3. Platz beim 34. Stupid Contest4 x 4 Goldauszeichnungen von Assel, Käptniglo, HarryCane und Busdriver Joe3 x 3 Silberauszeichnungen von Laurent, Burschenmann I. und Renamer1 x 1 Bronzeauszeichnung von NoVeXX

Diverses:Ärgerlicher Alltag

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Bankerte Kinder machen nur Probleme
Sapperment! Macht der Wecker diesen Lärm? Nein, das ist wieder dieser depperte Bankert von oben. Dieser hyperaktive Laufhamster verursacht den schrecklichen Fracas. Verdammt. Und wenn ich mich dann wieder bei der Mutter darüber beschwere, sei es doch ganz natürlich, dass diese akustische Umweltverschmutzung ihren Auslauf brauche – auch nachts, auch am schlecht verlegten Parkettboden mit den losen Dielen. Funsen. Damit das noch natürlich ist, muss die es mit einem Windhund getrieben haben. Gut, so wie die ausschaut, würde mich das auch nicht wundern … Weiterschlafen? Mach dir nichts vor, Josef. Utopien sind was für linke Spinner. Bei dem Getrampel kannst du dich gleich vor die U-Bahn legen …

Dieser depperte Bankert hat sich auch eine scheiß Zeit ausgesucht. Zu früh zum Aufstehen. Zu spät, um weiterzuschlafen. Wobei, bei dem Lärm wär’s auch um 20 Uhr zu spät dafür. Da! Schon wieder! Trampel! Stampf! Krach! Kabumms! Wenigstens ist das Blag nicht blad, dann bricht es mir nicht das Genick, wenn es durch die Decke kommt. Galgenhumor. Löblich, Josef. Besser als andere aufzuknüpfen. Zumindest moralisch. Trieberfüllung soll ja besser sein als Triebunterdrückung, aber nur der, dessen Triebfeder von der praktischen Vernunft bestimmt sind, darf sich autonom nennen …

Wo ist das Hemd? Ich hätte es gestern Nacht in den Kasten hängen sollen, aber heute ist man ja schlauer. Gibt schlimmeres, womit man am nächsten Morgen konfrontiert sein kann. Bérénice ist einmal bei jemandem aufgewacht, der Wagner zum Frühstück hörte. Schrecklich! Dagegen ist das Bankertgetrampel reinste Musik. Und ich bekomme es kostenlos und ungefragt zu hören … Was soll ich tun? Kant einmal anders. Ist ja noch eine Weile bis zum Treffen mit Genevieve. Ich könnte Cécil anrufen, aber um die Uhrzeit wäre das das Ende der Freundschaft. Wenn es um geraubten Schlaf geht, bin ich im Vergleich zu ihr noch ein Fanal an Kulanz. Sie hätte den depperten Bastard schon längst aus dem Fenster geschmissen. Vielleicht sollte ich mit Cécil zusammenziehen. Kein Richter würde hinter diesen Plan kommen …

Ich muss auch noch Wäsche waschen. Aber wenn ich um diese Uhrzeit die Maschine einschalte, kann ich mich gleich an die Straßenlaterne vorm Haus hängen. Warum muss das Ding auch so einen Lärm machen? Wie ein startendes Kleinflugzeug. Das Moped der jungen Desiree von gegenüber ist ein Dreck dagegen. Und eine neue Waschmaschine kann ich nicht kaufen, weil ich Veronique dann die nächsten drei Monate erklären muss, wie das Gerät funktioniert. Als würde sie etwas anderes als die Standardeinstellung benutzen. Sogar das Leintuch wäscht sie bei 40°. Das Leintuch! Das ist doch absurd …

Wäsche waschen macht Mühe. Und ich habe nicht einmal einen Fluss, sondern muss alles in die Waschmaschine stopfen.
Ich könnte trotzdem die Wäsche machen. Die Hemden sind in Weiß- und Buntwäsche zu trennen. Die Kragenstifte sind zu entfernen. Die Flecken müssen vorbehandelt werden. Das dauert, bis ich die Maschine einschalte. Diese Arbeit. Immer hackeln. Hegel musste seine Wäsche sicher nicht selbst waschen. Was soll’s? Ich geh einfach in die Putzerei. Am besten in die in der Burggasse. Die Preise sind zwar ein Verbrechen wider die Menschlichkeit, aber die Putzerei ist gleich ums Eck und wenn ich Glück habe, ist die fesche Angestellte dort, die immer so kokett lächelt. Ein besserer Start in den Tag als der Anblick des Besitzers, der immer so ein Gfries zieht. Der schaut die Kleidung sicherlich so lange an, bis die Flecken von selbst verschwinden. Das Ganze verkauft der alte Wucherer dann als ökologische und umweltschonende Reinigung. Umweltschutz schön und gut, aber der verlangt für ein Hemd so viel wie das Beisl fürs Schnitzel. Das ist schon fast unschicklich …

