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Vulkanausbruch

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Jede Labertasche spuckt Laberasche

Der Vulkanausbruch ist ein explosionsartiger Prozess der Entleerung. Er findet auf mehreren Ebenen statt. Kaskadierend nehmen die Entleerungsstufen an Intensität zu.

Primäre Entleerung[Bearbeiten]

Die primäre Entleerung betrifft die Magmakammer des Vulkans. In Begleitung giftiger Gase und Asche tritt glühende Lava aus und wälzt sich zu Tal. Das Maß der Zerstörung durch Lava ist lokal begrenzt und überschaubar.
Tritt keine Asche aus, ist das Ereignis nach dem Lavaaustritt beendet.

Sekundäre Entleerung[Bearbeiten]

Je nach Ausmaß der Asche-Eruptionssäule und ihrer Flugrichtung gerät die Sekundärentleerung mehr oder weniger heftig. Bei günstiger Wetterlage kann auf Grund der Aschewolke der gesamte europäische Luftraum von Luftverkehrsteilnehmern entleert werden. In Folge dessen entleeren sich die Airports allerdings nicht. Millionen oder Milliarden von Flugpassagieren müssen am Boden bleiben und erleiden das schwere Schicksal, fern der Heimat gestrandet, ihr Reiseziel verspätet oder gar nicht zu erreichen. Einige werden ihre Familien nie wiedersehen.

Tertiäre Entleerung[Bearbeiten]

Die dritte Stufe Entleerung ist bereits erheblich und betrifft sämtliche Medien. Sie entleeren sich – falls vorhanden – von sinnvollem Inhalt, interessanten Nachrichten und jeglicher Unterhaltung, erfreulicherweise fallen aber auch 2. Weltkriegs- und Prekariatsdokumentationen der Entleerung zum Opfer. Auf der dritten Entleerungsstufe wird die Gesamtbevölkerung mehrerer Kontinente in das Ereignis involviert und rund um die Uhr mit dem sich nicht wesentlich ändernden Stand der Dinge belästigt. Das Ganze wird illustriert von fiktivem Kartenmaterial mit den vermuteten Umrissen der unsichtbaren Aschewolke – Informationswert = Null.

Angeführt wird die 3. Entleerungsstufe von den führenden Nachrichtensendern. Allen voran n-tv. An zweiter Stelle folgt, wie könnte es anders sein, das ZDF. Dritte Programme und Print ziehen nach. Einzig auf Shoppingkanälen und im Pay-TV wird man von dem weltbewegenden Großereignis verschont. Bald palavert es auf allen Kanälen über die Aschewolke. Kerner, Illner, Maischberger und der gesamte bezahlte Kommentariats-Pöbel jazzt das aschebedingte Flugverbot hoch zur globalen Katastrophe, welche »uns« (wer soll das eigentlich sein?!) mit erhobenem Zeigefinger »unserer« Verletzlichkeit trotz oder gerade wegen »unserer« Abhängigkeit von der technischen Vernetzung gemahnt. »Unser« gesamtes System gerät aus den Fugen, erfährt der Zuschauer. Das Leben wird nie wieder so sein wie zuvor. Die Feuilletonisten weinen kollektiv in die Tasten und schreiben den immer gleichen Dünnpfiff gegenseitig von einander ab. Frank Schirrmacher ist wie immer überfordert, zieht sich aber ein weiteres Mal nicht ins Altenheim zurück, sondern bleibt seinem FAZ-Chefsessel treu.

Ohne die tertiäre Entleerungsstufe der Medien würde bis auf die festsitzenden Flugreisenden leider kaum jemand von dem gewaltigen Großereignis Notiz nehmen. Die Supermärkte werden nämlich nicht binnen Stunden leergekauft sein, es wird über den gesamten Zeitraum der Tragödie frische Erdbeeren aus Spanien, Ananas und Papayas geben, ganz so, als wäre überhaupt nichts geschehen. Auch die Post wird wie gewohnt unpünktlich kommen.

Vulkanausbruch auf n-tv[Bearbeiten]

Sendung Märkte am Morgen, im Studio Verena Brocken
9.00 Uhr Live-Schalte nach Buxtehude-Ottensen zur Metzgerei Schlappenmüller, Reporter vor Ort Moritz Feudel

