1 x 1 Goldauszeichnung von Sebus

Viadrina

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Die Zauberakademie Viadrina in Frankfurt an der Oder ist die medizinische Fakultät der Universität Hogwarts, bekannt aus Funk und Fernsehen.

Der Leerkörper: renommierte Experten aller Fachrichtungen arbeiten interdisziplinär.

Entwicklung und Ziele[Bearbeiten]

Endlich, nach 20 Jahren deutscher Einheit ist das Wunder geschehen: Die Weisheit des Ostens – aus dem Westen kommend – ist wieder im Osten angelangt. In der ehrwürdigen Viadrina in Frankfurt / Oder, der ehemaligen Wirkungsstätte von Gesine Schwan, wurde eine pseudomedizinische Fakultät für Obskurantismus, Hokuspokus und Simsalabim eingerichtet. Und so materialisiert sich Harry Potters Zauberschule auf wundersame Weise heraus aus der Phantasiewelt der Bestsellerromane hinein in ein verschlafenes Städtchen an einem vorwitzigen Flüsschen, um den finanziellen Quellen der dortigen höheren Lehranstalt zum Sprudeln zu verhelfen. Natürlich auch, um den Menschen im Osten, die so lange am kalten Materialismus und der seelenlosen Rationalität zu darben hatten, endlich geistige Erleuchtung und Erlösung – sprich ein bisschen Wärme für die Herzen und Erleichterung für ihre Geldbeutel zu bringen. Pecunia non olet. Daher zieht nun auch hier der Duft von Räucherstäbchen ein in den technisierten Medizinbetrieb und vertreibt den beißenden Gestank von Desinfektion, Bettpfannen und Bohnerwachs aus den weiß getünchten Fluren der anonymisierten Gesundheitsindustrie. Endlich duftet es auch hier sanft nach Bachblüten. Heilpraktiker und Klangtherapeuten legen und halten heilende Hände auf, nehmen sich Zeit und dafür Geld und geben dem Kranken ein rundum gutes Gefühl.

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Bildungsangebot[Bearbeiten]

Getreu dem Motto: »Aus Scheiße Bonbons: Excrementum Caninum & Co.« lehrt die Viadrina nun Fächer wie:

Da sage noch mal so ein kleinkarierter Wissenschaftler, das wäre alles esoterischer Humbug, nun wo es sogar an der Universität gelehrt wird.

Zielgruppen[Bearbeiten]

Abschreckendes Beispiel: Schulmedizin

Das naturtrübe Bildungsangebot der Viadrina richtet sich an mittellose, so genannte Schulmediziner, die sich im ruinösen Wettbewerb des Gesundheitsmarktes finanziell kaum mehr über Wasser halten können, da sie die stetig steigende Nachfrage nach biologisch dynamischen Ganzheitsalternativheilverfahren nicht zu befriedigen vermögen. Mit ihrer mangelhaften, einseitig wissenschaftlichen Ausbildung sind diese herz- und phantasielosen Stümper lediglich befähigt, den Leidenden nach einem zweiminütigen Patientengespräch, mit einem Rezept für Antibiotika abgespeist, vor die Tür zu setzen. Mit denen muss der allein gelassene Kranke sich dann vollstopfen. Sein weiteres Schicksal ist dem so genannten Schulmediziner schnuppe. Von Menschlichkeit und Zuwendung keine Rede. Die Folgen sind unübersehbar: Die Menschen werden immer älter und kränker! Da wird es höchste Zeit, dass dieser Fließbandbetrieb nebst Milliarden verschlingendem Apparatewahnsinn ein Ende nimmt, und die Medizin sich endlich wieder auf gute alte traditionelle Werte und noch viel, viel älteres natürliches Wissen zurückbesinnt. Wozu braucht ein Schulmediziner z.B. Computer-, Kernspin- und Positronen-Emissions-Tomografie? Schließlich soll er nicht zum Mond fliegen! Ein chinesischer Weiser schaut dem Kranken nur in die Augen, fühlt den Puls, und schon hat er eine todsichere Diagnose gestellt. Es kann doch gar nicht falsch sein, was Milliarden Menschen – also Chinesen – schon seit mindestes 8.000 Jahren hilft. So ein Weiser muss auch nicht jahrelang die Schulbank drücken und Physiologie, Mikrobiologie, Pharmakologie und all den neumodischen Kram auswendig lernen, mit dem der Schulmediziner schließlich doch nur in der Lage ist, einen Schnupfen von einem Blinddarm zu unterscheiden. Und das kann ja heute schon Lieschen Müller mit ihrem Hauptschulabschluss nach der regelmäßigen Lektüre von Apotheken-Umschau und Bäckerblume.

Benefit[Bearbeiten]

Nun also steigt der bedürftige Schulmediziner die Evolutionsleiter des Wissens hinab, um an der Viadrina für einen Unkostenbeitrag von schlappen 10.000 Euro im Fernkurs mit gerade mal 20 Tagen Anwesenheitspflicht die Geheimnisse der Heilkunst zu lernen und in Windeseile den Titel »Master of Quackery« zu erwerben. Gratis dazu bekommt er einen großen spitzen Hut, einen Reisigbesen, ein repräsentatives Jodeldiplom mit Goldrand für seine Praxisräume und einen Dr. Mumpitz obendrein, verbunden mit der Lizenz zu Publizieren. Er kann nunmehr im trüben Teich der neuen Weinerlichkeit nach allergischen, befindlichkeitsgestörten Hypochondern gründeln (das macht neuerdings ein Patientenaufkommen von lukrativen 95% der Gesamtbevölkerung). Mit seinem neuen alten Wissen wird er völlig neue Volkskrankheiten kurieren wie abendliche Müdigkeit, Verstopfung oder Blähbauch und an moribunden Patienten sein ganzheitliches Arsenal von Achselhaaranalyse bis Zahnbelagsdiagnose verfeuern. In einschlägigen Fachjournalen wie Brigitte Woman schwadroniert er alsbald über ayurvedische Depressionsstrümpfe in den Wechseljahren oder therapeutisches Singen mit Zimmerpflanzen nach dem Mondkalender – mit dem ausdrücklichen Segen des oberärztlichen Chefschamanen Jörg-Dietrich Hoppe, seines Zeichens Einäugiger unter den Blinden und Präsident der Bundesärztekammer, der mutig mit einem Irrtum der Aufklärung bricht: »Medizin ist keine Wissenschaft«. Und der Mann hat recht. Medizin ist reine Marktwirtschaft. Ganz sanft, alternativ und so natürlich.