Worüber rege ich mich eigentlich auf? Nur weil der depperte Bankert von dieser Hundefickerin nicht nur auf den geschundenen Parkettlatten, sondern auch auf meiner Laune rumtrampelt. Wenn’s mir zu teuer ist, sollte ich halt nicht hingehen und solange Schnitzel fressen, bis das Fett in meinen Adern klumpt und ich ein Bankerl reiß. Tod durch Schnitzel. Ein schöner Tod. Eine Heilsverkündung, mit der ich etwas anfangen kann. Aber wie ich mein Glück kenne, bringt mich Alzheimer ins Grab …

Eine heiße Dusche wird den Morgen retten. Rein in die Kabine. Wasser aufdrehen. Verdammt, das ist kalt. Wo ist der Hahn? Zu heiß. Zu kalt. Heiß. Kalt. Heiß. Kalt. Heiß. Kalt. Heiß. Sapperment! Wann kommt endlich der depperte Installateur, um den Boiler zur richten. Tragisch genug, dass der Trottel den letzten Termin platzen hat lassen, weil er am Moped mit einer Taube kollidiert ist, aber er wird doch bitte schön nicht ewig brauchen, um sich von zwei gebrochenen Rippen und einem zertrümmerten Handgelenk zu erholen. Wenn’s nur ein Problem mit dem Kohlenstoffmonoxidausstoß der Therme wäre. Ich würde schon tot in der Kabine liegen. Vielleicht hätte man schon das Beuschel für den Leichenschmaus gewaschen und meines vermutlich noch dazu. Aber jeden Morgen in die Dusche zu steigen und nicht zu wissen, ob man gekocht oder schockgefroren wird, ist einfach unmenschlich. Diese Ungewissheit; geradezu von existentieller Größe. Der moderne Prometheus wird nicht mehr an den Felsen gekettet, sondern muss sich jeden Tag in einer Dusche waschen, deren Temperatur er nicht kontrollieren kann. Diese Privation der Verfügungsgewalt über die Gegenstände des Alltags: Beängstigend, bedrohlich, bedrückend. Sicherlich hat irgendein Franzose einen Essay über diese Geißel des modernen Menschen geschrieben. Da läuft’s einem ja kalt den Rücken runter – Nein, Das ist das scheißkalte Wasser! Und wenn ich den Installateur das zweite Handgelenk ruiniere, der Trottel muss das reparieren, oder ich beauftrage jemand anderen. Das ist doch kein Zustand. Da beneidet man ja fast die Menschen in der dritten Welt, die gar keine Wasserversorgung haben. Ein Kübel mit lauwarmen Waser macht nicht solche Probleme … Die Seife schäumt nicht richtig. Zu viel Wasser im Pinsel. Geh, leck mich doch. Wenn ich mich damit einseife, läuft alles runter. Gott, manchmal hasse ich die Schwerkraft

Ich muss neue Klingen kaufen. Zu stumpf. Was nützen dreihundert spottbillige Klingen, wenn keine davon was taugt. Eine glatte Rasur gibt es damit nur, wenn ich mir die Haut vom Gesicht schäle. Ich will gar nicht wissen, wie der Kerl ausschaut, der die hymnische Produktempfehlung geschrieben hat. Dem muss das Fleisch ja in Fetzen hängen wie ein Dönerspieß … Sapperment, Josef. Reiß dich zusammen. Die Krawatte ist schon wieder zu lang. Ich breche mir doch das Genick, wenn ich drauf steige. Zu kurz. Was ist bloß mir dir los, Josef? Wie oft habe ich aus dem Stegreif die Krawatte gebunden, nachdem eine Frauenhand den Knoten gelockert hat. Daran ist nur der depperte Bankert schuld. Der trägt vermutlich auch die Schuld am Nahostkonflikt und ertränkt sein Schnitzel sicher auch im Ketchup. Des Teufels Spross …

Muschiausschlecker69 gab dem Produkt »Geil-Geiz-Rasierklingen« am 01. April 2013 fünf Sterne
Jetzt ein gutes Frühstück, dann bringe ich die Wäsche in die Putzerei, dann schlendere ich ins Café Central, wo Genevieve auf mich wartet – oder ich wohl eher auf sie. Schöne Frauen haben einen Hang zu Verspätung. Und doch kann man ihnen nicht böse sein … Eigentlich geht’s mir ja recht gut. Was für eine Freude die Erwartung einer Sachertorte mit Schlagobers auslöst. Kurios. Ich sollte einen Essay darüber schreiben … Wenn ich könnte, hätte ich vermutlich längst irgendeine Mehlspeise geheiratet. Frauen sind göttliche Geschöpfe, aber den tiefsten Kern meines Wesens, verstehen wohl nur die werte Frau Mama und Buchteln mit Vanillesauce. Ach, was für Trottel sind alle, die von Askese predigen …

