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Diverses:Wir sind alle wunderschön

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GG
Hi, ich bin Stuart und hier der Türsteher!
Anmerkung des Türstehers

"Sind Sie ein Weltverbesserer? Dann dürfen Sie hier keinesfalls weiterlesen, Sie sollten dann eher auf anderen Feiern oder Foren Ihre Meinung breittreten!
Ach ja, in diesem Artikel ist jedes Wort sehr genau gewählt und nichts dem Zufall überlassen worden!!

Der Rest darf aber entspannt eintreten - heute freier Eintritt!!!"

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KARL

Er war mit Sicherheit kein schöner Junge. Nein Quatsch, eigentlich war er potthässlich: Eine schiefe Nase, ein kleiner Mund, trockene Lippen, Mauerer-Bräune, altmodische Brille, fettige Haare und das Gesicht übersät mit Pickeln. Die Klamotten? Style von gestern... und selbst die damals fänden das noch peinlich. Er hatte alles, was man Allgemein als "hässlich" abstempelt.
Doch Karl war auch schön... ach nein, er war wunderschön. Seine Hülle war zwar verschmutzt, doch das Innere strahlte dafür umso mehr vor Unschuld. Sein Herz, sein großes großes Herz, kochte vor Liebe über, sein Geist glänzte wie ein Diamant in der Sonne, aufpoliert von der Einzigartigkeit seines Inneren. Sein Charakter ist vergleichbar mit einer Schar von Engeln gewesen, die mit Harfen solch liebliche Töne anspielen, dass ein jedes Herz dahin schmelzen würde. Vergessen wir nicht seine Seele, die selbst das allerreinste Gold vom Glanze her in den Schatten stellte und die Narben der Vergangenheit überstrahlte. Sah man ihm in die Augen, erkannte man ein Feuer, das für die Gerechtigkeit brannte. Ein Feuer, das auch für die Armen brannte. Ein Feuer, das für all die Restliebe auf der Welt brannte. Sein fester, unverformbarer Wille war wie das Öl im Feuer, das die Flamme im Herzen stets brennen ließ. Sein Glaube an den Frieden und an die Liebe in der Welt war stets ein treuer Begleiter, so dass die Sonne im Geiste stets scheinen durfte.
Doch äußerlich war er nun mal einfach hässlich.

Eines Tages begab es sich aber, dass er von seiner Chorprobe nach Hause lief. Es war schon spät - bereits nach 19 Uhr - und dunkel, denn es war Winter. Er fror leicht, da er seine Winterklamotten in den Altkleidersammelbehälter gelegt hatte, damit jeder im kalten Blizzard dieser Jahreszeit etwas Warmes zum Anziehen hätte.
Bis nach Hause wären es noch zwölf Kilometer gewesen, die er normalerweise immer läuft. Den Bus nahm er nicht gern, denn er mochte es nicht, anderen Teilnehmern die Plätze wegzunehmen. Doch, da er nun wirklich fror, entschloss er sich, ein Busticket zu zahlen und sich dann dort hinzustellen, wo er den anderen keinen Platz stehlen könne. Geduldig, wie der junge Karl eben war, wartete er an der Bushaltestelle auf den Bus. Als dieser dann endlich vorfuhr, ließ er die zwei betagten Damen hinter sich zuerst einsteigen und begab sich dann als letzter zum Busfahrer: "Guten Abend. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, hätte ich gerne ein Busticket bis zur Endhaltestelle." Der Busfahrer sah von seinem Lenkrad auf, kaugummikauend und wohl leicht irritiert antwortete er barsch: "Ne, is' ja mein Job. Macht einsfuffzich!" Karl zahlte mit einer 2€-Münze: "Stimmt so!", lächelte er.
"Näää!", hielt ihn der Busfahrer zurück. "Wenn hier am Ende mehr Kohle drinne ist als die Tickets kosten, denken die inner Zentrale, ich bescheiß die, weiße? Hier, nimm dein Schotter und dann zack, auf'n Platz setzen. Will heut auch nochma feddich werden hier!" Widerwillig nahm Karl sein Rückgeld an. Platz nahm er dennoch nicht, sondern lief, nachdem er den Schlamm, den er von außen mit in den Bus trug, mit seinen Schuhen wieder nach außen geschoben hatte, direkt in die Mitte des Gelenkbusses, wo er niemandem einen Platz stehlen konnte.
Der Bus fuhr und fuhr und fuhr. Karl zählte die Haltestellen nicht, sondern dachte darüber nach, wie er der armen Oma Gertrud, die im Wohnhaus immer ihre nicht allzu schwere Plastiktüte mit Einkäufen die Treppen bis zu ihrer Wohnung schleppte, das Leben erleichtern könnte.

