Ranga Yogeshwar

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Ranga Yogeshwar (in den 60er Jahren geschnitzt, eigentlich Manga Joghurtschwamm) ist ein kleines dünnes Püppchen der Augsburger Puppenkiste aus indischem Rosenholz und diente eine ganze Zeit lang der motorischen Eingewöhnung junger talentierter Puppenspieler bis diese abgehackt wirkenden Bewegungsabläufe Kultstatus auch vor der Kamera erhielten.

Lange Zeit befand er sich in heftiger Diskussion, wurde ihm doch nachgesagt, aus einem Holz-Reststück geschnitzt oder gar nur als schlechte Jim-Knopf-Kopie, als Demonstrationsobjekt für das Talent ambitioniert-verspielter Autodidakten konzipiert gewesen zu sein.

Rangas Werde gang im The ater

Ranga erzählt seiner Freundin, was mit alten Menschen passiert, die ihr Geld mit verbauten Leckereien zum Fenster rauswerfen oder auf Kinder stehen (Hintergrund)

Vor geschichte

Ähnlich wie die „Trimm Dich fit“-Kampagnen, die vom Bundesgesundheits-Ministerium in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts initiiert wurden, gab es am Ende dieser Dekade Initiativen gegen Volksverdummung. Da es noch keine bürokratisch stark geeinte EU gab, musste die Bundesregierung selbst dafür sorgen, dass hoffnungslos veraltete Industriezweige nicht den Weg allen Weltlichen gingen.

Hoffnungsvoll setzte man – ähnlich wie in früheren Jahrzehnten – auf eine wirkungsvolle Aufzucht der Mitgenossinnen und –genossen von Kindesbeinen an und durch eine frühe Konfrontation mit Bildungsinhalten, sollten diese wandelnden Metapher, in bekannte und beliebte Gewänder gekleidet, besonders leicht konsumierbar sein.

Bei spiele

Besonders dankbar waren Kindersendungen, die ohnehin schon erfolgreich waren, wie z.B. „Flipper“, wo Meeresbiologie vermittelt, „Daktari“, wo statuiert wurde, dass in Afrika außer vielen US-amerikanischen Verwandten auch viele Tiere wohnen oder „Lassie“, wo klar gemacht wurde, dass - anders als Menschen - Hunde nicht alles gegen Belohnung machen.

Die „Augsburger Puppenkiste“ reihte sich in diese erfolgreiche Schar ein und statt doofer Kindergeschichten wurden zunehmend Bildungsinhalte vermittelt, Urmel übernahm den geschichtlichen Part inkl. Archäologie, Jim Knopf erfüllte die Ausländerquote, im „Räuber Hotzenplotz“ ging es nun nicht mehr nur um religiös motivierte Sünde-, Reue- und Sühnedogmen, sondern natürlich auch um einen modernen Abriss moderner Resozialisierungmaßnahmen und der Kasperl führte als Moderator geschickt durch die verkappten Schulfernsehsendungen und durfte sich ab und an am Krokodil oder Teufel vergehen, wenn der kindlichen Gerechtigkeit nach purem Spaß dürstete.

Lern en leicht ge macht

Da brauchte es noch unbedingt eine nicht eifersüchtig gehütete Figur eines Puppenspielers, die für alle da war, aber allerdings auch an die Sprache eines Einzelnen gebunden werden mussste, als Art Lerndummy, der das Spiel perfektionieren half – zunächst hinter, dann vor der Kamera.

Damit die wechselnden Besetzungen des Dummys nicht auffielen, wurde ein damals junger Mann mit angenehmer Stimme und angenehmen Deutschkenntnissen eingesetzt, der alles live zu übersetzen und erklärungsheischendes Mienenspiel zu unterstützen hatte, aber allerdings immer etwas später als seine ihm in den Kopfhörer flüsternden Protagonisten und daher manchmal auch nur zögernd sprechen konnte und sich vorgelegte Pausen der Spieler in seiner Kopie stärker in den Äther einschliffen.

Mithin konnte aber diese eher langsame und schleppende Form des „Vortrags“ pädagogische Erfolge auch bei nicht originär Deutsch sprechenden erzielen, da man durch die vielen Pausen immer noch die Gelegenheit hatte, ein Wörterbuch zu bemühen. Positiver Nebeneffekt war der vertrauenserweckende Migrationshintergrund durch Yogeshwar neben dem allzu alibihaft wirkenden Jim Knopf.

Lern mittel

Da Lesen nicht allen Mitgliedern der Zielgruppe geläufig ist und manchmal kontraproduktiv durch die Anstrengung, die vonnöten scheint, wirkt, ist Ranga schon immer rein audiovisuell angelegt gewesen und erzählte, zeigte und erklärte viel, mit eindeutigen, eingängigen Gesten, ohne dass langweilige Einblendungen den kindlichen Geist ermüdet hätten.

