Lebensmittelhandel

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Der Lebensmittelhandel ermöglicht finanziell entsprechend ausgestatteten Menschen den Erwerb von Nahrungsmittel, die sie nicht selbst erzeugen können, wollen oder die sie gar nicht brauchen.

Im Folgenden soll am Beispiel eines Brotlaibs das Prinzip des Lebensmittelhandels näher erläutert werden. Dabei ist der Anbau des Getreides, daraus die Herstellung des Mehls und wiederum daraus die Erzeugung der Backware unter Berücksichtigung der dazwischen notwendigen Transporte zu betrachten.
Klingt kompliziert, ist aber so!

Einbringung verschiedener Geschmacksrichtungen in das Trinkwasser von Monokulturanrainern

Das Getreide

Der Anbau

Die Erde besitzt eine genügend große Anzahl von Getreideanbauflächen, um alle auf ihr lebenden Menschen zu ernähren. Da allerdings bestimmte Individuen aufgrund gewichtiger Tätigkeit oder bevorzugter Wohnlage einen höheren Kalorienbedarf benötigen als andere, erwerben Konzerne aus Staaten dieser Gewichtigen gerne billige Landflächen in sogenannten Entwicklungsländern, während die eigenen Flächen mit Gebäuden des Lebensmittelhandels, der Elektro- oder Heimwerkerinnung oder Tempeln anderer Konsumfetischisten belegt wird.
Der Boden in den Entwicklungsländern ist an sich unbesiedelt, einige wenige zurückgebliebene Ureinwohner ohne Besitzurkunde betteln deshalb geradezu nach Zwangsenteignung und gewaltsamer Vertreibung. Sie erhalten dadurch ungleich bessere Todesbedingungen an den slumartigen Rändern der Metropolen, wo sie ihre heimeligen Wellblech- oder Pappkartonvillen errichten. Ganz in der Nähe lodern gemütliche Feuer an Müllhalden, die zugleich willkommene Nahrungsergänzungen und Verdienstmöglichkeiten liefern.
Dort, wo das Vertreibungspotenzial kolonial erschöpft ist, werden weitere Anbauflächen vom großen Lebensmittelhandel durch Urwaldrodung erzeugt. Ein eventuell knappes Wasservorkommen auf den Feldern wird durch Ableitungen aus Trinkwasserreservoirs der Nachbarn vermieden, die damit einen weiteren Anreiz erhalten ihr Glück in einer entfernten Müllhalde einer Stadt zu suchen. Die zaghaft Verbliebenen indes kommen in Genuss des durch Pestizide veredelten Abwassers der Monokulturen, das in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erhältlich ist.

Meist sind die zuvor in der Knechtschaft der Selbstverantwortung und Eigenbesitz stehenden freien Bauern diejenigen, welche die Bewirtschaftung der mit neuen Besitzern versehenen Getreideanbauflächen übernehmen. Nun erhalten die Bauern geregelte Arbeitszeiten von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang plus Nachtarbeit und konstante Entlohnung innerhalb des Lohnsklavenschafttarifsystems. Auch ihre Kinder und Kindeskinder profitieren von diesen Regelungen und erhalten ihre Zukunftsziele in stetig wachsenden und immerfort abzuzahlenden Krediten.

Aller seelisches Wohlbefinden wird zusätzlich erhöht, weil technisch hergestelltes Saatgut mit ausgereiften Genmanipulationskomponenten naturabhängige Risiken mindert. Weder Schädlinge, noch Pilzbefall muss der Bauer fürchten, solange er ausschließlich das monopolisierte und modernisierte Saatgut beispielsweise der Firma Mordsanto erwirbt. Darum nimmt er auch gerne hin sein eigenes Saatgut entsorgen zu müssen und empfindliche Strafen zu erlangen, falls er das patentierte Saatgut illegal aufbewahren und verwenden sollte.
Die extreme Übersichtlichkeit der so entstehenden effizienten Monokulturen mit all ihren Vorurteilen sei hier nur am Rande erwähnt.

