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Wild

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Wild ist der Sammelbegriff für jagdbare Tiere. Darunter fallen nicht nur Hasen, Fasane, Hirsche usw., sondern auch Stubenfliegen, Nachbars kleiner Drecksköter und Kopfläuse. Da die Liste somit schier unerschöpflich ist, beschränkt sich dieser Beitrag auf die populären Wildarten und klärt gleichzeitig die häufigsten Missverständnisse auf.

Wildarten[Bearbeiten]

Waldzerstörer[Bearbeiten]

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Der gemeine Waldzerstörer, früher auch Reh genannt, heißt so, weil es praktisch unmöglich ist, über dieses Tier irgendeine Information zu bekommen, die nicht im vorauseilenden Gehorsam mit Nachdruck darauf hinweist, dass das Rehwild gar garstige „Verbisschäden“ verursache und gesunden Wald gleich hektarweise in eine atomare Wüste verwandle. Nur wenige subversive Spinner behaupten noch, dass nicht das Rehwild überhand nimmt, sondern schlicht dessen Lebensraum weniger wird. Das Reh gibt es seit ca. 2.000.000 Jahren und es grenzt daher an ein Wunder, dass es trotz seiner zerstörerischen Fressgier auf Bäume, es bis heute nicht geschafft hat, den Wald komplett zu fressen. Der Mensch schafft das seit ca. 200.000 Jahren weitaus besser. Der Staatsförster existiert dagegen erst seit ein paar Jahrzehnten und schaffte es, ganze Waldgebiete voller edler Eichen in tote Kiefernöden zu verwandeln, weniger aus Liebe zur Natur als zum Geld.

Das Synchronfassungs-Reh[Bearbeiten]

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Das Synchronfassungs-Reh hat seinen Namen daher, weil es lediglich in den Drehbüchern deutscher Synchronfassungen US-amerikanischer Filme existiert: In diesen Filmen ist immer dann von einem „Reh“ die Rede, wenn eigentlich der amerikanische Weißwedel-Hirsch gemeint ist - der im Original Whitetail Deer oder einfach Deer heißt, aber aus Faulheit, Ignoranz oder sonstigen Gründen stets mit „Reh“ übersetzt wird. Das ist umso beknackter, weil es in Amerika gar keine Rehe gibt!

Die Synchronisateure gehen jedoch davon aus, dass der durchschnittliche Kinobesucher/Fernsehzuschauer zu blöd ist, das zu wissen - geschweige denn zu merken, dass das „Reh“ im Film überhaupt nicht aussieht wie ein europäisches Reh. Der Oberbegriff „Synchronfassungs-Reh“ umfasst mehrere exotische Tiere, darunter auch den Schwarzwedel-Hirsch (Blacktail Deer) sowie den Maultierhirsch (Mule Deer), die ebenfalls keine euröpäische Rehe sind und auch nicht so aussehen.

Der Dauerröhrer[Bearbeiten]

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Der Europäische Rothirsch röhrt. Wenn es nach einschlägigen Darstellungen geht, röhrt er ununterbrochen. Dabei beschränkt sich sein Röhren im wahren Leben auf nur ungefähr zehn Tage im Jahr, nämlich auf die Brunftzeit. Erstaunlicherweise wird er niemals anders dargestellt als röhrend. Egal ob als Statuette, Kitschgemälde oder sonstwie - stets röhrt das Vieh!

Der Grund, warum der Mensch den Hirsch nur während der Brunft für darstellungswürdig hält, liegt wohl darin, dass das Tier außerhalb dieser Zeit ausschließlich mit seinen gleichgeschlechtlichen Kumpels zusammenlebt - sprich: Der Rothirsch ist ein schwuler Pflichthetero. Eine solch unerhörte Tatsache ist in den eher spießigen Kreisen, die auch als Zielgruppe für billigen Jagdkitsch in Frage kommen, natürlich absolut inakzeptabel. Da hilft auch kein „Nobody is perfect“.

