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Diverses:Die Geschichte von Olga und dem mysteriösen Buschmann

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Hier haben die 2 sich verewigt und der Text wird hier nie mehr weggehen

Es war mal wieder in kalter Wintertag in Deutschland. Olga, eine hübsche Dame jungen Alters lief zu dem Treffpunkt, den sie mit ihrem Freund ausgemacht hatte. Die klein gebaute Frau versicherte sich, dass ihr keine Gefahr beim überqueren der Straße drohte, ehe sie ihren Weg fortsetzte, wobei sie sich geistesabwesend die Haare aus dem Gesicht strich, die ihr der Wind in die Augen gepustet hatte. Olga mochte ihre langen Haare, sie gaben ihr das Aussehen einer sizilianischen Schönheit. Am liebsten hätte sie es, wenn sie noch ein ganzes Stück länger wären, auch wenn sie ihr jetzt schon bis unter die Schultern reichten. 15 Minuten Weg waren es noch bis sie ihr Ziel erreichen würde. Jedes Wochenende trafen sie sich hier, wo ihre Liebeserklärung auf den Stein gekritzelt war. Doch dieses Mal war es anders. Olga fühlte sich unwohl, sie kam sich richtig beobachtet vor. Mehr als einmal drehte sie sich auf dem Weg verunsichert um. Olga war eine ausgesprochen friedliche und gutmütige Frau, weshalb sie treuherzig weiter zu ihrem Ziel lief, ohne argzuwöhnen. Ein plötzliches Geräusch, das aus einem Gebüsch tönte, ließ Olga zusammenzucken. „Das war sicher nur eine Katze, die mich ins Herz geschlossen hat“ dachte sie sich, während sie voranschritt. Sie wusste nicht, wie ernst die Lage in Wirklichkeit war. Es waren noch 5 Minuten bis zum Treffpunkt, als es passierte: Während sie eine Unterführung betrat, schnellte auf einmal etwas aus den Büschen hinter ihr und stürmte in die Unterführung. Bevor sie sich erschrocken umdrehen konnte, war der Angreifer schon bei ihr. Ein dumpfer Schlag traf ihren Hinterkopf. Olga wollte weglaufen, doch sie musste verwundert feststellen, dass ihr die Beine den Dienst verweigerten. Ihre Sicht flackerte, die Knie knickten ein, sie stürzte zu Boden. Das letzte was sie sah, waren schwere Stiefel, bevor sie am Boden aufschlug und es endgültig dunkel wurde.

Hütte im Schnee

Die Hütte des Geschehens

Als Olga wieder zu Bewusstsein kam, befand sie sich in einer kleinen, modrigen Holzhütte. Ein pochender Schmerz pulsierte an ihrem Hinterkopf. Unbewusst fasste sie nach der Wunde und erschrak, als die Hand voll Blut zurückkehrte. Panisch zerrte sie an ihren Fesseln, jedoch stöhnte sie auf, als ein Windstoß durch die Lücken einer Holzwand schoß und sie an ihrem Hinterkopf traf. Erschöpft unterließ sie ihre Bemühungen, die Natur selbst hielt sie zurück. Denn ihr Rütteln hatte die ohnehin schon relativ locker sitzenden Fesseln gelöst. Sie ließ sich Zeit, um die Lage zu erfassen und um Kräfte zu sammeln. „Was hat dieser … dieser Buschmann bloß mit mir vor ?“ Ihre Kleider saßen noch an den vorgesehenen Stellen, an ihren Ohren befanden sich immer noch ihre zwei Ohrringe. Erst nachdem sie überprüft hatte, ob ihr Makeup nicht zu mitgenommen aussah, bemerkte sie, dass der Spiegel an der gegenüberliegenden Wand ihr nicht nur eine erschöpfte Dame auf einem Stuhl zeigt, sondern ihr auch einen Blick auf die Fesseln gewährte. Scheinbar hatte sie vorhin mehr gelockert, als angenommen. Nach wenigen Minuten hatte sie die Hände frei. Auch diesmal versuchte ein Windstoß ihren Fluchtversuch zu vereiteln, doch biss Olga nur die Zähne zusammen und löste nun auch die Seile um ihre Beine. Plötzlich hörte sie ein knarzendes Geräusch vor der Tür. An einen Kampf war in ihrem Zustand nicht zu denken, darum ließ sie die nun losen Fesseln weiterhin um die Beine geschlungen, während sie sich bemühte, einen nicht ganz so verzweifelten Gesichtsausdruck aufzusetzen. Das fehlte noch, dass ihr Entführer denke, er hätte leichtes Spiel mit ihr. Als der Verursacher des Geräusches noch ein wenig auf sich warten ließ, nutze Olga die Zeit, um sich in der Hütte umzusehen, sie war nur spärlich eingerichtet, hatte einen Kamin mit einem längst erloschenen Feuer und einige Bilder an der Wand, deren Schutzglas allerdings zerbrochen war und mit einer so dicken Schicht Staub bedeckt, dass Olga nicht erkennen konnte, was auf den Bildern mal zu sehen war. Der Boden war voller Zigarrenstummel, Nägel, Holzteile und Abfall. Eine riesige Unordnung herrschte an diesem Ort. Bei ihr zu Hause würde es niemals so aussehen, dachte sie sich, denn sie hatte gerne immer alles schön ordentlich an seinem Platz. Plötzlich hörte sie Schritte vor der Tür und verfluchte sich dafür, dass sie vergessen hatte, ihrem Entführer ein paar Geschenke in der Form von Nägeln oder Glassplittern davor zu legen. Allerdings könnte er das auch merken und dann kapieren, dass sie sich von selbst befreien konnte und sie wieder anbinden. Sie saß wie gebannt auf dem Stuhl und schaute in Richtung der Tür. In irgendwelchen Horrorfilmen würde diese jetzt langsam und quietschend aufgehen, doch so viel Geduld schien der Mann nicht zu haben und stieß sie mit einem heftigen Ruck auf, sodass Olga sich einen gehörigen Schreck einfing, als der da mit seinem selbst geschnitzten Speer in der Türangel stand und diesen auf sie richtete.

