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Kolosseum

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Kolosseum ist das lateinische Wort für "Sportplatz". Ein Kolosseum war in der Antike der einzige Ort, an dem sich Personen aller Gesellschaftsschichten einträchtig nebeneinander aufhalten konnten, ohne dass diskriminiert oder verhöhnt wurde. Es gab in nahezu jeder größeren Stadt eins, auch wenn heutzutage mit "Kolosseum" in 99% der Fälle das in Rom gemeint wird. Ein Kolosseum ist am ehsten mit heutigen Fußballstadien zu vergleichen (bzw. Football- und Baseballstadien der Amerikaner). Die Arten der Veranstaltungen unterschieden sich aber deutlich von den heutigen. In der Antike ging es ausschließlich darum, Menschen im Kolosseum sterben zu sehen.

Das Kolosseum in Rom war das größte und meistbesuchte Kolosseum der Antike

Aufbau[Bearbeiten]

Ein Kolosseum ist ein meist runder, mehrstöckiger Bau. Die runde Form stellte sicher, dass auch jeder Zuschauer eine faire Chance hatte, das auf dem Kampfplatz stattfindende Gemetzel beobachten zu können. Um den großen Andrang an Besuchern zu bewältigen, wurde das Gebäude mehrstöckig errichtet, so dass tausende von Personen das Spektakel sehen konnten.

Tribünen[Bearbeiten]

Die Tribünen bestanden meist aus hintereinander liegenden, nach hinten höher werdenden Steinklötzen. Gesessen wurde aber nur selten, da man im Stehen viel besser anfeuern und "den-Tod-wünschen" kann. Wer doch sitzen wollte, musste sich ein eigenes Sitzkissen mitbringen
Richtige Stühle waren nur auf den V.I.P.-Plätzen zu finden. Auf diesen befanden sich meist ranghohe Aristokraten, Ehrengäste und die Gladiatorenbesitzer. Diese hatten auch einen seperaten Eingang sowie einen Sicherheitsdienst, der verirrte Besucher zu den billigen Plätzen verwies oder diese auch hin und wieder direkt in die Arena geleitete.

Katakomben[Bearbeiten]

Die Gladiatorenunterkünfte waren sehr spartanisch gehalten

Die Katakomben waren für das normale Publikum Sperrgebiet. Dort waren die Zellen für die Gladiatoren sowie die Käfige für die Tiere, die zur reinen Befriedigung der Blutgier der Besucher hier auf ihren Tod warteten.
Gladiatorenunterkünfte waren nur mit dem notwendigsten bestückt: Bett, Toilette, abschließbare Türe und was am wichtigsten war: einem Gladiatoren. Ausserdem befanden sich dort Waschräume, Vorratsräume, sowie eine Küche und ein Lazarett für Gladiatoren. Auch die Waffen wurden hier gelagert.
Gerüchten zufolge soll es auch komfortablere Zellen gegeben haben, in denen die Gladiatoren ihr in der Arena verdientes Geld gegen sexuelle Dienstleistungen eintauschen konnten. Da diese Prostituierten meist Eigentum des Kolosseumbetreibers waren, konnte man sich das von den Gladiatoren verdiente Geld anschließend wieder in die eigene Tasche stecken.

Arena[Bearbeiten]

Die Arena war der Kampfplatz in der Mitte des Kolosseums. Hier kämpften Menschen und Tiere zur Belustigung der Zuschauer um ihr Leben, welches sie auf jeden Fall früher oder später verloren.
Der Boden war mit Sand bedeckt, da dieser das Blut gut aufsaugte und dann einfach entfernt werden konnte (ähnlich heutigem Katzenstreu).

