Bauerndisco

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Wenn drinnen gefeiert wird, muss das Vieh eben solang im freien stehen

Als Bauerndisco bezeichnet man gemeinhin eine, in ländlichen Bereichen häufig anzutreffende Form der Großraumdisco, allerdings meist mit einer recht niedrigen Decke. Der Großraum stellt sich in vielen Fällen als Tanzboden des örtlichen Dorfgemeinschaftshauses heraus.


The Legend of Bauerndisco

In der Bauerndisco gelten andere Regeln als in normalen Discos, was es Leute aus Großstädten oft schwer macht sich in das schwitzige Geschehen einzufügen. Der abgrenzende Begriff Bauerndisco hat heute jedoch nicht mehr den Nimbus von AC/DC-Rednecks und burschikos buhlenden, robusten Dorfschönheiten. Doch die Bauerndisco ist immer noch der Treffpunkt und Umschlagplatz für Bauernweiber, und nebenbei, meist die einzige Abwechslung im ländlichen Einerlei. Es sei denn man findet jemand der nichts trinkt und fährt.

Schlag ins Gesichtkontrolle

Natürlich ist man mit Kutte und Mähne auf der Bauerndisco heute immer noch ein gern gesehener Gast, und auch der harte Bauer - der beim Ausstieg aus dem Golf GTI erst mal seine Autofahrlatschen auszieht, um in ein Paar Mokassins zu schlüpfen - ist nach wie vor ein Frauenmagnet. Doch die Grundausrichtung hat sich inzwischen sehr weit verschoben. Früher waren Disco-Fox, Schlagerparade und der nach mitternächtliche Hard Rock-Burnout, musikalische Eckpfeiler der Bauerndisco. Beliebt waren auch die Bauern-Standards wie Down Under; Everbody, need Sombody; Born in the USA; oder das notorische C'mon Eileen - bevor man sich aneinander gelehnt, einer besoffen gelallten Version von "I dont like Mondays" hin gab.
Nicht selten kam es vor, dass die männlichen Besucher zu vorgerückter Stunde sogar völlig DaDaeske Züge anlegten, dass einzige Englisch, das sie zusammen klauben konnten, aufbrachten um aus unerfindlichen Gründen, einen tadellosen Zappa an zu stimmen:

Oh God I am the American dream
With a spindle up my butt till it makes me scream
An' I'll do anything to get ahead
I lay awake nights sayin', "Thank you, Fred!"
Oh God, oh God, I'm so fantastic!
Thanks to Freddie, I'm a sexual spastic

Niemand weiß warum die Bauern dass damals gut fanden, am wenigsten sie selbst. Ist vielleicht auch besser so. Auf jeden Fall konnte man froh sein wenn wenigstens mal Metallica oder Slayer gespielt wurden, damit man was zu lachen hatte wenn die Metalfreaks von den Bauern, nach dem zehn minütigen Moshpit zusammen geschlagen wurden.

Bauerndance

IT´S PARTYTIME

So war es Damals und niemand hätte sich daran gestört. Heute werden eher DJ Ötzi, Micky Krause und Atzensound bevorzugt. Die burschikosen Buhlerinen mit kniehohen, weißen Stöckelstiefeln - in rustikalem Eichenfurnier, sind zwar schön anzusehen, allerdings nur bis sie sich zum Nachbrenner an der Grillhütte einfinden. Wo sie dann ein Kleinstadtganster mit seiner letzten Zehn Gramm-Weed-Lieferung ins Auto lockt. Und wenn die Sonne dann hervor kriecht, hat die Nachahmung urbaner Brunft-Rituale soviel Staub angesetzt, dass es einem ganz egal ist ob man von einem Kleinstadtpunk im Türrahmen fest geklemmt wird, um eine 3l. Flasche Bacardi eingeflößt zu bekommen.

Bauer sucht Frau

Der Viehhandel wird in Bauerndiscos nach wie vor von den hart arbeitenden Bauernjungs im großen Stil betrieben, auch wenn sich das Betreiben, bei den heutigen Zuchtmethoden, meist auf Cocktails holen und bezahlen beschränkt. Der Begriff Vieh ist inzwischen sehr weit dehnbar. In den letzten zehn Jahren hat die „Maul und Kauen Seuche“ stark um sich geriffen und die Bauern sind ratlos, da sich immer mehr Kühe gegenseitig ablecken. Ist ein Handel nach Abzug aller Kosten doch einmal abgeschlossen, ist die Kuh meist so erkrankt, dass sie im BSE-Taumel einfach umfällt oder sich in den eigens getuneten Viehtransporter erbricht. Hier heißt es schnell umdrehen, um die Arme in die Arme ihrer Weidepartnerinnen zu übergeben. Danach kann man ja mal willenlos jemand anpöbeln oder mit den anderen Bauern gröhlen. Da sowieso die ganze Zeit Scooter und Tayo Cruz rauf und runter gespielt werden, springt das Feuer schnell über. Etwas anderes wird vom Publikum auch nicht geduldet. Sollten etwa nach drei bis vier Liedern nicht die Viva-Charts zu hören sein, fängt die große Masse sofort an zu rebellieren. Die Stunde der Girls ist gekommen, die sich nun zum neusten Kesha-Kracher, schlangenartig umeinander winden.

Im Laufe des weiteren Disco-Abends kommt es oftmals zu wahren Bieterschlachten auf dem Viehmarkt und manches misachtetes oder missverständlich erhaltenes Vorkaufsrecht wird mit dem traditionellen Ausruf „Fetze alter?“ angekündigt. Diese Art der Kommunikation ist in diesen Kreisen sehr verbreitet und wird eher als Allgemeinbelustigung angesehen als als richtige Bedrohung. Für unbedarfte Außenstehende kann es aber oft ungut ausgehen, wenn sie in dem lauten Trubel mit „Ja ich nehm noch eine“ antworten.

Checkerhandschlag

Das Viehgeschäft wird mit dem Checkerhandschlag besiegelt, einer zustimmenden Geste des Respekts, die nicht leichtfertig behandelt werden darf. Eine falsche oder gar ausgelassene Begrüßung ist in Bauernkreisen schon ein Grund für Mistrauen die sofortige Kündigung einer jeglichen zwischenmenschlichen Beziehung. Lautes Ausschreien bestimmter Formeln wie „Ah de alte Schoffhorrter“ oder „Komm jetz nemmer ein“ gehören zu jeder Begrüßung. Dabei immer die Brust recken, esist zu beachten das man den Ex von der Schwester des besten Freundes nur mit einem verhaltenen „Jo“ begrüßen darf, wobei man die Freundin der Schwester der Ex schon mit einem „Jo, alles klar“ begrüßen muss. Hier gelten Regeln die für einen Außenstehenden kaum zu begreifen oder gar zu lernen sind.
Auf die Bewegung der Hand und anderer Glieder ist auch besonders zu achten. Dabei spielt die Hand die Hauptrolle, welche (je nach Gegenüber) auch mal bestimmte ungewaschene Körperstellen „betasten“ muss. Normalerweise ist die Hand aber in eine zieh-roll-schnipp-dreh-Bewegung verwickelt, die je nach dem auch 2-3 Minuten dauern kann. Kommt immer darauf an wie hot das letzte Lady GaGa-Video war. Wohl dem der sich gleichzeitig auf die Hose kotzen und Feiglinge bestellen kann, und dem das rein gar nichts ausmacht, er/sie wird sie auch das nächste Mal überstehen - die Bauerndisco.