sieht doch ganz nett aus, der Typ ohne seine Winterkleidung

Vor ihr stand ein hochgewachsener, leicht braun gebrannter Mann in Winterkleidung. Unter seiner dicken Winterjacke schien er nichts mehr am Körper zu tragen und sein Gesicht war angemalt und mit Blättern bedeckt, sodass sie nicht besonders viel erkennen konnte. Alles in allem sah er aus wie irgendein Mann aus dem Busch, ein Buschmann eben. Er murmelte irgendetwas, was sie nicht genau verstehen konnte und verzog sich dann in einen anderen Raum, dessen Tür ihr bisher gar nicht aufgefallen war. Olga wunderte sich, was der Buschmann nur von ihr wollen könnte, denn außer sie niederzuschlagen und wild mit einem Stock in der Luft herumzufuchteln hatte er noch reichlich wenig gemacht. Trotzdem war sie von seiner Gefährlichkeit überzeugt und wartete, bis er wieder aus dem Raum herauskam. Es schien so, als wäre diese Hütte die Unterkunft des Buschmannes, denn als er zurück kam hatte er offensichtlich die Farbe im Gesicht nachgetragen. Olga schaute auf ihre Uhr, die ihr der Typ nicht abgenommen hatte. Wie's aussah, war er nicht auf ihre Wertsachen aus, „aber was sollte er dann sonst wollen?“, grübelte Olga im Stillen.

Die Uhr zeigte 16:00, den Termin mit Sebastian, ihrem Freund, den alle immer Sebus nannten, hatte sie auf jeden Fall verpasst. „Hoffentlich macht er sich keine Sorgen um mich und hoffentlich hat er die Polizei verständigt“, flehte sie innerlich, während sie den mysteriösen Buschmann weiterhin musterte. Früher oder später würde sie sowieso gesucht werden, dachte sie sich. Aber wird man sie finden? Olga musste so schnell wie möglich entkommen! Hoffentlich war die Hütte nicht so weit oben, abseits der Zivilisation. Doch erst mal stellte sich der Buschmann vor, sagte, dass sie jetzt hier drin eine längere Zeit bleiben werde. Er sei es Leid, Weihnachten immer alleine feiern zu müssen und was läge da nicht näher, sich einfach ein paar Freunde zu entführen und anzubinden. „Den Weihnachtstag werde ich wohl nicht mehr erleben, so sehr zieht es hier drinnen, eher werde ich erfrieren“ meinte Olga, die endlich ihre Sprache wiedergefunden hatte und bereute ihre Aussage sogleich wieder. Der Typ war ein Psychopath, der Menschen entführt um an Weihnachten nicht mehr allein sein zu müssen und der eine Waffe bei sich trägt. Mit dem sollte man sich nicht anlegen, überlegte sie sich und fügte schnell noch ein piesiges „nichts gesagt“ hinzu.

