Diverses:Tipps für Diktatoren

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Während in früheren Zeiten das Herrschen und beherrscht werden alltäglich war und die Monarchen "von Gottes Gnaden" als selbstverständlich galten, muss der moderne Diktator weitaus mehr zu bieten haben, um seine Macht zu verwirklichen und seine politischen Interessen durchzusetzen.

Einführung

Die Menschen schreien nach Demokratie, demonstrieren für die Zulassung von freien Gewerkschaften und fordern den Rücktritt der Diktatoren. Auch international sind sie geächtet, ihre Guthaben im Ausland wurden längst gesperrt und kein Land will mit ihnen etwas zu tun haben, Kredite geben oder Freundschaft schließen. Vielleicht werden sie von den übermächtigen Demokratien sogar militärisch bedroht und ihre Grenzen wurden bereits durch weiträumige Sperren rundum abgeriegelt? Dabei wollen sie doch nur herrschen und sie sind auch ganz sympathischer Kerle.


Warum sollte Ihnen nicht auch der Ruhm vergönnt werden, als große Staatsfrau oder Staatsmann in die Geschichte Ihres Landes und der ganzen Welt einzugehen?

Hier erhalten Sie Hilfe von den erfahrenen, bewährten und wohlgesonnenen Stupidedia-Diktatoren, wie Sie als Diktator ganz gelassen und bestens gerüstet in das 21. Jahrhundert eintreten können.

Loser und Versager unter den Diktatoren

Wir wollen Ihnen Mut machen. Doch kommen auch wir nicht umhin, Sie mit entmutigenden, ja deprimierenden und erschreckenden Beispielen zu konfrontieren. Immerhin sollen Sie auch erfahren, was Sie auf keinen Fall machen sollten! Hier soll auch von den größten Gefährdungen des Diktators gewarnt werden.

Hitler

Er nannte sich "Führer", hatte allerdings noch nicht einmal einen Führerschein. Außerdem führte er seine Anhänger ins Verderben...

Mussolini

Er lies sich "Duce" nennen, war aber beleidigt, wenn er von seinen Mitarbeitern geduzt wurde.

Ein Ex-Papst

Mit einem winzigen Stück Land irgendwo in Rom, welches nicht mal einen einzigen Quadratkilometer groß ist, lies er sich von Mussolini bestechen und arbeitete mit ihm und mit Hitler zusammen. Dass er seinen Vatikan nach dem Krieg nicht sofort wieder verloren hat, ist in der Tat ein Wunder. Vielleicht hätte sich dieser Papst deswegen selber heilig sprechen sollen. Denn so viel an Gottes Segen hat man wahrlich selten!

Jörg der Hai

Seine Diktatur in Kärnten war eine Katastrophe, aber bei seinen Kreditgeschäften sahnte er hervorragend ab. Der elfte Oktober in Verbindung mit dem Gott Phaeton bleibt seither das Mittel der Wahl, wenn Irre aus dem Verkehr gezogen werden.

Die X Gebote zur perfekten Diktatur

Nach den Standards der Konferenz der Achse des Bösen hat man sich auf folgende Prioritäten geeinigt, die besonders wichtig sind, um ein Land zu beherrschen.

Lektion 1: Die Machtergreifung

Das richtige Land

Kein König und kein Fürst sucht sich seine Untertanen selber aus. In modernen Diktaturen ist es anders. Hier kann der Führer, Genosse, Vorsitzender oder Duce selbst wählen, in welchem Land er an die Macht kommen will. Eventuell können sich Diktatoren auch austauschen. Die Wahl des Landes ist für jede Diktatur von existenzieller Bedeutung.

Wichtige Faktoren

Ein mächtiges, wirtschaftlich, politisch und militärisch starkes Land ist für einen Diktator das Wertvollste. Hitler wäre kaum eine Bedrohung für diese Welt geworden, wenn er im Irak geherrscht hätte. In schwächeren Ländern kommt man wesentlich leichter an die Macht. Doch hat man von solchen weniger Nutzen. Ein Land, in welchem sie die Macht ergreifen wollen, sollte:

  • ...niemals direkt neben einer demokratischen Großmacht liegen
  • ...politisch möglichst instabil und von einer willensschwachen, gelähmten und unfähigen Regierung geleitet sein
  • ...schlecht organisierte, ebenfalls unfähige und passive Oppositionsparteien und schwache Gewerkschaften haben
  • ...unbedingt korrupt sein
  • ...international unterschätzt sein
  • ...über eine wütende, aber politisch unwissende und leicht manipulierbare Bevölkerung verfügen.
  • ...eine wirtschaftlich starke, jedoch unorganisierte, heterogene und umstrittene Elite haben (egal, ob sie nun mit Hilfe dieser Eliten an die Macht kommen wollen, oder ob sie an die Macht kommen wollen, um diese Eliten auszurotten)
  • ...von einem Staat regiert sein, welcher in seinen populären Aufgaben weit hinter den Erwartungen der Bevölkerung steht
  • ...von einem Militärputsch bedroht werden, welcher aber durch die hoffnungslose Zerstrittenheit innerhalb des Heeres zum Scheitern verurteilt ist.

Ihre Voraussetzungen, um an die Macht zu kommen

  • Erfüllt das Land, in welchem sie an die Macht kommen wollen, die oben genannten Bedingungen? Wenn ja, dann ist eine kombinierte Strategie das Günstigste: Gründen sie eine Partei oder treten sie einer bei, in welcher sie in kürzester Zeit der unumstrittene Führer werden können.
    Sie können aber auch als schlichter Vorsitzender eine Demokratie in ihrer Partei vortäuschen, sofern in dem Land, in welchem sie an die Macht wollen, die Demokratie geschätzt wird. Mit populistischen Versprechungen und aggressiver Kritik an der unpopulären Politik der Regierung gewinnen sie die Massen.
    Wenn die unbeliebte Sparpolitik der Regierung einen Sinn hat (zb. Schuldenabbau), dann verschweigen sie diesen und verweisen sie stets auf die negativen Folgen dieser Politik, welches die Bevölkerung viel stärker spürt, als irgendwelche abstrakte Zahlen der Staatsfinanzen zu begreifen.
    Wenn Sie die Massen ganz für Sie gewinnen wollen, dann nennen sie ihre Bewegung einfach "sozialistisch" oder "kommunistisch". Wenn sie auch die Eliten (zb. für die Parteifinanzierung) gewinnen wollen, dann erklären sie sich gleichzeitig zu einem Antikommunisten und versprechen den reichReichen, sie vor der Arbeiterbewegung zu schützen.
    Um die Arbeiter und die armen Schichten der Bevölkerung gleichzeitig zu gewinnen, versprechen sie ihnen soziale Reformen, die jedoch möglichst nur symbolischen Charakter haben, als dass sie die Armut der Massen wirksam bekämpfen würden. Denn alles andere würde in der Praxis nur Geld kosten.
    Sie sollten auch über eine physische Machtbasis verfügen. Gründen sie also möglichst straff organisierte und schlagkräftige Privatarmeen. Bauen sie Gewerkschaften auf, um die Wut der Arbeiter gegen ihre Gegner richten zu können und versuchen sie die hohen Posten des Militärs zu unterwandern um widerum möglichst viele ihrer Anhänger für die Armee zu rekrutieren.
    Wenn ihre Partei an der Regierung ist, versuchen Sie mit Notstandsgesetzen oder mit einem Ausnahmezustand die Macht zu sichern und begleiten diesen Vorgang durch einen Putsch aus ihren physischen Machtbasen.
  • Erfüllt das Land die oben genannten Bedingungen nicht und ist eine Demokratie, dann versuchen sie eine Krise zu nutzen. Möglicherweise lässt sich eine solche auch selbst inszenieren. Versuchen sie eine möglichst starke politische Partei aufzubauen und verzichten sie auf illegale und allzu offensichtliche physische Machtbasen (bauen Sie dennoch zumindest eine Art "Sicherheitsdienst" auf und tarnen Sie ihre militärische Ausbildungsprogramme durch das Bilden von scheinbar harmlosen Jugendbanden), solange der Staat stabil ist. Haben sie die absolute Mehrheit oder wenn es gelingt, den Staat zu destabilisieren, können sie einen Putsch versuchen.
  • Erfüllt das Land die oben genannten Bedingungen nicht und ist eine Diktatur, dann bauen sie im Untergrund eine Bewegung mit Basen im Ausland auf. Präsentieren sie sich im Ausland als großer Freiheitskämpfer und werben sie um Unterstützung. In ihrem Zielland selbst müssen sie sehr vorsichtig vorgehen und mit Guerillamethoden kämpfen. Versuchen sie vor allem, im Ausland dafür zu sorgen, dass die Diktatur isoliert wird und erhöhen sie in jeder Hinsicht den Druck. Gelingt es, ihr Land zu destabilisieren, können sie mit ihren Guerillaverbänden in die Offensive gehen und die Macht übernehmen.

