Prayboy

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Beschreibung Klerotikmagazin
Sprache Deutsch, Lateinisch
Herausgeber Imperator Ratzinger
Chefredakteur Jorge Mario Bergoglio
Erstausgabe gg. 1200
Erscheinungsweise seit ca. 1970 monatlich, davor meist sporadisch
Auflage unklar, aber immer schnell vergriffen und verklebt

Auch, wenn bis in die heutige Zeit von allen höheren Stellen der Katholischen Kirche das Zölibat verkündet und von allen Amtsinhabern auch eingefordert wird, so hat man doch intern schon länger dem mal, mehr mal weniger natürlichen Sexualtrieb nachgegeben und versucht unter verschiedenen Deckmäntelchen den in der Isolation verkümmerten und oft zur Perversion hin mutierten Drang zu befriedigen.

Von der buchstäblichen Keuschheit bis zur Softpornografie

Wissend, dass immer irgendwie Mittel und Wege gefunden werden und wissend auch, dass zu viele verärgerte Eltern von Messdienern auf Dauer zu viel Ärger machen und auch der Betrieb von Waisenhäusern nur einen Teil der Lösung darstellt, hat man sich an oberster Stelle entschlossen, die Autoerotik als kleineres Übel anzusehen und eher diese Form der Kanalisierung des Sextriebes zu dulden sowie dezent zu fördern. Aus diesem Grunde hat man ein kleines selbstgezeichnetes Flugblättchen eines vatikanischen Bibelkopisten mit eindeutig pornografischem Inhalt wider Erwarten nicht zum Anlass einer Verbrennung des Urhebers wegen Ketzerei genommen. Nach einigen Wochen der Beratung im engsten Kreis, bei der dieses Machwerk von allen beteiligten genauestens inspiziert wurde, entschloss man sich zur Begnadigung des Delinquenten. Diese Vorgänge gelten heute als die Geburtsstunde des Prayboys und das erste Flugblatt als inoffizielle Erstausgabe.

Selbstverständlich ist der Prayboy bei den Lesern nicht wegen der Bilder von hübschen leichtbekleideten Menschen beliebt, sondern wegen der interessanten Lesebeiträge.

Am Anfang war der Unschuld

Papst Innozenz II. (Papst von 1130 bis 1143, lat.: "der Unschuldige") war zwar der Zweite dieses Namens, aber der erste, der seinen Namen zum Programm machte. In seiner berühmten Bulle von Tölz verwirklichte er endlich seine Gedanken zur priesterlichen Unschuld im Kontext zur weltlichen Liederlichkeit, die der klerikalen Läuterung bedürfe und ging dabei viel weiter als der eingangs indirekt erwähnte erste Innozenz. Immerhin hatte dieser schon dafür gesorgt, dass Abstinenz, Arbeit und ein spartanischer Lebenswandel in Verbindung mit einem tatsächlich auch gelebten Zölibat hinter die sündigen Klostermauern Einzug hielten. Bald erwies es sich aber, dass in den zahlreichen Scriptorien das spendenfinanzierte tägliche Brot des gottesfürchtigen Gelehrten, die heilige Schrift - und daraus abgeleitet - das heilige Wort - und daraus abgeleitet - der heilige Buchstabe, von dem jener sich ernährte, mit "verderbter Weiblichkeit" vergällt war. In der Tradition ungeschlechtlicher Erkenntnisfortpflanzung identifizierte man diese Zeichen als Kern der Verdammnis, auf die in ebenso schöner Gestalt bereits Adam hineingefallen war. Die unbedarft im Alltag gebrauchten Lettern entpuppten sich in rasanter Eigendynamik vor den Augen schockierter Ordensbrüder in der damaligen gläubigen Welt als Beweis teuflischen Tuns im schlagenden Herzen frommer Beflissenheit, mit jeder Zeile.

Gottseidank hatte Innozenz II. als Analphabet einen besonderen Blick für die Gestalt der Buchstaben entwickelt gehabt, ohne vom Inhalt geblendet worden zu sein. Beim Nachmalen seiner Unterschrift war er immun gegen solcherlei satanisch anmutende Verse und legte entsetzt den Kirchenbann auf den folgenden sündigen Buchstaben: Welche Glyphe stilisiert wohl klarer den weiblichen, rasierten Unterleib als ein Y?

Fortan wurde untersagt, dieses Zeichen in der kirchlichen Korrespondenz wie in den Evangeliaren zu verwenden. Das verfängliche Y wurde durch das im vatikanischen Alltag uniforme männliche und daher unbedenkliche I getauscht.

