Charlie Sheen

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Charlie Sheen: Stich aus Jugendtagen

Charlie Sheen (* 3. September 1965 in New Jersey), auch Klaus Kinski in lustig, ist das Alter Ego eines ehemaligen, gleichnamigen Schauspielers, der für Dinge berühmt ist, die David Hasselhoff erst gemacht hat, als er nicht mehr berühmt war. Er avancierte zu Amerikas Anti-Bill Cosby, obwohl beide im richtigen Leben etwa gleich viele Frauen vergewaltigt haben, hat ein lebenslanges Betty Ford-Abo und einen eigenen Wiederbeleber, der rund um die Uhr für ihn arbeitet. Das rührt hauptsächlich daher, dass Sheen mit seinem bemerkenswert vielseitigen und probierfreudigen Konsum von Drogen und Glücksspiel zu einer Parodie der Figuren geworden ist, die er früher einmal parodiert hat. Mittlerweile gibt es weder filmisch noch privat Tabus, die er in seinem Leben noch brechen könnte, weil er zunächst selbst die neuen menschlichen Tiefpunkte setzen muss, die er unterschreiten kann. Große Teile der Serien Two and a half men und Breaking Bad beruhen auf seinem Leben.

Jugend

Was soll bei dem Vater schiefgehen?

Charlie Sheen hat sich als Karl Erwin Estévez in einem Kreissaal in New York im Jahr 1965 selbst geboren. Den Arzt, der ihm den Klaps zum Atmen gab, hat er bespuckt und danach seiner Mutter an die Brust gefasst, aber nicht, um daraus zu trinken. Als die ihr Kind vor Schock in eine Auffangstation gab, zündete Sheen dort die Nabelschnüre von Frühchen an, entkam und legte sich mit einem selbst verursachten blauen Auge in das Bett seiner Mutter zurück, um sie der Kindesmisshandlung beschuldigen zu lassen.

In frühester Jugend zog die Familie Estévez in ein Strandhaus nach Malibu, wo sein Vater, der sich aus Angst vor der Einwanderungsbehörde Sheen genannt hatte, zusammen mit seinem geschiedenen Bruder hauste, der sich bei ihm durchschnorrrte und von der zynischen, alten Hausdienerin argwöhnisch verspottet wurde. Weil sich diese schale Handlung nicht über neun Staffeln Kindheit ausschlachten ließ, musste sie der kleine Estévez interessanter machen. Seit er fünf war, lief er mit einem Bourbon-Glas in der Hand herum, in dem zuerst Erndbeermilch, dann Milch mit Schuss, dann nur noch Schuss ohne Milch war. In der Schule schrieb er schweinische Jingles für seine Altersgenossen, die dazu führten, dass er mit elf Jahren der Schule verwiesen wurde und mit seinem Vater an ein Film-Set nach Thailand reiste, an dem Charlie die Preise für Kokain und thailändische Prostituierte studieren konnte. Noch mehr begeisterte ihn aber die Schauspielerei, stellte sie doch eine manipulative und nützliche Art von Betrug dar.

Schnell merkte Sheen jedoch, dass er für die elegante und hintersinnige Kriminalität zu wenig Ausdauer und moralische Verschlagenheit besaß. Er trat ins Jugendbaseballteam seines Heimatorts ein, um seine gelegentlich auftretende Aggressionen mit dem Baseballschläger an seinen Mitspielern korrigieren zu können. Erst das US-Militär schien ihm für seinen zynischen Sadimus ausreichend Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten. Als versoffener Gewalttäter schaffte es Sheen Anfang der 90er Jahre sogar unter dem Pseudonym Topper Harley der gewaltaffinen, amerikanischen Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und zahlreiche Actionfilm-Klischees überregional erfolgreich zu karikieren. Sheen gefiel sich in dieser Rolle des Bad Boy, der durch schlimme Taten Gutes bewirkt. Er wusste zwar nicht, wieso und eigentlich wussten es auch seine Fans nicht, aber sein pöbelndes, saufendes Garfield-Ego gefiel den Menschen und so versuchte Sheen die 90er Jahre über auch andere gesellschaftliche Missstände möglichst realitätssnah zu karikieren, wie einen Drogenjunkie, einen Frauenschläger oder einen heruntergekommenen Hollywood-Star.

Sex

Frauen sind verletzlich

Eine Zeichnung Sheens aus Kindertagen, damals für eine Hausaufgabe im Englischunterricht: Was wollt ihr später mal werden?