Lektion 2: Die Machterhaltung

Machterhaltung in der Anfangszeit

Die Bevölkerung sehnt sich in erster Linie nach politischer Stabilität und das ist ohnehin genau das, was Diktatoren am besten leisten können. Mit diesem Schritt sichern sie sich die Unterstützung aller Schichten auf einmal. Nutzen sie den Vorwand jedoch unbedingt aus, um ein geheimes Spitzelsystem zu installieren, mit welchem sie die Bevölkerung unter Kontrolle halten können. Scheuen Sie sich nicht, den Überwachungsapparat mit modernster Technik auszustatten und viel Geld dafür zu investieren. Aber vor allem für die ersten Jahre ihrer Diktatur sollten Sie sich davor hüten, einen allzu offensichtlichen Staatsterror zu betreiben. Das würde ihre Anhänger und Verbündeten sowohl im In-, als auch im Ausland nur abschrecken und zwar genau zu jener Zeit, wo Sie noch am verletzlichsten sind! Bauen Sie ihren Überwachungsstaat also in aller Stille auf.

Popularität steigern

Da Sie in dieser schwierigen Situation kaum auf physische Unterdrückungsmittel zurückgreifen, jedoch noch den revolutionären Elan ihrer Machtübernahme nutzen können, müssen Sie alles versuchen, um möglichst viele Menschen in allen Positionen für sich zu gewinnen oder zumindest ruhig zu halten. Versuchen Sie die Bevölkerung durch populäre Maßnahmen und Reformen an sich zu binden. Erfüllt Ihr Land die oben genannten Bedingungen, so sind die Voraussetzungen perfekt und der Spielraum groß, um die Bevölkerung mit relativ wenig Aufwand zufrieden zu stellen. Sie können die Bevölkerung durch den Ausbau der Infrastruktur und mithilfe staatlicher Arbeitsbeschaffungen beeindrucken. Damit schaffen Sie Arbeit und gleichzeitig eine Voraussetzung für eine moderne Wirtschaft. Eine gut ausgebaute Infrastruktur lockt Investoren an.

Versuchen Sie die Patrioten für sich zu gewinnen und treten sie energisch für nationale Interessen auf. Insbesondere, wenn Sie über ein Entwicklungsland regieren, wird man es ihnen international nicht so übel nehmen, solange Sie den Terrorismus nicht unterstützen. Ergreifen Sie auch außenpolitisch die Initiative um politische und wirtschaftliche Abkommen mit gleichgesinnten Staaten abzuschließen. Das ist nicht nur wirtschaftlich vorteilhaft, sondern macht auch auf die Bevölkerung großen Eindruck.

Lassen Sie sich auf allen Gebieten etwas einfallen, um die Bevölkerung bei Laune zu halten. Innovationen sind hierbei besonders verführerisch. Wenn die meisten Einwohner ihres Landes noch keinen Fernseher haben, dann errichten Sie einen neuen Industriezweig, der billige, einheitliche Fernsehgeräte produziert, um den Markt zu überfluten. Installieren Sie gleichzeitig billige Empfänger, die nur inländische Programme zeigen können. Begeistern Sie das Volk mit Unterhaltungsfilmen, die eine versteckte politische Botschaft enthalten sollten. Fernseher und Radiogeräte haben auch noch den Vorteil, dass sie auch bei den Analphabeten unter ihrer Bevölkerung ankommen. Auch ist ein staatliches Monopol in diesem Bereich viel einfacher durchzusetzen, als zum Beispiel bei den sehr einfach herzustellenden Printmedien.

Bei allen populären Maßnahmen ist die Erfüllung der Grundbedürfnisse der breiten Masse am wichtigsten. Importieren Sie, wenn nötig Nahrungsmittel und bauen Sie soziale Systeme aus. Direkte soziale Hilfsmaßnahmen seitens des Staates wecken beim Volk bei weitem mehr Dankbarkeit, als allgemeinere Handlungen, wie etwa das Senken von Steuern.