Kasse tten

Einige der wichtigsten Wirtschaftszweige waren allein wegen der vielen Beschäftigten Konzerne wie TDK und BASF, die mit ihren vielen vielen Kindern das Hauptklientel der Sendung stellten. Insofern schien es Selbstzweck, wenn deren Hauptprodukt, das Magnetband, das in vielen Audiokassetten verbaut wurde, durch die staatliche Förderung des Bundeskultusministeriums Eingang in das Hauptprodukt der kommerziell gefärbten Marionettenreihe der „Augsburger Puppenkiste“ fand und damit mit oder ohne Einschaltknopf, Wiege-Sprech-Mechanik und Augenroll-Technik Einzug in viele Kinderzimmer hielt. Heute erzielen gewisse Varianten der Ranga-Puppe mit und ohne Fäden unter Liebhabern Höchstpreise.

Größe Farbe/Geschmack/Geräuschentwicklung Sammlerpreis Lerninhalt
10 x 90 cm honey/moon/light 390.- Sekundarstufe I
12 x 120 cm honey/moon/light 898.- Dummy ohne Audioteil
14 x 80 cm sugar/sweet/quiet 498.- Sekundarstufe I + II
14 x 100 cm sugar/sweet/quiet 929.- mit Audio-Zeitverzögerung – ideal als Geschenk
16 x 80 cm pineapple/long-tongued 669.- Sekundarstufe I + II, inkl. Physik Leistungskurs
16 x 90 cm pineapple/long-tongued 698.- mit Audio-Zeitverzögerung – ideal als Geschenk
18 x 90 cm noisy 79,95 Partykracher
18 x 100 cm noisy 299.- mit Audio-Zeitverzögerung – ideal als Geschenk
20 x 120 cm sugar/sweet/quiet 898.- Gesprächsautomat mit Standby-Funktion
22 x 120 cm pineapple/long-tongued 399.- mit Zeitverzögerung – ideal als Geschenk
24 x 140 cm nearly mute 1198.- Ayurveda „Kraftquelle Stille“ – Endlosschleife
26 x 140 cm nearly mute 1249.- Ayurveda „Behandlung indischer Wohlstandskrankheiten“ – 150 min
30 x 160 cm mute 1498.- Rangas Abenteuer, komplett mit Untertiteln

Allein unterhalt er im re a len Fern sehen

Ranga, wie er leibt, lebt und lehrt

Kon zept

Die Kinder von damals sind die Erwachsenen von heute und wer sich einmal an vorgekaute, ja vorverdaute pseudowissenschaftliche Inhalte gewöhnt hat, möchte es ein Leben lang nicht mehr anders haben. Die Produzenten von Ranga wussten dies und schickten ihn mit einer Sendung, die sich symbolisch um auch für zahnlose Münder geeigneten Quark dreht, auf den Weg.

Hobby thek: nein, dank e

Da der WDR schon lange einen Ausweg aus der Situation suchte, in die ihn ein ewig kölsch sprechender, pferdeflüsternder, leicht versoffener, Grünkernbratlinge poppender und kräuterbekiffter Mittfünfziger in Schlaganfalloptik in puncto Wissenschaftsfernsehen gebracht hatte, kam ihm Rangas Erfolg gerade recht und setzte das einstige Flaggschiff "Hobbythek" ab und Ranga in die erste Reihe, in der er mit bewährter ellenbogen- und kopfstossbetonter einfacher Gestik auch blieb. Den Neidern immer eine Sprechpause voraus, bewegt er sich ewig sicheren Schrittes als informationswiederkäuendes Saubermännlein an den Fäden wiederum einschaltquotengesteuerter Fernsehproduzenten.

The men

Auch ein ewig versteinert verschmitzt-grinsendes Schnitzpüppchen kommt in die Jahre und vor allem in eine authentisch gemachte Midlifecrisis. So wagt sich der mittlerweile Mittvierziger in immer haarsträubendere Abenteuer und erklärt nicht mehr nur nickend die Welt, sondern auch, warum Feuer heiß und gefährlich ist, wenn man nicht hinter einer hochtemperaturbeständigen Glasplatte ohne Asbesthandschuh steht, warum man aus zehn Metern Höhe nicht auf nackten Asphalt springen sollte, warum man nach 48 Stunden wach sein scheiße müde ist oder warum nur Ranga so schlank ist, um durch ein verdammt enges Höhlenloch zu kommen, auch ohne dabei etwas Schlimmes zu denken und so kindlichen Couch-Potatoes empfindliche Rippenstöße angesichts ausladender Hüften und Verschleißerscheinungen im Gelenkbereich zu geben weiß. Das ist Kern seiner Botschaft: wir bestehen nicht aus Rosenholz und kommen nicht aus Indien, also sind wir viel zu fett! Nur an das Thema Sex hat er sich noch nicht getraut, damit wird er vielleicht auch noch kommen!

Litera tur

„AIDS – was ist das? – Risiken und Chancen“ - Inselverlag, Luxembourg - Köln - Saarbrücken, 2002, 30. Auflage.

„Der Reaktorunfall von Tchernobyl – einfach nachgestellt“ - Bastei-Verlag Lübbe, Köln, 2004 2. Auflage (danach von der BPjS indiziert)

„Computer machen doof – ganz einfach erklärt“ - Zeitschrift der Sendereihe "Computerclub" (Redakteure Wolfgang Back und Wolfgang Rudolph) zur Problematik, warum erstens die Sendung und zweitens die beiden Wolfgangs abgesetzt wurden.