Zu spät, schon hatte sich dieser Buschi wieder den Speer genommen, hielt ihr die Spitze direkt vor's Gesicht und meinte „Du hast hier gar nichts zu sagen und außerdem ist meine richtige Hütte weiter oben. Hier drin sperre ich nur meine neuen Kollegen ein, um zu sehen, ob sie für mich tauglich sind, und das bist du besser, sonst…“. Schnell fing er sich allerdings wieder, regte sich wieder bisschen ab und führte etwas ruhiger fort: „Auf jeden Fall warne ich dich: So schnell findet dich hier oben niemand und wenn ich dich irgendwo verbuddle, suchen sie dich noch Jahrzehnte“. Olga nahm sich vor, von nun an am besten einfach gar nichts mehr zu sagen, bevor der sie wirklich noch aufspießt und über dem Feuer röstet. Wäre ja genug Fleisch am Knochen und wer weiß, was für Ansprüche an Essen so ein Buschmann hat. Sie schluckte und nickte ängstlich mit dem Kopf. „Hoffentlich merkt er nicht, das ich meine Fesseln gelöst habe“, dachte sie sich und blickte an ihr herunter. Das schien der Buschmann wohl gemerkt zu haben und warf ihr der Mann eine Verbands-Rolle zu, die vor ihr auf dem Boden landete. „Los, nimm's dir, hab schon gesehen, dass du dich befreit hast“, merkte er an und zeigte beiläufig auf ihre blutverschmierte Hand. „Ach ja, da war ja was“ dachte sie sich, als sie sich den Kopf verband. Als sie fertig war, befahl der Mann ihr, aufzustehen. Sie gehorchte. Er band ihr die Hände wieder hinter dem Rücken zusammen und band eine Schlinge um ihren Hals, deren anderes Ende er in der Hand hatte. „Nicht wegrennen, sonst tötest du dich schlussendlich noch selber“, tönte es aus seiner Richtung. Dann zog er einmal ruckartig daran als Zeichen für sie, mitzukommen. Olga Yapste, das Seil hatte sich tief in ihre Luftröhre geschnitten, so schnell würde sie nicht probieren abzuhausen, dachte sie sich. Der Weg hoch zur Hütte führte über einen schmalen Pfad. Mehrmals rutschte sie wegen der eisigen Steine ab. Aber immerhin wollte er nicht, dass sie ihn auf dem Rücken hochträgt. „Zu seinem Lasso würde es ja passen“, dachte sie sich, „Wäre aber auch kein toller Cowboy, wenn der Frauen zu Weihnachten entführt….“

Eingesperrt im Wandschrank

der Weg den Berg hoch

Während sie hochliefen, erzählte ihr der Typ, dass er der letzter Vertreter eines ausgestorbenen Stammes sei und hier oben seine Wohnung habe. Denn seit der Besitzer „unter mysteriösen Umständen an Weihnachten verstarb“, habe niemand mehr Besitzansprüche gestellt. Endlich oben angekommen erwartete sie eine kleine, hölzerne aber beheizt aussehende Hütte. „Immerhin das“ dachte sie. Müsste sie noch länger so frieren, würden ihr noch die Finger abfallen. Das lag wohl auch an der Tatsache, dass sie danach mit Sebastian in ein Café gehen wollte und sich deshalb nicht besonders warm angezogen hatte. Das bereute sie jetzt bitterlich. Der Anflug von Freundlichkeit des Buschmannes, den sie beim Hochlaufen zu verspüren vermochte, war schnell wieder verflogen, denn dieser stellte schnell klar, wer hier der Boss war und sperrte sie erst mal ein einen etwas größeren Wandschrank. Dieser war äußerst spärlich eingerichtet, nur mit einer flackernden Lampe an der Decke und einer kleinen Matratze. Die Lampe spendete immerhin ein bisschen Licht, als der Buschmann die Tür schloss und den Schlüssel drehte. Ein Glück hatte Olga keine Platzangst, aber Angst, in dem muffigen Schrank zu ersticken hatte sie allemal. Nach einer Gefühlten Ewigkeit machte er wieder die Tür auf und sie schnappte hechelnd nach der frischen Luft, nur um darauf die vielen Fusseln der Wolldecke in den Mund zu bekommen, die er ihr zusammen mit einem kleinen Kissen entgegen warf. „Schlafenszeit“, blaffte er sie an und schloss die Tür wieder. Einen kleiner Luftspalt durch den ein wenig Luft strömte ließ er allerdings noch, als er den Schrank mit einem kleinen Riegel absperrte. Olga fügte sich ihrem Schicksal, aber nicht ohne erst „der hat wohl noch die was von Gastfreundschaft gehört, dieser dämliche Indianer“ in sich hineinzumurmeln. In dieser Nacht fand sie nicht besonders viel Schlaf, wie auch, bei diesen Platzverhältnissen. Kaum schaffte sie es doch mal, ein Auge zuzumachen, riss der Mann auch schon wieder die Tür auf, sie könne etwas essen kommen, sie solle ja nicht verhungern, bis in 12 Tagen Weihnachten sei. In der Küche stand Brot und bisschen Marmelade rum, Olga hätte jetzt ein erlegtes Reh oder sowas in der Art vermutet, aber selbst dieses hätte sie in sich hineingeschlungen, so hungrig war sie im Moment. Der Mann merkte ihr wohl an, dass sie darüber erstaunt war und meinte „Hey, auch ich esse normalerweise das gleiche wie ihr, nur wenn ich nicht so aussehe, heißt das nicht, dass ich automatisch ein unzivilisierter Höhlenmensch bin, und jetzt iss, du hast 5 Minuten bevor es wieder in den Schrank geht“. Schnell aß sie das Brot mit der Marmelade und wartete darauf, bis sie der Mann, der sie unentwegt beobachtete, wieder wegführte. Dass der Mensch zivilisiert sein soll, konnte sie dennoch nicht glauben, „sobald ich weg bin tanzt der doch wieder halbnackt ums Feuer um de Göttern für den Vogel zu danken, der in die Scheibe des Hauses geflogen und gestorben ist“, dachte sie zu sich im Stillen.

