Wahlkampf

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Man wählt kein Programm, sondern Gesichter?

Der Wahlkampf ist ein spektakuläres Naturschauspiel, welches in demokratischen Ländern beobachtet werden kann. Meistens findet es in einem Zyklus von 4-5 Jahren statt, gelegentlich auch mal jährlich (s. Hessen).

Wahlkampf ist eigentlich vom Wortsinn her ein Begriff, dessen Bedeutung sich nicht von alleine sinnvoll erschließt. Er besteht aus den beiden Silben "Wahl" und "Kampf". Das Wort "Wahl" erscheint angesichts der Auswahl zwischen Pest und Cholera wie ein perfider Witz. Das Wort "Kampf" wiederum suggeriert zwar, dass es hier zu Handgreiflichkeiten und Gewalt kommt, aber in Wirklichkeit handelt es sich um lächerlich langweilige Veranstaltungen, bei denen die Beteiligten erfolglos versuchen, die gegnerischen Parteien durch Hasstiraden herabzuwürdigen und sich selbst in höchsten Tönen zu beweihräuchern. Wahlkampf müsste daher eigentlich Stimmenfangsfarce heißen, das klang den Politikern aber nicht seriös genug.

Viele Tageszeitungen berichteten bereits von der zaghaften Zurückhaltung in dieser eigentlich entscheidenden Phase. Eine repräsentative Befragung unter der Wählerschaft hat ergeben, dass sich die Bürger mehr Kampf wünschen würden. Am liebsten würden sie die jeweiligen Kandidaten auf dem Rummelplatz in einen Ring steigen und im K.O.-System gegeneinander antreten lassen. Wer dann nach 12 Runden gnadenlosen Boxens noch übrig ist, hat sich den Einzug ins Parlament redlich verdient. Das dumme Gelaber drumherum interessiert sowieso keine Sau, nicht zuletzt weil ohnehin keiner der Politiker sich nach der Wahl noch an seine Versprechen erinnert. Eine Dezimierung der Parteiangehörigen durch sportliche Violenz wäre nicht nur unterhaltsamer als seinen Sonntag dafür zu opfern, einen Zettel in eine Urne zu stecken, sondern auch für kommende Generationen ein Gewinn.

Zweck[Bearbeiten]

Der Zweck der einzelnen Parteien, die bei diesem Spektakel zusammentreffen, ist es, die Wähler davon zu überzeugen, dass sie die beste Partei sind. Dabei wird nicht lange nachgefragt, sondern gleich mit Propagandamaterial (z. B. Kugelschreiber, Luftballons, Jojos, Lieder) herumgeschmissen, bis der Wähler nicht mehr weiß, wie überhaupt ein Kreuzchen zu machen ist.
Der Wähler kommt in einen klaren Interessenskonflikt: Wer hat die schöneren Werbegeschenke gemacht? Findet man den Kuli von der CDU besser oder die Tulpe von den Grünen? Machen einen die Gummibärchen der FDP glücklicher als das Windrädchen von der SPD? Das Ergebnis ist meist ernüchternd und spiegelt sich in einer niedrigen Wahlbeteiligung um die 40 % wieder.

Ort[Bearbeiten]

Im Prinzip kann man nicht genau sagen, wo ein Wahlkampf stattfindet, denn es wird fast überall um die Gunst der Wähler geworben. Gelegentlich sieht man trotzdem die Spitzenpolitiker der einzelnen Parteien in kleinen Orten wie Leer oder Eisenach. Meistens hängen die ganz großen Tiere jedoch irgendwo zwischen Hannover und Berlin herum, um für sich zu werben und allen mitzuteilen, was eh schon jeder weiß: Der andere Kandidat ist eh blöd und völlig inkompetent.

Bühne[Bearbeiten]

Auf den Bühnen schwingen die Politiker ihre Reden. Sie wollen dadurch beachtet werden und genügend Wählerstimmen für den Einzug in den Bundestag erhalten. Meistens gehören diese Wesen einer Partei an, die jeder kennt, nur ganz selten finden sich politisch Unabhängige wieder.

In als TV-Duellen bezeichneten Shows geht zwischen zwei Politikern unterschiedlicher Meinung meistens die Post ab. Hier Oskar Lafontaine bei der Debatte mit Bündnis90/Den Grünen

Radiostationen[Bearbeiten]

An solchen Orten veranstaltet man Reden, die live per Funk und Fernsehen übertragen werden. Sie dienen dazu, die unentschlossenen Wähler auf ihre Seite zu ziehen. Die eigentliche Hauptrolle spielen hierbei die so genannten Meinungsforscher. Sie kennen die Meinung der Wähler und wissen daher, was diese hören wollen. Deshalb flüstern sie dem Politiker als Drahtzieher hinter allem alles ins Ohr, was er sagen soll(te).

TV-Shows[Bearbeiten]

In TV-Duellen lassen völlig unwissende öffentlich-rechtliche Fernsehsender die ganzen Politiker zügellos aufeinander losgehen. Nachdem das Schlachtfeld nach einer meist 90-minütigen Debatte geräumt wurde, erklärt jeder Teilnehmer sich selbst zum Sieger und geht mit voller Hoffnung in die anstehende Wahl, wo man dann merkt, dass die Einschaltquote bei 1 % lag.

Ein ganz besonderes Highlight kommt aus den USA und nennt sich vorausschauend Kanzler-Duell.

Jahreszeit[Bearbeiten]

Ebenso wenig wie den Ort kann man auch keine genaue Jahreszeit bestimmen, aber die meisten Wahlkämpfe finden dann statt, wenn es in den entsprechenden Tagungssälen wie dem Bundestag oder aber auch im Kieler Landtag zu Auseinandersetzungen und Reibereien kommt. Die alles verursachende Partei geht dann meist mit einem schlechteren Wahlergebnis in die nächste (verkürzte) Legislaturperiode. Gelegentlich kommt es auch mal vor, dass sich Politiker und deren Parteien vertragen und ein reguläres Ende der Koalition abwarten.