Cheater

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Der Cheater (engl. für Betrüger, Schwindler oder Christian Wulff) war ein Phänomen im Bereich der Computerspiele. Gemieden von Mitmenschen versuchte er sein Ego regelmäßig durch kleine Betrügereien aufzupolieren. Aus diesem Grunde meist missverstanden, gerieten diese Vertreter der Gamer in eine Spirale aus Hass und Gewalt, aus der es nur schwer ein Entkommen gab. Meist ließen sich Gründe für Cheaten bereits im Privatleben finden, seien es Minderwerigkeitskomplexe oder fehlende Liebe von Mami und Papi. Heutzutage gibt es nur noch wenige Vertreter dieser Gattung.

Entstehung

Bereits in grauer Vorzeit hat sich stets der Stärkere durchgesetzt. Den Schwächeren blieb meist nur die Möglichkeit, sich unterzuordnen. Der Neandertaler mit der größten Augenwulst konnte sich der Aufmerksamkeit des weiblichen Geschlechts stets sicher sein. Die ersten Vertreter des Cheatens mussten mit Ihren beschränkten Mitteln einen Weg finden, offensichtliche Defizite zu umgehen. Eines Tages geschah das mit einem lauten "Rums", die Keule sauste auf den Schädel der Angebeteten und Ihre Hingabe war ihm gewiss. Das Cheaten war geboren!

Beflügelt durch die Taten der gößten Betrüger der Menschheitsgeschichte wie Jesus, Martin Luther oder George Washington fand der Weg des Mogelns schließlich seine Blüte im digitalen Zeitalter. Das Aufkommen der ersten Computerspiele, bot den vielen unterdrückten und gehänselten Individuen einen Rückzugspunkt in Ihre eigene Welt. Hier hatten sie das Sagen, kein Footballspieler oder angesehner Ballettänzer konnte sie hier in den Spind sperren. Doch dann kam der Wettbewerb. Die Möglichkeiten, die eine Multiplayerfunktion bot, ließ das erste Mal den geballten Hass der Unterdrückten in der virtuellen Welt aufeinanderprallen. Zeitzeugen beschreiben jene Zeit als Kataklysmus: Ozeane siedeten, Gebirge brachen ein und entstanden, George Bush wurde geboren und der Flughafen Berlin-Brandenburg wurde geplant.

Nicht im Stande seine eigene kleine, nur viel gemeinere, weil bessere, Version zu besiegen, suchte der Cheater in spe, nach Möglichkeiten sich einen Vorteil zu verschaffen. Vor vielen Jahren, als das Internet nur ein Gerücht aus fernen Ländern war, beschränkte sich das Cheaten darauf, dem Gegner das Kabel seines Controllers zu ziehen, laut nach Hilfe zu schreien, sodass die eigene Mutter ihn zurechtweist, der hoch verschuldeten Familie den Gerichtsvollzieher auf den Hals zu hetzen oder ihm eine klassische Backpfeife im entscheidenden Moment zu verpassen.

Doch es sollte alles noch ganz anders kommen.

LAN-Partys und erste Programme

Mit dem Aufkommen der ersten Heimcomputer, möglich durch atlantische Technologie, entdeckt bei der ersten Mondlandung, wurden sogenannte LAN-Partys der neueste Schrei unter den halbstarken Akneopfern. Kaum imstande ihre eigenen Rechner zu stemmen, trafen sich die Pioniere des Gamings an geheimen Orten und verbanden Ihre 2000 Mark-Computer mit der Rechenleistung eines heutigen Taschenrechners. Unter dem Rauschen der Asthmainhalatoren befanden sich aber auch hier einige, die nicht bereit waren, fair zu spielen.

Neue Möglichkeiten eröffneten sich, die örtlichen Stadtwerke erreichten Rekordzahlungen in Form von Bestechungsgeldern um im Falle einer drohenden Niederlage des Cheaters urplötzlich einen ganzen Stadteil lahmzulegen. Razzien wurden organisiert, Monitore und Rechner konfisziert, wobei der Cheater stes zuerst aus dem Schneider war.

Eines Tages jedoch, waren sich die chronisch Unsportlichen einig, dass es so nicht weitergehen konnte und die ersten Pioniere der Gaming-Bewegung kamen auf die Uni. Zum ersten mal mit Informatik konfrontiert, war die Idee geboren, nicht den Gegner direkt anzugreifen, sondern sich die Mechaniken des Spieles zu Nutze zu machen. Ab hier wurden täglich Programme für all die Spiele geschrieben, die so angesagt waren, dass es nur so eine Lust war.

