Spiegelwelten:Hamunaptresische Revolution

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Die Revolution von Hamunaptra fand im Jahre 1639 (OZR) statt.

Vorgeschichte

Zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts setzte wie überall in Ozeanien eine unheilvolle Entwicklung der Dekadenz und der Elitisierung von Macht und Reichtum ein. Eine Entwicklung, die schließlich in Hamunaptra in der großen Revolution von 1639 mündete.

Exzesse wie der Elitepass

Das vorrevolutionäre Land unter der Herrschaft von Pharao Pherostirch dem Sechzehnten, (Genannt Pherostirch, der Prasser) litt am Mangel an ausgebildeten Arbeitskräften. Auch schlug die schlechte Rechtssicherheit und fehlende Infrastruktur negativ zu Buche. Durch Gesetze, welche die Reichen maßlos priviligierten und Arbeiter stark benachteiligten, war Hamunaptra dennoch für Investoren sehr attraktiv und zog Kapital aus aller Welt an. Der Adel und alle mit einem Vermögen von mehr als einer Million Dollar erhielten einen von Pherostirch persönlich ausgehändigten Elitepass (Reichenpass) und damit verbunden ein großes Privilegienpacket:

  • Man wurde von allen Steuern befreit und durfte in königlichen Geschäften einkaufen und königliche Bordelle besuchen, wo alle Waren und Angebote für höchstens 50% des Marktpreises angeboten wurden und keine Mehrwertsteuer erhoben wurde.
  • Man durfte in die exklusivsten Stadtteile von Augsburg reisen und sich dort niederlassen.
  • Man erhielt für seine bloße Anwesenheit in Hamunaptra jährlich 500 000 P€ plus Inflationsausgleich. Einige Marketingunternehmen nutzten diesen Bonus aus, um Millionäre mit Werbekleidung in Hotels mit Werbeschildern ins Land zu locken und ihnen dafür besonders hohe Prämien zu bezahlen. Auch gelang es massenweise falsche Millionäre als billige Strohmänner einzuschleußen und einzusetzen.

Privilegien für Reiche auf Kosten der Armen

  • Für jede Investition in Hamunaptra erhielt man 10% des Wertes der Investition sofort vom Staat als Geschenk. Gewinne aus Investitionen wurden durch staatliche Zuschüsse sogar um 25% erhöht. Auch dieses Privileg wurde oft missbraucht und führte zu schädlicher Überspekulation und der Staat wollte seine enormen Zahlungsverpflichtungen nur durch Anhebung der Steuerlasten der armen und ärmsten Bevölkerung tragen, was die Kulft zwischen Reichtum und Armut noch weiter verschärfte und stark zur Eskalation von 1848 beitrug.

Trotzdem hatte sich Augsburg nie als große Finanzmetropole etabliert. Die Banken lebten von illegalen ausländischen Geldtransfers, von Steuerflucht, von Schwarzgeld aller Art und waren in den Händen der Aristokratie, welche sich das Geld für sich selber druckten und für eine Inflation von 500% pro Jahr sorgten. Außerdem blühte überall die Korruption. Pherostirchs ehrgeiziger Plan, die Inflationsrate auf 450% zu senken wurde aufgrund des adligen Widerstandes nie erfüllt. Daher war der Dollar als Zahlungsmittel inoffiziell gefragt und die ausländisch geführten Banken arbeiteten damit relativ zuverlässig.

In den Luxusvierteln Augsburgs bezogen die reichsten Menschen der Welt und viele andere Wohlhabende, sowie Adlige ihren Wohnsitz. Unter ihnen befanden sich die größten Konzernenbosse, dicht gefolgt von den edelsten Prostituierten der Welt (für die einfache Bevölkerung war die Prostitution dagegen streng verboten). Hohe geistliche Würdenträger lebten hier ebenfalls oder waren zumindest oft zu Besuch. Viele Diplomaten aus dem Ausland waren außerdem anzutreffen. Die berühmtesten Musikanten, Schauspieler und Politiker aus konservativer intellektueller Elite nahmen an den Bällen teil und zogen einen großen Strom reicher Touristen an. In diesem Stadtteil ragte das einzige Acht-Sterne-Hotel, sowie die größte Glücksspielhalle der Welt empor. Es handelte sich auch um ein gewaltiges Modezentrum und ein Vergnügungspark, welcher aufgrund vieler Unfälle kaum besucht wurde und auf Staatskosten Verluste machte.

