Diverses:Wort zum Sonntag/KW 51 2017

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Liebe Leser, liebe Männer und Frauen, liebe Frauen und Männer, liebe Gemeinde!

Die Stupidedia wünscht euch allen frohe Weihnachten. Hoffentlich habt ihr die stressigen Vorbereitungen überstanden und könnt die Zeit mit Familie, mit Freunden, oder mit wundervoller Ruhe genießen. Weihnachten ist die Zeit des Jahres, in der man die vergangenen Monate Revue passieren lassen kann, gutes Essen genießen darf (oder Kartoffelsalat und Bockwürstchen), und Ruhe finden kann. Solange man nicht zu den knapp 20% Erwerbstätigen gehört, die an Weihnachten feiern müssen. Wir von der Stupidedia möchten uns daher bei all den Amazon-Lagerelfen und DHL-Rentieren bedanken, die Weihnachten 2017 möglich machen. Doch genug Seelenbalsam, Feel-Good-Nachrichten, und Zeigefingergewimpel - stürzen wir uns in weitere Weihnachtsthemen.

Weihnachtsvorbereitungen

Vorbereitung macht viel aus.
Weihnachten ist 3% Dekoration & Geschenke, 5% gutes Essen, 12% Familie und 80% Planung. Wer eine Ausbildung zum Weihnachtsplanungsexperten hinter sich gebracht hat, schafft es angeblich bis zu 15 Leute ohne Nervenzusammenbruch zu bewirten, zu unterhalten, und zu beschenken. In wenigen einfachen Schritten kann jedoch jeder Leser seinen Umgang mit dem Weihnachtsfest professionalisieren und verbessern.
  1. Schritt 1: Crashkurs Geschenke einpacken im August - Vorqualifikationen im Windeln wechseln oder Lebensmittel in Einkaufstüten packen helfen. Effizientes Einpacken von Geschenken spart bis zu eine Stunde Lebenszeit. Für alle Teenager: Das sind umgerechnet etwas weniger als drei Episoden Modern Family.
  2. Schritt 2: Dreiwöchiges Improvisationstheater-Seminar - Hilft nicht nur die eigenen schauspielerischen Fähigkeiten aufzuwerten, sondern fügt zeitgleich auch noch das Element der Spontanität und Flexibilität hinzu, sodass sämtlichen Situationen gekonnt mit einem panischen Ausraster entgegengekommen werden kann. Beliebte Module: Achtung, die Kerzen schreien, sobald sich jemand in einem Umkreis von zwei Metern um den Tannenbaum befindet (fortgeschrittene Teilnehmer können gerne zum Tackle ansetzen); Scheiße, scheiße, scheiße durch die Küche rufen und auf dreimaliges Nachfragen konsequent mit Ach, schon gut. antworten; Eigene Geschenke an andere mitkommentieren und "Ich bin mit sicher, dass du das nicht magst." sagen.
  3. Schritt 3: Zwischendurch - Die ersten fünf Wörter sämtlicher Weihnachtslieder auswendig lernen und kraftvoll loslegen können - ab der zweiten Zeile wird sich auf die Großmutter verlassen und mitgemurmelt.

Kurzum: Dieser Drei-Punkte-Plan sollte jedes Weihnachtsfest auf ein neues Level heben.

