Diverses:Termin beim Arbeitsamt

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Flagge der Arbeitsagentur.svg

Um folgende fiktive (?) Kurzgeschichte zu verstehen ist ein gewisses Grundwissen über Vorgänge beim Arbeitsamt von Vorteil Schon der Blick aus dem Fenster verheißt nichts gutes: Es ist dunkel und windig. Kurz das Fenster gekippt und festgestellt: Es ist auch noch kalt. Könnte daran liegen, dass es kurz vor 7Uhr ist...MORGENS! Um diese Uhrzeit geht normalerweise das lichtscheue, zwielichtige Gesindel zu Bett. Manch ein Gesindel steht aber auch kurz vor Beginn eines neuen Arbeitstages. Womit ich beim Thema bin: Mein Sachbearbeiter, liebevoll vor kurzem von irgendwelchen Pfeifen in "Fallmanager" umgetauft erwartet mich zum monatlichen Raport was Jobsuche angeht. Um 7Uhr...MORGENS! Er hat Glück, dass es nur 5 Minuten zum Amt sind, da hab ich nicht allzuviel Zeit irgendwelche Mordpläne zu schmieden.

Aber erst frühstücken: Kalte Pizza von gestern Abend, dazu ein Bier und ne Zigarette. Rein in die Gammelklamotten und ab zum Amt. Auf dem Weg dahin noch kurz Unterlagen ordnen, z.B. Bewerbungsschreiben die nie abgesendet wurden. Rein zur Tür und zielstrebig Richtung Büro. Die Anspannung vor dem allmonatlichen Verhör hat sich mittlerweile in Angriffslaune geändert.

"Guten Morgen Herr H." schallt es mir entgegen nachdem ich das Büro betreten habe.
"Halts Maul du altes Stück Scheiße" schießt mir durch den Kopf. Zum Glück sind die Nervenbahnen in meinem Gehirn vom Alkohol schon so geschädigt, dass es vom Denken zum Sprechen manchmal solange dauert, dass ich es mir nochmal anders überlegen kann und es dann doch beim Denken belasse.

Ich setze mich und schiebe ihm die "Bewerbungsnachweise" rüber.
"Ja Herr H., Sie zeigen mir immer nur Anschreiben. Wann bekomm ich denn mal Absagen oder noch besser: eine Zusage zu sehen?"
"Wenn ich eine habe." antworte ich ihm. Doch das scheint ihn nicht zufrieden zu stellen.

"So kann das mit Ihnen nicht weitergehen", sagt er und ich merke wie sich seine Laune verschlechtert. "Sie sind schon so lange arbeitssuchend, da muss doch mal was für Sie dabei sein. Wer suchet der findet."
Du lieber Himmel, jetzt fängt er mit so nem dummen Sprichwort an. Geistesgegenwärtig vervollständige ich sein Zitat. "Wer drauftritt verschwindet. Altes Minensucher-Sprichwort."
"Sie kommen sich wohl lustig vor. Haben Sie heute einen Clown gefrühstückt?"
Der kann ja auch dumme Sprüche klopfen denk ich mir und antworte promt:"Nein, leider nicht, sonst wär im Zirkus jetzt ein Arbeitsplatz zu vergeben."
Er versucht sich nichts anmerken zu lassen doch ich spüre deutlich aufkeimende Wut in ihm. "Ich könnte versuchen sie in einem 1-Euro-Job unterzubringen."
Ich frage ihn darauf:"Muss ich denn dann in der Zeit weiterhin Bewerbungen schreiben?"
Darauf er mit der Antwort die ich erwartet habe:"Selbstverständlich müssen Sie das."
"Dann lehne ich dankend ab." Damit hat er nicht gerechnet...
Seine Gesichtsfarbe wechselt langsam von ihrem üblichen schweinerosa über karottenorange hin zu Tabascofarben. "Herr H., ich hab langsam die Faxen dicke. Sie lassen mir keine andere Wahl als sie zu sanktionieren wenn ich nächsten Monat nicht endlich mal Ab- oder Zusagen zu sehen bekomme."
"Wenn ich schonmal da bin", antworte ich ganz gelassen, "kann ich nicht hier bei euch ne Ausbildung machen?"
"Sie wollen mich wohl auf den Arm nehmen? Erstens bilden wir hier momentan nicht aus und zweitens heißt das bei IHNEN, nicht bei EUCH."
"Gut", erwidere ich, " dann war das hier die erste Absage für den nächsten Monat. Ich hätte das gern schriftlich von Ihnen."

Er schaut mich fassungslos an, seine Gesichtsfarbe wechselt zu weiß, er schweigt und zeigt mit der Hand Richtung Tür. Das war zuviel der Dreistigkeit. Ich glaube er hat erstmal genug von mir. Wieder einen Monat Zeit um mich auf den nächsten Termin vorzubereiten und ein Monat für ihn um sich von mir zu erholen.