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Meisterkoch

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Den Meisterkoch erkennt man an der besonders hohen Mütze.

Ein Meisterkoch ist ein zwanghaft detailversessener Nahrungsmittelproduzent und eine Karikatur des normalen Kochs. Am liebsten kauft er um vier Uhr morgens die allerbesten Zutaten ein, um später stundenlang in der Küche ein winziges Häppchen (Gang) nach dem anderen zu erschaffen. Mit dem Gourmet verbindet ihn eine unerfüllte Hassliebe.

Ausbildung[Bearbeiten]

Der Hauptzweck der Ausbildung zum Meisterkoch ist der Aufbau von genügend Körperfett, an dem der gute Koch erkannt wird – er soll sein eigener größter Fan sein. Daraus folgt, dass er so gut kochen lernen muss, dass das Essen sich nicht der Verdauung entzieht.

Grundfertigkeiten[Bearbeiten]

Im ersten Lehrjahr wird soviel vermittelt, dass der Lehrling bei Abbruch der Lehre notfalls ein Ein-Sterne-Restaurant eröffnen kann.

Fleisch[Bearbeiten]

Nur für besondere Geschmäcker.

Bei der Zubereitung von Fleisch ist unbedingt zu beachten, dass Sehnen, Bänder und Knorpel nicht entfernt werden. Dadurch kann der Gast jeden Bissen besonders lange genießen. Das nennt sich „fein marmoriert“ oder „feuchtigkeitserhaltend“, falls Fragen aufkommen.
Rindfleisch sollte gut abgehangen verarbeitet werden, mindestens einen Tag; der Gast kann solange mit Wasser und Brot versorgt werden. Nur bei Schweinen ist es allgemein üblich, auch den Kopf mit aufzutragen, bei Pferden nur zu besonderen Anlässen. Bevor man Pferd, Insekten, Haustiere oder Schlangen serviert, wird empfohlen, sich beim Gast diskret nach dessen Nationalität zu erkundigen.

Fisch[Bearbeiten]

Eine Mahlzeit, die man nicht so schnell vergisst.

Die meisten Fischsorten schmecken praktisch nach nichts, daher sind sie beliebig untereinander austauschbar. Eine Forelle kann zur Dorade werden oder ein Tilapia wird zum Zander, je nach Bestellung und Preisgestaltung auf der Speisekarte. Ausgenommen sind eingelegte Fische – diese lassen die Geschmacksnerven für den Rest des Tages ausflippen.[1]

Meeresfrüchte[Bearbeiten]

Der Fischer nennt das Beifang, ein Sammelsurium seltsam geformter Wesen aus einer fremden Welt. Die Tentakel, Schnäbel, Stacheln und Riesenaugen sollten vor dem Servieren entfernt werden.
Ach ja, dann gibt es noch leckere Meeresbewohner wie die Königskrabbe und die Japanische Riesenkrabbe, die leider etwas unhandlich sind. Der Koch besorgt sich am besten eine Gulaschkanone für die Zubereitung, passendes Besteck findet sich im Baumarkt.

Vegetarisches[Bearbeiten]

Aus Gemüse und Gewürzen kann man traumhafte Gerichte zaubern. Aber wehe, der Gast bestellt ausdrücklich etwas Vegetarisches – damit schränkt er die Kreativität des Maestro ein, was durch das Anliefern von Dosenware mit Konservierungsstoffen geahndet wird.

Käse[Bearbeiten]

In vergammelter Milch liefern sich Bakterien und Schimmelpilze einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft. Das Ergebnis ist folglich reiner Zufall, so dass die Käsesorte erst im Nachhinein ermittelt werden kann. Im Prinzip kann man sich auch schöne neue Namen ausdenken: Es macht Eindruck, wenn die Käsesorten mit adlig klingenden französischen Namen und Herkunft vorgestellt werden.

Saucen[Bearbeiten]

Die Sauce ist oft das wichtigste am ganzen Gericht, weswegen jeder Koch seine Saucenrezepte geheim hält. Wo Kantinenbedienungen gerne mit der großen Kelle alles ertränken, verlangt die gehobene Küche die Konzentration von viel Geschmack in einem Löffelchen. Die Zubereitung klappt am besten in einem kupfernen Fingerhut über einem Feuerzeug, mit Lupe und Pinzette als Arbeitsgeräten.

Suppen[Bearbeiten]

Noch eine Gelegenheit für kreative Namensgebung: Die Reste vom Vortag werden eingekocht und kräftig gewürzt. Je undefinierbarer die Zutaten, desto mehr an Salz und Pfeffer wird empfohlen.

Desserts[Bearbeiten]

Es gibt einhundert Möglichkeiten, raffinierten Zucker raffiniert zu verpacken. Blätterteig, gefrorene Früchte und die eingedickten üblichen Saucen reichen vielleicht schon aus.

Gruß aus der Küche[Bearbeiten]

Hat der Koch versehentlich das falsche Rezept erwischt, muss er das Resultat nicht wegwerfen. Mit dem Gruß aus der Küche kann er das Warten auf den richtigen Gang überbrücken und erscheint auch noch großzügig.