Trotz familiärer Multinationalität und der Weltoffenheit seines Vaters entwickelte der kleine Charlie ein festes misogynes Werte- und Normensystem. Dabei verstand er es schon in jungen Jahren, die Frauen zu verzaubern, bis er schließlich mit 19 mit einer High School-Schülerin das Leben versaute. Das machte aber nichts, denn zauberhaft wie er war, ließ er sie schon bald nach ihrer Entbindung verschwinden. Als es dann um die Vaterschaft für das kleine Mädchen ging, verschwand sogar Sheen selbst.

1987 tauchte Charly auf dem Model Kelly Preston wieder auf, der er kurz nach seiner Verlobung mit ihr aus Versehen in den Arm schoss. Als Reaktion darauf verließ sie ihn; völlig übertrieben, wenn man sich vor Augen hält, dass sie nur zufällig seinen ungesicherten, lose in der Hose getragenen Revolver auf die Toilette hat fallen lassen und er sich im Moment des Unfalls noch mit den Worten "Ich war's nicht" entschuldigte. Sheen hätte es doch beiliebe schlimmer treffen können.

Von der Verlobung zur Hochzeit

Das, was verkappte Spießbürger im Scherz parlieren, z.B. einen Harem gründen zu wollen oder eine nymphomanische Pornodarstellerin zu heiraten, sind für Charlie Sheen nur unspektakuläre Lebensgeschichten, die er eines Tages seinen Enkeln erzählen wird. Die Geschlechtskrankheiten aus diesen Erzählungen hat er aber noch und trägt jede einzelne davon mit Stolz. Immerhin war die Pornodarstellerin Ginger Lynn Anfang der 90er Jahre seine große und inspirierende Liebe, für deren unaussprechliche Perversionen er sogar das Trinken klarer Schnäpse aus ihrer Zwischenbrustritze aufgab. Etwas seltsam ist es schon, dass sie mit Pornos Drehen aufgehört hat, als sie Sheen kennenlernte und wieder damit anfing, als sie sich trennten. Aber unabhängig davon, womit Sheen in dieser Zeit sein Geld verdient hat, reifte er mit ihr in einer gesunden partnerschaftlichen Beziehung, in der er fast vier Jahre nicht zu häuslicher Gewalt griff. Da staut sich allerdings auch einiges auf.

Dass Sheen öfter mal hinlangte, hieß nun nicht, dass Frauen für ihn generell Objekte waren, denn Objekte hätte er niemals so schlecht behandelt. Während er 1995 seiner Ex-Freundin noch nachtrauerte, die er auch für ihre ernsten, autobiographischen Rollen in Filmen wie "Anal Madness" bewunderte, heiratete er im gleichen Jahr ein gesichtsloses Model, das er in Atlantic City beim Pokern gewonnen hatte. Nach fünf Monaten, als das Ketamin in ihr zu wirken aufhörte, ließ er sich scheiden, schaffte es in dieser Zeit aber auch nur mäßig, Kopulationsbereitschaft aus ihr herauszuprügeln. Danach stieg er wieder auf Pornodarstellerinnen um, denn deren Charakter war ja so toll, und schaffte es 1996 auch endlich, Sex gegen Gewalt zu bekommen, als er herausfand, dass er die Frau einfach bewusstlos schlagen muss, damit sie sich nicht wehrt. Alkohol hätte es nicht gebraucht, um diese Schamgrenze zu überwinden, Sheen nahm ihn aber trotzdem.

Sheen mit (fast) freiwilliger Begleitung

Sesshaftwerdung und Familienmensch

Ende der 90er Jahre beschloss Charlie Sheen mit seinen Beziehungen zu reifen, sesshaft zu werden und zeigte sich bereit für Kinder, also nicht für den Unfall, den er mit 19 verursacht hatte, sondern für richtige Kinder. Im Jahr 2002 schwängerte er die Schauspielkollegin Denis Richards, die zweisexieste von 100 Frauen beim FHM-Voting von 2001. Platz eins war einfach zu teuer. Man muss Sheen zu Gute halten, dass er sich mit der Geburt seiner Töchter etwas zurücknahm, fast nur noch an Wochentagen soff, die auf -day endeten und Sex nicht mehr mit häuslicher Gewalt, sondern nur noch mit Drohungen und Psychoterror zu erpressen suchte. Leider sah Richards das Gute in ihrem Lebenspartner nicht und trennte sich 2006 von ihm. 2008 wiederholte Sheen mit irgendeiner beliebigen Bimbo das Familienexperiment, diesmal mit Söhnen und müsste erneut die bittere Erfahrung, das Frauen nur auf Kerle mit Macheten stehen, wenn sie wissen, dass diese Kerle sie nicht gegen sie einsetzen, besonders nicht im Urlaub und schon gar nicht an Weihnachten.