Plötzlich, es passierte an einer der etlichen Haltestellen, stieg ein Mädchen ein, das das Herz des jungen Karl höher schlagen ließ. Er sah hin und er sah nochmals hin. So etwas hatte er in seinem Leben noch nie erlebt. Sein großes, goldenes Herz pochte schneller als normal, er begriff die Situation nicht. Er senkte seinen Kopf, doch sein inneres Feuer und sein unverformbarer Wille zwangen ihn dazu, noch einmal zu ihr herzuschauen. Er tat es, und er sah ihr direkt in die Augen und staunte, dass er darin alle Weltmeere erkennen konnte, wie sie im Glanz der Sonne Wellen schlugen. Noch im selben Moment wechselte darin das Bild und das Meer verschwand. Wie ein Fernsehbild zeigte sich Karl plötzlich:

Ein großes, weißes Haus, erbaut in einem Weizenfeld. Rundherum ein Garten mit bunten Blumen und großen Bäumen, zwischen denen eine Hollywood-Schaukel stand. Draußen vor der Tür spielten zwei Kinder, das eine ein Mädchen mit braunen Haaren und zwei Zöpfen und das andere ein Junge mit einem Fußball in der Hand. Beide lachten, erfüllt mit Freude und Genügsamkeit. Daneben lag ein Hund, ein Schäferhund, der sich in der Sonne zusammen mit einer Katze auf dem Bauch das Fell wärmte. Zwei Vögel stimmten ein frohes Lied an, woraus man Zufriedenheit und Dankbarkeit hören konnte. Und in der Mitte von allem stand SIE, in einem weißen Kleid und mit einem Schleier vor dem Gesicht. Die Wangen waren errötet, weshalb sie ihre Augen beschämt abwendete. Sie streckte ihre Hand aus und als wolle sie ihm ein Zeichen geben, als wolle sie ihm sagen: "Komm, komm zu mir!"
Könnte man denken, so war's aber nicht!