Der "God Mode"

Der Klassiker unter den Cheats. Der Spielfigur, vorzugsweise in Ego-Shootern, war es ab hier nicht erlaubt zu sterben. Trotz schwerster Verletzungen und Verstümmelungen kämpfte der tapfere Duke oder der Soldat aus Quake weiter gegen seine Feinde, welche sich nur noch freuten, dass ihre Munition weniger, der Lebensbalken des Feindes aber immer voller wurde. Die Begründung "Du hast halt scheiße gezielt" beruhigte die Gemüter der aufgebrachten Opponenten.

No Clip oder Ghost Mode

Endlich wie ein echter Geist sein? Hiermit war es möglich! Dieser einfache Cheat erlaubt es der Spielfigur, sich durch sämtliche Wände der Spielwelt zu bewegen. Plötzliches Auftauchen auf dem Klo, den Feind quasi mit heruntergelassener Hose erwischen, war eine beliebte Taktik der "Ghoster"; eine Vorgehensweise, die auch heute noch gerne von den USA genutzt wird. Dem Cheater war es möglich, sich als einfacher Camper auszugeben und den virtuellen Tod des Gegners auf dessen eigenen Tunnelblick zu schieben.

Speed Mode, krasse Waffen und unendlich Muntition

Sich mit der Geschwindigkeit eines Delfins auf Ecstasy zu bewegen, die Waffe, die es im Spiel gar nicht gibt zu haben oder mehr zu ballern als Sylvester Stallone in all seinen Filmen zusammen. Weitere Träume der unter Waschzwang und Agoraphobie leidenden Spieler wurden im Laufe der Zeit möglich.

Internet und Blütezeit

Als eine greise sibirische Bärenzüchterin sich zu Ostern einen weltweiten Verbund aller digitalen Geräte wünschte, wurde ihr Flehen tatsächlich erhört. Der Allmächtige verband, auf bis heute ungeklärte Weise, sämtliche Rechner miteinander, auf dass uneingeschränkter Datenaustausch möglich sei. Das Internet war geboren!

Quasi über Nacht schossen neue Spieleschmieden aus dem Boden, Valve, Blizzard und Milka überhäuften den Markt mit krassen Shootern, Rollenspielen und zart schmelzender Schokolade. Aufgrund der neuen Vernetzung der ganzen Welt, konnten sich nun Wehrdienstverweigerer aus allen Kontinenten miteinander messen. Spiele wie Counter Strike, Diablo, World of Warcraft und Schoko-Keks erfreuten sich steigender Beliebtheit, sodass sich schnell gute Spieler etablieren konnten. Und wo Talent ist, da ist auch der Neid nicht weit. Beleidigungen, Anfeindugen und nicht zuletzt die Cheats, erreichten eine neue Stufe. Sätze wie:

  • "I hope you die on cancer!"
  • "Your family should die in a car crash..."
  • "F****ing piece of S****, i will m****** you tonight and r*** your sister!"

wurden als Reaktionen auf die neuen Wege des Betrügens geschaffen und gehörten schnell zum guten Ton. Ein Teil der neuen "Hilfen", die diese verbale Diarrhoe ermöglichten, sind unter anderem:

Der Aimbot

Ein witziges Programm, dass das Zielen des Spielers bei Ego-Shootern unnötig macht, da es die empfindlichen Teile des Gegners automatisch anvisiert. Tief -und Kopfschüße erfüllten die Hallen von de_dust2 tagelang. Einige Versionen dieser "Zielhilfe" machten sogar ein Abdrücken unnötig, der Spieler musste nur noch munter umherlaufen während die Gegner reihenweise fielen. Der Gattung der "Spawncamper" war es sogar möglich, ein Spiel im Alleingang zu gewinnen, ohne überhaupt vor Ihrem Rechner zu sitzen. Wunderbar!

Der Wallhack

Nicht zu wissen, hinter welcher Ecke der nächste Feind lauert, war stets eine schreckliche Vorstellung sämtlicher Cheater, die in einem fairen Zweikampf nie eine Chance hätten. Doch auch hier wussten die CDU Wähler Abhilfe zu schaffen. Mit dem Scharfblick eines Falken war es fortan möglich, Gegner bereits durch die Wände zu erspähen und ein dementsprechendes Feuerwerk vorzubereiten. Um die Ecke gehen, die Waffe im Anschlag mit eröffnetem Dauerfeuer, wurde eine beliebte Attitüde, oft kopiert von Terroristen.