Alltag vor 1639

Gewaltige Einkommensunterschiede im ganzen Land

Das Leben der Reichen

Fast der gesamte Reichtum konzentierte sich vor 1848 auf die Hauptstadt Augsburg. Hier gab es pro Kopf sieben Mal soviel Einkommen und dreißig Mal mehr Vermögen pro Kopf im Vergleich zum gesamten Rest des Landes. Die Luxusviertel der Hauptstadt verfügten sogar das zweihundertfache Vermögen pro Schädel im Vergleich zum Rest der Hauptstadt und das fünftausendfache Vermögen pro Rübe im Vergleich zum Rest Hamunapras. Auch diese Viertel gliederten sich in Teile mit extremen Einkommens- und Vermögensunterschieden. Die Palette reichte von den reichsten Multimiliardären der Welt in ihren gigantischen, kalkweißen Palästen, die wie eine zweite Sonne ins Auge schillerten bishin zu den vergleichsweise bescheidenen Millionären in ihren Villen und den noch biederen Touristen der Mittelklasse in den Hotels.

Auch die Hierarchie unter den Adligen spiegelte sich hier voll wieder. Während der Hochadel einen Teil des Palastes von Pherostirch bewohnte, lebte der niedere Adel zumindest auf dem Nivaeu eines Dollar-Miliardärs.

Der Mittelstand

Lange Zeit hatte es gar keinen gegeben. Seit sich die Regierung Pherostirchs endlich dazu durchgerungen hatte, den Übergang zum Kapitalismus zu vollziehen, erlebten nun auch einige einfache Bürger, als gerissene Spekulanten, erfolgreiche Händler oder Handwerksmeister eine bescheidene Blühte. Die Sandsackmanufakturen und kleinere Handelsgesellschaften wurden von Mittelständischen geführt. Amsonsten lagen alle Unternehmen in den Händen ausländischer Kapitalisten und der gesamte Grundbesitz in den Händen des einheimischen Adels. Auch dem Mittelstand war der Zuzug in die wohlhabenden Stadtviertel verwehrt. Erstens waren dort die Grundstücks- und Mietpreise unverhältnissmässig hoch und zweites war es Menschen mit einem Vermögen von weniger als einer Million Dollar verboten, die Wohlstandsvierteln zu betreten. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung des Mittelstandes war im alten Hamunaptra gar nicht gegeben und selbst in Boomzeiten nur sehr gering. Auch zahlmässig war diese Gruppe bis zum Sturz der alten Gesellschaftsordnung kaum präsent.

Die Landbevölkerung

Etwa 90% der Bevölkerung lebte auf dem Land, wovon fast alle einfache Kleinbauern waren, die in kleinen Oasen oder Flussufern zusammengepfercht lebten. Eine Ausnahme waren die Hirtennomaden, welche auch in den trockeneren Steppenregionen und selbst in den Halbwüsten auskamen, aber dennoch von den lokalen Grundbesitzern abhängig waren und für ihre blose Anwesenheit eine Gebühr und für die Nutzung der Graslandschaft eine weitere Summe zahlen mussten. Verliesen sie das Land, wurde noch zusätzlich der Zoll fällig, wenn nicht gleich alle möglichen Spesen und Schikanen. Wurde ein Tier außerdem geschlachtet, gehörte es automatisch dem Grundbesitzer, so dass die Hirten ihre selbst produzierte Nahrung bezahlen mussten. Gezahlt wurde an Land mit Kamelen oder sonstigen Naturalien, wenn der Zahlende über kein Geld verfügte. Alles Land, auf welchem noch irgendetwas wachsen kann, wurde vom Adel kontrolliert. Nominell gehörten diese Landstriche zwar zu Hamunapra, befanden sich jedoch faktisch außer Kontrolle der Zentralregierung trotz aller Zentralisierungebestrebungen und der (in Hamunapra kaum wahrgenommenen) ausländischen Entwicklungshilfe, welche sich auf die Hauptstadt konzentrierte und auch dort erfolglos blieb.

Ein Angehöriger des Hochadels besaß in der Regel ein paar Oasen. Eine einzelne Oase wurde vom Hochadel an den mittleren Adel verpachtet. Ein solcher Adliger teilte seine Oase widerum auf, um es an den Kleinadel zu verpachten, welcher es an halbadlige Günstlinge weiter verteilte. Diese verteilten es an ihre Familienangehörige und Stammesmitglieder, die es an ihre Bewacher und Verwalter als Spesen aufsplitterten.