Karl landete wieder knallhart in der Realität. Und noch bevor das Mädchen sehen konnte, dass Karl sie begaffte, schaute er wieder zu Boden: "Bloß nicht auffallen!", dachte er.
Als sie an ihm vorbeilief, roch er ein Parfum, dass nach Rosenblättern und Lavendel duftete. Selbst als sie sich auf dem hintersten Platz setzte, konnte er ihre Aura spüren, merken, dass sie ihn mit einem Blick durchbohrte - doch er sah nicht hin.
Karls Gefühl nach fuhr der Bus immer langsamer. Das lag zwar auch daran, dass dieser durch eine 30er-Zone fuhr, doch in Wahrheit lag es bestimmt daran, dass er wusste, sie sitzt im Bus und wartet eventuell nur auf ihn? Er dachte sich: "Ich werde mich nicht zu ihr setzen. Ich will nicht egoistisch sein, denn wenn ein anderer Junge sie auch entdeckt, will ich ihn nicht stören und ihm nichts wegnehmen." Endlich, nach einer gefühlten Stunde - in Wahrheit waren es nur fünfundfünfzig Minuten - hielt der Bus an der Endhaltestelle. Karl klammerte sich an eine der Stangen, sah dabei starr aus dem Fenster, um nicht den Blick seinen Sterns zu begegnen. Doch, auch sein Feuer brannte so stark, dass er hinschauen musste und es kam, wie es kommen musste. Ausgerechnet jetzt sah auch sie zu ihm. "Oh nein, was mache ich jetzt?", fragte er sich in seiner Verzweiflung. Er brachte nur ein kleines, schüchternes Lächeln hervor. Doch in seinem Herzen wollte er die Sonne für sie strahlen lassen - im Moment war es nur die Nachttischlampe. Auf einmal, er konnte es kaum glauben, passierte es: Sie lächelte ebenfalls zurück, und mit einem Schwung war sie aus dem Bus schon ausgestiegen.
Karl zitterte noch am ganzen Leib, von seiner schweißbedeckten Stirn tropfte es auf den Boden und seine Hände waren so feucht, dass er an den Stangen keinen Halt mehr hatte. "Das... das muss das Schicksal sein!", dachte er sich. "Ja, das Schicksal wollte, dass ich zu ihr hinsehe. Das Schicksal ist stärker als jeder Wille. Ich glaube, es wollte, dass ich sie anschaue, damit ich weiß, sie hat mich gesehen!" Doch dann dachte er weiter: "Aber... sie ist so wunderschön. Ich bin... ich bin im Gegensatz zu ihr einfach nur hässlich! Ich werde niemals eine Frau wie sie bekommen." Einerseits leicht betrübt, andererseits voller Freude kehrte er wieder zurück in sein Haus. Dort wartete seine Mutter bereits mit einer warmen, selbstgekochten Suppe.
Er betrat das urige Wohnzimmer, auf dem Tisch stand bereits die Suppe serviert. "Hallo Schatz. Wie war Chor heute? Du bist früher zurück als sonst." Liebevoll nahm sie seine Jacke und hing sie an die Garderobe. Karl erzählte ihr derweil alles, was er erlebt hat. Weshalb er nun früher daheim ist, dann vom netten Busfahrer und natürlich von der Begegnung mit seinem Augenstern.
Karl: "Aber sind wir ehrlich, mein Aussehen ist nicht gut genug für sie."
Mama: "Karl! Sag sowas nicht!"
Karl: "Wieso? Es stimmt doch. Sie ist so hübsch, so wunderschön und gleichzeitig so überaus nett und strahlt eine Persönlichkeit aus, die ich in meinem Leben noch nicht gesehen habe. Nur manchmal bei Pfarrer Kinderlieb."
Mama: "Mein Sohn, glaubst du echt, es kommt am Ende auf das Aussehen an? Der Charakter muss schön sein. Karl! Wir sind alles Blumen auf einem großen, bunten Feld. Jede Blüte sieht anders aus, doch jede Blume ist wunderschön. Eine Blume, die nach außen nicht so große Blüten zeigen kann, hat oft tiefe Wurzeln und lockt andere Bienen, die am Stempel saugen! Dein Inneres ist wunder-, wunderschön!"
Karl: "Ja, Mutti. Das ist sehr lieb von dir. Doch die Blumen mit den schönsten Blüten werden am häufigsten gepflückt!"
Mama: "Aber so kenne ich dich gar nicht! Du hast mir doch immer erzählt, dass die Liebe das Schwert der Guten sei, dass die Liebe im Leben immer gewinnt. Du hast doch eben noch gemeint, sie hätte, als du sie angesehen hast, zurückgelächelt, oder? Weißt du, ein Lächeln, mein Schatz, ist das, was zwei Menschen verbindet, eine universelle Sprache, die jeder versteht. Sie wollte dir damit ein Zeichen geben."
Karl: "Ja, Mutti. Ich glaube immer noch, dass die Liebe stärker ist als alles andere ist auf dieser Welt. Vielleicht hast du ja Recht."
Mama: "Bei deinem Vater war diese Liebe zu unserer Nachbarin Frau Lockmann eben größer. Daran kann ich nichts ändern. Doch wenn es das Schicksal so wollte, dann können wir nichts dagegen tun. Und Karl: Der Schlüssel zum Herzen eines Mädchen ist nur ein anderes Herz - und es passt nur ein einziges! Keine Muckis, keine Kleidung und kein Geld können dieses Schloss öffnen. Merke dir das, Karl! Nur das Herz öffnet das Tor zur Liebe wirklich!"

