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Spiegelwelten:Das Troja-Manöver

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„Zugriff!“ erschallt es durch die Fertighausstadt der Minenarbeiter auf Freidenau, „Zugriff, Zugriff!“. Von überall her strömen schwer bewaffnete Arbeiter durch die Straßen, hin zum Hauptquartier der Insel, hin zum Hafen. Alle Lichter erlöschen, alle Maschinen stehen plötzlich still. Am Hafen hüllen Rauchschwaden die ankerten Schiffe ein, hier und da hört man ein Knallen, ein lautes Pfeifen und Heulen. Männer mit Sauerstoffmasken stürmen die Gangways der Schiffe hinauf, ein Geschützturm geht in Flammen auf, explodiert in einem infernalen Donner. Ein greller Blitz lässt ein Luftschiff mit lautem Dröhnen fast majestätisch zu Boden sinken. Aus den Mineneingängen quellen weitere Minenarbeiter hervor, greifen ihre Waffen, legen Hochgeschwindigkeitsniederdruckblasrohre auf ihren Schultern und feuern. Sie laufen hin zum Hafen, hin zu den Flüchtlingshäusern, hin zum Landeplatz, überall Bewegung, anscheinend ein Chaos, doch tatsächlich konkreten Befehlen folgend. In der Luft hört man das laute Knattern von 10, 20, 30 Großraummotorflugdrachen, wer weiß schon wieviel? Einen Ruf hört man immer wieder: „uf Varivas, uf Varivas!“, „für die Freiheit, für die Freiheit!“

Doch – beginnen wird dort, wo der Anfang einer Geschichte in der Regel beginnt: von vorne.


Prolog

Es war schnell klar, dass gierige Gesellen die Not der Menschen im Chinesischen Archipel für ihre Geschäfte ausnützen würden. Wem war dies klar? Nun, nennen wir ihn irgendeinen Geheimdienst, vielleicht aus Luxusburg, aus Verdinga, vielleicht von der Mata Dea KG, vielleicht jemand völlig anderes, man wird es niemals wirklich erfahren.
Als dann der hurricanische Minister Störtenbeck eine Privatflüchtlingsinsel etablierte und Schiffsbewegungen zwischen der jenchuischen Besatzungszone und dieser Insel Freidenau festgestellt wurden, war klar: Hier wird massiv Völkerrecht gebrochen, Menschenhandel betrieben. Dies zu unterbinden war nun die Aufgabe von – wir brauchen es nicht zu wissen. Es begann:


Phase 1: Keine Macht den Bösen

Es war nun unbedingt nötig die direkte Flüchtlingsroute zwischen jenchuischen Besatzungsgebiet und Freidenau zu unterbinden. Dazu musste der Flüchtlingsstrom umgeleitet, geordnet kanalisiert werden, um Zugriff auf die Verteilung der Flüchtlinge zu erlangen. Dies gelang zum einen mit der Etablierung von Dea Salvatio als Flüchtlings- und Lazarettstation und der Errichtung des einzigen Großflughafens der Gegend, zum anderen durch Lobbyarbeit während der Flüchtlingskonferenz „succurrere“ in Ganynendra. Dort konnte die Mata Dea KG dazu bewogen werden Flüchtlingsprämien anzubieten. Dadurch lieferte nun jeder Schleuser aus Jenchu brav die Flüchtlinge in Dea Salvatio ab, weil er das große Geschäft witterte. Nun waren die Flüchtlinge dem direkten Zugriff ihrer Peiniger entzogen, konnten Hilfe erhalten und gleichzeitig lief an:


Phase 2: Aus Flüchtlingen werden Soldaten

Schon bei den Auffangstationen auf Salvatio wurde jeder Flüchtling von einer Gruppe, von der wir nichts zu wissen brauchen, befragt, ob er sich vorstellen könne für eine neue Freiheit in einem neuen Land für sich und seine Familie eine Heimat erkämpfen zu wollen. Meist waren es Utopier, Kurden und wenige Chinesen, die nicht nur einen Hass auf Jenchu hegten, weil sie dieses diktatorische Land als Verursacher ihres Übels ansahen, sondern auch entschlossen, ihre Familien und sich selbst nicht in die skrupellosen Hände von Menschenhändlern in Jenchu und Hurricania auszuliefern. Nur wenige wollten nicht kämpfen, doch auch sie fanden eine Heimat in der Südsee, Luxusburg, den Müllschieberinseln oder dem VKWE.
Jenchu und Hurricania jedoch konnten nicht bemerken, dass die in Salvatio abgelieferten und eintreffenden Flüchtlinge nicht sofort nach ihrer Erstversorgung in das Flüchtlingslager auf Freidenau weiterbefördert wurden, sondern zeitverzögert. In dieser Zwischenzeit nämlich wurden sie per Flugzeug unauffällig zusammen mit Hilfskräften in Ausbildungslager nach – wir werden es nie erfahren - zu einem intensiven militärischen Training befördert. Zurück kamen gut ausgebildete Männer und Frauen, die fest entschlossen waren ihren Peinigern entgegenzutreten und ihre Kinder in KiTas in Sicherheit zu wissen. Viele von ihnen wurden als „Schläfer“ in die Minen nach Freidenau gesandt, andere verstärken unmittelbar die Freiheitskämpfer der Kurden und der Utopier auf Newtopia. Und vielleicht war unter den angeblichen Flüchtlingen, die nach Freidenau gelangten, der ein oder andere Elitesoldat irgendeiner Nation, aus Verdinga, aus Luxusburg, wir wissen es nicht. Allerdings kam es noch zu einem Zwischenspiel in:


