Scharmützel

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Ein bayrischer Wandersmann mit klassischem Scharmützel‎

Ein Scharmützel (Auch Scharmützl) ist ein lustiger, kecker Filzhut aus Bayern. Er wird aus vier Stoffteilen zusammengesetzt, von denen nach dem Zusammennähen die Hälfte unten wieder abgeschnitten wird. Dadurch erhält man die typische Form, die entfernt an ein umgedrehtes Brötchen erinnert. Als Garn werden meist getrocknete Katzennasenhaare verwendet, in der klassischen, traditionell bairischen Urform kommen auch Weißwürste zum Einsatz. Der Filz ist meist rot-blau-gelb gefärbt und wird vor dem Zusammenfügen von einem christlichen Würdenträger mit Weihwasser gesegnet.

Scharmützel als Symbol

Ein Scharmützel ist das klassische Kennzeichen für einen Wandersmann, der armen Menschen im Winter bei der Arbeit hilft. Das Scharmützel hat aber auch praktischen Nutzen, so dient die komisch geformte Spitze dem besseren Zielen beim Jagen und beim Anvisieren des Holzblockes beim Holzhacken.

Viele Scharmützel verfügen über ein Bändchen, im Bayrischen auch Bändl genannt, das verhindern soll, dass die Kopfbedeckung bei Wind und Wetter oder bei Sturm, Erdbeben oder sonstigen Erschütterungen vom Kopf des Trägers rutscht. Dieses Bändl ist so angebracht, dass es dem Träger möglichst großes Unbehagen beim Tragen bereitet.

Ethymologie

Die Wortherkunft ist nicht geklärt, es scheint sich bei dem Wort Scharmützel um ein zusammengesetztes Wort zu handeln. Vermutlich geht es auf den betrunkenen Ausruf: "Och schau e ma, ai mützerl!" zurück (Scha-r-Mützel).

Geschichte

Die ersten Scharmützel wurden zur Zeit der Völkerwanderung im Jahre 5220 v. Chr. gefunden, jedoch kurz darauf wieder verloren. Erst in den späten 70ern des 13. Jahrhunderts gelang es einem Forscherteam rund um Ernst Friedrich von Göttingen, gut erhaltene Scharmützel in der Gegend um Niedereggen im Bayrischen Wald zu finden. Zur Zeit der Renaissance verloren die Hüterl ihren Reiz in der Modewelt und erst seit Charlie Chaplin 1956 ein Scharmützel bei der Golden Globe Verleihung trug, erfreut sich das traditionelle Kleidungsstück wieder größerer Beliebtheit. Zueltzt wurden Scharmützel von Karl Lagerfeld 2009 in einer eigenen Ausstellung in Buxtehude vorgeführt. Die Kollektion präsentierte die verschiedenen Epochen des Scharmützeldesigns und auch einige zeitgenössische bis moderne Varianten.

Leider gibt es aufgrund von akutem Filzmangel seit Ende 2009 keine Scharmützel mehr zu erwerben. Plagiate aus China sind oft aus Kunstfilz und sind zumindest von Kennern verpönt.