Bestärkt von diesem Gespräch, umarmte er noch seine Mutter und ging dann pünktlich so gegen 21 Uhr zu Bett. Im Gegensatz zu den anderen Tagen konnte er jedoch nicht schlafen. Er lag wach, dachte über diesen ereignisreichen Tag nach und schlief dann, trotz einer Träne im Auge, endlich ein.
Die nächsten Tage waren jedoch alle wieder wie immer. Nach der Chorprobe lief er jedoch nicht mehr heim, sondern kaufte sich stets ein Ticket im Bus, in der Hoffnung, seine große Liebe wiederzusehen. Doch sie kam nicht. Eine Woche war da schon vergangen, doch nie stieg sie dazu. Er fragte sich: "Entweder will das Schicksal, dass ich beharrlich bleibe oder ich habe mich geirrt." Doch da schlugen alle Glocken in seinem wachsamen Kopf Alarm. "Nein! Mutti sagte, ich solle fest an mich und die Liebe glauben."
Und da, kaum hatte er es in Gedanken ausgesprochen, stieg sie tatsächlich wieder dazu. Dasselbe Mädchen wie in der vergangenen Woche, nur andere Klamotten. Kurzzeitig hörte sein Herz auf zu schlagen. Er spürte den Puls in seinen Adern, in seiner Brust, an seiner Stirn, einfach überall. Er stand wieder in der Mitte des Busses und erneut lief sie an ihm vorbei. Dieses Mal roch sie nach Margeriten und Osterglöckchen, die im Durchzug ihren Duft verteilten. Karl schnupperte vorsichtig an sich und dachte dabei kurzzeitig an den Zoo, doch ignorierte er das schnell wieder, denn Liebe öffnet man mit dem Herzen und nicht mit einem Parfum. Natürlich setzte sie sich wie in der vergangenen Woche nach ganz hinten, beinahe alles wie ein Déjà-vu.

In der ganzen Aufregung vergaß er, sie anzusehen. Er wollte wissen, ob sie ihn erneut anlächeln würde, ob das Schicksal wirklich für die beiden etwas in der Hand hielte. Doch sein eiserner Mut ließ ihn nicht im Stich. Das Feuer brannte so sehr, dass er jede Schüchternheit und all seine Prinzipien über Bord warf und sich neben sie auf einen Platz setzte. Die Motorengeräusche des Busses verschwanden, seine Ohren wurden taub für die Realität. Mit voller Konzentration achtete er darauf, seine Atmung unter Kontrolle zu halten, nicht allzu laut zu schlucken und das Zittern nicht zu auffällig zu zeigen. Noch einmal schluckte er, dann sah er nach rechts zu ihr. Der Schock traf ihn als er sah, wie sie auch so eben zu ihm schaute. Erneut lächelte sie und sah im selben Moment noch wieder aus dem Fenster. "Oh weia", dachte sich Karl, "vielleicht ist sie ja auch schüchtern wie ich. Deshalb kann sie gerade nicht zu mir schauen!" Ein verschmitztes Grinsen konnte man in seinen Mundwinkeln erkennen. "Die Liebe siegt immer!", dachte er sich.
Die Busfahrt verging für Karl (und auch die anderen) schneller als sonst. Auch, weil der Bus eine andere Strecke als sonst fuhr, da die 30er-Zone wegen einer Baustelle gesperrt war und er nun durch die Tempo-70-Straßen brettern durfte. Aber das tut nichts zur Sache. Weil auch so wäre die Zeit viel schneller vergangen, denn das tat sie immer, wenn aus Sicht von Karl etwas Schönes passierte.
"Die Linie endet hier!", dröhnte es aus den Boxen. Karl erhob sich nervös von seinem Sitz und stapfte zum Hinterausgang. Der Bus war noch in voller Fahrt, sie blieb also noch sitzen. Langsam aber sicher kamen sie der Endstation näher und hielten letztlich an. Die Tür öffnete sich, nachdem er auf einen Knopf gedrückt hatte und die Passagiere stiegen nacheinander aus. Er ließ die anderen vor, einmal natürlich aus Demut und andererseits aber auch, weil er auf das Mädchen seiner Träume wartete. Dann stieg sie tatsächlich aus und in ihrer Aura versprühte sie den Duft der eben schon genannten Margeriten und Osterglöckchen.
Das Schicksal, wie es Karl genannt hätte, schlug jedoch erneut zu. An einem unebenen Kopfsteinpflaster stieß sie sich den Fuß und stolperte, sodass ihr Geldbeutel auf den Boden fiel und aufklappte. Noch im selben Moment - auch aufgrund seines natürlichen Helfertriebs - stand er neben ihr und wollte ihre Geldbörse aufheben. Zu sehen war ihr Personalausweis, mit einem wunderschönen Bild und ihrem Namen: Stella. Doch zur gleichen Zeit bückte sich auch das Mädchen, um ihr Portemonnaie zu fassen... da passierte es: Ihre Hand lag plötzlich unter seiner. '""Das Schicksal!", dachte Karl. "Das Schicksal und die Liebe siegen immer!"