Sicher beschäftigt sich auch dieser Text mit Vögeln: Was allerdings vor der Reform schnell umgesetzt war, musste später aufwändig verschlüsselt werden.

Innozenz führte damit die HYlige Schrift nicht nur einer idealtypischen Form reinster, ja buchstäblicher Unschuld zu, sondern legalisierte damit auch konkludent die vielen vorher nur geduldeten, durch Sakralkunst sublimierten Männerbeziehungen (s.a. Gottvater, Heiliger Geist, Jesus, brüderliche SM-Begegnungen wie unter Kain und Abel oder die apostolischen WGs). Diese Vorgabe verhalf den Vorreitern der Zeitschrift Prayboy endlich zur Gewissheit: Wahre Liebe gibts nur unter Männern und egal, wie schmutzig die Absicht, Hauptsache, es ist sauber geschrieben!

Vor diesem Hintergrund entstand der Ur-Prayboy schon vor etwa 800 Jahren und dessen Lektoren rezensierten die eingereichten Beiträge bezgl. des Y peinlich penibel. Erst im Zweiten Vatikanischen Konzil, das in seiner Bedeutung das erste - ähnlich wie bei den beiden Innozenzen - vollkommen überstrahlen sollte, erfolgte eine Aktualisierung des klerikalen Zeichensatzes als Zugeständnis an die Weltsprache Englisch, die die Kirche ganz im Sinne des in der Bibel verankerten Missionsgedankens globalisieren helfen sollte: das Y wurde wieder zugelassen und dies ganz einfach durch eine Uminterpretierung des starken, weiblichen Symbols. Das Y könne, so die Würdenträger, auch als Wegklemmen der männlichen Geschlechtsteile zwischen die Beine sogar als besonders reines Symbol, als Verneinung der priesterlichen Geschlechtlichkeit oder auch als Wechsel zum weiblichen Geschlecht verstanden werden, wie sie ja auch in jedem Seminar zur Verbesserung der priesterlichen Standhaftigkeit geübt werde. Für die weniger von religiösen Anschauungen geprägte Außenwelt übersetzt war es offiziell Johannes dem XXIII, inoffiziell Johannna, der ersten oder zweiten (wer weiß das schon genau?) zu verdanken, dass sich der international viel griffigere Titel "Prayboy" für die Arbeiter in Gottes Garten durchsetzte.

Inhalt

Fotoserie

Hier handelt es sich nicht um professionelle Aufnahmen, sondern ganz in der Tradition der Kirche um Fotos, die von der Leserschaft gespendet wurden und dabei die Eigenschaften Authentizität, Einmaligkeit, aber auch Einfachheit und Demut der Motive in sich vereinigen, damit auch Klosterpersonal sie ohne Scham anschauen kann. Um wirklich unverfälschte Stimmungen einzufangen, blieben die Fotografen dabei meist im Hintergrund und fertigten die Bilder ohne das Wissen ihrer Zielobjekte an. Auch wenn das Rohmaterial durch die letzten Jahrzehnte, bis es endlich ohne überlebende mitbeteiligte Kleriker eingesandt werden konnte, durch oberflächliche Verschmutzungen gelitten hat, bestimmt sich der Wert der Fotoserien vor allem durch die angeregte Phantasie der Betrachter. Sie lassen sich zu den Bildern gern einen blasenförmigen Dialog nach dem anderen einfallen, variieren diese schließlich mehrfach und kommen zum Schluss, dass der Weg das Ziel ist und letztlich die Bilder zu prächtigen Pfeilern einer oder vieler neuer Geschichten geworden sind. Manchmal entstehen auch Diskussionen in der "Biete/Suche"-Rubrik, werden Erfahrungen in der "Spieleecke" weiterverarbeitet oder ehemalige Ministranten erkennen sich auf den Fotos wieder, denen ihre Hirten ihre einstige Laszivität und Sündhaftigkeit regelmäßig gütig verzeihen.

