Wilhelm Tell

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Tell wird mit Sohn und neuem Apple beim Nachmittagsspaziergang gestört.

Wilhelm Gottfried Tell (vom althochdeutschen "Willhelm = jemand der einen Helm will, *1291 irgendwo in den Bergen) ist der Robin Hood der Schweiz, von dem niemand weiß, dass er eigentlich Rumpelstilzchen heißt. Seine "Biographie" ist bruchstückhaft in fragwürdigen Chroniken aus der Frühen Neuzeit überliefert und wurde im 18. Jahrhundert vom drittrangigen deutschen Historiker Friedrich Schiller vollends unglaubwürdig gemacht. Daher ist er auch nicht so bekannt wie Goethes Figuren und das ist auch gut so, denn er ist, es wurde ja bereits erwähnt, Schweizer.

Leben[Bearbeiten]

Tell hatte ein spannendes Leben, denn er wurde fast zwei Jahrhunderte lang überall da eingesetzt, wo die Eidgenossenschaft große Geschichte schreiben musste. Als ob aber dieses riesige Repertoire an Nationalhelden nicht schon genug über die Schweiz aussagt, war seine bekannteste Tat, einem Provinzanwalt einen lebensgefährlichen Apfelgehäuseausstecher anzudrehen und ihm kurz darauf in den Kopf zu schießen. Na, juhu!

Die ältesten Quellen, die von Tell berichten, sind das Weiße Buch der Samen vom Schreiber Hans Schreiber und das Tellerlied, das seine großartigen Taten besingt. Die sind so zahlreich, dass man sie detailliert in einem langen Text mit angehäuften Querverweisen und blümeranten Lobesgesängen vortragen möchte, was sich aber für einen enzyklopädischen Fließtext wohl gar nicht schickt, weil er kurz und knapp über die wichtigsten Stationen von Tells Wirkens informieren soll:

Tells Begegnung mit dem Vogt in einer Fantasiedarstellung. In Wahrheit hatte das Kind natürlich einen Golden Delicious und keinen Boskoop auf dem Kopf.
  • 1291 gründet Tell als erster Avantgardespinner die Schweiz, indem er den Rüttelschwur ablegt.
  • 1307 schießt er im weltbekannten Altendorf seinem Sohn einen Apfel vom Schädel, kurz darauf springt er beim noch bekannteren Küssnacht (mal ehrlich) auf einen Stein.
  • 1315 nimmt er an einem Provinzgefecht teil.
  • 1354 ersäuft er in einem Bach mit einem Kind, das er eigentlich retten wollte.
  • Ende des 15. Jahrhunderts taucht er als Teilnehmer in den Burgunderkriegen wieder auf.

Je nachdem welche Überlieferung man nimmt oder ob man lieber gleich Schiller liest sind die Angaben über Tell mehr oder weniger schlüssig und wurden bereits im Zeitalter der Aufklärung im Grunde als völliger Stuss entlarvt. Vielleicht nehmen Historiker deshalb für Behandlung Tells als historische Persönlichkeit die unglaubwürdigste aller Chroniken her, von der sie wissen, dass alles, was über Tell darin steht vom Autor Ernst Zutschel, einem bekannten Lügner und Geschichtenerfinder, erstunken und erlogen wurde. Das macht dann weniger Arbeit in der Quellenkritik. Mag es auch auf den ersten Blick nicht so aussehen, als hätte Tell nach älteren Quellen auch noch den Freiheitskampf der Schweizer Eidgenossenschaft angeführt, so ist das bei Zutschel kein Problem. Außerdem war Tell bei ihm fünf Meter hoch, nannte sich Archibald und konnte fliegen.

Die Chroniken, die nach Zutschel kamen, wurden nicht unbedingt genauer und behandelten Tell, wenn überhaupt, häufig nur am Rande. Das war aber kein Grund, warum er nicht mindestens in irgendwelche Geschichten reingedichtet werden sollte, die fehlende Logik dabei hat ohnehin niemanden gestört. Dass der sagenhafte Held, der in den Gesta Danorum des Sachsen Grammaticus die Schweiz gründet Egil heißt, ist kein Problem, das kriegt man sprachgeschichtlich schon irgendwie zu Tell umgebogen. Auch die Person selbst wurde immer spektakulärer. Während des dreißigjährigen Krieges gab es sogar schon drei Tells!