Einen Plan, wie sie aus der ganzen Situation wieder rauskommen sollte, hatte sie noch nicht, auch wenn sie die ganze letzte Nacht, während sie wach in ihrem Schrank lag, darüber nachgedacht hatte. So ging das dann einige Tage lang, jeden Morgen weckte er sie in aller Herrgottsfrühe, beobachtete sie beim Essen und zuckte bei jeder ihrer Bewegungen mit seinem Speer, nur um sie danach wieder einzusperren und nach 30 min die Tür knallend hinter sich zuzuschlagen. Diese freie Zeit nutze sie jeweils um an ihrem Plan weiterzuarbeiten, die wichtigsten Fakten ritze sie jeweils versteckt hinter dem Kissen mit Symbolen in die Schrankwand. Probieren, sich zu befreien, indem sie die Wand des Schranks bearbeitete, gab sie schnell auf, als sie merkte, dass sich hinter dem Holz nur die Massive Wand befand. Durch die Tür war auch kein Durchkommen, vor allem auch weil der Typ ungefähr jede Stunde wieder ins Haus rein kam und den Schrank kontrollierte. Das kleine Loch in der Wand konnte sie ja noch verstecken, bei der massiven Schranktür ging das schlecht, darin würde man die Versuche sofort sehen und in nur einer Stunde würde sie es niemals hinkriegen, eine genügend große Öffnung mit ihren bloßen Händen zu schaffen. Außerdem, wie würde es weitergehen? Wäre sie draußen, müsste sie noch an der verschlossenen Tür und den vergitterten Fenstern vorbeikommen, ihre einzige Chance war, darauf zu warten bis er zurück kam und die Tür öffnete, nur um dann blitzschnell neben ihm vorbeizuhuschen. Darauf verzichtete sie aber lieber, denn sie hatte keine Lust, diese Welt durch einen plötzlich in ihrem Rücken steckenden Speer zu verlassen.

Weihnachtsessen

In so einer Situation gibt es nichts angenehmeres als ein schönes Bad

So verging Tag um Tag und mit jedem schwand ihre Hoffnung, jemals wieder Tageslicht zu sehen. Wenn sie raus kam um zu Essen, zuckte der Typ nicht mehr zu seiner Waffe – dafür bewegte sie sich viel zu langsam und Lustlos. Irgendwann schien es ihm wohl langsam zu reichen, denn eines schönen Tages – zumindest vermutete sie, das es draußen schön war – meinte er plötzlich leicht genervt: „Es reicht jetzt mit deiner Trübseligkeit, geh hoch, lass dir ein Bad ein und wasche dich mal wieder, evtl. geht's dir danach wieder besser“. Sie wusste zwar nicht, weshalb er plötzlich so einen Anflug von Freundlichkeit hatte und in ihrer Notsituation wäre sie ihm nach diesem Lichtblick am liebsten in die Arme gefallen und hätte ihn umarmt, aber dieser hätte das wohl als Angriff gesehen und ehe sie sich versieht, war es nicht sie, die sich wäscht, sondern er, da sie vom Boden wieder wegwischt. Das der Typ sie dabei beobachten könnte war ihr in dem Fall völlig egal, schließlich hatte er sie all die Tage weder angemacht, noch belästigt noch sonst irgendwie unsittlich berührt, so zivilisiert schien der Mann dann doch wieder zu sein. Nach dem Bad zog sie ihre alten Kleider wieder an, andere hatte sie schliesslich nicht und Lust darauf, halbnackt im Haus rumzulaufen wo ein Fremder sie eingesperrt hatte, genauso wenig. Als sie wieder aus der Badezimmer-Tür raus kam, wartete der inzwischen wieder angemalte Buschmann schon ungeduldig auf sie, gab ihr eine dünne, zerfetze Jacke, die er wohl draußen irgendwo gefunden hatte und gab ihr ein Zeichen mitzukommen. Sie gehorchte. Der Mann führte sie aus dem Haus hinaus, es war bitterkalt und die Sonne stand noch nicht so hoch, es so um die 9-10 Uhr sein. Sofort war sie froh um ihre Jacke und überlegte sich, was für ein Datum sie inzwischen wohl schrieben, denn nach der 7ten Nacht hatte sie aufgehört, mitzuzählen. Anhaltspunkte, wie viele Tage seit dem vergangen sind, hatte sie auch nicht, denn die Tage sahen jeweils sehr ähnlich aus im Ablauf. Der Mann führte sie zu einem Wald und tief in diesen hinein, als sie nach Ewigkeiten halb verfroren an einer Hütte ankamen, musste sie aufpassen, nicht vor Freude loszuweinen. Sie hatte keine Ahnung, wie der Buschmann es hingekriegt hatte, sich bei dieser Kälte nichts anmerken zu lassen und die Selbstbeherrschung zu bewahren. Dann machte er ihr mit einer Bewegung klar, dass sie ins Haus rein solle und wartete, bis sie dieses betreten hatte um danach die Tür hinter ihnen abzuschließen. Im Haus war es angenehm warm und endlich löste sich die Kälte aus ihren Knochen. Schnell ging sie auf Befehl des Buschmanns die Treppe hoch.

