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Diverses:Die Geschichte der schweizerischen Rechtschreibung

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Grossvater!" Laut lachend rannten die Kinder durch das Wohnzimmer direkt auf den Sessel ihres geliebten Grossvaters zu und liessen sorgenlos ihre Schulranzen fallen. „Aua! Nicht schon wieder auf den grossen Zeh... Hattet ihr einen guten Tag in der Schule?", erkundete sich dieser sofort. Die Kinder warfen ihm giftige Blicke zu. "Natürlich nicht, war schliesslich Schule... Ausserdem habe ich Strafaufgaben bekommen, weil ich in der Pause mit meinem schweizer Taschenmesser gespielt habe. Ich muss zur Strafe den Wikipedia-Text über Gefässe lesen und vor der ganzen Klasse ein Referat darüber halten...", murmelte der Älteste. "Ach, das ist doch halb so wild. Ich gehe mal eben an den PC und drucke dir..." Der Grossvater konnte kaum ausreden, da riss der Junge bereits sein Smartphone aus der Tasche und begann eifrig zu recherchieren. „Grossvater, magst du mit mir Jassen?", fragte das süsse kleine Enkelmädchen. "Natürlich! Jassen helfe ich immer!" Er reckte sich streckend aus seinem Sessel hoch und lief mit den drei Mädchen zum Tisch und verteilte seine geliebten Jasskarten. "Mist, nichts als Brättli...", dachte er sich, als im plötzlich der Jüngling auf die Schultern klopfte: "Grossvater, was ist das für ein komisches Zeichen?" Er setzte sich seine Lesebrille auf und schaute auf die Stelle, auf der sein Grosskind den Finger richtet. GefäßAh, ich seh was du meinst... Weisst du liebes Kind: Weit hinter unseren schönen Bergen und Tälern gibt es noch viele andere Länder, und dort haben sie viele andere Regeln. Dort machen sie von der sogenannten "Deutschen Rechtschreibung" gebrauch. Und diese besagt eben, dass bei manchen Wörtern "ss" durch dieses Zeichen ersetzt wird." „Und wieso?" „Nun... Weil sie das praktisch finden! Bei uns ist das eben etwas anders..."Und wieso?" „Weil wir unsere eigene Regeln haben." „Und wieso?" „Weil das schweizer Volk das so will!" „Und wieso?" „Komm schon, hör auf immer zu fragen, es ist nun mal eben so, das ist eine lange Geschichte..." „Oh ja, Geschichte hören!" riefen die drei Mädchen wie im Chor. Der Grossvater wirkte etwas überrascht, lief aber dann nachdenkend zu seinem Sessel zurück und die Kinder setzten sich davor. „Nun gut! Dann erzähle ich euch nun die Geschichte von... Äh, diesem komischen Zeichen da. Also..."

Die Geschichte der Schweizergrammatik

Unsere Geschichte beginnt in einer sternenklaren Sommernacht, 1. August 1291, irgendwo in der Schweiz, welche zu diesen Zeitpunkt gerade entsteht. Mit dem Rütlischwur gründen die drei Urkantone Uri, Schwyz und Unterwalden den neuen Bund, die Eidgenossenschaft, um sich gemeinsam gegen die Tyranneien der Habsburger zu wehren. Ihr müsst wissen: Die Schweiz viel kleiner als heute. Nun ja, sie ist auch heute noch verdammt klein, aber damals eben noch kleiner! Wie ein kleines Stück eines Ravensburger-Puzzles! Auf jeden Fall war der damalige Kaiser Friedrich... Ne, Franz... Oder doch Wilhelm? Ist ja eigentlich auch egal, auf jeden Fall war der damalige Kaiser der Habsburger davon überzeugt, dass obwohl das Volk der Schweiz zwar gerade mal gut genug ist, Vieh zu melken und Frondienst zu leisten, das Land selbst ein unersetzliches Mittel zur Macht ist.

Und wieso?" „Rede mir bitte nicht rein wenn ich am erzählen bin, du machst mir die Atmosphäre kaputt! Also, wo war ich stehen geblieben... Ach ja, genau! Auf jeden Fall war der damalige Kaiser der Habsburger... Äh, Technik? Könnte ich bitte wieder diesen tollen Farbeffekt haben?"

Vielen Dank! Also: Der Kaiser der Habsburger sah die Schweiz als glorreiche Beute für sein Imperium und wollte sie sich unbedingt unter den Nagel reissen. Das liessen sich die Schweizer natürlich nicht gefallen und gründeten deshalb die Schweiz. Also streng genommen waren sie erst ab diesem Moment wirklich Schweizer, aber auf eine Art auch nicht weil... Herrschaft ist das kompliziert zu erklären! Ich meine, ihr seid einfach noch etwas zu jung um das zu verstehen... Auf jeden Fall lebten zu jener Zeit drei Männer, auch als die drei Eidgenossen bekannt, und jeder von ihnen vertrat einer der Urkantone. Sie versammelten alle drei ganz viele Leute, welche alle am 1. August zu später Stunde auf das Rütli kommen sollen um gemeinsam die Schweiz zu gründen. Und an dieser Stelle, äh, fängt meine Geschichte ja eigentlich erst an.