Als hätte sich das nicht schon lange erübrigt, kam doch dann tatsächlich im Laufe des 18. Jahrhunderts die Frage nach der Historizität der Figur Tells wieder auf. Besonders Schweizer glaubten immer noch an seine sagenumwobene Existenz, viele Schweizer hätten sogar schwören können, dass er bei ihnen persönlich als Geist im Keller umhergeht. Der Pfarrer Ute Freudenberg versuchte es im Jahre 1760 in einer scharfsinnigen Analyse noch einmal mit einem Appell an die Vernunft, als er Tell als historische Persönlichkeit eindeutig dem Reich der Fantasie eines rückständigen Bauernvolks zurechnete. Er veröffentlichte anonym, weil er Angst vor dem Mistgabel und Fackel schwingenden Mob aus wütenden Schweizern hatte, die wohl gedroht hätten, ihn zu lynchen, weil sie nicht als rückständiges Bauernvolk bezeichnet werden wollten.

Heute hat sich in der Schweiz zu 60% die Einsicht durchgesetzt, dass es Tell und seine sagenhafte Tat nie gegeben hat, außerhalb der Schweiz sind es sogar schon 100%.

Aufstieg zum Nationalhelden durch Erfindung des Apfelentkerners[Bearbeiten]

Die Ausgangssituation des Tellschusses hier nachgestellt. Wer es auspobieren möchte...einfach die kleine Zielscheibe fixieren und...

Alles begann damit, dass der entartete Psychobruder des bliebten Königs Rudi von Habsburg die zwei schweizer Kantone Uri und Geller unter seine Kontrolle bringen und mit seinen Staatsbeamten besetzen ließ. Hauptsächlich Vögte gelangten in die Gegend. Der Vogt ist eine mittelalterliche Amtsbezeichnung per definitionem ein "faules Schwein, das den ganzen Tag auf seiner Burg hockt" und im heutigen Staatsdienst am ehesten vergleichbar mit einem Studienrat oder einem Generalobersekretär. Damals hatten diese Leute die Gerichtsrechte des Oberherren, eben des Königs von Habsburg zu vertreten und die Unteregeben dementsprechend nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen. Beamte des Königs mussten grundsätzlich mit überschwenglichem Winken gegrüßt werden. Das kränkte die Schweizer natürlich tief in ihrer Ehre, die als erstes Volk Mitteleuropas einen über ihr Aussehen definierten, lächerlichen Nationalstolz entwickelt hatten, der überwiegend auf Raclettkäse und ungepflegten Vollbärten beruhte.

Es war ein ganz normaler Nachmittag in Altendorf bei Altenheim in den Schweizer Bergen, die Wölfe flogen tief, was auf Gewitter schließen ließ und im benachbarten Wald hatte sich die zwei Meter große Nachtigall gerade zwei Raubfalken genehmigt, als Wilhelm mit seinem Sohn Walter, den er gerade erst in einem rotweiß gestreiften Leinenhemd in einer größeren Menschenmenge wiedergefunden hatte nach Hause ging und am Hut des Amtsvogts Gessler vorbeikam. Weil der fette Vogt selbst nicht mehr aus seinem Bett kam, hatte er einfach seinen Hut an dem Stock befestigt, mit dem er sich immer wusch und symbolisch für seine Anwesenheit im Dorf aufgestellt. Auf das Grüßen des Hutes wurde streng geachtet doch der wütende Wilhelm war zu sehr in die Scham und Wut auf seinen schwer auffindbaren Sohn vertieft. Er vergaß also, den Hut zu Grüßen und prompt ging die ganze Scheiße los.

Die Schergen des Vogts schlugen Alarm und der fette Beamte streckte seinen Kropf halb über das Fenster, um den Grund für die Unruhe zu erfahren. Als er sah, dass Tell es gewagt hatte, seinen Hut nicht zu grüßen verurteilte er ihn und seinen Sohn zum Tode, es sei denn, Tell könne ihm etwas interessantes beibringen - und Tell konnte! Glücklicherweise hatte der viermalige Schützenfestgewinner vor einiger Zeit mit der Armbrust seiner Frau herumhantiert und abends beim Kerzen Ausschießen einen Apfel mitten in die Blüte getroffen, sodass prompt das gesamte Gehäuse fortflog und er den köstlichen Rest in kleine Stücke teilen konnte. Allerdings benötigte er einen festen Stand, um dem vergnügungssüchtigen Vogt diesen Trick zu zeigen und nahm folglich den einzig plausiblen Ort zum Ausprobieren seiner Entkernungsmethode, nämlich den Kopf seines Sohnes.

