Obst- und Gemüsebildhauer

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Majestätisch wacht der Häuptling über das Buffet, solange ihm keiner die Nase abbeißt.

Die Obst- und Gemüsebildhauerei ist eine alte, und dennoch moderne Kunstrichtung, die eng mit dem Gastgewerbe verbunden ist. Der Künstler fertigt mit verschiedenen Techniken Plastiken und Skulpturen an, die ganz oder zumindest in großen Teilen aus essbarem Material bestehen. Die meisten Werke sind für den Verzehr bestimmt, wenngleich ihr Hauptzweck die repräsentative Unterstützung des optischen Eindrucks einer Tafel oder eines Buffets ist.
So hofft, der Künstler darauf, dass sein Werk zwar lange bestaunt aber letzten Endes doch noch vertilgt wird - ein heikles Spiel mit der Zeit.

Das Wesen dieser Kunstform und ihre Besonderheiten

Allerdings ist die Hemmschwelle, ein wirklich großartiges Kunstwerk in kleine Stücke zu schneiden und einfach aufzuessen für die meisten Menschen (...also für all die, die nicht gerade darin den besonderen Reiz sehen...) eine mental unüberwindbare Hürde. Diese und die Tatsache, dass die meisten Grundstoffe nicht sehr lange haltbar sind, sorgt dafür, dass ein Großteil der Kunstobjekte schon sehr bald im Tierfutter und der Kompostieranlage landet. Das macht die Arbeiten natürlich selten, aber haben nicht auch Tiere etwas Kultur verdient? In den allermeisten Fällen wird der Wow-Effekt ausschließlich für den einen bestimmten Abend optimiert. Im Laufe einer langen heißen Sommerparty werden die Melonenskulpturen dann schon Mal vom Blickfang zum Fliegenfänger und fangen an, ihre anfängliche Anziehungskraft umzukehren. Auf richtig rauschenden Festen kann man dann auch die Metamorphose vom opulenten Arrangement hin zum kümmerlichen Rest bewundern. Das ist natürlich immer von vielen Faktoren abhängig. Ein paar der wichtigsten Eckpunkte sind hierbei: Wie wohlschmeckend ist der Rohstoff, was gibt es sonst noch zu essen und wie entwickelt sich der durchschnittliche Alkoholpegel? Aber auch Dinge wie Wetter, Stimmung oder Gästezusammensetzung und nicht zuletzt die Dauer einer Veranstaltung beeinflussen das Erscheinungsbild der Fruchtskulptur in Abhängigkeit zur fortschreitenden Tageszeit. Die meisten Vertreter dieser Zunft sind dann auch Amateure oder Gelegenheitskünstler. Der begrenzten Haltbarkeit geschuldet, werden ja für die Kunstwerke keine horrenden Auktionspreise erzielt, wie beispielsweise für alte Gemälde. Ihr Gegenwert geht meist nicht sehr weit über die Lohnkosten der eingesetzten Arbeitsleistung hinaus und sinkt während des Tages ihrer Präsentation rapide, zusammen mit der untergehenden Sonne. Mit der Betrachtung und Analyse der Kunstwerke sollte man sich also im Gegensatz zu Dingen, die man im Museum antrifft, beeilen. Museen würden, mit Fruchtschnitzereien ausgestattet, stinken wie ein sommerlicher Osteuropäischer Freiluftgemüsemarkt wenige Wochen nach der Einführung des Bofrost-Lieferservice. Es ist daher sehr schwer, Ausstellungsräume zu finden. Aber zu Lebensmittelmessen, Kochevents oder Hochzeiten werden die Kunstwerke immer wieder gerne als Highlight des Buffets genommen.

Traumhaft schön!

Geschichtliches und Entstehungshintergründe

Diese besondere Form der bildenden Künste hat sich aus verschiedenen Handwerksberufen entwickelt. In erster Linie sei hier der Kochberuf genannt, von dessen kreativer Komponente man ja immer wieder hört. Ein bisschen kreativ zu sein, ist ja in der Küche auch nicht verkehrt. Sollte mal das Mehl aufgebraucht sein, muss man sich halt Gedanken machen und auch mal ausgetretene Pfade verlassen. Der eine schickt in diesem Fall den Kochlehrling am Samstagabend vor die Tür um bei den Nachbarn die überlagerten Restmengen zusammenzubetteln, der erfahrenere Kollege dickt die Soße einfach an, indem er den Kartoffelbrei von gestern hineingibt. Aber der wirkliche Kreativkoch mahlt die harten Brötchen, die sonst einmal in der Woche der Kaninchenzüchter holt, kocht sie in Weißwein auf und würzt die neu erfundene Soßenkreation mit Ingwer, etwas Lakritz und einem Hauch von Zitronenmelisse. Damit kreiert man Neues! Für ausgeprägtes Kunsttalent ist die Küche allerdings ein auf Dauer zu einengender Ort. Darum suchen sich manche, künstlerisch unausgelastete Köche ein anderes Ventil und werden Eventkoch, Schowkoch oder, was auch etwas abgehobener klingt: Creative Caterer. Dafür muss man übrigens nicht einmal die Kochlehre bestanden haben.