»Du bist schon auf, Veronique?« »Ich bin immer noch auf Josef. Es gibt Menschen, die zwischen dem Schlussvorhang in der Oper und den ersten Semmeln im Kaffeehaus etwas anderes tun als schlafen. Du bist aber auch früh auf. Sag bloß, du bist länger geblieben als geplant. Vielleicht sogar bis zum Morgengrauen, du Partytiger?« Sehr witzig. Wenn der Herrgott gewollt hätte, dass wir in der Nacht genauso lustwandeln wie am Tage, hätte er sie nicht als ewig widerkehrende Ägyptische Finsternis gestaltet. »Der depperte Bankert von oben hat mich aufgeweckt.« »Josef, wie kannst du so gemein sein? Das ist kein Bankert, sondern ein ganz süßes Kind, das auch einmal etwas Bewegung braucht.« »Genau. Der depperte Bankert ist ein Kind und kein Hund. Er braucht also Erziehung, keinen Auslauf.« Ein Hund wäre wenigstens süß. »Aber Josef, da ist doch keine böse Absicht dahinter.« 

»Das ist ein Kleinkind. Das hört nicht auf das allgemeine Sittengesetz, sondern höchstens auf seine Mutter, die ihm endlich erklären sollte, dass es auch eine Welt unterhalb des Parkettbodens gibt.« Sapperment! Regt mich das wieder auf. Wo ist das verdammte Schlagobers? Babette hat’s sicherlich wieder verräumt. »Wo ist das Schlagobers?« »Wir haben keines mehr im Haus. Babette hat den letzten Becher für ihre Gesichtsmaske gebraucht. Der ganze Ärger mit Chantal tut ihrer Haut nicht gut.« Himmelherrgottnocheinmal. Auf Erden gibt’s Wichtigeres als ihr Gesicht. Wie soll ich jetzt die Sachertorte essen? »Ich habe ihr aber schon oft genug gesagt, dass ich mein Schlagobers nicht aus Jux und Tollerei kaufe, sondern weil ich es brauche.« »Es war wichtig.« Und meine Sachertorte ist wurscht, oder was? O tempora! O mores! Jetzt wird es wohl der Nussstrudel werden. Und nur weil ich mit Diebesgesindel zusammenlebe. Was kümmert mich die EU-Osterweiterung, wenn mein Kühlschrank nicht einmal vor meinen Mitbewohnern sicher ist? Das ist ein Scheißtag. Wenn es so weiter geht, wird mich Genevieve sitzen lassen …

Geh, leck mich doch. Wir haben ja gar keinen Tee im Haus. Veronique hat mich gestern gefragt, ob sie die letzten beiden Beutel haben kann, damit sie … damit sie … Ist auch wurscht. Auf jeden Fall gibt es keinen Tee. Das sind Versorgungszustände hier. Schlimmer als in einem Flüchtlingslager. Ich muss einkaufen gehen, nach meinem Treffen mit Genevieve … Was mache ich jetzt? Eigentlich würde ich gerne einen Scotch frühstücken – nahrhaft und bekömmlich zugleich, aber dann kann ich mir wieder anhören, was für ein Alkoholiker ich sei, und dass ich mein Leben dadurch wegschmeißen würde. Wenn man Veronique dann hört, könnte man meinen, nur der Teufel und ich tränken Whisky zum Frühstück … Also ich habe noch nie betrunken in die Abwasch gespieben – weder nach dem Frühstück, noch sonst irgendwann …

Ich könnte ins Café Central gehen. Ja, das werde ich machen. Ich kümmere mich um meine Erledigungen, dann frühstücke ich in aller Ruhe und warte bis Genevieve kommt. »Du musst nicht extra rausgehen. Als ich heimgekommen bin, habe ich in den Briefkasten geschaut. Keine Zeitung.« Schon wieder! Dieser Bastard von Zeitungsbote macht das sicherlich absichtlich. Der vergisst oft genug, dass ich mich darüber ärgere, aber zu selten, um wirklich einen Beschwerdebrief zu schreiben. Wenn es nicht so viel Arbeit wäre, würde ich mich sofort hinsetzten und das Ganze melden, aber dann müsste ich die Adresse raussuchen, mein Briefpapier hervorholen und auch noch schön schreiben. So wie der Tag bis jetzt war, würde sich sicher auch noch irgendeine blade Beamtenwitwe in der Post beschweren, dass ihre fünf Schilling Briefmarken nicht mehr gültig sind. Das tue ich mir sicher nicht an. Diese Runde geht an dich, depperte Zeitungsbote, aber irgendwann, vermutlich nicht morgen, denn morgen liegt die Zeitung sicher wieder im Postkasten, aber irgendwann werde ich eines Tages wütend vom Briefkasten zurückkommen und mich an meinen Schreibtisch setzten, um den Brief zu schreiben. Das wird der Tag meiner Rache sein.

Ein Wirthauslidyll wie es Rembrandt nicht hätte besser malen können
»Josef.« Vermutlich habe ich sowieso nicht viel verpasst. Steht eh immer der gleiche Scheiß in der Zeitung: Irgendein EU-Staat tut etwas oder will etwas tun, das gegen bestehende Verträge verstößt. Eine instabile Demokratie veranstaltet Wahlen, was das politische System an den Rande des Zusammenbruchs bringt, weil jede Partei schon im Vorhinein von Wahlbetrug spricht. Aktienkurse ändern sich, darum ändert sich der Ölpreis, was den Goldpreis ändert. Warum lese ich überhaupt noch Zeitung? Als würde mich unser Herr Bundespräsident jemals anrufen und über die aktuelle Lage in Syrien befragen … Ich sollte mein Abonnement kündigen. Wenn mich keine hungernden Kinder angaffen, muss ich mir keine Ausreden einfallen lassen, warum ich nicht spende. Moralisch verwerflich, aber wir sind doch alle schlechte Menschen. Es lebe der Escapismus.