Getränke[Bearbeiten]

Cocktails gibt es in Luxusrestaurants nicht, sie würden nur vom Luxusessen ablenken. Stattdessen gibt es eine Weinkarte (dick wie ein Buch), für die extra die 500€-Scheine gedruckt wurden.

Vertiefungsfächer[Bearbeiten]

Molekularküche[Bearbeiten]

Erster Zug mit Nuklearküche-Speisewagen

Diese recht neue Form setzt Speisen frei aus Geschmackskomponenten zusammen, die aus echten Nahrungsmitteln extrahiert werden. Beste Ergebnisse versprechen die Gas-Chromatographie sowie die Massenspektrometrie, für die man sich bei jedem gut sortierten Labor Geräte ausleihen kann. Die billige Massenware der Lebensmittelindustrie beruht übrigens auf demselben Konzept, nur dass deren Zutaten aus mutierten Bakterien, genmanipulierten Schimmelpilzen und Erdöl stammen. Der Erfolg gibt beiden Recht.
Eine Weiterentwicklung ist die Nuklearküche (auch Isotopenküche), die in Kernkraftwerken Isotope erbrütet, die in der Natur nicht vorkommen, also ein besonderes Geschmackserlebnis versprechen. Diese Isotope zerfallen recht schnell, so dass Übergewichtige sie ohne schlechtes Gewissen konsumieren können. Die Radioaktivität sorgt für andauernde Wärme und ein besonderes Prickeln im ganzen Körper.

Sushi[Bearbeiten]

Ein Sushi-Rudel in freier Wildbahn.

Angeblich muss ein Sushi-Schüler anfangs erst einmal drei Jahre lang Reis kochen. Das ist im Prinzip richtig, aber Burgerbrater und Sekretärinnen (mit Vertiefungsfach Kaffeekochen) können diese Phase durch eine sechsmonatige Umschulung ersetzen.
Der Sushi-Meister soll den Fisch so präzise schneiden können, dass er gerade nicht durchsichtig ist. Für Ungeübte gibt es ein Gerät namens Mikrotom, auch hier kann ein Labor der Biologie oder Medizin aushelfen.
Sehr zu empfehlen ist der Rote Thunfisch – man sollte ihn ausgiebig genießen, bevor er ganz ausstirbt. Der berüchtigte, hochgiftige Kugelfisch Fugu konnte durch Genetiker so verändert werden, dass er gar kein Gift mehr enthielt. Die Laborexemplare fraßen sich aber selbst auf, so dass das Projekt eingestellt wurde.

Bekannte Meisterköche[Bearbeiten]

