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Diverses:Nordkorea für Lagerhäftlinge (Reiseführer)

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Titelseite
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Impressum
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Fuck Kim Jong-un!




Inhaltsverzeichnis
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Vorwort
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Liebe Freunde des Rucksackreisens! Liebe Freunde des alternativen Individualtourismus!
Schön, dass Sie sich für den Erwerb dieses Werks entscheiden konnten!
Sicher besuchen Sie Nordkorea nicht zum ersten Mal und haben bereits einige Tourismuserfahrungen in der Demokratischen Volksrepublik Korea sammeln können. Wenn nicht, spielt das auch keine Rolle.

Reisevorbereitungen
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Für den Aufenthalt im Lande der Songun-Ideologie benötigen Sie nicht viel Gepäck. Das meiste wird man Ihnen ohnehin abnehmen. Packen Sie Folgendes ein:

Anreise
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Sie kennen das ja: Von Frankfurt, Wien, Zürich, Luxemburg oder Triesenberg nach Peking. Von dort mit der Chinesischen Staatsbahn nach Linjang, an die Grenze zu Nordkorea.
Haben Sie die chinesische Grenzstadt erreicht, suchen Sie den Grenzübergang. Er befindet sich an einer Brücke über den Yalu-Fluss. Gehen Sie nicht über den Grenzübergang! Begeben Sie sich links am Ufer entlang! 500 Meter.
Dann warten Sie, bis die Nacht hereingebrochen ist.
Hat Mutter Sonne sich mit Tante Erde vereinigt, so stapfen Sie leise durch den nur knietiefen Fluss. Auf der koreanischen Seite der Grenze ist ein Wald. Gehen Sie dort hinein. Lassen Sie aber die Taschenlampe ausgeschaltet!
Sobald Sie den Wald erreicht haben, gehen Sie 101 große Schritte in das Gehölz hinein. Leise! Gehen Sie anschließend nach rechts, bis Sie eine unbefestigte Straße erreichen. Verstauen Sie jetzt das Brot, das Hackfleisch und das Geld, in Plastik gewickelt, innerhalb Ihres Körpers. Wie Sie das bewerkstelligen, bleibt Ihnen überlassen. Sie kennen ihren Körper besser als wir.
Haben Sie das Gepäck verstaut und die Straße betreten?
Schauen Sie nach rechts.
Sehen Sie die beleuchtete Grenzanlage mit den nordkoreanischen Soldaten? Das ist der Grenzübergang von vorhin. Von der anderen Seite aus gesehen. Stecken Sie die Trillerpfeife in den Mund! Pusten Sie kräftig hinein und rufen Sie auf koreanisch oder englisch:
Ey Ihr Kommunistenwixer! Ich bin illegal über die Grenze gekommen!! Ich bin Amerikaner oder Japaner Aber auf jeden Fall bin ich Kapitalist!!! Lang lebe der Kapitalismus!!!!
Lassen Sie die Grenzbeamten auch wissen, dass Sie dem geheiligpreisten König Kim Jong-un ins Gesicht pissen werden. Informieren Sie die Soldaten über geplante Umsturzpläne. Blinken Sie mit der Taschenlampe und genießen Sie Ihren Aufenthalt!

Erste Station: Internierungslager Yodok
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Die Fahrt im Viehwaggon war interessant, oder?

Herzlich willkommen im Lager Yodok!

Check-In
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Als erstes wird man Ihnen Ihr Hab und Gut abnehmen. Sie verstehen, warum Sie Ihr Gepäck im Körperinneren verstecken sollten? Haben Sie das nicht getan, stehen Sie in Kürze vor einem ernsthaften Problem! Sie tun also gut daran, diesen Reiseführer vor Reiseantritt zu lesen und nicht erst jetzt!
Nachdem man Sie im Rahmen der Check-In-Formalitäten an die Wand geschubst hat, wird man Ihnen die Aufenthaltskleidung des Ressorts aushändigen. Diese, in koreanischer Handarbeit gefertigten Hemden und Hosen, bestehen aus hochwertigen Baumwollrückständen und stehen einfach jedem! Sie entstammen der hauseigenen Kleidungkollektion, die hauptsächlich für den nationalen "Markt" produziert.
Wenn Sie entlaust wurden (mal mit Pulver, mal mit Sprühdesinfektion) wird man Sie in Ihre Unterkunft begleiten. Die Herren, die rechts und links von Ihnen nebenher laufen, sind übrigens Soldaten niedersten Ranges. Sehen Sie die stilechten Wachtürme, die die Umgebung zieren? Von dort hat man sicherlich einen traumhaften Ausblick über das Lager!

Unterbringung
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Als Ausländer werden Sie für gewöhnlich der Baracke 23c oder 23d zugeteilt. Dort werden Sie sowohl andere Ausländer als auch politisch unwillige Nordkoreaner antreffen.
Das Gebäude besticht durch seine gute Belüftung, die bei großer Belegungszahl dennoch eine wohlige Wärme zulässt. Die rustikalen Schnittholzbetten sind mit Tuch aus eigenem Hause belegt. Herrscht gutes Wetter, dann haben Sie des Nachts in Baracke 23c einen herrlichen Panoramablick auf den Sternenhimmel!
Zu den genehmigten Zeiten gibt es draußen im Hof fließend Kaltwasser. Das Personal wird Ihnen jeden Wunsch von den Lippen ablesen und durch Stiefeltritte ersetzen. Schon bald werden Sie begriffen haben, wie man hier etwas zu essen bekommt...