Dauerhafte Festigung der Macht und Machterhaltung für Fortgeschrittene

Sie werden sehr bald merken, dass Ihre anfänglichen Verbündeten sich zu einer zunehmenden Last und zu unbequemen Kritikern entwickeln. Ihre Erwartungen an die Regierung werden immer größer und ihre Forderungen immer vielfältiger und widersprüchiger. Ist Ihre Macht weitgehend gefestigt, dann müssen Sie alles tun, um nicht nur gegen die offensichtlichen Gegner, sondern auch gegen lästige Gruppen in ihren eigenen Reihen vorzugehen. Denn solange Sie von Ihren Verbündeten abhängig sind, können diese Sie sehr leicht stürzen, selbst wenn Sie offiziell noch so oft beteuern, dass sie Sie niemals verraten würden. Speziell bei Diktaturen heißt es: Vertrauen ist gut, Exekution ist besser. Je länger Sie jedoch zögern, desto mehr Zeit verschenken Sie ihren Gegnern, um sich gegen Sie zu organisieren und dem müssen Sie um jeden Preis zuvorkommen.

Trauen Sie grundsätzlich niemandem. Lassen Sie auch ihre engsten Mitarbeiter und (scheinbar) treuesten Weggefährten überwachen, um Umsturzpläne im Keim zu ersticken. Für dieses Stadium ist es sehr wichtig, im Hintergrund ein starkes und flächendeckendes Spitzelsystem aufgebaut zu haben.

Säuberungen

Für die ersten Säuberungen brauchen Sie einen besonders guten Vorwand und viel Fingerspitzengefühl. Auch sollten die westlichen Industrieländer zu dieser Zeit von anderen Ereignissen abgelenkt sein. Eine bewährte Methode ist es, die Verbündeten nominell zu behalten, Ihnen jedoch gleichzeitig jede Machtbasis und politischen Einfluss zu entziehen. Unter dem Vorwand einer Demokratie können Sie schlicht und einfach innerhalb Ihrer Regierungspartei eine Scheinwahl durchführen und in Wirklichkeit Leute einsetzen, die Ihnen möglichst bedingungslos gehorchen und leicht zu überwachen sind. Rekrutieren Sie Leute aus der unteren Schicht in die Regierung. Diese werden für einen bescheidenen Reichtum alles für Sie tun, auch eine befristete Dienstzeit annehmen und sogar die Beschränkung Ihrer eigenen Privatsphäre durch die Überwachung akzeptieren.

Um jeden Umsturzversuch aus den eigenen Reihen im Keim zu ersticken, müssen Sie strenge Regeln und rigorose Disziplin auch in Ihrer unmittelbaren Umgebung einführen. Setzen Sie strenge Vorschriften gegen Korruption und genaue Verhaltensregeln durch. Leute, die sich an Ihre Regeln bis ins kleinste Detail halten werden Ihnen auch in großen Angelegenheiten eher treu bleiben, als Leute, die ein lockeres Verhältnis zu Ihnen haben.

Säuberungen sind keine einmalige Gegebenheit, sondern müssen wiederholt werden, vor allem wenn es Gründe dafür gibt. Erstellen Sie unterschiedliche Kategorien. Es ist unklug, alle unerwünschte Subjekte einfach hinzurichten. Sonst haben potentielle Widerstandskämpfer wenig zu verlieren. Bei kleineren Versäumnissen reicht es, den Betreffenden aus dem Amt zu feuern. Bei mittleren Verstössen, die sich jedoch nicht unmittelbar gegen Ihre Diktatur richten, reagieren Sie am besten mit Arrest und Gefängnis. Alle, die ihre Macht unmittelbar bedrohen müssen dagegen alle Härte Ihres Regimes spüren.

Allgemeines Überwachungssystem

Auch Spitzeln darf man nicht trauen. Verlassen Sie sich niemals auf Informationen, die nur aus einer einzigen Quelle entstammen, sondern lassen Sie viele (mindestens drei) verschiedene Informationsdienste unabhängig und unwissend voneinander in der gleichen Aufgabe aggieren. Die größten Geheimdienste, Geheimdienste A, B und C haben die Aufgabe, die breite Bevölkerung zu kontrollieren, die Stimmung zu messen und über Anzeichen von Untergrundtätigkeiten zu berichten. Die nichtstaatlichen Machteliten werden von speziellen Organisationen, nämlich D, E und F besonders überwacht. G, H und I bespitzeln die Beamten und alle Parteikader. Ihre eigene Regierung wird von J, K und L bespitzelt, welches Sie persönlich über Fehlverhalten in ihrer unmittelbaren Umgebung informiert.