»Josef!« »Was ist?« »Keine Zeitung. Das ist.« »Was soll ich jetzt machen? Nur weil der Bote einmal die Zeitung vergisst werde ich nicht gleich einen Brief schreiben.« »Meine Information war nur ein Freundschaftsdienst, damit du nicht umsonst zum Briefkasten hatschst.« » Als Katholik hätte ich das sowieso nicht gemacht.« »Schau mal, Josef, da rennt der Schmäh. Es ist dein Abonnement. Mach, was du willst.« »Das habe ich auch vor. Ich geh ins Kaffeehaus.« »Könntest du bei der Gelegenheit das Beuschel vom Fleischhauer holen?« »Ich dachte, Babette kümmert sich darum.« »Sie hat sich gleich niedergelegt. Ihr geht es nicht so gut. Du weißt, die Sache mit Chantal.« 

Sapperment! Die Sache mit Chantal tut meinem Gesicht auch nicht mehr gut. Das ist sicher ganz wellig vor Zorn. Wenn das so weiter geht, kann ich meinen Kopf zu den Paradeisern in der Gemüseabteilung legen. »Bei welchen Fleischacker hat sie denn bestellt?« »Beim Prohaska unten in der Mondscheingasse; in der Nähe vom Siebensternbräu.« Ich will das dalkerte Beuschel nicht holen. Als die Idee aufgekommen ist, habe ich von Anfang an gesagt: Wenn man ein Salonbeuschel essen will, soll man ins Wirtshaus gehen. Welcher Mensch geht nicht gerne ins Wirtshaus? Aber nein, man will sich auch an der Kocherfahrung ergötzen. Was ist so erbaulich daran, Blut aus dem Beuschel zu drücken? Doch wer bin ich, mir anzumaßen, ein Urteil zu fällen? Augenscheinlich ein dekadentes Überbleibsel vergangener Zeiten, das lieber ins Wirtshaus geht, als Innereien in Streifen zu schneiden. So oder so ähnlich hat es Babette formuliert. Und dieses dekadente Überbleibsel soll jetzt zum Fleischhacker gehen. »Wie lange hat er offen?« »Keine Ahnung, aber jetzt hat er sicher offen.« 

»Wie stellst du dir das vor? Ich muss in die Putzerei. Ich muss ins Café Central.« »Dieser Umweg wird dich nicht bis zur Sperrstunde in Beschlag nehmen.« »Vielleicht will man aber den Vormittag im Café Central genießen.« »Wie heißt sie?« »Von wem sprichst du?« »Von der Dame, mit der du dich heute Vormittag im Café Central treffen wirst. Ist sie hübsch? Dumme Frage, natürlich ist sie hübsch, sonst würdest du dich nicht vormittags mit ihr treffen, denn reden kann man auch beim Mittagessen, aber wenn schöne Auge locken, würde ein voller Teller nur stören, deshalb gehst auch ins Café Central, obwohl es dir doch eigentlich widerstrebt fremde Personen in dein Lieblingskaffeehaus zu laden. Wie hast du mir schon öfters erklärt: Jede Manifestation des Schönen verdient einen Rahmen, der sie vom Schmutz des Alltags trennt.« 

Wie hat sie das herausgefunden? Ich sollte spontaner werden oder wenigstens eine andere Quelle externer Spontanität erschließen, als die Spontanität liebreizender Damen … Was soll ich jetzt antworten? Ich kann es schwer abstreiten. Wenn ich auf die Notwendigkeit des Frühstücks rekurriere, fragt sie sicher, warum ich nach dem Frühstück keine Zeit habe. Eine umsichtigere Wortwahl hätte es getan, aber niemand erwartet die spanische Inquisition … Heute drückt die Last des Alltags gewaltig. Ich kann es kaum erwarten, innerhalb des Rahmens zu sitzen. »Plus fürs Zuhören. Gut, ich hole das Beuschel, aber wenn es sich aus welchen Gründen auch immer hinzieht, können wir morgen ins Wirtshaus gehen.« »Danke. Viel Erfolg bei deinem Treffen. Lausche zur Abwechslung nicht nur dem Klang ihrer Stimme, sondern auch den Worten, die sie trägt.« »Kein Kommentar.« 

Das war’s mit meinem Frühstück. Fleischhacker statt Sachertorte. Soll ich jetzt einen halben Kilo Faschiertes runterwürgen? Wobei, vielleicht kann ich beim Fleischhacker eine Käseleberkäsesemmel kaufen. Eine Käseleberkäsesemmel mit Estragonsenf wäre schon etwas Feines. Ein bisserl schwer in der Früh, aber besser als hungrig zum Stelldichein zu erscheinen. Wenn ich hungrig bin, rede ich immer so gern vom Essen. Am Ende schwärme ich gar vom aus dem Butterschmalz entstiegenen Schnitzel mit goldiger Panier und dann stellt sich heraus, dass Genevieve gar kein Brot verträgt. Stimmungstöter …