Verena: »Guten Morgen Moritz, wie ist denn die Stimmung bei dir vor Ort in der Metzgerei Schlappenmüller dort in Buxtehude-Ottensen? Ist man betroffen von der Aschewolke?«
Moritz: »Ja, Verena. Ich hab hier Frau Hedwig Schlappenmüller, die Seniorchefin, am Mikrofon und sie kann uns live berichten, wie sehr sie und ihre Familie, ja der ganze Ort Buxtehude-Ottensen von der Aschewolke betroffen sind. Frau Schlappenmüller, wie ist denn Ihre Stimmung?«
Frau Schlappenmüller ist völlig aufgelöst, sie hat vor lauter Panik noch ihr Nachthemd an und ist ungekämmt: »Ich bin sehr betroffen, es ist furchtbar, eine Katastrophe, die Hölle! Wir haben alle ganz schreckliche Angst vor dieser grauenhaften Aschewolke und vor allem, weil wir nicht fliegen können.«
Moritz: »Wo wollten Sie denn hinfliegen?«
Frau Schlappenmüller: »Ich??? Nirgendwohin!«
Moritz: »Ist denn aus Ihrer Familie jemand vom Flugverbot betroffen?«
Frau Schlappenmüller: »Ja, wir alle sind betroffen! Es ist schrecklich. Wir wissen nicht mehr weiter. Ich habe die ganze Nacht kein Auge zu getan.« Frau Schlappenmüller ringt um Fassung und kann nicht mehr sprechen.
Die Kamera zoomt auf Moritz, der wendet sich wieder an Verena im Studio: »Verena, wie du siehst, ist man hier sehr betroffen von der Aschewolke. Die Menschen sind nahezu paralysiert und wissen nicht mehr weiter.«
Aus dem Off: »RUMS!!!«
Moritz: »Frau Schlappenmüller, ich danke Ihnen für Ihre aufrüttelnden Worte …« Er wendet sich um, will sich von Frau Schlappenmüller verabschieden, doch wo er eben noch ihr Gesicht vorfand, baumeln nun zwei zuckende Füße in karierten Pantoffeln.
Moritz, wieder in die Kamera: »… liebe Zuchauer, unsere Gesprächsparterin ist soeben aus dem Leben geschieden. Und damit gebe ich zurück zu Verena ins Studio
Verena: »Danke Moritz in Buxtehude-Ottensen. Tja, meine Damen und Herren, das ist n-tv, Ihr Nachrichtensender live. Bevor wir jetzt an die Börse in Frankfurt zu Katja Dummel schalten, möchte ich Sie noch auf unser n-tv Spezial zur Aschewolke hinweisen, heute von 12.00 bis 24.00 Uhr. Und nun zu Katja …«

Vulkanausbruch im ZDF[Bearbeiten]

Morgenmagazin, im Studio Dunja Hallali
6.35 Uhr Live-Schalte in den Flughafen Köln-Wahn

Dunja: »Und nun schalten wir zum europäischen Drehkreuz des Luftverkehrs, dem internationalen Airport Köln-Wahn zu unserem Reporter Ulf. Ulf, was sagen denn die gestrandeten Reisenden zur Aschwolke?«
Ulf: »Hallo Dunja. Ich frage mal hier einen Passagier: Was sagen Sie heute morgen zur Aschewolke?«
Passagier: »Guten Morgen, Aschewolke«
Ulf: »Aha. Und Sie, was sagen sie dazu?«
Anderer Passagier: »Sauerei
Ulf zu Dunja: »Dunja, die Menschen hier warten seit Tagen, dass es weitergeht. Sie sind völlig aufgelöst und wissen nicht mehr weiter. Ich gehe mal hier rüber und möchte Sie mal fragen. Sind Sie von der Aschewolke betroffen? Wo wollten Sie denn hinfliegen?«
Frau, die Ulf für eine Reisende hält: »Isch nurr puzzzen …«
Ulf: »Darf ich Sie mal fragen, wo sie hinwollen?«
Mann in Eile: »Auf die Toilette
Ulf: »Die Menschen hier sind sehr betroffen! Wie ist es mit Ihnen, sind Sie auch betroffen?«
Passagier: »Wissen Sie, ich hatte letzte Woche hier so ein Ziehen im Bein. Da, genau hier, so übern Knöchel, da ungefähr. Nun weiß ich natürlich nicht, ob das was Schlimmes ist. Meine Nachbarin sagte, dass kann lebensgefährlich sein. Sie hat eine Bekannte und von deren Kollegin die Schwester und deren Bruder dem sein Schwager hat genau das Gleiche gehabt und das kam vom koffeinfreien Kaffee … Ich habe sehr große Angst.«
Ulf: »Dunja, es sind erschütternde Schicksale, die uns alle etwas angehen! Und damit gebe ich zurück ins Studio!«
Dunja: »Danke Ulf!«

Dieses Interview wird aufgezeichnet. Es wird im Laufe der nächsten 2 Wochen ca. 132 mal in verschiedensten Magazinen gesendet werden, darunter Mittags-, Nachmittags-, Europa- und Nachtmagazin, Frauen- und Seniorenmagazin, Sport- und Wissensmagazin sowie in allen Ausgaben von ZDF heute.

