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Magerwahn

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Gebt den Schweinen endlich was zu fressen!

Als Magerwahn bezeichnet man die adipositasbedingte Wahnvorstellung, alle Menschen ohne massives Übergewicht seien mager. In besonders schweren Fällen werden sogar andere Übergewichtige noch als besorgniserregend unterernährt empfunden und die bloße Existenz Normalgewichtiger als Bedrohung wahrgenommen; Untergewichtige und Kleinwüchsige werden umgehend verspeist. Der Magerwahn zählt neben Stinken, Schnaufen und Schwabbeln zu den Hauptsymptomen der Fettleibigkeit.

Pathogenese

Die Kluft zwischen Dick und Dünn wächst: 2010 waren die dicksten 10 % fast so schwer wie der ganze Rest zusammen.
  • Disclaimer: Stupidedia distanziert sich davon, Übergewichtige zu dickriminieren. Übergewicht ist in 100 % der Fälle die Folge ungünstiger Gene. Das erkennt man ja auch schon daran, dass die fetten Kinder fetter Eltern stets ebenfalls fett sind, obwohl sie sich ganz normal von Chips und Mayonnaise ernähren. Weil es eben vererbt wird, da kann keiner was dafür!

Die Pathogenese des Magerwahns ist Gegenstand aktueller Forschung. Eine allgemein anerkannte Erklärung existiert zurzeit noch nicht, jedoch wird folgender Ablauf mehrheitlich zumindest für plausibel gehalten:

Der Adipositas-Patient sitzt auf seinen vierundzwanzig Buchstaben vor dem Fernsehgerät. Das Programm unterfordert den Zuschauer, aber er ist zu träge zum Um- oder gar Ausschalten. Aus Langeweile beginnt er Fast Food zu essen. Claudia Schiffer sitzt in einer Talkshow und erzählt Stuss. Der Adipositas-Patient denkt sich: „Niemand muss so dünn sein wie Claudia Schiffer.“ Das stimmt. In derselben Talkshow sitzt Tine Wittler und erzählt ebenfalls Stuss. Der Adipositas-Patient denkt: „Wenigstens bin ich noch nicht so dick wie die Alte da!“ Das stimmt nicht. Er langweilt sich immer noch. Wenige Stunden später schläft er ein, der Fernseher läuft weiter. Zum ersten Mal seit den frühen Morgenstunden ändert sich die Sitzhaltung des Patienten: Er sackt ein bisschen zusammen. Dabei gerät Magensäure aus dem zum Bersten gefüllten Verdauungsapparat in die Speiseröhre, läuft aus dem halboffenen Mund ins Ohr und von dort ins Gehirn, wo sie anfängt, den Frontallappen, Teile des Scheitellappens und den Hippocampus zu verdauen. Gleichzeitig mischen sich im Zwölf-Finger-Darm (vielleicht aber auch schon im Pansen) ungenügend zerkautes Hackfleisch und kohlensäurehaltige Erfrischungstränke mit schwer verdaulichen Worthülsen. Das entstandene Gemisch blubbert zähflüssig nach oben und wird beim Erwachen in Form von unsinnigen Phrasen ausgeschieden: „Niemand muss so dünn sein wie Tine Wittler!“ „Ich fühle mich wohl, so wie ich bin!“ „Echte Frauen haben Kurven“, wobei letzteres Beispiel per se nicht ganz schwachsinnig (wenn auch streng genommen diskriminierend) ist, jedoch viel von seinem antiquierten Charme einbüßt, wenn es eben nicht von einer echten Frau, sondern von einem aufgedunsenen Walrosskadaver vorgetragen wird, dessen einzige Kurve ein ausgebeulter Äquator ist. Versatzstücke der soeben entstandenen Phrasen fressen sich ins schwer angegriffenen Hirn und verzerren zunehmend die Wahrnehmung – es kommt zum Magerwahn.

Verbreitung

Welche dieser beiden Mäuse ist nicht gesund?

Die Humboldt-Universität Berlin führte im Jahr 2008 eine Studie zur Untersuchung des Magerwahns durch. Über 1000 Teilnehmer beiden Geschlechts füllten einen Fragebogen rund um das Thema Körpergewicht aus. Ein interessantes Ergebnis der Studie ist die Tatsache, dass bis zu 35% der stark Untergewichtigen (90% davon Frauen) sich immer noch für zu dick halten. An diesem Verhältnis ändert sich bis ins Übergewicht hinein nur wenig; Normalgewichtige schätzen sich zu 34% als zu dick ein und Übergewichtige zu 32%. Erst beim krankhaften Übergewicht zeigten sich gravierende Veränderungen: Hier traten erstmals die typischen Symptome des Magerwahns auf, die sich mit steigendem Gewicht bald verdichteten. Es wird vermutet, dass das Magerwahnrisiko bei wachsendem Übergewicht gegen 100 % geht, allerdings liegen derzeit noch keine validen Ergebnisse vor, da sich ab einem BMI von etwa 45 die ungültigen Abgaben häuften. Häufig wurden von dieser Gruppe keine vorgegebenen Antworten mehr ausgewählt, sondern zusätzliche hinzugeschrieben („Kartoffelwirsingstampf!“), oder das Blatt wurde nach mehreren Mittagspausen viel zu spät und mit verschiedensten Soßen verschmutzt eingereicht, so dass es nicht ausgewertet werden konnte; infolge einer Verwechslung wurde außerdem ein abgenagter Kotelettknochen abgegeben.