Der Weg tief in den Wald

Im Haus roch es nach Essen, sie fragte sich, ob der Buschmann jeweils hier hin ging wenn er das Haus für eine bis mehrere Stunden verließ. Die Hütte sah sehr rustikal, aber gemütlich aus, sie war geheizt und überall an den Wänden hingen Bilder. In den Regalen standen diverse kleine Dinge rum, leider aber nichts, was man als Waffe benutzen könnte. Oben wurde sie von mehreren auf dem Sofa sitzenden Personen begrüßt, die demotiviert und mit sarkastischem Unterton mit dem Satz „Frohe Weihnachten“ klarmachten, das es inzwischen wohl schon der 25te sein musste. Ein hochgewachsener Mann mittleren Alters betrat den Raum, offensichtlich war er vorher kurz auf der Toilette gewesen. Er wirkte durch die Anwesenheit der anderen etwas verunsichert, bemühte sich allerdings, sich nichts anmerken zu lassen. Mit klaren blauen Augen musterte er den Saal. Er war elegant gekleidet, eine edle Uhr schlug an seinem Handgelenk. Olga fragte sich verwundert, wer der Neuankömmling bloß sein könnte. Er machte kein Aufheben wie die anderen, sondern trat leise zwischen seine Gefährten, die ihm kurz zunickten. Sie sah sich in der Truppe um, es war eine recht merkwürdige Gruppe. Sie musterte den ersten, denn mit seinen Haaren, die er zu einem Spitz hochgebunden hatte stach der ungefähr 30-jährige mit seinem weißen „I was in Timbuktu“-Tshirt ein bisschen aus der Masse heraus. Komischer Kauz, dachte sie sich und musterte die Anderen. Neben ihn saß ein ganz in grün gekleideter Mann, der sich mit dem Namen Harry vorstellte und ihr erklärte, ein Wirbelsturm sei sein Markenzeichen. Sie dachte sich „Wer sollte schon so einen Weihnachtself kennen, wozu braucht der also ein Markenzeichen?“, behielt es aber für sich, sie wusste ja nicht, wie er das auffassen würde und in so einer Notsituation war Streit nicht gerade das hilfreichste. Neben ihm saß ein aufgestellter junger Mann, der sich als Martin W. vorstellte und ein Snickers nach dem anderen verspeiste, die er scheinbar überallhin mitnahm. Sogleich machte er wieder weiter mit dem, wo er vorher unterbrochen wurde. Er und der Timbuktu-Typ vertonten alle Nachrichten, die er auf dem kleinen, stummgeschalteten Fernseher sehen konnte und sie bestanden darauf, das das ganze “Schwitzerdütsch” sei, die anderen seien doch alle Banausen, das nicht zu erkennen. Sein Kollege neben ihm, ein junger, nicht besonders hübscher, eher ungepflegter und schüchtern dreinschauender Junge, der danach aussah, froh zu sein, endlich andere Menschen um sich rum zu haben, lachte laut los. Er meinte, wenn das Schweizerdeutsch sein soll, fresse er einen Besen und drohte damit, auch mit Schweizerdeutsch, seiner Muttersprache, anzufangen, würde er nicht endlich damit aufhören. Taten diese aber nicht, und schon plapperte der junge Schweizer munter in Schweizerdeutsch drauf los, während Martin fortlaufend probierte zu übersetzen, was er gerade gesagt hatte. „Scheint auf jeden Fall eine ganz witzige Truppe zu sein, die scheinen sich gut zu verstehen“, dachte sich Olga und schaute sich weiter im Raum um. Als nächstes sah sie jenen vornehm aussehenden, jungen Mann, den sie vorher schon erblickt hatte und der sich bisher aus allem zurückgehalten hatte. Olga hätte wetten können, dass der sie angestarrt hatte, als er vorher reingekommen war.

