Lerchenberg

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Lerchenberg!

Lerchenberg (nahe Mainz, so genau weiß das allerdings niemand) ist eine geheime Kommune gut Situierter in Süddeutschland, in der seichte ZDF-Fernsehfilme produziert werden.

Entstehung

Früher, und zwar wirklich früher, war Lerchenberg ein ganz normales Dörfchen. Womöglich. Vor dem 20. Jahrhundert ist der einzige Anhaltspunkt der Fakt, dass 1453 eine gewisse Barbara aus Lerchenberg bei den Pfälzischen Landesmeisterschaften im Kirschkern-Weitspucken in der Männerklasse antrat und den zweiten Platz belegte.

Wie nur die wenigsten Historiker, dafür aber relativ viele Politiker wissen, diente Lerchenberg in der NS-Zeit als Konzentrationslager. Warum der Ort in entsprechenden Dokumenten nirgends vermerkt ist und auch sonst kaum jemand die Gegebenheiten bezeugen kann, liegt daran, dass das KZ viel zu finster und abgrundtief böse war. Somit ist Lerchenberg ganz schön unbekannt. Eben deshalb entschloss sich der deutsche Fernsehsender ZDF in den 60er-Jahren dazu, sich in diesem beschaulichen, fast unbewohnten Nest sein eigenes kleines Universum aufzubauen. Lerchenberg wurde zur Gated Community — ein Trend, der bei den Reichen dieser Welt gut bekannt ist, in Deutschland aber aufgrund der unvorteilhaften Vergangenheit meist gemieden wurde. Hier allerdings passte alles zusammen: Wie schon unter dem NS-Regime ist Lerchenberg ein geschlossener Ort, in dem deutsche Vorstellungen verwirklicht werden; mittlerweile handelt es sich dabei aber glücklicherweise um Spießertum, Wohlstand und die schöne, heile Welt.

Geografie

Filmszene mit der Ortseinfahrt in das überaus nette und freundliche Lerchenberg.

Über die geografische Lage des Ortes ist nur bekannt, dass er in Mainz liegt, doch eindeutig bewiesen ist auch das noch nicht. Und das ist auch gut so, zumindest aus der Sicht der ZDF-Bosse. Lerchenberg an sich gilt als sehr beschaulich, im Grünen gelegen und durch und durch postkartentauglich. Böse Zungen behaupten, zusätzlich zu dem Dorf müsse es ein Labor geben, in dem normale Menschen zu ZDF-Schauspielern umoperiert werden. Aber nein, nein, das muss mal ganz klar dementiert werden. Die sind wirklich so.

Obgleich die Straßen der Stadt allabendlich über die Fernsehbildschirme von niveauvolleren Ü40ern flimmern, wird es kaum möglich sein, sie jemals ausfindig zu machen. Abgesehen von dem Hyperultraprotonen-Sendeturm der ZDF-Zentrale ist das Gebiet ein absolutes Funkloch. Im Umkreis von fünf Kilometern schlagen alle Kompasse aus und Uhren drehen sich gegen den Zeigersinn. Tausende und Abertausende sind schon verschollen auf der beschwerlichen Reise nach Lerchenberg für ein Autogramm von Erol Sander.

Bevölkerung

Boutique im Ortskern von Lerchenberg.

Wenn Big Brother ein Hühnerstall wäre, wäre Lerchenberg eine ökologische Geflügelhaltung mit freilaufenden Tieren. Die Einwohner schlüpfen in die Rollen von schnöseligen Spießer-Bonzen, die sie im Grunde genommen auch sind, und lassen sich dabei von der Kamera begleiten. Dies ermöglicht es, jeden Monat einen sachten ZDF-Omastreifen rauszuhauen, der verlässlich quotenpushenden Rentnern – und solchen, die es werden wollen – durch GEZ-Gebühren genügend Geld aus den Taschen zieht, um die Kommune und den extravaganten Lebensstil ihrer Einwohner zu finanzieren.

Allerdings gibt es auch Probleme in der Gated Community mit einem Durchschnittsalter von 49,2 und einem Ausländeranteil von 2 (9 Österreicher wohnen in Lerchenberg). So gibt es etwa auf beruflicher Ebene eine Schwemme an selbstständigen Ärzten (obwohl fast nie jemand krank wird), Journalisten, freischaffenden Künstlern und Juristen. Dagegen gibt es einen großen Mangel an Müllmännern und überhaupt so ziemlich allen Leuten, die richtige Arbeit machen müssen. Daher muss die Bevölkerung naserümpfend einige Mittelschicht-Zivis hinnehmen, die Lerchenberg sauber halten. Nach ihrem Aufenthalt wird wohlweislich ihr Gedächtnis gelöscht.