Phase 3: Die Erde bebt

Ein großes Seebeben erschütterte die Region, wodurch die Gewässer im Chinesischen Archipel durch Methanaufwallungen unbefahrbar wurden. Dies schien zunächst den Plan zu gefährden, aber bald wurde diese Naturkatastrophe zu einem willkommenen Ereignis. Dies weil
1. Jenchu nicht über eine geeignete Luftbrücke zur Versorgung seiner Besatzungstruppen verfügte. Dies schwächte die Truppen und die Verluste konnten nicht ersetzt werden.
2. Im Gegensatz dazu weiterhin Güter und Verstärkung über die Flughäfen Dea Salvatio und später Portus Mata von den Freiheitskämpfern einflogen wurden. Die LRU gewann an Boden.
3. Mehr Zeit blieb zur Ausbildung der Soldaten.
4. Die Freiheitskämpfer aus Utopia dadurch stark motiviert wurden, denn ihrer Religion entsprechend sahen sie dies als Eingreifen der Natur zu Gunsten ihrer Mission.
Doch es fehlte noch ein weiterer Puzzlestein, der wichtigste, die


Phase 4: Das trojanische Pferd

Die jenchuische Besatzungsmacht konnte direkt über Freiheitskämpfer in Schach gehalten werden, aber bei Freidenau sah es anders aus. Wie dort Einfluss gewinnen?
Es war eine glückliche Fügung, oder nicht, wir werden es nie erfahren, dass die SECS im Auftrag der Mata Dea KG die Flüchtlingsinsel Freidenau mit Fertighausmodulen unterstützen wollte. Natürlich nahm Störtenbeck dieses Geschenk sofort an. Nun begann jene Gruppe, über der wir immer noch nichts Näheres wissen müssen, diese Module zu bearbeiten und verändern, sowie als Montagetruppe diese Häuser auf Freidenau zu errichten. Die leichten Veränderungen beinhalteten geheime Waffenlager in Zwischenböden oder Zwischenwänden und manchmal waren diese selbst Waffen, man musste sie nur zu transformen wissen. Auch elektronische Überwachungs- und Schließanlagen wurden installiert. Nichts, was auf Freidenau nun geschah, entging denen, die es wissen wollten.
Die Falle war nun aufgestellt und mit Käse bestückt – den gut militärisch ausgebildeten Minenarbeitern. Sie waren bereit für ihre Freiheit zu kämpfen und zu leiden, als angebliche Flüchtlinge angekommen, als Minenarbeiter ausgebeutet – ganz nach Plan. Nun hieß es geduldig sein, zu warten bis die Beute eintrifft – Störtenbeck und seine verdingischen Kumpane sowie jenchuische Schiffe. Jedoch wollte man nicht Ungerechtigkeit durch Ungerechtigkeit bekämpfen, weshalb man eine rechtliche Absicherung suchte. Und sie erlangte man in


Phase 5: Lasst Justitia sprechen

Bevor man den Minister eines Landes inhaftiert, muss man sich rechtlich absichern. Deshalb wurde Luxusburg von jener Gruppe, aus Verdinga, aus Luxusburg, aus der Mata Dea KG, wer weiß das schon, davon überzeugt, den Internationalen Gerichtshof (INGE) in Dea Gratia einzuschalten, um einerseits Anklage gegen Jenchu und vor allen Störtenbeck wegen Menschenhandel und Kriegsverbrechen zu erheben, andererseits die rechtliche Grundlage für einen internationalen Haftbefehl für Störtenbeck und andere zu erwirken.
INGE kam dabei zu dem Ergebnis, dass Störtenbeck die Insel Freidenau privat betreibt und sie deshalb rechtlich nicht hurricanisches Staatsgebiet ist. Dabei legte man als Beweis die Aussage Störtenbecks vom 7.10.2015 vor, die er den SNC mitteilte: „Durch die Einrichtung einer privaten Flüchtlingskolonie, die ich finanziere sowie zu Publicityzwecke nutze, möchte ich meinen Beitrag zur Verbesserung der katastrophalen Situation im Chinesischen Archipel leisten“. Eine militärische Operation auf Freidenau verstoße deshalb nicht gegen geltendes Völkerrecht, da die Insel rechtlich gesehen als staatenloses Territorium gilt. Alle auf der Insel anwesenden seien deshalb auch als Privatpersonen zu betrachten und besitzen keinerlei diplomatische Immunität, soweit man ihnen Verbrechen zur Last legt und ein internationaler Durchsuchungs- und Haftbefehl vorliegt. Aufgrund der Beweise und Abhörprotokolle, die in den Fertighausmodulen auf Freidenau entstanden, war deshalb der INGE bereit einen internationalen Haftbefehl für Störtenbeck und andere auszustellen, sowie einen Durchsuchungsbefehl für Freidenau, zu dessen Vollzug Luxusburg beauftragt wurde.
Ebenso stellte der INGE fest, dass sie eine Anklage gegen Jenchu wegen Völkermord zulässt und die Ermittlungsbehörden aller Nationen der Spiegelwelt aufgefordert sind, Beweise für oder gegen diese Anklage zu sammeln, sowie die Haftbefehle, die gegen die Schuldigen aus Jenchu ausgestellt wurden, bei Gelegenheit zu vollziehen.
Nun war alles bereit zum Showdown und


