1 x 1 Silberauszeichnung von Meister ProperGanda

Tusse

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Mit Tusse (auch Tussi) wird eine weibliche, humanoide Lebensform bezeichnet, die ihre Rebellion gegen den guten Geschmack offen zur Schau trägt und dafür meist mit Attributen wie „hohl“ und „oberflächlich“ behangen wird.

Begriffsentstehung:

Bei dem Begriff Tussi handelte es sich ursprünglich um das englischen Verb (to) see. Nach dem 2. Weltkrieg riefen die Soldaten der amerikanischen Besatzermacht USA „to see“, (heutzutage antiquiert für „Looky, looky!“,) um ihre Kameraden auf besonders aufreizend gekleidete, grell geschminkte, vermeintlich leicht zu umgarnende Frauen aufmerksam zu machen. Die deutsche Bevölkerung übernahm das Gehörte und da nur wenige Deutsche des Englischen mächtig waren, wandelte sich der Ausruf von ursprünglich „to see“ in „Tussi“. Im Laufe der Jahre ging der Ursprung des Wortes verloren und eine Tussi wurde vermehrt als Tusse bezeichnet.

Ausführungen

Tussen existieren in unterschiedlichen Ausführungen, von der Business - Tusse bis hin zur Asitusse. Allen gemein ist der Hang sich gegen modische Konventionen zu wenden. Das grellste, schrillste, verbotenste (man muss in Superlativen denken!) Teil ist das ihre. Sie ist Fleisch gewordener Kitsch, die pinke Plüsch - Sammeltasse des Homo Sapiens.

Optische Merkmale

Exemplare aller Tussenarten weisen häufig:

auf.

Unterarten

Asitusse

Die Asitusse gibt es in den Figuren magersüchtig, oder mollig. Dessen ungeachtet tragen beide Variationen hautenge, partiell verwaschene Röhrenjeans, Trägertop, Plastiksteppjacke und weiße Plateau - Turnschuhe. Bei der molligen Variation schiebt der Bauchspeck das Top hoch und legt den Rettungsring frei, der genüsslich über den weißen Gürtel wallt.
Die Haut der Asitusse ist entweder kreideweiß, oder Solarium – gelb – braun und ledrig. Ihr Haar kann Peroxyd – weiß, zitronengelb – blond, oder zweifarbig: Unterhaar schwarz, Deckhaar blond, dazu fransig gestuft, sein. Die rosa Lippen umrandet dunkler Konturenstift.

Eine Asitusse entspringt den Wohnparks und Hochhäusern. Als allein erziehende Teenie - Mutter und Hartz IV-Empfängerin verdient sie sich ein kleines Zubrot als Unterschichtenstar diverser Talksendungen. Meist handelt es sich dabei um Themen wie „Ey, du Aaasch. Den Justin bist du wirklich sein Vater!“, „Haste etwa mit DIE gepoppt?“, oder „Der/ Die/ Das is mal voll megascheiße!“

Ein Paradebeispiel für so ein Viech ist Cindy aus Marzahn.

Gothictusse

Die Gothictusse gleicht optisch einer düsteren Mangafigur. Sie trägt berüschte Lackminis und Korsagen, Lackarmstulpen, Overknees (für Männer: Overknees sind Stiefel, die bis über die Knie gehen!) und Zöpfe! Spängchen mit Totenköpfen unterstreichen das Kindchenschema. Die schwarzen Haare sind mit pinken, oder lila Strähnchen (Echthaar, oder Kunsthaar) verziert. Oberhalb der Oberlippe sind viele dieser Exemplare gepierct, ebenso durch die Zunge. Auf dem verlängerten Rücken hat sie ein Arschgeweih tätowiert.

Nach dem Aufwachen verwandelt sich die Gothictusse in Nebel und wabert ins Badezimmer, um sich schwarze Kringel um die Augen zu malen. Sollte jemand die Gothictusse mit ungeschminktem Gesicht betrachten, zerfällt die Gothictusse ad hoc zu Staub.

