Früher

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Sex auch

Früher wäre besser gewesen, wenn einer um 8 auf Arbeit hätte gehen müssen, aber erst um halb Neun gekommen ist . Bei "Früher" fügt das Volksdenken aber auch gleich noch ein "war alles besser" hinzu, weil alles viel besser war. Zum Beispiel konnte man gedankenlos in einen Apfel beißen und galt dann als gesund, während heute die Multivitamin-Aktivit-Plus-Konzentrate nur noch bei Unempfindlichkeit auf Glukoseemulatoren sowie E 301 trinkbar sind. Ähnlich wie Käse nur dann noch genießbar ist, wenn er aus reinster Kuhmilch gewonnen wird. Als ob je ein Käse aus explizit unreiner Kuhmilch hergestellt würde. Früher aß man das Marmeladenbrot auch dann noch, wenn es auf den Küchenboden fiel, der natürlich nicht mit einem Molekülstaubfilterfeuchtluftmikropartikelstaubsauger gereinigt wurde, sondern mit einem Wischmop. Und zwar vor drei Wochen.
Früher gab es auch noch keine Sicherheitsverschlüsse an Arzneimittelfläschchen und die Colaflasche wurde hemmungslos weitergereicht. Und ist je jemand daran gestorben? Heute scheitert dieses Unterfangen natürlich daran, weil der Durchschnittsmensch kaum noch jemandem begegnet, dem er die Colaflasche weiterreichen könnte. Oder dann höchstens virtuell, aber beim einzigen Versuch war dann die Telefonbuchse so verklebt, dass sich der Telekom-Techniker weiß der Geier was gedacht haben muss. Früher spielte man nicht online Star Fleet Commander 17, oder beschäftigte sich mit dem Verfassen von Stupidedia-Artikeln, nein! Früher hatte man Spielsachen aus Holz und sammelte aus purer Freude Rossballen auf, die man dann Großmutter als Dünger für die Rosen verkaufte.
Oder man legte der Lehrerin aus Jux einen Reißnagel auf den Stuhl. Die hat das dann zwar gemerkt und es gab tüchtig eins auf die Finger. Im Gegensatz zu Früher werden aber heute eher psychologische und massiv drakonischere Strafen vollzogen. 10-Jährigen wird zum Beispiel das Handy weggenommen. Und das für die ganze Dauer der Physik-Stunde. Man stelle sich das mal vor! Zustände wie im Mittelalter!

Ganz zu Schweigen von den tempolimitlosen Autobahnen, die man selbstverständlich ohne Sicherheitsgurte bewältigen konnte. Auch Möbel ohne Sicherheitgummi und Sex sowieso mit ohne Gummi galten nicht als vordringlich lebensbedrohlich. Auch weg-bleiben-bis-nach-Mitternacht lag selbst für pubertierende Teenies in kurzen Minis noch bedenkenlos drin, und Fussballspielen ohne Stulpen sowie Rollschuhfahren ohne Ellenbogen-, Knie-, Handflächeninnenseite- und Kopfschutz gehörte früher zum guten Ton.

Noch früher[Bearbeiten]

Noch früher wäre es günstig gewesen, wenn nach dem Verschlafen nicht auch noch der Bus vor der Nase wegfahren würde und seit gestern erst noch der 2-Stunden-Taktfahrplan gelten würde. Noch früher, so lässt eine Schlussfolgerung aus dem ersten Abschnitt dieses Artikels zu, war alles noch besser. Stimmt das? Telefonieren musste man zwar noch aus der Telefonkabine. Für Bier aber gab es keine Altersbeschränkung und im Dorfladen reichte auch für den leckeren 48-Prozenter ein treuherziger Blick zur Kassiererin, Vati hätte einen geschickt. Oder Mutti. Aber die musste eher bei den Zigaretten herhalten. Zigaretten, die übrigens 2 Mark 50 pro Päckchen kosteten und nicht etwa das Doppelte und erst noch in Euro. Nun gut, alles war ganz früher auch nicht gut. Man stellte Wände quer durch Weltmetropolen, ließ Kernkraftwerke explodieren, statt dass man sie umständlich herunterfahren musste. Seveso galt in Italien als touristische Attraktion und Chemieunfälle ereigneten sich noch vor der Haustüre und nicht etwa in China.