STELLA

Sie war mit Sicherheit kein hässliches Mädchen. Ach, lassen wir den Scheiß! Sie war wohl das schönste und perfekteste Mädchen oder man kann sagen, sie war wunderschön: Schulterlanges, blondes Haar, dazu ein symmetrisches Gesicht mit blauen Augen, Stupsnase, leichtrosa Lippen, keiner einzigen Hautunreinheit, gleichmäßiger, normaler Bräune und einem Körper, der nicht zu groß oder zu klein war (oder für eingesessene Stupidedianer: alles Attribute, die man als Unterkategorie bei "Schönheit", "Bombe" oder von mir aus auch "Wunderschön" einordnen könnte). Ihr Styling und Kleiderstil war topmodern. Trotz des Winters trug sie figurbetonende Klamotten, die ihren durchtrainierten Körper durchschimmern ließen. Sie war von außen betrachtet ein Diamant.
Gut, da gab es noch diese andere Seite - also das Innere. Aber das interessiert doch eigentlich keine Sau.
Äußerlich war sie nun mal einfach wunderschön.

Ein Schnappschuss von Dennis. Jeder ist schön, jeder!

Eines Tages begab sich aber, dass sie bei einem Freund namens Dennis zu Besuch war. Mit ihm traf sie sich häufiger und normalerweise fuhr er sie auch anschließend wieder mit dem Porsche seinen Vaters nach Hause. Doch da sein Führerschein dieses Mal von der Polizei beschlagnahmt wurde, nachdem er in einer 30er-Zone einmal mit Tempo "viel zu schnell" erwischt worden war, musste Stella mit dem Bus heimfahren. Dennis war nicht so wunderschön. Weder außen, noch innen. Auf dem Kopf waren kaum Haare, im Kopf sah es allerdings auch nicht schöner aus. Dazu blass, vernarbt und mit leichten Stimmungsschwankungen beim Genuss von Alkohol. Aber auch er war auf seine Weise wunderschön: Das, was er in seiner Geldbörse hatte, machte ihn zu einem wuderschönen Menschen, einem Traummann und edlen Ritter. Seine Worte waren plötzlich von so großer Bedeutung, dass sie alles in den Schatten stellten.
Auf den musste Stella jedoch lange warten, denn durch die schlammigen Straßen, besonders jetzt im Winter, verspätete sich der öffentliche Nahverkehr in schöner Regelmäßigkeit. Als er dann endlich doch vorfuhr, stieg sie völlig entnervt als erste ein, zeigte ihr Ticket vor, welches sie von ihrem Kumpel bekommen hatte, damit sie nichts zahlen muss. Falls dann doch eine Kontrolle kommen sollte, würde sie schnell aus dem Bus aussteigen - das funktionierte bisher prima.
Stella stakste in ihren Stiefeln - nur 3cm Absatz - direkt zur hintersten Bankreihe, wo sie sich auch für gewöhnlich immer hinpflanzte. Mit Stöpseln im Ohr und Kaugummi im Mund versuchte sie, so die fade Busfahrt zu überbrücken. Ihr war auch ohnehin klar, dass sie alle Männerblicke auf sich zog. Äußerlich lächelte sie immer leicht süß und unschuldig wie ein roter Gummibär. In Wahrheit störte es sie und gleichzeitig wieder nicht. Sah sie einen Jungen, der ihr gefiel, versuchte sie möglichst unauffällig sich auffällig zu machen, so dass er sie anstarrt - meistens mit Erfolg. Erst jetzt sah sie den jungen Kerl Karl in der Mitte des Gelenkbusses stehen, wie er beinahe schon katholisch katatonisch auf den Boden starrte. Sie beobachtete ihn, wie er mit seinen Bambusarmen verzweifelt versuchte, in den Kurven standhaft zu bleiben und wie er sich zwang, nur nach unten oder vorn zu schauen. Ganz offensichtlich scheute dieser Junge den Blick nach hinten, und sie konnte sich denken, weshalb!
An der Endstation stieg sie dann aus und warf ihm noch einmal einen Blick zu, dachte: "Na, ob er sich traut, herzuschauen? Er schaut sicher noch einmal her." Noch im selben Moment, wo sie das dachte, blickte er sie an! "Wow! Schicksal?", dachte sie. "Als hätte ich es gewusst!"

