Diverses:Als sich das fröhliche Eichhörnchen, das glückliche Kaninchen und der freundliche Bär einmal aufmachten, das nahe Dorf zu besuchen

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Es war ein mal, vor geraumer Zeit, da hüpfte das glückliche Kaninchen gut gelaunt über eine üppige Frühlingswiese, die sich dem Walde anschloss. Die Maiensonne lächelte warm vom stahlblauen Himmel. Singvögel tirilierten darüber, welch schöner Tag heute sei. Und ein sanfter Windhauch rauschte angenehm beruhigend über das bewaldete Land.

Und so hüpfte und frohlockte das glückliche Kaninchen. Wich hier einem Busch aus, hüpfte dort über einen Maulwurfshügel und sog die warme Frühlingsluft in sich ein.

Plötzlich hielt das glückliche Kaninchen inne und bremste abrupt. Hörte es da etwa ein Rascheln im Dickicht? Der glückliche Langlöffler wandte den Kopf zur Seite und erschrak gar finsterlich, als es da mächtig im Gebüsch rumpelte. Doch kurz vorm Herzinfarkt konnte das erleichterte Kaninchen aufatmen. Der freundliche Bär trat aus dem Bewuchs.

Seite an Seite schritten das glückliche Kaninchen und der freundliche Bär durch die grünen Auen, bis man nichts anderes zu tun hatte als Rast zu halten. Der freundliche Bär schnaubte zufrieden, als er es sich auf einer sonnenbeschienen Lichtung gemütlich machte. Und auch das glückliche Kaninchen hatte nichts besseres zu tun, als es sich gut gehen zu lassen. Und so griff es in sein linkes Ohr und holte ein kleines Päckchen Marihuana heraus.

Während das glückliche Kaninchen einen Joint für sich und den freundlichen Bären rollte, sah es an anderer Stelle im Wald ganz anders aus...

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Der Tag hatte für das fröhliche Eichhörnchen gut angefangen. Erst Morgensex mit seiner Frau, dann mit seiner Freundin und dann ein ausgiebiges Frühstück, komponiert aus den erlesensten Köstlichkeiten des Waldes. Haselnussbutter , Kastanienflambiertes, gegorene Bucheckern und was der Wald sonst noch herbot.

Doch als das fröhliche Eichhörnchen den freundlichen Frühlingstag begrüßen wollte und aus seinem Astloch heraushüpfte, da hatte es der böse Wald-Greif auf das erschrockene Eichhörnchen abgesehen. Der Wald-Greif schoss auf das flüchtende Eichhörnchen herab und knallte mit dem Gesicht auf den Boden, weil das Eichhörnchen geistesgegenwärtig die Flucht ergriff. Das eilende Eichhörnchen hastete einen Baumstamm empor. Der böse Wald-Greif stieß mit mächtigem Flügelschlag in die Höhe und verfehlte das panische Eichhörnchen nur knapp. Das geschwinde Hörnchen erreichte den dünnen, oberen Teil des Baums. Die Baumspitze bog sich nach unten. So flog der böse Wald-Greif knapp am erleichterten Eichhörnchen vorbei. Das versteckte Eichhörnchen fand Unterschlupf im dichten Dickicht umliegender Baumkronen und der böse Wald-Greif wusste nicht, wohin das Hörnchen entschwunden ward. So flog der Greif noch ein paar Kontrollrunden über die Region und segelte dann tatenlos zurück ins heimische Nest.

Das schwitzende Eichhörnchen traute sich langsam wieder vom Baum herunter. Die Luft schien rein zu sein. Schien. Das unbedarfte Eichhörnchen blickte gen Himmel, als es die letzten zwei Meter zum Boden springen wollte und versehentlich auf dem Rücken des großen bösen Wolfs landete, der eben vorbeiging. Das geschockte Eichhörnchen erstarrte zur Salzsäule und saß Regungslos auf dem Wolf, der ziellos durch den Wald torkelte. Der große böse Wolf war sturzbetrunken. Offenbar war er wieder mit dem Fuchs und dem Dachs in der Waldschänke gewesen. Dort war heute den ganzen Tag lang Happy-Hour und es gab Bärenbräu™ zum Wegwerfpreis.