Als besonders effizient zeigte sich in letzter Zeit die Ablösung der Getreideanbauflächen durch Palmölplantagen. Das erzeugte Öl wird in den Industrienationen für übermotorisierte urbane Geländewagen benötigt, wo es als gewissenberuhigender Biosprit deren Vortrieb mit meist nur einer Person besetzt ermöglicht. Eine Faustregel besagt: Pro 100 km wandelt man den Kalorienbedarf einer vierköpfigen Familie pro Monat in Somalia in Mobilität um. Ziel der Autohersteller muss es deshalb sein, diesen Wert auf eine dreiköpfige Familie mittels Hungerrate und damit verbundener höherer Kindersterblichkeit zu reduzieren.

Aus Gründen der Menschenwürde sind hier nur heimat-, zukunfts- und elternlose Kinder (sogenannte Hungry Jack’s) abgebildet und keine verhungernden

Der Handel

Das so erzeugte Getreide vermehrt nun dank Global- und Liberalisierung wachstumsfördernd in den Industrienationen die Anzahl der Millionäre und Zweitflachbildschirmbesitzer. Gerade der Derivathandel wird dafür zu einem geeigneten Werkzeug. Er ermöglicht den Klimawandel börsentechnisch positiv anzuwenden, indem Wetten auf Dürren in Äthiopien und damit verbundene Hungersnöte durch ausfallende Getreideernten große Aussicht auf wirtschaftliche Erfolge beinhalten. Pro 1000 verhungernder Kinder kann ein Anstieg von 0,5 % des Getreidepreises errechnet werden. Deshalb ist das Desaster zu erahnen, falls eine erhoffte Dürre ausbleibt, genügend Getreide den Markt und die Mägen überschwemmt und die Preise drückt. Termingeschäft-Broker stürzen sich in diesem Fall tragischer- und massenweise aus den Fenstern ihrer geleasten Bürogebäude, um sich zu entleiben.

Eine ausgleichende und verhindernde Maßnahme hierfür ist die Vorratshaltung von Getreide. Die so entstehende künstliche Verknappung lässt Preis und Gewinn wieder steigen. Der erfahrene Broker der Deutschen Bank wettet deshalb gegen eine Dürre in Äthiopien und für eine solche in China, kauft in 2 Jahren wachsendes Getreide mit fiktivem Geldvermögen und erwirbt Vorkaufsrechte für Optionen auf Anteile an in Silos zurückgehaltenem Getreide in Kanada (Modell „Mach-dich-vom-Acker-Mann"). Dieses kann später human und zu überhöhten Preisen zeitnah an jene Staaten und NGO’s veräußert werden, die damit durch Hunger aufgeblähte Kinderbäuche abschwellen lassen wollen.

Der Transport

Doch bevor diese sich abschwellen, muss das Lebensmittel erst seinen Bestimmungsort am Flüchtlingslager oder Feinkostladen erreichen. Meist geschieht dies per Altschiff, angetrieben durch Altöl, das somit einer aufwändig kostenintensiven Entsorgung entzogen wird und in den atmosphärischen Kreislauf zurückgeführt.
Die technisch wenig anspruchsvollen Schiffe bieten gering ausgebildete Mannschaften aus Billiglohnländern eine wertvolle Verdienstmöglichkeit. Dies geschieht auch beim Weitertransport auf dem Landweg mittels übermüdeter Lohnlenker in wiederum Biosprit verbrennenden ökologisch einwandfreien Lastkraftwagen. Sie übernehmen die Anlieferung des Getreides zu chinesischen Schrot(t)mühlen, nach Indien oder Australien, von dort das pesti- und fungizid behandelte Mehl wiederum per Schiff in die gelobten Länder des Wohlstands weiterbefördert wird.