  • Steffen Henssler, ein Hamburger Extremkochsportler mit genau einem Gesichtsausdruck. Nachdem er abertausende deutscher Lottogelder für seinen kranken Sushifetisch aus dem Fenster geworfen hat, kaufte er sich in Japan drei Hancook-Sterne und tourt seitdem mit seinem Campingkocher durch Sportstadien, um dort zu zeigen, wie man Chiliflocken in unter einer Minute in noch kleinere Chiliflocken zerhackt und aus den einfachsten Sachen Dinge kocht, die man mit noch viel einfacheren Sachen hätte kochen können. Zu seinen kulinarischen Rennern gehören Sauce und Fisch.
  • Johann Lafer, grinst entweder deswegen so unverhohlen viel, weil er bei jedem neuen Topf, den er aufs Ceranfeld stellt, an sein unmoralisches hohes Honorar denkt oder weil er beim legendären österreichischen Traditionsküchenperversling Eckart Witzigmann gelernt hat. Als fertig ausgebildeter Pâtissier kocht Lafer nichts, was man nicht mit einer Tortenspritze auf dem Teller verteilen kann und irgendeinen unnötigen Obstzusatz enthält, wie Erbsensuppe mit Kirschen, Crème brûlée mit Hühnermett oder Ruculaspitzen mit Preiselbeernierenstengelgelee.Lafer kocht wie er lebt, nämlich sehr bodenständig. So hat er sich in seiner österreichischen Heimat von seinen ersten tausend Kirschstrudelsäckchen, ein prächtiges Schloss gekauft, das ebenso auf dem Boden steht wie er und von dem er jeden Morgen auf einem beliebigen Mitarbeiter zur Arbeit reitet. Im Schlosshof bei Lafers werden mit der Axt noch die eigenen Pfirsiche gespalten und selbst Honig von afrikanischen Kampfbienen geerntet.
  • Hannibal Lecter, ein detailverliebter Koch mit Grips. Lecter ist eigentlich promovierter Lebensmitteltechniker und hat am Rothenbuger Meiwes-Institut Alles-in-einen-Topf-Werfen studiert. Er muss mitunter weit für seine kulinarischen Devastationen reisen und bevorzugt für die Stillung des kleinen Hungers zwischendurch Gegenden, in denen viele Arme leben.
  • Tim Mälzer, wenn er nicht gerade vor Wut über die Unfähigkeit der gesamten deutschen Lebensmittelzubereiter kocht, beleidigt sich Mälzer durch trendige Kochduelle und beschwört vor einem Millionenpublikum die Einfachheit der Fleischzubereitung. Ihm ist dabei egal, ob man das Steak nun drei Stunden in den Bratschlauch oder die Spülmaschine steckt, Hauptsache es schmeckt am Ende gewohnt wässrig gut. Im Grunde möchte Mälzer also ein Steffen Henssler mit Fleisch sein. Ob das aber klappt, können letztlich nur die Kritiker entscheiden und die geben so einiges von sich.
  • Nelson Müller ist ein omnipräsenter Auswurf der deutschen Indie-Kochszene, der in seiner Umweltaktivistengruppe mehrere Brandanschläge auf die Knorr-Gruppe verübt hat. Müller kocht kein Rezept, ohne dass nicht wenigstens ein unbekanntes Fremdwort aus einer entlegenen indigenen Produktpalette darin vorkommt. Mit seinen ausgefeilten Gerichten trachtet er danach, bei jedem neuen Essen eine Überraschung im Gaumen anzurichten, als hätte einem gerade jemand einen Chinaböller in den Mund gesteckt. Solche außergewöhnlichen Geschmacksexplosionen erreicht Müller mit Gerichten, die alle Geschmacksrichtungen auf einmal bedienen, ja richtig, alle fünf Geschmackrichtungen! Denn wer will schon eine Bockwurst essen, wenn er auch Crostini mit Sardellen & Kichererbsen oder Kirschclafoutis dafür haben kann? Aber nicht genug, dass Müller gebackenes Eselfleisch mit einem Namen tarnen kann, der wie eine Geschlechtskrankheit klingt. Auch die Konsistenz von Nahrungsmitteln hat es dem verkappten Materialprüfer angetan. Mit einem absolutem Bierernst schafft er es, über zwei Minuten die Schlozzigkeit seines Kuskus zu beschreiben, bevor er merkt, dass er eigentlich seinen schweißgtränkten Seidenschal vom Löffel nuckelt, der ihm beim Vornüberbeugen in die Schüssel gefallen ist.
  • Christian Rach, ist ein Frischefetischist, den RTL mit einer erfundenen Profession auf deutsche Küchen loslässt, wo er bei jedem Anblick von Fertighollondaise in spastische Armverrenkungen ausbricht. Rach besitzt in Deutschland zwar selbst mehr Restaurants als McDonalds und hat bei einem guten Dutzend anderer Gastbetriebe die Privatinsolvenz verschleppt, dennoch dürfte niemand einen Bekannten haben, der schon jemals bei ihm essen war, geschweige denn ein Rezept von ihm gekocht hätte. Vielleicht liegt das daran, dass sich Rachs frische und kecke Kochideen so schnell ändern wie die Firmenbilanz und wegen ihrer enormen Schlichtheit kaum im Kopf, geschweige denn im Magen Spuren hinterlassen. Die meisten seiner Rezepte müssen allerdings so einfach sein, denn sie müssen schließlich in den fünfminütigen Einspielern seiner Sendung monologisiert werden können, in denen Rach im Prinzip das wiederholt, was die Off-Stimme bei RTL kurz seinen typischen POV-Schwenks bereits ausführlich erklärt hat.
  • Frank Rosin, ist ein deutscher Satirekoch aus dem Ruhrgebiet, der als Antwort auf Tim Mälzer in den späten 2000ern die TV-Landschaft eroberte. Seine "Rosins Restaurants", die er in enger Zusammenarbeit mit einem Inkassobüro aus Essen liebevoll hochgezogen hat, sollten verzweifelten Gastronomiebehinderten tröstenden Beistand liefern, indem Rosin zu ihnen kam und ihnen mit seinem Ekelgulasch zeigte, dass es, egal, wie sehr sie sich anstrengten, immer einen geben wird, der noch schlechter kocht als sie und damit noch mehr Geld verdient.
  • Alfons Schuhbeck, ein bayerischer Augenringzüchter mit millionenschwerem Kochimperium. Schuhbeck schreibt etwa 200 Kochbücher im Jahr mit je einem neuen Rezept (sog. salamitaktische Veröffentlichungen) und hat ein vollständiges Periodensystem aller Gewürze aufgestellt, die es gibt oder die noch von ihm entdeckt werden. Als findiger Unternehmer interessiert sich Schuhbeck leidenschaftlich für die Personalpolitik großer Konzerne und hat ein Mitarbeitermanagement entwickelt, dass das von Amazon und DHL in den tiefen Schatten stellt, den seine weite Kochschürze wirft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Was noch zu sagen wäre[Bearbeiten]

  1. Wer schon einmal in Schweden war, kennt vielleicht das Frühstücksbuffet mit 20 Sorten eingelegtem Fisch. So ein paar Monate ohne Sonne – die Polarnacht in Nordschweden – hinterlassen offenbar ihre Wirkung, besonders wenn der Alkohol zur Neige geht.
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Gelungen

Der Artikel Meisterkoch ist nach einer erfolgreichen Abstimmung mit dem Prädikat Gelungen ausgezeichnet worden und wird zusammen mit anderen gelungenen Artikeln in unserer Hall of Fame geehrt.

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