Eine Szene aus der Oper Carmen. Man beachte die überkochenden Emotionen und die Tatsache, dass die Protagonistin am Ende stirbt
Warum kann das Leben keine Oper sein? Genevieve hätte mir schon längst ihre Liebe gestanden und wäre wieder tot, bevor sie mir auf die Nerven gehen könnte. Und wie schön sie sterben würde! Ohne blutigen Auswurf oder anderen Zeugnissen schiacher Realität … Soll ich die Hemden aufhängen? Das ist wieder so viel Arbeit und mich pressiert’s doch recht. Ich knülle sie einfach zusammen … Das schaut so aus, als hätte ich eine Säuglingsleiche in ein paar Fetzen gewickelt, um sie unauffällig entsorgen zu können. Wäre ich eine junge Frau, würde mich die Polizei sicher aufhalten, aber als Mann bin ich aus dem Schneider, außer Mephistopheles hätte mich in diese Kindsmordgeschichte verwickelt, dann stünde es schlecht um mein Seelenheil

Sapperment, Josef. Was geht in deinem Kopf vor? Das ist doch nicht mehr normal. Warum scherst du dich um dein Seelenheil, obschon du die Möglichkeit hast, mit Helena den Beischlaf zu vollziehen. Oder eine Fellatio zu bekommen. Man weiß ja nie, welche Spinnereien diese mythischen Figuren plagen … Das Wetter ist auch weder Fisch noch Fleisch. Eher vegetarisch, so unbefriedigend wie es ist. Wenn es wenigstens richtig regnen würde, aber die paar Tropfen sind ein Witz. Ein schlechter noch dazu. Geht man mit Schirm aus dem Haus, wirkt man wie der Warmdurscher, der nicht einmal leichten Nieselregen aushält. Geht man ohne Schirm aus dem Haus, ist man der Trottel, der nicht mitbekommen hat, dass es draußen regnet. Zum Glück trage ich die Hemden unterm Arm. So bin ich für alle nur der gescheiterte Vater, der seinen ungewollten Bankert bei einem Spaziergang durch die spätwinterliche Tristesse entsorgt. Einfach in den Mistkübel damit und dann eine Käsekrainer samt Bier beim Würstelstand …

Das ist zu klischeehaft. Viel zu sehr Sozialtragödie. Der einfache Arbeiter ermordet entfremdet durch die Arbeit am Fließband getrieben durch das von oben aufgezwungene Elend sein eigenes Kind, dessen Leiche er teilnahmslos entsorgt, weil man ihm von klein auf vermittelt hat, dass sein Werk keinen Wert habe. Das ist eine lahme Geschichte. Fad. Entlarvend und doch nichtssagend. Wäre ich Kindsmörder, ich hätte lieber einen dramatischen Hintergrund, etwas Opernwürdiges. Ein Orakelspruch könnte mir prophezeit haben, dass mein Kind mich töten und seine Mutter heiraten werde, weshalb ich mich, gewarnt durch meine Sophokleslektüre, gezwungen sah, den Bankert zu ersäufen, denn es reicht ja nicht aus, seine Füße zusammenzubinden. Meine Frau wüsste natürlich nicht – Hoppla! Jetzt wäre ich fast bei Rot über die Straße gegangen. Warum muss diese depperte Ampel auch immer rot sein? Selektive Wahrnehmung? Nein. Da können die Psychologen noch so viel parlieren, ich weiß, dass hier immer rot ist. Oder fast immer. Letztens habe ich mich doch so darüber gefreut, dass ich bei diesem Zebrastreifen nicht warten musste. Ach, was ist es für ein Genuss als freier Mann seinen Weg ohne Hindernisse gehen zu können …

Immer noch rot. Kein Wunder, dass ich hier ständig stehe. Wenn das so weiter geht, wird die Sowjetära als längste Rotphase der Geschichte abgelöst … Endlich grün. Was das Warten an Zeit kostet. Schrecklich. Und ich habe währenddessen nur über Blödsinn nachgedacht, dabei müsste ich mir überlegen, wie ich das Konzept der prästabilierten Harmonie über Bord schmeiße, ohne Leibniz mit dazu im Meer zu ersäufen. Jetzt könnte ich das machen. Jetzt habe ich Zeit. Am besten beginne ich mit dieser Stelle aus seinen philosophischen Schriften auf Seite 241. Dort steht doch … Was steht dort eigentlich? Irgendwas über die Welt als göttliches Kunstwerk, aber wenn ich so anfange, kann ich mir Arbeit sparen und gleich den Sprung zu Nietzsche machen, der irgendetwas über die Welt als ästhetische Rechtfertigung geschrieben hat. Wenn ich bloß das Buch dabei hätte. Warum schleppe ich Trottel nicht ständig Leibnitz‘ philosophische Schriften mit mir herum? …