Exponat des angeblich echten Tellapfels im Schweizer Nationalmuseum, ca. 1309

Erwartungsgemäß konnte Tell sein Teufelsstück ausführen, der Sohn blieb, bis auf eine kleinere Eindellung in der Großhirnrinde und ein wenig beeinflusstes Sprachzentrum völlig heil. Der Vogt war davon schwer beeindruckt, was bei seinem Gewicht kein Wunder war und lud Tell zu einer Runde Wildwasserrafting auf dem Vier-alte-und-fette-See ein, wo er ihn hinterrücks beseitigen und die Erfindung des Apfelentkerners ganz für sich allein nehem wollte. Doch Tell erkannte die Gefahr rechtzeitig sprang, als sie gerade an einer steinigen Felswand vorbeikamen mit seinem sabbernden Sohn auf einen Stein und flüchtete mit ihm über die Berge, wo er den Vogt erwartete. Als dieser an Tells steinigem Versteck vorbeizog schoss er ihm einen Pfeil in den Kopf, denn der Vogt wusste bereits zu viel. Tell gilt mit dieser seiner Tat als Erfinder der menschlichen Abgründe des Patentwahns.

Nach Tells fulminanter Flucht folgte eine Reihe wunderlicher Patentanmeldungen, eine seltsamer als die nächste. Neben dem Trotz soll er die Tellekinese, das Telleskop und den Teller erfunden haben, Dinge also, die die Schweiz zu dem Hort der Zivilisation gemacht haben, der sie heute ist.

Was an der Legende plausibel ist und was nicht, kann und will man im Nachhinein eigentlich gar nicht mehr herausfinden, eines ist jedoch sicher: Das Schweizer Nummernkonto hat Tell nicht erfunden, das waren die Gnome von Zürich. Zweifelsohne hat er aber darüber nachgedacht.

Lächerlich lange Rezeptionsgeschichte[Bearbeiten]

Nicht erst seit Schiller, der auf jeden Müll noch etwas draufdichten musste, hat Tells unglaubwürdige Geschichte eine ebenso unglaubwürdige wie traurig lange Rezeption erfahren. Bereits im beginnenden 16. Jahrhundert, also nach einigen Chroniken noch zu den mutmaßlichen Lebzeiten Tells, wurde seine Geschichte zu besonderen Anlässen in Schweizer Bergkäffern nachgespielt.

Die früheste Darstellung war eine Art Krippenspiel, angelehnt an stilistische Elemente der humanistischen Komödie und durchgängig mit Kinderschauspielern besetzt, und es waren viele Kinderschauspieler denn es musste scharf geschossen werden, sonst hätte das nicht echt ausgesehen. In der Regel wurde Tell bei der Gründung der Schweiz noch von Gott geleitet (ein dekandenter Irrglaube, dem Zwingli ein für alle mal den Garaus machen konnte). Am Schluss solcher Spiele, nachdem die Kinderleiche, die auserwählt wurde, den Vogt zu spielen aus der Kirche gezerrt worden war, schwebte ein kostümiertes Kind am Seil, verkleidet als Tellf, von der Kirchendecke und erzählte die Entstehungsgeschichte der Schweiz in einem ausschweifenden Monolog.

Schillers Hunz[Bearbeiten]

Tell, vor Schiller noch ein Kämpfer gegen das Revolutionsmonster und ... oh da hatte er plötzlich auch noch einen Schild!

Friedrich Schiller, das war der Epigone Goethes, konnte und wollte sich mit der Überlieferung der Tellsage im 18. Jahrhundert nicht abfinden, zumal die traditionellen Tellspiele der Schweizer durch die unsegliche Barockkultur zunehmend verwässert wurden. Offenbar fragte niemand nach, warum Tell plötzlich am Ende seines eigenes Spiels von der siebten Kugel des Freischütz getroffen wird. Das alles gefiel Schiller gar nicht mehr, er wollte das ursprüngliche, das heldenhafte, an der Telllüge in den Vordergrund rücken und endlich mal die verfaulten Äpfel kosten, die er zu seiner Inspiration in der eigenen Schreibtischschublade aufbewahrte.