Das Eichhörnchen, regungslos auf dem Rücken des Wolfs, musste vor lauter Angst pinkeln. Langsam taute das verängstigte Eichhörnchen dann doch aus seiner Starre auf, als es dem großen bösen Wolf auf den Rücken pisste. Immer in der Angst, der Wolf könnte jede Bewegung und Erwärmung des Eichhörnchens spüren. Dann wäre es um das arme Eichhörnchen geschehen!

Also versuchte das vorsichtige Eichhörnchen, sich nicht zu bewegen, damit es nicht vom großen bösen Wolf bemerkt würde.

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Der freundliche Bär drückte den Rest des Joints an einem Stein aus und lehnte sich zurück. Die Sonne brannte ihm wohlig auf den Pelz. Neben ihm schnarchte das bekiffte Kaninchen.

Der Bär wandte das Wort an das glückliche Kaninchen: "Was macht eigentlich das fröhliche Eichhörnchen heute?"

"Der wollte ins Dorf. Er will sich in die Backstube an der Mühle schleichen und klauen was nicht angenagelt ist." Das glückliche Kaninchen wusste Bescheid.

"Gute Idee", sagte der Bär. "Ich hätte auch Hunger."

Und gepackt von seinem Fressflash, legte der hilfsbereite Bär das schlaftrunkene Kaninchen auf seinen Rücken und trottete durch den Wald. Der Bär wollte das fröhliche Eichhörnchen abholen und mit ihm und dem glücklichen Kaninchen gemeinsam ins Dorf ziehen. Und plündern, was zu plündern sei.

"Wo sind wir?" Das verpeilte Kaninchen erkundigte sich vom Rücken des Bären aus.

"Gleich beim Eichhörnchenbau."

Doch da irrte sich der freundliche Bär. Denn den Eichhörnchenbau hätte er auf diesem Weg verfehlt. Nicht aber das Eichhörnchen, das im nächsten Moment auf dem großen bösen Wolf dahergeritten kam.

Weil nur bekifft und nicht besoffen, schaltete der, jetzt unfreundliche, Bär sofort und streckte den großen bösen Wolf geistesgegenwärtig mit einem großen bösen Schlag nieder.

Das hätte er zwar auch getan, wenn er betrunken gewesen wäre. Doch hätte er dann nicht abschätzen können, ob er richtig handelt.

Nun standen unsere drei Freunde, der freundliche Bär, das fröhliche Eichhörnchen und das glückliche Kaninchen, im Wald und betrachteten den bewusstlosen Wolf am Boden.

"Lassen wir ihn da liegen?" Der Bär war sich unsicher.

"Er wird uns umbringen." Das Kaninchen fürchtete sich.

Das, nun wieder fröhliche, Eichhörnchen, war sich sicher, dass der große betrunkene Wolf zu voll war, um sich an diesen Vorfall zu erinnern. Und wenn, dann würde er sich allenfalls an den Bären erinnern. Und vor dem hatte sogar der böse Wolf Angst.

Also überprüfte man, ob der Wolf wirklich nur schlief, legte ihn in eine stabile Seitenlage und machte sich davon. Das, nun mutige, Kaninchen gab dem schlafenden Wolf noch einen Tritt in den Hintern, ehe sich die drei Freunde in Richtung Dorf aufmachten.

Es dauerte eine Weile, bis der freundliche Bär, mit dem bekifften Kaninchen und dem übermütigen Eichhörnchen auf dem Rücken, den Waldrand erreichte. Von dort aus durchpflügte der Bär einen Kartoffelacker und brachte eine Brunnenwand zum Einsturz, als er sich daran die Flanke schubberte.

Dann erreichten die drei Freunde das Dorf.

