Christian Hardcore

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Christian Hardcore, auch bekannt als Christcore, christlicher Hardcore oder Jesus-Punk, ist eine... ähm... Musikrichtung im Bereich des Hardcore Punk.

Typische Aufmachung einer Christian Hardcore-Band


Definition

Der Name mag einige etwas verwirren, da man bei der Bezeichnung "Christlicher Hardcore" viel eher an (natürlich einvernehmlichen) Analverkehr zwischen Priestern und Ministranten denkt als an ganzkörpertätowierte Mucker, die auf der Bühne ihre Instrumente vergewaltigen und dabei schreien, als würden sie gerade an einem Spieß über einem Lagerfeuer gegrillt werden. Außerdem ist ideologisch auch so gut wie alles vorhanden. Ritzende Emos treffen sich dort mit Straight-Edge-Kriegern, die von Kopfschmerztabletten bis LSD wirklich jede Droge vehement ablehnen. Vegetarier und Veganer sind gleichermaßen vertreten wie Fleischfresser und beim Konzert einer christlichen Hardcore-Punk-Band kann es schon einmal vorkommen, dass ein katholischer Pfarrer mit schwarzem Rollkragenpullover neben Jungs und Mädchen mit lustigen Frisuren, bunten Bildern auf der Haut und durchlöcherten Gesichtern im Moshpit steht. A propos Moshpit - man findet auf den Konzerten von Jesus-Punk-Bands natürlich auch die gewaltverherrlichenden, lebenden Windmühlen, langhaarige Headbanger und auch Mauerblümchen, die sich mit ihrem Sodawasser in eine Ecke zurückziehen. Wie erkennt man den Christian Hardcore dann überhaupt? Über den Musikstil kann Christcore leider auch nicht exakt definiert werden. Denn die Jesus Freaks decken vom fröhlichen, Blink-182-lastigen Party Punk über den traurigen Emocore bis zum Grindcore, bei den einfach nur die Instrumente verdroschen werden und vorne jemand steht, der einfach nur schreit, wirklich alles ab. Leider wäre eine Definition nur über die Texte möglich, die man aber leider so schwer versteht.

Diskussion, Kontroverse und Ähnliches

Innerhalb der verschiedenen Szenen fragt man sich natürlich über die Sinnhaftigkeit des Christcore. Kritik hagelt es dabei nicht nur von den Menschen, die Hardcore Punk hören und denen dieser Krach sogar gefällt, sondern auch von Mormonen und anderen Christen. Vor allem Bands, die eine Nähe zum Metalcore haben, stehen auf der Abschussliste von Papst Franziskus & Co - denn der Metal gilt noch immer als die Musik des Satan. Innerhalb der eigentlich sehr offenen, toleranten und auch eher linksradikal ausgerichteten Hardcore Punk-Szene kritisiert man die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit, die die Christenrocker an den Tag legen (ob offen oder "nur" versteckt). Außerdem kommt im christlichen Hardcore auch etwas vor, das im Rest der Szene eigentlich ausgemerzt worden ist: der Rassismus. Dieser beginnt meistens bei den US-amerikanischen, republikanisch geprägten Jugendlichen und setzt sich durch den Glauben der jungen, evangelikalen Christen fort, Gott hätte für jeden Menschen einen vollkommenen Plan und würde es absolut gut mit ihm meinen. Dabei wird rigoros ausgeblendet, dass dieser perfekte Plan für die Kinder in Afrika, auf deren Ausbeutung der Wohlstand der USA und Westeuropa aufgebaut ist, eigentlich den Hungertod bedeuten würde. Aber die Wege des Herrn sind ja bekanntlich unergründlich...

Geschichte

Die Christcore-Band Texas in July macht sich schon mal bereit für einen Auftritt...

