Hauptgefreiter

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Hauptgefreiter, auch „Dem Stuffz seine hässliche Alte“ oder „Scheiß Schleimer“ genannt, ist ein Spaß-Dienstgrad bei der deutschen Bundeswehr. Für den regulären Wehrdienstleistenden ist dieser Rang inzwischen, auf Grund verkürzter Dienstzeit, kaum noch erreichbar, außer durch eine Behandlung mit Schlammpackungen und Angstlösern oder einem Iron-Man-Training.


Ernennung

Herr Hauptgefreiter wbl. - noch so ein Spaß-Dienstgrad.

Da der HG bei den (gerade eben noch gleichrangingen) Stubenkameraden rein gar nichts zu melden hat bzw. eine in die Fresse[1] kriegt, wenn er es übertreibt, ist Hauptgefreiter an sich gar kein Rang. Es handelt sich eher um eine Dienststellung.
Die eigentliche Beförderung ist ein alter deutscher Soldatenbrauch:
Am Ende eines Jahrgangs ist der einstige Madenklumpen zu einem vorschriftsgemäßen und selbsttätigen Gesamtorganismus verschmolzen. Den Unteroffizieren, denen es wieder mal gelungen ist, wenigstens die delikatesten Verstöße gegen die Dienstvorschrift vor den Zugführern und „dem Alten“ zu vertuschen und somit die Wehrfähigkeit sicher gestellt haben, ist im Uffz-Heim so langweilig, dass sie sich nach den Psychospielchen und Manipulierungen aus der letzten Grundausbildung sehnen. Um sich noch einen letzten Spaß zu erlauben und noch ein letztes Mal einen „Private Paula“ zu erschaffen, überreden die Unteroffiziere den Spies, ein, zwei verdiente Mannschaftsdienstgrade irgendwie zur Beförderung zu bringen.[2]
Die neuen HG's werden dann mit Ehre bringenden Aufgaben betraut und platzen fast vor Stolz darüber, dass sie machen dürfen, worauf beim Bund eh alle scharf sind, nämlich einen LKW-Führerschein.

Verwendung

Der Hauptgefreite ist in heutiger Zeit nur noch ein Mythos. Wehrdienstleistende werden aktuell während des aktiven Dienstes nur sehr selten zu HG's ernannt und der Dienstgrad gilt höchstens noch als Durchgangsstation zum, an sich gleichwertigen, Unteroffizier. Das Zentrum Innere Führung wird den Dienstgrad in den nächsten Jahren im „Obergefreiten“ (den eh jeder bekommt) aufgehen lassen. Dies ist eine Reaktion auf den verbotenen, aber weit verbreiteten zivilen Gebrauch des HG und die damit verbundene Amtsanmaßung.
Spricht man mit ehemaligen Wehrdienstleistenden, fällt schnell auf, wie viele Spezialeinheiten es bei der Bundeswehr offensichtlich gibt. Fast jeder Abgänger weiß wahre Horrorgeschichten von martialischen Ausbildungsmethoden zu erzählen, wie etwa: „mit dem Baumstamm zehnmal um die Aschenbahn“, „runter und 150 pumpen“, „Um die Häuser-Kampf“ oder tägliches „20 Bahnen Kampftauchen“, dass es dem gemeinen Green Beret, Speznas oder Fremdenlegionär Angst und Bange wird. Selbst bei der Nachschub-Truppe muss man vor dem Frühstück schon mal- mit dem Gesicht im Schlamm, einen Kartoffelsack über die Rödelbahn zerren, bis einem der Kamm schwillt. Ganz egal ob der ganze Himmel voller Fotzen hängt.[3]
Um diese Aufopferung für das Vaterland entsprechend zu würdigen, verleihen sich nicht wenige GWD's posthum den HG, was meist schwer zu belegen ist, da die Ernennungsurkunde oft als „im Spind vermisst“ gemeldet wird.

Außerdienstliche Dienststellung

Ohne Fahrbefehl läuft gar nichts.

Jedem Angehörigen der Bundeswehr ist klar, dass es bis zum Ende der Dienstzeit keinen Dienstschluss gibt sondern höchstens Dienstpausen, in denen der HG aber auch stets dienstbereit sein muss:

Vor Dienstantritt glaubte Olli noch er würde die Wochenendheimfahrten einarmig in seinem aufgemotzten Opel Corsa mit der Riesentheke und der Schürze die jeden CW-Wert gegen undendlich tendieren lässt, zurück legen. Die Karre, für die er seine ganze Lehre über gespart hatte steht jetzt aber im Hof der Eltern seiner zunehmend unterforderten Freundin Jenny. Jenny braucht den Wagen.
Sie holt ihn freitags immer am Bahnhof ab. Sie öffnet Olli ostentativ miesmutig die Beifahrertür bevor sie ihm ihre Zunge in den Hals schiebt. Das wird ihn leicht ablenken von dem ruinenhaft zerschrappten Frontspoiler. Der war kürzlich zu Bruch gegangen, als sie David, Ollis alten Lehrkumpanen aus der Zimmerei (der mit den stinkigen Dreads), auf dem Schotter vor der örtlichen Grillhütte ein paar Drifts machen lies.
Was sie regelmäßig so richtig runter bringt, ist der unangenehme Geruch der von Ollis Gerödel ausgeht. Dieser erinnert sie nämlich jedesmal an die ewigen Sommerurlaube mit den Eltern und die Campingsachen die ihr korrekt gealterter Vater schon im beginnenden Frühjahr omenhaft zum Lüften aufhängt. Sie freut sich ja schon irgendwie auf das Wochenende mit dem wehrfähig gestählten Hauptgefreiten. Es macht sie aber krank dass sie nicht weiss wie sie diesen Gestank aus ihrem Auto wieder rauskriegen soll. Jenny sieht den dummen Mann verachtend von der Seite an. Als er anfängt stolz irgend etwas wie stvWH im MunLag oder Herrengedeck im Uffzheim zu verkünden, lenkt Jenny Ollis Blick auf die Smoothieflasche die sie zwischen ihre Beine geklemmt hatte, dreht das neue Album von Peaches lauter und denkt an Sonntag Abend.[4]

Vorschriften

1. → „DV 235 - Vs-NfD: Feierabend-Verhalten aller Truppen“; Abschnitt 17.00: Kameradschaftliches Verhalten vor dem Kasernentor.
2. → „Kein Bund fürs Leben II - Hätt ich das doch gleich gewusst.“; Regie: Sylvester Gutberg; U.v.D.-Film Berlin, Deutschland 2009.
3. → „Der HG - Gefühlter Rang und Kompanie-interne Realität“; Forschungsamt Dienstmigradtion; Koblenz-Metternich, August 2006.
4. → „Der Mann kämpft“; Sibylle Berg; Kippendreher und Bitsch/Edition Hurkamp, 2009

Fast in Schußweite
Wie kommt denn der da hin?