Mit strammen Schritten lief sie die Straße abwärts bis zu einer Plattenbau-Siedlung und schellte dort an der Wohnungstür ihrer besten Freundin Anne. Auch sie war wunderschön: Nicht nur äußerlich, auch innerlich und so... ihr kennt's ja jetzt inzwischen!
Dort angekommen, begann Stella ihren Monolog schon beim Öffnen der Tür, während sie ihre lederne Handtasche neben ihren Stiefeln abstellte: "Heeeey. Ey, du glaubs' nicht, was miiiir heut alles passiert ist, ne?!"
Sie umarmte Anne und gestikulierte gleichzeitig wild mit zwei geöffneten Handflächen. Ihre Freundin stand sogleich mit einer Antwort bereit: "Hey Süße! Erzählst es mir?" Natürlich würde sie das tun - weil... Logik? -, doch vorher liefen sie in das kleine, mit Postern zugespickte Zimmer, welches Anne ca. alle drei Wochen einmal saugte, wenn es die Mutter nicht vorher ausversehen einmal tat.
Anne: "Wie war's bei Dennis?"
Stella: "Mah ja, dazu komm ich gleich. Ey, der Scheiß fing schon heut' moooorgen im Bad an! Boah, ich bin soooo ausgerastet, glaubses! Ich stand da so, ne, halt nachm Duschn, und ich war halt noch voooll müde, wegen letzter Nacht und so, weißt ja, und ja... weil war erst kurz vor zehn oder so! Jedenfalls nehm ich so den Fön und drück auf "On"! Und der fuck Fön ging nicht an?! Und wir haben nur den. Den anderen hat meine Mudda mit nach Ibiza in Urlaub mitgenommn'. Ey, ich dacht so: Fuuuuck, ich bin SO! IM! ARSCH!"
Anne: "Kraaass! Boah, aba ich kenn das, ne! Das ist sooo schlimm. Und was haste dann gemaaacht?"
Stella: "Ja ich dacht so: Toll, ne! Geh halt so abgefucked in die Stadt. Dann denkt halt jeder Penner da, ich bin einer von denen, aber ich dacht mir so: Scheiß drauf, ne. Ey, aber dann war zum Glück meine Nachbarin drauß'n, die hat mir dann ihr'n gegeben."
Anne: "Voll gut!"
Stella: "Ja, aber geht ja noch weiteeeer. Also pass auf, ne: Dann war ich so fertig mit alles und so, ne, ruft der Mark an!"
Anne: "Äh äääh! Neeeeva!"
Stella: "Boah, ich schwör's dir maahn. War echt so! Ich dacht mir auch nur so: Ey, komm ma klar, ya? Rufst nur an, wennste widda eine brauchs, aber sonst ignorierste mich!"
Anne: "Was wollte deeeer denn?"
Stella: "Jaaaa, ob ich heut ma so Zeit, oder so! Ich hab sofort aufgelegt, ne! Weil, da bin ich echt knallhart, ne. Bin doch keine Bitch!"
Anne: "Neeh, echt nich!"
Stella: "Ya! Egal jetzt... ey, und dann war halt der Morgen schon so voll im Arsch und so, ne! Weil..."

Abgesehen davon, dass das Gespräch alle Höhen und Tiefen der deutschen Sprache und Rhetorik noch vor sich hat, spule ich einmal vor zu dem Punkt, an dem es wieder spannend wird - denn für gewöhnlich kosteten solche Gespräche Zeit, sehr viel Zeit!

[...]
Anne: "Also dann war Dennis im Bett heut nich so toll?!"
Stella: "Ne, hab ich ja grad gesagt. Aber is' ja egal! Das schlimmste war ja dann, dass der Spacko seinen Führerschein ja nicht mehr hat. Boah, glaubses - dann musste ich eeecht mitm Bus fahrn!"
Anne: "Das' echt scheiße von dem! Aber das kenn ich auch..."
Stella: Ja, sag ich ja, voll die Pussy! Naja, egal jetzt... Jedenfalls so, ne... stand ich an dieser PISS Haltestelle mit sona Oma, die die ganze Zeit mit mir reden wollt. Ich dacht die ganze Zeit so: Kanns jetzt ma dein Maul halten?"
Anne: "Boah ja, die Alten regen mich auch voll auf ey - das kenn ich echt!"
Stella: "Aaaaah, da gibt's noch sone Story. Die muss ich dir erzählen, ne! Pass auf. Ich war inner Stadt, ne, und da war auch son Opa, der hat die ganze Zeit hergeglotzt... und nicht in die Augen, neee, sondern voll auf die [...]"