Was für den norwegischen Heiden der Black Metal ist, ist für den US-amerikanischen Teenager, der in konservativen und republikanischen Kreisen aufgewachsen ist, der Metalcore. Der hauptsächliche Unterschied bestand von Anfang an aber darin, dass die amerikanischen Jungs ihre Rebellion (falls diese jemals vorhanden war) schon sehr bald aufgegeben haben. So frönten auch sie immer mehr dem christlichen Glauben ihrer Eltern, hauptsächlich dem evangelikalen Christentum oder dem Mormonismus, was schon sehr bald Einzug in die Ideologie der einzelnen Bands gehalten hat. Der US-amerikanische Metalcore brachte seine Anhänger nie dazu, irgendwelche Kirchen anzuzünden (wozu auch?) und die Auflehnung gegen Eltern und konservative Werte machte meistens schon bei Marilyn Manson halt. Dadurch entstand ein sehr fruchtbarer Nährboden für Bands wie As I Lay Dying, August Burns Red und letzten Endes auch Norma Jean, Underoath, The Devil Wears Prada, Texas In July und anderen Desastern, die nicht mehr passieren dürfen. Mit den Bandnamen wollten die Musiker mit dem Vorurteil ihrer Dämlichkeit endgültig aufräumen, indem sie bewiesen, dass sie ganze Sätze formulieren konnten. Außerdem bildete sich der Stil des christlichen Hardcore Punk und Metalcore aus der Motivation der weißen, republikanischen Jugendlichen, sich vom verniggerten Bereich des Nu Metal abzugrenzen. Darum gibt es auch keinen wirklichen Reggaecore. Wie eben jeder Müll schwappte auch der christliche Hard- und Metalcore aus den USA nach Deutschland und wurde dort vorwiegend von jungen evangelikalen und evangelischen Christen aufgenommen, deren Eltern ihnen verboten hatten, richtigen Metal zu hören.

Texte

Der größte Unterschied zum eigentlichen Metal besteht darin, dass von den Sängern nicht etwa Satan oder Odin gebrüllt wird, sondern meistens Jesus (in englische Aussprache, das klingt dann etwa so: Cheeeeeeesuuuuurrrrrrrsssssss !!!) Dabei werden meistens nicht nur die Blumen, die als Deko vor der Bühne stehen mit dem Speichel des Sängers gegossen sondern auch die Konzertbesucher in der ersten Reihe.
Des Weiteren findet man Predigten darüber, dass man keinen Sex vor der Ehe haben darf, Homosexualität (und überhaupt jede Form außer der Missionarsstellung) eine schwerwiegende Sünde ist und dass Gott den jeweiligen Christen mit dem perfekten Partner/der perfekten Partnerin zusammenführt (quasi als Teil des perfekten Planes, den Gott für dein Leben hat).
Hauptsächlich geht es aber darum, wie sehr Jesus dich liebt, eine persönliche Beziehung zu dir haben will (obwohl er nie anruft und sich auch nur einmal alle 2.000 Jahre mal blicken lässt) und dich, falls du diese ablehnst, in das ewige Höllenfeuer wirft, in dem du unsägliche Qualen erleiden musst.
Besonders beliebte Themen sind aber auch der Kreationismus, Ersatztheologie, Noahs Sohn Ham als Urvater der Nigger und natürlich auch die Wiederkunft Christi und der damit verbundene Genozid an allen Völkern, die das evangelikale Christentum nicht als Glaube des alleinigen, absoluten Heils ansehen.
Bands, die eher etwas näher am Metal als am Hardcore Punk sind, befürworten in ihren Texten auch Hexenverbrennungen, die heilige Inquisition, die Kreuzzüge und die Ausrottung der amerikanischen Ureinwohner durch die frühen Pilger.
Feindbilder für die (meistens US-amerikanischen) Christcore-Bands sind hauptsächlich Afroamerikaner, Juden und Homosexuelle, aber auch Goths (die meistens mit Satanisten oder sogar Vampiren verwechselt werden, in jedem Fall aber als vom Teufel besessen gelten) und liberale Christen.

Cory Brandan Putman, Sänger der Band Norma Jean in inbrünstiger Vampir-Abwehrhaltung


Wichtige Werke

  • Jesus Priest - Burning Down the Witches (1999, noch dem Post-Hardcore zuzurechnen)
  • August Burns Red - Slayin' the Goth Vampires (2010)
  • The Devil Wears Prada - Lord of the Purity Rings (2003)
  • As I Lay Dying - I'm not brave enough (to kill my wife, at least not by myself)
  • Texas in July - From my cold, dead Hands (2011)
  • Underoath - Guns for Everone! (2002)
  • Norma Jean - Under the Sighn of the Burning Cross (2007)

Berühmte Anhänger des Christian Hardcore