BILD-Artikel

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BILD-Artikel verlaufen nach klaren Regeln.

Bei einem BILD-Artikel mag man zwar glauben, dass es sich nicht nur nicht um eine journalistische Meisterleistung, sondern auch um gnadenlose Hetze handelt. Allerdings steckt hinter einem von der BILD-Redaktion verfasstes Werk deutlich mehr Arbeit als so mancher annimmt.

Aufbau

Hinter einem BILD-Artikel steckt so einiges an Arbeit, die Tag für Tag von der so schon überlasteten, nennen wir es mal Redaktion, gestemmt werden muss. Um das mit den etlichen Jahren angehäufte Klientel mit für ihnen geeignetem Material zu versorgen, bedarf es einer, besser gesagt zwei Strukturen in einem BILD-Artikel, die parallel kooperieren.

Das erste Element eines guten BILD-Artikels ist die Bebilderung. Diese ist ohne wenn und aber in jedem noch so kleinen Bericht der BILD mit enthalten. Der Großteil des kompletten Aufwands der Redakteure besteht darin, die Werke mit möglichst stark bearbeiteten Bildern zu versehen, um es der Leserschaft auch verständlich zu machen. Natürlich sind diese Bilder auch kommentiert, um auch die letzte Möglichkeit, einen eigenen Gedanken zum Artikel zu bilden, zu rauben.

Der zweite wichtige Faktor eines BILD-Artikels ist der Text: Auch hier wurden dem Leser bereits alle Möglichkeiten genommen, sich die Interpretation selbst zu überlassen, indem der Text mithilfe von massig Klickibunti und Satzzeichen bereits hervorgehoben wird!

Die obigen Beispiele zeigen also, dass ein BILD-Artikel so aufgebaut ist, dass er dem Leser freundlicherweise jegliches selbständiges Denken abnimmt und sie stattdessen der BILD-Redaktion vorbehält. Der Slogan "BILD dir deine Meinung!" ist also ungefähr so wahr wie die Arbeit eines anderen Boulevardisten.

Entstehungsprozess

Vorarbeit

Bevor ein BILD-Artikel überhaupt geschrieben werden kann, muss erstmal eine Idee her: Soll es vielleicht mal wieder eine unbestätigte Halbwahrheit sein, die von Gerüchten und Spekulationen gestützt wird? Oder doch eher etwas fürs männliche Auge mit viel nackter Haut und massenhaft zweideutigen Anspielungen?

Dessen muss sich der BILD-Redakteur, in der Regel ein unterbezahlter, ungebildeter (ein Paradoxon wohlgemerkt) und eher rechts gerichteter Herr immer bewusst sein. Nicht ohne Grund sind überdurchschnittlich viele der Mitarbeiter bei der Zeitung wahre Künstler, denn was gehört immer zur BILD? Richtig, Bilder. Denn nachdem ihm nach stundenlanger Recherche in diversen regionalen Tageszeitungen oder in einem der zahlreichen Leserbriefe (deren Schriftstil des Klientels ebenfalls künstlicher Qualifikationen bedarf) doch noch ein mehr oder minder interessantes Thema ins Auge gesprungen ist, macht sich der Autor gleich an die Hauptrecherche: Der Bildersuche.

Selten anzutreffen: Dieser klischeefreie und absolut objektive Text, untermalt durch die liebevolle Arbeit mit jeglichen Methoden der Textformatierung. Der Leser wird sogar zu Ratespielen animiert (was dem Autor natürlich wiederum Spielraum zu weiteren Ergänzungen lässt). Ein Meisterwerk des Boulevardjournalismus!
Zitat: Bild.de

Titel

Nachdem nun auch ein möglichst hochauflösendes Bild gefunden ist, und dieses auch von dem BILD-Redakteur entsprechend bearbeitet wurde, muss nun ein Titel her. Denn obwohl der Text in der BILD nur einen sehr geringen Anteil am Informationsgehalt eines Artikels ausmacht, gibt es eine kurze Phrase, die in der BILD höchste Priorität hat, nämlich der Titel.

Und hier wird bereits die zweite Schlüsselqualifikation eines BILD-Redakteurs essenziell: Die Linguistik. Anspruchsvolle und nur von erfahrenen BILD-Lesern sinnvoll verwertbare Neuschöpfungen wie "Ramba-Zamba", "Sommer-Dschungel" oder "Kommunisten-Putinkritisierer" sind nur einige Beispiele des weiten BILD-Repertoirs an kreativen Beiträgen zum Wortschatz des Deutschen.