Ein Weihnachtskommärzchen

Ende September erwachen sie aus ihrem Sommerschlaf und mischen sich unauffällig unter die Flora und Fauna lokaler Supermarktregale - die erste Packung Spekulatius des Jahres sprießt in Hüfthohe und verspricht den klassischen Dezember einige Wochen später: Ein wenig Schnee zu Monatsanfang lässt alle von weißer Weihnacht träumen und am Ende sitzt man bei 8 Grad und Regen um den Tannenbaum. Ebenso zuverlässig wie Nieselregen an Heiligabend ist in den letzten Jahren die routinemäßige Smalltalk-Empörung zur Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes geworden. Alles wird teurer. Aufdringliche Werbung zwingt einen förmlich dazu mehr und mehr zu kaufen. Oder? Sagt mir bitte, dass nicht ich Schuld daran habe, dass ich so viel kaufe. Werbung ist aber auch ein Teufelszeug. Die Kinder sind mit drei neuen Paar Schuhen, Markenklamotten, einem Hoverboard und dem neuen Playmobilset "Untere Mittelschicht" (die neue Gehaltskürzungen-Erweiterung muss nicht mal gekauft werden - es reicht wenn das Playmo-Familienauto und ein paar weitere Gegenstände in den Müll geschmissen werden) halt einfach nicht mehr zufrieden. Ich möchte doch nur ein funktionierender Teil des Systems sein und brav meiner Konsumsucht nachgehen - und dafür wird mir mit Privatinsolvenz gedankt? Verdammtes Verantwortungsbewusstsein, das haben sich doch bestimmt die Sozis ausgedacht.

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Wer den Dezember durch damit beschäftigt ist, sich beim Shopping über die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes zu echauffieren, der hat Weihnachten nicht verstanden. Genauso wenig, wie die Leute, die sich darüber aufregen, dass "Frohe Festtage" statt "Frohe Weihnachten", "Frohe Weihnachten" statt "Frohe Festtage", oder "Hör auf mich anzuschreiben, ich habe dir schon fünf Mal gesagt, dass ich einen Freund habe." statt "Frohe Weihnachten, natürlich schenke ich dir drei Nacktbilder." gesagt wird. Wenn du nicht in der Lage bist die nette Geste deines Gesprächspartners zu realisieren, sondern dich durch eine Formulierung beleidigt fühlst, dann ist nicht der Gesprächspartner das Arschloch - Du bist es. Im Jahr 2017 hat Weihnachten doch nur noch im Entferntesten was mit der Geburt von Jesus zu tun. Einen der schlechtesten Tipps, den mein Vater mir je gab war übrigens folgender: "Wer bei One-Night-Stands verhütet wird niemals Vater des nächsten Jesus Christus.".

Ein gutes Weihnachten sollte sich auch nicht über die Quantität und/oder Qualität der Geschenke entscheiden. Und deshalb nervt es mich immer ein bisschen, wenn ich höre, wie sich jemand über lange Schlangen an der Kasse aufregt im Zusammenhang mit den Worten "Das macht Weihnachten kaputt.". Erstens bist du selber Teil der Schlange in der du stehst und zweitens: Wenn dein Weihnachtsfest dadurch zerstört wird, dass du beim Geschenkpapierkauf bei Nanu Nana 15 Minuten in der Schlange stehst, möchte ich nicht wissen, wie du auf wahre Tragödien im Leben reagierst. Bus verspätet? Mein Tag ist gelaufen! Bei 1,14 getankt, aber später gesehen, dass es bis auf 1,12 runterging? Schlimmster Tag der Woche! Niemand wird dazu gezwungen viel Geld an Weihnachten auszugeben und große Geschenke zu schenken. Das sind Dinge, die sich innerfamiliäre Kreise selbstauferlegen, Werbungen erwirken, oder das eigene Unterbewusstsein beeinflusst. Die wahre Schönheit von Weihnachten ist doch, dass Familien zusammenkommen, Freunde sich wiedersehen, und Menschen (zumindest versuchen sie es) friedvolle Zeit miteinander verbringen.

Was schenkt man sich eigentlich..?

Vom lausigen Paar Socken bis hin zur bespitzen Damenunterwäsche - globale Geschenktrends geben einen interessanten Einblick in die Entwicklungen, den Reichtum, und den Ideenreichtum der Länder. Wir haben daher ein paar Länder und deren Geschenkgewohnheiten komplett erfunden, und stellen diesen jetzt in einem pseudo-wissenschaftlichen Kontext dar:

Deutschland

Was wünscht man sich? Irgendein Buch, Playmobil, Neuwahlen oder ein Ende der Verhandlungen, Ende von Sigmar Gabriel als relevante Figur der SPD
Was schenkt man? Irgendein anderes Buch, Amazon-Gutschein, Flasche Wein (Aldi)

Bayern

Was wünscht man sich? Einen vernünftigen CSU-Politiker an der Spitze der Partei
Was schenkt man? Markus Söder (kann man den umtauschen?)