Sobald er sah, dass Olga jetzt ihn verwundert musterte, erhob er sich schon wieder von seinem Platz und ging auf Olga zu, worauf er ihre Hand zu seinen Lippen führte, während er ihr weiterhin in ihre Augen blickte und sich vorstellte: „Der Name ist Zoanacochtzin, Mixtli Zoancochtzin; habe die Ehre.“ Olga lächelte schüchtern und neigte verspielt ihren Kopf, sodass sie ihren Hals entblößte, doch aus den Augenwinkeln betrachtete sie immer noch jenen Gentleman, während sie kokett mit einer Strähne ihres pechschwarzen Haares spielte und sich dachte: „An was für einen komischen Typen bin ich denn jetzt wieder geraten?“. Dieser fuhr nach kurzer Pause fort: „Cara signorina, Sie müssen einem leidenschaftlichen Ästheten das Gaudium bereiten und mir etwas Gesellschaft leisten, denn es geschieht nicht oft, dass einem der Frühling in persona die Aufwartung macht. Ich hege keinen Zweifel, dass Ihr tugendhaftes, aber dennoch juveniles Herz, welches im weichen Busen schlägt, bezaubernde Geschichten zu berichten weiß, welche dann von ihren stolzen Lippen, deren berückendes Kolorit nur durch wahre Meistern der Kunst, den größten Musengünstlingen, ansatzweise auf Leinwand gebannt werden könnte, geformt allgemeinen Beifall heischen. An ihren strahlenden Augen, welche wie der erhabende Abendstern am Himmelszelt dem Glücksritter das Wohl weisen, erfasse ich, dass in Ihnen eine gute Seele haust. Vertreiben Sie mir an diesem tristen Ort mit Ihrem Liebreiz etwas die Zeit.“ Olga verstand kein Wort, lachte aber und strich mit ihrem schneeweißen Zeigefinger über den Kragen des dunkelblauen Kammgarnsakkos, welches der Unbekannte trug, dann setzte sie sich auf das mit türkisen Brokatstoff bespannte Sofa, wobei sie ihre langen, glatten Beine verschränkte, und schob das schwarze Haar zurück. Immernoch hatte sie ein großes Fragezeichen über dem Kopf, das war vorher einfach zu viel Text und zu viele Fremdwörter aufs mal. Trotzdem tat sie so, als wäre sie geehrt und setze sich neben ihn auf den türkisen Stoff, während sie hoffte, dass er ihr nicht an die Wäsche wollte. Schliesslich hatte er doch nicht umsonst vorher ihren Busen erwähnt, der ihm scheinbar so angetan hatte. „Vermutlich haben die hier drin einfach längere Zeit keine Frauen mehr gesehen, eingepfercht in einen Schrank ist so was auch schwierig“, sagte sie sich und blickte zu den anderen 2 Personen, die ebenfalls auf dem Sofa saßen. Der erste trug mit Stolz sein T-Shirt mit einem Smiley mit einer Kommunisten-Flagge, der im Kreis herumläuft. Als sein Sitznachbar ihn anstupste und in Olgas Richtung zeigte, schrie er los „DU NAZI! DU PEGIDAist! Du... du... REVOLUTION!!!“ während er wild mit den Händen gestikulierte. Schnell drehte sich Olga weg, „was ist denn mit dem los?“, dachte sie und schaute sich weiter um. Der letzte im Raum hatte ein T-Shirt mit Diego von Ice Age drauf und schien auch nicht so angetan vom Schweizer zu sein, denn auf jeden Fall warf er ihm immer wieder giftige Blicke zu, die diesem aber wohl nichts ausmachten, da der munter weitermachte mit seinem schweizerischen Akzent hochdeutsch zu sprechen. Der Buschmann war gerade nicht da und sie wunderte sich, warum sie nicht einfach das Telefon benutzen, das an der Wand hing um Hilfe zu rufen. Die Anderen bemerkten ihren Blick und Martin meinte resigniert „Leitung ist tot, haben wir schon probiert“. Sie entschloss, sich erst mal mit ihren Mitgefangenen zu beschäftigen und dann erst über eine Fluchtmöglichkeit nachzudenken. „Immerhin bin ich jetzt nicht mehr so alleine“ sagte sie sich im Stillen und wandte sich wieder Zoan zu.

Plötzlich riefen alle „Halllloooo Buschi“, Olga merkte, das damit der Buschmann gemeint war, dieser winkte genervt ab, beschwerte sich über den Schweizer, der am lautesten von allen gerufen hatte und murmelte was von Willkommenskultur und ObsiPupsi und die sollen doch endlich ruhig sein, er habe sie immerhin entführt. Der junge Kauz neben ihr wiederum fragte sie über ihren Freund aus und fragte sich, wie dieser es wohl so lange ohne Liebe, oder wenigstens Brüste ausgehalten habe und fügte dann im Stillen, aber so laut, dass sie es trotzdem noch hören konnte „davon muss Mieletta ja nichts wissen“ hinzu. Trotzdem sprach sie weiter mit ihm, sie fand seine Art irgendwie cool, wie er immer so komisch sprach und begeistert von seinen wöchentlichen Opernbesuchen und Klassischer Musik schwärmte. Während dieser vor sich hinplauderte, wie toll Goethes Faust doch sei, dachte sie sich insgeheim, dass sie ihren Sebastian sowieso niemals verlassen würde und Kauz machen konnte, was er wolle. Dieser machte erst mal gar nichts, denn kaum konnte er ihre Frage beantworten, wie so ein Bsuchmann es wohl hinkriegt, ganz alleine so viele Menschen zu entführen, ergriff schon der Buschmann das Wort. Seine Antwort, „Das maximale Volumen subterraner Agrarprodukte steht in reziproker Relation zur mentalen Kapazität des Produzenten“ war sowieso so unverständlich, dass sie ganz froh war, endlich wieder den normal sprechenden Buschmann zu sehen.