Okay, sorry, dachte das Gespräch wäre da weitergegangen. Hat ja alles gepasst, aber ich vergaß die Dynamik in solchen Diskussionen. War wohl nichts, aber wie auch immer... jetzt geht's wieder zum Thema... hoffe ich!

[...]
Stella: "Ja, sag ich ja! Naja... jedenfalls bin ich dann in den Bus rein und auf einmal dacht ich so: Boah, wat stinkt das hier so nach Verweeesung. Ich hab nur den Kopf weggedreht und bin nach hinten gelaufen. Keine Ahnung, was das war!"
Anne: "Ja ey, sowas hass ich auch!
Stella: "Ya, ne? Egal jetzt... Jedenfalls saß ich dann da so... hab die Musik voll laut gemacht, weil der scheiß Motor vom behinderten Bus so laut war - und da sah ich in der Mitte sonen Typen rumstehen... ey, das hab ich noch nie gesehen sowas - krass!"
Anne: "Boah ja, sowas kenn ich auch..."
Stella: "Hä? Ey, die Antwort hat jetzt voll nicht gepasst. Aber egal jetzt... Jedenfalls war das der einzige Typ im Bus, der nicht hergeschaut hatte! Und ich dacht mir nur so: Ey, warum guckt der nicht her? Ich wollt's echt wissen, ne. Und dann beim Austeigen, geh ich extra voll laut, damit der mich hört - plötzlich guckt der her!"
Anne: "Haha! Echt? Der ist bestimmt schwul, oder so!"
Stella: "Ja, ne?? Dasselbe dacht auch! Aber egal jetzt... Jedenfalls guckt der so her... und ich dachte... soll ich lachen oder heulen? Fuuuuck, so verranzt der Typ. Und dann... beim Lächeln... haha... fuck, du glaubses nich, ey! Der hat sich meeega gefühlt. Voooll der Nerd!"
Anne: "Boah ja, solche kenn ich auch..."

Das konstruktive Streitthema wurde dann noch weiterverfolgt, dennoch mit einer nicht mehr gegebenen Relevanz für diesen Erfahrungsbericht hier. Stella war wunderschön... von außen! Doch, wie sagt man... Gegensätze ziehen sich an. Denken Sie daran, die Liebe siegt immer - das Schicksal geht oft ungewöhnliche Wege. Sie sehen, die Story ist noch nicht zu Ende...

Das Leben gewinnt immer

Der Moment, wenn der wunderschöne Ritter rettet... Alles Märchen.

Seine Hand berührte ihre Hand. Seine rauen Finger, die vom Schweiß jedoch etwas aufgeweicht waren, fühlten etwas Sanftes, Glattes, noch Unberührtes. Nochmals schluckte Karl, dachte: "Okay, sie zieht ihre Hand nicht weg! Sie fühlt etwas... Wahnsinn. Mama hatte Recht, die Liebe siegt. Die Wege des Schicksals sind wirklich fantastisch. Dann werde ich wohl einmal planen: Ich muss etwas aus meinem Leben machen, Arzt werden wäre wohl für's erste das Beste. Aber halt... dann wäre ich nicht so für sie da... könnte aber den kranken Menschen helfen. Und dann die Kinder, die kleine Frieda und der kleine Hans, die muss ich dann ja irgendwie versorgen. Aber das schaffen wir zu zweit. Das halten wir zwei durch... Jahr für Jahr für Jahr..." Er strahlte, sein Herz ließ die Sonne in dieser kalten Jahreszeit aufgehen, wie es im ganzen Sommer nicht zu sehen war. Karl nahm allen Mut zusammen und drehte seinen Kopf zu seinem Augenstern, in voller Erwartung auf ein Lächeln, das sie ihm ganz alleine schenkt. In der Erwartung, dass sein Schlüssel ihr Schlüsselloch findet sein Herz ihr Herz auf ewig öffnet und sie zusammen im Feuer der Liebe verschmelzen...