Die letzten drei Pornodarstellerinnen, mit denen Sheen in einer, wenn auch nicht legalen so doch öffentlichen Dreicksbeziehung zusammen war, führten dazu, dass ihm seine Ex-Frauen das Sorgerecht für die Kinder entzogen, deren Liebe Sheen 2011 weder mit Streichung des Unterhalts noch mit provozierter Obdachlosigkeit zurückgewinnen konnte. Dabei suchte der Mann doch einfach nur Trost und Gefügigkeit in einer gleichberechtigten Partnerschaft und Hunde sind doch so verdammt eng!

Doch Sheen hatte dazugelernt. Als der Sugar Daddy Anfang 2014 zu seinen Wurzeln zurückkehrte und sich mit einer sehr viel jüngeren Schauspielkollegin verlobte, nur um sich nach wenigen Monaten wieder von ihr zu trennen, verließ er sie schon vor der Hochzeit, um Geld für Unterlassungsklagen und Strafanzeigen für nachträgliche Körperverletzung zu sparen. Vielleicht weiß Sheen, dass so eine zarte Seele wie er mit den Frauen, mit denen er bisher öffentlich zusammen war, kein dauerhaftes Glück finden kann, ganz anders als mit den inoffziellen Freundinnen, bzw. Teile von ihnen, die in schwazren Müllsäcken in dem Musenhain hinter seinem Grundstück liegen. Die geben wenigstens keine Widerworte.

Drugs

Die Pallette an Suchtmitteln, die Charlie Sheen schon seit frühester Kindheit austestet, hat die Vielfältigkeit des modernen Chemieunterrichts weit überschritten. Eigentlich dürfte er gar keine Drogen mehr bekommen, weil er als Kind in einen LSD-Topf gefallen ist. Doch Sheen ist Trendsetter und Schnellkonsumierer, sodass der Markt oft eh nicht mit der Produktion neuer Suchtmittel nachkommen kann. Deswegen setzt er schon längst nicht mehr auf konventionelle Substanzen. Von dem abhängig zu werden, was alle anderen Drogensüchtigen seit Jahren nehmen, wäre ja auch kein Tabubruch.
Das ist der Traum!
Deswegen ernannte sich Charlie Sheen auch 2011 in einem philosphisch angehauchten Webvideo selbst zur Droge, um wenigstens eine Substanz zu haben, die garantiert kein Junkie kosten will...Fragt sich nur, was trauriger ist: der hirnbverbrannte Schwachsinn, den er in seinem Suff erzählte, etwa, dass denen, die ihn konsumieren die Gesichter wegschmelzen oder dass es den zehntausenden, die es eben doch tun, noch nicht passiert ist.

Im Prinzip war Sheen schon von allem abhängig: Nikotin, Vicodin, Valium, Ecstasy, Mariuhana, Alkohol, Puzzlen, Sport treiben, Wolken zählen, E-Mails checken oder Niesen. Es gibt keine Tätigkeit, kein zusammenhängendes Schema von Handlungen oder Molekülen, zu denen Sheen keine übermäßige Affinität entwickelt hätte. Natürlich hat er bei jedem Absturz auch gleich eine Entziehungskur begonnen, doch die Pfleger in der Betty Ford-Klinik und Sheen müssen beide schon immer herzhaft lachen wenn er wieder dort aufkreuzt. Eine Zeitlang war Sheen sogar abhängig von Entziehungskuren. Doch nicht nur quantitativ erweitert Charlie Sheen seinen Horizont, auch die Intensität seines Verbrauchs erreicht Werte, bei denen selbst Helmut Schmidt im Zigarrensalon der Frosch im Hals stecken bleibt. Natürlich ist ihm dabei seine Umgebung behilflich, denn Sheen muss nicht erst langwierig fragen, wo er rauchen darf, er muss nur wissen, wen er bestechen muss, damit er es darf.

Oder entsprach das alles der Realität?

