Götz von Berlichingen

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Das von Johann Wolfgang von Goethe in einer durchzechten Nacht unter Einfluss von sehr viel obergärigem Wein geschriebene Schauspiel "Götz von Berlichingen" besteht aus 5 Aufzügen (nicht zu verwechseln mit Fahrstühlen) und machte den jungen Goethe quasi über Nacht berühmt.

Die historische Figur des Götz von Berlichingen ist bekannt für seinen Armamputatsersatz, die sog. "Eiserne Hand", die für ihn maßgefertigt wurde, nachdem er seine echte Hand in einer Schlacht verloren hatte. Die Eiserne Hand war Vorbild für "Die stahlblaue Roboter-Hand" (Gimmick 363 aus der Zeitschrift YPS).

Handlung

Irgendsoein bayrischer Kirchenoberfuzzi hält einen von Götz von Berlichingens Knappen gefangen, woraufhin der Reichsritter stinksauer wird und erst mal mit dem Kleriker einen Krach anzettelt. Wie seine Kumpels Franz und Hans ist Götz nämlich kein Typ, der sich alles gefallen lässt. Robin Hood nicht unähnlich, wird Götz vom Volk angehimmelt, während der Adel ihn als Raubritter sieht.

Sein abtrünnig gewordener alter Busenfreund Weislingen steht auf der Seite der Fürsten, weshalb er von Götz in der Burg Jagsthausen gefangengehalten wird. Dort verknallt sich Weislingen in Götz' Schwester Maria, der er - typisch Mann - das Blaue vom Himmel runterlügt, von wegen: "Ich werde dich heiraten und wir werden von den Fürsten unabhängig sein! Blablablabla!". Daraufhin macht Götz Weislingen ein Friedensangebot.

Bei einem kurzen Abstecher beim Bischof lernt Weislingen dann jedoch Adelheid kennen, die ihn wieder auf die Seite des Adels und gleichzeitig in ihren Bann zieht. Zu allem Überfluss gibt Weislingen Götz und noch so einem anderen die Schuld für diverse Großdemos in der Bevölkerung.

Götz gewinnt auf dem Feld eine Schlacht, dann wird seine Burg im Gegenzug eingenommen. Er bekommt vom Kaiser Hausarrest. Nach einigem Hin und Her bricht ein Bauernaufstand aus. Die Bauern wollen Götz zu ihrem Hauptmann machen, der widersetzt sich dem Hausarrest, um Schlimmeres zu verhindern, aber weit gefehlt: Die Bauern haben jetzt erst recht Gefallen an ihren Taten gefunden und ziehen plündernd und brandschatzend weiter, bis sie von Weislingen besiegt werden.

Der im Kampf verwundete Götz findet kurzzeitig Unterschlupf bei Zigeunern, wird letztendlich aber doch gefangen genommen. Maria bittet Weislingen um Gnade, der zerreißt Götz' Todesurteil. Dann aber wird Weislingen von der Schlampe Adelheid vergiftet, weil sie den kaiserlichen Erben auf einmal viel attraktiver findet. Götz erliegt seinen Wunden und Depressionen im Turm, noch mit dem Ruf nach Freiheit auf den Lippen.

Bedeutung

Die Quintessenz des Theaterstücks
(minimal abgewandelt)

Die Handlung selbst hat - wie man sich schon denken kann - keinerlei Bedeutung. Mit der Verworrenheit der Handlung will Goethe seinen Lesern lediglich deutlich machen: Was hier geschieht, ist vollkommen irrelevant.

Das Beschriebene ist nur Mittel zum Zweck, um die notwendige Spannung für das Essentielle aufzubauen und den einzig wichtigen Satz in einen - wenn auch vollkommen belanglosen - Kontext zu bringen, denn ganz ohne Handlung hätte der Satz seine Wirkung nicht gänzlich entfalten können.

Der einzig bedeutungsschwangere Satz, den es zu interpretieren gilt, umgangssprachlich auch "Schwäbischer Gruß" genannt, wird von Götz im 3. Akt ausgesprochen, als man von ihm die Kapitulation verlangt:


"[Mich ergeben! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet Ihr! Bin ich ein Räuber!
Sag deinem Hauptmann: Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt.]
Er aber, sag's ihm, er kann mich im Arsche lecken!"


Nebenbei erwähnt hatte Adolf Hitler im Zweiten Weltkrieg interessanterweise ähnlich reagiert.

Jedenfalls macht Götz hier auf eindrucksvolle Art und Weise deutlich - und hierin liegt letztlich auch die Intention und Botschaft Goethes - dass man sich nicht jeden Scheiß bieten lassen muss, auch wenn man auf lange Sicht sowieso zum Scheitern verurteilt ist.

Der "Schwäbische Gruß" ist eine Metapher dafür, dass alle Luschen der Nation, die sich rumschubsen lassen und ohne Gegenwehr den Schwanz einziehen, endlich mal das Maul aufmachen sollen.

Das ist eine der vielen sehr nützlichen Lebensweisheiten, die Goethe seinen Lesern mit auf den Weg gibt. Und mehr muss man zu dem Thema auch nicht wissen.

Siehe auch