Symptomatik

Als Jo-Jo-Effekt bezeichnet man den erstaunlichen Umstand, dass man nach Ende der Diät und Wiederaufnahme der gewohnten Überernährung zügig wieder zunimmt.

An die Stelle der üblichen drei Kategorien Untergewicht, Normalgewicht und Übergewicht tritt in der Wahrnehmung des Magerwahnsinnigen eine Zweiteilung: Über-, Unter- und Normalgewicht werden zusammengefasst zur neuen Kategorie Mager, während die morbide Adipositas, der er ja selbst angehört, zur Normalität erklärt und durchaus militant proklamiert wird. Typisch ist ein aggressives Verhalten gegenüber als mager empfundenen Personen, das sich jedoch meist auf verbale Ausfälle beschränkt (Hungerhaken, Gerippe, Klappergestell; Steigerung: halbe Portion) und infolge von Einfalls- und Atemlosigkeit selten über einige wenige Halbsätze hinausgeht.

Obwohl er selbst stets das Gegenteil behaupten wird, stehen die Themen Körpergewicht, Ernährung und Gesundheit ständig im Mittelpunkt der eingeengten Gedanken des Magerwahnsinnigen. Zum Schutz seines Weltbilds diskutiert er diese Themen vorzugsweise mit Gleichgesinnten, also ebenfalls Fettleibigen, bei denen von vorn herein zu erwarten ist, dass größtmögliche Einigkeit und damit die so wichtige Bestätigung der eigenen Meinung zumindest sehr wahrscheinlich ist. Die Vorstellung davon, was normal ist, wird dabei dynamisch den eigenen Maßen angepasst: So halten Magerwahnpatienten von 150 kg Kampfgewicht den Bereich von 130 bis 170 kg für voll in Ordnung, bis sie selbst diesen Rahmen sprengen; anschließend betrachten sie die vorherige Obergrenze von 170 kg nun als Untergrenze und halten sich dann schlimmstenfalls sogar für etwas zu dünn. Die Schrittweite der Anpassungen wird dabei entsprechend dem eigenen exponentiellen Wachstum ständig erhöht – wer fast eine halbe Tonne wiegt, muss um 20 kg nicht mehr feilschen. Das ist allein schon eine Frage der Bequemlichkeit.

Folgen

Lassen sich Übergewichtige von der Gesellschaft unter Druck setzen, erhöht sich damit maßgeblich das Risiko, dass sie platzen. Der Magerwahn beseitigt dieses Problem, indem er den Patienten weitgehend vor Beeinflussung von außen abschirmt. Er führt also zunächst zu einer Senkung des Leidensdrucks. Bei oberflächlicher Betrachtung kann dies für den Laien trotz offensichtlicher, monströser Missgestaltung mitunter sogar den Eindruck wiedererlangter Gesundheit erwecken; häufig ist von gesundem Selbstbewusstsein oder einer guten Einstellung die Rede. Mittel- und langfristig ist der Magerwahn jedoch gefährlich bis lebensbedrohlich: Da das echte Selbstbewusstsein im Sinne einer realistischen Selbsteinschätzung zerstört ist, geht die Gewichtszunahme ungebremst weiter, bis es zur Katastrophe kommt. Eine letzte Chance stellt noch das wachsende Doppelkinn dar: Hat es eine gewisse Masse erreicht, wird bei der Kaubewegung so viel Energie umgesetzt, dass die aufgenommenen Kalorien schon vor dem Schlucken zum Großteil wieder verbraucht sind. Ist das Doppelkinn allerdings ungenügend ausgeprägt oder wird bereits vom Bauch angehoben, so dass es den Kiefer nicht mehr belastet, oder wird schlicht überhaupt nicht gekaut, dann ist auch dieses letzte Hindernis aus dem Weg und der plötzliche Tod durch Supernova wird unausweichlich. Zurück bleibt ein alles verschlingendes Schwarzes Loch, am Speiseplan ändert sich also nichts.

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