einen kühlen Kopf bewahren und dürfen sich nicht von den anderen Gruppenmitgliedern in die Pfanne hauen lassen. Die fünf Teammitglieder sehen sich schweißgebadet an - jede falsche Bewegung kann in dieser kritischen Situation das Fass zum Überlaufen bringen.

10:21 Uhr - Präventivschlag[Bearbeiten]

Mechthild weiß, dass sie sich gerade in der Opferrolle befindet, da sie verspätet und als letztes in die Gruppe kam. Die anderen vier Mitglieder hatten also genug Zeit, sich gegen sie zu verbünden - sie wäre also leichte Beute, wenn sie nichts täte. Ihre einzige Hoffnung ist ein Präventivschlag, um ein anderes Teammitglied in die Opferrolle zu drängen.

  • Mechthild: "Duuu Oswald, du hattest doch letztes Jahr ein Referat über die Afrika gehalten?"
  • Oswald: "Ähm ja, wieso?"
  • Mechthild: "Also in meiner Teilaufgabe muss ich was zur Savanne in Afrika herausfinden, ich blick den Text aber gar nicht, kannst du mir helfen?"
  • Oswald: "Ich hab auch noch meine eigene Teilaufgabe zum Regenwald in Brasilien zu lösen"
  • Mechthild: "Ach das schaffste schon, deine Eltern kommen doch aus dem Regenwald?"
  • Oswald: "Ähh nee, wir haben nur mal in der Nähe eines Regenwald-Naturschutzgebiets Urlaub gemacht"
  • Mechthild: "Na siehste, ist doch fast das Gleiche! Büüddde hilf mir, ich bin aufgeschmissen!"
  • Oswald: "Ähh, also, öhh, na gut..."

Mechthilds Blitzkrieg gegen Oswald zeigte sich sehr effektiv: Sie konnte somit das Zielfadenkreuz von sich selber erfolgreich auf Oswald abschieben.

10:28 Uhr - Fokussierter Angriff[Bearbeiten]

Als Oswald vor Mechthild eingeknickt ist, war es nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Teammitglieder ebenfalls über ihn herfielen.

  • Hansman: "Ach Oswald, kannst du mir dann auch bei meiner Aufgabe zum Klima in Kongo helfen?"
  • Gundula: "Mir bitte auch, bist du so lieb?"
  • Oswald: "Ähh, eigentl-"
  • Erasmus: "Komm schon Oswald, du hast auch Mechthild geholfen, das ist sonst unfair!"
  • Oswald: "Nein, ich wol-"
  • Gundula: "Ja genau, voll unfair!"
  • Hansman: "Gib dir 'nen Ruck, so schwer ist meine Aufgabe nicht"
  • Oswald: "Ihr könnt vielleicht auch mal was machen?"
  • Erasmus: "Jetzt zick hier nicht rum"
  • Gundula: "Voll die Zicke"
  • Hansman: "Ja, bist du schwul oder so?"
  • Gundula: "Aber echt!"
  • Hansman: "Sowas von das Letzte bist du, Oswald!"
  • Erasmus: "War ja klar, dass sowas von Oswald kommt"
  • Gundula: "Nur weil der einen kleinen Schwanz hat, will er jetzt einen auf Boss machen"
  • Hansman: "Genau!"
  • Erasmus: "Das ist so kindisch"
  • Gundula: "Aber voll, ey"
  • Hansman: "Sowas von das Letzte..."

10:34 Uhr - Taktischer Rückzug[Bearbeiten]

Oswald war zwar am Boden, aber nicht besiegt - seine einzige Rettung war ein taktischer Rückzug.

  • Oswald: "Jaa, wartet, ich kapier gerade selber diese Textpassage nicht, ich geh mal Herr Atlas fragen."

Dieser Schachzug gibt Oswald einerseits eine Verschnaufspause, aber andererseits haben die anderen Teammitglieder jetzt eine weitere Gelegenheit, einen gemeinsamen Angriffsplan gegen Oswald zu entwerfen.