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Die Nachmittagssonne belebte die wenigen Häuser des Dorfs und so mancher Bewohner ward draußen anzutreffen. Und so staunte man im Dorf nicht schlecht, als plötzlich ein friedlicher Bär über die Dorfstraße in den Ortskern trottete. Auf seinem Rücken ein Kaninchen und ein Eichhörnchen. Der Bär schien keine Anstalten zu machen, irgendjemanden anzugreifen. Und so beschwerte sich auch niemand, als die drei Freunde die Backstube betraten. Man schaute nur.

Die Magd stand in der Backstube als der Bär eintrat. Sie erschrak fast zu Tode. Doch als sie das niedliche Kaninchen und das putzige Eichhörnchen auf dem Rücken des Bären sitzen sah, schmolz sie dahin vor Rührung. Dieser Bär musste einfach freundlich sein.

Grundsätzlich hatte sie damit auch Recht. Doch hatte der Bär andere Dinge in Planung. Er blickte die Magd böse an, deutete mit der Daumenkralle hinter sich auf den Ausgang und knurrte böse. Der Bär konnte gar nicht so schnell gucken, wie die Magd aus der Backstube verschwunden war.

Dann ging alles noch schneller. Die drei Freunde rissen nahezu alle Fässer, Kisten und Säcke auf. Sie fraßen sich durch alles, was sie in der Backstube fanden und ließen es sich gut gehen.

Die Magd war schreiend hinausgerannt und hatte einen Massenauflauf auf dem Dorfplatz hervorgerufen. Nun scharrte sich ein manches Volk um die Backstube, in der angeblich ein großer böser Bär wüten solle. Selbst der Landvoigt kam angeritten, als man ihn gerufen hatte. Und er entschied, man solle in den Nachbarort reiten um den Jäger zu holen.

Und so trug es sich zu, dass man einen Knecht auf ein Pferd setzte, während der große böse Bär in der Backstube tobte. Nun war der Knecht aber nicht eben mit Gedankengut gesegnet. Und so gab man ihm einen Brief an den Jäger mit. Auf dem Umschlag stand: An den Jäger. Wo der Jäger wohnte, das wusste der Knecht glücklicherweise. Denn der Jäger war sein Schwippsschwager zweiten Grades. Mit ihm hatte er schon oft zum Trunke gesessen.

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In der Backstube kotzte indes das überdrehte Kaninchen, nachdem es zu viel gefressen hatte. Das Eichhörnchen und der Bär lachten herzhaft. Dann exte der übermütige Bär eine Schüssel Marzipan und das Eichhörnchen zog eine Line Backpulver. Das Kaninchen wollte eine Line Nüsse schniefen, bekam diese aber nicht in seine Nase.

Das Kaninchen fluchte zum Himmel und zum Herrgott.

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Der Knecht galoppierte durch die Heide in Richtung Nachbardorf. Den Kirchturm konnte er schon sehen. Er zog den Umschlag aus seiner Rocktasche und betrachtete die Adresse. An den Jäger, stand darauf.

"Ach richtig." Der Knecht erinnerte sich wieder. "Zum Jäger soll ich."

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Draußen vor der Backstube war das Volk neugierig und ängstlich zugleich. Es kam nicht häufig vor, dass ein Bär mit seinem Gefolge das Dorf besuchte. Und dass die Gäste dann die Backstube auseinandernehmen würden, hatte es bis dato noch nicht gegeben. Doch schlotterten den Dorfbewohnern die Knie und so mancher hatte vorsichtshalber seine Mistgabel geholt. Erste Fackeln wurden entzündet.

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Der Bär machte Feuer im Ofen und begann, Brot zu backen. Dann fand das Eichhörnchen eine Flasche Rum. Es war einfachster Billigrum. Nur zum Backen gedacht. Schlechteste Plörre. Unterstes Fach im Qualitätsregal. Aber er erfüllte seinen Zweck.

Und so war der Jäger eben erst aus seinem Heimatdorf losgeritten, als man in der Backstube schon gut einen sitzen hatte.

Der Rum war vollends geleert, als der Jäger an der Backstube ankam. Doch nicht nur das fröhliche Eichhörnchen, das glückliche Kaninchen und der freundliche Bär nahmen an diesem Abenteuer betrunken teil.

