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Pferdemetzgerei

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Auf der Straße locken verführerische Plakate...

Die Pferdemetzgerei ist ein Betrieb, der Fleisch von Pferden verkauft und manchmal auch selber herstellt (schlachtet). Das klingt erst mal banal, aber das ist ja auch noch längst nicht alles!

Für die einen ist die Pferdemetzgerei eine Art Tempel der lukullischen Lust, eine Kathedrale der verbotenen Sinnlichkeit, für andere wiederum ist sie das materialisierte Böse, die Aussendientstelle Satans.

Das Pferdefleisch

Pferdefleisch ist nicht wie andere Fleischsorten.
Die Besonderheit liegt darin, dass es auf geheimnsivolle Weise ein universelles und scheinbar unumstößliches, physikalisches Gesetz zu brechen vermag:
Nämlich die Regel, dass jedes Lebensmittel geschmacklich proportional umgekehrt zu seinem Gesundheitswert steht.
Anders gesagt: nur was so richtig Scheiße schmeckt ist gesund. Je leckerer etwas ist, desto gefährlicher ist es auch.
Jeder Ernährungspapst predigt schließlich ohne Unterlass: Was gut mundet tötet oder macht - schlimmer noch - dick!

...in einen geheimen, dunklen Gang

Pferdefleisch nun kommt geschmacksmässig einem extatischen, multiplen Orgasmus gleich und hat trotzdem von allen Fleischsorten den geringsten Fettanteil, lächerlich wenige Kalorien, dafür Vitamine und Eisen bis zum Abwinken.

Der päpstliche Bann

Genuss ohne Sünde? Dieses Prinzip widerspricht zutiefst den christlichen Überzeugungen und so verbot Papst Gregor III. den Genuss von Pferdefleisch kurzerhand. Zuwiderhandlungen wurden mit dem Tod durch Rädern, Pfählen oder Verbrennen geahndet. Der Bann wurde von seinem Nachfolger bestätigt und auch von dessen Nachfolgern.
Besonders Papst Malefiz XI. engagierte sich leidenschaftlich gegen den "satanischen Kult": Um die Standfestigkeit seiner Schäfchen wider die Sünde auf die Probe zu stellen, ritt der heilige Vater jeden Abend durch die Elendsviertel der Stadt. Hungernde, die sein Pferd eine Sekunde zu lange anstarrten, wurden prophylaktisch durch Eintauchen in siedendes Öl hingerichtet.

Auch Papst Demenz II. wachte mit Argusaugen über die Einhaltung des Gebotes. Schwere Folter und Kerkerhaft drohten jedem, der des Frevels, Rossfleisch gegessen zu haben, überführt werden konnte. Pikanterweise war Papst Demenz selber pferdefleischabhäng: Er beschaffte es sich von schmierigen Dealern in den dunklen Gassen, durch die er nachts inkognito streifte und aß es heimlich auf dem Klo.
Er versuchte zeitlebens von seiner Sucht loszukommen. Nach langer Abstinenz trieben ihn die Entzugserscheinungen in den Wahnsinn und er starb, nachdem er sein altes Schaukelpferd gefressen hatte, an Darmverschluss.

Tabus heute

"Nein, ein Pferd isst man nicht - Kampf gegen den Pferdefleischkonsum". Offizieller Aufkleber der Wendy-Lobby der Franzosé

Heute hält sich praktisch keine Sau mehr an das päpstliche Dogma, die wenigsten wissen, dass es dieses überhaupt je gab.
Warum, so fragt sich so mancher Zeitgenosse, schwelgen wir dann nicht in Rossbraten, Fohlensteaks und Pferdegulasch?

Der Grund liegt darin, dass das Tabu von einer viel militanteren Gruppe, als es alle Päpste zusammen je waren, aufrecht erhalten wird: Den Wendy-lesenden "Pferdemädchen". Diese extremistische Terrororganisation unterwandert seit Mitte der 70er Jahre systematisch die Gesellschaft mit der Kunde, wie unmenschlich es sei, Pferdchen zu essen.

Pferde zu töten ist ihrer Meinung nach schlimmer als Völkermord. Nur menschlicher Abfall mache sowas, Verbrecher, Mörder und moralischer Abschaum mit der Ethik eines Dr. Mengele.
Eine Art Zweckallianz besteht zwischen den Wendy-Mädchen und den Veganern, obwohl die Tatsache, dass Pferde auch Tiere sind, die einzige ideologische Schnittstelle zwischen den beiden Gruppen sein dürfte. Denn während Veganer das Töten ALLER Lebewesen ablehnen, sind den Pferdenarren Kühe, Schweine usw. scheißegal.

In den USA hat die Organisation bereits in einigen Staaten ein Verbot von Pferdefleisch durchgesetzt: der Genuss dieses Fleischs ist dort strafbar. In Europa hofft man ähnliches zu erreichen.