Hip Hop Tusse

Die Hip-Hop Tusse hat meist schlecht gefärbtes, aschblondes Haar. Ihre Haut wirkt oft (durch schlecht aufgetragenen Selbstbräuner bzw. Make-up) fleckig. Einige durchleben die Phase sich Rastazöpfe flechten zu lassen. Da sie selbst geschmacksfrei ist, orientiert sich an prominenten Beispielen ihrer Art. Meistens eine mini-Handtasche direkt unter den Achseln tragend (auch "Schweißauffänger" genannt). Der große Ausschritt ihres T-shirts entblößt wie vergilbte Silikon BH-Einsätze fröhlich hin und her hüpfen. Sie ist ein Sonnenschein und lacht immer mit,auch wenn sie gerade beleidigt wurde. Längere Singlephasen dauern bei ihr ca. drei Wochen. Sie hat immer einen Hopper als Freund und besitzt ein recht spärliches Vokabular, das aus etwa 30 Wörtern (a la: tight! phat!) besteht. Als Teenie hat sie zum Anschmachten immer ein Poster von ihrem Lieblingsrapper über dem Bett hängen.

Metaltusse

(Diese Sorte ist nicht mit der Altrock – Tusse zu verwechseln, welche in Leopardentop, Stretchrock und weißen Turnschuhen auftritt und deren Vokuhila – Frisur glatt als Wischfeudel durchgehen könnte.)
Die Metaltusse läuft alltäglich in Blue Jeans herum, streift sich zum Ausgehen jedoch Latex, Lack oder Leder über, weshalb sie in den Klamotten immer ein wenig „verkleidet“ wirkt. Sie kann allerdings auch in anderen Klamotten auftreten. Die Metaltussi outet sich als solche spätestens beim Headbangen. Denn sie unterbricht das Bangen für Gothic typische Armruder – Einlagen, bei denen sie gerne Beckenbodengymnastik vollführt. Ihr größtes Glück ist es, den DJ mit Küsschen links, Küsschen rechts zu begrüßen.

Schickeriatusse

Die oft Platin blonde Schickeriatusse verdingt sich gerne als Anhängsel von C-Promis, als Boxenluder, It – Girl, oder Modell. Als Extremkaufsportlerin feilt sie täglich an ihrer Shoppingtechnik. Mit 1000 Teilen binnen vier Stunden hält sie den Weltrekord im Klamotten anprobieren. Außerdem kann sie 30 Kg eingetütete Klamotten an ihrem Körper drapieren, ohne beim Flanieren auf ihren High Heels ins Straucheln zu geraten.

Neben reichlich Designer-Einkaufstüten, dem Strass besetzten Handy, der langen Halskette und baumelnden Ohrringen, dient der Schickeriatusse ihr mitgeschlepptes Taschenhündchen als Accessoire. Ihr Hauptaufenthaltsort ist die Einkaufsmeile, man sieht sie jedoch auch vor der Absperrung eines V.I.P. - Bereiches mit dem Securitymann reden, oder auf Veranstaltungen, auf denen sich Promis tummeln vor dem Eingang herum lungern. Interessen: Beauty, Wellness, Mode, Luxus und Berühmtheiten und reiche Männer, die ihr Beauty, Wellness, Mode, Luxus und Berühmtheiten ermöglichen können.

Spießertusse

Nasführenderweise könnte man die Spießertusse in Reihenhaus, Familienkutsche und korrekter Kleidung verorten. Doch sie kann sich auch den Anstrich eines schrillen Kauzes verleihen. Sie mag Glasuntersetzer, Tischdeckchen, Sammeltassen und einen ausgeprägten Sauberkeitsfimmel haben. Allerdings macht dies noch keine Spießertusse. Vielmehr teilt sich die Spießertusse bereitwillig mit. An der Ampel dem jungen, rauchenden Mann: „Sie wissen aber, dass Rauchen schädlich ist!“ Dem Nachbarn: „Ihr Vorgarten sieht ja vielleicht aus! Sie müssten aber auch mal wieder Unkraut jäten. Nachher kommt das alles zu mir rüber!“ Oder dem halben Dorf: „ Also mein Nachbar ist vielleicht ein fauler Hund. Der macht ja nix. Dessen Vorgarten sieht vielleicht aus!“ Sie liebt es Ratschläge zu erteilen, zu ratschen und in die Privatsphäre anderer Leute vorzudringen. Vor allem, wenn diese anders leben, als sie es gerne hätte!