Denn als der Knecht im Heimatdorf des Jägers angekommen war, traf er seinen Schwippsschwager zweiten Grades im Wirtshaus an. Mit ihm am Tisch waren der Schmied, der Wagner, der Küster und ein erlegter Zwölf-Ender. Nun hatte man dort schon eine Zeit lang gesessen und den ein oder anderen Trunk verköstigt. Also hatte man das Pferd des Jägers an das Pferd des Knechts gebunden und ließ Pferd und Jäger einfach hinter dem Knecht hergaloppieren. Als der Jäger an der Backstube elegant vom Pferd springen wollte, blieb er im Steigbügel hängen und knallte mit der Nase aufs Pflaster.

Das fröhliche Eichhörnchen stand am Fenster und konnte nicht mehr an sich halten vor Lachen. Es heulte Rotz und Wasser vor Freude. Der freundliche Bär, schneeweiß wie ein Eisbär weil er in die Mehlsäcke gesprungen war, trat ans Fenster und betrachtete mit seinem versoffenen Blick die beiden Jäger, die nun synchron vom Boden aufstanden und aus der Nase bluteten. Der Bär rülpste. Das glückliche Kaninchen bekam davon nichts mit. Es hatte sich durch eine große Schüssel frisch angerührten Kuchenteigs gefressen und war dann darin eingeschlafen.

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Der Pfarrer tupfte dem Jäger das Blut von der Nase.

"Sie brauchen Flüssigkeit", sagte der Pfarrer.

"Geben Sie mir Wein", entschied der Jäger.

"Der Herr sieht dich nicht gerne Alkohol trinken, du tapferer Sohn Gottes."

"Der Herr soll mir Messwein geben!"

Erneut tupfte der Pfarrer dem Jäger Blut von der Nase. Nach reiflicher Überzeugungsarbeit konnte er den Jäger davon überzeugen, dass ein Bär, nach neuesten Gerüchten ein Eisbär, in der Backstube wüten würde. Der Pfarrer selbst habe den Bären nicht gesehen. Aber er soll eine gefährliche Sippe im Schlepptau haben: Ein hinterlistiges Kaninchen und ein blutrünstiges Eichhörnchen.

Der Jäger rümpfte seine gebrochene Nase und schrie vor Schmerz laut auf. Der Landvoigt schaltete sich ein und ließ alsbaldigst nach dem Kurpfuscher schicken, auf dass er des Jägers Pein lindern würde.

Der Landvoigt wandte sich an den Jäger: "So möge er mir sein Gewehr geben. Ich will den Bären erlegen, so der Jäger selbst es derzeit denn nicht leisten kann."

Da fiel dem Jäger auf das unerbittlichste ein, dass er sein Gewehr im Wirtshaus des Nachbardorfs hatte stehen lassen. Dort, wo der Schmied, der Wagner, der Küster und ein erlegter Zwölf-Ender es sich gutgehen ließen. Nun war guter Rat teuer. Ein Bär war in der Backstube und kein Gewehr ward im Dorfe.

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Da schickte man erneut den Knecht hinweg ins Nachbardorf. Auf dass er dieses im Galopp erreiche. Und als sich der Knecht des Weges machte, da kam der Kurpfuscher und verarztete den Jäger. In der Backstube indes, begannen nun auch der Bär und das Eichhörnchen damit, ihren Rausch auszuschlafen.

Der Landvoigt und der Pfarrer berieten sich. Nach kurzer Diskussion kamen sie zu dem Schluss, dass man noch mehr Fackeln und Mistgabeln benötigen würde, um dem Bären habhaft zu werden. Es könne ja im Rahmen sein, dass der Bär vor Ankunft des Gewehres aus der Backstube kömme. Dann wäre guter Rat teuer und gute Mistgabel Gold wert. Von den Fackeln ganz zu schweigen!

Also wurden Fackeln und Mistgabeln herangeschafft. Und alle Dorfbewohner, vom Kinde bis zum Greis, umzingelten die Backstube. Man wartete nur noch auf das Gewehr, das der Knecht aus dem Nachbardorf holen würde.