Wahl zum Sexkanoniker des Ordens

Gerade bei jungen Leuten mit leicht zu reinigenden Seelen lohnt der Einsatz bewusstseinserweiternder Drogen, um erstens leichter an die Wahrheit zu kommen und leichter die Kleider Scham beim Büßen in den Priestergemächern abzulegen

Kanoniker sind eine Gruppe von Männern in Frauenkleidern, leben in gottverl abgeschiedenen Gegenden und haben das Gelübde abgelegt, auf engstem Raum miteinander auszukommen, nie zu betrunken zu sein, um ein "Halleluja" verständlich aussprechen zu können und sich bei der Unzucht auf das vorhandene Klosterpersonal zu beschränken. Man lebt also in einer scheinbar sehr privaten Atmosphäre, die aber unter der ständigen Beobachtung höhergestellter Geistlicher steht. Gewisse Spannungen bleiben daher nicht aus, aber man hat gelernt, sie gemeinsam abzubauen. In einem seltsamen Kontrast dazu steht die Herausstellung einzelner Chorherren im Prayboy. Zu den veröffentlichten Fotos darf das schriftfixierte Klientel in unregelmäßiger Abfolge einfühlsame Texte erwarten, die in der Regel von einem sog. "Heiliggeistschreiber" (ugs. Ghostwriter) stammen. Die zusätzlich von Latein ins Deutsche übersetzten Bildunterschriften zeugen von hoher Kreativität, die Wünsche vereinsamter, aber glücklicher Glaubensbrüder zu erraten und jede noch so kleine Falte im lasziven Gewand zu erklären. Sehr beliebt sind Geschichten über den Gebrauch von Peitschen, Ruten und zylinderförmigen Einrichtungsgegenständen zur Selbst- und Fremdkasteiung, was dem Begriff "Chorherr" gleich eine andere Bedeutung verleiht.

Beichtstuhl-Geflüster

Diese Rubrik erfreut sich größter Beliebtheit, da der Beichtstuhl unter den vielen ambitionierten Gemeindepfarrern eines der meist benutzten Arbeitsgeräte ist. Niemand ist als Unschuldiger der Sünde so nah wie der Priester und daher trotz gefestigten Glaubens und intellektueller Vorbereitung gefährdeter, Gefallen an den erlauschten Geheimnissen zu finden. Laien können sich nur vage vorstellen, welche Brisanz sich für den gottberufenen Spanner auftut, die er nur im gegenseitigen Gespräch mit direkten Kollegen, mit den Vorgesetzten, betrauten Psychologen, Freunden, der Hauswirtschafterin, mit der Telefonseelsorge, im Blog auf kreuz.net oder autodidaktisch als Autor wahrer Geschichten für den „Prayboy“ verarbeiten mag. Kopfschüttelnd vor Eifer angesichts ihrer notgedrungen boulevardisierten Opferbereitschaft, als Schwamm den Abschaum abzuwichsen abzuwischen, der vor dem geifernden Maul des sündigen Gläubigen steht, schreiben sie penibel ihre Erlebnisse auf. Sie zeigen den Leidensgenossen in der klerikalen Belegschaft, welche Erfahrungen noch fehlen. Besonders viele Leser finden laut statistischen Umfragen die Geschichten, die selbst im Beichtstuhl stattfinden. In der letzten Ausgabe finden sich Überschriften wie:

  • "Immer mit dem Katechismus auf den Popo"
  • "Vier Mal Faust für ein Halleluja"
  • "Das Geständnis der Isabelle O., Anton-Werder-Str. 25, 45721 Haltern (02XXX/XXXXX, am besten abends zu erreichen)"

Autoerotik-Rubrik

Alles, was einem die Einsamkeit des stillen Kämmerleins versüßen kann, wird in dieser Rubrik thematisiert. Sehr beliebt sind anonymisierte Erfahrungsberichte, in denen die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten unscheinbarer Einrichtungsgegenstände eine Rolle spielen. Das können kunstvoll gedrechselte Bettknäufe sein oder raffinierte Besonderheiten an der Polsterung bestimmter Gebetbänke oder Lederhocker, deren Gebrauch anhand teils sehr anregend erzählter Beispiele erläutert wird. In die Geschichten werden auch gelegentlich gewisse Optimierungs- und Maximierungstechniken, die teils sportlicher, teils medizinischer Art sein können, geschickt mit eingewoben.

Ministrant des Monats

In jeder Ausgabe gibt es eine hochwertige erotische Fotostrecke eines Ministranten. Dazu gibt es immer einen kleinen beschwingten Abriss aus dessen Leben, der dem Leser die Persönlichkeit der zumeist noch sehr, sehr jungen Jungen transparent machen soll. Aus allen Ministranten des Monats wird am Jahresende ein Ministrant des Jahres und am Ende der Amtszeit des jeweils amtierenden Papstes der Ministrant des Pontifikats ermittelt. Diese Wahl unterscheidet sich in der Art ihrer Durchführung kaum von der Papstwahl und wird - allerdings ohne den ganzen öffentlichen Wirbel - meist auch im Rahmen ebendieser mit abgehalten. Das erklärt auch die - besonders nach längeren Pontifikaten - oft recht lange Zeit, die zwischen dem Zusammentreffen der Kardinäle und der Verkündung des neuen Papstes liegen.