Wer würde nicht Victoire nachtrauern?
Vielleicht reicht es auch, wenn ich einen allgemeineren Zugang währe. Unter Beachtung – Ein roter Alfasud Sprint! Da werden Erinnerungen wach. Wunderbar zum Fahren, obschon mir einmal auf der Landstraße die Heckscheibe rausgefallen ist, weil der Scheibenrahmen vollkommen verrostet war. Aber was waren schon die Mängel im Vergleich zum Gefühl des Außergewöhnlichen, wenn man hinterm Lenkrad saß …

Victoire mochte meinen Alfasud Sprint. Was wohl aus ihr geworden ist? Ärgerlich, dass unsere hoffnungsvolle Romanze durch diesen vermeidbaren Zwischenfall in der Wiener Staatsoper ein unwürdiges Ende fand. Ich vermisse ihre eleganten Hände und besonders die dunkelbraunen Augen, in denen immer ein melancholischer Zug von tiefer Weltvergessenheit lag. Dabei lachte sie immer so herzlich … Vergebene Chancen. Vergangene Zeiten. Auch die liebreizende Dame in der Putzerei hat schöne Augen und würde wohl auch dann noch kokett lächeln, wenn ich in der Vergangenheit aus Versehen fast einen Bombenalarm ausgelöst hätte …

»Grüß Gott.« »Grüß Gott.« Geh, leck mich doch. Natürlich muss heute ausgerechnet der Besitzer hinterm dem Tresen sitzen. Und natürlich muss er wieder ein Gfries ziehen, als ob Kakerlaken in sein Rektum kriechen würden. Kaum zu glauben, dass der Mann verheiratet ist. Der muss eine Blinde erwischt haben. Anders kann ich mir das nicht erklären. Der kann doch nie im Leben liebevoll schauen, sondern kennt höchstens zwei Expressionen, nämlich Schleich dich und Geh in die Donau. »Hemden?« »Ja. Es sind nur Hemden. Ich habe-« »35€. Abholung ab Donnerstag. Wiederschauen.« Der kann froh sein, in einer Putzerei zu arbeiten, denn bei dem Ton würde alles, was er einem in die Hand drückt, sofort in seinem Gesicht landen. Außer Hemden, denn die musste man nachher bügeln und Bügeln ist eine Scheißhacken. Sisyphus rollt Steine und ich bügle Hemden; wenn ich nicht in die Putzerei gehe. Wenn die griechischen Götter bloß die Moderne erlebt hätten. Wie sehr würden ihre Strafen uns ängstigen: Ein riesiger Fernseher, aber nur zwei Kanäle zur Auswahl. Ein leistungsstarker Rechner, aber eine langsame Internetverbindung. Ein schneller Sportwagen, aber mit klapperndem Handschuhfach. Wenn es keine großen Probleme gibt, blähen sich die kleinen auf. Hier wird der Mensch zu Sisyphus …

Ich bin hungrig. Immer wenn ich hungrig bin, spreche ich wie diese pathetischen Ankläger wider die Moderne, aber dabei liebe ich die Moderne. Ich bin lieber ein glücklicher Schafsbock mit Opernkarten und Whisky, der pseudometaphysische Erfüllung durch flüchtigen Genuss in Gegenwart schöner Schafe erfährt, als ein geistesgestörtes Schaf, das sich für einen Wolf hält; oder welche Tierart auch immer für erzwungenen, sozialen Umsturz zuständig ist. Sapperment, aber am liebsten wäre ich ein Schaf mit einer Käseleberkäsesemmel am Huf. Schafe haben doch Hufe?


Wenn sich alle in einer Familie moralisch verwerflich verhalten, liegt das dann in den Genen?
»Grüß Gott.« »Grüß Gott, Herr Horvath. Was führt Sie zu uns?« »Mademoiselle Wranitzky bat mich das Beuschel für sie abzuholen, da sie aktuell unpässlich ist.« »Leider gibt es ein Problem.« Hatte das Rindsvieh keine Lungen? War es am Ende gar ein Hirschkäfer, den man zur Schlachtbank geführt hat, oder weshalb gibt es kein Beuschel? »Welches Problem?« »Unsere polnische Aushilfskraft Chloé hat das Beuschel leider schon verkauft. Darf ich Ihnen vielleicht das Rinderfilet anbieten?« Das natürlich zehn Mal so teuer ist. »Schmeiß das Madl raus, wenn’s nichts taugt.« »Aber Papa, erbarmt’s dir nicht, das arme Ding. Es braucht Hilfe.« »Meine Fleischerei ist kein Asylantenheim. Schick das Madl zurück nach Prag.« »Papa, Prag ist in Tschechien.« »Aber meine Fleischerei ist nicht in der Tschechei.« 