800px-Bockwurst .jpgMerchandising- und Essensstände[Bearbeiten]

Vor allem Alkohol war beim Publikum sehr begehrt

Da Veranstaltungen oft über den ganzen Tag gingen, musste natürlich auch für das leibliche Wohl der Zuschauer gesorgt werden.
Duzende von Essen- und Getränkeständen waren in den Gängen des Kolosseums zu finden um den Zuschauern völlig überteuerte und dazu noch ungesunde Nahrung anzudrehen. Spezielle Delikatessstände hatte die Erlaubnis, das Fleisch der in der Arena getöteten Tiere (und manchmal auch Menschen) an Ort und Stelle zu verarbeiten, zuzubereiten und an den Mann (oder die Frau) zu bringen.
Den meisten Gewinn erzielten jedoch die Alkoholstände. Viele Besucher betranken sich nicht nur selbst, sondern spendierten auch ihren Sitznachbarn den ein oder anderen "vino rosso" um ihren Wohlstand zu zeigen (der jedoch nicht für einen V.I.P.-Platz reichte). So kam es, dass nicht selten ein Kolosseumsbesuch damit endete, dass nicht nur in der Arena Menschen starben, sondern sich betrunkene Zuschauer auch gegenseitig auf der Tribüne umbrachten.
Ebenfalls gut verdienten Souvenirverkäufer. Sie kauften billig die kaputte Ausrüstung der gefallenen Gladiatoren und verkauften diese an Fans. Hin und wieder wurden auch abgetrennte Körperteile als Souvenier verkauft, dies geschah jedoch nur unter dem Ladentisch.

Emblem-money.svg.pngWettbüros[Bearbeiten]

Gut betuchte Bürger hatten die Möglichkeit vor einem Kampf auf den Ausgang ebenjenes zu wetten. Manch einer verschuldete sich bei den Wetten dermaßen, dass er einen Job als Gladiator annehmen musste um seine Schulden abzuarbeiten.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der römische Bürger war anspruchsvoll und erwartete Abwechslung

Gladiatorenkämpfe[Bearbeiten]

Wie auch heute noch vor Boxkämpfen üblich, provozieren sich die Gegner vor dem Kampf mit lässigen Sprüchen Drohungen
Auch Frauen versuchten sich hin und wieder als Gladiator...meistens erfolglos

Gladiatorenkämpfe waren die am meisten verbreitete Unterhaltungsart in der Antike. Kein Wunder, Gladiatoren waren meistens Sklaven. Und Sklaven hatte man mehr als genug. Man kaufte billig einen Schwächling und trainierte ihn unter Einsatz von Peitsche und Blut (seinem eigenen) in kürzester Zeit zu einem Supersoldaten. Hätten die Römer all ihre Soldaten so gut ausgebildet wie ihre Gladiatoren, dann würde ihr Weltreich noch heute bestehen.
Es gab verschiedene Arten von Gladiatoren: Manche kämpften mit Dreizack und Netz, andere mit Schwert und Schild oder zwei Dolchen. So sollte dem Zuschauer Abwechslung geboten werden und jeder Kampf aufs neue spannend werden.
Die Bewaffnung der Gladiatoren war ausgeklügelt: Jeder Gladiatorentyp hatte einen Gegnertyp, dem er über- und einen, dem er unterlegen war
Der bekannteste und beliebteste Glatiator im alten Rom war zweifellos Spartacus. Als er jedoch beschloss das Kolosseum zu verlassen und statt Gladiatorenkollegen lieber echte Römer abzuschlachten, verlor er schnell an Beliebtheit, seine Bekanntheit hingegen stieg weiter.

Christen gegen Löwen[Bearbeiten]

Hin und wieder lief nicht alles nach Plan. Dem Publikum gefiel es trotzdem

Nachdem sich das Christentum immer weiter ausbreitete und langsam zu einer echten Gefahr für die römische polytheistische Religion wurde, kam man auf die Idee Christen als Lebendfutter zu verwenden. So sanken die Futterkosten für die Löwen und das Publikum stömte auch zur Fütterungszeit in das Kolloseum um sich das Spektakel anzusehen und nebenbei die Einnahmen der Händler dort zu erhöhen. Damit für die Löwen keine Gefahr bestand (man brauchte sie für spannendere Kämpfe), wurden die Christen unbewaffnet in die Arena entsand. Aber selbst bewaffnet wären sie keine Gefahr für die Löwen gewesen, da sie versuchten durch Gebete an ihren Gott gerettet zu werden und Gewalt (selbst gegen Tiere) strikt ablehnten.

Gladiatoren gegen wilde Tiere[Bearbeiten]

Gab es einen Überschuss an Gladiatoren, lies man sie mit mangelhafter Ausrüstung gegen wilde Tiere kämpfen. Gab es einen Überschuss an Tieren, lies man sie gegen erstklassig ausgerüstete Gladiatoren kämpfen. So konnte man effektiv Futterkosten für Gladiatoren und Tiere sparen und dem Publikum eine weitere Form von sinnlosem Blutvergießen bieten.