Da steht er in der Küche und schaut sich das Desaster an

Dieser kam gerade aus der Küche und beschwerte sich über das Essen, das die jungen zuvor scheinbar zubereitet haben. Jetzt erst bemerkte sie, dass es verbrannt aus der Küche roch und sie rannte dem Buschmann hinterher, um sich das ganze anzusehen. Rauch breitete sich vom Ofen her aus, das Fenster war weit geöffnet und der Rauch stieg durch die kleine Öffnung nach draußen in den Himmel. Schnell nahm sie die Topfhandschuhe und probierte zu retten, was von dem Tier im Ofen noch übrig war, scheinbar einem Huhn, dass der Buschmann vorher gefangen hatte, denn es steckten immer noch einige Federn in dem Körper, die nun Lichterloh brannten. „Advend, Advend, das Hähnchen brennt“, kam es nach mit schallendem Gelächter von Richtung des Sofas und der Buschmann warf einen Salzstreuer in ihre Richtung, der auf dem Boden zerplatze und alles mit einer Schicht Salz überdeckte. Schnell war es wieder ruhig, der einzige Weg hier raus war mit dem Schlüssel, und den hatte der Buschmann gut versteckt. Und dieser würde lieber sterben, als ihnen zu verraten, wo die Schlüssel sind, das wäre „Indianerehre“ oder so was, wie die anderen vorher beiläufig bemerkten, als sie mit dem Kauz sprach. Als sie wieder zum Ofen blickte, lief schon der Buschmann mit dem Tablett mit dem Hühnchen an ihr vorbei und knallte es auf den Tisch während er die Gruppe anblaffte „selbst schuld, esst ihr jetzt halt das, was anderes gibt es nicht, wir sind hier nicht in einem Hotel“. Wiederwillig saßen alle an den Tisch, nahmen ein Stück und bissen angewidert in das innen nur halbgare Hähnchen. Als sie fertig waren, meinte der Buschmann „so, jetzt ist Zeit für Geschenke, ach nein wartet, ihr konntet ja gar nichts für mich kaufen, ich wart ja eingesperrt“ und begann schallend zu lachen. Die anderen blickten resigniert zu Boden, scheinbar hatten sie alle schon mal probiert zu flüchten und wurden äußerst unsanft von ihm davon abgehalten. „Richtig so!“, meinte Buschi, „Ihr wollt ja nicht enden wie das Hühnchen, oder?“. Alle nickten Stumm. Die Stimmung war sehr schnell gekippt und die nächsten paar Stunden schauten sich die Leute alle nur verlegen an, wagten sich aber nicht, nochmals das Wort zu ergreifen.

Der Weihnachtsabend

Sogar für einen Baum hat er gesorgt, na wo der den wohl im Wald ausgerupf hat…

Nach einigen Stunden beklemmenden Schweigens kam der Buschmann mit mehreren Geschenken wieder, im Gesicht aber wenig Zeichen von Festlichkeit, eher ein schelmisches Grinsen, als er die Geschenke unter den Baum stellte. Die Geschenke waren beschriftet mit Timbuktu, Harry, Martin, Schweizer-Boy, Zoan, Diego, Kommi und „die Dame des Hauses“. Alle schauten sich gegenseitig verwundert an, „Geschenke? Statt uns einfach die Freiheit zu schenken“, ergriff der Harry das Wort, fing sich aber sofort einen strengen Blick vom Buschmann ein, worauf er verstummte. Sie sahen gespannt zu, wie er die beschrifteten Geschenke unter dem Baum positionierte und danach mit leicht feierlicher Stimme verkündete „So, wir haben uns jetzt mehr oder weniger freiwillig hier in der Hütte versammelt...“. Ein Raunen ging durch die Gruppe, „freiwillig?“. Von dem ließ er sich aber nicht von seiner Rede abhalten und führte fort: „...Und jetzt sind wir hier, am heiligen Weihnachtsabend und genießen die Wärme des Hauses und die vertraute Gemeinsamkeit, wohlgenährt von unserem Essen. Ja, ist es nicht schön, endlich mal nicht mehr alleine feiern zu müssen? Für mich zumindest schon, genügend lange hat mich die Einsamkeit geplagt, jetzt muss ich bei euren komischen Brauch endlich nicht mehr alleine sein und das verdanke ich euch. Dafür bin ich euch sehr dankbar, deshalb auch diese Geschenke hier. Ach ja und die dürft ihr jetzt übrigens auspacken.“. Gespannt, was denn der Buschmann da so ganz ohne Geld oder ähnliches aufgetrieben haben könnte, öffneten sie alle ihre Geschenke und erschraken, als plötzlich Olga drauflos quietschte: „iiiiiiiiih, ein toter Hase, so was von geschmackslos“. Der Buschmann lachte plötzlich schallend drauf los, offenbar hatte er nie vor, ihnen etwas richtiges zu schenken und genoss die Reaktion der anderen, als sie ihre Geschenke öffneten und eine Ekelheit nach der anderen vorfanden. Kaum hatte Olga ihren Schreck überwunden kam der Buschmann mit einem Art Kuchen rein, seine Laune hatte sich wieder etwas gebessert und er stellte die Platte mit dem zynischem Kommentar „wenn ihr mehr Hunger habt, liegt dahinten ja noch ein leckerer Hase“ auf den Tisch. Trotz ihres ausgeprägten Hungers brachte Olga keinen Bissen von dem Kuchen runter, der Hase hatte ihr den Appetit so ziemlich verdorben, weshalb sie lieber den anderen beim Essen zuschaute. Nach 15 Minuten war von dem Kuchen auch nichts mehr übrig und alle schauten sich nach dem Buschmann um, dieser war aber nirgendwo zu sehen. Jetzt konnte sich Olga zum ersten mal in der recht großen Holzhütte umschauen, weit konnte er ja nicht sein, draußen herrschte ein starker Schneesturm, trotzdem konnte sie nirgendwo ein Zeichen von ihm erblicken.

