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Diverses:Experten im Gespräch

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Es war ein Samstagmorgen, ein gewöhnlicher Samstagmorgen. Ich saß vor meinem Fernseher und schaute mir hier und da etwas an. Irgendwo lief eine Reportage über das Verkommen der deutschen Sprache durch eine Überflutung mit Anglizismen. Sie war sehr wissenschaftlich aufgebaut, und irgendwann wurde mir das Ganze zu hoch, so dass ich auf etwas leichter verständliches, auf so genanntes Frühstücksfernsehen umschaltete. Dort stand ein junger Mann mit keckem Grinsen, der durch das Programm führte und nun zu einer neuen Rubrik kommen wollte.

Moderator: Und jetzt kommen wir zu der Movie Lounge, wo auch schon unser Filmexperte Georg Angelsächser sitzt. Guten Morgen, Georg.
Experte: Hi.
Moderator: Sag mal, was läuft denn so diese Woche in den deutschen Cinemas, Georg?
Experte: Ja, unser Movie of the Week ist wohl ganz klar Streets of Violence. Ich war jetzt am Weekend im Preview und habe ihn dann auf dem Silverscreen begutachten dürfen und kann sagen, dass der schon ganz clever gemacht ist. Ich sage nur drei Worte: Sex and Crime!
Moderator: Worum geht es denn im Film, Georg?
Experte: Also der Teaser, den wir letzte Woche hier gezeigt haben, hat eigentlich schon fast alles gesagt. Es geht um einen knallharten Cop, der einen Killer durch die City jagt und viele Rückschläge erleidet. Allerdings kommt es dann zu einem Showdown mit dem Gangster, in dem der Film durch einen Last Minute Rescue doch noch zu seinem Happy End kommt. Der Film ist mit einem All-Star-Cast grandios besetzt, das Team kommt bei der actionreichen Story voll zur Geltung, von der Leading Lady bis zum Sidekick. Ein Blockbuster voller Thrills, der in den States bereits Millionen im Box Office einspielte und dort auch zurecht gehypet wird, der kann sich vieler Awards sicher sein!
Moderator: Was hältst du denn von der Hauptbesetzung, Snake McClane?
Experte: Snake McClane ist ja momentan der Shootingstar am Hollywoodhimmel, seitdem er bereits letztes Jahr als großer Newcomer des Actionkinos gefeiert worden ist, hat er einfach alles richtig gemacht. Er war zunächst nur ein einfaches Model, aber über seine Homepage im Internet und durch die Besuche zahlreicher Charity-Events und Partys, wo er sich in den coolsten Outfits ganz Gentleman like als Trendsetter und Ladykiller offenbarte, legte er sich das nötige Image zu. Er ist stets im Training und sein Look passt sich den neuesten Trends an, er schleppt so manches Starlett ab und egal wo er von einer Schar an Bodyguards umringt jetzt hingeht, werden ihm Standing Ovations zuteil. Er ist ein echter Star, aber das ist eher was für unsere Society Experts.
Moderator: Ja, aber das ist ja diese Woche nicht der einzige Film in den deutschen Lichtspielhäusern, nein, denn da gibt es ja noch den neuen Horror-Schocker von Kultregisseur Bloodwin Creep, Zombies in the Central Park. Wir haben den berühmten Director jetzt live im Interview per Skype zugeschaltet. Hallo Bloodwin? Kannst du mich hören?
Regisseur: Ja, ich höre dich sogar sehr gut.
Moderator: Wir haben nicht viel Zeit, aber es wäre nett wenn du uns mal etwas über die Entstehung eines solchen Filmes sagen würdest. Man hat ja nicht jeden Tag einen echten Insider im Gespräch!
