MyElend

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Die Domain MyElend.de gehört zu den neuesten Webvertretern des asozialen Netzwerks. Sie gilt als Internetvariante von Elend-TV, ein Zusammenschluss aller deutschsprachigen Privatsender zur Ruhigstellung der Hartz-IV-Empfänger an den immerzu arbeitsfreien Nachmittagen.

Brutaler Realismus als Geschäftsmodell

Abgeschreckt vom realen Realismus greift MyElend.de die Gesellschaftsströmung der eigenen Lebensbewältigung stellvertretend durch andere auf und bietet mit ihrem Internetangebot eine Plattform für asoziale Avatare, denen die richtige Welt zu unrealistisch ist. Galt es sich zuvor in Fantasy-Games oder Rollenspielen am PC mit den virtuellen Helden des Spiels zu identifizieren, die Wirklichkeit zu vermeiden und das Unwirkliche als Lebenssinn zu etablieren, tritt der User von MyElend nun gewissermaßen aus dem Spiel hervor und entdeckt seine eigene Lebensunfähigkeit als Lebenssinn. Diese Spekulationsblase unerfüllter Erwartungen soll mit Resignation, Selbstzerstörung und brutalen, sozialen Realismus zum Platzen gebracht werden. Die Fangemeinde solcher Ekeleien wartet dabei ständig auf den großen Knall, der sie aus ihrer eigenen Sinnlosigkeit wecken soll.

Hintergrund ist das Gefühl der Ohnmacht von all den Erfolgsmodellen abgehängt worden zu sein, die in Hochglanzillustrierten und Facebook-Profilen ausgebreitet sind. Gerade dort treffen Erfolgsmeldungen sogenannter Freunde im Minutentakt ein, putzige Haustiere und wohlgeratene Kinder tummeln sich auf prächtig arrangierten Fotos, deren Handwerkskunst früher nur bei Hochzeitsbildern zu bestaunen war. Dieser Erfolgsdruck und all die Jubelmeldungen, verlässlich wie einstige Wehrmachtsberichte nach Stalingrad und im gleichen hysterischen Ton verfasst, lassen beim durchschnittlichen Zivilversager Mundwinkel und Schultern der Erdanziehung anheimfallen. Wie aufbauend sind da die dokumentierten menschlichen Tragödien bei MyElend, die das eigene Elend zu relativieren vermögen und die Resignation als neues Lebensgefühl vermitteln.

Der typische User von MyElend

Meist sind es Frührentner oder gelernte Frührentner, die an der seelischen Belastung von Arbeitslosigkeit seit der abgebrochenen Schul- und Berufsausbildung zerbrochen sind, und nun in kleinen, vom Staat finanzierten Einzimmerwohnungen neben diversen Pornoseiten aus Ungarn die Domain MyElend als Favoriten auf ihrem Rechner haben. Gediegener, abgestandener Altmännerduft und ein Hauch von inkontinenter Katze lässt inmitten der Rauchschwaden billiger tschechischer Zigaretten ein geeignetes Milieu entstehen, um knallharten sozialen Abstieg dokumentieren zu können. Diese Gerüche mittels Klick durch die speckige Maus des Computers hochladen zu können, wäre der Traum jedes Account-Inhabers.

Weibliche User findet man relativ selten auf der Plattform, weil die entsprechende asoziale Zielgruppe, von ihren verantwortungslosen und ebenso asozialen Männern verlassen, zwischen vergeblichen Bewerbungsgesprächen und Abholfahrten aus Kinderkrippen zeitlich gebunden ist und als Alleinerziehende in der Regel nur im Web bei Partnerbörsen unterwegs sind. Allerdings gelten bei MyElend figürlich relativ ungestaltete Frauen als begehrte Chat-Partner, gerade weil krankhafte Fettleibigkeit Gesprächsstoff über Schimmelbildung unter dicken Bauchfalten liefert. Auch hier wird die Möglichkeit von Geruchsdaten-Files schmerzlich vermisst.

Typische Blogs auf MyElend

Unglamouröse Leben und prekäre wirtschaftliche Lagen zu dokumentieren, sind die Hauptthemen der Blogs auf MyElend. Ebenso sind die Blogger bestrebt ihren körperlichen Verfall penibel darzustellen. Ausführlichen Krankheitsgeschichten werden Bilder chronisch vereiterter Augen zur Veranschaulichung beigegeben und wuchernde Pilze im Nagelbett sind Anzeichen mangelnder hygienischer Zustände im Lebensumfeld der User. Gerade Diabeteserkrankungen sind beliebte Diskussionsgrundlagen, da sie eine Fülle an schlecht verheilenden Wunden, offene Beine und Blut im Stuhlgang als Folgen bieten. Der Begriff "Statusmeldung" erlangt bei MyElend eine ungeahnte Wertigkeit.

Das eigene Elend und die unbedingte Leidensbereitschaft soll dabei als heroischer Lebensakt verherrlicht werden. Alles schreit nach Entblößung, die eigene Unfähigkeit ein Lebensmodell zu verwirklichen ebenso, wie der Oberkörper, bei dem mit einem Fingerzeig auf das nässende Ekzem hingewiesen wird, um ein geeignetes Profilbild zu erhalten. Oftmals erkennt man das unbedingte Bemühen aus diesen hochnotpeinlichen Nabelschauen auch künstlerische Aspekte herauszuarbeiten.