Und da geht er dahin

Auch die anderen waren auf ihrer Suche ergebnislos bis plötzlich der Diego rief: „Hey, die Tür ist nicht mehr abgeschlossen, ich glaube der hat sich aus dem Staub gemacht“. Frische Spuren im Schnee, die vom Wind schon fast wieder verweht wurden, zeugten von dieser Tatsache, „scheinbar hat er so eine Situation nur abgewartet, in dem Sturm finden wir ihn nie“, klang es mit Schweizer Akzent von hinten. In der Ferne konnten sie einen Motor hören. Olga fragte sich, ob das wohl der Buschmann war, der mit einem Schneemobil davonbrauste und ging dann schnellstmöglich wieder ins warme Haus.

Schneesturm

Und so kam es, dass Olga doch noch zu ihrem schönen Weihnachtsabend kam. Hinter dem Haus fanden sie auch den Grund, warum das Telefon vorher nie funktioniert hatte, denn das Kabel, dass eigentlich in die Hauswand führen sollte hing lose herunter. Nachdem sie dieses behelfsmässig wieder in die Wand gesteckt hatten, verständigten sie die Polizei mit dem Telefon, das nun tatsächlich wieder funktionierte und ging dann wieder zu den anderen. Endlich konnten alle frei sprechen, der Reihe nach stellten sie sich kurz vor, spielten dann einige Gesellschaftsspiele, die sie in dem Haus gefunden hatten und probierten, sich vom jungen Schweizer Jass beibringen zu lassen. Dieser hatte Olga inzwischen wohl ins Herz geschlossen und begann währenddessen unaufhaltsam mit ihren langen Haaren rumzuspielen, was sie zwar ein bisschen nervte, aber trotzdem einfach zuliess, für Wiederrede fehlte ihr einfach die Energie. Alles in allem war es trotz dem Umständen ein schöner Abend und Olga freute sich schon, endlich ihrem Freund wieder in die Arme springen zu können. Nach einer halben Stunde klingelte es an der Tür, die Truppe zuckte zusammen in der Angst, der Buschmann wäre wieder zurückgekommen. Trotzdem machten sie die Tür auf, worauf sie von einem uniformierten Polizisten gefragt wurden „Haben sie die Entführung gemeldet? Wir suchen Sie schon seit Tagen“.

Als sie an der Polizei vorbeischielte, sah sie auch Sebastian, der schon auf sie wartete und sie fröhlich anblickte. Wäre da nicht der Polizist, der ihr zu erkennen gab, das sie erst ihre Zeugenaussage machen müsste, wäre sie sofort auf ihn losgestürmt und hätte ihn so heftig umarmt wie sie es noch nie getan hatte. Auch andere Familien warteten draußen, auch die Mieletta, die Mixtli vor einigen Stunden erwähnt hatte. Die 2 küssten sich sofort innig, als sie sich gesehen hatten, stiegen in einen altmodischen Wagen und brausten davon in den Schnee. Auch Olga wollte so schnell es ging weg von hier und endlich ihre restliche Familie wiedersehen, weshalb sie Sebastian immer mehr hetze, als sie voller Freude dem Wald-Ende entgegen lief. „Endlich frei“, dachte sie sich, diesen Dezember würde sie nie mehr vergessen.

Epilog

Es ist der 25. Dezember 2016, genau ein Jahr nach de Entführungsaktion, Olga und Sebastian waren inzwischen verlobt und sie erzählte gerade ihren Enkelkindern erneut, was letztes Jahr passiert war. Alle hörten ihr gebannt zu und die Erwachsenen ließen zwischendurch Bemerkungen wie „oh nein, wie grausam“ oder „wie kann man so etwas nur tun“ fallen. Der Buschmann selbst konnte nie gefasst werden, im Neuschnee verloren sich seine Spuren und nach 3 Monaten gab die Polizei die Suche auf. Plötzlich hörte sie ein Klingeln an der Tür und rannte runter, um sie zu öffnen. Niemand war da, nur ein in Papier eingewickeltes Geschenk auf dem stand „Fröhliche Weihnachten Olga“, die Schrift war sehr krakelig und in den gleichen Farben, die der Buschmann letztes Jahr für sein Gesicht benutze. Sie öffnete das Paket, drinnen war ein Stein, in dem eingeritzt war „Letzte Weihnachten waren schön, das sollten wir öfters machen, nächstes mal mit mehr Leuten“. Manche Menschen ändern sich wohl nie, lachte sie und warf den Stein in ihren Teich, diese Weihnachten würde sie sich von niemandem kaputtmachen lassen.


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