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Da als erstes eingeschlafen, wachte das verschlafene Kaninchen auch als erstes auf und trat müde ans Fenster. Da sah das Kaninchen die Menschen mit Fackeln und Heugabeln. Sofort weckte das Kaninchen seine Freunde. Der Bär rülpste eine Mehlwolke in den Raum, als er aufwachte. Das Eichhörnchen drehte sich nur um und schlief weiter, bis es von einem Fingerschnipser des Bären an die Wand katapultiert wurde. Es klatschte laut.

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Der Knecht hatte seinem Pferd die Sporen gegeben und ward schneller im Nachbardorf, als das Pferd es erwartet hätte. Auf einem leeren Umschlag in der Rocktasche des Knechts stand der Name des Wirtshauses, dass er ansteuern sollte. Dass er dort ein Gewehr abholen sollte, hatte er sich merken können. Das war eine einfache Information.

Doch nun wartete man daheim an der Backstube vergebens auf Knecht und Gewehr. Denn der Knecht ward im Wirtshaus des Nachbardorfs zum Trunk geladen worden. Und so saß er gemeinsam am Tisch mit dem dortigen Schmied, dem Wagner, dem Küster und einem erlegten Zwölf-Ender, der so trunken zu sein schien, dass er sich gar nicht mehr bewegte.

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Daheim im eigenen Dorf hätte die Kirchturmglocke nun zur Abendandacht geschlagen, hätte der Pfarrer nicht an der Backstube gestanden, um sich mit dem Landvoigt zu verbalisieren. Erste Pläne kamen auf, die Backstube mitsamt Mühle niederzubrennen. Doch warum die Mühle mitverbrennen? Und warum überhaupt die Backstube abbrennen?

Ausräuchern. Rauslocken. Ein Netz vor die Tür spannen. Das sollte es sein.

Doch hatte niemand im Dorf ein Netz. Fischer gab es hier nicht. Der nächste Fischer lebte im Nachbardorf, wo auch das nächste Gewässer war. Und so schickte man einen zweiten Knecht ins Nachbardorf, auf dass er beim Fischer ein Netz holen würde. Koste es, was es wolle. Die Kosten würde man dem Kaiser in Rechnung stellen. Was ist das denn für ein Reich, wo einfach so ein Bär mit seinem Gefolge ins Dorf marschieren kann?!

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Der freundliche Bär, das glückliche Kaninchen und das fröhliche Eichhörnchen beratschlagten darüber, wie man dieser vertrackten Situation wohl entkommen könne. Ein Durchbruch durch die Menschenmassen wäre zwar vom technischen Standpunkt aus möglich. Aber die Menschen hatten Feuer. Und Fell brennt. Also blieb nur die Flucht nach oben. Durch den Kamin. Abgesehen davon, dass der Bär nicht durch den Kamin gepasst hätte, wäre man bei einer Flucht nach oben lediglich auf dem Dach gelandet und hätte immernoch durch die Menschenansammlung gemusst. Da war es besser, in der Backstube zu bleiben.

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Der zweite Knecht erreichte das Nachbardorf und fragte sich zum Fischer durch. Dieser war nicht daheim. Offenbar hatte der Fischer sich ins Wirtshaus verabschiedet. Er hatte seiner Frau, gemäß ihrer Aussage, zur Kunde getan, dass er vorhabe, den Feierabend zünftig zu begehen.

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Der freundliche Backstubenbär stampfte wütend auf den Fußboden. Da wurde das hellhörige Kaninchen aufmerksam.

"Das klang hohl! Da muss eine Luke im Boden sein!"

Und tatsächlich. Als der fleißige Bär das Mehl bei Seite gewischt hatte, war darunter eine Holzluke. Das mutige Eichhörnchen hüpfte als erstes in die Dunkelheit hinab. Dann folgte der Bär und blieb mit dem Arsch in der Luke stecken. Das Kaninchen, dass immernoch in der Backstube war, geriet in Panik. Erste Brandpfeile flogen gegen die Fenster, prallten aber ab. Offenbar dauerte die Sache mit dem Netz und dem Gewehr zu lange, also wollte man dann doch lieber alles niederbrennen. Sicher ist sicher. Das Kaninchen hüpfte auf dem Hintern des Bären auf und ab, um ihn durch die Luke zu treten. Vergeblich. Erst, als der Bär mit den Vorderbeinen mithalf, konnte er sich durch den Durchlass zwängen.