Tiere gegen Tiere[Bearbeiten]

Da das Publikum Abwechslung erwartete, lies man hin und wieder auch verschiedene Tiere gegeneinander kämpfen. Es kämpften z.B. Löwen gegen Tiger gegen Nashörner gegen Elefanten gegen Krokodile. Die Tiere wurden oft wochenlang tausende von Kilometern durch das römische Reich transportiert, nur um dann in wenigen Minuten zur Belustigung der Zuschauer zu sterben.

Seeschlacht[Bearbeiten]

Seltene Aufnahme der ersten und einzigen Seeschlacht im Kolosseum

Eines Tages kam Kaiser Nero auf die Idee, die Arena fluten zu lassen um einer Seeschlacht beiwohnen zu können, ohne Rom verlassen zu müssen.
Zuerst wurde der Arenaboden wasserdicht versiegelt. Dann wurde einige Schiffe gebaut und zu guter letzt mussten Sklaven die Arena mit abermillionen Eimern Wasser füllen.
Dieses wahnwitzige Vorhaben sprach sich im ganzen römischen Reich umher und zog zehntausende zusätzlicher Besucher aus allen Teilen des Reichs an.
Die Schlacht erwies sich als weniger spektakulär als erwartet. Sobald ein Schiff unter der Wasserlinie von einem andern Schiff gerammt wurde, lief es voll mit Wasser und versank samt Besatzung (die 1. nicht schwimmen konnte und 2. selbst wenn sie es gekonnt hätte durch die schweren Rüstungen unter Wasser gezogen woren wären)
Das Publikum war enttäuscht und drohte zu revoltieren, als nach kurzer Zeit nur noch zwei der ursprünglich zehn Schiffe vorhanden waren und es noch keine nennenswerten Kampfhandlungen gab. Doch ihre Meinung änderte sich schnell, als eins der verbleibenden Schiffe mit einem Brandsatz das Munitionslager des anderen Schiffes entzündete und dieses in einem gigantischen Knall zerstört wurde. Die Körper der Matrosen auf dem zerstörten Schiff flogen bis in die obersten Ränge der Tribünen und entfachten dort ein riesiges Freudenfest.
Doch die vor Freude hüpfenden Zuschauer waren zuviel für das Kolosseum: Ein riesiger Teil einer Tribüne brach zusammen und verschüttete tausende Besucher. Ausserdem wurde die Wand der Arena beschädigt, so dass sich das ganze Wasser in die Straßen Roms ergoß. Roms Straßen waren danach zwar so sauber wie nie zuvor, trotzdem verzichtete man auf weitere Seeschlachten im Kolosseum.

Öffentliche Hinrichtungen[Bearbeiten]

Hin und wieder kam es vor, dass Sklaven und Verbrecher bei denen es sich nicht lohnte, sie zu Gladiatoren zu machen und die zudem nichtmal als Löwenfutter taugten, öffentlich in der Arena hingerichtet wurden. Diese öffentlichen Hinrichtungen waren dem Durchschnittszuschauer zu langweilig, so dass man die Hinrichtungen als "Kinderprogramm" umfunktionierte. Clowns brachten die Kinder zum Lachen, indem sie z.B. vorgaben über ihre viel zu großen Schuhe zu stolpern und dabei versehentlich den Verurteilten enthaupteten.

Wissenswertes[Bearbeiten]

  • Mussolini wollte das Kolosseum wiedereröffnen, um dort Kommunisten als Gladiatoren kämpfen zu lassen. Er hatte aber kein Geld um das Kolosseum zu renovieren und so geriet der Plan schnell wieder in Vergessenheit.
  • Das Kolosseum dient hin und wieder als Drehort für z.B. die RTL-Serien "Die Bauretter" und "Einsatz in 4 Wänden".
  • Würde Italien die Marmorblöcke aus denen das Kolosseum besteht verkaufen, wäre das Land schuldenfrei.
  • Berlusconi hat vor zwei Jahren das Kolosseum gekauft und will es zu seinem persönlichen Mausoleum umbauen.