Schiller schrieb also ein Drama in fünf Aufzügen, das auf der ursprünglich falschen Version von Zutschels Chronik beruhte und vollbrachte damit eine große Leistung. Nicht nur, dass er fünf verschiedene Bergwerke in der Schweiz aufsuchen musste (das waren damals die einzigen Betriebe mit Aufzügen), gelang es ihm doch auch, Tell mit ungeheurem Aufwand völlig absurde und geschichtsschönende Sätze in den Mund zu legen, die er durch einprägsame Phrasen wie "Der Akt im Haus erspart den Pimmelmann" bis heute in die Köpfe der Menschen bringt. Es waren die Ideale der französischen Revolution, die Tell nun plötzlich vertrat, sein feiger neoliberaler Mord aus dem Hinterhalt, wurde als freiheitliche Auflehnung gegen das reaktionäre Feudalsystem des Absolutismus begriffen, für das die habsburgischen Vögte symbolisch standen und der Apfel, wurde als Zeichen begriffen, das symbolisch... für einen Apfel stand!

Entsprechend der Intention Schillers erzählt Tell irgendwas vom freien Bürgereid der Städte, die man damals noch am ehesten mit freier Selbstbestimmung (z.B. zum Massenselbstmord in Paris) in Verbindung bringen konnte. Es ist also vollkommen klar, dass die Tellsage in der Welt der Moderne angekommen ist, da sie nun aus der Schweiz dahin transferiert wird, wo es Städte gibt. Natürlich wird am Ende selbst für die eigene Zeit maßlos übertrieben, indem die adligen Herren der Gegend auch noch Frauen und Knechte in Freiheit entlassen. Ein reiner Wunschtraum, denn wie will man Menschen befreien, die Sklaven ihrer eigenen Neurosen sind?, und auch die Knechte wurden erst später rechtlich gleichgestellt.

Tell in der Oper[Bearbeiten]

Kurz nachdem Schiller die Schellsage instrumentalisiert hatte und dann einfach starb, der Hund, erschien eine Oper über Tells Wirken, die spektakulärerweise mal etwas ganz anderes zum Thema hatte, nämlich die Tellsage und die Gründungsgeschichte der Schweiz. Der Komponist Rossini hat die Idee im Jahr 1829 von einem unbekannten Belgier geklaut, der schon 28 vor ihm einen Opa auf die Tellsage geschrieben hat, was damals aber keinen interessierte, weil ihr die französische Revolution die Show gestohlen hatte.

Auf die Wirksamkeit dieser Oper für das historische Bild der Tellfigur dürfte wohl kaum einzugehen sein, denn sie bot neben einer unfreiwillig komischen Ouvertüre nur eine vollkommen unglaubwürdige Wende im letzten Akt, in dem sich Tells Angehörige nach seiner kühnen Tat (mal wieder) entschließen, sich von den Fesseln der Tyrannis zu lösen und dem konstitutiven Rütlischwur zu folgen. Dazu zünden sie seine Bude an, um die Leute der Umgebung aufzurütteln, eine Tat über die er sich womöglich sehr gefreut haben dürfte. Die Oper endet damit, dass Tell einen schockierenden Brief seiner Hausratversicherung erhält, die den Brand als Eigenverschulden einstuft und nicht zahlen wird. Darüber bricht er zusammen, während im Vordergrund eine fette Frau singt - vollkommenener Stuss.

Tell im Film[Bearbeiten]

Wahnsinnig komisch, diese Schauspieler. Da hätte sich Tell bestimmt zweimal überlegt, ob er daneben trifft.

Der historische Film trug bereits seit der Mitte des 20. Jahrhunderts dazu bei, dass insbesondere die Schweizer Tell wieder als historische Figur sahen. Das lag entweder an der immensen Glaubwürdigkeit der Filme oder an den Schweizern. Das Urteil bleibt dem Leser überlassen. Egal, welchen Film der Auswahl man anschaut, es wird schnell der Eindruck entstehen, dass einer qualitativ hochwertiger ist, als der nächste. So gewann der mit preußisch-deutschem Charme angehauchte Film Wilhelm Tell (Burgen in Flammen) (1960) sogar den Kominternationalen Filmpreis von Moskau und den Gandhigedächtnispreis in Indien. (Freilich soll auch der empfehlenswerte Streifen von 1934 hier nicht ohne Erwähnung bleiben). Er zählt heute zum Schweizer Kulturgut, wobei das mafiöse Schweizer Fernsehen sich bemühte, jeden möglichen Urheberrechtsinhaber nachhaltig aus dem Verkehr zu ziehen.