Die Einträge triefen geradezu vor Moll-Tönen und sind meist in Sonettform abgefasst. Sie drücken treffend die Sinnlosigkeit und Nichtigkeit des eigenen Daseins aus, sind mächtige Manifeste des Vanitas-Motivs. Fast enttäuscht werden Erfolge bei der Nagelpilzerkrankung gepostet, wenn gelbliche Schichten von den Nägeln absplittern und frisches Fleisch zum Vorschein kommt. Andere User kommentieren dies dann gerne mit den Worten :„Sic transit gloria mundi“.

Die Bilddatenbank von MyElend

Das Logo von MyElend.

Gerade fette, einäugige Katzen, die röchelnd zu Füßen eines Users sitzen und die Löcher seiner ausgelatschten Filzpantoffel verdecken, sind bevorzugte Profilbilder. Liebevoll abfotografierte Bilder zeigen dann auch die glitschig-haarige Dosenwurst, die jene Katze eingebettet in gelblichen Schleim hervorwürgt. Diese Bildarrangements sollen Zeichen setzen gegen all die niedlichen Katzenfotos, die sonst im Netz kursieren und auch stinkende und alte Katzen eine Plattform zur digitalen Verewigung bieten.

Natürlich sollen in den Bildern nicht die schrecklichen Folgen von Katzenhaarallergien der Katzenhalter verschwiegen werden. Grüner, blutdurchsetzter Auswurf auf dem Langhaarteppich im Schlafzimmer nach minutenlangen Erstickungsanfällen, die ebenso als Video aufgenommen wurden, sind beliebte Bildschirmschoner zum Herunterladen. Dazu erhältlich sind auch Bilder der aufgekratzten Schuppenflechte, hübsch in Blütenform drapierter abgefallener Schorf oder abgeschnittene, ehemals überlange Fußnägel, deren braune Färbung wochenlangen Wasserentzug vermuten lässt.

Es findet zudem geradezu ein Wettbewerb der dicksten Tränensäcke und ausdrucksvollsten Augenringe statt. Geschwollene Beine, eingezwängt in schmutzigen und einschnürenden Stützstrümpfen sind ein beliebtes Motiv. All die Vielen wollen leiden, damit andere genesen. Auch Fotos von Mahlzeiten entdeckt man auf der Datenbank. Beliebt sind halb geöffnete Raviolidosen mit darin steckenden ungespülten Löffeln, welche die Vorfreunde auf die bald zu sich genommene Speise spüren lässt. Diese Freude nach unzähligen gelungenen Mahlzeiten drückt auch das Bild von gewaltigen Bergen gebrauchter Pizzakartons aus, die mit „lecka Mittachessen“ untertitelt sind und das Teilnehmer schon nach wenigen Sekunden 3755 mal gut finden.

Eindrucksvolle Naturfotos sind die seitenweise vorhandenen platt gefahrenen Katzen und von ihren Därmen umgebenen Igeln. Ebenso Hunde mit blutigroten Hautflächen am Hinterbein, von denen aufgrund von Räude das Fell weggebissen ist. Auch Vögel in den Kühlergrills von Fahrzeugen finden ihre „Gefällt mir“ Wertungen.

MyElend.de als erfolgreiches Start-up Unternehmen

Die Gründer der Plattform sehen bereits gewaltige Gewinnsprünge als bösenorientiertes Unternehmen und planen RTL2 und RTL mit deren Arbeitsbeschaffungsprogrammen für C- und D-Promis zu übernehmen. Manager von Goldman-Sachs, die weltweit den Geldfluss in immer gleichbleibende Kanäle lenken, garantieren nach Bezahlung adäquater Boni ihre Mitarbeit und schaffen damit ständig neues Klientel für MyElend. In Griechenland und Spanien sind schon Erfolg versprechende Auslandsableger gegründet worden.

In Sachen Datenschutz gehört MyElend zu den vorbildlichsten Domains im WWW. Da die User nichts verbergen, kann nichts verborgenes illegal gespeichert werden sondern nur legal. Es ist geplant die Datenbank mit medizinischen Fakultäten zu verknüpfen um im furchtbaren Austausch ansehnliche Fotos von nässenden Ekzemen, eitrigen Bindehautentzündungen und Rotlauf an Fingernägeln zu erhalten.

Natürlich unterliegt auch dieses Unternehmen der Gefahr, dass in Billiglohnländern wie Nordkorea, Bangladesch oder Somalia mit weitaus größeren Elendspotential ähnliche Plattform-Plagiate gegründet werden und die Traffic-Zahlen mindern. Doch MyElend will solchen Strömungen zuvor kommen und plant deshalb bereits fest stationierte Web-Cams an Müllhalden philippinischer Großstädte oder Hubschrauberflüge mit Liveaufnahmen über afrikanische Hungercamps. Ob das Unternehmen die Rechte der Liveübertragungen von Sitzungen aus dem deutschen Bundestag oder der Aschermittwochstreffen deutscher Parteien anstreben soll, ist allerdings noch ungewiss, da den Kunden nicht alles zugemutet werden kann.

Facebook und Co.
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