Pferdefleisch kaufen

Aus dem Schweizer Supermarkt Migros: Vakuumverpackte Pferdescheibchen aus Kanada

Inmitten dieses von besagter Organisation aufgeheizten gesellschaftlichen Klimas ist es für den Pferdefleischliebhaber nicht gerade einfach, an seinen "Stoff" zu kommen.
Der Einkauf des Fleisches wird von den Pferdeschützern als praktizierte Beschaffungskriminalität betrachtet.
Außer zum Zwecke des Selbstmordes sollte man nicht einfach in einem normalen Geschäft nach Pferdefleisch fragen.

Es gibt nur zwei Orte, wo man an Pferdefleisch rankommt; Den Supermarkt und die Pferdemetzgerei.

Der Supermarkt

Französische und neuerdings auch schweizerische Supermärkte führen Pferdefleisch im Sortiment. Der Vorteil dieser Quelle liegt darin, dass man in der Anonymität des Gewusels rund um die riesigen Kühlmeilen diskret in die meist kleine, aber feine Rossabteilung greifen kann, um die Ware seiner Begierde elegant und zeugenlos zu ergattern.

Liegt das kostbare Gut im Einkaufswagen, empfiehlt es sich, dieses sofort mittels irgendeines voluminösen Objektes vor den Blicken der überall präsenten Pferdenarren-Inquisition zu schützen: Ein Super-dreifach-Doppelpack Klorollen, ein Sack Katzenstreu oder ein riesiger Rettich leisten hier beste Dienste.

Zur Zerreißprobe wird dann allerdings der Gang durch die Kasse.
Einem höllischen Cerberus gleich, versperrt die Kassiererin den Weg in die Freiheit, in welcher man mit dem Pferdesteak baldigst vereint zu sein hofft.
Wer Glück hat, wird nur einen stechenden "Du Arschloch"-Blick ertragen müssen, wenn das Päckchen über den Scanner gezogen wird.
Hat man jedoch Pech, geht das Päckchen nicht durch und die Kassiererin muss die 20-stellige Nummer von Hand eintippen, vertippt sich dabei auch noch mehrfach und ruft laut ihre Kollegin herbei.

Bis nun wirklich jeder in der nachfolgenden Schlange weiß, WAS man da gekauft hat.
Spätestens jetzt sollte man sich innerlich auf eine Flucht bis zum Auto vorbereiten. Trainierte Jogger sind hier klar im Vorteil.

Die kleine Rossschlachterei

Das Fachgeschäft ist durch nichts zu ersetzen.
Das Betreten einer echten Pferdemetzgerei ist ein Erlebnis für die Sinne. Der schwere, süssliche Duft, der einen empfängt, sobald man die Tür aufstösst; die Auslage an dunkelrotem, völlig fettfreiem Fleisch, die würzigen Dauerwürste an der Wand und das kleine Holzregal mit dem Qualitätswein an der Ecke... Und wenn dann irgendwo noch ein Zaumzeug oder ein gegerbter Pferdeschweif hängt, wähnt man sich im Paradiese.

Leider sind Pferdemetzgereien nur schwer zu finden: Zum einen durch ihre relative Seltenheit. Man muss erst mal sorgfältig die gelben Seiten nach ihnen absuchen.
Hat man endlich eine gefunden, stellt man frustriert fest, dass die Ortschaft eine Tagesreise entfernt ist. Befindet sich der Laden in einer grösseren Stadt, dann in den eher unzugänglichen Winkeln derselben: Entweder an nicht enden wollenden Aussenbezirkstrassen vom Typ "Landsumpfstrasse 114 - 512-b" oder aber in düsteren Passagen zwischen zwei steilen Gassen, neben dem Geschenkartikelladen, der nie offen hat, und der Geschäftsstelle des "singhalesischen Kommitees für die Rechte von zigarrenrauchenden Rollstuhlfahrerinnen"

Anders als im Supermarkt kann man in der Pferdemetzgerei nicht anonym einkaufen, da man sich durch das Betreten des Geschäftes eindeutig als Pferdefleischesser outet.
Und egal wie gut man sich absichert: Irgendjemand beobachtet einem immer und es besteht die Gefahr, beim Verlassen des Ladens angespuckt, beschimpft, zusammengeschlagen oder erschossen zu werden.

Es wird empfohlen, für diesen Fall ein paar möglicherweise lebensrettende Ausreden auswendig zu lernen:

  • "Ich bin Analphabet und konnte das Schild nicht lesen. Ich dachte, dies sei die Steuerverwaltung. Sie wissen schon, wegen dem Pferd... Amtsschimmel und so."
  • "Ich habe mich verlaufen und brauche jemanden, der mir sagt, wo die Vegetarierstrasse 6 ist.
  • "Ich wollte da rein, um eine Bombe zu legen."
  • "Ich wollte da rein, um die Pferde zu retten."
  • "Ich habe Alzheimer und weiß eigentlich gar nicht, warum da eben rein wollte."

Siehe auch


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