Sub:Wort zum Sonntag/ KW 8 2017

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Liebe Gemeinde,

Und wieder haben wir eine Woche geschafft! Das Jahr fliegt vorbei und wir sind schon beim Karneval angekommen. Der Preis für das einfallsloseste Kostüm ist übrigens bereits fest an den Hamburger SV vergeben. Die Spieler haben sich wie jedes Jahr für das Spiel gegen den FC Bayern als Moorhühner verkleidet und wurden zielsicher abgeschossen. Tragisch.“

Je suis Suède![Bearbeiten]

Schweden ist sicher - Kein Terrorist will Zlatan zum Feind haben

Eines haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten gelernt: Donald Trump ist so jeck, bei dem ist gefühlt das ganze Jahr Karneval. Das dämliche Ganzjahreskostüm und die absurden Büttenreden lassen keinen anderen Schluss zu. Wir haben es jetzt immerhin 3 Wochen ohne einen Beitrag zu Donald Trump ausgehalten. Irgendwann jedoch schwinden alle Widerstandskräfte. Und das liegt hauptsächlich an den furchtbaren Dingen, die letzten Samstag in Schweden passiert sind.

“Seht, was letzte Nacht in Schweden passiert ist! In Schweden! Wer hätte das gedacht?“ schrie Trump in die Mikrophone. Und die versammelte Medienlandschaft war verwirrt. Denn: In Schweden war eher wenig - genau genommen gar nichts - passiert.

In den folgenden Tagen erklärte Trump letztendlich, die Informationen über Verbrechen von Flüchtlingen in Schweden im Fernsehen gesehen zu haben. Schon interessant – Der US-Präsident, gebrieft von einem Haufen hochbezahlter Berater und mit Zugang zu geheimsten Geheimdienstinformationen posaunt ungeprüft Sachen heraus, die er im Fernsehen aufgeschnappt hat. Und so wird ein umgekipptes Billyregal in Uppsala zu einem Terroranschlag in einer schwedischen Metropole. Und aus den gleichen Gründen wird Trump in den kommenden Wochen vermutlich eine Großfahndung nach dem Drogenpanscher Walter White in Auftrag geben, mehreren Großstädten sein Beileid nach der Zerstörung durch Sharknados aussprechen, einen Suchtrupp nach Australien schicken, um im dortigen Dschungel festsitzende Z-Prominente zu bergen und den "Monster Jägern" auf DMAX auf Grund ihrer mutigen Rettung mehrerer Farmer vor Übergriffen durch Bigfoot einen Verdientsorden verleihen.

In Schweden ist übrigens auch die gesamte restliche Woche alles ruhig geblieben. Kein großes Wunder - Das letzte große Verbrechen interationalem Ausmaßes, welches von Schweden ausging, war der Modegeschmack der Musiker von ABBA in den 1970er Jahren. Terrorismus und Schweden passt irgendwie nicht zusammen. Woran genau das liegt, kann man nicht einmal so genau sagen. Werden Selbstmordattentäter durch Elche aufgehalten? Sprengen sie sich in Wäldern in die Luft, in denen sie niemand hört? Haben diese Leute in ihrer Kindheit Astrid Lindgren gelesen und deswegen einfach keinen Hass auf das sympathische Heimatland von Michel, Pippi und Konsorten? Oder ist es die Angst vor der Rache Zlatan Ibrahimovićs, die Terrorgruppen von Schweden fernhält? So ein Fallrückzieher in die Fresse tut schon weh. Ein böser Blick von Zlatan vielleicht sogar noch mehr. Wir wissen es nicht.

In dieser ganzen Sache auffällig geworden ist jedenfalls wieder das merkwürdige Verhältnis von Donald Trump zu den Medien. Einerseits plappert der Präsident von Toupets Gnaden Dinge nach, die er dort irgendwo aufgeschnappt hat, andererseits lässt er diverse Medienvertreter nicht zu seinen Pressekonferenzen zu, weil sie nichts weiter als dummer Lügner seien. Zumindest jede, die sich kritisch zur Politik Trumps äußern. Zum Beispiel die New York Times, Politico, die Los Angeles Times oder CNN. Alles Lügner. Und die Wendy erst! Berichtet einfach über Ponys, obwohl Donald Trump nicht reiten kann! Aufs Schafott mit der Wendy. Im Gegensatz dazu werden Trump-freundliche Qualitätsmedien wie „Breitbart“ natürlich jetzt verstärkt in den medialen Medienzirkus eingebunden.

