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Suppenlöffel

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Der Suppenlöffel, Monument der Speisekultur

Ein Suppenlöffel ist ein nicht gabelfertiges Speisungsinstrument zur Kurzdistanzüberbrückung nicht viskoser Flüssigkeiten bei der Nahrungszufuhr. Er wurde im alten Rom aus der Suppenkelle geschnitzt, im Mittelalter als heidnisches Werkzeug verboten, zur Brotzeit der Aufklärung reaktiviert, von Krups Ende des 19. Jahrhunderts in Massenfertigung produziert und bis heute bei IKEA unter dem Namen "Svantje" vertrieben. Suppenlöffel sind robust aber beim besten Willen nicht lustig.

Herstellung[Bearbeiten]

Neuzeitlicher Eichenlöffel aus dem Nachlass von Johann Martin Christoph Buchholz aus Bad Reichenhall 1712
Gegen Dummheit kann aber selbst der beste Löffelproduzent nichts ausrichten...

Früher, als die Nahrung knapp war, hatte jedes Gemeindeglied nur einen Suppenlöffel aus Holz, der dem Esser das ganze Leben lang wie ein Freund zur Seite stand, egal ob er damit die Abwasserschächte vom Abort ausschachtete oder köstliche Hirsebrühe genoss. Den Löffel beantragte eine Familie beim Huf- und Besteckschmied (Tischler hatten meist zu wenig Daumen), der dann einen massiven Eichenblock zu einer Welle bog und mit bloßem Finger eine Kellenform in die Oberfläche drückte. Danach schnitzte der Schmied die Form aus dem Block und beschlug die Bruchstellen am Hals und der Kellenspitze mit extra rauhem Eisen, um den Grip an Zunge und Hand zu erhöhen. Trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen kam es bei der Löffelnutzung immer wieder vor, dass sich beim Essen Splitter in die Zunge rissen und der Sohn morgens mit hängendem Kopf am Familientisch in einer Blutlache saß, wenn man nicht aufpasste. Der Tod durch Suppenlöffelspäne, früher auch Holzschock oder Buchenschlag genannt, war besonders bei fetten, gesottetenen Speisen der Fall, die an der Löffelsubstanz zehrten, wie Spanferkel, Spandauer Fischsuppe oder der gefürchteten spanischen Küche.

Nach der letzten Suppensistenzkrise Mitte des 19. Jahrhunderts vollzog sich eine Wende in der Suppenlöffelherstellung. Alfried Krups, ein Unternehmer aus Pforzheim, entdeckte die Massenherstellung von Suppenlöffeln und revolutionierte damit bürgerliche Besteckschubladen. Er nahm dazu die industriell hergestellte Suppengabel, einen recht erfolglosen Ladenhüter und füllte die Zwischenräume mit billigen Schlackestoffen, über die er eine giftige Legierung goss. Die Kanten der Kelle schliff Krups leicht an, damit niemand mehr auf die Idee kam, den Löffel abzulecken. Nicht jede seiner Ideen setzte sich logischerweise durch, schon deshalb, weil Endverbraucher noch lange Zeit nach Erfindung des Suppenlöffels in jedes neue Haushaltsgerät die Zunge reinstecken mussten: Eierschneider, Geflügelzangen, Serviettennadeln. Erst mit dem Tauchsieder hörte das auf. Krups schaffte aber mit seiner leicht kopierbaren, intuitiven Form die Grundlage für die Löffelwalzung, die Rohlinge hervorbrachte, die mit Industriehämmern gestanzt und geklopft werden konnten und in deren glühendes Metall nach der Formung ein Stahlarbeiter, der sogenannte Kellner, mit dem Daumen die Kelle reindrückte. Hatte der Stahlarbeiter zu große Daumen, wurden aus den Suppenlöffeln leicht Schöpflöffel, die sich nur minderbemittelte Familien als günstige Ausschussware leisteten. Wer mit so einem Schöpflöffel zur Schule kam, hatte es mit grausamen Spitznamen wie Kellenotto oder Scheißeschöpfi natürlich nicht leicht. Weil sich Krups aber seine Erfindung nicht patentieren ließ, wurde der Markt bald mit unzähligen Eigenkreationen überschwemmt, die sowohl in Material von teuer bis billig als auch in Form und Einsatzgebiet so schwankten, dass Schöpfkellen im Normlöffelbetrieb gar nicht mehr auffielen. Die heute gängisten Varianten sind

Jedenfalls konnte Mutti zu Hause nun endlich das gute Silberbesteck horten, das nur an hohen Feiertagen hervorgeholt wurde, wenn die Oma zu Besuch kam. Und wenn die Oma tot mit dem Kopf in der Suppenschüssel lag, hatte es bestimmt nichts mehr mit Suppenlöffelspänen, sondern vielleicht mit Erbschleicherei zu tun.

