Billy Boy

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Optische Enttäuschung
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Billy Boy ist ein von den Marvel Comikern entwickelter Superantiheld, der die Verlagsmauern nie verlassen sollte. Er entstand als Konzeptgrafik für eine Figur, die nach den Erkenntnissen aus den verbuchten Verkäufen die wenigsten Abnehmer finden müsste, um mit dieser Art negativer Blaupause umso einfacher einen supererfolgreichen Prototypen einer neuen Serie entwickeln zu können. Damit aber steht die Figur ganz in der Tradition des Hauses, waren doch bisher alle Figuren durch besondere Umstände und Ideen entstanden, so der unheimliche Hulk nach einer zweiwöchigen Magen- und Darmgrippe des unausstehlichen Verlagschefs, Spiderman ist der Spinnenphobie der Chefsekretärin geschuldet und Blade etwa ist untrennbar mit der Aufarbeitung der Ku-Klux-Klan-Vergangenheit eines Artdirektors verbunden.

"Billy Boy" entspricht nicht dem gel(i)ebten Kanon aus plakativem Heldentum, gelebter Selbstlosigkeit mit wenigstens einer besonderen, speziellen Spezialkraft, mit deren Hilfe der Held seine wenig heldenhaften Aussetzer und sonstige Unzulänglichkeiten zurücksetzt. "Billy Boy" kann eigentlich nichts und ist überaus sensibel (um nicht "gefühlsecht" zu schreiben). Statt Verbrechen zu bekämpfen, will er Verbrecher verhüten. Und die in Superheldenkreisen an sich schon wenig publikumswirksame und deswegen ungeliebte Prävention findet ihre Steigerung dadurch, dass Billy Boy im "schlimmsten" Falle mit seiner dank einer handelsüblichen Creme angelegten Gleitschicht allen Feinden entkommt.

Es gibt ihn aber auch in anderen Geschmacksrichtungen, so als Aktivisten, der Anhänger um sich sammelt, um in Lehrbeispielen Tipps zum richigen Umgang mit Umweltverschmutzungen zu geben. Es gibt auch eine cholerische Variante, sodass ihm dann wegen jeder Kleinigkeit der Kragen platzt. Dann sähe man sein sonst nur konturenhaft unter einer Latexmaske erkennbares wutverzerrtes fein geädertes Gesicht, wenn es nicht in den Comics stets zensiert würde, um Rückschlüsse auf den Urheber öffentlichkeitswirksam zu verschleiern.

Veröffentlichungsgeschichte

Letztlich sind sich die Marktbeobachter nicht sicher, ob es sich bei "Billy Boy" um eine geschickte Marketingstrategie aus den 60ern des letzten Jahrhunderts mit einem damals noch namenlosen Helden, einem revolutionären Bezahlmodell für einen großen Teil der inoffiziellen Abnehmer oder tatsächlich um eines der ersten Gemeingüter moderner Prägung handelt.

Wie bei anderen Comics auch kristallisierte sich schnell eine vorwiegend männliche Kundschaft heraus, und das so eindrucksvoll, dass sich trotz einer vermuteten Dunkelziffer von bis zu 50% zunächst keine weibliche Anhängerschaft offiziell formierte, sondern aufgrund einer sexualethischen und religionsmoralischen Tabuisierung des Inhalts männliche Operatoren ihres nächsten sozialen Umfelds offenbar konkludent so manipulierten, um letztlich die Comics mitkonsumieren zu können.

Es fanden sich etliche "Kopien" der Veröffentlichungen über den ganz anderen, stillen Helden in gebrauchtem und neuen Zustand meist an diskreten Orten oder wurden von verschwiegenen Mittelsmännern beschafft, weil jeder ruchbare Kontakt zum Antihelden bis in die 1990er Jahre als gesellschaftlich zu delikat erachtet wurde.

Comicreihen mit dem Erstveröffentlichungsjahr

  • "Billy Boy - Just to make sure" (1969 - erste Serie)
  • "Billy Boy - Adventures in the jungle" (1970)
  • "Billy Boy - Shaved beasts of the pubic island" (1994)

Spin-offs

"Black Hammer" - wurde nur im Süden der USA vertrieben

Verfilmungen

Bis auf einen sehr kurzen Werbetrailer, in denen eine Frau mittleren Alters (gespielt von einer Ulknudel) an der Kasse eines deutschen SB-Marktes einen verschämten "Billy Boy"-Fan entlarvt, indem sie lauthals nach dem Preis fragt, sind noch keine bewegten Bilder zum Thema veröffentlicht worden. In dem kurzen Streifen wird eine Art autobiografischer Rückblick in die Vergangenheit des pragmatischen Regisseurs vermutet, der auf diese Weise eine Rezeption des totgeschwiegenen, stillen Heldentums erhoffte, die ihn endlich befriedigen kann, auch wenn es sich für ihn so anfühlt, als wenn ein Fremder ihm dies bereitet.

Er karikiert in einer drastischen Diametralität die sonst von besonderer Seriosität geprägte vertrauensbildende, fast intime Maßnahme zwischen zwei sich sonst fremden Menschen, die man selbstironisch mit "find ich gut, dass Du an mich denkst" umreißen möchte. "It's not a toy, it's Billy Boy!"