Sie machten sich ein gemütliches Feuer und diskutierten über die Zukunft ihres Landes. Doch schon damals war es sehr wichtig, dass alle Regeln und Gesetze schriftlich festgehalten wurden. Das war zu dieser Zeit gar nicht so einfach! Damals gab es noch keine Volksschule, und viele tolle Berufe, die es heute gibt, waren damals noch undenkbar! Die meisten waren Bauer, Schmied oder Jäger... Und Geld gab es auch nicht, man tauschte einfach gegenseitig Waren aus. Ich schweif schon wieder vom Thema ab: Auf jeden Fall konnten zu dieser Zeit nur sehr wenig Leute schreiben und lesen, meistens nur der Adel oder Geistliche, nur selten Leute aus dem normalen Volk. Aber wo findet man solche Leute? Adlige gab es keine, die schlossen sich alle den Habsburger an, dort gefiehl es ihnen viel besser. Und die Geistlichen hatten einfach unheimlich viel zu tun und hatten keine Zeit... Doch ein zu Unrecht ziemlich unbekannter Freiheitskämpfer namens Zwätschgeschnapps-Ueli meldete sich freiwillig, die Sache in die Hand zu nehmen. Und so hatte man nun alles was man braucht, um ein schönes Land zu machen: Zeit, viele Leute die quatschen und einer, der das ganze auf ein grosses Stück Pergament schreibt, welches wir heute als Bundesbrief kennen. Doch es war eine Katastrophe... Der Brief hatte mehr Fehler als ein Schweizerkäse Löcher! Nicht akzeptierbar war es!

Tja, nun fragt ihr euch vielleicht, was das ganze mit dem Doppel-S zu tun hat, nicht war? Nun, die Schweizer waren gar nicht so dumm wie alle dachten! Da sie sich sowieso vom restlichen Europa isolieren wollten, beschlossen sie, anstatt den Brief zu korrigieren, lassen sie alles so wie es ist und nennen das ihre eigene Rechtschreibung!
Aber Grossvater, das kann ja gar nicht sein, so viele Unterschiede gibt es doch gar nicht!" „Wart's nur ab, die Geschichte ist noch lange nicht fertig!"
Somit war der Bund gegründet und hatte sogleich eine eigene Rechtschreibung. Den Habsburgern gefiel das natürlich überhaupt nicht. Aber sie waren nicht dumm: Sie liessen einfach anordnen, dass jeder, der beim Benutzen dieser Rechtschreibung erwischt wird, in Ketten gelegt in der Burg von Küssnacht bis zum Lebensende eingesperrt wird. Warum sie das gemacht haben, fragt ihr euch? Weil sie konnten, darum! Die meisten Menschen passten sich ohne Zögern an, nur einer nicht: Wilhelm Tell! Ganz sicher! Die Habsburger suchten nämlich einen Weg, wie man die Landesfeinde herauspicken kann, und stellten deshalb auf dem Dorfplatz von Altdorf ein grosses Pergament mit einer Feder hin. "Für jeden der hier vorbeiläuft, gilt das Gebot, mit geschwungener Schrift und anständiger Rechtschreibung "Seid gegrüsst, mein Landvogt!" zu schreiben! Dies ist ein Befehl des Kaisers!"
Aber Grossvater! Das war doch ganz anders! Der Befehl lautete doch ganz anders! Die mussten doch einen Hut grüssen!"
Nene! Das ist eine faule Lüge! Das ist nämlich Propaganda! Die Schweizer wollten nämlich, dass ihre Taten um einiges heldenhafter klangen, als sie wirklich waren! Deshalb nahm man einen besonders im Schreiben talentierten Schweizer, nämlich den einzigen der damals schreiben konnte, gab ihm das Pseudonym "Friedrich Schiller" und gab ihn als Deutscher aus, um den Habsburgern eine ordentliche Gehirnwäsche zu verpassen. Berichtet wurde von Armbrust-Attentaten auf Landvögte, von eiskalten, bärtigen Fleischbergen die ihren eigenen Söhnen Äpfel vom Kopf schiessen, vom unerbittlichen Kampf für die Freiheit! Die letzen Worte des berühmten Freiheitskämpfer Winkelried waren zum Beispiel nicht: „Hütet mir Weib und Kinder!", sondern „Und man schreibt ss doch...". Und das beste ist: Die sind sogar darauf reingefallen! Der ganze Quatsch wird noch heute an etlichen Schulen gelesen! Hehehe! Aber zurück zur Geschichte: Wilhelm Tell lief mit seinem Sohn über den Dorfplatz von Altdorf und und wurde von der Wache aufgeboten den vorgegebenen Satz aufzuschreiben. Doch provokativ wie er war, schrieb er einfach mit grosser Schrift, Helvetica 91 ungefähr, "SS" hin. Da wurden die Wächter wütend, liessen ihn fesseln und ruften sofort den Landvogt Gessler, ein eiskalter, brutaler Schweinehund! "Wozu das zweite S, Tell?", fragte ihn dieser mit teuflischem Blick. Tell antwortete seelenruhig: "Mit diesem zweiten S, durchschoss ich euch!!!"
Aber Grossvater, es hiess doch "Mit diesem zweiten Pfeil durchschoss ich euch"!"
Propaganda, liebes Kind, alles Propaganda! Gessler, mit seinem Herz aus Stein, liess ihn sofort an den Hafen führen! Unter Aufsicht von Gessler persönlich soll er mit dem Schiff sofort nach Küssnacht gebracht und für den Rest seines Lebens in Ketten gelegt werden! Tja, die meisten glauben, er sei heldenhaft aus dem Schiff gesprungen... In Wirklichkeit hat er dem grossen Landvogt Gessler ein Angebot bei der Dorfbank gemacht, ihr wisst schon... Tja, so machten sie am Ufer halt, Tell jagte Gessler einen Pfeil ins Herz und machte sich auf dem Weg zurück zu seiner Familie. Er hatte das Land von einer boshaften Rechtschreibung befreit! Und so geht es bis heute weiter!

Aber Grossvater, wenn wir die Rechtschreibung der deutschen übernehmen und sie verändern, warum sprechen wir eine völlig anderen Sprache?"

Ach das, liebes Kind, ist eine ganz andere, LANGE Geschichte. Morgen vielleicht...


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