Verwendung und Einsatz[Bearbeiten]

Löffel oder Gabel? es ist der alte Kampf

Mit Suppenlöffeln kann man überall das auslöffeln, was man sich eingebrockt hat. Das Löffelprinzip ist von der Katze abgeschaut, die ihre Zunge kellenförmig um die aufzunehmende Milch schließen und dann etwa 20 mal in der Sekunde eine Flüssigkeitssäule zum Mund bilden kann. Löffelbenutzer, die auf die ursprünglich Methode schwören, nehmen daher den Suppenöffel, tauchen ihn in die Suppe und werfen sich die heiße Brühe in einer ruckartigen Bewegung etwa 20 mal die Sekunde ins Gesicht. Alles, was darin hängenbleibt, versuchen sie anschließend mit der Zunge in den Mund zu holen. Um Verbrennungen dritten Grades zu vermeiden, pusten sie ganz besonders sorgfältig. Manche richten sich dabei auch gegen den Sitzpartner und lecken anschließend die angenehm temperierten Suppentröpfchen von dessen Gesicht, ebenfalls mit kurzen heftigen Zungenstößen. In bekannter Umgebung haben diese speziellen Esser damit auch keine Probleme, in Restaurants oder Caffees bietet sich aber eine kurze höfliche Frage vor dem Essen an. Sätze wie: "Darf ich meine Suppe von deinem Gesicht lecken" werden nicht von jedem sofort freundlich aufgenommen, ganz besonders nicht mit verwirrenden Appositionen wie "du geile Sau", "du Stück" oder "leckeres Mädchen".

Suppenlöffel sind jedenfalls im Normalfall für die Anwendung durch zwei Personen vorgesehen, die zum Essen die sogenannte Löffelchenstellung einnehmen. Dabei schmiegt sich ein satter Hintermann an den Körper des sitzenden Suppenköstigers dicht an, macht seinen Löffel feucht und dringt anschließend mit diesem feuchten Gerät in den Vordermann ein. Der Vordermann leckt den Löffel ab und schluckt die heiße Suppe. Nicht nur wegen häufiger Missverständnisse zwischen Mann und Frau gibt es über diese Art zu essen, immer wieder Kontroversen. Das Familiengericht in Essen bearbeitete 2005 eine Reihe von Fällen, nach denen Eltern die Löffelchenstellung missbraucht hatten, um ihre störrischen Kinder überraschend von hinten in den Schwitzkasten zu nehmen und ihnen die heiße Suppe einzuflößen, mit dem martialischen Hinweis, dass dieser Löffel ein Flugzeug sei, dessen Propeller einem die Zunge abreißen und dessen Höhenruder einem den Kiefer brechen kann. Auch in Altersheimen dürfen Pfleger nicht mehr durch Löffelchenstellung füttern, weil das unterbezahlte Pflegepersonal es den früheren Zivildienstleistenden gleichtat und mit knurrendem Magen zum Mittagessen antrat, sodass sie manchen Rentner nur über den Löffel pusten ließen, um ihn sich anschließend mit der Suppe selbst in den Mund zu stecken. Sogar in feinen Restaurants, in denen diese Art zu speisen immer noch gang und gäbe ist, führten die gehobenen Hygienebestimmungen zu Restriktionen bei der Löffelchenstellung. Ober und Kellnerinnen sind seit 2008 verpflichtet, bei der Suppenreichung Haaarnetze zu tragen, weil sich immer wieder Gäste beschwert hatten, dass da Suppe in den Haaren auf ihrem Löffel sei.

Kulturelle Funktion[Bearbeiten]

Nun werden schon Löffel importiert und sie versuchen es trotzdem weiter. Traurig.

Es ist nicht übertrieben, zu sagen, der Suppenlöffel habe das Abendland ermöglicht. Die schnelle Kräftigung durch heiße Flüssigkeiten, Plasma oder verflüssigte Feststoffe wird vom Körper sofort aufgenommen, geht ins Blut, stärkt die Muskeln und schärft die Verstandesleistung. Wenn man bedenkt, dass die unbegabelten Schwaben sich bis heute kaum von ihrem bronzezeitlichen Volksstamm unterscheiden und immer noch wie ein Stämmle inmitten Europas stehen, so ist das genauso bestürzend wie beeindruckend. Den Galliern war dieser Erfolg nicht beschieden, tranken sie doch ihren Zaubersaft aus begrenzten Fläschchen, während Caesars Soldaten auf der anderen Seite des Rubikon unzählige Mengen tödlicher Linsensuppe in sich reinfraßen und die Löffel anschließend noch als gefährliche Katapultwaffen dahernahmen, um den Galliern mit Nussallergien einen hypertonischen Schock zu verpassen.

Mhmmm...wer kann sich solche Delikatessen nur entgehen lassen?

