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Kamelisation

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Inhaltsverzeichnis

Ursprung
Ursprung
Die Sultanisation
Die Sultanisation
Kamelisation heute
Kamelisation heute
Der Gestank
Der Gestank
Natürliche Kamelisation
Natürliche Kamelisation
Kibbuzisation
Kibbuzisation

Kamelisation, die

unterirdische Drainageanlage, alter Name (bis 1902): Sultanisation.

Eine kurze Geschichte der Kamelisation

Seit je her sind im vorderen Orient, im nördlichen Afrika und in Spanien Wälder, Wiesen und Auen verpöhnt. Man hält sie für eine Schöpfung des Teufels und bereits seit menschengedenken unternimmt die zivilisierte Welt immer wieder Versuche dauerhaft Abhilfe zu schaffen.

Frühe Vorstufen

Emir Abd aus Spanien kann zurecht als der Erfinder der Kamelisation bezeichnet werden.

Als eigentlicher Erfinder der Kamelisation gilt in der Wissenschaft der Emir und Kalif von Córdoba in Spanien Abd ar-Rahman III. Abd erkannte das ernsthafte Problem der Wälder schon lange vor Beginn seiner 49jährigen Amtszeit in der Mitte des zehnten Jahrhunderts. Als ersten und sehr nahe liegenden Lösungsansatz baute Abd eine Flotte aus vielen militärisch wertlosen hölzernen Schiffen. Das machen viele Herrscher, um der Bäume quitt zu werden. Das Bauen einer Flotte dauert jedoch lange und wenn man am einen Ende die Bäume zum Schiffbau gefällt hat, sind sie an der anderen Seite, wenn man fertig ist, längst wieder nachgewachsen. Aber Abd war ein weiser und ziemlich durchgeknallter Emir und er schickte einen Abgesandten namens Ibrahim ibn Jaqub durch die halbe bekannte Welt, vor lauter Not sogar bis ins weit abgelegene Mainz. Dieser kam nach mehreren Jahren zurück - und er brachte eine vortreffliche Lösung aus dem fernen Ostfriesland mit, wo ihm die heilige Adelheid gezeigt hatte, wie man Torfmoore trocken legt: Die Freiflächen kann man einfach mit einer Volldrainage versehen und es wird in Ermangelung von Wasser nie wieder ein einziger Baum wachsen. In Ostfriesland löste man das Problem mit entsetzlich nach Brackwasser stinkenden oberirdischen Kanälen. In der alten Römerstadt Mainz sah Ibrahim, den seine Freunde aufgund fehlender Körperhöhe gern scherzhaft "Klein-Ibbi" nannten, unterirdische Abwasserkanäle. So kam der weise Emir nach der Rückkehr des Reisenden auf die Idee, beide vortrefflichen Konzepte zu kombinieren. Arbeitstitel des Projekts war "Emirsation": Abholzen, untertunneln, viele Löcher in den Boden und schon sind der Erosion Tür und Tor geöffnet. Leider verstarb der Emir vor der Umsetzung und so dauerte es weitere Jahrhunderte, bis die brillante Idee umgesetzt werden konnte.

Der osmanische Sultan Bayezit - erste Experimente mit dem Konzept.

Die Sultanisation

Richtig umgesetzt wurde das Konzept erst etwa 500 Jahre später. Um das Jahr 1482 war die gesamte Türkei von lästigen Bäumen übersät, die überall nur Schatten verbreiteten und die freie Sicht auf die Sonne und den Strand verdarben. So grub Sultan Bayezid II. in seiner umfangreichen Bibliothek alter Schriften einen Notizblock aus dem hochmittelalterlichen Spanien aus, auf dem die Erkenntnisse der Europareise von Klein-Ibbi niedergeschrieben waren. Da man gerade mal wieder einen kleineren Krieg gegen das benachbarte Venedig führte, wusste man wie schlecht oberirdische Drainageversuche funktionieren: Die waghalsigen Venezianer hatten bei dem Versuch ihrer Baumplage Herr zu werden, das Wasser nicht mehr aus den Abwasserkanälen bekommen und tauschten das Baumproblem nur gegen ein Abwasserproblem.
Mit den spanischen Notizen fingen die Arbeiter des osmanischen Sultans an zu graben und man grub und grub und grub. Bäume wurden abgeholzt, Schiffe wurden gebaut, militärisch wurden die Schiffe dann in unnötigen Seeschlachten in der Adria verheizt, dann wurden wieder neue Schiffe gebaut usw. Kurz nach Baubeginn gab es auch schon die erste Panne: Ein neu entstandener Kanal durch Istanbul, das damals noch Byzanz hieß, brach ein und lief von beiden Seiten voll mit Meerwasser. Von nun an war die Stadt in zwei Hälften geteilt. Der Sultan und sein kanalgrabendes Volk ließen sich von dem Rückschlag jedoch nicht entmutigen und gruben fleißig weiter.
Nach einigen Jahren war das Abwassersystem dann schon flächendeckend in der Region um Byzanz umgesetzt und die Baumplage schwand mehr und mehr. Schöne Sandflächen und anmutige Felskonstellationen kamen zum Vorschein. Das Projekt war gelungen und es war ein Start für weltweite Nachahmung geschaffen.