Ich sollte einen Essay darüber schreiben, welche der beiden Positionen moralisch verwerflicher ist. Ist es die des Vaters, der Chloé nur als billige Arbeitskraft sieht? »Papa, bitte nicht vorm Herrn Horvath, der gerade etwas kaufen möchte.« »Der Horvath will nicht etwas kaufen, sondern das Beuschel, das deine Dreckspolakin verschachert hat.« Oder die der Tochter, die Chloé nur als schwache, kindliche Person auffasst, die die Hilfe rechter Erwachsener braucht, um über die Runden zu kommen? »Geh, Papa.« »Ist mir wurscht. Ich krepier eh bald und dann ist es nicht mehr mein Kaffee, wenn du die Fleischerei zu Grunde richtest.« Schwierig. Es hängt wohl von der ethischen Schule ab, nach deren Grundlagen man das Urteil fällt. Ich tendiere- »Bitte entschuldigen Sie, Herr Horvath.« »Kein Problem.« »Darf ich Ihnen etwas Anderes anbieten?« »Eine Käseleberkäsesemmel, bitte. Ich hatte heute keine Gelegenheit zu frühstücken.« »Käseleberkäse habe ich leider keinen da, aber wenn Sie wirklich hungrig sind, kann ich Ihnen Cabanossi anbieten.« 

In der Not frisst der Teufel Fliegen. Ich muss nur vor Genevieve im Café Central sein, damit ich meinen Wurstatem mit Tee runterspülen kann. Was ist, wenn Genevieve Vegetarierin ist, und sie bemerken würde, dass ich gerade Fleisch gegessen habe? Sapperment! Veronique hat recht. Ich sollte vielleicht besser zu hören. Ich weiß gar nichts von Genevieve, außer dass sie hübsch ist. Was ist, wenn sie zu diesem grässlichen Menschenschlage gehört, der kein Dessert bestellt und dann dennoch die Hälfte von meinem ist? Schrecklich. Das sind die schlimmsten. »Herr Horvath?« »Ja, Ja. Ich nehme welche.« »Das wären dann 2,30€« »Danke.« »Wiederschauen, Herr Horvath.« 

Da bestellt man extra vor und dann kriegt man es trotzdem nicht. Wenn ich diese Erfahrung hätte haben wollen, wäre ich in irgendeine Mängelwirtschaft gefahren wie, was weiß ich, Kärnten, aber hier kann ich getrost darauf verzichten. Wenigstens die Cabanossi hätte sie mir umsonst gegeben können, oder Chloé vom Gehalt abziehen. Das wäre das Mindeste gewesen. Was ist das für eine schlechte Welt, in der man nicht einmal mehr seinem Fleischhacker vertrauten kann? Zuerst verschachert er das Beuschel, dann spritzt er Gift in den Wadschinken. Dabei esse ich doch so gern Gulasch. Andererseits gibt es Schlimmeres als Tod durch Gulasch. Tod durch Gulasch klingt auch besser als schnöder Giftmord

Mehr Gedränge als in einem Flüchtlingsboot vor Lampedusa
Worüber rege ich mich eigentlich auf? Wenn Babette nichts zum Kochen hat, geht’s morgen ins Wirtshaus. Keine Experimente. Kein Schnitzel mit Sojapanier. Kein Tafelspitz, der im Chili-Ingwer-Sud gekocht wurde. Kein Schweinsbraten mit gezuckertem Schwartl. Kurzum, keine Verbrechen wider die Menschlichkeit. Stattdessen ein köstliches Salonbeuschel mit Gulaschsaft und Rahmgupf und danach Marillenpalatschinken. Wie das duftet. Wie das Semmelknödel dampft, wenn man es zerteilt und unters Beuschel mischt … Ich bin hungrig. Hoffentlich sättigt mich die Wurst. Nicht auszudenken wie Genevieve reagieren würde, wenn sie auf die Frage, wie es mir ginge, die Antwort erhielte, dass die Aussicht auf ein Salonbeuschel meine Laune verbessert hat. Dann könnte ich noch so viel von Mozarts Don Giovanni schwären, oder die Schönheit von Chopins Nachtstücken hervorheben, ich wäre immer der Barbar, dessen größter Genuss anscheinend der Verzehr eines Innereieneintopfs ist. Sie verzöge vor Abscheu ihre schmalen Lippen von berückendem Kolorit, wodurch ihre weißen Zähne hervorblitzen würden, ohne zu wissen, wie gut ein Salonbeuschel schmeckt. Allein die Konsistenz

Sapperment, Josef! Reiß dich zusammen. Friss deine Wurst und hör auf an Essen zu denken. Denk lieber über Leibnitz – Wenn ich nur das depperte Buch bei mir hätte … Was schaut die Frau so deppert? Hat sie noch einen Mann im Anzug gesehen, der auf einer Wurst herumkaut? … Wo ist die U-Bahnstation? Ah, hier. Wenigstens fahren um die Uhrzeit wenige Leute mit der U-Bahn. Ich hasse es, wenn ich abends in die Oper oder ins Theater fahre und dann herrschen japanische Verhältnisse. Wenn ich mich unbedingt wie eine Sardine in der Konserve fühlen will, reise ich meinetwegen bereitwillig nach Tokyo, aber daheim brauche ich diesen Scheiß sicher nicht … Da kommt schon der Zug …

