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Marcel Reich-Ranicki

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Datei:Reichraniki.mp3

Blaue Krawatte und blaues Hemd passen nicht zusammen. Das wird man ja wohl noch kritisieren dürfen.

Marcel Reich-Ranicki (geb. Marcel Arm-Ranicki); * 2. Juni 1920 in Włocławek, † 18. September 2013 in Hamburg, war ein lustiger knuddeliger Erzählopa, Berufskritiker und Deutschlands bedeutendster Buchsortierer.

Leben[Bearbeiten]

Das war nicht immer so. Früher in seinem Leben war er weder lustig, noch Opa, und auch nicht bedeutend. Aber Bücher sortiert hat er schon immer gern. Schon im Alter von elf Jahren sah er das Telefonbuch seiner Heimatstadt aufmerksam durch und schrieb darüber in einem Aufsatz: "In diesem Werk ist einmal die Sprache des Erzählers seinem Stoff, seinen Motiven und seinen Figuren vollkommen angemessen". Sein Lehrer hatte kein Verständnis für diese Formulierung und ließ ihn nachsitzen. Der kleine Marcel erkannte sofort, dass dem Lehrer seine kritischen Worte nicht passten - wahrscheinlich deshalb, weil der Lehrer ja in dem Buch selber vorkam und sich persönlich angegriffen fühlte.

Reich-Ranicki steht in einer langen Tradition von Kritikern. Hier ein Bild des Kirchenkritikers und Vorfahren Stanislaus von Reichs wegen Ranicki

Und bereits im Alter von elf Jahren beschloss Marcel, dass ein Kritiker gnadenlos sein muss und keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten mimosenhafter Literaten nehmen darf.

Reich-Ranicki entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Intellektuellen und Literaturexperten. Bei den meisten Autoren war er zeitlebens extrem unbeliebt. Das ist kein Wunder, wenn man Sätze bildet wie "Die meisten Schriftsteller verstehen von Literatur so viel wie ein Vogel von der Ornithologie." Eine schönere Metapher hätte auch ein Ornithologe nicht schmieden können. Aber den Literaturkritikern geht es dann natürlich auch wie den Vogelkritikern, sie werden mit Taubendreck und faulen Eiern besudelt, Ornithologie hin oder her. Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich. Reich-Ranicki nahm sich früher oder später das gemeinsame Pseudonym mit Norbert Sternmut, namens Thomas Mann, worin er sich auch immer wieder selbst lobte.

Jahrzehntelang schrieb Reich-Ranicki für die FAZ und die ZEIT und rechnete mit der gesamten deutschsprachigen Schriftstellerbagage ab. Irgendwann war ihm das zu langweilig und er wollte ins Fernsehen. Leider war das Fernsehen an lustigen kleinen Literaturkritikern gerade überhaupt nicht interessiert. Deshalb musste sich Reich-Ranicki ein paar besondere Showeffekte ausdenken. Er verwandelte sich in eine Art Muppet, das wie ein nasser Sack in einem Sofa sitzt und nur zum Sprechen den Unterkiefer bewegt. Zusätzlich kultivierte er einen scheußlichen Akzent und ein peinliches Lispeln. Das Ergebnis war härter als Rudi Carrell und Heinz Schenk zusammen und brachte ihm sofort einen langfristigen Fernsehvertrag.

Reich-Ranicki bei der Zurückweisung irgendeiner Ehrung, wahrscheinlich zum Schlipsträger des Jahres

Seine populärste Fernsehsendung war das Literarische Quartett. Hier durfte er mit drei Statisten zusammen stundenlang Karten spielen. Ziel der Sendung war es, möglichst viele der Statisten heraus zu ekeln. Meist gelang ihm das nach einigen Stunden, und er beendete die Sendung mit dem berühmt gewordenen Brecht-Zitat "So sehen wir betroffen den Vorhang zu und alle Fragen offen."

2001 kehrte Reich-Ranicki dem Fernsehen den Rücken und wandte sich wieder dem geschriebenen Wort zu, wobei er etwas Mühe hatte, den Akthent beim Schreiben wieder losthuwerden. Nun verfasste er sein Lebenswerk, den Kanon lesenswerter Bücher. Hierin erklärt er allen Deutschen, was sie zu lesen haben und was nicht. Das hört sich im ersten Moment etwas rabiat an, aber tatsächlich ist es doch eine große Erleichterung: statt sich durch die Hunderttausende lieferbarer Bücher durch zu arbeiten, braucht der Ranicki-Kunde nur ein paar hundert bedeutende [[Werk]e] zu lesen und kann den Rest weg werfen.

2008 kam es zu einer wilden Verfolgungsjagd zwischen Thomas Gottschalk und Reich-Ranicki. Gottschalk wollte Reich-Ranicki den deutschen Fernsehpreis verpassen, und Reich-Ranicki versuchte verweifelt, ihm zu entkommen. Letzten Endes konnte der gebrechliche Entertainer den agilen Literaturpapst natürlich nicht erwischen, und Reich-Ranicki erklärte dem staunenden Publikum, dass er das Fernsehen schon immer unglaublich doof gefunden hätte. Auf die Frage, warum er denn in den neunziger Jahren selber so oft im Fernsehen gewesen sei, sagte Reich-Ranicki: "Ich möchte niemanden kränken, niemanden beleidigen oder verletzen, nein, das möchte ich nicht. Aber ich möchte auch ganz offen sagen: Ich war jung und ich brauchte das Geld!". Einen ähnlich medienwirksamen Abgang aus dem Rampenlicht vermochte anschließend nur noch der unbekannte Musiker Andreas Kümmert Jahre später zu vollbringen.

Wichtige Literaturkritiken[Bearbeiten]

Über Dieter Bohlens Nichts als die Wahrheit[Bearbeiten]

Es gab gesterrn und ess gibt heute in Deutschland und anderrswo bedeutenderre Lührriker und originellerre Komponisten. Ess gahb und gibt besserre Sähngerr und besserre Gitarristen. Selbstverrstähnd!lich. Nurr lässt sich Bohlen wederr einorrdnen nooch auf ein Fach festlegen. Err passt in kein Schehma und in keiine Schublade. Man kann ihn nicht ätikettierren, er sprrengt jedden Rahmen und ist sehrr wohll ein militanterr Musikerr und ein frröhlicher Volksrredner, ein Prrediger und! ein Pamphletist, er ist ein Conferencier und ein Kabarrähttist, ein Schalk und ein Showmasterr.

Über Boris Beckers Augenblick, verweile doch[Bearbeiten]

Beckerrss „Fausst“, das bedeutendste, das schönste Werrkk! in deutscherr Sprrache? Jiaah, damit bin ich gerrne einverrstanden.

Über die Rechtschreibreform[Bearbeiten]

Die Tatthache, dath in dem Wort "Lithpeln" immärr noch ein "th" vorrkommt, itht ein Thkandal und eine Rrückthichthlothigkeit, die ihrräthgleichen thucht.

Siehe auch[Bearbeiten]