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Mangelerscheinung

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Mangelerscheinung in der Sahara (Abendsonne)

Eine Mangelerscheinung ist das Erscheinen von Wäschemangeln in Wüstenregionen an klaren Tagen. Die dabei verantwortliche Schmutzspiegelung (i.d.R. Sandverschmutzung) spiegelt dem einsamen Wüstenwanderer das Bedürfnis nach sauberer Kleidung vor. Fällt der häufig völlig dehydrierte Sichter einer Mangelerscheinung dem Trugbild zum Opfer, kann es zu hausfraulichen Tätigkeiten inmitten der Wüste kommen, wobei Temperaturen wie im Backofen auch das Entstehen von Sandkuchen begünstigen, der einen viel höheren Brechungsindex hat als das Sonnenlicht. Erstmals wissenschaftlich untersucht hat die Mangelerscheinung der persische Gelehrte Vater Morgana.

Wie entsteht eine Mangelerscheinung?

Mentale Voraussetzungen

Für das Erscheinen einer Mangel liegen oft psychische Prädispositionen vor. Es ist zwar erwiesen, dass die Mangeln von jedem Wanderer wahrgenommen werden, jedoch bei keinem so deutlich und klar wie bei denen mit trübem Verstand.

Hauptsächlich verantwortlich scheinen vorgefertigte mentale Konzepte und Persönlichkeitsstrukturen zu sein. Abenteurer mit ausgeprägter Persilschwäche, die sich unablässig vorstellen, eine große Frau mit weißem Hut und Sommerkleid zu sein, sind z.B. stark von der Mangel betroffen. Auch Urängste wie die irrationale Flachwaschangst vor dem Waschbrett (kommt meistens aus dem Bauch) dürften sich hier wieder Bahn brechen.

Die psychosomatischen Bedingungen sind für Mangelerscheinungen gar nicht zu unterschätzen. So denkt vor allem der Verdurstende in einer Stresssituation intensiv an saubere Wäsche. Er sehnt sich danach, das Gewand, das durch den staubigen Wüstensand verschmutzt und von Schweiß durchtränkt ist, mit frischen Leinen zu vertauschen, die nach Bergfrühling duften, um sich beim langsamen Verdorren und Wahnsinnigwerden wohl zu fühlen. Dabei schwingt eine gute Portion nostalgische Schwelgerei an die Mangel mit, die nicht nur an Omas gute alte Waschtage erinnert, sondern beim Auspressen jedes einzelnen Tropfen Wassers aus dem sauberen Wäschekörper Assoziationen an kühle Limonade weckt, während der Kopf bereits keuchend im Wüstensand liegt und einem ein Skorpion in den Mund pinkelt.

Physiksche Erklärungen

Rein physisch sind Mangelerscheinungen Luftbilder aus den Spiegelungen kalter Luftschichten. Warme Luft steigt nach oben und gibt so mitten in der Sahara den Blick frei auf eine Wäschemangel, die irgendwo in Krasnojarsk im Vorgarten steht. Würde der Wanderer die Mangelerscheinung berühren, würde seine Hand automatisch festfrieren, noch bevor er das erste Mal in der Luft eine kurbelnde Bewegung gemacht hat.

Verdeutlicht die Materie: Fliegender Holländer

Natürlich hängt es sehr mit der selektiven Wahrnehmung zusammen, wo und ob die Mangel erscheint. Alte Mangeln aus Holz und Stahl werden kühler als moderne Heißmangeln, deren PVC-Beschichtung einen niedrigeren Schmelzpunkt aufweisen als Stahl oder Holz. Das erklärt die surreale Beobachtung, dass zwar schmelzende Heißmangeln, aber keine schmelzenden Gletscher in der Wüste erscheinen. Deswegen essen übrigens die Touaregs auch kein Eis, sondern Heiß, eine Art brodelndes Fruchtwasser, das auch bei Briten sehr beliebt ist.

"Lass den mal fliegen, das ist nur ein Trugbild, das zu heiß geworden ist"

Zusammen mit der Wäschemangel werden noch andere Gegenstände gespiegelt wie z.B. Kabeltrommeln, Tischkreissägen, Betonmischer, Mehl- und Druckerwalzen oder Birkenstock-Sandalen und saubere Wäsche, die zum Trocknen auf der Leine hängt. Doch die selektive Wahrnehmung erledigt meistens das übrige. Bei Generationen, die die Mangel z.B. nie erfahren haben kann es auch zu Trommel- und Trocknererscheinungen kommen, dessen schnelle Drehbewegungen, sie in den aufgewirbelten Schwaden des nahenden Sandsturms zeigen. Fatal, wer da den Ausknopf sucht. Die berühmteste Trommelerscheinung war die bei Bosch nie in Serie gegangene Holländer dry Deluxe, die ein Mitarbeiter in Antwerpen an einem schönen Tag auf die Deponie brachte, wo sie kurze Zeit später einer verdurstenden Reisegruppe in der Wüste Gobi erschien. Die Legende von der fliegenden Holländer, der Waschmaschine, die es niemals gab, ist bis heute ein Phänomen.