Das macht richtig Hoffnung auf die nächsten Jahre mit General Sockenschuss am Ruder. Zumal er in einem weiteren Statement der Woche verlauten ließ, es sei zwar „Wunderbar, es wäre ein Traum, wenn kein Staat Atomwaffen hätte. Aber solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir (die USA) im Rudel ganz oben stehen." Was bedeutet: Die Abrüstungen der letzten 25 Jahre waren völlig egal, es wird jetzt wieder aufgerüstet. Tolle Sache.

Kein Mikro für Recep[Bearbeiten]

Darf in Deutschland reden - Oder nicht (?) - Recep Erdogan

Wenn wir schon bei Leuten sind, die am liebsten die Vergangenheit zurückdrehen, ist der türkische Präsident natürlich nicht weit. Recep Erdogan bastelt derzeit an seiner Version des Ermächtigungsgesetzes von 1934. Da es aber leider nicht möglich ist, dafür einfach auf klassische Weise das türkische Parlamentsgebäude abzufackeln, da alle potentiellen Täter ohnehin schon auf teilweise fadenscheinigsten Gründen im Knast sitzen, muss es über den Weg der Scheindemokratie geführt werden. Aus diesen Gründen reisen türkische Politiker um die Welt und werben um die Stimme der Türken, die im Ausland leben. Die sind nämlich im türkischen Wahlsystem voll stimmberechtigt, selbst wenn die Auswirkungen ihrer Stimmen nicht auf sie zurückfallen, da sie außer ihrer Nationalität eigentlich keine Berührungspunkte mehr zu ihrem Heimatland haben. Aber gut, sei's drum.

Bereits letzte Woche war der personifizierte Schoßhund des Präsidenten, Ministerpräsident Binali Yildirim, nach Oberhausen gereist, um dort eindringlich für die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei - und damit für seine eigene Entmachtung - zu werben und nebenbei Deutschland vorzuwerfen, der Gülen-Bewegung (also der türkischen Version von Lord Voldemort) Zuflucht zu gewähren. Ankara werde "in der Türkei und dem Rest der Welt" weiter vorgehen gegen "die Terroristen, die Unterstützer des Terrorismus und jene, die Terroristen aufnehmen". Er wandte sich zugleich gegen Kritik an seiner Regierung: "Die Tage sind vorbei, da man der Türkei Lehren erteilen konnte." Klingt ja richtig sympathisch. Ein ambitionierter Auswärtsauftritt von einem Mann, der offenbar richtig Bock darauf hat, in Zukunft keine großen Auftritte mehr zu haben.

Im März soll nachgelegt werden. Dann plant der Zampano persönlich, nach Deutschland zu kommen und dort eine vermutlich ähnlich herzige Rede zu halten. Verboten ist das nicht. In Deutschland herrscht Redefreiheit, auch für größenwahnsinnige Despoten aus Anatolien. Lust auf einen Erdoganauftritt in Deutschland hat allerdings nicht wirklich jemand. Also werden Möglichkeiten gesucht, den Auftritt irgendwie zu verhindern.

Wie soll das gehen? Vogelscheuchen mit dem Gesicht von Fethullah Gülen an den Flughäfen aufstellen, damit die Präsidentenmaschine nicht landet? Erdogan an der Grenze zurückschicken, weil die Türkei ein sicheres Heimatland ist? Das Mikro abschalten? Die Rede mit Musik von den Höhnern überspielen? Jan Böhmermann im Vorprogramm auftreten lassen? Die Südtribüne sperren - Hat zwar nichts mit Erdogan oder sonst einem Problem zu tun, geht aber immer? Alles machbar, aber auch praktikabel? Eher nicht.

Die Hauptsorge: Mit Auftritten wie diesen importiere Deutschland die politischen Konflikte aus anderen Regionen. Das ist sehr kurz gedacht. Denn diese politischen Konflikte aus dem Ausland sind ohnehin schon lange in Deutschland angekommen. Internet und Co lassen die Welt auch diesbezüglich zusammenwachsen. Somit sind die Konflikte aus der türkischen Gesellschaft bei den in Deutschland lebenden Türken ohnehin schon längst angekommen. Das ändert auch ein Besuch oder Nichtbesuch des Führers nicht. So ungern man das Geschwätz Erdogans auch hören möchte, man wird es nicht legal verhindern können. Und diejenigen, die sich so eine Rede tatsächlich vor Ort anhören möchten, die sind ohnehin schon vorher überzeugt. So gut müsste man Erdogan und seine Ansichten und Pläne schließlich bereits kennen. Überraschen sollte er keinen mehr.