Der Dualizer

Ein sehr Interessanter, wenngleich auch seltener Cheat ist der sogenannte Dualizer. Dabei bleibt der eigentliche Spieler an einer meist gut geschützten Position und schickt einen Doppelgänger los, welcher (je nach belieben) entweder unsterblich ist, oder ganz normal gekillt werden kann. Wird ein solcher Doppelgänger getötet, beginnt die Bestrafung eines jeden Zockers. Die heiß ersehnten Erfahrungspunkte, die man nach jedem kill bekommt, werden nicht hinzugefügt. Es erscheint im Chat nicht die Nachricht "P4wn3r1337 killed H4xx3r with a Shotgun". Der Getötete fällt einfach um. Der Cheater Lacht sich ins Fäustchen und lässt den nächsten Doppelgänger los. Wahlweise kann dieser entweder selbst gesteuert werden, oder der Cheater lässt eine Horde von Doppelgängern los, die alles und jeden zertreten was ihnen im Weg steht. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass es:

  1. Von Charakteren wimmelt, die alle "H4xx3r" heißen und so gut wie jeder Kill auf dieses Konto geht und
  2. ist die momentanige durchschnittliche Dummheit Intelligenz (KI) eines nicht vom Spieler gesteuertem Bots so schlecht, dass jeder einzelne der 263 Doppelgänger zu einer Position hinrennt, weil er dort einen Spieler vermutet. Ob sich diese Position zwei meter hinter dem Ende eines 40 stöckigen Hochhauses befindet, ist vollkommen irrelevant.

Der Stealth-Hack

Nicht zu sehen, wer oder was einem da gerade den virtuellen Tod beschert hat, war bisher nur Scharfschützen und Dauercampern vorbehalten. Mit Hilfe dieses Programmes war es auch allen Kevin´s mit +/- 10 Dioptrien möglich, unbemerkt ihre Feinde auszuschalten. Besser getarnt als Arnold Schwarzenegger in "Predator", flitze der Cheater über das Spielfeld und überbrachte freudig seine Botschaft:

"Ich bin besser als ihr!"

Das sollen nur einige Beispiele all der nützlichen Hilfen sein, die es auch den weniger begabten Spielern ermöglichen, endlich ein kleines Erfolgserlebnis zu haben.

Gegenmaßnahmen und Niedergang

Konsolenzeitalter

Die Gerechtigkeit ist so alt wie das Verbrechen selbst. Wege gegen den virtuellen Betrug gab es bereits mit dem Aufkommen der ersten Cheaters. Im Konsolenzeitalter war es noch der nette Junge von nebenan, der als unparteiischer Beobachter einem munterem Spieleabend beiwohnte. Schnell merkten jedoch die Betrüger, dass auch der nette Junge von nebenan einem 20 Schein, Pfefferspray oder Tiefschlägen nicht viel entgegenzusetzen hatte. Auch Eltern schritten aus Liebe zum Kind selten ein und die angeblichen Freunde wurden ordentlich durch den Dreck gezogen.

LAN-Partys

Auf den späten LAN-Partys wurden Cheater bereits von der Gesellschaft geächtet und waren eine aussterbende Rasse. Oftmals verbündete sich der versammelte Mob und warf den Cheater samt Hardware aus Omas Garage. Unaufällig zu betrügen wurde immer schwerer und das Cheaten war im Begriff unterzugehen. Helle Momente gab es nur kurz beim Erscheinen neuer Spiele, doch auch hier waren die Talentierten im Begriff den Mogler rasch in seine Schranken zu verweisen.

Das Internet

Wie ein Wunder erschien jedoch das Internet. Die Anonymität und schiere Bandbreite der Möglichkeiten, sowie ständig wechselnde Gegner machten den Cheater zu einem Gott unter den Spielern. Bald waren sie an jeder Ecke zu sehen, in Großstädten wechselten CD´s und Disketten mit fragwürdigen Programmen in dunklen Ecken zu hunderten Ihre Besitzer. Kaum eine Runde Counter Strike war mehr sicher vor einem gottgleichen Rambo, der sich durch die Gegnerwellen fräste. Auch hier mussten sich die Tugendhaften formieren und schufen ebenfalls eine gottgleiche Person in ihren Reihen, die fortan den Wahnsinnigen Einhalt gebieten sollte. Der Admin war geboren.

Mit der geballten Wut sprach er dem Volk aus der Seele und bannte und kickte die Cheater, bis das Datenvolumen verbraucht war. Sollte er gerade nicht zugegen gewesen sein, brachte er ein Novum in die Gesellschaft der Gamer: die Demokratie. Votekick und Votebann machten den Cheater erneut zum Gejagten der aufgebrachten Menge.