Dazu kommen noch Geheimorganisationen, welche andere Geheimorganisationen zu kontrollieren haben. Die Organisation 1 überwacht A, B und C. Organisation 2 und 3 hat genau die gleiche Aufgabe, wie Organisation 1 und dienen der Bestätigung der Informationen von 1 durch eigene und unabhängige Beobachtungen. Organisation 4, 5 und 6 überwacht D, E und F. Organisation 7, 8 und 9 überwachen G, H und I und so weiter...

Die Organisationen, welche die anderen Organisationen kontrollieren, werden wiederum von einem extra Apparat kontrolliert, der ebenso gegliedert ist.

Dieser Apparat wird von den Organisationen A, B, C, D, E, F, G, H, I, J, K und L kontrolliert, wodurch sich der Kreislauf schließt.

Die Organisationen wissen von einander so gut wie gar nichts, außer von der Organisation, die sie zu überwachen haben. Die zusammenhängenden Informationen erhalten nur Sie persönlich. Zugegeben ist dieses System sehr kompliziert, unhandlich und teuer, aber es ist das beste System, um einem Diktator eine maximale Sicherheit zu garantieren.

Geiselnahme

Eine weitere Methode zur Machterhaltung ist eine Geiselnahme. Sie können Geiseln von allen einflussreichen Personen nehmen, um sie noch besser kontrollieren zu können. Bedenken Sie aber, dass das Nehmen von Geiseln ihr internationales Ansehen sehr stark schädigen kann und Sie unweigerlich als Tyrann eines Schurkenstaates abgestempelt werden.

Polizei- und Militärpräsenz

Die Bevölkerung kann man auch schon durch die bloße Präsenz der Sicherheitskräfte einschüchtern. Um den psychologischen Druck auf die Bevölkerung zu verstärken, sollten Sie unterschiedliche Alarmstufen einführen. In Normalfällen sollte nur die gewöhnliche, zivile Polizei unmittelbar zum Einsatz kommen. Bei mittlerer Gefahr setzen Sie Einheiten mittlerer Stärke ein. Nimmt die Gefahr immer weiter zu, dann lassen Sie Einheiten zuerst mit mittelschweren, später schweren und zuletzt im äußersten Notfall mit überschweren Waffen, Panzern und Hubschraubern auf die Bevölkerung herabschauen, damit sie erst gar nicht auf die Idee kommt, auf die Straße zu gehen.

Spitzel, die sich als Regimegegner ausgeben

Das ist ein klassischer Trick, um jeden Versuch, einen Widerstand auch nur zu organisieren, im Keim zu ersticken: Schicken Sie Spitzel in den Untergrund, die so tun, als würden sie gegen das Regime agieren und bauen Sie Organisationen auf, die zum Schein gegen den Staat vorgehen wollen, um Rebellen dort anzulocken. Existieren immer noch unabhängige Organisationen, dann versuchen Sie dort ebenfalls Spitzel in möglichst hohe Positionen einzuschleusen. Auf diese Weise entlarven Sie jeden Gegner und können eine gewisse Zeit später eine scheinbar zufällige Razzia arrangieren, um Sie festzunehmen.

Lektion 3: Wirtschaft und Finanzen

Auch hier gilt für jeden Machtmenschen: Früher war alles einfacher, wenn auch langweiliger. Könige und Fürsten kümmerten sich nie um die Wirtschaft. Alles mussten die Untertanen selbst organisieren und das teure Leben ihrer Herrscher finanzieren. Hatte jemand kein Essen, dann war er selber schuld und aufs Betteln und Stehlen angewiesen. Hatte jemand keinen Dach über dem Kopf, musste er sich mit eigenen Händen eines bauen. Die Fürstentümer und Königreiche waren weder mit der internationalen Konkurrenz, noch mit Erwartungen der Bevölkerung konfrontiert. Eine Wirtschaftspolitik gab es nicht. Das einzige, was organisiert werden musste, war die direkte Ausbeutung der Untertanen und selbst das nicht immer, wurden doch viele Herrscher von Schleimern und Tributbringern ohnehin reich beschenkt.

Der moderne Diktator dagegen muss um eine gute Wirtschaft kämpfen, den Armen eine Unterkunft und Brot geben, mit Investoren und Politikern um jeden Dollar verhandeln, investieren, riskieren, den Staatshaushalt sanieren, ständig reformieren, die Beamten bezahlen und eventuell sogar um Entwicklungshilfe betteln.

Die Staatsfinanzen. Wie kommt man an Geld? Wie kann man sparen?