Return to sender ad Absurdum[Bearbeiten]

Thomas de Maiziere wählt wahllos Afghanen für die nächste Abschiebung aus

Sind wir ehrlich – Man muss nicht zwingend die Politik in den USA oder der Türkei beobachten, um auf politische Suppenkaspare zu treffen. In Deutschland haben wir für sowas Markus Söder, der zu Karneval mit dem launigen Spruch auffiel, Homer Simpson würde den klassischen CSU-Wähler abbilden. Okay... Wenn wir uns jetzt Homer Simpson wieder vor Augen führen: Gelbe Haut, übergewichtig, ungebildet, strunzblöd, neigt zu cholerischen, unüberlegten Aktionen, ist beruflich verstrahlt.... Dann ist das schon ein sehr interessantes Bild, welches Söder von seinen eigenen Wählern hat. Oder der Mann ist plötzlich Realist geworden. Kann man sehen, wie man will. Andererseits: Wer die Simpsons auch inhaltlich kennt, der weiß, dass Homer Simpson, wie auch der Rest seiner Familie, politisch eher liberal ist. Sucht man den typischen CSU-Wähler in der beliebten Fernsehserie, landet man am Ende wohl eher bei Mr. Burns. Oder man stimmt der oben genannten Interpretationsvariante des Söderschen Gedankenergusses zu. Das kann man halten, wie man will.

Die andere politische Knalltüte Deutschlands war in den letzten Jahren wieder und wieder Innenminister Thomas de Maiziere. Die Antwort auf die Frage, warum dieser oft mehr als unglücklich agierene Mann noch im Amt ist, würde viele Leute verunsichern.

Der neueste Clou, um der ewige Kritik am Umgang mit der leidigen Flüchtlingskrise etwas entgegenzusetzen: Medial großspurig ausgetretene Abschiebungen nach Afghanistan um dem rechten Mob zu zeigen, dass ja gar nicht alle bleiben dürfen. Und so werden nun in regelmäßigen Abständen 15-50 Afghanen in ein Flugzeug nach Kabul gesetzt und die Fernsehkameras draufgehalten. Geile Sache.

Da bleiben nun folgende Fragen offen:

1.) Bei all den Leuten aus den verschiedensten Ländern, die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommen sind und aus einem angeblich sicheren Herkunftsland kommen – Warum soll es jetzt ausgerechnet die Leute aus Afghanistan treffen? Weil es im Alphabet ganz vorn ist? Und wenn alle Afghanen nach und nach in den Gruppen aus 15-50 Leutchen entfernt wurden, geht es dann mit Albanern weiter? Oder wie soll man sich das vorstellen?

2.) Wie kann man Afghanistan als sicheres Herkunftsland ansehen, wenn dort immer noch ein Einsatz von 850-980 Bundeswehrsoldaten als notwendig zur Wahrung der Situation angesehen wird? Dieser Status wurde erst im Sommer 2016 erneut bestätigt.

3.) Wie kann man diese Aktion, die derart großspurig angekündigt wurde, derart schlampig vorbereiten und durchführen? Die Polizei Oberbayern hatte bis kurz vor der letzten Abschiebung noch von etwa 50 Abzuschiebenden gesprochen. Doch letztlich bestiegen lediglich 18 Menschen den Flieger nach Kabul. Wie bei den beiden ersten Sammelabschiebungen im Dezember und Januar waren die afghanische Behörden bis zum Schluss nicht informiert über die Zahl der Ankömmlinge. Und die sollten es schon vorher wissen. Abgesehen davon haben sich einige der Betroffenen vorher rechtzeitig abgesetzt, was das Innenministerium als „total üblich“ bezeichnete. Ach so. Ja dann....

Aber hey, immerhin beschäftigt sich das Innenministerium mit Abschiebungen. Das wird den zunehmenden Hass auf die Bundesregierung von rechter Seite aus bestimmt mildern. Ziel erreicht. Yeah!

So. Das war es für diese Woche. Nächste Woche dann wieder mit weiteren absoluten Kracherthemen. Garantiert passiert was dramatisches in Schweden! Versprochen!


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