Artikelverfassung

Nachdem nun die ganze Vorarbeit geleistet ist, macht sich der alteingesessene BILD-Redakteur auch schon an die Arbeit der Artikelverfassung, wobei der Titel irreführend ist. Dies ist der gemütlichste Teil im Entstehungsprozess eines BILD-Artikels, denn viel mehr als Fassade ist hier nicht notwendig. Der Grund liegt darin, dass ein BILD-Leser, der das Prinzip auch verstanden hat (da er nämlich keins entdeckt) in der Lage ist, nur durch die Bilder und die komischen Zeichen dazwischen (umgangssprachlich auch Buchstaben genannt) bereits eine Information zu entnehmen, die er im idealen Fall auch in sein Weltbild, das Informationskontinuum zwischen der Welt und der BILD, die vom gleichen Verlag publiziert werden, einbaut.

Um dem Leser noch die Arbeit der Emotionsdeutung zu ersparen, die wiederum Zeit für die Wahrnehmung der dynamisch an die Leserschaft angepasste Werbung raubt, ist der Titel und Inhalt mit einer eindeutigen Grundstimmung, die das emotionale Komplexitätsspektrum eines hochgradigen Autisten erreicht, versehen, die den Leser bereits auf die Reaktion auf den Artikel vorbereitet.

Daraus folgt, dass die einzige Arbeit hierin besteht, auf der weiß-schwarz-rot kolorierten Seite mit Photoshop editierte Bilder mitsamt einer Über-, Unter- oder auch Seitenschrift zu platzieren. Zudem wird auch mit Text in den Artikeln der BILD gearbeitet.

BILD-Artikel setzen sich auch gerne gegen Arbeitslosigkeit ein, indem sie gegen Hartz IV hetzen.

Dies dient der Erfüllung der de facto inexistenten Auflagen zur Unterscheidung zwischen Bilderbuch und Boulevardzeitung sowie des Erfüllens des Zwischenraumes in dem Artikel (was für das BILD-Leser-Auge natürlich unschön aussehen würde). Um den Leser aber nicht grafisch zu unterfordern, wird der Text mit möglichst vielen HTML- und CSS-Befehlen auf einmal versehen, was auch vom eigentlichen Inhalt der Bild, der Propaganda, ablenken soll.

Nacharbeit

Auch nach dem Verfassen des praktisch fertigen BILD-Artikels ist die Arbeit noch nicht vorbei, denn zuerst muss der Artikel noch geprüft werden. Die BILD schleift sehr gerne möglichst nahe am Rande der Legalität, und um nicht darüber zu stolpern und sich vielleicht noch eine Klage wegen Verleumdung oder anderes einzuhandeln, wird der Artikel von der Rechtsabteilung überprüft. Ist auch nur ein einziges Wort bereits über dieser Legalitätsschwelle, wird die Stelle natürlich sofort abgeändert, solange bis der komplette Artikel marktreif (und legal) ist. Nachdem auch das rechtlich geklärt ist, wird der Artikel entweder über die Bild von morgen im Kiosk, oder auf der Internetseite veröffentlicht.

Öffentliche Wirkung

BILD-Artikel zeichnen sich dadurch aus, dass sie eine sehr hohe Wirkung in der Öffentlichkeit erzielen. Sie trugen und tragen dazu bei, dass es noch immer den Begriff "Kampfhund" gibt, dass die AfD gegründet wurde, dass es noch immer Sexismus und Diskriminierung gibt, dass es möglich ist Halbwissen in der Bevölkerung durchzusetzen, und vor allem, und das auf massiver Weise: Zur Volksverdummung.

Im Klartext heißt das also, dass BILD-Artikel maßgeblich dazu beitragen, dass der IQ des Durchschnittsdeutschen nie sein volles Potenzial schöpfen kann und deswegen auch um einige Punkte der normalen Weltbevölkerung unterlegen ist. Trotz dessen haben BILD-Artikel auch ihre guten Seiten: Denn würden die unzähligen Proleten und durch die BILD gebildeten Gutmenschen nicht von den paar Blättern Bildmaterial namens "Zeitung" ihrer eigentlich geplanten Aktionen wie Vandalieren, Randalieren oder Passanten auf der Straße belästigen abgelenkt werden, würden die Kriminalitätsraten in Deutschland in die Höhe katapultiert werden. Aber es käme noch schlimmer: Einige der Leserschaft würden auf die Kronen Zeitung (das noch schlimmere Pendant der BILD in Österreich) zurückgreifen, was das IQ-Gefälle Deutschlands glatt auf das von Österreich angleichen würde!

Siehe auch