Den Meister bei der Arbeit bewundern - das hat schon auch was von einem Rockstar.

Der Mensch hinter der Kunst

Was sind das eigentlich für Menschen, die aus Essen Kunst machen. Wurden die als Kind so traumatisiert und gehemmt, als die Eltern ihre ersten Gestaltungsversuche am familiären Essenstisch mit den allseits bekannten Worten: „Mit dem Essen spielt man nicht!“ im Keim erstickte? Kam daher die Berufswahl mit der Nähe zu Nahrungsmitteln, und war der Ausbruch in die Welt der Kunst etwa vorprogrammiert? Sicher ein weites Feld für Psychologen, das sich da auftut. Fakt ist, dass es sich meist um verkappte Künstlertalente handelt, die aus verschiedenen Gründen nicht in der plastischen Bildhauerei gelandet sind. Sei es aus Liebe zum Essen, wegen dem Reiz des Besonderen, oder einfach, weil sie den Beruf verfehlt haben. Andererseits hat es auch eine gewisse Bodenständigkeit, als Kaltmamsell oder Caterer regelmäßigen Lohn für ganz profane Arbeit zu beziehen und nicht das rastlose, unbestimmte und risikobehaftete Leben eines richtigen Künstlers zu führen. Nur hin und wieder glänzen sie im sonnigen Scheinwerferlicht einer Benefizgala als spezialisierter Gemüsebildhauer und Obstmetz und sehen ihr Werk im Fokus, von allen bewundert während die Vorspeise serviert wird. Vom stolzen Ruhm solcher Abende zehren diese Eat Art Performer dann bis zum nächsten Event.

Hier entsteht gleich ein tolles Kunstwerk.

Geeignete Materialien und Werkzeuge

Welche Materialien sind denn überhaupt für die Erschaffung solcher Eintagsskulpturen geeignet? Der Klassiker ist natürlich, wer kennt ihn nicht, der Halloween-Kürbis. Man könnte jetzt glauben, die unförmige Pumpkinfresse wäre den ambitionierten Künstlern zu abgedroschen, doch selbst auf diesem Gebiet gibt es immer wieder überraschend gute neue Werke zu bestaunen, die durch ihre Beleuchtung ihre ganz eigene Wirkung entfalten. Aber es irrt, wer glaubt, dass nur Kürbisse und Melonen als Rohlinge für die Fruchtschnitzerei verwendet werden. Auch, wenn diese Monsterfrüchte durch ihre Größe prädestiniert sind, so gibt es doch eine Vielzahl weiterer Naturprodukte, die gute Voraussetzungen haben vor ihrem Verzehr eine ganz besondere Schönheitsbehandlung zu erfahren. Bei der Nutzung einer Ananas als Grundlage für eine Kopfplastik erübrigt sich beispielsweise die Frage nach der Frisur. So stehen Motiv und Rohstoff in direkter Abhängigkeit zueinander.
Eine Karottenscheibe, die als filigraner Schmetterling auf einem Reishügel sitzt; und das auf jedem einzelnen Teller des Staatsempfangs? Kein Problem! Mit dem richtigen Elektrowerkzeug wird den Möhren das Profil verpasst. Dann werden sie in Scheiben geschnitten, ein kleiner Faltgriff, zwei Senfkörner für die Augen und fertig ist die exquisite Garnierung.
Das letzte Beispiel zeigt, dass es mitunter auch eine gewisse Massenproduktion der künstlerischen Lebensmittelästhetik gibt, die hocheffektives Werkzeug erfordert. Aber für die wirkliche formgebende Schnitzkunst sind natürlich verschiedene Messer die Hauptwerkzeuge. Der Profi nutzt zusätzlich noch Schablöffel, Formhobel oder auch mal den Stielkamm aus der Hosentasche um exakt die gewünschte Form zu erzeugen. Schließlich ist in der Kunst alles erlaubt. Man kann allerdings nicht über den Werkzeugkoffer des Künstlers auf seine Kunstfertigkeit schließen.

Weiterführende Informationen

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