Erst ganz zum Schluss kamen die Bauern dran, die eine kleine Parzelle pachteten und allen Verpächtern, Pächtern und Zwischenpächtern pachten zahlen mussten. Konnten die Bauern nicht mehr bezahlen, dann wurden ihre Tiere und ihr Saatgut beschlagnahmt, selbst wenn das konsequenterweise meistens den sicheren Hungertod für die Bauernfamilie bedeutete.

Der Adel, der die Nahrung für sich einsammeln lies, dachte nicht daran, sie zu verkaufen oder gar an Arme zu spenden. Statt dessen wurde alles vom Adel selbst gegessen und es wurden auch die letzten Reste an Haustiere verfüttert oder weggeworfen.

Internationale Hilfsorganisationen hatten zu diesen Gebieten kaum Zugang und waren ständig Morddrohungen ausgesetzt. Außerdem mussten sie mitansehen, wie die Nahrung, welche sie an die Armen verteilten, schnell wieder von den Verwaltern des Adels geraubt wurde.

Der Ackerbau war reine Handarbeit und ein unbeschreiblich anstrengender Knochenjob. In der prallen Sonne schufteten die Bauern 18 Stunden am Tag vom Sonnenaufgang bis zum Einbruch der Dunkelheit. Der unbarmherzige Boden gab oft weniger her als erwartet und dann breitete sich eine Hungersnot aus, welcher zuerst die Haustiere, dann die Alten und Kinder, im Extremfall schließlich Familien, ja ganze Dörfer zum Opfer fielen.

Des Weiteren wurden unter widerwilliger Duldung Pherostirchs alle Wasserstellen ebenfalls vom Grundbesitzer kontrolliert und verpachtet. Das meiste Wasser diente der Bewässerung der prunkvollen Gärten des Adels und zur Versorgung ihrer Haustiere, insbesondere ihrer Elefanten, welche das Wasser bei Gelegenheit verschmutzten. Theoretisch hatte niemand Zugang zu Wasser, wer die hohe Gebühr dafür nicht bezahlen konnte.
Die Wasserpächter mussten schließlich hohe Gebühren verlangen, da sie ihrerseits eine hohe Pacht für die Wasserstellen zu zahlen hatten. Ihre Bewacher allerdings nicht. Sie waren nicht nur sehr nachlässig und bestechlich, sondern nutzten ihre Position, um Wasser zu stehlen und zu verkaufen oder an ihre Günstlinge zu verteilen. Das bescherrte den Wasserwächtern einen großen Reichtum und jede Menge Macht.

Um die Macht der lokalen Grundbesitzer einzuschränken, hatte Pherostirch der Sechzehnte beschlossen neue, künstliche, von der Zentralregierung streng kontrollierte Oasen als Grundlage der Macht außerhalb der Städte zu schaffen. Dieses Projekt musste aber aufgegeben werden, da die langen, unüberschaubaren, durch die weite Wüste gebauten Aquädukte angezapft oder gar absichtlich sabotiert worden waren. Das kostbare Wasser war entweder von lokalen Grundbesitzern und Karawanen entzweigt worden oder versickerte durch Schäden im ewigen Sand.

Die Städte allgemein

In den Städten waren die Möglichkeiten, durch Korruption reich zu werden sogar noch besser. Diese Chance hatten allerdings nur die wenigen Glücklichen, die ein strategisch wichtiges Amt mit einer monopolähnlichen Machtbefugniss innehatten. Diese Stellen waren aber oft bereits von Halbadligen oder von Leuten mit guten Bekanntschaften besetzt, während der eigentliche Adel sich völlig zur Ruhe gesetzt hatte und diese Stellen für seine "Nachfolger" überlies.

Hohe Kriminalität

Augsburg ist in Machtzonen rivalisierender krimineller Banden zersplittert gewesen. Bloß das mit Abstand reichste Regierungs-, Residenz-, und Touristenviertel, in welchem sich auch der Palast befand, wurde bis zur Revolution von dieser unerträglichen Kriminalität verschont.
Die kriminellen Banden suchten sich immer die schwächsten Opfer aus und liesen die Reichen und Mächtigen in Ruhe. In der Tat kamen in Hamunaptra Adlige und Reiche in den Genuss eines erstklassigen Engaments seitens polizeilicher und militärischer Sicherheitskräfte, während ein Mord an einem Slumbewohner meist nicht einmal schriftlich vermerkt wurde. Selbst wenn ein offensichtlicher, mehrfacher Mörder erwischt werden konnte, kaufte er sich in der Regel für ein Kleingeld frei, solange er es sich nicht mit den Reichen und Mächtigen verscherzte, was ihm die Todesstrafe eingebracht hätte.