Verpflegung
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...am Anfang nämlich erst mal gar nicht.
Erst wenn der Plansoll übererfüllt ist, bekommen Sie die nötigen Ballaststoffe und Vitamine die man benötigt, um sein eigenes Sterben mitzubekommen.
Erwarten Sie anfangs nicht zu viel! Die ersten Wochen wird man ihnen nur das Flüssige von der täglichen Suppe geben! Für diesen Fall haben Sie sich Brot mitgebracht! Nur das Brot. Lassen Sie das Hackfleisch da wo es ist oder befördern Sie es schnellstens dorthin zurück!
Auf dem Weg zum Arbeitsdienst, werden Sie bisweilen über Lehmpfade laufen. Lehm ist in geringen Mengen essbar.
Wasser gibt es, wie genannt, zu geregelten Zeiten und bei Niederschlag.

Notdurft
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Der Eimer darf ein mal am Tag benutzt werden!
Der Letzte muss ihn ausleeren!
Seien Sie bei der Verrichtung der Notdurft stets vorsichtig! Achten Sie darauf, ob Sie eingetüteten Proviant ausscheiden und darauf, dass es niemand bemerkt!

Kim Son-gun
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Halten Sie sich von Häftling Kim Son-gun fern! Er ist ein Maulwurf und wird, im Rahmen des Tarifvertrags Öffentliche Unterdrückung, von der Lagerleitung bezahlt. Er wird versuchen, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen. Halten Sie sich ihm gegenüber stets bedeckt! Ohnehin sollten Sie den Kontakt zu Mitgefangenen auf ein Minimum beschränken!

Freizeitgestaltung
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Entertainment
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Für den kurzweiligen Reisenden sei die politische Indoktrination empfohlen. Hier lernen Sie alles über das Leben Kim Il-sungs kennen! Oder über das Leben Kim Jong-ils! Oder über das Leben von Kim Jong-un! Lassen Sie sich den Unterschied zwischen Chuche und Songun erklären und lassen Sie sich eintrichtern, warum beides das einzig richtige ist!
Es ist ebenso erlaubt, Lobpreisungen über den genehmigtpreisten Kim Yong-chun und den gewöhnlichpreisten Ri Yong-ho auszukotzen.

Sport
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Die Macher von Yodok haben ein erstklassiges Sportangebot im Programm! Die Lagerleitung weiß, dass der Europäer im Urlaub gerne Sport treibt und sich verausgabt. Dem wird Genüge getragen.
Laufen Sie in Yodok täglich zur Arbeit? Das sind doch schon zwei Leibesertüchtigungen in einer! Und das jeden Tag!
Exerzieren Sie gerne? In Yodok werden Sie es tun! Erleben Sie das Feeling von drei Stunden stramm stehen! Liegt Schnee? Ergötzen Sie sich an dem Anblick der Urlauber, die ohne Schuhe im Schnee stehen! Hatten Sie selbst bei Ihrer Ankunft gute Schuhe an? Dann stehen Sie jetzt vermutlich auch ohne Schuhe im Schnee!

Travel and Work
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Sie planen einen Travel and Work Aufenthalt? Kein Problem! In Yodok ist Arbeit stets im Ferienprogramm enthalten!


Das Lager verfügt über eine der Zahlreichen Textilfabriken des Landes. Lernen Sie, wie Baumwolle verarbeitet wird! Schauen Sie zu, wie sie von hohen Parteifunktionären unterschlagen wird! Und sehen Sie zu, dass Sie aus den Resten mehr herausholen, als heraus zu holen ist! Sobald Sie den Plansoll übererfüllt haben, bekommen Sie auch irgendwas zu essen.

Abreisevorbereitungen
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Hat es ihnen in Yodok so gut gefallen, dass Sie möglichst schnell nach hause wollen, um Ihren Freunden das Ressort zu empfehlen? Dann gehen Sie wie folgt vor:


Lernen Sie das Lager kennen. Merken Sie sich vor allem, welcher Aufseher wann Dienst hat. Haben Sie sich gemerkt, an welchem Wochentag Sie verhaftet wurden? Wissen Sie welcher Tag heute ist? Ist heute Donnerstag, dann können Sie noch heute Nacht das Lager verlassen.
Sollten Sie nicht mehr über die Funktionen des einfachsten Zeitgefühls verfügen, dann gehen Sie wie folgt vor:

Sicher haben Sie mittlerweile den Stellvertreter des Vizelagerleiters kennen gelernt. General Ju Che-chol. Das ist der Typ, der Ihnen bei der dritten politischen Schulung planmäßig den Kopf gegen die Heizung geknallt hat. Er ist bestechlich. Das ist auch der Grund, warum Sie 150,- €uro in einer Ihrer Körperhüllen versteckt halten. Geben Sie ihm bei der Essensausgabe 50,- €. So dass es niemand merkt!
Er wird im Gegenzug, am Abend des kommenden Donnerstags, zwischen 23.40 Uhr und 23.50 den Strom der elektrischen Zäune abstellen. Nur für Sie! Donnerstags hat er Trafo-Dienst!
Sie haben 10 Minuten!
Die Tür Ihrer Baracke ist selbstverständlich verschlossen. Aber das Dach ist undicht. Von einem wandseitigen Dreietagenbett kommen Sie bequem an die Dachverstrebungen.Verschieben Sie die Ziegel leise und klettern Sie hinaus. Seien Sie draußen mucksmäuschenstill! Lassen Sie die Taschenlampe ausgeschaltet, falls Sie sie noch haben! Sehen Sie Licht, dann verstecken Sie sich! Die Aufseher benutzen auch Taschenlampen! Sind keine Batterien vorhanden, dann benutzen die Aufseher auch mal keine Taschenlampen. Seien Sie deshalb stets leise und lauschen Sie den Umgebungsgeräuschen!

Nichts zu hören?
Streben Sie dem Zaun entgegen!

Zweite Station: Der Zaun
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Drei Meter. Das ist nicht besonders hoch. Klettern Sie! Der Stacheldraht auf der Zaunkrone ist baugleich mit Natodraht, den kennen Sie. Er heißt in Nordkorea aber Warschauer-Pakt-Draht.

Sollten Sie sich schneiden, dann seien Sie um Himmels Willen leise!

Dritte Station: Die Hunde
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Das ist die Antwort auf die Frage, warum Sie Gehacktes in Ihrem Körper verstecken. Bezirzen Sie die Hunde! Füttern und streicheln sie die Tiere! Sie sehen den großen, alten mit dem angeknabberten Ohr? Das ist Bonzo! Er ist besonders lieb! Wenn Sie ihn hinter den Ohren kraueln, schleckt er verträumt Ihre Hand ab!

Sie sollten sich jedoch schnell von Ihren neuen Freunden verabschieden! Der Strom im Grenzbereich wird bald wieder angeschaltet! Sie sollten dann die Zäune passiert haben.


Vierte Station: Die Mauer
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Die sieht scheiße aus, oder? Vier Meter senkrechte Betonwand. Aalglatt. Da kommen Sie nicht rüber. Es sei denn...


...Sie stoßen einen der zahlreichen hölzernen Stützpfähle um, durch die die Mauer in der Senkrechten gehalten wird. Dann heißt es aber: Sprinten! Ein Mauereinsturz ist laut!! Rennen Sie so schnell wie Sie noch nie in Ihrem Leben gerannt sind!!

Fünfte Station: Der Graben
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Können Sie schwimmen? Nein? Macht nichts. Der Graben ist nur Hüfttief. Seien sie im Wasser dennoch vorsichtig! Denn dort befindet sich...

Sechste Station: Das Minenfeld
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...das Mienenfeld. Hüfttiefes Wasser reicht einer Seemine durchaus zum schwimmen. Berühren Sie die Minen nur mit äußerster Vorsicht! Drücken Sie auf keinen Fall auf die stachelartige Oberflächenstruktur, sonst fliegen Ihnen die Dinger um die Ohren!

Siebte Station: Der andere Zaun
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Überlebt? Dann mal hoch auf den Zaun! Ist der Strom noch abgeschaltet? Das merken Sie spätestens jetzt! Ob Sie am Warschauer-Pakt-Draht jetzt noch schreien, bleibt Ihnen überlassen. Rennen Sie wenn Sie drüben sind! Rennen Sie !!!

Rückreise
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Sie rennen? Gut. Rennen Sie weiter! Nach Westen! Von Yodok gelangen Sie relativ schnell zu Fuß an die Westküste, sofern Sie sich von den Gaben des Waldes ernähren!
Finden Sie das Hafendorf Ryoksul! Suchen Sie des Nachts die Hintertür der Taverne von Gastwirt Ri Yong-chun auf. Sein Cousin ist Fischer, Schmuggler und Staatslieferant und fährt Sie für 100,- €uro über das Chinesische Meer. Meistens schafft sein Kahn die Überfahrt ohne größere Probleme.

Eine Seefahrt ist nicht zwingend lustig
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Bei der Anreise haben Sie sich sicherer gefühlt, oder? War es windig? Sie hatten erwartet, Ri Yong-chun würde sie bis an die chinesische Küste fahren, oder? Er wird sie an der Grenze zu den chinesischen Hoheitsgewässern rauslassen. 20 Seemeilen vor der Küste. Für Nichtschwimmer hat Ri Yong-chun Holzbalken an Bord, an denen diese sich festhalten können.

Nachwort
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Sind Sie lebend zu hause angekommen? Schön! Wir hoffen, Ihr Urlaub in Nordkorea war sein Geld wert! Sicher haben Sie viel Spaß im Lande des Nasenbären gehabt! Das freut uns!
Viel Spaß auf Ihrem nächsten Trip!

Gezeichnet: Der Reiseverlag Ihres Vertrauens!

Rückseite
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