Ist das Land relativ reich und verfügt über Eigenkapital, so kann der Staat größere Schulden machen und das Problem auf die zukünftige Politiker verschieben. Ist dem nicht so, oder ist der Staat bereits hochverschuldet, so muss man andere Wege suchen und finden. Hier einige Vorschläge, für den Umgang mit Staatsfinanzen, wie Sie an Geld kommen und sinnlose Ausgaben streichen können:

  • Sie können - vor allem in der Revolutionszeit - die Reichen enteignen.
  • Auch das Vermögen Ihrer Vorgänger können sie einziehen.
  • Ist Ihre Macht stark gefestigt und Ihre Kontrollsysteme auf einem hohen Niveau, so können Sie rigoros gegen Korruption vorgehen, wodurch zahlreiche Mittel, die vorher einfach irgendwo durchsickerten, dem Staat zusätzlich zur Verfügung stehen.
  • Sie können auch an Ihrer eigenen Geldtasche sparen und sich eine Milliarde Dollar weniger aus der Staatskasse klauen. Je weniger Sie sich persönlich bereichern, desto besser ist auch Ihr Vorbild für die anderen Beamten, wenn Sie der Korruption den Kampf ansagen.
  • Achten Sie darauf, dass die Verwaltungskosten nicht zu hoch werden!
  • Die Haupteinnahmen eines Staates beruhen meistens auf Steuergeldern. Erhöhen Sie die Steuern schrittweise, erfinden Sie Notfälle und sonstige Gründe dafür. Indirekte und versteckte Steuern sind besser, als unmittelbare Abgaben.
  • Wenn der Staat bereits profitable Betriebe hat, so kann man sie ebenfalls für Staatseinnahmen verwenden.
  • Ist ihr Land klein, so hat Unterstützung aus dem Ausland in Form von Entwicklungshilfe, Spenden, Investoren oder Krediten ein umso größeres Gewicht.
  • Wenn Sie Krieg führen, können Sie durch Plünderungen Beute machen.
  • Wenn Ihr politisches Lager sozialistisch orientiert ist, können Sie die Banken verstaatlichen.
  • Wenn Ihr politisches System faschistisch orientiert ist, dann suchen Sie sich ein paar Minderheiten als Sündenböcke und enteignen Sie diese.
  • Sie können auch mehr Geld drucken, was aber eine Inflation verursacht und das Vertrauen in die Währung und damit die ganze Wirtschaft stark erschüttert. Besonders schlimm sind die Folgen, wenn das Land bereits unter galoppierender Inflation leidet.
  • Eine andere Möglichkeit ist, mit Einverständniss eines Nachbarlandes die Grenzen zu begradigen und Grenzgebiete auszutauschen. Auf diese Weise müssen sie eine kürzere Grenze überwachen und somit Grenzposten sparen.
  • Versuchen Sie erst gar nicht, Geld für so einen Schwachsinn, wie den Rechtsstaat, oder die Gewaltenteilung zu investieren. Eine Polizei, die ohne Gerichtsbeschluss Hausdurchsuchungen und Verhaftungen machen kann, spart sich eine Menge Zeit und Zeit ist Geld. Schaffen Sie bei Gerichten die Berufung ab. Wenn Sie mutig sind, können Sie auch die Gerichte selbst abschaffen und der Polizei ganz alleine die Entscheidung überlassen, wer schuldig ist und wie er bestraft werden soll. Das geht schneller und spart Anwälte und Richter. Lassen Sie das Vermögen des Bestraften für die Staatskasse einziehen.
  • Sie können in ihrem Land den Drogenanbau fördern und einen Teil des internationalen Drogenhandels steuern. Das ist sehr lukrativ, doch sobald es von anderen Staaten bemerkt wird, hat das drastische Konsequenzen.
  • Gehen Sie jedoch diplomatisch mit den Großmächten auf Konfrontation, dann schicken Sie ihre Schergen in alle Teile der Welt, nehmen Sie ausländische Geiseln (möglichst (Einfluss-)reiche!) und lassen Sie horrende Lösegelder fordern und das Geld möglichst geheim in Ihr Land transferieren. Sie können die Grenzen dicht machen und Ausländer nur noch gegen Geld nach Hause lassen. Eine solche Taktik zahlt sich nur aus, wenn Sie einerseits ohnehin isoliert sind, Ihnen andererseits keine Invasion seitens anderer Staaten droht.
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Dieser Artikel aus den Namensräumen „Diverses“ oder auch „Spiegelwelten“ besitzt aufgrund seiner Qualität die Urkunde „Schatzkistentauglich“ und wird daher im Portal Rumpelkiste gelistet.
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