Gleich in der ersten Ausgabe hat die Abbildung des damals gerade 12jährigen Angelo Giuseppe Roncalli auf der doppelten Mittelseite für einen reißenden Absatz gesorgt und damit eine schnelle Etablierung des noch jungen Magazins stark befeuert. Der überaus gutaussehende, muskulöse Spross einer Artistenfamilie wurde dann auch nicht nur erster Ministrant des Jahres sowie des Pontifikats des damals amtierenden Pius XI.; sondern er wurde später selbst zum Papst, dem späteren Papst Johannes XXIII. (Sl.) gewählt. Vatikaninsider munkeln, dass Prayboy-Fotos im Lebenslauf die Karriere eines Kirchenmannes durchaus positiv beeinflussen können.

Hauswirtschafterinnen-Forum

Die Hauswirtschafterin erfüllt im Haushalt eines jeden Geistlichen mehrere Aufgaben. Zum einen ist sie die erdende Kraft, die den zum Himmel strebenden Ballon voll jauchzender gottvertrauender Glückseligkeit auf dem Boden hält, um die irdischen Probleme seiner Schafe weiterhin lösen zu können. Zum anderen dient sie ihm als Alibi in Gegenden reaktionärer Prägung, nicht gleich als schwul verschrien zu werden. Im Forum haben die Haushälterinnen Gelegenheit, sich über eigenen Bedürfnisse und die ihrer Dienstherren auszutauschen und den Sinn und Unsinn vieler in Bezug auf das Seelenheil misstrauisch in Frage gestellter Potenzförderungsmaßnahmen zu diskutieren. Dabei wird kein Tabu umgangen und so allen Hilfesuchenden ein Halt geboten. Die heftübergreifend gerne fortgesetzten Diskussionsstränge reichen dabei von praktischer Lebenshilfe bei erschlafften Gliedmaßen hin zu besonderen Situationen, in der Hoffnung, auf verständnisvolle Kolleginnen zu treffen:

* "Warum soll ich (29) mich für ihn als Nonne anziehen?"
* "Vorteile der Weihrauch-Moorpackung"
* "Er will meine (86) Unterwäsche tragen!"
* "Kann man sich Dildos backen?"
* "Seitdem er beim Bischof war, wirkt er ganz verändert und zieht sich nicht mehr vor mir aus!"
* "Suche weiteres Fachpublikum für Kardinal-Äbtissin-Rollenspiel"

Lebensnahe Geschichten

In der Rubrik "Lebensnahe Geschichten" werden in regelmäßigen Abständen mehr oder weniger anregende Erzählungen abgedruckt, die in vielen intimen Details das Leben von verschiedenen Vatikanbewohnern schildern. Sehr beliebt war im Jahre 2012 eine reich bebilderte Reihe, die sich über das ganze Jahr verteilt hatte und die hauptsächlich von der Jugendzeit der Schweizer Garde handelte. Am meisten Interesse weckten dabei die Geschichten der ehemaligen Internatsbewohner und auch die zwischenmenschlichen Begebenheiten aus dem Grundwehrdienst einiger der strammen Wachmänner.

Gebrauchtfetisch-Anzeigen

Hier geht das Angebot von unauffälligen Vibrationskerzen in allen Größen und Formen, auch mit kunstvollen Reliefornamenten verzierte Altarkerzen, über Liturgische Latexgewänder oder von Mönchen gezeichnete Pornohefte aller Couleur bis hin zu Viagra-Hostien, Massageölen mit Weihrauch- und Mhyrrearoma oder auch Knebel, Halsbänder, Leinen und Bondagestricke.

Humoristisches

Kleine anzügliche Witzchen und Geschichtchen sowie erotische, pointierte Zeichnungen, Holzschnitte oder Kupferstiche, also im aktuellen Verständnis erotische Cartoons, in deren Tradition man heutige Ralf-König-Comics sehen könnte, waren von Beginn an auflockernder Bestandteil des Prayboy. Der Versuch, etwas ambitioniertere humoristische Schriften in die Ausgaben aufzunehmen, wurde allerdings bald wieder fallen gelassen. Der mit diesem Ansinnen betraute satirische Autor Hieronymus Rauscher stieß mit seiner kritischen Sichtweise auf die Kirche in seinen Texten auf massive Ablehnung durch die Herausgeber, sodass es bei zwei Ausgaben unter seiner Beteiligung blieb. Man besann sich also dauerhaft zurück auf Witzeleien und Cartoons.