Charlie Sheen darf nicht nur, ja, soll nicht nur Drogen nehmen, er kann es auch. Warum er eine Überdosis nach der anderen überlebt, wenn er mal wieder zugedröhnt wie sonstwas mit einer Pumpgun auf dem Balkon rumschießt ist dabei schon fraglich. Sheen selbst begründete es mit seinem Tigerblut. Dabei handelt es sich um eine Blutkonserve von Keith Richards, die ein Pfleger in Sheens Villa im Kühlschrank aufbewahrt und ihm verabreicht, wenn er mit dem Gesicht nach unten auf dem Fliesenfußboden liegt, um sein eigenes Blut zu reinigen.

Doch Sheen kann, wo andere versagen, auch aufgrund seines eigenen Charmes noch weitermachen. So zog er im Jahr 2002 einen ganzen Bollerwagen voll Kokain durch eine Flughafenkontrolle in Montreal und als er deswegen vom Zoll befragt wurde, scherzte er mit dem charmantesten Lächeln, das er besitzt: den hätte ihm jemand angehängt. Selbst in Affären, die weniger glimpflich abgelaufen sind, hatte Sheen noch immer genug Geld, um sich milde, kalifornische Richter zu kaufen und weil er eben so ein großes Herz hat, gilt seine Sorge auch denjenigen, die sich nicht so tolle Ausreden für ihr Handeln kaufen können. Weil er weiß, wie schwer es für einen normalen Junkie ist, auf Entzug an Stoff zu kommen, hat Sheen eine Stiftung gegründet, die jungen verlorenen Seelen genau dabei helfen soll. Wie kann man so einem Mann böse sein, wenn er stinkbesoffenen seine persönlichen Drohungen und Beleidungen über den Äther schickt? Es ist seine Art, den Menschen, die ihm wichtig sind zu zeigen, dass er sie liebt, frei aus dem Bauch raus, ohne große Hintergedanken und vor allem -ehrlich!

Schauspielerei

Bis Ende der 80er Jahre drehte Sheen über die Produktionsfirma seines Vaters Filme, die selbst Kinomuffeln bis heute noch in den Ohren klingen, wie Die Hinrichtung des Soldaten Slovik, Ferris macht blau oder Die rote Flut, einen Film über die Menstruationskrämpfe von Jennifer Grey. Schon da merkte er, dass seine Familie eigentlich genug Geld hat, dass es ihm scheißegal sein konnte, ob er mit seiner Kunst auch Zuschauer anlockt oder Erfolg hat. Leider hatte Sheen Erfolg und zwar ausgerechnet mit Antikriegsfilmen wie Platoon, die nun völlig seinen geheimen Gewaltfantasien widerstrebten. Deswegen sah er schnell von solch ernsten Rollen ab und drehte lieber eine Parodie nach der nächsten, denn für diese Rollen musste er sich ja nicht anstrengen oder gar nicht erst schauspielern. Nach Hot-Shots begann sich Sheen vom Produzenten immer mehr zum Filmkrtiker und Realsatiriker zu wandeln und seine Meinung/Spontaneinfälle oder niederen Gedanken über Kollegen in niveauvollen und anregenden Glossen zu publizieren. Der Alkohol half ihm dabei, sehr oft sprach er sogar für ihn.

Du hast noch nicht gelacht und kriegst nacher eins auf die Fresse!

Waren es Anfangs eher Ausfälle privater Natur, z.B. wenn seine zeitige Freundin einen Vierer mit ihm und einer Gummipuppe ablehnte, wandte sich Sheen ab 2011 auch an sein berufliches Umfeld. Hier ging er nun völlig in seiner autobiographischen Rolle aus Two and a half men auf, bzw. die Rolle in ihm, wer weiß das schon genau. Man kann Sheen nicht verdenken, dass er über John Cryer gesagt hat, er sähe aus wie ein Troll (das spricht nur aus, was alle denken) und auch Sheens Produzent Chuck Lorre hatte den eineinhalbminütigen, verbalen Rundumschlag mit gröbsten, sinnentstellenden und unwürdigen Beleidigungen verdient. Schließlich hat dieses gierige Schwein Sheen mit seiner niveaulosen Sitcom zum bestbezahlten Serienschauspieler der Welt gemacht. Gibt es etwas verwerflicheres? Jedenfalls ist es kein Wunder, dass sich beide Parteien danach im Einvernehmen trennten.