Noch heute verzweifeln chinesische Esser daran, mit ihren Stäbchen einen Teller Suppe zu löffeln. Doch nicht nur, dass dem fernen Osten dadurch Perlen der oxidentalen Esskultur wie Blutsuppe, Birnen und Diebechen oder Borschtsch durch die Lappen gehen. Das Fehlen von Suppenlöffeln und den dazugehörigen Essern hinterlässt auch einen Eindruck auf die Mentalität. Chinesische Sprache wirkt oft abgehackt und weniger flüssig, zudem neigen Chinesen zur langsamen Besonnenheit und nicht zur heftigen Impulsivität, wie sie mancher europäische Muskopf schon mal an den Tag legt. Durch die Neigung depressiver, europäischer Köche in jede fünfte Suppe irgendein billiges alkoholisches Gesöff zu kippen, ist der westliche Mensch auch besser in der Lage, Alkohol abzubauen, was wiederum ökonomische Vorteile hat, denn ohne zwei Flaschen Vodka braucht man auf russischen Groß- und Energiemärkten erst gar nicht aufzuschlagen. Natürlich versuchen Chinesen, sich diesen Verhältnissen anzupassen, indem sie ihre Gesundheit durch miserabele Arbeitsbedingungen und Produktion von Giftstoffen, die hier schon seit dem vorletzten Jahrhundert verboten sind, ruinierten. So leichtsinnig wie das gelobte Land im Westen werden sie aber wohl niemals werden können. Wer verzweifelt gesuchte Homogenität über das politische System zu kompensieren versucht, der hat eben noch nicht verstanden, dass alle humanistischen Errungenschaften der modernen Welt besteckinduziert sind.

Missbrauch durch den Suppenkasper[Bearbeiten]

Verwirrte Hausfrau bei der Suppenkasperei.

Die Verbreitung und Vulgarisierung des Suppenlöffels leistete leider auch dem Müßiggang Vortrieb, sodass bösartige oder faule Kinder, denen Kippeln bei Tisch nicht mehr den richtigen Kick gab, auf die Idee kamen, ihren Löffel überall einzutauchen, nur nicht in die Suppe. Schon bald nach der Erfindung des modernen Essbestecks musste wegen der Häufung dieser moralischen Vergehen ein Buch verfasst werden, das die Ursachen dafür in der Kindespsychologie sah. Grausame Schulhofgeschichten über Mitschüler, die an Buchstabennudeln erstickt waren oder Müllermeister, die Lausbuben in den Schrotbrei gemengt hatten, prägten das Lebensgefühl einer ganzen Genereation: "Ich esse meine Suppe nicht, meine Suppe ess ich nicht". Durch Teuerungen im Haushälterbereich und leidige humane Gesindeordnungen verloren immer mehr Kinder ihre Aufsichtspersonen und mussten nachmittags im Altenteil ihrer Großeltern spüren, was Kohlsuppe alles am Menschen anrichten kann.

Doch alle Ursachenforschung war nur ein schwacher Trost für die immer wiederkehrende Zweckentfremdung des Suppenlöffels und eine Nation, die sich gelöffelte Hundekacke vom Fenster wischte. Wie das bei Foodtrends so üblich ist, griff die Unsitte schnell um sich und auch gute christliche Haushalte begannen, Suppenlöffel zu gänzlich unangebrachten Zeiten hervorzuholen. Sie landeten im Tee, in der Sauciere oder, Gott behüte, im Frühstücksei. Diese Hippie-Suppenkasperei, die in Deutschland nie so eine Aufarbeitung erfahren hat, wie die Bill-Cosby-Show, Frieden oder Sport und gesunde Ernährung haben heute besonders technisch fatale Konsequenzen. Durch die häufige Zweckentfremdung wird die Kelle stumpf, der Griff rollt sich zusammen und fällt schleßlich ganz ab. Mancher Hausmüll wimmelt von kaputten Suppenlöffeln, deren falsch behandelte Überreste peinlich berührte Suppenköstiger schnell und diskret loswerden wollen und weil sich der Einweglöffel aus Papier absolut nicht durchgesetzt hat, finden sich auch immer mehr verschmutzte Waldlichtungen, auf denen sich Rehe in verbogenen Suppenlöffeln verfangen haben und verendet sind. Politik und Verbraucherschutz haben hier einiges nachzuholen und die Nahrungsmittelproduzenten und Foodcoaches stoßen mit Zubereitungsempfehlungen, wie "die Möhre mit einem Löffel zerdrücken" oder der Motivation zu gesunder Ernährung durch überzuckerte Instantprodukte ins gleiche Horn. Bevor hier der Trend zur Zweitsuppe geht, werden wohl der ordinäre Tafellöffel und der gemeine Menulöffel den traditionsreichen Suppenlöffel ablösen.

Wenn es soweit ist und die Wächter der Vergangenheit durch die dunklen Küchen schreiten, in deren Ecken missbrauchte Suppenlöffel unter schimmelnden Teigresten traurig vor sich hinerodieren, dann werden Menschen kommen, die den wahren Wert dieses Bestecks zu schätzen wissen und den Suppenlöffel als Entwicklungshelfer und Demokratisierungsmotor in die ärmeren Gegenden dieser Welt, nach Indien und Afrika schicken, wo jeden Tag Menschen ohne das richtige Essbesteck verhungern. Hoffentlich fassen die das nicht als Zynismus auf.