Kamelisation heute

Links unten im Bild: Ein Eingangsschacht in der Negevwüste in Israel

Über die folgenden Jahrhunderte errichteten immer mehr Länder nach dem Vorbild des Sultans waldverhindernde Sultanisationen. Die Wälder der Welt schrumpften und schrumpften und wichen sonnenüberfluteten Wüstenregionen. Das abfließende Wasser leiten zahlreiche Wüstenstaaten in komplizierte Bewässerungssysteme, mit deren Hilfe man Oasen und Dattelpalmenplantagen feucht halten kann. Natürliches Baumwachstum ist in vielen entwässerten Landstrichen kein Problem mehr!
Jedoch hat auch die Entwässerung ihre Nachteile: Rehe, Hirsche und kleine winzige Singvögelchen, die früher im gesamten Mittelmeerraum beheimatet waren, starben aus und stattdessen wurden die ekelhaften Kreaturen der Dürre sesshaft: der Geier, die Hyäne und vor allem - DAS KAMEL!
Dicke fette sabbernde Wüstenschiffe in ihrem nach Kamelsabber stinkenden Dunstkreis wandern mit den gleichförmigen Bewegungsdynamik drei Zentner schwerer Chemielehrerinnen durch die neu geschaffene Kulturlandschaft.

In Konstantinopel ließ man im 16. Jhd. ein schönes Araberpferd auf die Deckel der Einstiegsluken verewigen. Die Deckel sollten die strunzdummen Kamele vom Hereinfallen abhalten!

Hauptproblem, das wurde schnell klar, waren und sind die Einstiegsluken in die Sultanisation! Anfangs waren sie noch vollkommen offene Einstiegsluken. Das war auch wenig problematisch, denn die scheuen, vorsichtigen und klugen Rehe und Hirsche machten stets einen großen Bogen um die Luken. Als die Kamelplage begann, fing auch das Leid mit den Einstiegsluken an: Die Kamele fielen hinein. Und nicht nur ein paar! Nein, zu hunderten stürzten sie lemminggleich hinab in die Ablaufrinnen für das unerwünschte Wasser und brachen sich sämtliche Gliedmaße. Dort unten angekommen konnten sie sich nicht mehr richtig bewegen und starben einen schnellen Tod. Dort lagen sie dann, die Haufen der langsam verfaulenden Kamelleichen. Und was stinkt schlimmer als ein Kamel? Richtig, ein totes Kamel! Wie FIES!! ...und von toten Höckertieren fanden sich unter den Einstiegsluken ganze Haufen in ihren verschiedensten Verrottungsphasen.
Von den vor sich hinschimmelnden Kamelleichen erwuchs immer mehr eine Seuchengefahr und die Sultanisation bekam schnell ihren neuen Spitznamen: Kamelisation! Einerseits war die Abwasseranlage eine schnelle und unkomplizierte Möglichkeit die stinkenden Kolosse von der Erdoberfläche zu kriegen, aber andererseits nahmen die Seuchen überhand und man musste sich schnell eine Lösung einfallen lassen.
Als erste Lösung versahen die Herrscher der betroffenen Gebiete die Einstiegsluken in die Kamelisation mit entsprechenden Kamelschutz-Deckeln, die die Landplage vom hereinfallen abhalten sollten. Das klappte zwar recht gut, hielt aber auch das Wasser wieder mehr an der Oberfläche. Dann brachte man als nächsten Entwicklungsschritt mittelgroße Löcher in den Deckeln an, die Wasser aber keine Kamele durchlassen sollten. Die Kamele waren aber wiederum derart verblödet, dass sich viele in den Löchern die Hufe brachen und nun oberirdisch verendeten.
So wurde über einen langen Zeitraum die Technik optimiert und es entstanden die Kamelisationsdeckel, wie man sie heute noch überall finden kann! 1902 wurde dann im osmanischen Reich und anschließend auch in allen anderen Ländern der neue Name auch offiziell als Sprachregelung eingeführt: Kamelisation!