Charlie Sheen, entdeckte nach dem Auslauf seines Sitcom-Vertrags endlich seine Affinität zu Enthüllungsreportagen und enthüllt seitdem, wie verdorben ihn Hollywood wirklich gemacht hat. Er hält damit nicht hinter dem Berg, wie verachtenswert er die Zuschauer findet, die sich sein Schmierentheater und seine Webshows ansehen. Sheen will Missstände ansprechen, bevor sie entstehen, er gewinnt in der Filmbranche dadurch, dass andere Leute sich moralisch disqualifizieren, indem sie ausgerechnet ihm die Hauptrollen in überbezahlten Serienprouktionen anbieten, als ob er das nötig hätte. Er kann ja selbst nichts weiter dabei tun als zu gewinnen und selbst wenn Sheen schon längst auf der Straße in Mülltonnen wühlen würde, was bei seinem Lebenswandel eigentlich kein Wunder wäre, würde er dabei noch halbangegessene Fischbrötchen gegenüber anderen Obdachlosen gewinnen.

Was soll man bei einem Mann, der nicht verlieren kann, also anderes tun, als jede seiner menschlich abscheulichen Taten zu bejubeln, zu feiern und zu vergöttern? Denn wenn dazwischen noch der eigentliche Mensch Charlie Sheen durchblitzt, so sind es nur langweilige Innenansichten eines gebrochenen, verunsicherten Gutmenschen. Das will doch niemand sehen! Wer aus seinen Serienrollen soviel Geld gezogen hat, dass er es zuhause auf die Klopapierrollen wickeln kann, lebt einfach nicht standesgemäß, wenn er es an unsinnige Hilfsorganisationen verpulvert. Sheen hat das momentan durch seinen Drogenkonsum noch sehr gut im Griff, aber wie lange kann das noch so weiter gehen?

Und sonst so

Jugendlich wie eh und jeh

Sehr lange, denn Sheen hat sich 2013 in einem Fernsehinterview vorgenommen, nicht zu sterben. Rein vom Lebenswandel her scheint er die Zeit bereits ausgetrickst zu haben. Er ist 50, sieht aus wie 63, kleidet sich wie 23 und verhält sich wie zwölf. Für jeden anderen wären die vielen Lücken, die Entzugskuren in seinen Lebenslauf gerissen haben, ein unvermeidbarer Invaliditätsgrund, aber Sheen kann dadurch nur gewinnen.

Bei näherer Betrachtung ist Sheen ein trauriger Drogensüchtiger und mutmaßlicher Gewaltverbrecher mit schweren emotionalen Problemen, Bindungsstörungen und einigen offensichtlichen Komplexen. Er hat das Sorgerecht für seine Kinder verloren und eine Serie aufgekündigt, in der er auch noch Geld dafür bekommt, dass er seinen gesamten katastrophalen Lebensstil vor der Kamera ausbreitet. Bei jedem anderen würde das Trauer und Entsetzen auslösen, aber bei Sheen nicht, denn er ist ja Hollywood-Schauspieler und bekommt Geld dafür, das ihm sowas passiert. Er bekommt sogar soviel Geld, dass es ihm immer wieder passieren kann und es ist ja wirklich kein Voyeurismus ihm mit einem lachenden Auge dabei zuzuschauen und ihn darin zu bestärken, wofür man im eigentlichen gutbürgerlichen Dasein nicht den Mut aufbringt. Männer wollen so sein wie er, Frauen wollen Sheen umkrempeln, er ist Identifikationsfigur, Lichtgestalt und Heiliger einer Generation Spaß, der er den Spiegel vorhält. Man beschwert sich doch auch nicht, wenn ein süßer kleiner Welpe seinen Haufen mitten auf den Teppich scheißt, man achtet das als Ausdruck des Wohlbefindens und der Gesundheit.

Sheen kann heute herzlich über den Schatten seiner selbst lachen. Drüberspringen könnte er bei dem Lungenvolumen auch beim besten Willen nicht mehr; und sollte er eines Tages verhaftete werden, weil er Ashton Kutchers Haus oder eine seiner Exfrauen mit einem brennenden Jagdspieß in Brand gesetzt oder sonst irgendwelche Morde begangen hat und in die nächstbeste Kamera am Tatort brüllt, er bereue nichts, er habe gewonnen, er hasse die ganze Welt, so würde man doch einen Moment lang lächelnd inne halten und sich daran erinnern, warum man diesem Mann das früher oder später doch nachsehen muss, denn zumindest ist er ehrlich.