Spieleentwickler schlossen sich der modernen Hexenjagd an und brachten Programme wie "Punkbaster" und "VAC" auf den Markt. Cheater waren hier noch vor Spielantritt im virtuellen Fadenkreuz. Von diesem Rückschlag sollte sich die Gattung nie wieder erholen. Die wenigen Überlebenden waren nun Gejagte und Verstoßene, Ihrer Erfolgsgrundlage beraubt. Wenige konnten noch um die Mitternachtsstunden auf ausländischen Servern die Rechtschaffenen ängstigen. Doch auch hier waren sie bald erkannt und gebannt.

Cheater heute

Entgegen allen Prognosen doch nicht ausgestorben, fristet der klassische Cheater heute ein Nischendasein. Begrenzt auf Einzelspier-Spiele, wo es sowieso niemanden interessiert wie gut man ist, wenden sich auch nach und nach die Urgesteine der Szene von Ihrer Gattung ab.h Viele haben sich in die normale Gesellschaft eingegliedert und schweigen bis heute über Ihre dunkle Vergangenheit. Manch einer geht offen damit um und bereichert den ein oder anderen TeamSpeak-Abend am Lagerfeuer mit seinen Geschichten von früher. Die jüngeren nehmen meist an, dass es sich um eine alte Legende handelt und schenken den Erzählungen der Alten kaum Beachtung. Doch manchen Ortes geht heute Rechtschaffender und ehemaliger Betrüger Hand in Hand zusammen durch die Irrwege des Gamings.

Eine Rückkehr zum Glanz der alten Tage scheint undenkbar und somit wird das Vergangene zur Geschichte, die Geschichte zum Mythos und der Mythos schlußendlich zur Legende.

Medienecho

Zur Blütezeit des virtuellen Betruges, konnte auch die nichtspielende Öffentlichkeit nicht am Phänomen vorbeikommen. Nachrichten erstellten Sondersendungen, Schüler spielten Ihre Lieblingsszenen aus Counter Strike in den Schulen nach und betrogen dabei das Leben selber.

  • Die BBC widmete den Schulhofopfern eine eigene Reportage, den "Cheat Report".
  • Weltweite Beachtung fand der oscarprämierte Film "A Gamer´s Day", der Teile des Gamings und Cheatens aufgreift.
  • Ein drittklassiger Fim, der schlicht "The Gamer" heißt, griff entfernt die Thematik auf.
  • Die Filmreihe "The Fast and the Furious" parodiert Betrüger bei Need for Speed.
  • Mehrere sogennante "Vietnam-Filme" greifen die Geschichte von "Battlefield: Vietnam" auf und persieflieren deren Cheater.

Nachdem mehrere Computerspiel-Fachzeitschriften kritisch überCheater berichteten, gründete eine Gruppe Betrüger als Reaktion die Zeitschrift GameStar. Die Zeitschrift wird heute noch herausgegeben, hat aber mit dem damaligen Produkt nur noch den Namen gemein.

Abgrenzung und Schlusswort

Verwechslungsgefahr

Es ist essentiell den klassischen Cheater nicht mit den anderen Unfällen der Gaming-Szene zu. Ein Cheater war stets stolz darauf, nicht einfach nur stundenlang in einer Ecke zu hocken und zu warten, die eigenen Teamkollegen zu beschießen oder anderweitig den Spielfluß zu ruinieren. Er wollte einfach nur dominieren. Ein Spiel mit ihm war kurz und schmerzlos. Er ließ niemanden leiden und auch heute kann es gefährlich sein, einen ehemaligen Cheater mit "Griefern" oder ähnlichem Gesindel zu vergleichen.

Ein Cheater ist und war nie:

Die Moral von der Geschicht

Wenn uns der Aufstieg und Fall der Cheater etwas lehrt, dann dass Verbrechen sich nicht lohnt. Aber es kann Spaß machen. Und sich vielleicht auch lohnen. Oft wurde nach Gründen gefragt, was den Cheater bewegt, zu tun was er tut? Die Antwort ist nicht einfach. Viele hielten sie jahrelang für Abschaum, für nichts anderes als Nerds oder Leute mit kleinen Penissen. Neueste Studien jedoch zeigen, dass der Stolz und das Revierverhalten der Cheater nur vom dänischen Seestern überboten wird. Demnächst wird der bekennender Ex-Cheater und ehemalige deutsche Politiker Gerhard Schröder, der erste Deutsche auf dem Mars. Die Zeit des Cheatens mag vorbei sein, aber der Geist dieser Bewegung wird weiterleben.