Österreich

Was wünscht man sich? Wieder ernstgenommen zu werden, Souveränität, sozialere Politik für die Armen
Was schenkt man? Kurz & Strache

USA

Was wünscht man sich? Ein Ende der Gewalt, höhere Pädophilenquote in öffentlichen Ämter, Frieden, kontrolliertes Koma bis zur Präsidentschaftswahl 2020
Was schenkt man? Personalisierte Waffen, Crystal Meth, ein gutes Gefühl gegen das schlechte Gewissen, zwei Tickets für Plätze im Gerichtssaal eines Vergewaltigungsprozess - so nah war man seinen Stars noch nie.

Großbritannien

Was wünscht man sich? Abkehr vom Brexit, Theresa May auf dem Scheiterhaufen, trockene Kekse, ein weiteres Baby der Royals
Was schenkt man? Abfällige Blicke, gegenseitige Verachtung, trockene Kekse, eventuell Bettwäsche mit "Union Jack"-Motiv.

Katalonien

Was wünscht man sich? Unabhängigkeit, Vertragsverlängerung von Lionel Messi
Was schenkt man? Man schenkt es sich auf normale demokratische Prozesse zu achten - weil Demokratie so gut in Ignoranz und Willkür startet.

Weihnachtsworte

Erfrischende Weihnachten!

Das heutige Weihnachten ist durch erfundene Weihnachtsmänner, Super Sales, Wir schenken uns nichts-Mega-Geschenke, und Sonderöffnungszeiten im Dezember vielleicht zu dem hässlichen Abbild einer überkapitalisierten Gesellschaft geworden, das es nie sein wollte. Ein Fest, in dem Menschen ihre Gefühle davon abhängig machen, ob ihre Geschenke teuer genug waren, in einer Gesellschaft die nach und nach jeden Winkel des Lebens zu Geld und messbar macht. Doch das Schöne ist, dass wir noch nicht an einem Punkt angekommen sind, in dem man nicht für sich selbst entscheiden kann, wie man sein Weihnachten im Rahmen seiner Möglichkeiten verbringen möchte. Klar, der Flug nach Tahiti ist ein bisschen zu teuer für dieses Jahr, aber wir sind alle nach wie vor super dazu in der Lage selber zu entscheiden, auf wie viel Firlefanz wir uns einlassen wollen und wie viel nicht. In manchen Bereichen hat man diese Möglichkeit ja kaum noch, Paradebeispiel Facebook-Account, doch gerade ein Fest wie Weihnachten sollte uns wertschätzen lassen, dass wir selber unser Fest gestalten können. Wir können es aus den verschiedensten Gründen feiern - religiös, familiär, van-gaalistisch (Ich bin ein Feierbiest), oder gar nicht. Wir können uns entscheiden, ob und wie viel wir schenken und vor allem was wir schenken. Am 24.12. ist es vielleicht zu spät, mittlerweile dürften selbst die spätesten Spätkäufer ihre Weihnachtsgeschenke gekauft haben, doch für nächstes Jahr ist es sicherlich ein wertvoller Gedanke, welche Geschenke man wirklich schenken möchte - und ob einige Supersonderangebote nicht doch durch Supersondergemeinsame Zeit zusammen, vereinten Erlebnisse, oder selbstgebastelte Geschenke ersetzt werden kann. Weihnachtsgeschenke sind nämlich ein bisschen wie Spendengalas: Es zählt die Geste, nicht der Erfolg. Looking at you, Amerika.

Frohe Weihnachten!


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