Ganz früher[Bearbeiten]

Und zu guter Letzt sei auch noch die Zeit vor unserem Denken erwähnt. Nein, nicht die Zeit vor dem Verschlafen, eingebettet im kuscheligen Schlafgemach, wo doch der Bus in 4 Minuten fährt. Auch nicht die durchzechte Nacht, die erst 2 Stunden zuvor ihr Ende fand, soll hier mit "ganz früher" bezeichnet werden, obwohl das Erinnerungsvermögen bei vielen Menschen tatsächlich schon da endet.
Gemeint ist das gute alte Mittelalter, als es noch keine Frauenquoten in Parlamenten gab und schon gar keine Frauenparteien, sondern nur Hexen, die gelegentlich auf Scheiterhaufen angezündet werden mussten. Das waren noch Zeiten! Es gab weder Fernseher, noch Game Boys, Vibratoren oder Kochherde. Klimaerwärmung gab es zwar auch schon und das Ozonloch ebenfalls. Nur wusste niemand davon. Trotzdem überlebte man auch damals, wenngleich die Ausbildung kurz nach dem 1x1 wegen eines Bürgerkrieges oder einer kleinen Pest schon mal ein bisschen früher fertig war, denn irgendwer musste schließlich den Acker bewirtschaften und in der Kohlemine arbeiten. Wofür sonst hätte man sich früher denn Kinder anschaffen sollen? Komischerweise lebten die allerhellsten Köpfe aber auch vor allem "früher", was uns zurück in unsere Zeit bringt und die Frage aufwirft, wo bei all dem technischen Schnickschnack all die proportional im Verhältnis schlaueren Köpfe alle geblieben sind. Vermutlich haben sie Zeitmaschinen gebaut und sich nach "Früher" verzogen.

Hat "Früher" noch eine Zukunft?[Bearbeiten]

Blöde Frage.

Bekannte Zitate[Bearbeiten]

  • "Früher war alles besser" (alle, in jedem Zusammenhang)
  • "Wer früher stirbt, ist länger tot" (George W. Bush bei der Rechtfertigung seines Projekts "Guantanamo")
  • "Früher über dem Berg" (eigentlich ein Schreibfehler von Reinhold Messner, wurde später in ein Selbsthilferatgeber für Depressive umgeschrieben)
  • "Früher war es Fußball" (Analyse Karl-Keinz Rumenigges, etwa 1 Woche nach dem letzten verpassten Champions-League-Titel)
  • "Je früher desto besser" (irreführender Titel in der Bravo-Aufklärungsseite zum Thema "Kommen" (1979), an den sich aber immer noch 90% der Männer halten)
  • "Der Mars war früher wie die Erde" (Prof. Dr. Heinze vom geologischen Institut mit düsteren Aussichten für unsere Spezies)
  • "Früher war das Fernsehen besser" (also bevor 4uTV den Sendebetrieb aufgenommen hat)
  • "Früher oder später" (Noch einmal Rumenigge, diesmal bei den Zukunftsvisionen)
  • "Ich komme früher nach Hause" (männliche Drohung aus dem Büro, 14.45 Uhr)
  • "Schatz, ich bin früher zu Hause" (letztlich der Scheidungsgrund, weil kein Schrank im Schlafzimmer)
  • "Wie früher" (Bayern-Fan nach dem Wiederaufstieg 2015)
  • "Fryyener" (baseldeutsches Sprichwort)

Statistik[Bearbeiten]

Deutlicher könnte es nun wirklich nicht mehr sein!!