Vulkanausbruch im Bayrischen Rundfunk[Bearbeiten]

Dienstag 20.15 Uhr, Münchner Runde, im Studio Ursula Dunkler
Titel der Sendung: Das Asche-Inferno – werden wir alle sterben?
Gäste: Dr. Harald Lesch, Erich von Däniken, Nina Hagen, Dolly Buster, Ben Wettervogel, leider diesmal nicht dabei Jörg Kachelmann (atmet z.Zt. gesiebte Luft und könnte in Folge dessen eh keine Auskunft zur Aschwolke geben)

Frau Dunkler: »Herr Dr. Lesch, dieser Vulkanausbruch mit der ungeheuren Aschewolke ist ja eine gewaltige Naturkatastrophe. Was denkt sich die Natur eigentlich dabei?«
Lesch: »Frau Dunkler, die Natur denkt nicht. Für die Natur gibt es auch keine Katastrophen. Das ist ein ganz normales Ereignis und Resultat der Plattentektonik.«
Frau Dunkler: »Ja, so genau wollen unsere Zuschauer das gar nicht wissen. Und Sie sind ja sowieso eher ein Experte für das Universum. Was uns viel mehr interessiert: Werden wir alle sterben?«
Lesch: »Definitiv ja! Wir werden alle sterben.«
E.v. Däniken: »Bereits die Maya wussten, dass die außerirdischen Götter …«
Nina Hagen: »Es gibt keine Außerirdischen. Das weiß ich von Jesus Christus. Er hat es mir selbst gesagt.«
Frau Dunkler: »Kommen wir mal zu Ihnen, Herr Wettervogel. Welche Auswirkungen hat denn die gewaltige schwarze Aschewolke auf unser Wetter und die Klimakatastrophe
Ben Wettervogel: »Also zunächst mal ist die Aschewolke nicht schwarz. Man sieht sie eigentlich gar nicht.«
Frau Dunkler: »Aber warum schien es mir gestern Nacht so besonders dunkel?«
Ben Wettervogel: »Weil Sie halt nicht besonders helle sind.«
Frau Dunkler: »Aha! Frau Buster, sie sind ja quasi unsere Verkehrsexpertin.«
Dolly Buster: »Ich bin Expertin für Geschlechtsverkehr, Frau Dunkler!«
Frau Dunkler: »Hatten Sie auch Schwierigkeiten hier her zu kommen?«
Dolly Buster: »Ich hatte noch nie Schwierigkeiten zu kommen

Vulkanausbruch im Ersten[Bearbeiten]

Das Erste will natürlich in Sachen Aschewolke nicht das Letzte sein. Die aktuellste Informationssendung, die Lindenstraße, wird allerdings mit einem zeitlichen Vorlauf von zwei Monaten produziert, und so bleibt nur eine einzige Möglichkeit zur Bezugnahme auf das Großereignis: Ein nachträgliches Einspiel aus dem Küchenradio der Familie Zenker. Früher konnten solche heiklen Situationen elegant gelöst werden, indem man Else Kling eine Postkarte aus einem fremden Briefkasten fingern und einen Text über das aktuelle Ereignis vorlesen ließ. Seit dem Ableben Else Klings 2006, die eigentlich anders hieß, ist der Sender enormem Innovationsdruck ausgesetzt.

Quartäre Entleerung[Bearbeiten]

In der vierten Stufe der Entleerung sind die Auswirkungen des Vulkanausbruches immens. Sie manifestieren sich in der geistigen Entleerrung der Medienkonsumenten, die gänzlich ihrer Urteilskraft verlustig gehen und jedes Interesse an relevanten Informationen verlieren. Mental geradezu umnachtet starren sie auf die immer gleichen Bilder und lauschen den spannenden Berichten von der Asche-Front.

Noch Monate nach dem Vulkanausbruch werden im Fernsehen die Bilder von irgendwelchen Leuten in irgendwelchen Flughafengebäuden wiedergekäut, die gerade in ihre Geldbörse kramen, oder deren Handy leer ist, die sowieso lieber mit der Bahn fahren oder mit anderen schwerwiegenden Problemen kämpfen. Hunderte werden ihre anrührenden Geschichtchen in die Kameras erzählt haben: »Wir sind hier auf dem Flughafen und wissen nicht mehr weiter!«, »Wir wollten zu Tante Ernas Geburtstag und mussten die Feier schon 3x verschieben«. Tragisch! Zehntausende von Fernsehredakteuren sind froh, dass sie sich einige Wochen keine Themen aus der Nase ziehen müssen, keine Dokusoaps mit irrelevanten Belanglosigkeiten und schlecht gekleideten Laiendarstellern füllen müssen. Auch die vier Wissenschaftsredakteure der deutschen Fernsehlandschaft sind glücklich, denn sie können die nächsten 20 Sendungen mit allem rund um den Vulkanausbruch mit seiner gigantischen Aschewolke füllen. Der Aschewolke, die unser ganzes Leben verändert hat!

Hoffentlich bricht bald wieder ein Vulkan aus.