Wunderbar keine Leute im Waggon. Himmelherrgottnocheinmal, warum riecht es hier wie auf einem Zwiebelfriedhof? Es wird doch niemand irgendetwas mit Zwiebeln in der U-Bahn braten. Wobei, Spinner – Dort hinten sitzt jemand mit einem Döner. Wer frisst um die Uhrzeit einen Döner? Das ist doch pervers. Vor allem, wenn man so blad ist. Gut, wenn ich jeden Tag einen Döner frühstücken würde, wäre ich wohl genauso dick, aber ich würde ihn wenigstens voller Scham und Reue daheim in mich hineinstopfen. Zumindest würde ich so nicht die Luft verpesten. Umweltverschmutzer. Außerdem ist Essen in der U-Bahn verboten. Meine Wurst stinkt wenigstens nicht. Ich bin ein Verbrecher mit Ehre

Wo sollte ich mich im Kaffeehaus hinsetzen? Vorne ans Fenster oder hinten bei der Küche? Hinten sind die Tische größer, aber vorne ist das Sitzen kommoder und die Sonne scheint so lieblich – Gut, das ist heute wohl wurscht. Ich werde trotzdem einen Tisch beim Fenster nehmen, dann sitzt Genevieve nämlich an meiner Seite und ich kann mich an ihrem Odeur ergötzen … Das fällt wohl in die Kategorie: Gedanken, die besser nicht ausspricht … Und schon wieder wäre ich fast von einem Fiaker überfahren worden. Depperte Kutschen …

Genevieves politische Ansichten zählten nicht zu ihren Vorzügen
Endlich im Kaffeehaus. Dieser Geruch nach Mehlspeisen. Wundervoll. Da geht einem das Herz auf … Vorsichtig, nicht das ich den Sessel umstoße. Nicht, wie damals mit Amélie. Wenigstens konnte sie darüber lachen … »Grüß Gott, Herr Horvath.« »Grüß Gott.« »Was darf ich Ihnen bringen?« »Einen Earl Grey, bitte.« »Darf’s sonst noch etwas sein?« »Nein, danke. Ich erwarte jemanden.« »Sehr wohl. Ich bringe Ihnen gleich den Tee.« … Der heutige Morgen hatte es in sich. Man könnte fast meinen, dass Montag wäre. Welcher Tag ist heute eigentlich? Dienstag? Mittwoch? Vielleicht ist heute auch Montag. Was weiß ich? Es ist auf jeden Fall nicht Sonntag, denn sonst wäre das Café Central geschlossen …

Ist ja wurscht. Es war trotzdem ein Scheißmorgen. Zuerst der depperte Bankert von der Hundefickerin. Dann die kaputte Dusche. Dann das fehlende Schlagobers. Dann Babettes lächerlicher Ausfall. Dann – Sapperment! Es ist ja regelrecht ein Wunder, dass ich niemanden umgebracht habe. Heute kam fast alles zusammen, was nerven kann, ohne existenzbedrohend zu sein. Außer der Mangel an Schlagobers, so etwas kann schlimme Folgen haben. Aber der ärgerliche Alltag hat nun ein Ende … »Ihr Tee.« »Vielen Dank .« Ich sollte mir eine Zeitung holen. Das schindet Eindruck, wenn Genevieve das Café betritt und mich zeitungslesend vorfindet … Ich sollte mir auch einen Zeitungsstock besorgen. Erleichtert das Leben ungemein …

Was steht in der Zeitung? Irgendwas über Griechenland. Irgendwas über Nigeria. Irgendwas über Aktien. Ich sollte als Hellseher arbeiten … Da kommt Genevieve. Dieser Gang. Graziös. »Buongiorno, cara signorina. Comé va?« »Bene. É tu?« »Benissimo, Genevieve, benissmo. Ma non é-« »Deutsch, Josef. Verzeih, dass ich dir ins Wort falle, aber du weißt, dass ich in Wien weile, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern.« Dieser Duft. Wie ein Frühlingshauch. »Wie könnte ich dir böse sein?« »Liest du gerade Zeitung?« »Ja.« »Du weißt aber schon, dass du der Lügenpresse keinen Glauben schenken darfst. Das Weltjudentum kontrolliert uns durch die Massenmedien, damit wir der Lüge aufsitzen, Kerosin könne Stahlträger schmelzen. Hast du nicht die Protokolle des Weisen von Zion gelesen?« Dabei ist sie so schön. Es ist ein Jammer. Was soll man machen? Fortuna verteilt nun einmal keine Extrawürste. Letztendlich ist das Leben doch wie Mozarts Menuett KV 355. Es ist bei genauer Betrachtung überraschend simpel, erstaunlich dissonant, aber dennoch ungemein schön. Vor allem, wenn es von einer hübschen Frauenhand gespielt wird. Tam. Tam. Tatatam
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Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
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3. Platz beim 34. Stupid Contest

Ärgerlicher Alltag ist ein Gewinner des 34. Stupid Contests.

Für dieses Werk erhält Mixtli den bronzenen Stupidedia-Stern am Band.

Gezeichnet, die Jury

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