Unvergessen ist auch die bekannte Fernsehserie Tell – Im Kampf gegen Lord Xax, die vom Namen her einfach mal für sich stehen soll und die beliebte Filmkomödie Tell, in der es tatsächlich größtenteils um Tell geht und die wahnsinnig gute Kritiken erhalten hat.

Im Jahr 2014 erschien ein lange erwarteter Hollywoodstreifen über Tells tragische Geschichte, in dem u.a. Tom Cruise einen Kameoauftritt als Stauffenberg hat. Die Hauptrolle übernimmt, wie eigentlich in jedem Film, Til Schweiger. Der Film ist unter dem Titel Keinzielapfel in 3D erschienen.

Tell auf Kassette[Bearbeiten]

Tell wurde seit den 50er Jahren als Hörspiel herausgebracht und verschiedenfach vertont. Hatte hier zunächst wieder einmal seine Geschichte im Vordergrund gestanden, so brach mit der größeren Beliebheit von Kinderkassetten Tell auch in die Fantasiewelt der Kleinen ein, was seine ungeheuere Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit als historische Figur verraten dürfte.

Tell wurde nicht mehr wegen seiner heldenhaften Taten gerühmt, sondern wegen des Hauchs an Mord und Totschlag, der ihn als Schweizer naturgemäß umgab mehr in die kriminalistische Ecke gesteckt. In dem Hörspiel Komplott in Glücksstadt, das Mitte der 70er Jahre erschien vesuchte er z.B., zusammen mit den drei Fragezeichen den Kinderpornoproduzenten Benjamin Blümchen zu ermorden. In Bernhard und Bianca trat er als wahsinniger Möwenjäger in Erscheinung, bei Winni Poo war er der schießfreudige Vater von Christopher Robin, der u.a. Tigger auf dem Gewissen hatte.

Charakteristisches Opferbild der Kultanhänger.

In Erwachsenenhörspielen ist Tell eher selten anzutreffen. Laut Produktbeschreibung soll er eine Rolle in der "Der Halskranke vom Vierstättersee" erhalten haben, ein Lustspiel in dem sämtliche Darsteller nur röcheln, stöhnen und seufzen. Hier soll Tell wohl ab 2:53 min eine Traumsequenz röcheln in der er mal wieder sein Zutun zur Gründung der Schweiz erläutert.

Tell-Kult[Bearbeiten]

Ausschließlich in der Schweiz existiert neben dem Glaube an Tells Historizität auch ein Tellkult, der sich im Vorhandensein unzähliger Hausaltäre und Götzenbilder materialisiert. Auf Tells Tat wird bei jeder Gelegenheit hingewiesen, in den Kirchen werden zweimal im Jahr die Gemeindeschwätzer standesrechtlich mit einer erschossen, in einigen Gemeinden auch zu Tode geäpfelt.

Viele Dörfer haben Schießäcker, auf denen einmal im Jahr die Alten und Blinden der Gemeinden versammelt werden und auf 26 ausgewählte Kinder mit Äpfeln auf dem Kopf schießen. Treffen sie die Äpfel wird für das nächste Jahr der Anbau von Feldfrüchten, treffen sie daneben, die Zucht von Nutzvieh vorgesehen. Bei einem durchmischten Ergebnis zählt die Mehrzahl der jeweiligen "Treffer". Im Zweifle entscheidet der letztjährige Schützenkönig. Im Herbst wird Tell dann für die gute Ernte gedankt, indem aus gespendeten Erträgen ein Tellbild errichtet und anzündet. In Altendorf wird traditionell auch der Gemeindevorsteher mit der Tellfigur verbrannt, selbst dann, wenn er sich nicht herrisch aufgeführt hat. Das sichert den Frieden, die Demokratie, die nationale Integrität, die Geringhaltung der Bürokratisierung und schützt das kleine Hinterwäldlerland vor Überbevölkerung.

Tell-Gedächtnispose[Bearbeiten]

Eine ungewollte Tellsituation und dabei sind es nur zwei Idioten, die sich Pfefferspray ins Gesicht sprühen.