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Während die drei Freunde sich im dunklen Keller unter der Backstube zurechtzufinden versuchten, hatte der zweite Knecht, im Nachbardorf, dén Fischer im Wirtshaus gefunden. Er saß dort mit dem ersten Knecht, dem Küster, dem Wagner, dem Schmied und einem erlegten Zwölf-Ender zum Trunke und hätte keine bessere Laune haben können. Alsgleich lud man den zweiten Knecht ein, sich zu setzen und den Köstlichkeiten nicht abzuschwören.

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Im Dorf verteilte man Stroh um die Backstube. Die Mühle wollte man zunächst verschonen. Man glaubte nicht, dass die Tiere den unterirdischen Tunnel zwischen der Backstube und der Mühle finden würden.

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Die Tiere hatten soeben den unterirdischen Tunnel zwischen der Backstube und der Mühle gefunden. Der Bär passte knapp durch. Von oben hörte man ein Klirren. Ein Brandpfeil hatte es durch ein Fenster der Backstube geschafft.

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Im Nachbardorf klirrte es auch. Und zwar im Wirtshaus, wo man zu einer neuen Runde anstieß.

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Die drei Freunde standen im Kopf der Mühle und blickten auf die brennende Backstube hinab. Das Volk, das die Backstube umzingelt hatte, wartete gespannt auf das Herausstürmen des brennenden Bären und seiner Freunde. Doch da hatten die Dorfbewohner die Rechnung ohne die Physik gemacht. Denn von Physik verstand man zur damaligen Zeit noch nichts. Und so hielt man die plötzliche Mehlstaubexplosion für die Rache Gottes. Und nachdem die Dorfbewohner von der Druckwelle der Explosion zu Boden gerissen wurden, ergriffen sie eiligst die Flucht. Und der Pfarrer rief: "Das ist die finstere Strafe des Herrn, weil wir Tiere verbrannt haben! Wir hätten sie vorher als Gottesopfer deklarieren müssen! Dann wäre es okay gewesen! Scheiße! Da hätte ich als Pfarrer dran denken müssen!"

Und so belegte der Landvoigt, während er seinem Pferd hinterherrannte, den Pfarrer mit dreißig Tagen Kerkerhaft.

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Oben im Kopf der Mühle genoss man das Schauspiel, das sich unten am Boden zutrug. Ein Feuerwerk sondergleichen und ein Massenspektakel, das man im Wald nicht erleben würde.

Das Dorf war schnell leergefegt. Alle Bewohner zwängten sich in der Kirche unter die Bänke und riefen Stoßgebete zum Himmel.

Bis die Backstube ausgebrannt war, dauerte es einen Moment. Zwei weitere Explosionen lockerten das ganze Szenario auf. Die erste war eine weitere Mehlstaubexplosion. Die zweite war ein Rumfass, dass die drei sympathischen Tiere nicht gefunden hatten.

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Die Sonne ging beinahe unter. Ihr Licht wollte langsam hinter den Bergen verschwinden. Und auch das lodernde Licht der heruntergebrannten Backstube ging zur Neige. Die ganze Gegend roch angenehm nach frisch Gebackenem. Das zufriedene Eichhörnchen, der satte Bär und das vollends bediente Kaninchen nahmen den Rückweg in Angriff. Den Rückweg in den heimischen Wald. Dort wollte man noch einen gemeinsamen Schlummertrunk einnehmen. In der Waldschänke. Es hieß, dort würde heute die Nacktigall auftreten. Die heißeste Stripperin des Waldes. So sagte es zumindest das glückliche Kaninchen. Und das Kaninchen verstand was von Vögeln.

~ Ende ~

Siehe auch[Bearbeiten]