Phase 6: Der Zugriff

Als Störtenbeck und seine auf Newtopia bereits in einer gewaltigen Methangasexplosion wundgeschlagenen verdingischen Kumpane sowie der hurricanische König Scorpio auf Freidenau mit der Fury Sea eintrafen, konnte die Falle zuschnappen. Zum Schichtwechsel der Minenarbeiter, wenn 2 Schichten über Tage sind, kam das Kommando: „Zugriff!“. Gleichzeitig verschlossen sich elektronisch die Quartiere der Wachmannschaft und die „Schläfer“ holten ihre Waffen aus den Verstecken. In das Hauptquartier, wo sich Störtenbeck und seine Kumpane aufhielten, wurde dodekanisches Betäubungsgas der Exportmarke FirstFlush-HeavenWeed über die Klimaanlage geleitet. Mit Sauerstoffmasken ausgerüstet, barg man alle Insassen, verhaftete sie und brachte sie zum Landeplatz. Nun kam die gesamte Stromzufuhr auf Freidenau zum erliegen. Zuvor wurde noch in die Ankerkette der ohnehin beschädigten HSS Fury Sea, dem Schlachtschiff von Störtenbeck, Strom geleitet, so dass die Gitarrenverstärker einen Kurzschluss erhielten. Das Schiff sank unter lautem Heulen mit einer atemberaubenden Rückkopplung, Highway to Hell spielend, zu Boden.
In der Zwischenzeit wurden die Minengänge präpariert. HeavenWeed-Betäubungsgranaten schlagen auf den Decks der Schiffe im Hafen von Freidenau ein. Dort lag durch einen glücklichen? Zufall fast die gesamte jenchuische Überseeflotte vor Anker, so die Annektor, Glorreich und Blutsturm II. Die Mannschaften waren überrascht und unvorbereitet, zumal sie niemals einen Angriff von Land her erwarteten. Ebenso erging es den Überresten der verdingischen Flotte, der IVZ Columbar, einem Transportluftschiff und einem Jagdflugzeug. Doch sie blieben unangetastet! Warum? Wir müssen es nicht wissen. Man präparierte geschickt einige der Schiffe, beschlagnahmte belastendes Beweismittel. Nach exakt 45 Minuten war die Operation beendet: Die Gefangenen und ein Großteil der bewaffneten Minenarbeiter wurden durch unvermittelt eintreffende Großraummotorflugdrachen ohne Nationalitätskennzeichen an einen unbekannten Ort ausgeflogen. Auf einem der Flugdrachen las man: INGE.


Gregor von Störtenbeck - seit 11.11.2015 in Haft
König Scorpio von Hurricania - befreit oder inhaftiert? Irgendjemand weiß es

Epilog

Das Knattern der Flugdrachen entfernt sich, wird leiser, vereinzelt hört man noch Explosionen, die aufgeregten Rufe einiger Soldaten. Dicker, schwarzer Rauch steigt kilometerhoch in den Himmel über den Hafen von Freidenau. Zerstörte Häuser, zerstörte Schiffe. Es riecht verbrannt, feiner Aschestaub fällt von der Höhe, vom Wasser her hört man ein Brodeln und Gluckern und langsam überfällt eine unheimliche Stille den Ort. Auf einer Mauer wurden hastig drei Worte gesprüht: DEÞ ARIHA ĚVARIVAS (Tod den Feinden der Freiheit).
Damit endete das Troja-Manöver, aber ist es wirklich zu Ende? Vielleicht werden Störtenbeck und die anderen vor Gericht gestellt, vielleicht auch nicht. Es könnte noch vieles gerade jetzt geschehen, von dem man nichts ahnt. Eine Gruppe weiß es jedoch, mag sein, dass es dieser oder jener Geheimdienst ist oder jemand völlig anderes. Nur ein Zitat wurde öffentlich, wer immer dies auch gesagt hat, vielleicht ist es auch nur ein Gerücht, das man sich zuflüsterte:

"Nummer 11"