Wo man auch hinsieht hat sich die typische Tellpose in der entsprechenden Apfelschusssituation als fester Topos der Unterhaltungsindustrie etabliert. Jeder Depp, der sich für lustig hält muss mindestens einmal mit einem Hut aufgetreten sein, der aus der richtigen Perspektive den Eindruck vermittelt, ihm stecke ein Pfeil im Kopf. Es kann auch sein, dass sich Leute einen Kunstapfel auf den Kopf setzen und mit Ketchup eine kreisrunde Eintrittswunde auf ihre Stirn malen. Haha. Vom Humor ist man hier bereits auf dem Niveau von rotierenden Fliegen, des Kinderanimationsprogramms einschlägiger Freizeitparks oder Mario Barths angekommen. Weil aber natürlich in der modernen Spaßgesellschaft jeder Typ ein Komiker ist, muss das total lustige Nachstellen und Abfotografieren dieser Szene, reproduziert in tausenden Derivaten, wohl als gesellschaftlicher anerkannter Spaß gelten, dessen Belustigung Hardcoremoralisten notfalls auch unter Androhung von Gewalt einfordern können. Für den konservativen deutschen Karneval ist natürlich auch diese Pose noch zu satirisch und dem Narrentum, über das gefälligst gelacht werden soll nicht angemessen.

Entscheidend ist, dass hier die Situation am Scheideweg, die Ungewissheit des Helden darüber, ob sein Apfelentkerner wirklich funktioniert pervertiert und komödiantisch verkehrt wird. Tell wird durch sein Danebenzielen nicht zum Nationalhelden, sondern zum Kindermörder, die in ihn gesetzte Hoffnung ist durch den Tod des Probanden logischerweise enttäuscht. Vernünftige Menschen können über so etwas nicht lachen und auch Schweizer finden es ganz und gar nicht lustig, dass sie, durch die Perversion dieser Pose nicht als Volk mit uraltem Nationalbewusstsein, sondern als Volk der Kindermörder dargestellt werden. Was Sepp Blatter in seiner Freizeit wirklich macht, geht schließlich niemanden etwas an.

Tell-Geschenkshops[Bearbeiten]

Das Tell-Legoset zum Selbstnachstellen (Apple nicht inbegriffen)

Wer in die Schweiz fährt, kommt um die guten alten Souvenirshops für Wilhelm Tell-Fans nicht herum. Schätzungsweise die Hälfte aller Neubauten in der Schweiz sind Tell-Geschenkshops, in denen es natürlich vom Tell-Wanderstock, bis zum Tell-Taschentuch nur Dinge gibt, die Tell auch selber verwendet hat. Tell-Actionfiguren sind davon logischerweise ausgeschlossen, die hat er nur selbst signiert. Wer mehr auf landwirtschaftliche Produkte abfährt, kann auch den Tell-Onlineshop bequem von zu Hause aus besuchen.

Der Verkauf von Tellprodukten, von denen außerhalb der Schweiz der Teller noch der beliebteste ist, macht ein Drittel des Gesamtumsatzes des Landes aus und ist dank erfolgreicher Marketingstrategien und vieler Werbegesichter auch bis heute stabil geblieben. Da würden sogar die taipanesischen Kinderarbeiter applaudieren, wenn es ihre blutigen Schwielen an den Händen durch das Schnitzen und Zusammenstecken von Tellsouvenirs erlauben würden.

Tell Gedenkziegelsteine[Bearbeiten]

Der Tell-Gedenkzeigelstein wurde in den 1950er Jahren von einem schlauen Fuchs aus Schwäbisch Hall erfunden und ist doppelt so teuer und zweimal so porös wie ein herkömmlicher Ziegelstein. Schweizer nutzen ihn vorzüglich zum Bau ihrer häufig einsturzgefährdeten Häuser, weil sie, es muss schon mal irgendwo angeklungen sein, ja Schweizer sind.

Schon gewusst?...[Bearbeiten]

..., dass New York auch der Big Apple heißt?
..., dass Tell früher auch Thall, davor Töffel und davor Tüff Tüff genannt wurde?
..., dass Armbrustschießen bald wieder olympische Disziplin wird?
..., dass Andreas Hofer ein Tellbild im Portemonnaie hatte?
..., dass die Schweiz immer noch unabhängig ist?