Kanonenofen

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Der Kanonenofen ist wirksames Mittel zur Entsorgung von militärischem Abfall.

Funktionsweise und Aufbau

Der Kanonenofen ist ein Ofen, der für das Verheizen von Kanonen ausgelegt ist. Sein Korpus besteht stets aus einem hitzebeständigen Metall, in das ein Rost zur Aufnahme des Brennstoffes eingebaut ist. Üblicherweise werden die Kanonen in handliche Stücke zerlegt, bevor sie in den Ofen eingebracht werden. Die Zündung des Brennstoffes erfolgt über eine gasbetriebene Pilotflamme.

Geschichte

Erfunden wurde der Kanonenofen kurz nach dem Krimkrieg, bei dem eine Menge Kanonen übrigblieben. Ein russischer Ingenieur baute den ersten Prototypen des Ofens aus Metallresten und Draht. Im Gegensatz zu späteren Modellen funktionierte die Pilotflamme des Prototyps mit Wodka.

Der Prototyp war ein voller Erfolg und wurde in der Folge nachgebaut und weiterentwickelt. Die Verstärkung aus Draht wurde nach der Einführung eines gegossenen, später geschmiedeten, Ganzmetallkorpus überflüssig. Die Pilotflamme wurde von Wodka auf billiges Gas umgestellt und der Ofen wurde durch eine Platte auf der Oberseite ergänzt, die den Kanonenofen nun auch zur Zubereitung von Nahrung nutzbar machte.

War der Kanonenofen am Anfang primär als Heizung ausgelegt, erwies er sich bald als für die Entsorgung von militärischem Abfall geeignet. Bekanntermaßen fallen nach Kriegen große Mengen an Restwaffen an, die von gefallenen Soldaten auf den Schlachtfeldern zurückgelassen wurden. Während kleinere Restwaffen (Gewehre, Pistolen, Handgranaten) meist durch Plünderer entsorgt werden, sind zurückgelassene Kanonen ein Problem, da diese zu sperrig für die Plünderer sind. Die Kanonen erschweren eine Renaturierung der Schlachtfelder erheblich, behindern den Wildwechsel und verschandeln das Landschaftsbild.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Kanonenöfen zur Entsorgung der übriggebliebenen Kanonen eingesetzt und erwiesen sich als voller Erfolg.

Bauarten

Feldkanonenofen

Verkleinerte, tragbare Version; ist für den Einsatz im Freien ausgelegt.

Kanonenhochofen

Industrielle Version. Kann durch seine Bauhöhe komplette Kanonen aufnehmen und spart so die Zerlegungsarbeit. Die Größten Kanonenhochofen Deutschlands standen im Ruhrgebiet und waren für große Kaliber ausgelegt.

Maschinenkanonenofen

Weiterentwicklung des Kanonenhochofens. Bei diesem Ofen ist eine maschinelle Zerlegeeinheit für die Kanonen integriert, so dass die Kanonen hier komplett zugeführt werden können. Ersetzte weitestgehend den Kanonenhochofen.

Panzerkanonenofen

Gepanzerte Version. Wird eingesetzt, wenn nicht klar ist, ob die Kanone noch geladen ist oder nicht.

Haubitzenofen

Für die Beseitigung von Haubitzen modifizierter Kanonenofen. Ist mittlerweile überholt, da man entdeckte, dass Kanonenöfen auch mit Haubitzen funktionieren.

Sportkanonenofen

Dient NICHT zum Verheizen von Sportskanonen. Mit diesem Ofen ist es möglich Rennwagen für den Motorsport (daher der Name) zu betreiben. Wurde entwickelt, um die Formel 1 vor den Folgen der Ölkrise zu bewahren.

Raketenofen

Diente zur Entsorgung von gebrauchten Raketen. Wird heute nicht mehr eingesetzt, da gebrauchte Raketen einen zu geringen Heizwert besitzen, um diesen Ofen wirtschaftlich zu betreiben.

Kanonenbootsofen

Maritime Variante des Kanonenofens. Damit können gebrauchte Kanonen von versunkenen Schiffen direkt auf hoher See entsorgt werden. Die Typvariante Kanonen-U-Bootsofen war allerdings nicht erfolgreich; an Bord von U-Booten war die Versorgung des Ofens mit Luft nur ungenügend.

Gefahren bei der Nutzung von Kanonenöfen

Feldkanonenofen bei unsachgemäßem Gebrauch.

Die größte Gefahr beim Umgang mit Kanonenöfen besteht in der Möglichkeit, Munitionsreste zusammen mit den zerkleinerten Kanonen in den Ofen einzubringen. Es besteht dann die Gefahr eines Ofenzerknallers, bei dem Schäden an Personen in der näheren Umgebung des Ofens nicht ausgeschlossen werden können. Der Ofen selbst ist nach einem solchen Vorfall im Allgemeinen unbrauchbar und nur selten sind die Schäden reparabel. Daher ist stets auf eine saubere Entladung der Kanone zu achten, möglichst bevor sie zerlegt wird. Nur so können größere Sachschäden vermieden werden. Ist eine Entladung der Kanone nicht möglich, wird dringend zum Gebrauch eines Panzerkanonenofens geraten.

Eine gründliche Säuberung des Brennstoffes ist nötig, um die Bildung von Pulverdämpfen zu vermeiden. Solche Dämpfe können zu schweren körperlichen und geistigen Behinderungen führen. Beim Kanonenhochofen sorgte die Bauhöhe für einen ausreichenden Abzug der Pulverdämpfe, während der Maschinenkanonenofen eine eigene, automatische Lüftung hat. Feldkanonenöfen stehen für gewöhnlich im Freien, was für eine ausreichende Belüftung sorgt. Andere Bauarten von Kanonenöfen sollten jedoch nur mit gereinigtem Brennstoff betrieben werben

Irreführende Links

In der deutschen Wikipedia gibt es einen irreführenden Artikel zum Thema Kanonenofen (siehe dort). An dieser Stelle sei davor gewarnt diesen Artikel ernst zu nehmen und Kanonenöfen mit Kohle zu betreiben. Wozu gibt es schließlich Kohleöfen?