Der Überraschungs-Elch[Bearbeiten]

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Wenn ein Amerikaner erzählt, er habe gerade einen „fuckin' big elk“ erlegt, denkt Otto-Treudeutsch in aller Regel an einen dieser monströsen Schaufelbagger auf Stelzen - einen Elch eben. Falsch gedacht: Wer einen solchen Elk in Natura sieht, wird merken, dass das Vieh zwar monströs groß ist, aber keine Schaufeln hat, sondern ein Geweih, das aussieht als hätte es 20 Minuten lang bei 1000 W in der Mikrowelle gelegen.

Der Elk ist mit dem echten Elch zwar relativ nahe verwandt, ist aber eben keiner (nee, wirklich nicht) und heißt auf Deutsch denn auch Wapiti-Hirsch. In Zweifelsfällen sollte ein Elchtest durchgeführt werden.

Der Popkultur-Schaufler[Bearbeiten]

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Der Popkultur-Schaufler, oder auch Elch (amerikanisch: moose) aber nicht Karibu genannt ist die einzige Hirschart, die auch außerhalb von Jägerkreisen auf ein gewisses Interesse stößt: Bekanntgeworden durch seine Verwendung als Versuchstier in der Automobilindustrie, ziert der Elch als populäre Ikone Möbelhäuser und Radiostationen.

Auch in die Umgangsprache fand der Elch Eingang: „Ich glaub mich knutscht ein Elch“ steht für die Verwunderung angesichts eines unerwarteten Ereignisses, wie das Vorfinden einer sauberen Bahnhofstoilette oder die Begegnung mit einem freundlichen Beamten. "Du Elch!" hingegen ist weniger positiv belegt; man könnte es als Schimpfwort verstehen.

Die Jägersprache[Bearbeiten]

Nicht zu verwechseln mit dem Jägerlatein, ist die Jägersprache eine Sammlung von Begriffen und Ausdrücken, die anstelle der in der normalen Bevölkerung üblichen Definitionen verwendetet werden. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen erkennen sich die Jäger dadurch untereinander wieder, was enorm wichtig ist, damit sie sich nicht aus Versehen gegenseitig abknallen (weil man den Kumpel irtümlich mit einem Wildschwein oder einem Spaziergänger verwechselt hat). Zum anderen möchte man allzu garstige Begriffe wie „Blut“, „töten“ usw. durch wohlkingendere Wörter ersetzen. Manche Jäger behaupten auch, dass die Jägersprache präziser sei.

Tatsächlich sprechen zum Beispiel ungebildete Durchschnittstypen von den „Hörnern“ des Rehs, was gebildete Druchschnittstypen als bescheuert empfinden, da das Rehgeweih biologosch nicht mit Hörnern, beispielsweise denen einer Kuh oder Ziege, gleichzusetzen ist. - Nur, wenn der Jäger dann einfach von einem „Gehörn“ spricht, ist das genauso beknackt.

Nachfolgend die wichtigsten Begriffe und deren Bedeutung:

  • Ansprechen
Ein Stück Wild identifizieren (Was ist es: Reh? Hirsch? Schwiegermutter?) und ins Visier nehmen („Sein oder nicht sein... “ usw.).
Dieser Ausdruck ergibt insofern einen Sinn, als dass der Jäger per Zielfernrohr mit dem Wild kommuniziert.
  • Schweiß
Blut. Ja, damit ist Blut gemeint. Aber „schwitzen“ klingt nicht so dramatisch.
  • Rotfährte
Blutverschmiertes, niedergetrampletes Gras und Gebüsch weist den Weg zum angeschossenen Wild.
  • Feuchtblatt
Das Geschlechtsteil weiblicher Rehe.
  • Ausweiden
Die Gedärme herausreißen. Nein, nicht bei lebendigem Leibe. Zumindest meistens nicht.