Regisseur: Also, bei der Produktion eines solchen Films ist es natürlich klar, dass da nicht nur irgendwie der Cast, sondern wirklich ein ganzes Team am Set arbeitet. Erst muss man sich fragen, was das überhaupt für ein Film werden soll. Gut, in meinem Fall ist das klar, Horror. Aber dreht man dann einen Splatter oder Slasher, ein Mainstream-Movie also, oder doch Etwas, das richtig scary ist? Schließlich ist nicht jeder ein Master of Suspence und beim Independentfilm kann jeder Streifen eine Low-Budget-Production werden. Und dreht man dann so richtigen Trash, einen B-Movie, muss man mit einem Flop rechnen, denn das Grindhousekino ist ja mittlerweile out. Also beschafft man sich ein Script oder Screenplay oder ein Treatment bei einem Top-Writer und angelt sich einige Sponsoren und Executive Producers. Dann geht es zum Casting und die Crew arbeitet schon mal ein Konzept aus, erstellt ein Storyboard und eine Outline, und der Locationscout ist auch irgendwo unterwegs. Irgendwann kommt es dann an der richtigen Location zum Dreh und die ganzen Stars, vor allem unsere Scream Queen, wollen einen Fitness Coach, der Costume Designer ist auch am Werk und irgendwer muss das Catering übernehmen, Fast Food scheidet da aus. Dann gibt es noch einen Screen Supervisor und es gibt Leute, die sich um den Sound und die VFX kümmern und es gibt noch die Second Unit und, und, und. Schließlich hast du dann einen Batzen an Footage, das muss alles zum Cutter, damit du ein Workprint hast. Und wenn der Producer damit zufrieden ist, dann gibt’s ein Copyright auf den Film und er kann endlich in den Release, dann aber mit ordentlich passendem Merchandising. Insgesamt wird bei so einem Film mit einer Menge High-Tech gearbeitet, vor allem in der Post Production.
Moderator: Aha, interessant. Na, das nenne ich doch mal einen Einblick! Bevor du gehst, sag uns bitte, was dir an deinem neuen Film besonders gefällt.
Regisseur: Der Soundtrack. Der ist echt crazy!
Moderator: Bloodwin? Na so was, Connection Problem! Egal, der war glaube ich ohnehin fertig. Georg, du hast uns eine DVD mitgebracht?
Experte: Nein, eine Blu-ray Disc, die muss in jede Collection!
Moderator: Was ist das denn für ein Film? Fantasy? Western? Nein, ich hab’s: Es ist ein Roadmovie, richtig?
Experte: Alles falsch! Es ist pure Science-Fiction, allerdings auch mit Elementen der Comedy. Ich rede von Get back from the Laser Beam, ein echter Classic. Allein die Tagline ist schon genial. Es ist das berühmte Prequel zum Film Get Back from the Time Machine, das damals mit zahlreichen Special Effects und einer Multi-Angle-Function überzeugte. Der Film ist bis zu den Credits ein Genuss, man beachte nur einmal das tolle Cover!
Moderator: Was macht die Blue-Ray zu einem Muss für die Freaks und Fans da draußen?
Experte: Na, es ist der lang ersehnte Director’s Cut des Films und wenn man ihn sich mit Widescreen und Dolby Surround ansieht, kommt er echt abgespaced rüber! Außerdem weist er eine hohe Zahl an Extras und Features auf. Da gibt es Trailer, TV-Spots, ein grandioses Making-of, ein Behind the Scenes, Deleted Scenes und natürlich zahlreiche Outtakes und Easterggs! Da werden sogar die Cameo Appearences genau durchleuchtet! Und das ist nur die Sparversion, es gibt nämlich auch noch ein Double Feature mit Get back from tue Teleporting Zone, dem Sequel des Originals. Sollen wir uns ein Chapter mal ansehen?
Moderator: Nein, so viel Zeit haben wir nicht. Was ist eigentlich aus dem deutschen Film geworden, Georg?
Experte: Da ist schon lange nichts mehr los!

Das hatte ich mir auch gedacht. Davon frustriert, wieder einmal nichts verstanden zu haben, nahm ich meine Fernbedienung und zappte, nein, schaltete zurück auf die Reportage.

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Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
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