Spieleecke

Auf Priesterseminaren ist die Einhaltung der Frauenquote das kleinste Problem.

Hier wird der ganzen bunten Vielfalt an klerikaler Phantasie Tribut gezollt, die sonst zwischen den Plattenfugen des Weges zum Seelenheil viel zu wenig Beachtung fände. Damit diese vielen Ideen nicht nur die kleine Gottesdienst-Familie aus örtlichem Priester mit Messdienern erfreuen, sondern auch über das Priesterseminar hinaus ein Sprachrohr finden, werden in loser Reihenfolge neue Spieleideen an den Verlag geschickt. In der für diesen Monat noch im Druck befindlichen Ausgabe findet sich ein angeblich schon oft hinter Klostermauern praktizierter Vorschlag, zu dessen Veröffentlichung ein nicht namentlich genannter Kaplan erst jetzt den Mut gefunden hat. Hier wird das Herzensziel der Christenheit, die schon seit dem Mittelalter mehr oder minder erfolgreich betriebene "Reise nach Jerusalem", mit dem lustigen Gesellschaftsspiel verbunden, bei dem nur ein Stuhl übrig bleibt. Hier ist es ein Bett, um das eine beliebig große Schar Männer beliebigen Alters zum Klang gregorianischer Gesänge seine Kreise zieht. Wichtig sei dabei, einander während den kreisenden Bewegungen irgendwo zu ergreifen, aber immer die rechte Hand frei zu behalten, um sich nach Nennung der gefragten Quelle, aus der das gespielte Lied stammt, segnen und ggf. das vom Hals baumelnde Schmuckkreuz festhalten zu können. Der Gewinner hat schließlich alle Fragen richtig beantwortet und darf die Nacht mit dem Seminarleiter verbringen.

Immer wieder finden sich auch Variationen bekannter Brettspiele, wie z. B. "Fang den Hut". Im Prayboy wird es als "Fang den Pädo!" abgewandelt, allerdings der Verdacht gehegt, dass der Vorschlag von höchst offizieller Seite eingereicht wurde, um Umsteigern das Leben zu erleichtern und der öffentlichen Forderung nach Aufklärung Genüge zu tun. Man hat im Spiel einen zu jagenden "Fuchs", der via Chiffre von den Lesern eingereichte Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten hat und die das Thema "sexuelle Veranlagung" immer stärker einkreisen, bis es irgendwann zur entscheidenden Frage kommt: Pädo oder Nicht-Pädo? Hat der Fuchs das für alle kirchliche Hierarchien ohne Altersbeschränkung geeignete Gesellschaftsspiel geschickt betrieben, heißt es überraschenderweise vielleicht: "ja, ich bin ein Pädo", obwohl der Überführte alles dafür getan hatte, um sein Sexualleben mit Haushälterin und regelmäßigen Seminarbesuchen zu verschleiern. In den Spielebedingungen steht zu lesen, dass der psychologische Dienst des zuständigen Bistums im Ernstfall für eine unauffällige Versetzung sorgen und der Missbrauchsbeauftragte für Fragen rund ums Thema immer zur Verfügung stehen wird.

Rezeption in der Außenwelt

Wenngleich die Anfänge des Magazins im Dunkel der geheimniskrämerischen Verschwiegenheit alter vatikanischer Gemäuer liegen, so gelangte doch ziemlich zügig der erregende Ruf des lustvollen, die Sinne anregenden und beim Druckabbau helfenden Druckwerkes, an die immer öffentlicher werdende Öffentlichkeit. So sehr die Parallelen zum Playboy offensichtlich sind, so sehr stechen auch die Unterschiede heraus. Die klerikalen Befindlichkeiten, die religiösen Ansichten, die Einsamkeit und die bisweilen stark aufs Imaginäre und aufs eigene Ego bezogene Sexualität der Kirchenmänner nehmen einen wichtigen Platz im Weltbild der Prayboyredaktion ein.

Impressum

  • Herausgeber: Joseph Ratzinger (Ehemaliger Stellvertreter Gottes, Bischof von Rom a.D., Antipapst, Kleiderfetischist)