Der Backvorgang

Bezieht die Großbäckerei nicht ohnehin schon den Teig aus China, wird das Mehl hier nun mit genmanipulierter, aber nicht kennzeichnungspflichtiger Hefe vermengt. Wichtig ist bei diesem Produktionsschritt die durch die Marketingabteilung festgestellte korrekte Duftnote beizufügen. Dasselbe gilt für dem vom Kunden erwarteten und ihn zuvor von der Werbung suggerierten richtigen Knusper und die besondere luftig lockere, Rohstoff sparende Fluffigkeit des Produkts. All diese Komponenten erhält die Ware dank Jahrhunderte währender Forschung in den Laboratorien etablierter deutscher Chemieunternehmen. Komplizierte Molekülketten verändern dabei vorteilhaft die Konsistenz der Produkte und die DNA der Konsumenten.
Bei all den Produktionsschritten muss das Entfernen wichtiger, gesunder Inhaltsstoffe im Vordergrund stehen und das Hinzufügen gewinnoptimierender Cerealien. Ebenso vorteilhaft ist eine auf 24 Monate hinzielende Haltbarmachung der Ware per Sandozfix-Schimmeltod-Fungizid, auch wenn sie trotzdem in Mülltonnen bereits nach 24 Stunden als angeblich ungenießbar keinem Hungernden mehr zur Verfügung steht.

Der Hummer. Verbrauch: 250 vollernährte Kinder pro 100 Kilometer

Der Verkauf im Lebensmittelhandel

Nun erreicht der duftende, adrette und leicht untergewichtige 1-Pfund-Brotlaib den auf Verkauf spezialisierten Lebensmittelhandel. Meist ist dies ein Discounter, der federführend die zuvor bestehenden Zustände verursacht, vorantreibt und beaufsichtigt. Er verdient somit sowohl an Anbau, Produktion als auch am Verkaufserlös. Diesem zuträglich ist ebenso die Regale bestückende, unversicherte Hausfrau und die untertariflich bezahlte Bäckereifachverkäuferin. All diese kostenintensiven Aufwendungen nimmt der Discounter aber nur auf sich, um seinen Kunden ein billiges und vor allem billiges Produkt anbieten zu können.
Auf diese Weise werden Geldbeutel und Gaumen der Konsumenten nicht überbeansprucht, aber ebenso Verdienstmöglichkeiten für Derivathändler geschaffen. Gleichfalls stabilisiert diese Art des Lebensmittelhandels die Zugewinngemeinschaften gieriger Aktionäre und erweitert die Einsatzbereiche humanitärer Organisationen.

Erfolge des Lebensmittelhandels

Das wohltuende Ergebnis des hochentwickelten Lebensmittelhandels ist, dass in der Gourmetwüste Deutschland der Durchschnittshaushalt nur 10 % seiner Ausgaben für Grundnahrungsmittel verwenden muss, während es in den Entwicklungsländern meist 80 % sind. Unter Berücksichtigung der Einkommen kostet demnach unser Brotlaib dort 250 Euro, während er bei uns unter Inanspruchnahme der in den Entwicklungsländern fehlenden Happy Hour für 2,50 Euro zu erwerben ist. (Manche Juxfiguren meinen, in Entwicklungsländern sei stets dann Happy Hour, wenn eine kleine Schüssel Reis auf dem Tisch steht).
Deshalb noch einmal ein dreifaches Hoch auf den kapitalschaffenden Lebensmittelhandel, der dafür sorgt, dass alles lebenswerte Leben auch weiterhin ihre wohl ernährte Existenz bewahrt. Er sichert die unbegrenzte Mobilität in den Industrienationen dank Biosprit und fördert die Entlaubung der Planetenoberfläche, was endlich die vielen dunklen Schatten vertreibt. Gleichzeitig reguliert er das uferlose Bevölkerungswachstum in den Entwicklungsländern durch Verhinderung des Erreichens der Volljährigkeit von Kindern.

Einem sorglosen, genussvollen und preiswerten Einkauf des nächsten Brotlaibs, der mit selbstliebevoller Arbeit geschaffen wurde, steht somit nichts mehr im konsumweisenden Wege.


Der Autor versichert seine Abneigung gegenüber dem Lebensmittelhandel und den Wahrheitsgehalt der Fakten.