Über Gestank und Geruch

Das Maul eines Kamels: Hort der Kariesfäule und des Kamelsabbers!

Jungkamel

Das Jungkamel hat einen süßlichen Gestank nach getrockneter Kamelkotze und ranziger Kamelmilch. Die durchschnittliche menschliche Nase riecht das Jungkamel etwa 20 Meter gegen den Wind.

Heranwachsendes Kamel

Das heranwachsende Kamel riecht schon extrem schlimm. Seine oft willkürlich fallen gelassenen Fäkalien geben den bitteren Geruch fader Buttersäure ab und die unregelmäßige Verdauung durch den Genuss verdörrter Kakteen sorgt für zusätzliche Blähungen. Gegen den Wind kann man das heranwachsende Kamel etwa 50 Meter riechen.

Erwachsenes Kamel

Das erwachsene Kamel riecht nach einer bunten Sinnesdröhnung - einer Mischung aus Kamelrotz, Kamelsabber, Höckerfett, Kamelurin und Kamelkacke. Meist schimmert noch die süßliche Note der Begattungsrelikte der Kameltreiber durch. Gegen den Wind sind erwachsene Exemplare oft noch viele hundert Meter zu erschnuppern.

Totes Kamel

Die ersten Minuten nach dem Hinscheiden riecht das Kamel noch stark wie ein normales, lebendiges erwachsenes Kamel. Dann jedoch beginnt die Leichenfäule und über die gesamte Ekelmischung breitet sich der alles übertünchende Gestank verrottenden Höckerfetts. Viele Kilometer trägt der oft tödliche Ekelcocktail durch alle Ritzen und er ist wahrlich durch nichts und niemanden aufzuhalten.

Marokko: Natürliche Einstiegsluken hinterlässt der gemeine Ameisenlöwe

Beispiel Marokko - natürliche Kamelisation

Einer der Landstriche der Welt, die am erfolgreichsten von Bäumen befreit wurden, ist die Gegend im nördlichen Afrika die uns heute als Marokko bekannt ist. Wo früher noch der bittere Geruch dichter Tannenwälder entlang der steilen Hänge des Atlasgebirges wehte, gibt es heute freie Sicht auf Sonne und Mittelmeer. Eines der häufigsten Tiere in Marokko ist der Ameisenlöwe. Das gerade mal fingernagelgroße kleine possierliche Tierchen fängt Ameisen in trichterförmigen Bodenlöchern. Diese Bodenlöcher sind innen meistens so tief, dass sie herunter bis in die Kamelisation reichen.
Das hilft bei der Entwässerung der Oberfläche enorm und erspart den Marokkanern die gesamte Arbeit sich um die Einstiegsluken zu kümmern! Das Wasser kann durch die kleinen Trichteröffnungen in die Kamelisation ablaufen und trotzdem besteht keine Gefahr für die Kamelhufe.

Beispiel Israel - Kibbuzisation

In Israel stellt man Kamelwarnschilder an den Einstiegsluken auf, die die Unbedarften waren sollen!

In Israel fanden die jüdischen Siedler nach Ende des zweiten Weltkriegs das Land ihrer Väter in einem verheerenden Zustand vor. Die dort ansässigen Araber hatten sich seit mehreren Generationen schon nicht mehr um die Kamelisation gekümmert und überall fanden sich offene ungesicherte Einstiegsluken. Wieder waren massenweise Kamele in die Tiefe gestürzt und überall über dem Land Abrahams wehte die bitterste Fäulnis kamelischer Verwesung. Die Juden machten sich sofort an die Arbeit und schon wenig nach der Gründung des Staates Israel brannten überall die Scheiterhaufen. Bis in die 60er Jahre brauchten die Israelis um auch die letzten Kamelrelikte zu beseitigen. Doch dann war es geschafft und die Kamelisation diente wieder kamelsicher ihrem ursprünglichen Zweck - dem willkürlichen Baumwachstum Einhalt zu gebieten. Das abgeleitete Wasser leitete man in kleine Wehrdörfer, sogenannte Kibbuzim, die oasengleich in der Mitte wüster Landstriche ihre gezielt angepflanzte Vegetation beherbergen: kleine Amaryllis für die Kaffeetische der Rentner und Dattelpalmen für den Export wurden angebaut. So ergab die wiedererrichtete Kamelisation einen Synergieeffekt für die gesamte Wirtschaft, und auch die zahlreichen Archäologen können bis in die Gegenwart von Bäumen und Kamelverwesung ungestört weiter den Wüstensand nach der Bundeslade durchbuddeln!

Warnung vor dem Kamel
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Warnung vor dem Kamel
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