10:45 Uhr - Eine Allianz zerbricht[Bearbeiten]

Als Oswald zurückkam, bereitete er sich auf das Schlimmste vor. Den Text für seinen Grabstein hatte er sich bereits ausgedacht und er hatte sich auch schon ein passendes Trauerlied ausgesucht, das bei seiner Beerdigung vorgespielt werden sollte. Doch das Schicksal geht manchmal verworrene Wege: Hansman und Gundula hatten sich zerstritten - Gundula hatte aus Versehen mit ihren Stöckelschuhen auf Hansmans empfindlichen Fuß getreten, dieser hat sie daraufhin als eine Hexenhure bezeichnet, wodurch die Situation eskaliert ist. Die Allianz, in der Form, wie sie es vorher war, existiert nun nicht mehr. Gundula und Hansman versuchen stattdessen, sich gegenseitig ihre Aufgaben zuzuschieben - damit geraten die beiden in eine Abschiebe-Ping-Pong-Pattsituation. Mechthild, Erasmus und Oswald hielten sich zurück, damit sie nicht in das momentane Spannungsfeld zwischen Gundula und Hansman gezogen werden.

10:51 Uhr - The Total War: Die letzte Schlacht[Bearbeiten]

Die Zeit drängt: Um 11 Uhr ist die Unterrichtsstunde vorbei, und keiner ist wirklich viel vorangekommen und keiner will die Aufgaben zu Hause machen. Mechthild, Erasmus und Oswald erheben sich aus ihrem Schlupfloch und gehen in den Angriffsmodus - Angriff ist die bekanntlich die beste Verteidigung.

  • Gundula: "Hansman, du blöder Penner, mach jetzt mal meine Aufgaben, der Unterricht ist gleich vorbei!!"
  • Hansman: "Mach doch selber, oder bist du zu dumm?"
  • Mechthild: "Ihr seid beide dumm, wegen euch kann ich nicht gescheit arbeiten"
  • Oswald: "Klappe Klofrau, dein Gekritzel auf dem Klopapier kann ehh keiner lesen"
  • Erasmus: "Jetzt Oswald du Ossi, du hast doch bestimmt noch deine Referatunterlagen zum Regelwald? Schick mir mal rüber"
  • Oswald: "Das heißt Regenwald, du Austauschprogramm!"
  • Gundula: "Oswald, solche Möchte-Gern Chefs gehören mal kräftig die Visage poliert, weißte?"
  • Oswald: "Dann mach halt deine Aufgaben selber"
  • Gundula: "Jetzt mach halt mal meine Aufgabe Maaan!"
  • Hansman: "Was für ne billige Prostituierte, bei Aufgaben lösen knickt die ein"
  • Mechthild: "Sagt ja der richtige Hanswurst mit dem überempfindlichen Babyhaut-Fuß"
  • Hansman: "Ich mach dich gleich Babyfuß, Alter!"
  • Erasmus: "Der Fuß muss wohl noch gepudert werden"
  • Gundula: "Hahaha"
  • Oswald: "Die lacht wie ne warzige Hexe"
  • Gundula: "Ich beiß dir gleich deine Nase ab, wenn du nicht endlich mit meiner Aufgabe anfängt"
  • Erasmus: "Ihhh Kannibalin"
  • Hansman: "Pass auf, der kriegt davon gleich 'nen Orgasmus"
  • Mechthild: "Boah ihr seid die schlimmste Gruppe, die man überhaupt zusammenstellen kann"
  • Oswald: "Sag des mal dem Atlas"
  • Erasmus: "Mechthild, schon mal was von Selbstkritik gehört?"
  • Mechthild: "Kümmer du dich um deine eigenen Aufgaben"

Auf jeden Fall kann man sagen, dass diese Schüler das Ziel der Kommunikation bei einer Gruppenarbeit sehr ausschweifend ausgenutzt und erreicht haben.

11:00 Uhr - Die Glocke des Friedens[Bearbeiten]

Der Pausengong ertönt - der Unterricht ist vorbei. Schwer war die Schlacht, noch schwerer waren die Verluste bei allen Parteien. Die letzten Leichen vom Schlachtfeld werden noch beerdigt, während Herr Atlas anweist, die noch nicht fertig bearbeiteten Aufgaben zu Hause fertig zu machen. Und so kam es, dass die Schüler wieder einmal die Gruppenarbeit zu Hause in Einzelarbeit erledigen mussten.