Biss der Wäschespinne

Einige Abenteurer, die die Erscheinung einer Mangel überlebt haben, berichteten von Spinnenbissen als Ursache für ihre prekäre Lage. Die gemeine Wäschespinne kommt zwar fast ausschließlich in gemäßigten Breiten vor und bewegt sich in der Regel auch nicht von ihren Fundamenten weg, aber Experten halten es für möglich, dass es einzelne Spinnen bis in Wüstenregionen schaffen. Der Biss dieser Spinne ist äußerst schmerzhaft und Betroffene fühlen sich meistens ganz platt, wie von einer Dampfwalze überrollt. Einige hätten ein ungewöhnliches Verhalten gezeigt, wären nach erfolgreicher Durchquerung der Wüste vertikal auf den Burj Khalifa gestiegen und hätten versucht, weiße Laken aus ihren Handgelenken zu sprühen. Auch das nachfolgende Bedürfnis nach enger, dünner Latexkleidung scheint die Nähe zur Wäschemangel zu verraten, doch eine Verbindung zwischen beiden könnte sich durchaus noch als Trugbild herausstellen.

Maßnahmen gegen eine Mangelerscheinung

Wenn Wanderer eine Mangelerscheinung haben, ist es wichtig, sie zusammengekauert auf den Boden hinzuhocken, wobei flaches Liegen häufig nur die Angst vermehrt, plattgewalzt zu werden. Wichtig ist, dass Helfer nicht versuchen, das Luftbild der Mangel durch Händefuchteln in der Luft zu verscheuchen, weil Betroffene von ihren mentalen Voraussetzungen her sofort die Mangel aus einer anderen Richtung wahrnehmen. Wenn in Indien Waschtag ist, steht manchmal die ganze Wüste voller Mangelerscheinungen.

Am besten lassen sich Mangelerscheinungen mit frischer Wäsche vertreiben, was in der Wüste jedoch sehr schwer ist, weil es keine Umkleidekabinen gibt und man sich ja doch irgendwo geniert. Eine vorübergehende Ohnmacht durch Wäschmangeln wird aber meist noch erfolgreich durch Riechseife bekämpft, die mit ihren natürlichen Aromastoffen aus alten Sägespänen die Erinnerung an den nächsten Waschtag zurückbringt. Grundsätzlich nicht zu empfehlen ist es, dem ohnmächtigen Mangelerschienenen ein heißes Bügeleisen ins Gesicht zu drücken. Das sollte man auch generell nicht machen.

Bedeutung

Knochentrocken: Hier mangelt es an nichts.

Mangelerscheinunen haben ein gutes Stück nahöstliche und europäische Kultur geprägt. Von den Wüstenvölkern häufig als Orakel verehrt spiegelten sich schon in antiken Schriften Mangeln aus späteren Zeiten wieder, deren historische und symbolische Bedeutung natürlich vor Ort eine andere war. So erhielt z.B. Hannibal von einer Mangel in der Wüste den Auftrag, die Römer platt zu walzen und kam auf die dumme Idee, mit Elefanten die Alpen zu überqueren, anstatt die Tiere durch das Mittelmeer schwimmen zu lassen. Auch von Erscheinungen auf hohen Bergen und in Höhlen wird berichtet. So walzte z.B. die Mangel von Delphi immer in zwei Richtungen und brachte den Hausfrauen von Delphi den Ruf ein, schmutzige Wäsche zu waschen. Sogar bis nach Mitteleuropa schaffte es die Mangelerscheinung, an der Donau tanzten und hampelten die Menschen um das erste Trugbild nur so herum, dass sich bis heute ein wichtiger Gesellschaftstanz daraus entwickelt hat.

Erschien die Mangel vor allem im europäischen Mittelalter noch in christlich geprägten Kleinstdörfern, so ist sie heute hauptsächlich in Dritte Welt-Staaten zu sehen, wo sie teilweise als erdrückendes Symbol für den Unterschied zwischen arm und reich erscheint, denn die Leute in den Slums müssen sich für saubere Wäsche oft mit blutigem Straßensport, dem sogenannten Wringen durchschlagen.

Die Tuareg sollen Mangelerscheinungen hingegen immer noch zum Trocken ihrer Wäsche benutzen, weil sie nicht nur sehr kühl ist, sondern auch leicht zu transportieren. Als Initiationsritual für Wüstenfrauen ist die Arbeit an der Mangelerscheinung essentiell, besonders bei Kochwäsche, wenn mal wieder nichts anderes im Zelt ist und das Kamel leergesoffen. Doch egal, ob man lange Gewänder oder 500-Euroscheine damit trockengewalzt, fantasievollen Menschen lässt die Mangelerscheinung an nichts fehlen.