Bolzplatz

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Der Bolzplatz ist eine in weiten Teilen Europas und Südamerikas verbreitete Spielstätte für eine besondere Form des Fußballspiels, dem Bolzen.

Aufbau

Gegenüber dem Rasenfußball verfügen Bolzplätze über ein wesentlich kleineres Spielfeld, was dem Spiel eine wesentlich größere Dynamik verleiht. Bolzplätze haben häufig einen Untergrund aus Sand oder Beton und werden idealerweise von einem Drahtzaun oder Gitter umschlossen. Bolzplätze befinden sich vermehrt in urbanen Ballungsräumen mit verminderter Verfügbarkeit von Grünflächen.

Geschichte

Die Idee eines Bolzplatzes als Ort zur Leibesertüchtigung und sportlichem Wettstreit reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Bolzen entstand zunächst als philosophisches Konzept, dass die moralische Entwicklung des Menschen in einem regelfreien Raum zum Ziel hatte. In ihrer Schrift "Der Boelzplatz als moralische Anstalt" entwickelten Friedrich Chiller und Immanuel Cunt die Idee eines begrenzten, den gesellschaftlichen Regeln und Moralvorstellungen entzogenen Raumes, in der eine sich selbst regulierende Form des Wettstreites unter Männern möglich sein sollte.

Während ihres Studiums hatten sie des öfteren die Erfahrung gemacht, dass das gesellige Beisammensein ihrer Burschenschaft durch das autoritäre Auftreten schwarzgekleideter Männer, meist Mönche oder Priester, gestört wurde. Die Geistlichkeit nahm Anstoß an einer besonderen Form des Wettkampfes, der von den jungen Studenten gepflegt wurde, das sogenannte "Boelzen" (heute "Bolzen"). Hierbei handelte es sich um ein in der Gruppe ausgetragenes ritualisiertes Duell, bei dem sich die Teilnehmer gegenseitig mit runden Holzkugeln beschossen. Eine Verwandschaft mit dem Fußball war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erkennen.

Der Bolzplatz sollte ein Ort sein, auf den die Geistlichen keine Einwirkung haben. Streitigkeiten unter den Teilnehmern innerhalb des Platzes sollten mit selbst gewählten Regeln geklärt werden oder durch Faustkampf entschieden werden. Bei Verlassen des Feldes war außerdem ein gemeinschaftlicher Umtrunk vorgesehen. Dieses Konzept wurde jedoch nie verwirklicht, da die Autoren der Schrift wegen Landfriedensbruch angeklagt wurden und daraufhin ins Exil flüchten mussten, wo sie unter anderen Namen Berühmtheit erlangten.
Als Sportstätte tritt der Bolzplatz erstmals im 19. Jahrhundert in Erscheinung. Die Bolzerbewegung, eine kleine Splittergruppe, die sich um den Cousin des Schwagers der Cousine dritten Grades von Turnvater Jahn bildete, sah im Bolzen eine geeignete Form, Leibesertüchtigung mit der Kritik an der Obrigkeit und Forderungen nach einer neuen politischen Ordnung zu vereinen. Zur Tarnung übernahm man den aus England kommenden Ballsport Fußball, verzichtete jedoch fast vollständig auf sein Regelwerk und vereinte ihn mit den Ideen Cunts und Chillers

Bolzplätze heute

Heute sind Bolzplätze vor allem in Großstädten eine wilkommene, platzsparende Alternative zu herkömmlichen Fußballplätzen geworden. Ihre ursprünglich politische Bedeutung haben sie fast vollständig verloren und kommen nur gelegentlich in der von vielen Spielern getragenen Ablehnung des Vereinssportes zum Ausdruck.

In Zukunft könnten Bolzplätze jedoch wieder an Bedeutung gewinnen. Gerade ihr pädagogischer Nutzen wird von Experten immer wieder betont. So wirkt das Bolzen einer Verweichlichung der Jugend entgegen und fördert den intensiven Meinungsaustausch in Konfliktfällen. Dieser, auch als Rütli-Konzept bekannte pädagogische Ansatz, wird seit einigen Jahren erfolgreich mit Schülern erprobt (siehe auch Artikel Rütli-Schule).