Desorientiert schaut Karl auf, weiß nicht so recht, wo er sich gerade befindet.
"Ist das der Spacko, der dir immer nachläuft?" Dennis trat ein weiteres Mal zu. Dieses Mal genau in die Seite. Kurz konnte Karl schreien, doch im nächsten Moment hatte er eine Faust im Gesicht... und noch eine... und noch eine... und noch eine... "Ey wart halt!", schritt Stella ein.
Karl erkannte sofort ihre Stimme. Er wusste nichts mehr. Wusste nicht, wo er war, kannte nicht einmal seinen eigenen Namen mehr... doch ihre Stimme erkannte er, ihren Namen wusste er, an sie konnte er sich erinnern. Und Stella sprach weiter: "Wart halt, Dennis! Das' nicht der Kerl... Ich meinte den Mark, mahn! Den da kenn ich nicht mal." Dennis ließ ab von ihm, ließ ihn jedoch auch in seinem Blut dort liegen. Er und Stella gingen dieses Mal gemeinsam die Straße abwärts zur Plattenbausiedlung, wo auch Anne wohnte. Keiner der wenigen, die dort anwesend waren, hatte in die Schlägerei eingegriffen.
Nur langsam schaffte es Karl wieder auf seine Beine. Im selben Augenblick fasste ihn eine Hand am Rücken: "Schatz!" Es war seine Mutter, die zufällig in der Nähe gewesen war. "Mein Gott, was haben die mit dir angestellt? Dreh dich mal zu mir..." Karl drehte seinen Kopf zu ihr. Die Nase war wohl gebrochen, an der Stirn klaffte eine große Platzwunde. Seine Lippen waren aufgeschlagen, über sein Gesicht lief Blut, welches auf den Boden und T-Shirt tropfte. "Keine Sorge", sagte sie etwas erleichtert, "zu vorher merkt man fast nichts in deinem Gesicht. Komm, ich mache dir daheim eine Suppe."

Launen des Schicksals

Dennis: Dennis erreichte mit viel Glück und noch mehr Schummeln den Hauptschulabschluss. Sein Vater investierte viel in ihn, so dass er es jetzt nicht mehr nötig hat, arbeiten zu gehen. Dennis besitzt eine Villa in der Schweiz und hat für sein Leben ausgesorgt. Seine Haare sind zwar immer noch nicht gewachsen, dafür hat er ein wunderschönes Topmodel aus Spanien geheiratet, die wegen ihm extra Deutsch gelernt hat, da er zu blöd für Spanisch war.

Anne: Anne ist jetzt mit dem wunderschönen Mark verheiratet und hat vier hübsche Kinder. Sie leben in einer angenehmen Siedlung irgendwo in Deutschland. Mark hat sich in einem soliden Job verwirklicht und kann seiner Familie alles bieten, was sie sich wünschen. Anne kann ihrer Leidenschaft, dem Reiten, voll und ganz nachgehen, da sich Mark in dieser Zeit rührend um die wunderschönen Kinder kümmert.

Stella: Sie schnappte sich einen reichen und wunderschönen Mann aus guter Gesellschaft. Die beiden haben zwei Kinder, sind glücklich verheiratet. Mit ihren sechs vorhergehenden Beziehungen hat sie abgeschlossen und lebt jetzt befreit auf. Sie treiben täglich Sport und leben ein harmonisches Leben. Stella hat sich ihre Figur und ihr Aussehen bewahrt, weshalb sie von allen Model-Agenturen sofort genommen wurde. Sie modelt nun in ihrer Freizeit, während sich ihr Mann dann um die Kinder kümmert.


Moment, fehlt da nicht noch jemand?
Karl: Karl setzte sich durch, kämpfte und siegte, wurde Staatsanwalt und lebt nun ein gemütliches Leben.Karl erlebte seinen 30. Geburtstag nicht mehr, nachdem er ein halbes Jahr gegen den Krebs gekämpft und beinahe gesiegt hatte. Er starb zuvor an einem goldenen Herzinfarkt. Sein inneres Feuer, was stetig brannte, ist auch erloschen; seine Asche wurde nämlich auf dem Meer verstreut. Er bekam nie einen Job, nicht einmal als Maurer. Reich wurde er auch nicht, sein Geld, welches er regelmäßig vom Sozialamt bekam, hatte er verschwspendet, konnte sich somit nie eine eigene Existenz aufbauen. Seine Mutter war sein einziger Halt, den er hatte... und sie lebte länger als er. Das Schicksal geht ja bekanntlich oft irre Wege. Jaja, das wunderschöne Schicksal...

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