Zudem erkennt man, dass alle in der Kommune lebenden Biedermeier-Bonzen ausnahmslos gewisse Klischees bedienen und nach demselben Muster gestrickt sind:

  • Die Kinder: Kinder sind niedlich und gucken immer süß. Ganz besonders in Lerchenberg. Manchmal können sie aber auch richtige Racker sein. Dann täuschen sie Windpocken vor, streiten sich um das letzte Schokobon oder erscheinen verschmitzt grinsend mit einem Grasfleck auf dem Pollunder zum Klavierunterricht. Das zaubert Oma dann gerne schon mal ein Lächeln auf die Lippen, wobei doch jeder weiß, dass alle Kinder im Endeffekt brav sind oder nötigenfalls gezüchtigt werden (allerhöchstens im Director's Cut zu sehen).
  • Die Jugendlichen: Aus Kindern werden Leute, das wissen nicht nur die geschwätzigen Kaffeetanten, die diesen Spruch zum Besten geben, aber vor allem sie. Das Erwachsenwerden ist nicht immer leicht. Zudem haben viele Heranwachsende im Ort aufgrund des allgemeinen Liebeskarussells in Lerchenberg mit der Scheidung ihrer Eltern zu kämpfen. Die Umstellung von einem gut verdienenden Juristen-Vater, dem sein Kind egal ist, auf einen gut verdienenden Tierarzt-Vater, dem sein Kind egal ist, es aber trotzdem reich beschenkt, ist nicht einfach. Die Jungspunde werden ein wenig rebellisch: Da wird dann auch mal eine Saxophon-Stunde geschwänzt, Schabernack auf der Juli-Fahrt der JuLis getrieben oder auf der Kirchweihe zu dem neuen Killerpilze-Album eine Kräuterlimonade zu viel getrunken. Doch die jungen Frauen und auch die angehenden Männer, richtig fesche Burschen mit langen Haaren und ein paar frechen Sommersprossen, haben ja einen guten Kern. Wenngleich sich die Mutter in ihrem pompösen Eigenheim mit integrierter Anwaltskanzlei hin und wieder einen grünen Tee mehr genehmigen muss, weil der Sohnemann mal wieder nicht Mathe pauken will – insgeheim wissen doch alle, dass die sich heute auflehnenden Sprösslinge später ohnehin das neue Aushängeschild der Gesellschaft, die eigene Internisten-Praxis übernehmen und drei Klavier spielende Sommersprossen-Kinder kriegen werden. So sind die Jugendlichen oftmals ein kleiner, belächelter Unruhefaktor in der heilen Welt, insgesamt aber harmlos.
  • Die jungen Leute: Einmal erwachsen geworden und einen schönen (und nicht zuletzt sehr ertragreichen!) Beruf erlernt, plagen die jungen Leute mit ihren perfektionistischen Gedanken immer noch viele Sorgen. Das Liebeschaos geht richtig los, Muttern ist in den Wechseljahren und überhaupt sind alle gegen die gut situierten, stinkreichen und in Frieden lebenden Bonzenkinder, ist doch klar. Immerhin beginnen die Lerchenberger in diesem Lebensabschnitt, mit den edelsten deutschen Autos über die Landstraßen der Gemeinde zu sausen.
  • Die Leute mittleren Alters: Nach und nach fügt sich das Leben aber in seine Bahnen. Man findet eine nette Partnerin und mindestens drei Kinder werden in die Welt gesetzt. Sind diese aus dem Gröbsten heraus und die Erwachsenen mit Mitte 40 eigentlich auf dem Zenit ihrer Spießigkeit, werden sie nochmal so richtig spitz. Lerchenberg avanciert zum Swingerclub in Lebensgröße.
  • Die Rentner: Mit der Zeit stellen sich diese sexuellen Bestrebungen aber ganz natürlich ein und allmählich werden die alternden Großbürger sesshaft. Jaa, noch sesshafter als sie ohnehin schon waren, wohl aber mit einem Ferienhaus in Südfrankreich. Ihre Haare ergrauen und die dicken Autos werden gegen gediegene Fahrräder eingetauscht, die nun gerne – mit einem beigen Strickpullover um die Schultern geschlungen – bestiegen werden, um das selbstverständlich wunderschöne Hinterland zu erkunden. Die restliche Zeit wird damit verbracht, verschiedene Salate zuzubereiten, auf hochwertigen Hollywood-Schaukeln im englischen Garten Rotwein zu schlürfen und – ganz wichtig! – auf die Sittlichkeit der restlichen Familienmitglieder zu achten. Letztere Aufgabe gilt besonders grundlos verbitterten, aber würdevollen Damen mit Hut, die sehr gerne die Lippen schürzen und lästern.

Trivia

  • In Lerchenberg werden jährlich mehr Filme produziert als in Beverly Hills. Zudem verfügt der Ort über die meisten Golf- und Tennisplätze pro Quadratkilometer.
  • Finstere Zeiten für Lerchenberg drohten 2004. Karsten Speck, bekannt dafür, Samstagsabends im ZDF Sex mit Robbenbabys zu haben, musste wegen irgendetwas in Haft. Gut nur, dass er ein Bonze ist, weshalb er sich das Gefängnis kaufte und sich von den Wärtern gegen Kaution den Hintern abwischen ließ. Irgendwie interessierte es dann sowieso niemanden so wirklich.
  • In ZDF-Fernsehfilmen spielen nur Bonzen mit. Jawohl, Bonzen, BONZEN!
  • Auf dem Lerchenberg steht das modernste Fernsehstudio der Welt.