Auf zunehmenden Druck der Bevölkerung (welcher allerdings völlig überhört worden war) und zuletzt auch einiger ausländischer Investoren (die dem Pharao weitaus wichtiger gewesen waren) sah sich Pherostirch dann doch gezwungen, zumindest in der Hauptstadt für mehr Ordnung in den ärmeren Vierteln zu sorgen.

Aufgrund der geschickten Guerillia-Taktik der mafiaähnlichen Organisationen war es unmöglich, selbige effektiv zu bekämpfen, zumal ein großer Teil der Bevölkerung selber in irgendeiner Weise in solche Machenschaften verwickelt war und sich bei einer offenen Aussage strafbar gemacht hätte und vor allem sich als "Verräter" vor seinen Bekannten hätte verstecken müssen.

Der erste große Versuch des Pharaos, eine einzige Bande an die Macht zu bringen, um wenigstens die chaotischen Clankriege zu beenden, war ebenfalls kläglich gescheitert, weil sich die siegreiche Bande schnell zerstritt und so alles von vorne anfing.
Auch die energische Entwaffnung der Bevölkerung erwies sich als wirkungslos. Zwar waren Waffenläden relativ schnell völlig verboten worden, aber die Menschen kauften ihre Waffen schon seit eh und je direkt aus den Kasernen, wo gelangweilte Soldaten, Offiziere und sogar Generäle diese weitaus billiger anboten. Auch die Polizisten verkauften ihre Dienstwaffen, ihre Uniformen und für gutes Geld sogar ihre Dienstmarken. Selbst die Geheimdienste Hamunapras waren viel zu korrupt für eine effektive Operation.

Die Revolution

Pherostirchs Kamelreiter verteidigten die Macht des Pharaos erbittert gegen die Luftangriffe der Rebellen


Als erstes traf es die Sandindustrie mit großen Streikwellen in den Sandsackmanufakturen. Vor allem aber brachte die unerträglich hohe Kamelsteuer bei den nichtadligen Kamelbesitzern das Fass zum Überlaufen.
Der mondäne Augsburger Höckergarten wurde von wütenden Demonstranten besetzt, so dass das alljährliche Kamelrennen abgesagt werden musste.

Nach heftigen Straßenschlachten war nur noch der Palast Pherostirchs des Sechzehnten unter der Kontrolle seiner Streitkräfte.
Der direkt daneben stehende fette Turm von Lisa wurde mit Sprengkörpern beladen und auf das Schloss umgestürzt, so dass beide Gebäude in Schutt und Asche gelegt wurden. Nur der Backenkeller überstand die Kämpfe weitgehend unbeschädigt, da die dortigen Zuhälter rechtzeitig kapitulierten.


Der klügste Schachzug der aufständischen, hamunaptranischen Republikaner war die Besetzung der Cobra-Werke, der einzigen modernen Fabrik im ganzen Land. Dadurch verfügten die Revolutionäre über die technische Überlegenheit. Die Kamelreiter Pherostirchs waren den Luftangriffen der Revolutionäre nicht gewachsen. Pherostirch floh zusammen mit den Adligen in die umliegenden Provinzen, wo er seine Armee zum Gegenschlag neugruppieren versuchte, ist aber de facto entmachtet worden. Pharao Phersostrirch der Sechzehnte floh ins Exil.

Ende des Revolutionsregimes, Restauration

Bis 1692 war Hamunaptra unter der Herrschaft der Revolutionäre und hieß Volksrepublik Hamunaptra. Danach wurde der schwächelnde Revolutionsrat, der auch unter Korruption und Vetternwirtschaft litt, von der Bewegung "Demokratie jetzt" gestürzt. Der im Exil geborene Pherostirch der Siebzehnte kehrte ins Land zurück und führte nach erfolgreicher Volksabstimmung eine konstutionelle Monarchie mit parlamentarischer Demokratie der Zwei Kammern ein.


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Hamunaptra

Pharao Pherostirchs Altlast Reich

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